Mittwoch, 12. März 2014

Entscheidungsfreuden?

Nein, für mich jedenfalls nicht und vor allem nicht, wenn es in meinem Bauch drückt… aber der Reihe nach.

Ich glaube, der ekelige Sklavenbrei lag mir gestern besonders schwer im Magen. Obwohl ich wegen seines fiesen Geschmacks wie immer nur eine Miniportion davon herunter bekommen hatte, rumorte das Zeug in meinem Bauch unangenehm vor sich hin, sodass ich mich mit der Erledigung meiner häuslichen Aufgaben etwas schwerer tat als sonst. Wegen dieser Unpässlichkeit habe ich letztendlich dann auch erst nach meiner Herrin das Haus verlassen, was seit einer ganzen Ewigkeit eigentlich nicht mehr vorgekommen ist. Wobei die Sache durchaus auch etwas Gutes hatte, denn ich erreichte das Gasthaus in trockenem Zustand… im Gegensatz zu meiner Herrin, die unterwegs einen kräftigen Regenschauer abbekommen hatte. Zum Glück hatte sie an diesem Tag einen Umhang übergelegt, der sie ganz gut davor bewahrt hatte, dass ihre vielen Kleiderschichten durchnässt wurden.


Auf der Terrasse tobte mal wieder das Leben, als ich dort ankam und es waren fast alle Sitzkissen besetzt. Doch Lita und Katy hatten die Bedienung der Freien oberperfekt im Griff, sodass es mir vergönnt war, mich still hinter meine Herrin zu knien, um meinem fiesen Magengrummeln zu frönen und nebenbei dem Gespräch meiner Herrin mit einem Fremden Händler über den Handel mit unausgebildeten Sklaven zu lauschen. Mit großem Erstaunen erfuhr ich, wie gewaltig unterschiedlich doch die Auffassungen über „günstige“ Preise für unausgebildete Ware sein können… für meine Herrin waren es nämlich 10 Kupfer, für den fremden Händler jedoch ein Silbertarsk, also 100 Kupfer. Wobei ich nicht mitbekam, ob beide den gleichen Umrechnungskurs berücksichtigt hatten, der von Stadt zu Stadt bekanntermaßen sehr unterschiedlich sein kann.

Es zeigte sich jetzt übrigens mal wieder, wie multitaskingfähig der Hauptmann ist, denn obwohl er sich laut schmatzend das von Lita servierte Essen zwischen die Zähne schob, nutzte er nun die Gelegenheit, um sich bei meiner Herrin nach dem Preis für eine ausgebildete Sklavin zu erkundigen und führte mich dabei als Beispiel an. Während ich natürlich versuchte, etwas in Deckung zu gehen… bei aller Neugier sind mir solche Gespräche nämlich immer irgendwie unangenehm, auch wenn mich niemand dabei beachtete… antwortete meine Herrin mit einem leisen Schmunzeln, dass man in so einem Fall nicht über Geld spricht, denn wenn der Preis eine Rolle spielt, sollte man es besser lassen. Zusätzlich ergänzte sie noch, dass sie sich mit Interessenten bislang immer einig geworden war und Geld nicht die einzige und vor allem nicht die interessanteste Währung für sie ist. 

Wie gut, dass der Hauptmann ein echter Schnellmerker ist, denn schon wandten sich die Gespräche wieder anderen Themen zu, während ich für den Lederarbeiter ein neues Kissen von drinnen holen musste, weil er sein bereits angewärmtes einer Kriegergefährtin überlassen hatte. Tja, es ist doch immer wieder interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die Auffassungen von Freien sind. Während der eine sich bereits darüber aufregt und fast einen Krieg anfängt, wenn eine freie Frau als „Weib“ bezeichnet wird und ein anderer wie gesagt für eine Herrin höflich sein Kissen räumt, war der Gefährte dieser Freien nach dem Motto „Hauptsache ich kann sitzen“ sich selbst der nächste und sah es gar nicht ein, sich um das Wohlbefinden der Mutter seiner Kinder zu kümmern. Aber so ist Gor mit seinen Kasten und Hierarchien nun mal. Außerdem werden Gefährtenschaften oft nur unter Nachwuchsgesichtspunkten geschlossen und eher selten aus Liebe… wobei mir über die Beweggründe von Freien selbstverständlich kein Urteil zusteht.

So wirklich einig waren sich diese beiden Gefährten jedenfalls nicht, als in Anbetracht des anstehenden Tuniers um das erste Schwert von Jorts, nun die ersten Wetten abgeschlossen wurden… beim Geld scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Sie ließ sich jedoch von dem Gemecker ihres Gefährten nicht beirren, behauptete doch tatsächlich, eigenes Geld zu haben und wollte anfangs auch auf den Sieg ihres Gefährten setzen. Nachdem dieser jedoch kundtat, wie wenig Interesse er an dem Titel hatte und es ihm eigentlich genügen würde, nicht Letzter zu werden, schwenkte die Herrin um. Genau das Gegenteil von diesem Herrn scheint ein anderer Krieger zu sein, dem es offensichtlich so wichtig ist erstes Schwert zu werden, dass er anscheinend jede Menge zusätzliches Training absolviert und wohl auch jeglichem Alkohol entsagt. 

Aber das Geheimnis des Stahls offenbart sich nicht einfach mal so eben… oder so ähnlich kommentierte ein anderer Krieger diesen Ehrgeiz und war sich mit dem Hauptmann darüber einig, dass das alles vermutlich trotzdem nichts nützt und der eifrige Jungspund Darks Herrn trotzdem unterliegen wird, der wohl schon viele Turniere gewonnen hat. Mal sehen, ob Alter tatsächlich Jugend schlägt? Meine Herrin bezweifelte jedenfalls, dass Darks Herr sich ins Zeug legen wird, das erste Schwert von Jorts zu werden und fragte dann ausgerechnet Katy und mich, auf wen wir wetten würden. Oh je, wie sollte ich eine so schwere Entscheidung bloß treffen… und das auch noch mit rumorendem Bauch? 

Ich wand mich natürlich wie ein Aal. Zum einen, weil ich mich eigentlich sowieso nie entscheiden kann und zum anderen, weil es mir kaum möglich war, meine Sympathien dabei außen vor zu lassen. Außerdem musste ja auch noch berücksichtigt werden, wie fit die Krieger sind, wie oft ich sie bei den letzten Trainings im Staub gesehen hatte und ob sie Rücken haben oder nicht. Da ich vermutete, dass Katy auf den Hauptmann tippen würde, schwenkte ich spontan noch mal um und wählte dann den Titelverteidiger des jetzigen ersten Schwerts, sodass meine Herrin schließlich auf Darks Herrn, den Hauptmann und den Brauereikrieger setzte… in meinen Augen eine perfekte Sache, mit der eigentlich nichts mehr schief gehen kann. ;-)))

Kommentare:

  1. ich weis auf wen ich alles setzen würde was ich habe *lacht* aber da ich nix habe... bleibt mir nichts anderes übrig, als den Sieger des Turniers anschliessend in den Fellen ausgiebig zu verwöhnen und zu entspannen, wenn ich mit meinem Herrn wieder zu hause bin! *grinst breit und siegessicher*

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  2. /me sieht dein Grinsen, seufzt ausgiebig und nuschelt dann leise "du kannst dich überhaupt nicht in meine Lage versetzen... natürlich wüsste ich das an deiner Stelle auch!"

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