Dienstag, 18. Februar 2014

Geschafft

Dank unermüdlichem Einsatz der fleißigen Baumeister und Handwerker, den Hilfslieferungen von Baumaterialien, Lebensmitteln und Gütern aller Art, konnten nun (nach ich weiß nicht wie langer Zeit^^) nicht nur sämtliche Häuser in Jorts Fähre neu errichtet werden, sondern auch viel größer und schöner. Die Stadt wurde allerdings nicht auf dem verbrannten Boden wiederaufgebaut, wo die Vegetation bestimmt noch etliche Märkte braucht, um sich zu erholen, sondern ein Stückchen weiter, sodass es überall herrlich blüht und grünt, aber alles auch total anders aussieht und ungewohnt ist. Auf Ratsbeschluss hatten die provisorischen Unterbringungen gestern jedenfalls ein Ende und alle Bewohner freuten sich, in ihre neuen Häuser umziehen zu können. Ein gewaltiges, irgendwie an einen großen Ameisenhaufen erinnerndes Gewusel begann, denn alle hatten nach dem Feuer natürlich sämtliche Einrichtungen neu bestellen müssen, die nun angeliefert werden konnten.


Ich bin mir übrigens sehr sicher, dass ich mich zukünftig wahrscheinlich ständig verlaufen werde und überlege schon, ob ich nicht grundsätzlich ein kleines Notfall-Überlebens-Paket bei mir haben sollte, falls ich mich verirre und nicht wieder nach Hause zurückfinde. Die Stadt erinnert mit ihrer innerhalb der Stadtmauer gelegenen Oberstadt und der Unterstadt außerhalb nämlich überhaupt nicht mehr an das Jorts vor dem Inferno mit seinem gemütlichen Dorfcharakter, den ich immer so gerne gemocht habe. Das D-Wort habe ich allerdings nicht mehr laut von mir gegeben nachdem ich mitbekam, dass einige Ratsmitglieder förmlich ausrasteten, wenn Jorts als Dorf bezeichnet wurde. Für meinen schlechten Orientierungssinn konnte es nach dem Wiederaufbau jedenfalls nicht schlimmer kommen. Meine finanziell ziemlich gut betuchte Herrin hat sich nämlich ausgerechnet in der Oberstadt mit ihren vielen total verwinkelten, teilweise an ein enges Labyrinth erinnernden Gassen ein Haus ausgesucht. Dabei sind Sklavenhändler doch in der niedrigen Kaste der Händler und wohnen in den meisten Städten wie andere Niedrigkastige wohl eher in der Unterstadt… dachte ich jedenfalls.

Mal sehen wie lange es dauert, bis ich wegen meiner zu erwartenden, unplanmäßigen Irrwege noch dünner geworden bin. Aber vielleicht kann meine Herrin sich ja auch einen besonders hohen Mast mit einer riesigen Flagge in ihren Kastenfarben in den Garten stellen lassen, den ich von überall sehen kann… oder soll ich doch lieber ein paar bunte Tücher in den großen Baum vor ihrem Haus binden? Leider brauche ich dafür jedoch eine längere Leiter. So hoch wie die untersten Äste sind, komme ich da nämlich nicht hinauf. Als ich Dark auf einem unserer heimlichen Streifzüge durch die Stadt von meinen Befürchtungen erzählte, hatte sie übrigens eine tolle Alternativlösung parat. Sie schlug vor, einfach eine rot blinkende Laterne auf das Haus meiner Herrin zu bauen. Ich fand diese Idee anfangs wirklich gut, später kamen mir jedoch Zweifel, ob dadurch nicht womöglich dem Leuchtturm am gegenüberliegenden Ufer des Vosk Konkurrenz gemacht und die Schifffahrt irritiert wird? Nicht auszudenken, wenn ich zwar nach Hause finde, der Suffkopp von Fährmann aber im Garten meiner Herrin anlegen will! Ich behielt diese Überlegungen daher vorerst dann doch lieber noch für mich.


Beim Einzug ins neue Haus kam ich mir übrigens fast wie die Königin in einem Bienenstock vor, als die Arbeiter gestern den neuen Hausstand meiner Herrin lieferten. Außer einer Kleiderkiste, die anscheinend vom auslaufenden Badewasser so gewässert worden war, dass die Hitze des Feuers ihr nichts hatte anhaben können, war sonst leider nichts zu retten gewesen. Zum Glück musste ich die Möbel nicht selbst mit anpacken, sondern durfte mich darauf beschränken anzugeben, wo welches Teil hinsollte. Trotzdem blieb natürlich nicht aus, dass meine Herrin, Katy und ich hinterher doch noch Schränke & Co hin- und herrücken mussten, bis alles zumindest einigermaßen unseren Vorstellungen entsprach. Es war wirklich eine Menge Arbeit und ich am Ende des Tages ganz schön geschafft, denn meine Herrin hatte natürlich auch noch Diverses für das Sklavenhaus der Stadt gekauft, das sich jetzt im Erdgeschoss unter ihren Privaträumen befindet. Immerhin ist es nun schon einigermaßen wohnlich, auch wenn der Maler noch einmal kommen muss und eine zusätzliche Wand fehlt… aber das sind alles zum Glück nur Kleinigkeiten. ;-))

Kommentare:

  1. Erst jammern das das Haus so toll wäre und dann moppern das es in der Oberstadt liegt, war ja klar.
    es ist zum einen der äusserste Rand der Oberstadt und zum anderen ist es letztlich die Wohnung über dem städtischen Sklavenhaus, das wohl nach oben sollte.
    Olle Meckerziege. ;-)

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    1. hmmm... toll fand ich vor allem die Obersuperidee von Dark wegen eines bestimmten Untermieters... aber ihr hört ja einfach nicht auf eure Kajirae!^^

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  2. Ich glaube ja auch, das es gereicht hätte NUR die Oberstadt zu bauen, so verwinkelt die ist.. oder nur die Unterstadt... jedenfalls häusermässig hätte es gereicht. Aber Jorts hat sich eben auch mal langsam vom dörflichen Charakter hin zum städtischen gewandelt...
    Wegen der Wand und der Tapeten sage ich mal Bescheid :-) Vielleicht kriegen wir das zeitnah hin, um die Meckerdina zu beruhigen.

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    1. /me schaut Dark ernst an...

      was heißt hier Meckerdina?... die Tapetenmeckerei kam von oben... ich wollte mich da eigentlich raushalten *flötet unschuldig* :-)

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