Freitag, 31. Januar 2014

Jagd und andere Aktivitäten

Ich kam gerade noch rechtzeitig in die Stadt, um nicht zu verpassen, dass der Baumkrieger zum Sardar pilgern will. Während ich darüber natürlich sofort einige Überlegungen anstellte, was es mit dieser Reise auf sich haben kann, denn für den En'Kara Markt ist es noch viel zu früh im Jahr, stellte der Hauptmann dankenswerterweise genau die richtige Frage. So erfuhr ich nun, dass es schon wieder um die Kinder des Kriegers ging. Diesmal benötigte der Herr allerdings nicht meine Hilfe, sondern die der Priesterkönige. Wobei sich mir leider nicht mehr so wirklich erschloss, warum es dafür erforderlich war, die hohen Herren am Sardar aufzusuchen und auf das erregende Vergnügen in den Fellen zu verzichten. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Ich bekam es leider nicht mehr heraus.


Das Kinderthema endete nämlich sehr abrupt, weil die Sklavin des Baumkriegers inzwischen nicht nur Kaillafutter angeschleppt hatte, was mitten in der Stadt natürlich vollkommen fehl am Platze ist, sondern das Futterviech mit den langen Ohren dummerweise auch noch losließ, sodass es wie der Blitz über den Marktplatz hoppelte, um sich ausgerechnet in einem Loch unter dem Haus des Hauptmanns zu verstecken. Dieser Umstand entwickelte sich darauf leider zu einem gewaltigen Bramborium. Der Hauptmann zeterte lautstark, dass er keinem dieser Hoppel-Langohr-Viecher zwischen den Fundamenten seines Hauses Unterschlupf gewähren will. Obwohl ihm bis zu diesem Tag offensichtlich überhaupt nicht bewusst gewesen war, dass sich das Unterschlupfloch mit den dahinter befindlichen Gängen nicht schlagartig aufgetan hatte, sondern wahrscheinlich schon länger ein paar dieser Spezies unter ihm wohnen, musste der Hoppler nun unbedingt wieder eingefangen werden... eine Jagd begann, die sich leider recht schwierig gestaltete. 

ER
Ich hatte zwar jede Menge wie ich fand gute Ideen, doch irgendwie konnten die alle nicht umgesetzt werden, auch wenn sämtliche Kajirae mithelfen wollten. Zum Glück war das Einfangen des Langohrflüchtlings nicht mein Problem sondern Ninis, denn der ganze Aufstand darum begann mich nach kurzer Zeit ein wenig zu nerven. Ich nutzte daher die erstbeste Gelegenheit, um mich zu verdrücken, nämlich als ER endlich auftauchte... mein Oberlieblingshändler und langjähriger bester Freund meiner Herrin, an den sie mich schon am Vortag als Reisebegleitung für einen kleinen Ausflug ausgeliehen hatte. So selten, wie ich diesen Herrn leider nur sehe, wollte ich natürlich jede Ehn nutzen, um ihn zu erfreuen und nicht mit irgendwelchen in meinen Augen überflüssigen Jagdversuchen auf Kailla-Langohrfutter vergeuden. Es war nämlich wie immer zu befürchten, dass mein geheimer Schwarm bald wieder abreisen würde, was er mir nach meiner zaghaften Nachfrage leider bestätigte. 

Er hatte vor, meine Herrin auf dem Weg zu ihrem Landsitz zu begleiten. Auch wenn mir seine baldige Abreise ganz und gar nicht gefiel, versuchte ich mir meine Enttäuschung selbstverständlich nicht anmerken zu lassen, denn noch war er ja da. Außerdem hatte er erst mal Gelüste auf sein Lieblingsgetränk Kalda und dann auf meine sanften massierenden Hände. Ich hielt mich zwar mit meinen Zuwendungen wegen einer anwesenden Freien, die ich selbstverständlich nicht brüskieren wollte, gewaltig zurück und schaffte es tatsächlich, mein Sklavenfeuer einigermaßen zu beherrschen, erreichte mit meinem anschmiegenden Tun an meinen Händler aber, dass er plötzlich keinerlei Gelüste mehr an dem Gespräch mit der freundlichen Herrin auf der Terrasse hatte, sondern nun auf meine rotseidenen Fähigkeiten.

Kaum in der Taverne angekommen, bekam ich jedoch schlagartig ganz weiche Knie. Eine mir leider allzu bekannte, nur schwer in den Griff zu bekommende Nervosität machte sich in mir breit und drohte mich zu beherrschen. Der schreckliche Gedanke, ausgerechnet diesem Herrn möglicherweise nicht zu gefallen, machte sich schmerzhaft in mir breit und umklammerte mein wild klopfendes Kajiraherz, als sei es in einen Schraubstock eingespannt, sodass mir fast die Luft zum Atmen wegblieb. Auch wenn ich zum knienden Volk gehöre, versuchte ich selbstverständlich meine Ängste zu besiegen und Herrin der Lage zu werden, denn so ganz unbekannt waren mir meine flatternden, blank liegenden Nerven natürlich nicht.

Ähnliches war mir bedauerlicherweise schon öfter passiert... nicht nur, wenn ich die seltene Gelegenheit bekam für einen Herrn tanzen zu dürfen, sondern manchmal auch in den Fellen oder im Bad... eigentlich immer, wenn ich einen Herrn erfreuen möchte, den ich besonders gerne mag. Ich weiß wirklich nicht mehr so genau, was dann geschah, aber irgendwie muss ich es trotzdem geschafft haben, mich auf meinen Tanz zu konzentrieren. Meine Nervosität, die Zaghaftigkeit und meine anfangs mit Sicherheit verklemmten Bewegungen müssen sich wohl in Luft aufgelöst haben, sodass mein Sklavenfeuer schließlich hell loderte, als ich von starken Männerarmen gepackt und auf den Schoß meines Lieblingsherrn gezogen wurde................... Danach machte er sich dann leider wie angekündigt zusammen mit meiner Herrin zu ihrem Landsitz auf. Hoffentlich dauert es nicht wieder mehrere Märkte, bis er mal wieder auftaucht!

Aufgewühlt wie ich war, kam es mir um mich noch ein wenig abzulenken natürlich sehr recht, der neuen Zeugmeisterin ihr Haus zeigen zu dürfen, in das sie am nächsten Morgen umziehen wollte. Sehr erfreut darüber, danach hoffentlich ruhiger als im Gasthaus schlafen zu können, ließ sich die Herrin von mir auf der Terrasse noch einen kleinen Tropfen des guten jortsschen Kalanas servieren, zu dem sich auch der Hauptmann auf einen Zubettgehpaga dazugesellte. Leider kam es nun jedoch zu einem unerwarteten Eklat. Der Hauptmann teilte der Herrin nämlich mit, wie zufrieden er war, ihr Zimmer in der Herberge bereits wieder vermietet zu haben. Leider hatte der geschäftstüchtige Schussel überhaupt nicht bemerkt, dass noch sämtliches Gepäck der Herrin in diesem Zimmer war, weil sie dort noch ein letztes Mal vor ihrem Umzug übernachten wollte. Naja, er ist eben nur ein Mann, der nun aber seinen Irrtum umgehend wiedergutmachen wollte und mit Riesenschritten nach oben preschte. Auf der Treppe rief er mir natürlich noch zu, ihm zu folgen. 

Während ich eilig seinen Paga auf dem Tisch abstellte und hinterher sauste, hörte ich ihn bereits oben an die Tür des Gastes bollern. Da sich im Zimmer leider jedoch immer noch nichts geregt hatte, als ich beim Hauptmann eintraf, quetschte ich mich kurzerhand ohne lange zu fragen einfach an ihm vorbei und flitzte ins Zimmer hinein, um den im Bett der Zeugmeisterin laut schnarchenden fremden Herrn ein wenig zu schütteln, damit er hinüber in den Schlafsaal wechselte. Tja, nichts zu machen, ich scheiterte mit meinen Bemühungen kläglich… der Herr war echt nicht wach zu bekommen. Einzig sein Schnarchen wechselte bei meinen Bestrebungen von sanftem Sägen in herzhaftes, sodass ich mich letztendlich entschloss, sämtliches Gepäck der Herrin schnell in ihre Kisten zu verstauen. Durch diese Aktion fand ihr Umzug nun doch etwas früher als ursprünglich geplant in das angemietete Haus statt, wo sie nach dieser unerwarteten Aufregung aber bestimmt richtig gut geschlafen hat.:-))

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