Mittwoch, 29. Januar 2014

Schon wieder einer

Meine Herrin hatte noch zu tun, sodass ich mich wie so oft alleine aufmachte und das Haus verließ, um sie nicht zu stören. Allerdings kam ich nicht weit, denn kurz bevor ich den gepflasterten Weg Richtung Stadt erreichte, erweckte etwas Rotes beim Haus des zu euchzenden Kriegers mein Interesse. Es war der Rarius höchstpersönlich, der sich dort in seinem überdachten Sitzplatz aufhielt. Logisch, dass ich ziemlich freundlich in seine Richtung grüßte, da der Herr vor kurzem ja einigermaßen verärgert über mich gewesen war. Ich hatte ihn zu vorgerückter Ahn nämlich nicht mehr bedient, nachdem meine Herrin mir zu verstehen gegeben hatte, dass wir den Heimweg antreten. Da mit einer Beschwerde des Kriegers zu rechnen gewesen war oder sogar Schlimmerem, hatte ich sie darüber natürlich noch am gleichen Abend informiert, aber ihre vollste Zustimmung für mein Verhalten bekommen. Meine Herrin machte mir deutlich, dass ich immer noch ihr Eigentum bin und ihre Wünsche für mich daher oberste Priorität besitzen… nicht die eines anderen Freien, egal wie ärgerlich es für den auch sein mag. Insofern schwante mir an diesem Tag eigentlich nichts Unangenehmes, denn die schlechte Laune des Herrn war wohl inzwischen verraucht… dachte ich jedenfalls.

Für eine wohlerzogene Sklavin wie ich es ja nun mal bin, gebot es die Höflichkeit natürlich, mich dem Rarius zum Grüßen etwas zu nähern, sodass ich dabei ganz zufällig feststellte, dass auf dem Tisch vor dem Krieger ein gewaltiger roter Stoffberg lag. Dieser Berg Rot war es also gewesen, der ursprünglich meine Blicke in seine Richtung gelenkt hatte und sich nun als sehr feines, nagelneues Kleid entpuppte! Hinter diesem Kleid entdeckte ich jedoch noch mehr Rotes, nämlich das glühende Gesicht der Bäckerin, die auf mich irgendwie den Eindruck machte, als würde sie sich am liebsten hinter dem roten Kleid verstecken. Oha, mir wurde selbstverständlich sofort klar, dass ich zur falschen Zeit aufgetaucht oder womöglich mal wieder in ein Fettnäpfchen getreten war. Meine Veranlagung dazu ist ja leider sogar dem Hauptmann schon aufgefallen. Da ich zwar unbeabsichtigt, aber mit meiner Höflichkeit trotzdem offensichtlich die Zweisamkeit der beiden Herrschaften gestört hatte, unternahm ich selbstverständlich sofort Anstalten, mich schnell wieder zu verdünnisieren, um nicht noch mehr zu stören. 

Allerdings hatte ich nicht mit dem guten Gedächtnis des Kriegers und seinen sich nun entfaltenden Bestrafungsgelüsten gerechnet, denn er ließ mich nicht gehen, sondern befahl mich zu sich. Er hatte tatsächlich noch nicht vergessen, dass ich vor einiger Zeit seinen Wunsch auf Bedienung ignoriert hatte und wies mich jetzt mit sehr ernstem Ton an, mich vorzubeugen. Ich zog es selbstverständlich vor, diesem Befehl umgehend nachzukommen, um die zu erwartende Strafe nicht noch zu verschlimmern. Ohne meine Herrin, die ja leider immer noch zuhause war, war ich der Willkür des Herrn schutzlos ausgeliefert. Ich beugte daher meinen Oberkörper wie gewünscht schnell vor und lag damit quasi auf dem roten Kleiderstoffberg auf dem Tisch. Es hatte übrigens fast etwas Tröstliches, sich in das Tuch krallen zu können, während der Herr mir die Tunika hochzog und mir mit harten Schlägen den nackten Po versohlte. Ich glaube, mit dem in meinen Händen zusammengeknüllten Stoff hätte ich es vielleicht sogar geschafft, keinen Muckser von mir zu geben, doch leider wurde ich sofort angeherrscht, ja nicht das neue Kleid seiner Zukünftigen zu beschädigen.

Uiihh…was hörte ich da? Zukünftige? Während die Gesichtsfarbe der Bäckerin nach dieser Eröffnung von kräftigem Rot in Dunkelrot wechselte und sich damit wahrscheinlich der Farbe meines Hinterteils anpasste, dachte ich „Schon wieder einer, der sich unter den Pantoffelhelden… ähmm… die zahlreichen Herren mit Gefährtin einreihen will!“ DAS lenkte tatsächlich enorm von meiner Bestrafung ab, denn mir ging schlagartig im wahrsten Sinne des Wortes durch den Kopf, ob mit dieser Gefährtenschaft ebenfalls Monogamie verbunden sein wird, was einer rotseidenen Kajira natürlich vollkommen quer liegt. Wobei ich mir dies bei der Veranlagung dieses Goreaners eigentlich nicht wirklich vorstellen kann, denn der Krieger stand auch nicht unter der Fuchtel seiner Kajira, als er noch eine hatte… warum sollte es nun der Pantoffel einer Gefährtin sein? Natürlich hatte ich jetzt auch eine Erklärung für die neue Frisur des Rarius, der überhaupt nicht mehr wild zerstrubbelt aussieht, sondern richtig schnieke. Tja, was tut ein Mann nicht alles für eine Gefährtin! 

Da mein Auftauchen das Tête-á-tête der beiden Zukünftigen anscheinend unterbrochen hatte, wurde ich von dem Krieger schließlich vorgeschickt, um im Gasthaus alles für ihren gemeinsamen Tee auf der Terrasse vorzubereiten… ein Wunsch, der mir übrigens sehr gut in den Kram passte, da meine Herrin inzwischen in die Stadt gelaufen war, mich in meiner misslichen Lage jedoch leider nicht bemerkt hatte. Zum Glück hatte Eo die Honigmilch für meine Herrin bereits fertig, sodass ich nur schnell alles für den Tee vorzubereiten brauchte und dann sogleich die neuesten Neuigkeiten von mir geben konnte, bevor ich platzte. Meine Informationen wurden von den anwesenden Freien übrigens sehr unterschiedlich aufgenommen, die alle davon offensichtlich noch nichts gehört hatten. Die Spekulationen über das anstehende Ereignis an sich und vor allem das Warum gingen dementsprechend ziemlich wild hin und her und drehten sich zuletzt natürlich auch um Kinder. Mir kam prompt in den Sinn, ob es sich vielleicht sogar um eine Muss-Gefährtenschaft handelt? Immerhin gelang es mir in diesem Fall einigermaßen meine Klappe zu halten, denn darüber hatte ich (noch) nichts herausbekommen… leider. ;-)


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