Sonntag, 9. Februar 2014

Suppe auslöffeln

Meine Herrin war wie immer Richtung Landsitz abgereist, hatte mich zuvor aber noch eindringlich ermahnt, mich für mein schlechtes Benehmen zu entschuldigen, das ich inzwischen wirklich sehr bedauerte. Es ging um die durch Jorts kursierenden Gefährtenschaftsgerüchte, über die der zu euchzende Krieger sehr verärgert war. Über das Warum seiner Verärgerung steht einer Sklavin natürlich kein Urteil zu und schon gar nicht darf sie Widerworte äußern, wie ich es leider getan hatte, denn Freie haben nun mal immer Recht. Ich musste den Herrn also um Verzeihung bitten.

Da mir dieser nicht ganz leichte Gang ein wenig bevor stand, denn ich rechnete mit einer möglicherweise harten Strafe, zögerte ich ihn noch ein wenig hinaus. Meine Hoffnung war, den Krieger vielleicht auf der gut besuchten Terrasse des Gasthauses anzutreffen, was mir bestimmt das Gefühl gegeben hätte, nicht ganz alleine zu sein. Wobei mir selbstverständlich klar war, dass ich mir seinen Zorn selbst eingebrockt hatte und die Suppe nun auch alleine auslöffeln musste. Die Anwesenheit meiner Herrin oder des Hauptmanns, in dessen Obhut ich mich immer betrachte wenn meine Herrin nicht in Jorts ist, hätte mir meine Bitte um Verzeihung wahrscheinlich nicht wirklich einfacher gemacht. Außerdem hatte Letzterer schon seit Tagen wieder die Spätwache. Mein Motto "je eher heran, umso eher davon" funktionierte vorgestern also leider nicht so wirklich. Hinzu kam, dass die Stadt im Gegensatz zu anderen Tagen am Abend erstaunlicherweise menschenleer war.

Die Wahl, welche Tunika ich anziehen sollte, war übrigens echt nicht einfach gewesen, war es mir doch sehr wichtig, mich gerade an diesem Tag besonders gut zu präsentieren und dabei ein Maximum an Haut zu zeigen, ohne möglicherweise anwesende freie Frauen zu verärgern. Die Farbe war natürlich das Einzige, worüber ich kein bisschen nachzudenken brauchte. Rot ist seit eh und je schon immer meine Lieblingsfarbe gewesen und wird es auch immer bleiben, egal welche Kastenfarben meine Besitzerin trägt. Vielleicht gelang es mir ja mit dieser Farbe, nun einen Krieger etwas milder zu stimmen. Nachdem ich die Spitzen meiner frisch gewaschenen langen Haare noch ein wenig gekürzt und etwas Sklavenparfüm aufgelegt hatte, gab es leider wirklich nichts mehr, mit dem ich mein Hinauszögern noch begründen konnte. Es wäre nämlich mehr als albern und vor allem vollkommen überflüssig gewesen, das eh schon saubere Haus meiner Herrin noch einmal von oben bis unten zu reinigen.

Mit einer nicht gerade kleinen Portion Nervosität bog ich daher schließlich in den Weg zum Haus des Kriegers ein, wobei ich mir sicher bin, dass die leisen Schritte meiner nackten Füße umso kürzer wurden, je weiter ich mich der Haustür des Herrn näherte. Doch alles Zögern half nichts, ich hatte sie trotzdem irgendwann erreicht und klopfte leise an, nachdem ich noch einmal tief Luft geholt hatte, um mein in wildem Aufruhr befindliches Kajiraherz zu beruhigen. In der Hoffnung, dass der Rarius vielleicht gar nicht zu Hause ist, horchte ich mit angehaltenem Atem, hörte jedoch leise ein schleifendes metallisches Geräusch, das nun plötzlich verstummte. Danach drang die laute Stimme des Kriegers an mein Ohr, mit der er wissen wollte, wer da an seiner Haustür klopft. Er forderte mich umgehend auf einzutreten, da wie in Jorts üblich die Tür nicht abgeschlossen war, sodass ich mit inzwischen leicht feuchten Händen und ziemlich weichen Knien zögerlich das Haus des Herrn betrat. 


Nur leise schaffte ich es, den Befehl des Kriegers nach oben zu kommen zu bestätigen und dabei den auf der Küchenanrichte befindlichen Käseteller mitzubringen, da meine Kehle vor Angst ganz trocken und irgendwie zugeschnürt war. Wenigstens hatte ich jetzt etwas in der Hand, an dem ich mich festhalten konnte... allerdings nur von kurzer Dauer, da mir oben angekommen als nächstes nun befohlen wurde, den Teller auf dem Tisch abzustellen. Mit einem Hauch von Erleichterung registrierte ich bei der Frage des Herrn nach dem Anliegen meiner Herrin, mit dem sie mich seiner Meinung nach zu ihm geschickt hatte, dass er gar nicht so wütend aussah. Trotzdem war ich weiterhin äußerst angespannt und ziemlich auf der Hut, denn die Stimmung des Kriegers konnte sich möglicherweise auch schnell ändern.

Ein wenig stotternd wegen dem dicken Kloß meiner Angst vor Bestrafung im Hals, brachte ich leise und wahrscheinlich etwas dumpf klingend meine Entschuldigung vor, denn ich hatte mich inzwischen weit vorgebeugt und drückte meine Stirn in das weiche Fell, auf dem sich der Rarius vor dem Kamin niedergelassen hatte. Es war mir sehr wichtig, dem Herrn meine Demut zu zeigen und vor allem, wie ernst mir meine Entschuldigung für mein Benehmen war, denn ich hatte ihn selbstverständlich nicht verärgern wollen. Während ich in dieser Position mit Bangen ausharrte und die Rückfragen des Rarius zu meinem falschen Verhalten wahrheitsgemäß beantwortete, spürte ich den festen Druck seines Kriegerfußes erst in meinem Genick, dann auf meinem Rücken. Als der Druck schließlich nachließ, da der Herr nun meine Tunika hochschob, um mein nacktes Hinterteil zu entblößen, krallte ich in Erwartung von Schlägen meine Hände leicht zitternd in das Fell unter mir.

Doch es kam anders. Erneut griff mir der Herr fest in den Nacken, zog dann aber meinen Kopf auf seinen Oberschenkel, worauf mir natürlich sofort jede Menge Fantasien durch den Kopf gingen, wie ich ihn erfreuen könnte. Während ich nun vorsichtig einen ersten recht zaghaften Erkundungsversuch mit meinen weichen Lippen auf dem männlichen Oberschenkel startete, teilte mir der Krieger jedoch mit, dass er mich nicht mehr benötigte. Das war eine wirklich harte Strafe für mich, die in meinem aufgewühlten Inneren logischerweise sehr widersprüchliche Gefühle erzeugte.

Mir blieb jedoch nichts anderes übrig, als diesen Wunsch hinzunehmen und das Haus des Herrn umgehend zu verlassen und bin mir nicht sicher, ob es sein abweisendes Verhalten gewesen war oder ob mich die vom Vosk heraufziehenden dicken Nebelschwaden erschauern ließen. Ich sah jedenfalls zu, nach Hause zu kommen, wo ich mich unter dem dicken Fell meiner Herrin verkroch, bevor ich in einen unruhigen Schlaf fiel.^^

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