Dienstag, 25. März 2014

Katerstimmung


Der Tag danach…also nach dem Herrenabend… begann für mich mit oberallerbester Laune, da der schöne Vorabend mich innerlich immer noch ein wenig glühen ließ, auch wenn mein allergrößter Wunsch leider nicht in Erfüllung gegangen war. Aber neuer Tag, neues Glück… mal sehn, was und vielleicht wen dieser Tag noch mit sich bringen würde? Voller Elan und Tatendrang sprang ich aus den weichen Fellen meiner Herrin, die ich immer mein Eigen nenne, wenn sie nicht zu Hause ist, wurde dann aber mit der nicht so guten Nachricht eines Boten konfrontiert, dass sie noch etwas auf ihrem Landsitz bleiben wird. Na gut, daran konnte ich nichts ändern, hatte also weiterhin eine sturmfreie Bude und komme außerdem mittlerweile ja auch sehr gut alleine klar… zumindest meistens. Logischerweise reduzierte ich meine Hausarbeiten sofort auf ein absolutes Minimum und machte mich erst einmal Richtung Terrasse auf, um ein wenig unter Leute zu kommen und mich vielleicht nützlich zu machen.

Unterwegs traf ich den Sattler, der zwar das gleiche Ziel wie ich hatte, aber irgendwie grummelig ausschaute... oder täuschte ich mich da? Egal, da Ravi anscheinend noch mit seinem Auftrag für die Tarnsättel beschäftigt war, bestellte er bereits auf dem Weg einen Paga bei mir, sodass ich nach einer kurzen Begrüßung der anderen Herren auf der Terrasse des Gasthauses, übrigens immer noch gut gelaunt, gleich weiter in die Küche hüpfen konnte und gerade noch mitbekam, dass Darks Herr sagte, man müsse wohl aufpassen, dass ich nicht abhebe… keine Ahnung was er damit gemeint hatte. Wobei ich nach dem Servieren des Pagas schon wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen war, denn meine gute Stimmung erhielt einen ersten kleinen Dämpfer, weil mir nach dem Auftauchen von Ravi selbstverständlich nichts anderes übrig blieb, als den Platz neben dem Lederarbeiter schnell wieder zu räumen.

Da neben allen Herren nun eine Sklavin kniete... die Privatkajirae natürlich bei ihren Besitzern und Lita links hinter dem Tarnkrieger, der mich immer so intensiv mustert, dass ich bei dem Blick an Larlaugen denken muss… rutschte ich etwas abseits und stellte fest, dass irgendwie eine Art Katerstimmung herrschte. Alle Männer waren ziemlich schlaff und ein wenig mundfaul drauf… wobei von manchem Herrn auch sonst eigentlich nicht allzu viel kommt. Trotzdem war es wohl nicht weiter verwunderlich, dass in mir nun ein paar Gedanken aufkeimten, die den einen oder anderen Anwesenden nicht gerade mit Ruhm bekleckerten, weil er seine Zähne nicht auseinander bekam. Sooooo viel Paga war doch gar nicht geflossen! Oder etwa doch? Hatte ich das nicht mitbekommen, weil ich zu beschäftigt gewesen war? Egal, ich hielt besser meine Klappe darüber und war froh, dass niemand meine Gedanken lesen konnte.

Wahrscheinlich verweilte ich bei diesen schwierigen Überlegungen mit meinen Blicken etwas länger auf Darks Herrn, der mich deswegen prompt zur Rede stellte. Mir war nämlich jetzt erst eingefallen, dass er am Vorabend in der Taverne nicht dabei gewesen war, also eigentlich keinen dicken Kopf haben konnte. Immer noch beeindruckt von dem Erlebten, erzählte ich ihm, dass er einiges verpasst hatte und erwähnte dabei natürlich vor allem Shanis Darbietung, zumal es wegen ihres Sieges doch eigentlich auch ihr Abend gewesen war. Wobei ich mich total gefreut habe, dass wenigstens einer der Anwesenden meinen Tanz noch nicht vergessen hatte, obwohl nun ausgiebig über die Beschaffenheit der an Shanis Kragen befestigten Kette gefrotzelt wurde, nach deren Halten drei der anwesenden Männer nun immerhin behaupten können, Shani an der Kette gehabt zu haben, wenn auch nur kurz.

Leider viel zu kurz war nach meinem Empfinden übrigens auch wieder die Stippvisite von Darks Herrn, der sich wie immer sehr früh zurückzog, mir aber erlaubte, später zu ihm in die Kriegerunterkunft nachzukommen, sobald meine Dienste in der Herberge nicht mehr benötigt wurden. Wobei ich mich dazu dann schließlich aber doch nicht mehr aufraffen konnte und stattdessen früh nach Hause trödelte, auch wenn ich damit den einzigen Lichtblick an diesem Katerstimmungsabend verpasst habe. Meine ursprünglich so gute Laune hatte sich nämlich aufgelöst und mit der Erkenntnis der herrschenden Stimmung angepasst, zukünftig irgendwelche Musterungen mit Larlblicken lieber zu ignorieren, auch wenn Lita an diesem Krieger anscheinend irgendwas findet und sich erstaunlich oft in seiner Nähe aufhält… Geschmäcker sind eben verschieden! ;-)

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