Mittwoch, 19. Februar 2014

Der Alltag kehrt zurück

..naja, fast jedenfalls. 

Die Privatetage meiner Herrin im städtischen Sklavenhaus ist natürlich noch nicht endgültig fertig, zumindest nicht ganz nach meinen Vorstellungen, was die eine oder anderer kleine Deko anbelangt. Außerdem habe ich die Schränke einfach noch ein wenig gerückt und einige Bilder umgehängt. Bei solchen Kleinigkeiten lässt meine Herrin mir zum Glück freie Hand, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie die paar Miniänderungen überhaupt bemerkt? Eine andere Nummer sind da natürlich ihre leider nicht weiter konkretisierten Wandanstrichwünsche, aus denen ich mich eigentlich weitestgehend heraushalten wollte, auch wenn sie Katy und mich damit beauftragt hat. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so… nicht auszudenken, wenn sie irgendwelche plüschigen Ideen bekäme, um mich täglich an ihr Alter von 697 Jahren zu erinnern… oder ist sie gar nicht mehr so jung und schon 797? Oh je, hoffentlich schaffe ich es, darüber nicht laut nachzudenken!

Den Weg in die Unterstadt zum Gasthaus habe ich gestern übrigens erstaunlicherweise ziemlich schnell gefunden und ihn mir ganz fest eingeprägt, damit ich auch wieder zurückfinde. Der große Baum im Garten eignet sich nämlich nicht wirklich zum Flagge hissen. Die Äste sind dermaßen hoch, dass ich keine Chance sehe, dort hinauf zu kommen. Außerdem ist nur der unterste Ast abgestorben und ohne Laub, die anderen haben jede Menge Blätter, sodass die hier-ist-mein-Zuhause-Markierung wahrscheinlich gar nicht zu sehen wäre. Mal abwarten, vielleicht schaffe ich es ja in kleinen Etappen, nach und nach auch noch die Gassen der Oberstadt zu erforschen, denn wer wo wohnt wüsste ich schon ganz gerne. Selbstverständlich nicht aus Neugier, sondern falls ich mal einen Botengang zu erledigen habe. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Unterstadt.


Wie gesagt, den Weg zum Gasthaus fand ich fast auf Anhieb, wo übrigens schon wieder der Sleen tobte, da sich etliche Freie dort ihren Allerwertesten platt saßen. Ich glaube nämlich, meine Herrin ergatterte das vorvorletzte Sitzkissen. Zum Glück war es eines, das nicht so dicht an der Wand lag wie die anderen angeblich besseren, weil die einen Blick Richtung Hafen ermöglichten, bei denen man sich jedoch kaum vorbeiquetschen konnte, ohne den Freien anzurempeln. Dort auf der Terrasse war tatsächlich der Alltag zurückgekehrt, denn teilweise war kein einziges Kissen mehr frei, was natürlich zu einigem Murren führte, da nicht alle Herrschaften so flexibel wie der zu euchzende Krieger waren, der sich alternativ einfach auf seine Kajira gesetzt hätte. Spannend fand ich auch, sich in der ungewohnten Küche zurechtzufinden, nachdem ich sie endlich gefunden hatte und in das richtige Links eingebogen war. Geradeaus war nämlich eine Badestube… allerdings ohne Badegast.

Ebenfalls Alltag war auch, dass der Händler wie fast immer einen ziemlich gestressten Eindruck erweckte, der sich dank Shani jedoch mit einem medizinischen Beruhigungspaga einigermaßen behandeln ließ. Anscheinend hatte er sich über einen fremden Händler geärgert und wahrscheinlich war ihm ein Geschäft durch die Lappen gegangen, als der Fremde von dannen gerauscht war… aber vielleicht täusche ich mich da auch und alles war ganz anders, denn das Meiste war bereits vor meinem Auftauchen passiert. Wie gut, dass er zuvor nicht gehört hatte, dass Jorts Fähre von einem der Nordleute mit dem D-Wort bezeichnet wurde, das hätte die Gesichtsfarbe von Shanis Herrn vermutlich schlagartig in ein ungesundes, kräftiges Dunkelrot übergehen lassen. 

Es gibt übrigens auch einige Neuerungen. Z.B. sind jetzt Tiere auf der Terrasse und im Gasthaus verboten. Die Meinungen der Freien gingen darüber ja schon im alten Jorts eine ganze Weile hin und her. Die kleine Urt, die immer auf der Schulter des Euchzers sitzt und auch der Minibraten der Bäckerin, müssen künftig nun also zu Hause bleiben. Ach ja… und die Bäckerin kniet neuerdings hinter dem Euchzer… ist also doch nicht seine Gefährtin geworden, sondern seine Sklavin. Ob sie kniet oder steht finde ich eigentlich ziemlich unwichtig, Hauptsache ist doch, sie backt die leckeren Kringel zukünftig nicht nur noch für ihren Herrn!

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