Montag, 17. März 2014

Heiß und kalt

Nach dem Servieren des Pagas und den sanften Berührungen dieses Kriegers dabei, wurde mir natürlich noch heißer als vorher schon. Da jedoch jederzeit damit zu rechnen war, dass eine freie Frau auf der Terrasse des Gasthauses auftauchen konnte, versuchte ich mein lichterloh brennendes Sklavenfeuer selbstverständlich einigermaßen in den Griff zu bekommen. Wahrscheinlich ist mir dieser Versuch jedoch nicht allzu perfekt gelungen, denn der Herr wünschte mich weiter dicht neben sich, sodass ich einfach nicht anders konnte, als mich eng an ihn zu schmiegen. Mit großer Freude erfuhr ich von ihm schließlich, dass er vorerst nicht vorhatte weiterzureisen und sich inzwischen ein Haus in der Unterstadt gemietet hatte, wo er noch bei irgendwelchen Umräumarbeiten meine Hilfe benötigte.

Ziemlich gespannt darauf, in welches Haus er eingezogen und vor allem wie er eingerichtet war, lief ich hinter dem Krieger her. Leider ging es jedoch nicht wie von mir erhofft in sein Haus hinein, sondern erstmal zur Rückseite. Irgendein Lieferant hatte dort ein Fass deponiert, das der Herr jedoch neben seinem Eingang wünschte. Na toll, für mich war also das Fassrollen an diesem Tag noch nicht zu Ende. Diesmal ging es allerdings nicht darum, ein leeres aus dem Kontor quer durch die ganze Oberstadt zum Haus des Haupmanns für das Gammelfleisch von Fenris zu rollen, sondern ein fürchterlich schweres musste einmal ums Haus herumgerollt werden… auch zu zweit eine sehr mühsame Angelegenheit. Wobei mir der Fassinhalt mir bis zuletzt ein großes Rätsel blieb. Puhh… als diese anstrengende Arbeit endlich geschafft war, war ich es ehrlich gesagt auch und musste mir heftig atmend den Schweiß von der Stirn wischen.

Entgegen meiner Annahme, jetzt nach Hause geschickt zu werden, wurde ich nun aber doch noch ins Haus befohlen, wo ich mich neugierig umsah und mit großem Staunen die vielen Bücher entdeckte, die überall auf und um einen großen Schreibtisch herum aufgetürmt waren. Der Herr scheint offensichtlich ähnliche Veranlagungen wie meine Herrin zu haben. Allerdings bekam ich keine Gelegenheit mehr, mich lange über seine Belesenheit zu wundern, da er mich plötzlich fest an beiden Handgelenken packte, um mich gegen die raue Wand zu drücken. Ich glaube, es erübrigt sich zu beschreiben, dass es damit natürlich erneut um mich geschehen war und es trotz des kratzigen Wandputzes an der nackten Haut meines Rückens heftig in mir zu kribbeln begann. Ich konnte einfach nicht anders, ich genoss es, dem harten Griff dieses Herrn und seinen erregenden Berührungen so ausgeliefert zu sein.

Tja, dann kam es jedoch erneut anders als von mir erhofft. Meine Lust auf mehr erhielt nämlich einen Dämpfer. Auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass der Krieger kurz davor gewesen war, meinen Verführungsbemühungen doch noch nachzugeben, vor allem nachdem ich seinen Finger auf eine sehr sinnliche Art und Weise abgelutscht und umgarnt hatte, beherrschte er sich und ließ sich nicht von mir steuern… ein Umstand, der mich natürlich noch verrückter machte. Was für ein Mann! Mit dem Hinweis, es sei spät und außerdem habe er es sich stets zur Regel gemacht, fremdes Eigentum nie ohne Genehmigung des Besitzers zu benutzen, wurde ich nun tatsächlich nach Hause geschickt, wo ich nach diesem aufwühlenden Erlebnis in einen sehr unruhigen Schlaf mit den wildesten Träumen fiel.

Da ich mich am Morgen ein wenig von meinen immer noch um den Krieger kreisenden Gedanken ablenken musste, wollte ich nun als Erstes die seit meinem unfreiwilligen Bad im Bach ausgeliehene Tunika endlich zurückbringen. Ich hatte sie natürlich inzwischen längst gewaschen und sorgfältig zusammengelegt. Leider traf ich den fürsorglichen Entleiher in seinem Haus jedoch nicht an, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als das kleine Stoffbündel auf die Stufen vor seine Tür zu legen. Da die Terrasse des Gasthauses um diese Zeit noch ausgestorben war, ich den Tunikaentleiher wie so oft natürlich beim Schwerttraining vermutete, machte ich mich auf den Weg zur Arena. Es war mir wirklich wichtig, mich noch einmal bei ihm zu bedanken. Leider lag ich mit meiner Vermutung jedoch daneben. 

Es waren der Brauereikrieger und der Hauptmann, die dort trainiert hatten und nicht der um meine Gesundheit besorgte Herr. Bei meinem Eintreffen wollten sie gerade zusammen mit der Zeugmeisterin und Lita nach Kargash aufbrechen, um vom dortigen Schmied ein Brandeisen abzuholen. Juhuuu… ich durfte mit! Meine Freude war riesig, denn ich war noch nie auf dieser Insel gewesen. Unsere bei tollem Wetter problemlos verlaufende Schiffsreise verging für mich wie im Flug, zumal ich immer wieder gerne auf dem Wasser unterwegs bin… denn ich habe es ja irgendwie mit den feuchten Elementen. Aber keine Sorge, ich bin nicht schon wieder ins Wasser gefallen. Am Schönsten fand ich übrigens das letzte Stück mit einem Segelboot, wo ich mich bei leichter Brise aufs Vordeck hocken durfte und lässig einen Fuß ins recht warme Wasser halten konnte. 


Nicht so warm oder eigentlich schon fast ein wenig frostig unterkühlt, aber dennoch nicht unfreundlich war trotz des milden Klimas dann der Empfang in Kargash, wo bis auf den Schmied und seine Gefährtin keiner der anderen Einwohner zu sehen war. Mit Erstaunen stellte ich fest, dass der Herr der langjährige Schmied aus Jorts Fähre war und erfuhr nun auch, dass er seinerzeit zwar seine Verbundenheit mit Jorts geschworen, aber offensichtlich nie einen Eid auf den Heimstein von Jorts Fähre abgelegt hatte. Kargash war anscheinend immer sein Heimstein gewesen und sollte es offensichtlich auch bleiben. Der Hauptmann versuchte seinen Freund zwar noch davon zu überzeugen, dass die neue jortssche Schmiede immer noch auf seine Rückkehr wartet und er für Jorts im Wort steht, zwar kein Krieger ist, aber immerhin eine rote Unterhose trägt, wurde von dem Schmied jedoch mit einer höflichen, aber eindeutigen Absage abgewiesen. 


Irgendwie wollte trotz des aus Jorts mitgebrachten hochprozentigen Pagas keine richtige Stimmung aufkommen. Auch wenn es zwischendurch um ein lustiges Thema ging, nämlich ob getrocknete Kaillafladen wirklich zu einem besseren Aroma von Pfeifentabak beitragen, empfand ich eine eigenartige Spannung zwischen den Freien, die mich leicht frösteln ließ. Sogar die Blicke des Schmieds, mit denen er mich musterte, waren mir entgegen meiner sonstigen Natur fast ein wenig unangenehm. Ich fühlte mich unvorteilhaft angezogen und musste mir mal wieder eine abfällige Bemerkung über meine nicht gerade dem goreanischen Schönheitsideal entsprechenden weiblichen Rundungen anhören. Nicht weiter verwunderlich also, dass ich ziemlich erleichtert war, als es endlich zurück nach Hause ging, wo mich die ausgelassene Stimmung auf der Terrasse Kargash schnell vergessen ließ.


Mist, obwohl der fürsorgliche Tunikaentleiher nun ebenfalls auftauchte, standen die Zeichen jedoch schon wieder dagegen, mich bei ihm noch einmal zu bedanken. Ein reisender Tierhändler traf ein, sodass alle Anwesenden sofort aufsprangen, um sich die zum Verkauf stehenden Tiere anzuschauen. Mir bleib daher nichts anderes übrig, als dem Herrn seinen Tee im Gewusel neben den Wagen des Händlers zu servieren… eine in meinen Augen nicht gerade geeignete Situation für einen langen hingebungsvollen Serve als Dank für eine Tunika. Leider lag ich mit dieser Einschätzung voll daneben und erntete prompt ein paar frostige Worte von dem Herrn, während er mir den Teebecher abnahm, um sogleich in Richtung eines großen Käfigs mit einem riesigen Affen zu verschwinden, um dieses Tier zum Leidwesen seiner Fastgefährtin zu kaufen.


Mit dem Erscheinen der Ärztin kippte die bis dahin lustig, ausgelassene Stimmung übrigens in frostig kalt. Sie verlangte für alle Tiere vom Händler Gesundheitszeugnisse und wollte andernfalls deren Verkauf verbieten. Obwohl der Hauptmann noch zu vermitteln versuchte, da dem Händler bei seinen früheren Besuchen weder Quarantäne- noch Gesundheitsauflagen gemacht worden waren, gab letztendlich ein Wort das andere mit dem Erfolg, dass der Affe ohne die geforderten Papiere den Besitzer wechselte. Die Grüne drohte danach wutschnaubend mit ihrem endgültigen Verlassen von Jorts Fähre und lief Richtung Hafen davon, während der Hauptmann in seinem Ärger über die Wichtigtuerei der Ärztin nach Hause stampfte… hoffentlich hat sich seine frostige Laune in den Fellen mit Lita wieder angewärmt.^^ ;-)

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