Donnerstag, 2. Januar 2014

Schmiedekajira

Ich hatte mich unbemerkt aus dem Hauptmannshaus verdrückt und war eigentlich gerade in die Tiefen der Kleiderkiste mit Tuniken abgetaucht, als ich von draußen lautes Gebrüll einer ziemlich unwirsch klingenden weiblichen Stimme hörte, gepaart mit heftigem Klopfen an der Haustür meiner Herrin. Es war eine Kajira, die sich nach meinem Öffnen mit ziemlich verbissenem Blick überaus geschäftig vor mir aufbaute, um sich bei mir… ich traute meinen Ohren kaum… für ihr Benehmen vor kurzem zu entschuldigen. Oha, alle Achtung! Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Ich gebe zu, dass ich mich über ihr überflüssiges, äußerst lächerliches Gehabe tatsächlich etwas geärgert hatte. Doch die vor einigen Jahren absolvierte R&S-Kajirazickenschule hatte mich einigermaßen abgehärtet, sodass ich solche Unwichtigkeiten inzwischen recht schnell von mir abprallen lasse und vergesse.
 
Diese Sklavin hatte mit ihrem unmöglichen Benehmen in meinen Augen Schande über ihren Herrn gebracht. Nur waren meine anfänglichen Reaktionen auf ihr Verhalten auch nicht ohne gewesen. Außerdem bin ich nicht ihre Erste, muss nicht für ihre Peinlichkeiten gerade stehen und habe ihr auch nichts vorzuschreiben. Obwohl ich dieses Mädchen bereits in die Schublade „Prinzessin… möglichst ignorieren“ geschoben hatte, freute mich über ihre Entschuldigung jetzt richtig… hoffentlich habe ich bei meiner Antwort nicht zu sehr das erste Mädchen einer Sklavenhändlerin heraushängen lassen. Aber vielleicht ist es mir ja gelungen, ihr auf freundlich-ernste Art, mit einer wohldosierten Portion Nachdruck klar zu machen, dass nicht sie ihren Herrn besitzt, sondern er sie. Eine Sklavin muss sich stets bemühen, ihrem Besitzer zu zeigen, ob sie es noch wert ist, seinen Kragen tragen zu dürfen. Ich wünsche ihrem Herrn, den ich wirklich sehr gerne mag, dass meine Worte sein Mädchen erreicht haben.
 
Beste Vorsätze hatte sie jedenfalls und sich daher ein freundschaftliches „Von-mir-gedrückt-werden“ auch verdient. Leider endete der kurze Kajira-Schnelllehrgang jedoch bereits nach wenigen Ehn mit dem lauten Gebrüll des Hauptmanns, der nach mir verlangte, damit ich in der Schmiede das Feuer anzünde. Aufgrund meiner Erfahrungen beim früheren Nachbarn meiner Herrin war mir natürlich sofort klar, meine Dienste als Schmiedekajira bedeuteten jede Menge Kohlen in die Esse zu schaufeln, die dann mit dünnen Holzspänen zum Brennen gebracht werden mussten. Da in Jorts zurzeit leider kein Schmied ansässig ist, hatte sich der Hauptmann bereit erklärt, der neuen Sklavin meines Baumkriegers die Ehre eines Brandings zu erteilen. Dafür war selbstverständlich ordentlich Glut erforderlich, damit das Eisen richtig zum Glühend gebracht wurde.
 
Durch meine gelegentlichen Aushilfsdienste in der Schmiede wusste ich auch, wie schwarz ich nach einer kurzen Zeit beim Kohleschaufeln aussehen würde und streifte daher schnell meine saubere Kleidung ab. Eine wirklich weise Entscheidung, wie mir der Baumkrieger mit seinem Ausruf „Dina, wie siehst du denn aus!“ recht bald bestätigte… und damit meinte er nicht meine Nacktheit. Nein, wie erwartet war ich inzwischen am ganzen Körper mehr oder weniger mit Kohlestaub verschmiert. Leider haftete der Dreck auf dem Schweißfilm besonders gut, der sich auf meiner nackten Haut durch die körperliche Betätigung mit der Kohleschaufel und dem anschließendem Treten des Blasebalgs gebildet hatte, denn erst durch die zusätzliche Luftzufuhr wurde das Kohlefeuer so richtig entfacht.
 
Schließlich war es dann so weit. Doch kaum schnappte sich der Hauptmann das glühende Eisen, um damit durch die Schmiede zu der am Kreuz fixierten Sklavin zu sausen und der Neuen ein schönes Kef auf ihren Oberschenkel zu brennen, wurde ich von den starken Armen des Baumkriegers gepackt, der mich an sich drückte. Ich durfte ihm als Schutzschild vor dem heißen Brandeisen dienen. Leider konnte ich diese wundervollen Arme nur nicht so richtig genießen, da wie zu erwarten fast sofort ein unangenehmer Geruch von verbranntem Fleisch in meine Nase stieg, der durch ausschließliche Mundatmung leider nicht wirklich besser wurde. Wie gut, dass ich noch genau wusste, wo der Krieger in seinem Haus die Heilsalbe wegen seiner noch nicht gezeugten Kinder aufbewahrte, die ich nun holen durfte, sodass ich dem ekeligen Geruch entwischen konnte… leider jedoch auch den Armen des Herrn.
 
 
Danach führte nun wirklich kein Weg mehr an meiner Körperwäsche vorbei. Puhh… das Wasser an der Pumpe hinter der Herberge war zwar ganz schön kalt, ließ aber meine eigentliche Hautfarbe schnell wieder zum Vorschein kommen. Trotzdem war ich froh, mir dann vor der Heilerei wieder etwas anziehen zu können. Der Hauptmann war dort inzwischen im Gespräch mit der Ärztin wegen diverser Unstimmigkeiten über irgendwelche medizinischen Notfallpakete mit oder ohne Knochensägen und Lita hatte meine saubere Kleidung mitgenommen, sodass ich nicht zurück in die Schmiede laufen musste. Ich glaube der Hintergrund für das Anliegen des Hauptmanns an die Heilerin war militärischer Art… aber von solchen Dingen habe ich keine Ahnung und werde darüber hier lieber nichts weiter von mir geben, auch wenn ich mir die Bemerkung nicht verkneifen konnte, dass ich vielleicht als Schmiedekajira und zum Kohleschaufeln geeignet bin, aber nicht um eine Knochensäge zu schwingen.
 
Nachdem sich der zweite Rekrut ebenfalls zu uns gesellt hatte, wurde das Erste Hilfe Gespräch irgendwie unwichtig für mich. Ein wenig abgelenkt durch seine Nähe verstand ich nämlich nicht, warum Sulpaga zum Desinfizieren genommen werden sollte und nicht grüner Paga. Wobei mich die Unterhaltung über Verletzungen durch Kämpfe sowieso sehr verunsicherte, um nicht zu sagen gruselte, sodass ich das Gespräch lieber nur noch mit halbem Ohr verfolgte. Wahrscheinlich ging es bei dem Sulpaga auch nicht ums Desinfizieren, sondern ums Betäuben. Immerhin bekam ich trotz des interessanten Herrn neben mir genau mit, dass Lita bei dem ganzen Hin und Her über Betten, Bezahlungen und Verbände schmunzelnd in meine Richtung schließlich mit den Lippen stumm das Wort „Männer“ formte, was ich natürlich mit entsprechendem Zwinkern quittierte.
 
Doof war nur, dass der Rekrut dieses unausgesprochene Wort ebenfalls verstanden hatte, denn er meinte doch tatsächlich dem Hauptmann nun einen Hinweis auf unsere Faxen geben zu müssen, weil der ja im Hinterkopf keine Augen hatte. Oha, nun galt es Schlimmeres zu verhindern und den Krieger auf andere Gedanken zu bringen, denn zumindest diesmal waren Lita und ich um eine Ermahnung des Hauptmanns herumgekommen. Während ich den Rarius unschuldig so anplinkerte, als könnte ich kein Wässerchen trüben, drückte ich meinen Rücken schön durch und strich mit meinen gespreizten Fingern langsam meine langen Haare zurück, damit der Herr einen guten Blick auf meine weiblichen Rundungen bekam. Gleichzeitig spreizte ich mein linkes Bein etwas ab und knickte in der Hüfte leicht ein, damit mein Tunikarock noch etwas mehr von meiner halbseitig nackten Hüfte freigab.
 
Es funktionierte, denn der Krieger verzichtete auf weiteres Petzen und hüllte sich nun grinsend in Schweigen, ließ mich dabei aber nicht aus den Augen… ein Umstand, der mir durchaus gefiel, denn ich mag nun mal Männeraugen, die gierig über meinen Sklavenkörper wandern. Allerdings benahmen Lita und ich uns jetzt natürlich auch vorbildlich. Dummerweise kam dem Herrn schließlich etwas in den Sinn, das schon wieder jede Menge Arbeit für mich bedeutete. Ich erhielt die große Ehre, eine unbeschreibliche Sauerei in der Küche seines Hauses wegmachen zu dürfen, die wirklich seinesgleichen suchte. Mir erschloss sich allerdings nicht, warum sich der Herr hatte selbst bekochen wollen, wo es im Gasthaus doch eigentlich immer etwas Leckeres zu essen gibt.
 
 
Aber egal, das Malheur mit zwei verkohlten Vuloleichen und diversen festgebratenen Resten auf dem Feuerrost war nun mal passiert. Leider kam ich an diesem Tag wegen einiger anderer Aufträge meines Obhutherrn jedoch nicht mehr dazu, die Küchenreinigung anzugehen, hatte allerdings das Einverständnis des Hauptmanns, dass Lita mir bei der Beseitigung der Sauerei helfen durfte. Doch es kam anders… der Rekrut fing mich quasi sofort ab, als ich am nächsten Tag nichtsahnend vor der Terrasse auftauchte und gab mir mit einer Kopfnuss und unmissverständlichen Worten zu verstehen, ihm umgehend zu folgen. Er war inzwischen offensichtlich reichlich angesäuert, da ich seine Küche immer noch nicht gereinigt hatte und wollte mich nun dabei sogar beaufsichtigen. Oho, mir war sofort klar, es würde mir nichts nützen, nach der Hilfe von Lita zu jammern. Ich zog es daher vor, vorerst lieber meine Klappe zu halten und kleinlaut hinter dem verärgerten Herrn herzulaufen, überlegte mir aber, wie ich seine Laune schnell bessern konnte.
 
 
Tja, was soll ich sagen… er behauptete zwar noch, dass ich ihn nicht verführen, sondern putzen sollte, doch seine lustvollen Blicke, mit denen er mich beobachtete, straften seine Worte Lügen. Kein Wunder also, dass ich mich beim Saubermachen ziemlich ins Zeug legte, denn mir war inzwischen klar, dass ich mich nicht länger drücken konnte. Leider musste ich nur das fettige festgebratene Chaos ganz alleine beseitigen, da der Herr Lita wieder wegschickte, nachdem sie wie verabredet zu meiner Freude doch noch an die Tür des Kriegers klopft hatte, um mir zu helfen. Wahrscheinlich war das Denken im Kopf des Herrn zu diesem Zeitpunkt bereits etwas eingeschränkt, denn sagt man nicht, dass das Gehirn von Männern unter bestimmten Umständen plötzlich ganz woanders sitzt? Egal, vielleicht Pech für Lita… mein Nachteil war es jedenfalls nicht… gaaaaanz im Gegenteil! ;-)))

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