Mittwoch, 30. April 2014

Haute Couture

...für ein Jagdexperiment.

Bevor der Hauptmann leider zur Spätwache aufbrechen musste, nutzte meine Herrin noch ein kurzes Zusammentreffen mit ihm am Brunnen in Sachen Informationsaustausch, bei dem die Sprache auch auf die Beleidigungen und die gestellte Vertrauensfrage am Vortag kam. Die Äußerung von ihm, dass ein grober Klotz einen groben Keil braucht und etwas auf die Nase manchmal Wunder wirkt, ließ mich hoffen, dass er bei seinen Erziehungsmaßnahmen hoffentlich weiß, was er tut und alles schafft, was ihm vorschwebt. Wobei mir sehr wohl klar ist, dass ich von rotkastigen Dingen nichts verstehe und daher bei solchen Themen selbstverständlich meine Klappe halte.

Inzwischen füllte sich die Terrasse des Gasthauses immer mehr, sodass meine Herrin die günstige Gelegenheit nutzen konnte, um sich bei der Zeugmeisterin wegen der geplanten Jagd der freien Frauen schlau zu fragen, da der Aushang inhaltlich ja wie gesagt recht übersichtlich ist. Sie bombardierte die Herrin förmlich mit ihren Ws: Was, wann, wie, wo und womit sie tun muss, um dabei sein zu können. Die Antwort der Zeugmeisterin, dass alles ganz einfach ist, ließ mich schon erleichtert aufatmen, bevor ich zeitgleich gemeinsam mit meiner Herrin dann aber doch nach Luft schnappen musste, als die Jagdplanerin weiter sprach. Meine Herrin sollte sich nämlich einfach einen Bogen schnappen, mit den anderen freien Frauen ein bisschen trainieren, was ja an sich schon nicht so ganz ohne ist… aber nun kommt's… sie sollte sich dafür am besten einen KURZEN Rock anziehen!!

Ohje, ausgerechnet meine stets auf ihren guten Ruf bedachte Herrin in einem KURZEN Rock? Eine unglaubliche Vorstellung und totale Unmöglichkeit. Ich kann zwar keine Gedanken lesen, aber ich bin mir sicher, ich lag mit meinen Vermutungen ziemlich richtig damit, was in den Köpfen der beiden anwesenden Männer gerade für Bilder entstanden. Eindeutiger hätte das plötzliche, total konzentrierte Hineingrinsen des Lederarbeiters in seinen Pagabecher und die hochgezogenen Augenbrauen des Kriegers neben mir nicht sein können, während er meine Herrin musterte. Doch die Zeugmeisterin erklärte dann, dass ihre Jagdbekleidung aus Sicherheitsgründen, also um nicht aus Versehen über einen bodenlangen Rock zu stolpern, aus einer Lederhose mit darüber getragenem immerhin KNIELANGEN Rock besteht. Nach dieser Erläuterung leuchtete mir natürlich sofort ein, wie schnell eine freie Frau sich im Gewedel ihres zeltartigen, weiten, langen Rocks bei solchen Aktivitäten in der Natur verheddern kann und dadurch womöglich sogar unsanft und schmerzhaft in der Botanik landet.

Das Bekleidungsthema war für meine Herrin mit der Zusammenfassung „Gut, also Anprobe, Nachprobe, finale Probe, Kleid gekauft“ und dem Befehl, dass ich mir alles merken sollte, jedenfalls beendet, denn meine Herrin ist eine für mich unverständlich entscheidungsfreudige Frau. Hinsichtlich der Farbe des Jagdgewands, gab es übrigens keine Empfehlung von der Zeugmeisterin. Was trägt Frau diese Saison eigentlich, Tarnfarben oder Kastenfarben, sollte Frau vielleicht doch lieber mal nach Ar reisen, um sich dort inspirieren zu lassen oder gleich zu der Schneiderin gehen, von der sich die Zeugmeisterin bereits zwei Gewänder hatte anfertigen lassen, kann jede Jagdteilnehmerin halten wie es ihr beliebt. Meine Herrin war übrigens mal wieder glücklich, auf den Kauf neuer Schuhe verzichten zu können. Ihre uralten, ziemlich klobigen, total altmodischen, um nicht zu sagen oberhässlichen, allerdings von ihr heißgeliebten Wald- und Wiesentreter sind für diesen Jagdausflug nämlich bestens geeignet.

Zuletzt mussten natürlich noch die Anforderungen an den Bogen geklärt werden, den sie sich für das Jagdexperiment nun zulegen will… wobei ich natürlich hoffe, dass es kein allzu gefährliches Experiment werden wird. Denn die Erfahrungen eines früheren Jagdausflugs meiner Herrin haben leider gezeigt, dass sie nicht nur mit ihrer scharfen Zunge, sondern auch mit einem Bogen in der Hand ziemlich gefährlich werden kann, allerdings nicht für diejenigen vor ihr, dafür umso mehr für alle außerhalb der Schussbahn. Ich werde mir also gut überlegen müssen, welcher Ort für mich der strategisch ungefährlichste ist. Tja und der Bogen? Hmm, es ist wohl angebracht, sich noch von einem Krieger beraten zu lassen. Wobei wir uns den Stock mit einem Strick dazwischen oder alternativ dem übrig gebliebenen Wollrest vom zuletzt von mir gestrickten Pullover sicherheitshalber als Notfallplan vorgemerkt haben… man weiß ja nicht, wozu ein solcher Plan womöglich noch gut sein kann.

Danach kam von dem netten Krieger neben uns noch eine Empfehlung an meine Herrin, dass sie sich zurzeit nicht allzu weit von der Stadt entfernen sollte, vor allem nicht in den Wald hinein und auch nicht zum Wasserfall, weil dort vermehrt Spuren von Fremden gefunden worden sind. Ich dachte dabei natürlich sofort an Spuren unseres Picknicks, doch der Rarius sagte es seien Abdrücke, die auf Panthermädchen schließen lassen. Er war sogar richtig besorgt um meine Herrin, die ihm voll Dankbarkeit für die Warnung aber versicherte, dass sie auch schon bei ihrem letzten Aufenthalt am Wasserfall den Geleitschutz eines Kriegers in Anspruch genommen hatte. Leider schaute sie mich danach verdächtig ernst an und verbot mir, alleine in den Wald oder zum Wasserfall zu laufen. Mist, in mir machte sich ziemliche Enttäuschung breit, denn eigentlich streife ich gerne dort herum und mir ist ja auch noch nie etwas passiert… zumindest nichts, was ich nicht in den Griff bekommen habe. Außerdem hätte ich ohne meine Streifzüge nicht den schönen Picknickplatz am Wasserfall gefunden.


Hach… ich glaube die Priesterkönige müssen wohl doch ein Einsehen mit mir gehabt haben, denn das Verbot meiner Herrin galt nicht grundsätzlich… ich durfte nur nicht ohne Begleitung eines Kriegers in den Wald oder zum Wasserfall! Vielleicht gelingt es mir ja, mal einen der Herren zu einem solchen Ausflug zu überreden… ähmm… ich wollte natürlich sagen, vielleicht darf ich ja mal einen der Krieger in den Wald oder zum Wasserfall begleiten, damit er ein Kissen zur Verfügung hat. Oder habe ich da womöglich etwas falsch verstanden, als einer der Herren meinte, dass eine Kajira wie ein Kissen sein muss… hübsch aussehen und sich den Bedürfnissen eines Herrn anpassen können. ;-)

Dienstag, 29. April 2014

Geheimniskrämerei und Misstrauen

Eigentlich fing der Tag gut an, denn meine Herrin erlaubte mir, die schönen Ohrringe zu tragen, die sie mir vor kurzem geschenkt hatte. Sie fand auch das neue Kleidungsstück recht gelungen und gut zu den bunten Ohrringen passend, erinnerte jedoch merkwürdigerweise gar nicht mehr, dass sie bis vor kurzem noch einen Unterrock aus diesem Stoff gehabt hatte. Wobei mir leider ein Missgeschick passierte, als ich ihr höflich die Haustür öffnete, weil sich das ja so gehört. Normalerweise laufe ich ja immer hinter meiner Herrin her, doch beim Türöffnen erhielt sie einen Blick auf meine knapp bis fast nicht bekleidete Hinterseite und gab leicht unwirsch von sich, dass ihr Unterrock eigentlich etwas mehr Bedeckung hätte hergeben müssen, bevor sie Richtung Unterstadt davon rauschte, um endlich in Erfahrung zu bringen, worüber ich ihr keine Auskunft geben konnte. 

Wie immer interessierten meine Herrin nämlich die neuesten Neuigkeiten, die in der Zeit passiert sind, während sie auf ihrem Landsitz war. Leider musste ich ihr gestern jedoch die meisten Antworten schuldig bleiben, was mir aber zum Glück nur eine Ermahnung einbrachte. Mein fehlendes Wissen über ein paar Details der Jagd, die die Zeugmeisterin initiiert hatte, waren dabei noch am wenigsten schlimm und auch, dass diese Unternehmung durch erneutes Lesen nicht klarer wurde, weil der Anschlag einfachnichtssagend blieb. Nein, viel schlimmer waren die Gerüchte über einen Krieg, in dem sich Jorts Fähre angeblich befindet und über den anscheinend inzwischen zwar halb Gor spricht, nur meine Herrin leider nichts Genaueres weiß.

Ich musste ihr die erhofften Erklärungen dazu nämlich schuldig bleiben, weil ich wirklich keine Ahnung davon hatte, was außer jeder Menge Geheimniskrämerei zurzeit los ist. Wie sollte ich auch an solche Informationen kommen, wenn sogar schon Freie überlegen, ob sie vielleicht auf Reisen gehen sollten, um mehr über das Geschehen in ihrer Stadt zu erfahren, weil hier nur einige wenig eingeweiht sind? Wenn meine Herrin nicht zu Hause ist, werde ich zwar gerne mit irgendwelchen Sch…arbeiten betraut oder mit Botenaufträgen fortgeschickt, doch über deren Hintergründe fehlt mir teilweise jegliches Wissen. Ich bekomme manchmal bestenfalls ein paar Gesprächsfetzen mit, weiß meistens jedoch nicht mal ansatzweise, worüber die Freien sprechen, selbst wenn sie ihre Gespräche in der Öffentlichkeit führen. Wobei ich auch zugebe, mich gelegentlich verdrückt zu haben, wenn genügend Privatkajirae anwesend waren oder von oben herab Blicke auf mich geschossen wurden, bei denen ich mich lieber in Luft auflöste.

Wenigstens war meine Herrin nicht ernsthaft sauer mit mir, denn sie weiß natürlich ebenso wie ich, dass diese Dienste für eine herrinlose Kajira ganz normal sind und eben nicht zu ändern. Es zog sie daher nicht nur wegen ihrer Honigmilch auf die Terrasse des Gasthauses, sondern zur Befriedigung ihres Wissensdurstes. Allerdings war die Zeugmeisterin nach Auskunft des Ersten Schwertes anscheinend bei ihrem neuesten männlichen „Favoriten“ auf dem Hof, sodass die Fragen zu der geplanten Jagd erst einmal vertagt werden mussten, da erstaunlicherweise der sonst alles wissende Händler… er hat nämlich überall seine Finger drin… keine Auskünfte dazu geben konnte. Die Zeugmeisterin hatte ihm offensichtlich nichts von ihren Planungen verraten. 

Ach ja, nur damit das klar ist… über die „Favoriten“ dieser Herrin werde ich mich hüten, jemals etwas laut von mir zu geben. Die brutale Drohung des vor einigen Hand vor Wut schäumenden Ersten Schwerts mich auspeitschen zu lassen, bis mir das Fleisch in Fetzen von den Knochen hängt, wenn ich es wagen sollte, den Ruf einer Freien zu schädigen, war mir noch äußerst präsent und hat mir wirklich gereicht. Insofern habe ich auch nur kurz nach Luft geschnappt und nichts weiter gesagt, als dieser kajiralose Krieger die Schuld für den Sturz einer Herrin, die offensichtlich zu viel Sulpaga gesoffen hatte, uns Sklavinnen unterschieben wollte. Wir hatten angeblich nicht richtig sauber gemacht, sodass die lallende und torkelnde Besoffene deswegen ausgerutscht ist.

Die Fragen meiner Herrin zu den Kriegsgerüchten wurden übrigens sowohl von dem Händler als auch dem Ersten Schwert beantwortet… oberflächlich und teilweise widersprüchlich, während die Schreiberin aussah, als würde sie gewaltig nachdenken. Nur worüber? Keine Ahnung, denn wer kann schon Gedanken lesen. Die Krönung der angeblichen Erklärungen war jedoch, als das Erste Schwert meiner Herrin mitteilte, dass diese Dinge nur für die rote Kaste und den Rat wichtig sind. Sie solle sich einfach an die Anordnungen des Rates halten und alles wird gut sein. Also ich fand die Nachfrage meiner Herrin „Mein lieber Herr Krieger, haltet ihr mich für geistig beschränkt? Seid ihr irgendwie der Meinung ich wäre kein vollwertiges Mitglied dieses Heimsteins?“ absolut gerechtfertigt und die Antwort des Rarius „Wenn dem so wäre… würde ich langsamer mit euch sprechen oder mit eurer Sklavin, damit sie übersetzt…“ wirklich… naja… interessant. Wobei es durchaus möglich wäre, dass für meine Herrin das letzte Wort noch nicht gesprochen wurde… aber mal abwarten.

Es war übrigens ein wirklich merkwürdiger Tag gestern. Inzwischen hatte sich nämlich noch ein weiterer Krieger dazugesellt, der mir vor einigen Tagen aufgetragen hatte, meine Herrin zu fragen, ob ich seiner neuen Sklavin ein wenig helfen konnte, sich in Jorts einzuleben und wo sie was in der Oberstadt findet. Das brachte den Händler auf die Idee, darüber zu sinnieren, wie einfach es für das Dorf mit den Kriegsgelüsten wäre, eine Kajira zum Spionieren in Jorts über einen See und Flüsse nach Kasra zu bringen, wo der Krieger sie anscheinend aufgesammelt hatte. Wie gut, dass ich DAS nicht verstehen musste. Allerdings habe ich durchaus verstanden, dass keine neuen Privatkajirae in die Oberstadt dürfen und der Krieger nach reichlich misstrauischem Hin und Her dem Händler mehrfach die Vertrauensfrage stellte, die dieser zwar zähneknirschend, aber letztendlich dann doch mit „Ja“ beantwortete.

Montag, 28. April 2014

Besitzerwechsel

Nun ist Katy also doch wieder zurück beim Hauptmann. Nachdem die drei Monde inzwischen fast sechsmal die Gegenerde umkreist haben, war meine Herrin jetzt anscheinend der Meinung, dass der richtige Zeitpunkt gekommen war. Dies war nämlich auch der Anlass für ihr Vieraugengespräch mit dem ziemlich erstaunten Hauptmann am Ende der letzten Hand gewesen… wobei ich über die Einzelheiten ihrer Besprechung natürlich immer noch nichts verlauten lassen werde. Leider habe ich Besitzerwechsel und Unterwerfung dann nicht mehr mitbekommen und weiß sowieso nicht, wie Katy die Entscheidung aufgenommen hat, kann mir aber sehr gut vorstellen, dass sie wahrscheinlich wie immer als Erstes geseufzt hat.

Jedenfalls stehen die beiden Sklavenkäfige des Hauptmanns jetzt nicht mehr leer, denn kurz nach dem Verkauf von Lita hatte er doch bereits das zweite Mädchen des Händlers an seine Kette übernommen. Mal sehen, ob der zurzeit in Jorts herrschende Besitzerwechseltrend für Kajirae noch weiter anhält. Ich bin nur gespannt, wer die Erste an der Kette des Hauptmanns werden wird, denn das betrifft mich teilweise ja auch, weil meine Herrin sehr viel Zeit auf ihrem Landsitz verbringt oder gelegentlich auch auf Reisen ist und daher vor langem schon ein mich betreffendes Abkommen mit ihm getroffen hat. Aber mal abwarten, bestimmt kann ich ihre Abwesenheit zukünftig noch etwas intensiver für Hausarbeiten nutzen, denn ich lege natürlich keinen gesteigerten Wert auf die Fußpflege eines stinkenden Sleens, für die der Hauptmann inzwischen nun wirklich genug eigene Kajirae hat.

Ja ja, ich gebe ja schon zu, dass mir gestern nach zwei Tagen Hausarbeit echt etwas die Decke auf den Kopf gefallen ist, sodass ich mich zu später Ahn dann doch noch in die Unterstadt aufgemacht habe. Natürlich hoffte ich, mich noch ein wenig nützlich machen zu können. Außerdem bietet das Gasthaus meistens die Möglichkeit, die eine oder andere mehr oder weniger interessante Neuigkeit aufzuschnappen. Merkwürdigerweise war dort jedoch niemand… lediglich am Brunnen hatten sich ein paar Freie versammelt. Darunter war auch einer der Krieger, der sich allerdings mit der Bemerkung über irgendein heikles Thema bei meinem Eintreffen gerade mit seiner neuen Kajira auf die Terrasse verzog. Tja, was nun? Eine ziemlich schwere Entscheidung… hinterher laufen, am Brunnen bleiben oder doch lieber wieder nach Hause?


Mir kam es so vor, als ob es sich bei dem heiklen Thema mal wieder um ein obergeheimes Gespräch handelte, dass das wichtigste Ratsmitglied von Jorts Fähre zu führen hatte, wobei ich mich da selbstverständlich auch getäuscht haben kann. Jedenfalls wollte ich nicht herausfordern, dass ich von wem auch immer angeschaut werde, als sei ich ein Haar in der Suppe. Und da ich keinerlei Neigung verspürte, gleich wieder zurückzulaufen, verdrückte ich mich erst einmal Richtung Terrasse, auch wenn mir durchaus klar war, dass meine Dienste dort wohl kaum erforderlich waren. Mit dieser Vermutung lag ich jedoch ziemlich falsch, denn der Krieger wünschte mich sofort neben sich und hatte tatsächlich Verwendung für eine weitere Kajira… nur gut, dass keine freie Frau mehr auftauchte.^^


Freitag, 25. April 2014

Despektierlicher Angriff auf die grüne Kaste

Irgendwie werde ich wohl nie ein Fan von Grün werden, außer in der Natur. Meine Erfahrungen in der Vergangenheit mit Grünkastigen haben auch nicht gerade dazu beigetragen, dass mir diese Farbe lieber geworden ist. Und nein, es geht nicht schon wieder um mein Veilchen, das inzwischen zum Glück am Verblassen ist, allerdings jetzt grünlich schillert. Mir begegnete gleich nach dem Verlassen des Hauses meiner Herrin am Stadttor jemand aus der Kaste dieser Farbe, nämlich die Ärztin, der ich freundlich noch einmal das gerade eben geschlossene Tor öffnete. Ich achte nämlich immer sehr darauf, die Anweisungen des Hauptmanns zum Schließen der Tore zu befolgen, auch wenn er mir das anscheinend nicht glaubt. Die Herrin war offensichtlich nicht einfach nur auf einem Spaziergang und erweckte bei mir auch nicht gerade den Eindruck, als sei sie besonders fröhlich drauf. Im Gegenteil, sie sah ziemlich angesäuert aus und war auf der Suche nach dem Hauptmann, um ihm eine eindrucksvolle Rechnung in Höhe von einem Gold- und mehreren Silbertarsk zu präsentieren.

Oh je, mir wurde sofort klar, dass diese Summe sich zu einem medizinischen Notfall entwickeln konnte, bei dem für den Hauptmann wahrscheinlich mindestens ein großer Paga angebracht war, sodass ich eilig hinter der verstimmten Ärztin hinterher sauste. Immerhin war der Gesuchte schnell gefunden. Er stand mit einigen seiner Krieger am Brunnen in der Unterstadt. Sein recht unwirsches Begrüßungsbrummen erweckte allerdings sofort den Eindruck auf mich, als sei seine Laune auch ohne die gigantische Arztrechnung schon am Boden, sodass ich gleich weiter ins Gasthaus lief, um den medizinischen Paga zu holen, während die Ärztin sich anscheinend umgehend über einen eigenmächtig durchgeführten Einbruchdiebstahl eines Kriegers in die Heilerei Luft machte, den sie als despektierlichen Angriff nicht nur auf ihre Person, sondern auf die gesamte grüne Kaste ansah... puhhh.

Der auf Ex heruntergestürzte Paga half leider nicht die miese Laune des Hauptmanns zu verbessern, was ich in diesem Fall sogar verstehen konnte. Denn Diebstahl ist ein schweres Vergehen und auch ein Rarius darf nicht einfach ein fremdes Haus betreten, um dort Sachen zu entwenden, selbst wenn die entwendeten Dinge anscheinend dafür benötigt worden waren, um einen der Krieger freizukaufen. Leider ließ die wütende Herrin jedoch keinerlei Entschuldigung gelten oder gar mildernde Umstände, wollte auch nicht weiter zur Kenntnis nehmen, dass alle Medikamente selbstverständlich bezahlt werden, sondern bezeichnete den Vorfall als Dummdreistigkeit, nach der sie jetzt bezweifelte, jemals wieder Vertrauen in die rote Kaste aufbauen zu können. Trotz diverser Beteuerungen und Vermittlungsversuchen eines anderen Rarius, ließ sich die verstimmte Grüne nicht besänftigen. 


Ein Wort gab das andere und leider achtete der rotkastige Dieb nicht auf den gut gemeinten Hinweis seines Schwertbruders, der seine Fingerspitzen aneinander rieb und dabei stumm mit den Lippen „Fingerspitzengefühl“ formte. Nein, es sah für mich fast so aus, als würde er gleich platzen, denn er baute sich wütend vor der beleidigten Ärztin auf und wiederholte, dass er sich bereits entschuldigt hatte, obwohl er seine Tat anscheinend immer noch gerechtfertigt fand, weil es um das Leben eines Bewohners von Jorts gegangen war. Gleichzeitig bezeichnete er den Aufstand der Grünen als Sleensch… und machte mehr als deutlich, dass er nicht bereit war, ihr in den Allerwertesten zu kriechen. Tja, und das war’s dann… die grün gekleidete Herrin wünschte den Kriegern noch ein ruhmreiches Leben und rauschte dann Richtung Fähre von dannen.

Danach wollte ich eigentlich nach Hause laufen, um meiner Herrin zu berichten, dass Jorts ohne Ärztin ist. Doch den Weg konnte ich mir sparen, denn meine Herrin traf jetzt am Brunnen ein und war ebenfalls auf der Suche nach dem Hauptmann. Es ging um ein Vieraugengespräch mit ihm, bei dem ich zwar dabei sein durfte, über das ich aber selbstverständlich Stillschweigen bewahren werde. 

Nun hat sie wohl einen Gefallen bei dem Hauptmann gut. ;-))

Donnerstag, 24. April 2014

Das Ende

…von zwei Fastgefährten, nämlich dem Ersten Schwert und der Schreiberin von Jorts Fähre, mit Beginn ihrer Gefährtenschaft. :-))


Lange genug gewartet hatten die beiden Herrschaften ja mittlerweile auf den Tag der Vertragsunterzeichnung ihrer Gefährtenschaft. Ständig war etwas dazwischen gekommen, vor allem die in letzter Zeit so häufigen Spätwachen des Hauptmanns, ohne den die Fastgefährten ihren Schwur nicht hatten ablegen wollen. Doch nun sollte es tatsächlich so weit sein. Auf der großen Wiese hinter dem Hof war alles für die Feier sehr festlich hergerichtet worden, nur hatte ich leider noch so viele Aufgaben zu Hause zu erledigen, dass ich den Beginn der Zeremonie verpasste und somit auch fast komplett die Rede des Hauptmanns, von der er übrigens selbst so begeistert war, dass er meinte, damit über Jorts Fähre hinaus als Redenhalter bekannt zu werden und sich eine zweite Einnahmequelle schaffen zu können. Aber dazu steht mir kein Urteil zu und vermutlich hätten sich meine Gedanken trotz seinem Redetalent wieder verselbständigt, wie sie es fast immer bei solchen Anlässen tun, doch das weiß zum Glück niemand.


Wobei es eigentlich sowieso gereicht hatte, gerade eben noch vor der Vertragsunterzeichnung aufzutauchen, um danach dann für das leibliche Wohl meiner Herrin zu sorgen, aber auch der anderen zahlreichen Gäste, bevor schließlich ausgiebig das Tanzbein geschwungen wurde. Es wurde nämlich nicht nur das üppige Büffet eröffnet, sondern auch die Tanzfläche. Nett fand ich, dass die beiden neuen Gefährten kurz nach ihrem Einführungstanz voneinander abließen, um jeweils andere Freie aufzufordern, wodurch sich die Tanzfläche schnell füllte. So kam es, dass meine Herrin plötzlich lächelnd in den starken Armen des Ersten Schwerts übers Parkett schwebte, auch wenn sie anfangs wohl eigentlich ein paar Bedenken wegen ihrer klobigen, allerdings heißgeliebten Uralttreter an ihren Füßen gehabt hatte, die sich dank der hervorragenden Führung ihres Tanzpartners dann aber sehr schnell als vollkommen unproblematisch herausstellten… zumindest verzog der Krieger keine Miene und ließ auch nichts über irgendwelche Tritte auf seinen Zehen verlauten.


Am Interessantesten fand ich übrigens, dass meine Herrin mit diesem Tanz offensichtlich so richtig auf den Geschmack gekommen war und beim nächsten allgemeinen Tanzpartnerwechsel einfach den Händler aufforderte. Ich ließ mir zwar nichts anmerken, musste innerlich aber gewaltig grinsen, weil in dem sichtlich irritierten Herrn dadurch anscheinend ein heftiger Ringkampf ausgebrochen war. Für mich sah sein ehnlanges Zögern jedenfalls so aus und ich glaube, ich lag mit meiner Vermutung ganz richtig, dass er eigentlich gerade mit seiner Kajira tanzen wollte. Wobei er sich dann aber doch nicht der Bitte meiner Herrin widersetzte. In meinen Augen wäre andernfalls auch ein ganz gewaltiger Zacken aus seiner Krone gebrochen, wenn er seiner Sklavin den Vorzug gegeben hätte, obwohl… es ist ja allgemein bekannt, wie sehr er an ihr hängt. Übrigens gab es natürlich auch wieder ein paar Stimmen, die nun eine weitere, sich anbahnende Gefährtenschaft vermuteten, doch bin ich mir sehr sicher, dass diese Stimmen ziemlich falsch lagen.

Leider überhörte ich die tolle Chance, mit dem ersten Schwert zu tanzen, weil ich seine Aufforderung in dem lauten Stimmengewirr bedauerlicherweise nicht mitbekommen hatte. Dafür war es wirklich lustig, wie schnell der Hauptmann beim Tanzen mit der Schreiberin ins Schwitzen kam und deswegen irgendetwas brummte, das so klang, als ob alle Gäste Gefahr liefen zu erblinden, wenn er sich nicht seines Oberteils entledigte… oder wie war das noch? Egal, ich rechnete damit eh nicht. Naja, sich ständig darauf zu konzentrieren, der Gefährtin eines anderen nicht auf die Füße zu treten, der außerdem als gelegentlicher Hitzkopf bekannt ist, das kann wohl durchaus zu erhöhter Schweißbildung führen. Deutlich mitbekommen habe ich allerdings, dass der Hauptmann nach einer Sklavin rief, mit der er nun tanzen wollte. In dem Wissen, dass sein Tanzinteresse natürlich Katy galt, auch wenn er ihren Namen nicht nannte, schob ich sie schnell in seine Richtung und tönte kess herum, ich würde erst mit dem Hauptmann tanzen, wenn er nackt ist… also sein Oberkörper. Ok, war dumm von mir gewesen, denn er zog nun tatsächlich sein Hemd aus, tanzte aber leider inzwischen mit einer anderen und meinte auch noch, ich hätte mich nicht getraut. 


Pahh, aber leider nicht mehr zu ändern. Ich widmete darauf meine Aufmerksamkeit einem Krieger, der sich übrigens strikt weigerte, das Tanzbein zu schwingen… zumindest in dieser Form. Wobei ich gestehen muss, die alternativen „Tanzmöglichkeiten“, die er mir leise ins Ohr flüsterte, hatten durchaus etwas und brachten meine Fantasien ganz schön in Wallungen, waren allerdings nicht herrinnentauglich. Ich bin mir nicht sicher, ob der nicht tanzende Krieger an diesem Abend eine schwache Blase hatte, jedenfalls verschwand er zwischendurch mehrfach kurz ins Gebüsch, sodass meine Blicke immer wieder fast automatisch zum Haus eines anderen Herrn schweiften, an den ich wohl irgendwie mein Herz verloren habe, der aber seit einiger Zeit leider schon auf Reisen ist. Vielleicht ahnte meine Herrin, welche sehnsüchtigen Gedanken mich beschäftigten und dass es mir vor allem nicht leicht gefallen war, auf den Tanz mit dem Hauptmann zu verzichten, denn sie rief mich plötzlich zu sich, drückte mir einen zarten Kuss auf die Stirn und nahm mich liebevoll in die Arme, um sich nun mit mir sanft zur Musik zu wiegen… ein unbeschreiblich schönes Gefühl. 

Tja, und dann durfte ich mich schließlich doch noch eine Weile in die starken Hauptmannarme schmiegen und meinen Kopf an seine Schulter legen. Meine Herrin zog es nämlich nach Hause, weil sie noch etwas zu erledigen hatte. Ich war ihr wirklich dankbar dafür, dass sie mir erlaubte, noch eine halbe Ahn zu bleiben, denn es war wirklich toll und vor allem extrem selten, dem Hauptmann ausnahmsweise mal so nahe sein zu dürfen und sich an seinen nackten Oberkörper zu drücken. Leider verstrich nur die Zeit wie im Flug. Kaum hatte ich mich bedauernd von dem Herrn gelöst und mich noch schnell bei ihm für den schönen Tanz bedankt, da geschah es… ich drehte mich um und rannte gegen IHN, meinen so sehnsüchtig herbeigewünschten geheimen Schwarm! Allerdings nahm er mich kaum wahr, da er etwas Wichtiges mit dem Hauptmann zu besprechen hatte. Doch was wollte ich mehr, Hauptsache er war gesund zurück und es ging ihm gut… außerdem fehlten mir vor lauter Freude sowieso die Worte. 

Ich war mir zwar sicher, dass die von meiner Herrin zugestandene Frist bis ich zu Hause auftauchen musste, inzwischen bereits überschritten war, trotzdem himmelte ich den Krieger noch eine kleine Weile stumm an, bevor mir dann nichts anderes übrig blieb, als mich leise auf den Heimweg zu machen, denn ich musste meiner Herrin doch noch ein paar Erklärungen geben, warum und wie ich zu meinem blauen Auge gekommen war.

Dienstag, 22. April 2014

Was eine Kajira alles nicht zu interessieren hat

Oh je, wie sah ich nur aus… einfach oberschrecklich! Sämtliche Kühlversuche waren offensichtlich vergeblich gewesen, denn um mein rechtes Auge herum hatte sich inzwischen eine dunkle Färbung entwickelt... ein grässliches Veilchen. Am Liebsten wäre mir ja, ich könnte mich solange verkriechen, bis diese hässliche Entstellung wieder verschwunden ist. Doch sowas ist mit Sicherheit nicht im Sinne meiner Herrin und außerdem hatte ich noch etwas sehr Wichtiges zu erledigen. Ich wollte mich nämlich noch einmal bei der freundlichen Schreiberin bedanken und mich entschuldigen, hatte mir auch schon überlegt, womit ich ihr vielleicht eine kleine Freude machen konnte.


Auf einem meiner Streifzüge durch den Wald war mir vor kurzem eine Stelle mit wunderschön blühenden wilden Iris aufgefallen. Einige dieser hübschen blauen Blumen hatte ich inzwischen ausgegraben und in einen kleinen Topf gepflanzt, um sie der Herrin als kleines Dankeschön zu bringen, weil sie sich so für mich eingesetzt hatte, obwohl ich doch nur eine Kajira bin. Gesagt getan, schnell noch meine Hände und Fingernägel gründlich gereinigt, denn es reichte ja schon, dass mein Auge so dreckig aussah, dann machte ich mich auf den Weg zum Haus der Herrin. Leider öffnete mir jedoch niemand. Außer einem mir ziemlich bekannt vorkommenden Brummen war nichts zu hören. Es kam wie nicht anders zu erwarten, natürlich nicht von der Schreiberin, sondern tatsächlich vom Hauptmann… denn so wie er brummt sonst nämlich niemand in Jorts.


Wobei er an diesem Tag ein sehr spezielles Brummen von sich gegeben hat, das sehr böse Vorahnungen in mir aufkeimen ließ, sodass ich mich beeilte, den kleinen Blumentopf vor der Tür der Herrin abzustellen und mich unter dem Geländer hindurch auf dem kürzesten Weg zu ihm zu bewegen. Leider wurden meine Befürchtungen umgehend bestätigt… der Herr hatte echt oberschlechte Laune, für die ich ihm offensichtlich wie gerufen kam. Dina hast du den Aushang nicht gelesen, Dina sag dem Händler, dass ich mit ihm reden will, Dina geh mal zum Tor, Dina bring den Herrn zurück zum Gasthaus und, und, und… er hielt mich dermaßen auf Trab, dass es mir bis zum Schlafengehen nicht wirklich, nein, eigentlich überhaupt nicht gelang herauszufinden, was die Ursache für seine obermiese Laune war und vor allem, was überhaupt los war in Jorts.


Immerhin war er so mit seiner grässlichen Laune beschäftigt, dass ihm zu meiner großen Erleichterung mein blaues Auge überhaupt nicht auffiel und ich dazu keine Erklärungen abliefern musste. Wobei ich natürlich auch stets um eine leicht geneigte Kopfhaltung bemüht war, sodass meine langen Haare die Blessur ganz gut verdeckten. Außerdem warum sollte er sich plötzlich für mein Aussehen interessieren? Viel wichtiger war für ihn natürlich, vom Händler zu erfahren, ob er womöglich eine Ratssitzung verpasst hatte, da ihm zuvor wohl die über einen Ratsbeschluss offensichtlich sehr wütende Zeugmeisterin einen Besuch abgestattet hatte und wegen einer angeblich geplanten Folterung und Pfählung inzwischen in einen Streik getreten war.

Mist, ausgerechnet in diesem Moment klangen laute Rufe vom Tor herüber, sodass mich der Hauptmann gleich wieder fortschickte, kaum dass es mir gelungen war, den Händler endlich zu finden, weil ich nur sein Kontor kannte, aber nicht den Eingang zu seinen Privaträumen. Wobei er eigentlich mich fand, denn er rannte mich fast über den Haufen, nachdem mir endlich klar geworden war, an welcher Tür ich klopfen musste. Wie gesagt, mir wurde nicht langweilig, denn nun durfte ich einen fremden Schmied am Stadttor abholen, bekam daher aber nicht mit, was es mit dem Streik der Herrin auf sich hatte, denn natürlich dauerte es eine Weile, bis ich mit dem fremden Besucher zurück war. Tja, und wie ich schon sagte, ich blieb in Bewegung. Kaum beim Hauptmann eingetroffen, wurde ich geschickt, um dem Schmied im Gasthaus ein Getränk zu servieren, was ich selbstverständlich sehr gerne tat.


Leider ging es mit meinen Botendiensten für den Hauptmann weiter, kaum dass er sich irgendwann dazugesellt hatte… übrigens immer noch schlecht gelaunt brummend, um die bei dem Schmied bestellte Lieferung nun endlich auf der Terrasse in Empfang zu nehmen. Meinen gut gemeinten Wunsch beim Servieren seines Pagas hätte ich mir jedenfalls sparen können, da von irgendeiner Besänftigung oder sogar Besserung der Laune des Hauptmanns keine Spur zu bemerken war. Wenigstens schien er mit den drei in Kästchen verpackten Sklavenkragen und ihrer Gravur zufrieden zu sein, obwohl sich mir nicht erschloss, was er mit den Kragen ohne Schlüssel will… aber egal, eine Kajira hat das ja auch nicht zu interessieren.

Übrigens vergaß ich zwischendurch leider, meinen Kopf geneigt zu halten, sodass ich peinlicherweise von dem Sattler und der Schreiberin doch noch auf die Verfärbungen um mein rechtes Auge herum angesprochen wurde. Aber ich glaube, mir ist meine Erklärung dazu nichtssagend genug gelungen und ich habe nicht schon wieder ein Versprechen gebrochen. Zumindest war ich sehr erleichtert darüber, dass der Lederarbeiter das Thema auf sich beruhen ließ, nachdem er mir noch die supertollen Farben geschildert hatte, die mein Auge in den nächsten Tagen wohl noch schmücken werden. Besonders ließen mich jedoch die geflüsterten Worte der Herrin aufatmen und dass sie sich über den kleinen Blumentopf anscheinend tatsächlich gefreut hatte.

Tja, und sonst? Ich fand jedenfalls nicht mehr heraus, welcher Virus in Jorts und ganz besonders in der roten Kaste herumgeistert… weder was es nun mit dem Pfählen und Foltern bzw. dem Streik der Zeugmeisterin auf sich hat, noch warum ein Amt niedergelegt wurde, Schwerter zum Stecken verdonnert worden sind und irgendein mir unbekannter Musiker angeblich besser angesehen wird, als einheimische Rotkastige… alles Dinge, die eine Dina selbstverständlich auch nicht zu interessieren haben, über die der Sattler dafür aber umso mehr ins Grübeln kam. Da anscheinend alle außer ihm über alles Bescheid wissen, überlegt er nun wohl auf Reisen zu gehen, um so vielleicht an ein paar Informationen über seine Stadt zu gelangen. ;-))

Montag, 21. April 2014

Zwischen den Fronten

...fast Fischfutter, dann aber doch so gerade eben noch davon gekommen.

Meine Herrin war bereits auf ihrem Landsitz, als ich ihr Haus verließ, um meinen neuesten Tunikafummel ein wenig spazieren zu tragen, den ich mir aus einem alten, ausrangierten Unterrock von ihr genäht hatte. Genau, diesmal hatte ich keinen Stoff aus dem Vosk gefischt, denn meine Herrin hatte mir doch nach meinem letzten unfreiwilligen Bad vor einiger Zeit im Hafenbecken jegliche Nähe zu Flusswasser verboten. Wobei ich öffentlich natürlich nichts darüber verlauten lassen werde, woher mein neuestes, hauchdünnes Etwas stammt, denn das geht natürlich niemanden etwas an.


Da von dem Bewohnern der Oberstadt niemand zu sehen war und daher nicht fragen konnte, wo Litas neuer Herr wohnt, trödelte ich schließlich zum Stadttor hinaus. Ich fand es war an der Zeit, mich war mal wieder um den freundlichen Brauereikrieger zu kümmern, der ja gelegentlich meine Hilfe bei seinen Schätzchen, den Brauereikesseln benötigt oder weil er Rücken hat. Aber vielleicht war er auch gar nicht zu Hause, sondern auf Wache? Doch ich hatte Glück, er stand sogar vor seiner Haustür und war offensichtlich nicht unerfreut über mein Auftauchen... im Gegenteil. 


Freundlich lud er mich ein, mir seine Mühlenbrauerei anzuschauen, die ich nach dem Inferno ja noch nie betreten hatte und erkundigte sich nebenbei, ob ich etwas über den Verbleib der Likörhändlerin wusste. Doch darüber war mir nur bekannt, dass die Herrin vor einiger Zeit weggezogen war, über die näheren Umstände für diesen Entschluss konnte ich keine Auskunft geben. Nach meinem Geschmack nahte übrigens viel zu schnell der Zeitpunkt, an dem der Krieger zu seiner Wache aufbrechen musste, denn es blieb mir nach dem Servieren seines Ales leider nicht allzu viel Zeit mehr, um ihn noch ein wenig zu erfreuen, bis sein Dienst mich schließlich Richtung Gasthaus aufbrechen ließ.

Die Terrasse war wie immer sehr gut besucht und genügend Kajirae waren eigentlich auch da, um für das Wohl der Freien zu sorgen. Trotzdem verdrückte ich mich nicht gleich wieder. Wer weiß, vielleicht war ja Bedarf an einer weiteren Sklavin? Mist, hätte ich geahnt, was noch auf mich zukommen würde, wäre ich bestimmt tief geduckt im Schutz der Terrassenmauer vorbei geschlichen, um unbeschädigt nach Hause zu kommen. Leider besitze ich jedoch keinerlei hellseherische Fähigkeiten.

Gleich nach meinem Auftauchen wurde ich von Litas Herrn erst einmal angeranzt, dass er niemanden hinter sich mag und von ihm damit unmissverständlich neben seine Kajira zitiert. Doch das war natürlich legitim und sowieso nicht weiter schlimm, da ich nun Litas neue, superschöne Tanzseiden aus der Nähe bewundern und ein wenig mit ihr flüstern konnte. Nebenbei beobachtete ich interessiert das Kommen und Gehen der Freien, denn die Schreiberin zog sich kurz nach ihrem Erscheinen mit einem der Krieger für ein Vieraugengespräch über irgendwelche Geister in ihrem Kopf zurück. 

Wohlerzogen hüllte ich mich erst einmal in Schweigen, bis Litas Herr mal wieder aufs Tanzen und Baden zu sprechen kam. Natürlich ging es auch erneut um ein größeres Badehaus, damit er genug Platz hat, um sich dort von zwei Kajirae verwöhnen zu lassen. „Ja, ja Herr, wie du meinst…“ dachte ich zum Glück aber nur. Durch eine Rückfrage des Lederarbeiters, der seine Ravina gerade an einen der Krieger ausgeliehen hatte, wurde übrigens deutlich, wie großzügig Litas Herr es auslegt, wenn er über das fremdes Eigentum verfügen möchte, gleichzeitig aber klipp und klar ablehnt, seinen eigenen Besitz zur Verfügung zu stellen. 

Zu diesem Zeitpunkt war mir übrigens noch nicht klar, dass dieser Krieger auch nicht vor einer Beschädigung fremden Eigentums zurückschrecken würde. Genau, bei dem Fremdeigentum handelte es sich leider um mich, wobei ich natürlich mal wieder selbst Schuld hatte. Warum habe ich mich nicht einfach verdrückt, nachdem sich die Terrasse geleert hatte? Warum musste ich die auf mich nach ihrem Vieraugengespräch äußerst geschafft wirkende, nette Schreiberin auch nach ihrem Befinden fragen? Vor allem, warum habe ich dann ausgerechnet auch noch den Brief erwähnt, von dem ich vor einigen Hand die erste Zeile noch mitbekommen hatte, bevor ich die Tür der Schreibstube von außen schloss, denn das Diktat dieses Liebesbriefs ist inzwischen wirklich eine ganze Weile her!

Leider weckte ich mit meiner unbedachten Äußerung ganz gewaltig das Interesse von Litas Herrn für diesen Brief, im wahrsten Sinne des Wortes, denn er scheute nicht davor zurück, mit äußerst harten Methoden seine Neugier zu befriedigen und mir zu verdeutlichen, wie gefährlich es für mich werden kann, nur die halbe Wahrheit zu sagen. Die Herrin versuchte dem Krieger zwar noch klar zu machen, dass ihre Kastenehre es ihr verbietet, über besagtes Schreiben etwas verlauten zu lassen und nahm mich gleichzeitig in Schutz, weil ich nur meiner Pflicht nachkam, Stillschweigen zu bewahren. Es ging inzwischen nämlich nicht mehr um das Schreiben, sondern mittlerweile vor allem um den Lauscher an der Schreibstubentür, dessen Name Litas Herr von mir verlangte. 


Alles Winden und um den heißen Brei herum reden nützte mir jedenfalls nichts. Letztendlich hielt ich den ziehenden Schmerz auf meiner Kopfhaut kaum mehr aus, der mir die Tränen in die Augen schießen ließ. Zusätzlich drückte mich der Rarius mit äußerst heftigem Zug an meinen Haaren zu Boden, sodass ich in meiner inzwischen kaum mehr beherrschbaren Panik mein Versprechen brach und Auskunft gab, wer an der Tür der Schreibstube gelauscht hatte. Wobei ich seinen Namen weiterhin nicht preisgab mit dem Erfolg, dass dem Krieger meine Worte immer noch zu vage waren. Obwohl die Schreiberin nach meiner Umschreibung den Namen des Lauschers inzwischen selbst genannt hatte, pochte er weiter darauf, zusätzlich auch von mir den Namen seines Kastenbruders genannt zu bekommen, indem er erneut meinen Kopf ziemlich grob und schmerzhaft traktierte. 

Gleichzeitig erboste sich die Herrin nun ungehalten über das Fehlverhalten der Wachposten, die den Lauschangriff ihres Fastgefährten nicht verhindert hatten und betonte, dass mich keine Schuld traf. Mist, Mist, Mist, warum konnte ich nun nicht einfach gehen? Nein, obwohl die Herrin mir inzwischen sogar für meine Aufklärung gedankt hatte, konnte ich dumme Nuss nicht umhin, die angeblich nutzlosen, mir gegenüber jedoch immer sehr freundlichen Wachen in Schutz zu nehmen und reimte mir auch sofort zusammen, dass die von der Herrin erwähnte Eifersucht ihres Fastgefährten, wohl die Ursache für einen kräftigen Schlag in den Magen des Liebesbriefdiktierers gewesen war, falls ich da nichts falsch verstanden hatte, denn ich war ja nicht dabei gewesen. Dummerweise sprach ich diesen Gedanken laut aus.

Mit den Worten "Wer bekam was von wem in den Magen?" verbot der Krieger mir nicht nur, mich zu entfernen, sondern griff gleichzeitig an sein Messer und drohte mir, mich zu Fischfutter im Vosk zu machen, wenn er nicht umgehend erfährt, von welchen beiden Personen ich gesprochen hatte. Mir blieb nichts anderes übrig, als zu stammeln, dass meine Herrin mir jeglichen Kontakt mit dem Voskwasser verboten hatte und vor Angst zitternd schließlich zu wiederholen, dass es sich dabei immer noch um den Liebesbriefdiktierer und den Fastgefährten der Herrin gedreht hatte. Die Schreiberin gab nun sehr verärgert ihr Unverständnis darüber von sich, dass der Rarius mit seiner Todesdrohung einen Namen aus mir herauspressen wollte, obwohl sie mir zuvor gerade dies erst verboten hatte, konnte jedoch leider nicht verhindern, dass der wütende Krieger mir erneut links und rechts grob ins Gesicht schlug und mich dann Richtung Vosk zog.

Dank der Herrin hielt er jedoch dann noch einmal inne. Weil es in meinen Ohren gewaltig rauschte und ich nach den letzten harten Schlägen darum kämpfte, nicht ohnmächtig zu werden, bekam ich nicht mehr wirklich mit, was der Rarius noch Merkwürdiges von sich gab über irgendeinen Krieg, in dem Jorts sich befindet und dass Intrigen stets einen Hintergrund haben. Erst die deutlichen Worte der Herrin, mit denen sie meinen Peiniger aufforderte, mich endlich loszulassen, drangen wieder zu mir durch und dass ich wie aus einem Munde zusammen mit ihr plötzlich doch die Namen der beiden Kontrahenten nannte. 

Von heftigem Weinen geschüttelt registrierte ich dankbar, wie sich die nette Schreiberin nun schützend zwischen mir und dem immer noch vor Wut schäumenden Herrn aufbaute und mir tröstend über meinen malträtierten Kopf strich. Mit den Worten "Kleines, ich bin sehr stolz auf dich, weil du bis zur letzten Ihn dein Leben in Gefahr gebracht hast, um Freie zu schützen" erlaubte sie mir, endlich nach Hause zu laufen, wo ich mir in der Hoffnung, ein blaues Auge vielleicht doch noch verhindern zu können, schnell ein mit kaltem Wasser befeuchtetes Tuch auf die Schläfe drückte.

Freitag, 18. April 2014

Mitte der Hand in Jorts

...diesmal mit ein paar zusätzlichen Strichen ;-)

Krieger nach dem Waffentraining
Speis und Trank für wegtrainierte Lebensgeister

oder doch eine rotseidene Kajira?

Donnerstag, 17. April 2014

Nur ein Spiel

                                                                             Dina Runo

Mittwoch, 16. April 2014

Immer wieder…

Nein, meine Ohren sind immer noch, sowieso und überhaupt gesund, vollkommen in Ordnung und sauber sind sie auch, denn ich wasche sie regelmäßig! Ich weiß wirklich nicht, warum manche Herrschaften ständig etwas an meinem Gehör zu mäkeln haben, denn ich höre ganz ausgezeichnet und zwar nicht nur das, was ich hören will. 


Ich hörte jedenfalls sehr gut, dass der Hauptmann in der Mehrzahl, nämlich von Kajirae sprach, die sich um die Fußpflege von Fenris kümmern sollten. Logischerweise veranlasste mich dies natürlich sofort, mich leise bei meiner Kettenschwester zu erkundigen, wie viele Sklavinnen er denn inzwischen hat. Da ich die letzten beiden Tage auf den Feldern arbeiten musste, hätte ja durchaus sein können, dass ich mal wieder etwas nicht mitbekommen hatte. Doch dem war nicht so. Es stellte sich lediglich heraus, dass es wohl eine angebliche Schwemme von weiteren Reisekajirae gegeben haben soll, die aber offensichtlich schon weiter geschwommen waren und daher nicht für die Krallenpflege von Fenris eingesetzt werden konnten. 


Ein Zuwachs an der Kette des Hauptmanns war jedenfalls noch nicht zu verzeichnen. Er meinte bei den Pflegeüberlegungen für seinen Sleen also leider nicht nur seine eigene Sklavin, sondern bezog in seiner ganzen Großzügigkeit, die er besonders bei fiesen Aufträgen immer wieder so gerne an den Tag legt, meine Kettenschwester und mich offensichtlich mit ein. Pahhh, ich bin mir sicher, dass seine Kajira das Geschnippsel an den Füßen von Fenris ohne Probleme alleine schaffen kann, zumal er meinen Vorschlag, ein Betäubungsmittel ins Essen des gefährlichen Viechs zu mischen, doch für gut befunden hatte. Warum es in der seitdem reichlich verstrichenen Zeit immer noch nicht gelungen ist, endlich ein solches Medikament von der Ärztin zu besorgen und warum wegen der Dosierung nun noch ein Tierarzt konsultiert werden muss, fand ich äußerst irritierend, habe mir weitere Kommentare dazu aber lieber verkniffen. 


Wenn das Gewicht von Fenris Pi mal Daumen ungefähr zwei Kriegern entspricht, müsste doch einfach die doppelte bis dreifache Menge an Betäubungsmittel wie die für einen großen kräftigen Rarius im Futter des Sleens ausreichen, um ihn tief einpennen zu lassen. Aber gut, ich bin ja keine Ärztin, sondern nur eine einfache Kajira, die Vieles wohl zu braunäugig und einfach sieht und die dann leider einen Befehl überhört, auch wenn ihre Ohren total in Ordnung sind. Zum Glück wurde mir mein Fehler aber schnell verziehen.

Freitag, 11. April 2014

Herzklopfen

Irgendwie hatte ich gestern verschlafen, was eigentlich sogar verständlich war, weil ich gerade sowas Schönes geträumt hatte. Doch plötzlich registrierte ich, dass das vertraute, manchmal recht herzhafte Schnarchen meiner Herrin fehlte, sodass ich erschrocken meine Augen aufschlug. Ohje, meine Herrin war verschwunden... war sie bereits im Gasthaus und wartete womöglich auf ihre Honigmilch? Hoffentlich kümmerte sich Katy bereits um sie! Eilig streifte ich mir die erstbeste Tunika über, ohne darauf zu achten welche es überhaupt war und sauste nach draußen. Ich nahm natürlich den kürzesten Weg in die Unterstadt, d.h. erneut das große Stadttor, das zurzeit ja eigentlich geschlossen ist. Dankenswerterweise hatten die beiden Wachen jedoch Mitleid mit mir und meiner Eile und öffneten es daher ganz kurz soweit, dass ich mich schnell unterdurch schlängeln konnte, denn ihr Hauptmann war glücklicherweise nirgends zu sehen. Mal sehen, wie ich mich für dieses Entgegenkommen bei ihnen bedanken kann.

Tja, kaum spricht man vom Hauptmann, taucht er auch schon auf. Ich traf ihn nämlich am kleinen Hafenbrunnen im Gespräch mit dem Tarnkrieger und einem Krieger aus Enkara. Eigentlich perfekt dachte ich und fragte die Herren dann auch gleich, ob sie vielleicht meine Herrin gesehen hatten. Hmm..so richtig auskunftsfreudig waren die Rarii irgendwie nicht, da sie sich gerade über irgendwelche dicken Dinger von Kajirae unterhielten, die jedoch nicht zu dick sein dürfen, damit sie niemanden erschlagen… oder so. Ich gestehe, ich hatte keinen Schimmer worum es da gerade ging, tauchte angeblich jedoch wie gerufen auf. Während ich ratlos grübelte, was an mir dick sein soll, zumal ich von einem Herrn manchmal sogar Stöckchen genannt werde, wurde mir immerhin mitgeteilt, dass die Herren es in Erwägung ziehen könnten, über den Verbleib meiner Besitzerin nachzudenken. Na toll… ich fühlte mich bei dieser super Entscheidung zwar sehr geehrt und wusste die Überlegungen jetzt wenigstens in guten Köpfen, doch so wirklich geholfen war mir damit immer noch nicht.

Einzig der Krieger aus Enkara schien Mitleid mit mir zu haben und gab mir den Tipp mal zum Leuchtturm zu schauen. Mist, bei dem Menschengedrängel dort drüben fiel es mir schlagartig wie Schuppen von den Augen… wie konnte ich das vergessen haben! Für heute war doch eine Vorstellung der Sängerin angekündigt worden. Ohje, das bedeutete eine Fährüberfahrt über den Vosk. Leider fiel mir aber auch siedendheiß ein, dass ich total vergessen hatte für meine Herrin ein Ersatzkleid herauszulegen. Dummer weise muss ich über meine Befürchtungen mal wieder zu laut gedacht haben, denn die Herren meinten doch tatsächlich, meine Herrin wäre nicht seefest und braucht bei Fährüberfahrten Ersatzkleidung, weil sie sich beim Rückwärtsessen mit ihrer letzten Mahlzeit bekleckert. Zum Glück konnte ich jedoch schnell klarstellen, dass sie lediglich den Hang hat, zwischen Schiff und Kai zu fallen und dabei entsprechend nass zu werden, sodass sie sich umziehen muss. Die erforderliche Technik zum über Bord Reihern beim Fischefüttern an der Lee-Reling beherrscht sie selbstverständlich, muss aus diesem Grunde also kein Ersatzkleid auf Reisen dabei haben… im Gegensatz zu den Männern!

Doch um noch einmal zurückzulaufen war die Zeit inzwischen jedenfalls zu knapp geworden. Katy hatte übrigens auch verschlafen und tauchte plötzlich mit leicht verpenntem Gesichtsausdruck neben mir auf… aber auch noch ein weiterer Herr. Es war der Krieger mit den zwei Schwertern, an den ich immer so viel denken muss, den ich aber eigentlich irgendwo weit weg auf einer seiner Handelsreisen wähnte. Ich glaube, es erübrigt sich weiter zu beschreiben, dass mein Kajiraherz vor Freude fast aussetzte und ich deswegen auch nur ein kurzes „bis später die Herren“ herausbrachte, nachdem der Hauptmann mir befohlen hatte, diesem tollen Herrn zum Leuchtturmkonzert zu folgen… ich tat nichts lieber als das! Innerlich lichterloh in Flammen stehend lief ich eilig hinter ihm her. Mir war schlagartig so heiß geworden, dass ich nicht umhin kam, meine vor Glück geröteten Wangen auf der Fähre im Fahrtwind ein wenig zu kühlen, denn ich befürchtete schon, dass die Fähre Brandstellen bekommen könnte, wenn ich mein Glühen nicht in den  Griff bekam. Allerdings war dieser Versuch bei dem Blick, den mein geheimer Schwarm mir zuwarf, dann doch vergebliche Mühe… ich schmolz einfach dahin, wobei die Fähre dann erstaunlicherweise doch nicht in Flammen aufging und der Vosk auch immer noch Wasser führt.

Tja, leider spielte mir der Fährmann einen kleinen Streich bei unserer Ankunft am Leuchtturm, denn kaum hatte der Krieger die Fähre verlassen, legte er verschmitzt grinsend auch schon wieder ab und freute sich offensichtlich sehr, über die giftig funkelnden Blicke, mit denen Ravi, Katy und ich ihn bedachten, weil wir es nicht mehr geschafft hatten, an Land zu springen. Aber gut, ich hatte so schrecklich viele Tage auf die Rückkehr dieses Herrn gewartet, nun würde ich die letzten Ehn auch noch überstehen… was ich auch tatsächlich schaffte, auch wenn mir diese Extrafährtour natürlich viel zu lange dauerte! Obwohl ich am Liebsten natürlich sofort zu dem Rarius gelaufen wäre, musste ich außerdem noch ein paar weitere Ehn auf seine Nähe verzichten. Es war selbstverständlich erst einmal vorrangig, meine Herrin zu begrüßen und ob sie vielleicht meine Dienste benötigte. Ich bin mir übrigens sicher, sie durchschaute sofort, wie es um mich bestellt war und dass ich eh keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte, so aufgewühlt wie ich war. Natürlich hatte sie den Krieger, für den mein Herz seit einiger Zeit so wild klopft, ebenfalls entdeckt und schickte mich lächelnd zu ihm. 

Tja und dann muss ich wohl alles um mich herum vergessen haben, denn ich hörte den Gesang der Sängerin und die begeisterten Rufe der Zuhörer nur noch wie durch Watte, da alle meine Sinne auf den Mann gerichtet waren, neben dem ich mit wildem Herzklopfen ganz dicht knien und mich anschmiegen durfte, während seine Hände mich unendlich sanft berührten… wegen der anwesenden Herrinnen natürlich nur ganz gesittet! 

Trotzdem bekam ich fast nicht mit, dass das Konzert irgendwann zu Ende war, meine Herrin sich verabschiedete, mir aber erlaubte noch zu bleiben......... 

Was für ein unbeschreiblich schöner Abend! :-)))))

Donnerstag, 10. April 2014

Wieder etwas gelernt

Meine Herrin hatte mal wieder reichlich Kastenarbeit zu erledigen und zum Kriegertraining zieht es sie außerdem ja sowieso eher nicht, sodass ich mich mal wieder alleine aufmachte, nachdem ich mit meinen Arbeiten fertig war. Wobei ich gestehen muss, dass ich an diesem Tag ebenfalls keine sonderlich große Lust hatte, vor die Tür zu gehen. Aber egal, vielleicht konnte ich mich irgendwo nützlich machen und ein wenig mit Dark tratschen, die ich ja leider immer nur Mitte der Hand beim Waffentraining der Krieger sehe. Merkwürdigerweise war sie jedoch die einzige Zuschauerin auf der großen Wiese hinter dem Hof. Alle anderen Kajirae waren offensichtlich noch anderweitig beschäftigt oder mit ihren Besitzern wo auch immer unterwegs… genauso wie leider auch der Krieger mit den zwei Schwertern. Ich hoffe, dass die Priesterkönige ihre schützenden Hände auf seinen Reisen über ihn halten und das Licht der drei Monde ihm stets einen sicheren Weg zeigt, der ab und an vielleicht ja doch noch mal nach Jorts führt?

Gestern schaute übrigens ein Fremder dem Waffentraining zu, der von weit her kam… anscheinend aus einer Oase der Tahari. Aufgrund seiner Kleidung erinnerte er mich besonders an einen meiner früheren Herren. Da Dark bereits mit ihm in ein Gespräch verwickelt war und es mir natürlich nicht zustand mich dazwischen zu stecken, hüllte ich mich nach meinem Gruß weitestgehend in Schweigen und hörte einfach nur zu. Ich genoss es, Dark zu beobachten, wie sie diesen Herrn in der ihr typischen Art bezirzte, denn das hat sie ja wirklich gut drauf. Tja, und dann passierte etwas sehr Eigenartiges. Darks Bemühungen hatten eine, wie soll ich sagen… wirklich erstaunliche Wirkung. Der Fremde muss offensichtlich von ihr so hin und weg gewesen sein, dass er tatsächlich auf einmal weg war… verpufft… aufgelöst in Nichts. Allerdings ohne Explosion, Feuer oder ich weiß nicht was. Wie gut, dass ich mich zurückgehalten habe, denn niemand kann ahnen, welche Wirkungen beide Ds gehabt hätten.


Übrigens habe ich gestern noch mehr gelernt. Mir ist nämlich bewusst geworden, dass mit den meisten Kriegern, nach einem Waffentraining absolut nichts los ist, egal wie sehr man sich an sie anschmiegt, was schon ein wenig frustrierend war. Allerdings laufen sie dafür trotz durstiger Kehle gerne noch einmal zurück in den Wald… ein mehr als verständlicher Bewegungsdrang, wenn es darum geht, riesige, nackte Brüste von ein paar Waldweibern zu bewundern, die es nur dank ihres durchtrainierten Körpers schaffen, nicht vornüber zu kippen. Aber egal, ich habe mir vorgenommen, mich nach dem Waffentraining an keine Männer mehr anzuschmiegen, wenn das ganze Denken der Krieger entweder auf Viehdiebe oder auf Durstlöschen ausgerichtet ist, wenn ihre Zunge am Gaumen klebt und nach Feuchtigkeit lechzt… allerdings nicht nach der einer heißen Kajira! Ich bin mir sicher, nachdem ich das jetzt endlich kapiert und verinnerlicht habe, wird es mir in Zukunft viel besser gehen und ich nicht mehr enttäuscht sein.

Außerdem sollte gerade ich als Eigentum einer freien Frau doch wirklich wissen, was sich im Beisein von Herrinnen geziemt, denn auf der Terrasse sind eigentlich immer welche, auch wenn meine eigene nicht dabei ist. Ich möchte auch wirklich nicht undankbar sein. Die Terrasse bewahrt mich selbstverständlich davor, an irgendwelchen Kränzchen von Herrinnen in Teehäusern teilnehmen zu müssen. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen. Wahrscheinlich bin ich nur manchmal etwas frustriert, weil ich mir ohne meine Herrin immer wünsche, alles das geben zu dürfen, das ich sonst ständig unterdrücken muss. Aber das ist nun vorbei. Ich werde mir am besten jegliches Getue beim Servieren verkneifen und nicht mehr darauf achten, ob ich einem Herrn oder einer Herrin serviere. Das hilft bestimmt gegen weitere Enttäuschungen, fordert sicherlich auch kein Wuscheln meiner Haare mehr heraus und verhindert auf jeden Fall, mich für einen kurzen Moment mit dem Kopf in die Hand eines Mannes zu schmiegen… eine Kajira lernt eben nie aus.^^

Mittwoch, 9. April 2014

Ein ganz besonderer Tag

Gestern jährte sich erneut der Tag, an dem ich vor langer Zeit meine Handgelenke in der Geste der Unterwerfung hoch über meinem Kopf vor meiner Herrin gekreuzt hatte. Aus Dankbarkeit für sie, die es mit mir und meinen Macken seit Jahren oft wirklich nicht gerade leicht hat, mir aber immer sehr viel Vertrauen entgegen bringt und wirklich viele Freiheiten lässt, versuche ich mir für unseren Jahrestag immer etwas Besonderes auszudenken. Leider gehöre ich jedoch nicht zu den großen Kreativbolzen, trotzdem kam mir bislang aber immer irgendetwas Kleines in den Sinn, womit ich meiner Herrin eine Freude machen und ihr meine Dankbarkeit zeigen konnte. Wobei mir die Umstände auch schon mal einen ungeplanten Strich durch die Rechnung gemacht haben, weil sie sich anderen Dingen zuwenden musste und keine Zeit für meinen Kleinkram hatte. 

Doch das ist eben Kajiraschicksal und nicht zu ändern… nur leider sah es gestern fast wieder so aus, als hätte ich Pech. Dabei hatte der Tag mit der Anlieferung eines kleinen Gewächshauses eigentlich sehr gut begonnen. Nein, ich habe mich nicht verschrieben… es ist tatsächlich angeliefert und nicht am Ufer des Vosk angeschwemmt worden! Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass solch ein Haus gar nicht schwimmen kann. Die Idee dafür spukt mir ja schon lange im Kopf herum… eigentlich seitdem meine Herrin sich als Sklavenhändlerin zur Ruhe gesetzt hatte, um sich mehr ihrer Blumen- und Pfefferzucht widmen zu können. Nagut, den Ruhestand hat sie zu meinem Leidwesen inzwischen bedauerlicherweise wieder aufgegeben, aber gerade in Anbetracht der besonders in letzter Zeit angereisten Plagen, kommt ihrem Blumenhobby zur Entspannung natürlich noch mehr Bedeutung zu.

Die Beschaffung des Treibhauses war übrigens ein echter Glückstreffer, denn ich verfüge als erstes Mädchen meiner Herrin zwar über ein wenig Haushaltsgeld, das für solch einen Kauf aber natürlich nicht gedacht ist. Nein, sobald meine Herrin auf ihrem Landsitz weilte… und das tut sie grundsätzlich am Ende jeder Hand… aber auch sonst nutzte ich sämtliche sich mir bietenden Gelegenheiten, wenn Händler in Jorts eintrafen, um mich nach einem Gewächshaus für ihre Blumen zu erkundigen. Ich hatte mir überlegt, es „in Naturalien“ zu bezahlen, d.h. mit meinen Diensten, denn als Kajira habe ich ja kein Geld. Besonders nach dem Inferno kamen wirklich viele Händler nach Jorts, leider aber auch viele Absagen. Keiner konnte oder wollte ein Blumenhaus liefern, auch wenn der eine oder andere Herr meine „Naturaliendienste“ gerne in Anspruch genommen hätte. Mir wurde immer klarer, dass mir langsam die Zeit davon lief. 

Es musste also unbedingt einen Plan B her, zumal ja auch bis zuletzt ungewiss blieb, ob eine Lieferung dann überhaupt termingerecht realisiert werden konnte, wenn ich tatsächlich doch noch einen Händler auftreiben sollte. Tja, was soll ich sagen… sämtliche Priesterkönige müssen wohl ihre Hände über mich gehalten haben, indem sie meinen geheimen Schwarm nach Jorts schickten und ihn mir ein paar blaue Flecken verpassen ließen. Dieser Herr setzte mir nämlich eines Tages den Floh ins Ohr, den Wasserfall zu finden, von dem ich bis dahin noch nichts gehört hatte, was mir dann ja auch ganz schnell gelungen ist. Entgegen meiner sonstigen Art, habe ich den Fund jedoch ausnahmsweise meiner Herrin verschwiegen, denn dieser wunderschöne Ort war sofort mein geheimer Plan B für unseren Jahrestag geworden. Ich hatte vor, meine Herrin dort mit einem kleinen Kuchenpicknick zu erfreuen, weil sie doch so gerne Schokoladenkuchen isst, der bei dem Anblick dieses Naturschauspiels bestimmt noch besser schmecken würde… hoffte ich jedenfalls.


Juhuuu, es klappte wirklich… und zwar alles! Während einer etwas längeren Abwesenheit meiner Herrin, als sie sich fast zwei Hand um diverse Kastenangelegenheiten und den bald anstehenden Umzug auf einen neuen Landsitz kümmern musste, tauchte überraschenderweise ihr langjähriger guter Freund, mein absoluter Oberlieblingshändler auf, der mir schon immer sehr zugetan war, auch wenn ich nach meinem Geschmack viel zu selten nur seine Felle wärmen darf. In diesem Fall war er von meinen feurigen „Naturaliendiensten“ jedoch besonders angetan gewesen und so obersupertiefenentspannt, dass er mir versprach, sich um das kleine Gewächshaus zu kümmern, was gestern dann tatsächlich geliefert worden ist! Hach… ich glaube, meine Herrin hat sich darüber wirklich gefreut und sich wie erwartet nicht weiter für die Details der Beschaffung interessiert. Wobei es kein nagelneues Haus ist und die Farbe leider schon ein wenig abblättert. Falls es schlimmer wird, findet sich bestimmt Abhilfe… ich glaube Shanis Herr kennt sich mit Malerangelegenheiten ganz gut aus und kann bestimmt eine Farbe empfehlen.


Wie gut, dass sich die aus der Unterstadt bis in den Garten meiner Herrin schallenden Rufe „Feuer, es brennt, Wasser!“ recht schnell als Fehlalarm herausstellten, weil irgendwelche Krieger mit was auch immer herumexperimentiert hatten. Als wir vor dem Gasthaus auftauchten, gab es jedenfalls nichts mehr zu löschen, sodass meiner zweiten Überraschung, dem Picknick am Wasserfall mit kleinem Umweg vorher zu den Schwimmvulos, an die ich immer das trockene Sa-Tarna-Brot verfüttere und die meine Herrin noch gar nicht kennengelernt hatte, nichts mehr im Weg stand. Bevor mein Plan doch noch scheiterte, sauste ich logischerweise äußerst eilig zurück, um schnell meinen großen Rucksack zu holen. Natürlich hatte ich darin bereits den heimlich gebackenen Schokoladenkuchen, ein paar Teller und zusätzlich ein Fell verstaut, damit meine Herrin nicht auf dem feuchten Boden Platz nehmen musste. 



Ok, ich gebe zu, beim nächsten Picknick sollte ich den Kuchen wohl doch lieber in einem Korb transportieren. Er war auf dem Weg durch den Wald in meinem für Kuchentransporte doch eher unpraktischen Rucksack leider mittelprächtig angeditscht und zerbröselt worden, hatte also ein wenig seine ursprünglich schnieke Kuchenform eingebüßt. Aber das tat seinem köstlichen Geschmack keinerlei Abbruch, denn ich hatte selbstverständlich nicht mit Schokolade gespart. Zum Glück bin ich durchaus praktisch veranlagt, sodass es mir ganz gut gelungen ist, die Stücke mit den Fingern schnell wieder zusammen zu quetschen, um so die eigentliche Tortenform wieder einigermaßen herzustellen. Trotzdem musste man irgendwie nicht mehr so viel kauen, was merkwürdigerweise sehr zur Erheiterung des Ersten Schwerts beitrug.


Unser Ausflug fand nämlich in Begleitung dieses netten Kriegers statt, weil es ohne seinen Schutz wegen irgendwelchen wildernden Waldfrauen ja seeeehr gefährlich werden könnte. Pahh, wenn der Herr wüsste, wo ich schon überall alleine herumgestromert bin. Aber ok, er hat ja auch noch nicht so richtig die spitze Zunge meiner Herrin in Aktion erlebt und nicht gesehen, wie schnell ich laufen und wie gut ich auf Hochsitze klettern kann. Ich glaube, der Rarius weiß nur, dass ich vor dicken Spinnen Angst habe und gerne bade… manchmal leider auch unfreiwillig. Mal schauen, es wäre doch sehr ungewöhnlich, wenn es am Wasserfall nicht auch eine tolle Badestelle gibt. Aber diese Überlegungen werde ich vorerst lieber noch für mich behalten. Der Tag war jedenfalls auch ohne Baden etwas ganz Besonderes für mich und meine Herrin von meinen Überraschungen wohl wirklich ganz angetan. Auch dem Ersten Schwert, der anscheinend nicht so ein großer Kuchenfan ist wie der Hauptmann, hat der Schokoladenkuchen offensichtlich geschmeckt… trotz der Dellen!;-))

Dienstag, 8. April 2014

Eine Plage weniger



Der letzte Neuzugang an der Stadtkette hat zum Glück das Weite gesucht und bleibt hoffentlich auch dort... mehr gibt es zu dieser 99er nicht zu sagen.

Montag, 7. April 2014

Erneuter Stadtkettenzuwachs

Kurz nachdem ich das Sklavenhaus am gestrigen Tag verließ, tauchte Shani im Garten meiner Herrin auf. Sie war sichtlich erleichtert darüber mich endlich anzutreffen, um mich über einen weiteren Neuzugang an der Stadtkette zu informieren, um den sie sich hatte kümmern müssen, weil ich die letzten Tage auf den Feldern gewesen war. Nach ihren Schilderungen ahnte ich zwar bereits, was da möglicherweise auf mich zukommen würde, räumte der Neuen aber selbstverständlich die ihr zustehende Chance ein, mich von sich zu überzeugen. Außerdem bestand natürlich auch die Möglichkeit, dass es keine 99er ist. Ab und an gibt es tatsächlich Kajirae, die nicht einfach von irgendwo weglaufen.


Wobei die Sklavin betonte, nicht weggelaufen zu sein. Nein, sie war offensichtlich auf der Suche nach ihrer leider spurlos verschwundenen Herrin, die anscheinend im Zweisiedlerdasein mit der Glana in einer Taharioase gelebt hatte, sodass ihre arme Kajira nach dem Verlust ihrer Besitzerin leider komplett alleine auf sich gestellt gewesen war, da es niemanden gab, der sie in Obhut nehmen konnte und schließlich in Jorts gelandet war. Wie gut, dass das Mädchen nach ihrer Versklavung von einer Sklavenhändlerin bereits ausgebildet worden ist und sich daher also auch mit den Hierarchien an Sklavenketten auskennen sollte, also keine weiteren Erläuterungen dazu nötig sein würden, weder von Shani noch von mir. Dachte ich jedenfalls, lag mit dieser Annahme jedoch total daneben, denn ich wurde von der Kajira einfach nur angefaucht und meine Befehle schlicht ignoriert.


Wenigstens ist es mir gelungen, sie mit einer halben Ahn Kennel zum Nachdenken über ihr konsequentes Fauchen und das Verweigern meiner Befehle zu belohnen, andernfalls hätte ich nämlich nicht die Zeit gefunden, mich bei einem der Krieger danach zu erkundigen, ob diese Ware auf den Speiseplan der Tarns gesetzt oder doch lieber in das stinkende Vorratsfass von Fenris gesteckt werden soll. Ich bin mir nicht sicher, ob der Rarius bemerkt hat, was in mir vorging. Aber das tut hier jetzt auch nichts weiter zur Sache, denn es liegt mir selbstverständlich total fern, mich auch nur mit einem Piep darüber zu beschweren, dass sich um diesen Neuzugang an der Stadtkette nun der Krieger kümmerte, nachdem die Ärztin keinen Defekt in den Ohren der Kajira festgestellt hatte.


Wie schön, dass die nach einem neuen Herrn suchende Sklavin nun meinte, in dem rotkastigen Freien einen ihrem Stand angemessenen Gesprächspartner vor sich zu haben, anstelle des ersten Mädchens meiner Herrin und ihr Fauchen schlagartig einstellte, weil sie jetzt endlich ihre Verkaufsforderungen äußern konnte. Naja fauchend hätte der Herr wohl die Forderungen dieser sich ihrer Stellung angeblich bewussten Sklavin auch nicht verstanden. Schade für die Kajira, dass er offensichtlich nicht ihren Ansprüchen entsprach, mich jedoch zu vorgerückter Ahn anwies, den Kennel des Sklavenhauses wieder abzuschließen, nachdem er inzwischen offensichtlich ebenso genervt war wie ich… ich glaube, das hätte ich sonst möglicherweise vergessen!

Freitag, 4. April 2014

Knien zum Rapport?


Nein, das sah nur so aus und hatte sich ganz zufällig ergeben, nachdem der Brauereikrieger nach Hause gegangen war. Wir waren nicht zum Brunnen vor dem Gasthaus zitiert worden, mussten weder durchgezählt werden, noch Rede und Antwort darüber abgeben, ob wir die uns übertragenen Aufgaben alle erledigt hatten. Ganz zufällig, trotzdem aber eine Tatsache war jedoch, dass sich das Erste Schwert von Jorts plötzlich vier Kajirae gegenüber sah, die alle vor ihm knieten, nachdem sie freundlich gegrüßt hatten und ihn nun erwartungsvoll anschauten. Anfangs schien ihm unser Anblick durchaus zu gefallen, einzig die Kajira der Sängerin hatte sich ziemlich hingeflegelt, weil sie der Meinung war, knien gelte für sich nicht. Da sie auf Shanis, Litas und meine Hinweise natürlich nicht reagierte, wurde sie von dem Herrn unmissverständlich eines Besseren belehrt und gab letztendlich klein bei. 

Danach entstand kurzfristig eine sehr lustige Situation, denn es war jetzt eindeutig zu sehen, wie dem Rarius plötzlich dämmerte, dass er zu diesem Zeitpunkt der einzige Freie auf dem Platz vor dem Brunnen war und ihn acht Kajiraaugen aufmerksam anschauten. Man konnte fast sehen, wie es in ihm zu rotieren begann nach dem Motto „oh je, was mach ich jetzt nur mit den ganzen hübschen Dingern?“ Ich bin mir übrigens sehr sicher, dass dem Herrn bestimmt etwas eingefallen wäre, doch dazu sollte es nicht mehr kommen, denn wie fast immer um diese Zeit füllte sich der Platz am Brunnen ziemlich schnell mit anderen Herrschaften. Außerdem hatten wir alle sowieso noch etwas zu tun.

Für mich war es jedenfalls an der Zeit, zurück nach Hause zu laufen, um nach meiner Herrin zu schauen, die für einen Tag zurückgekommen war und der ich eine ganze Menge über alles Mögliche berichten musste, was sich in Jorts so zugetragen hatte. Vor allem wollte ich ihr erzählen, was ich erlebt hatte und was mich so sehr beschäftigte, dass ich manchmal sogar nachts davon träume. Sie kennt mich nämlich wirklich gut und hatte sofort bemerkt, dass ich zurzeit ein wenig durcheinander und etwas neben der Spur bin. Daher war es ganz gut, zumindest kurz noch ein wenig durch die neue Stadtkettensklavin abgelenkt zu werden, die meine Herrin ja noch gar nicht gesehen hatte, bevor sie sich dann schon wieder beeilen musste, ihr Schiff zurück zum Landsitz nicht zu verpassen.


Lieber früh schlafen gehen oder lieber doch noch mal vor die Tür... eigentlich keine Frage, wohin es mich zog oder? Die etwas unentschlossene Katy zog ich jedenfalls gleich mit. Mir spukte nämlich noch etwas Fruchtiges im Kopf herum, für das ich vom Hauptmann vor kurzem sogar eine hochoffizielle Genehmigung zum Pflücken erhalten hatte. Natürlich ging es um die leckeren reifen Larmas neben dem Platz mit dem Kaissabrett, die man so bequem pflücken konnte. Nagut, ich gebe ja schon zu, dass ich etwas zu kurz geraten bin und daher für die Ernte immer auf die Mauer klettere. Aber mit Katy als Fängerin war das alles kein Problem, sodass ich beim Herunterklettern sogar wieder beide Hände frei hatte, um mich nicht in den langen Tüchern zu verheddern, die ich an diesem Tag um meine Hüften gebunden hatte.

Leider bemerkte ich zu spät, dass das Kaissabrett nicht verwaist war, sondern sich dort einer der Krieger aufhielt, den wir nun selbstverständlich erst einmal begrüßten. Höflich und wohlerzogen wie ich ja nun mal bin, konnte ich ihm natürlich nicht von meiner leckeren Larma vorschwelgen, ohne ihn sofort zu fragen, ob wir ihn vielleicht mit einer der saftigen, süßen Früchte erfreuen dürfen, auch wenn mir durchaus klar war, was es bedeuten kann, wenn eine Sklavin einem Herrn eine Larma anbietet. Doch wie sollte ich aus dieser Nummer herauskommen, ohne einem Freien etwas vorzuessen? Wir durften jedenfalls… er wollte allerdings nicht bei mir abbeißen, sondern zwei eigene Früchte, d.h. ich übernahm wieder das Klettern und Katy das Fangen, auch wenn ihr sehr deutlich anzusehen war, dass ihr die möglichen Konsequenzen nicht so ganz behagten. 

Doch der Herr begnügte sich damit, sich von mir eine Larma mit seinem Dolch in mundgerechte Stücke aufschneiden zu lassen, die ich dann in einer Reihe an den Rand des Kaissabretts drapierte, während es so aussah, als ob Katy ihre Nervosität damit kaschieren wollte, indem sie ihre Frucht in die Luft warf und wieder auffing. Aber vielleicht habe ich mich da auch in ihr mal wieder getäuscht? Egal, der Herr murmelte etwas von später Ahn und schickte uns fort, ohne dass ich auch nur ansatzweise versuchen konnte, ihn mit einem Stück Frucht zu füttern… auf welche Art auch immer, denn meine Fantasie lief bereits auf Hochtouren. Mist, er hatte ja Recht und es war eigentlich auch wirklich spät inzwischen.

Bei „spät“ kam mir natürlich Spätschicht in den Sinn und ob der Hauptmann inzwischen vielleicht schon zu Hause war. Katy war nicht gerade begeistert, erneut eine Larma aufzufangen, die ich ihr von der Mauer aus zuwarf und noch weniger, als ich ihr mitteilte, einen weiteren Abstecher machen zu wollen…diesmal zum Haus des Hauptmanns. Erst das Argument, eine Vitamin C haltige Frucht wäre genau das, wonach sich ein Krieger nach einer so langen Wache zum Feierabend sehnte, vor allem wenn sie auch noch von zwei so hübschen Kajirae angeliefert wird, stimmte sie zum Mitkommen um und nicht gleich nach Hause zu laufen. Ok, fast am Ziel beim Haus des Hauptmanns angekommen, zierte sie sich natürlich doch und trampelte dabei auch noch mitten durch ein Kohlbeet, sodass ich ihr befahl, das angeditschte Gemüse aufzusammeln. Sowohl eine Larma als auch noch einen Kohlkopf frei Haus geliefert zu bekommen, würde den Hauptmann bestimmt obersuperzufrieden brummen lassen.

Naja, gebrummt hat er zwar wie erwartet, aber wie zufrieden er über unseren Besuch war, kann ich leider nicht sagen, denn er fing gleich wieder mit den zu reinigenden Füßen seines alten Stinkersleen an und ob wir das inzwischen erledigt hatten. Pah, ich war mir ziemlich sicher, er wollte nur von der Larma ablenken. Immerhin ließ er meine Argumente dann aber durchgehen, dass ich mich um die Stadtkettensklavin kümmern musste und doch auch schon mit meiner Betäubungsidee für diese Krallenreinigungsaktion bei Fenris geholfen hatte. Außerdem wusste ich nicht, wie weit Lita mit diesem Auftrag ihres Herrn gekommen war und war mir sicher, sie hätte was gesagt, wenn sie Hilfe benötigt hätte. Uff, das ließ er tatsächlich gelten und ich glaube, ich brauche nicht weiter erläutern, dass ich nun endgültig davon ab war, noch weiter Larmas an den Herrn zu bringen und daher zusah, endlich nach Hause zu kommen.^^

Donnerstag, 3. April 2014

Stadtkettenzuwachs

Das gestrige Waffentraining fand erstaunlich wenig Begeisterung bei den Kriegern… oh nee, ich wollte eigentlich sagen, dass nur wenige Rarii von ihren wichtigen Aufgaben für die Sicherheit in Jorts Fähre abkömmlich waren, sodass sich letztendlich nur drei rotkastige Herren auf der großen Wiese hinter dem Hof zum Training einfanden. Da diese ungerade Zahl für Zweiertrainings irgendwie nicht wirklich vorteilhaft ist, zumindest nicht für den Rarius der geteilt werden müsste, gelang es Darks Herrn in Anbetracht seines angeblich hohen Alters und diverser, ihn plagender Zipperlein und einiger anderer Wehwehchen, sich weitestgehend um Grasflecken zu drücken… oder habe ich da womöglich etwas falsch verstanden? Egal, ich finde seine Kondition bei wichtigeren Dingen als mit Schwertern herumzufuchteln ganz hervorragend.


Wobei ich seinen durchtrainierten Körper selbstverständlich immer wieder gerne beim Schwertkampf betrachte… als seine gelegentliche Zweitfellwärmerin ist die Perspektive auf der Wiese einfach eine ganz andere. Trotzdem genoss ich es natürlich sehr, dass er sich zu unserer kleinen Tratschrunde dazu gesellte und uns seine Aufmerksamkeit widmete, auch wenn ich zwischendurch meine Blicke immer wieder schweifen ließ, um rechtzeitig mitzubekommen, falls noch ein weiterer Krieger zum Training auftauchen sollte. Doch das war leider nicht der Fall… es war wohl nicht mein Tag. Und dann verwickelte die Sängerin Darks Herrn nach meinem Geschmack auch noch viel zu früh in ein Gespräch. Aber egal, so konnten wir unsere Aufmerksamkeit noch ausgiebig Darks neuen Seiden widmen, die sie von der netten Schreiberin für ihre Erstehilfedienste bei dem schrecklichen Inferno erhalten hatte.

Wie zu erwarten war das Waffentraining mit so wenigen Teilnehmern wohl besonders anstrengend und daher recht früh zu Ende, sodass es den Herren nun danach gelüstete, den wahrscheinlich nicht unerheblichen Verlust ihres Flüssigkeitshaushalts im Gasthaus zu decken… eine wirklich wichtige Sache, vor allem für einen Herrn in hohem Alter! Auch ohne das Schwert im Training allzu ausgiebig geschwungen zu haben, kam der Gefahr einer Dehydrierung selbstverständlich eine enorme Bedeutung zu, vor allem wenn man berücksichtigt, was es heißt, von zwei Ds gleichzeitig bezirzt zu werden. Als Dark dann sofort für die erforderliche Abhilfe sorgte, war ich selbstverständlich gewaltig erleichtert, denn ich musste mich ja leider noch um die neue Stadtkettensklavin im Kennel kümmern, da meine Herrin immer noch nicht wieder zurück ist.

Ich erzählte ja schon, wie wichtig dem neuen Rekruten am Vorabend meine Intensivpflege seines Freundes gewesen war. Er hatte sich nämlich sofort bereit erklärt, die zu später Ahn erst aufgetauchte herrenlose Kajira auf seinem Weg nach Hause im Kennel des Sklavenhauses einzuquartieren. Dafür war ich ihm wirklich unendlich dankbar, weil ich doch noch etwas sehr Wichtiges zu tun hatte. Wobei mir natürlich klar ist, dass er dabei nicht an mich gedacht hat, sondern nur an seinen Freund. Die ziemlich abgemagerte Sklavin war jedenfalls halb verhungert gewesen und anscheinend so erschöpft, dass ich es vor dem Waffentraining einfach nicht geschafft habe, sie wach zu bekommen, um sie mitzunehmen. Doch nun hatte ich Glück, sodass ich der Glana wenigstens ein paar grundlegende Dinge erzählen und sie einigen kleinen Tests über den Stand ihrer Ausbildung unterziehen konnte, bevor ich ihr dann eine kleine Führung durch die Oberstadt angedeihen lassen wollte.


Wir kamen allerdings nur bis zum Platz mit dem Kaissabrett, wo einer der Krieger der Sängerin einige Übungslektionen im Kaissa erteilt hatte. Da die Herrin sich wegen ihres etwas längeren Heimwegs und den vielen noch zu erklimmenden Stufen gerade verabschiedete… sie ist vor kurzem nämlich in den Leuchtturm am Vosk eingezogen… war der Herr über unsere Gesellschaft wohl nicht unerfreut. Ich nutzte die Gelegenheit natürlich, die Neue gleich darauf hinzuweisen, dass dieser Krieger meines Wissens der einzige Herr in Jorts ist, der von Sklaven in der dritten Person angesprochen werden will. Egal wie sehr ich mich auch bemühe, wird sein Wunsch für mich leider immer eine schrecklich ungewohnte Anrede bleiben, bei der ich ständig Gefahr laufe mich zu versprechen, wie sich kurz darauf leider mal wieder schmerzhaft zeigte.

Aber meine Bestrafung ist jetzt nicht weiter wichtig. Immerhin hatte der Herr dank meiner Nähe nicht nur eine Beschäftigung für seine Finger gefunden, sondern konnte gleichzeitig die Stadtkettensklavin ausfragen… ganz besonders natürlich über ihren schwarzkastigen Besitzer. Ich denke, es bleibt vorerst spannend, bis sich endgültig herausgestellt hat, ob der verschollene Herr dieser Kajira tatsächlich verschollen ist oder nur ein Vorwand gewesen war, um etwas auszuspionieren… nur warum erwähnt die Sklavin dann überhaupt die schwarze Kaste ihres Eigentümers? Hmmm… mal abwarten, wie sich dieses Mädchen entwickelt… vor allem hat sie den Ausziehtest noch nicht absolviert. ;-)