Donnerstag, 29. Mai 2014

Im Norden


Freitag, 23. Mai 2014

Spät in der Nacht

Die drei Monde waren bereits hinter den Bergen des Vosktals verschwunden, als es wie erwartet an der Haustür meiner Herrin klopfte. Es war der große blonde Aufseher, an den mich meine Herrin wie schon so oft erneut verliehen hatte... diesmal für 3 Hand! Mal sehen, wie anstrengend die Feldarbeit diesmal wird............ :-)))


Donnerstag, 22. Mai 2014

Getestete Zielkajira mit Zertifikat

Eigentlich war es Mitte dieser Hand wie immer, denn die Krieger waren wie sonst auch sehr zahlreich auf der Wiese hinter dem Hof zum Waffentraining angetreten. Lenjas Herr hatte die Zeit vor dem Trainieren anscheinend zu Übungen im Bogenschießen benutzt und dabei eine ganze Batterie Vulos abgemurkst, die unseren üblichen Tratsch leider etwas unterbrachen, weil wir Kajirae die Viecher für die hungrigen Mäuler der Herren zubereiten sollten. Mir gelang es übrigens perfekt, mich vor der lästigen Federrupferei zu drücken, denn erstens bin ich keine Kriegerkajira und außerdem musste ja auch jemand den Überblick über die Arbeiten behalten. Außerdem benötigte ich beide Hände, um mir die wie Schneeflocken vor meinem Gesicht herumwirbelnden Federn fern zu halten, die die anderen Mädchen ausrupften. Meine Entscheidung für den Überblick war wirklich gut und sehr vorausschauend gewesen, da andernfalls Fio ihren entfederten Vogel doch tatsächlich aufs Feuer gelegt hätte, ohne die Innereien vorher auszunehmen.

Vor dem Küchendienst hatte ich jedoch noch ein anderes Erlebnis. Eine mir vage bekannt vorkommende, aber irgendwie doch unbekannte Person tauchte nämlich zum Training auf… lange, fast dünne Beine, die in Stiefeln steckten, bekleidet mit dunkler Lederhose, Umhang, einem Tunikarock, der so gerade eben über den Po reichte und auf dem Rücken zwei Bögen. Oha, möglichst unauffällig musterte ich diesen wie ich dachte sehr jungen Herrn von unten beginnend und entdeckte in seinem Gesicht dann eine Gardine, wie sie freie Frauen tragen… wie hatte ich mich nur so täuschen können! Ich traute meinen Augen kaum, denn es war meine Herrin, die sich mit ihren erst vor kurzem erstandenen Jagdbögen vertraut machen wollte und vorher einen Fachmann zur Begutachtung brauchte, ob die Dinger überhaupt etwas taugen.

Diesen Fachmann fand sie natürlich in dem Hauptmann, der ihr hilfsbereit wie er ja immer ist, brummend eine Erstbegutachtung anbot. Puhh… alleine schon das Herunternehmen des ersten Bogens vom Rücken war nicht so ganz einfach und sah mittelprächtig unelegant aus, weil meine Herrin natürlich aufpassen musste, ihre kunstvoll aufgesteckte Frisur nicht mit der Bogensehne zu erwischen. Nicht auszudenken, wenn sie nicht nur in langen Hosen mitten auf der Wiese gestanden hätte, sondern auch noch mit wallenden langen Haaren, die ihr ja bis zum Po reichen. Wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass den Männern bei einem solchen Anblick dann endgültig der Unterkiefer heruntergeklappt wäre, denn einer ließ sich bereits von einem Waffenbruder kneifen, um sicher zu gehen, dass er nicht träumt.

Der Hauptmann sicherte sich vor seinem Test natürlich wegen etwaiger Beschädigungen noch ausgiebig ab, bevor er die Sehne mit aller Kraft spannte und wie ein Verrückter mit dem Bogen herummachte… was für eine solche Erstbegutachtung aber wohl normal und angebracht war. Letztendlich blieb das Ding heil und wurde meiner Herrin zurückgegeben, damit sie nun ein paar Probeschüsse damit ausprobieren konnte. Ihr erstes Ziel und Opfer wurde Nevin, die sich allerdings nicht bewegen durfte, damit meine Herrin sie mit ihren Übungspfeilen überhaupt ins Visier nehmen konnte. Ich konnte nicht leider feststellen, ob meine Herrin überhaupt getroffen hat, bemerkte aber, wie der Hauptmann seinen Bogen spannte und ebenfalls auf Nevin zielte, während er gleichzeitig leise murmelte: „Aufs Hinterteil zielen, da tut es am meisten weh.“

Leider hatte ich vorher mal wieder zu laut gedacht und von mir gegeben, dass es doch keinen Sinn macht, auf eine sich nicht bewegende Sklavin zu zielen, denn dafür hätte doch auch ein Baum dienen können. Erfolg meiner vorlauten Klappe war nun, dass ich das sich bewegende Ziel meiner Herrin sein durfte und wie der Blitz im Zickzack über die Wiese rennen musste. Lange Zeit ging es auch ganz gut und meine Herrin zeterte schon, dass das Tabuk stehen bleiben soll, weil es sonst nur Salat gibt. Doch dann habe ich leider nicht aufgepasst und plötzlich einen der trainierenden Krieger angerempelt, sodass ich zu Boden gegangen bin. Zum Glück reichte meiner Herrin diese Übung, denn sie kündigte an, den anderen Bogen erst das nächste Mal auszuprobieren. 

Außerdem fand ich, dass sie sich gar nicht so schlecht gemacht hatte und das wo sie sowieso kaum Fleisch isst. Und mal abgesehen von den für den Jagdausflug der freien Frauen benötigten, für sie gänzlich ungewohnten Klamotten, steht sie dieser Unternehmung wohl eher skeptisch gegenüber. Natürlich wurde auch noch ein wenig darüber gefachsimpelt, ob das Tabuk nun eher an Altersschwäche sterben wird oder doch an den Pfeilen meiner Herrin, da es wohl nicht bereit sein wird, während ihrer Zielübungen lange stillzustehen. Wobei man im Fall des Danebenschießens und Sterbens aus Altersschwäche dann aus dem Futter des Viechs bestimmt einen leckeren Salat machen kann. Immerhin ist es sehr beruhigend, dass ein Tabuk nicht zurückschießt.


Wie nicht anders zu erwarten, zog meine Herrin sich natürlich noch wieder um, bevor sie sich zum Vuloessen, ich hatte ihr extra ein Stückchen zarte Vulobrust reserviert, zu den Kriegern die Terrasse gesellte, wo der Hauptmann nach einem Blick auf die sich jetzt wie immer zeltartig um meine Herrin bauschenden Roben kommentierte, dass sie Fios Herrn in ihrer Jagdbekleidung sehr gut gefallen hatte… die anerkennenden Bemerkungen dieses Kriegers waren mir übrigens auch aufgefallen. Ok, ich denke Details über die schnaubende Erwiderung meiner Herrin auf diese Bemerkung kann ich mir verkneifen, außerdem lenkte sie das Gespräch schnell darauf, wie gefährlich Tabuks denn nun überhaupt sind oder auch nicht, vor allem wenn sie in Ecken gedrängt werden, obwohl es im Wald ja gar keine Ecken gibt.

Zuletzt meinte meine Herrin übrigens noch, dass sie in meinen Papieren jetzt vermerken muss, dass ich eine getestete und zertifizierte Zielkajira bin, was Lenjas Herrn leider zu dem Vorschlag veranlasste, sie solle mich etwas mästen, damit ich besser getroffen werden kann. Wahh… meine Herrin fand die Idee wegen des Effekts „dicker und dadurch langsamer“ auch noch gut, nur werde ich bestimmt niemals mehr als nur das Nötigste von dem ekeligen Sklavenbrei herunter bekommen. Daher habe ich mich natürlich riesig gefreut, dass der Herr mit mir zumindest meistens anscheinend recht zufrieden ist, trotz meiner nicht dem goreanischen Ideal- und freie Frauen Zielkajirabild entsprechenden Figur. Auch meine Herrin kann es wohl im Großen und Ganzen einigermaßen mit mir aushalten. Mehr lobte der Krieger mich allerdings vorsorglich nicht, weil ich sonst angeblich wieder Blödsinn mache. Pahh… keine Ahnung was das sollte, wo ich doch immer total brav und wohlerzogen bin! ;-)

Mittwoch, 21. Mai 2014

Schon- und Ruhetag

Nachdem mir ein Bote die Nachricht überbracht hatte, dass meine Herrin sich einen weiteren Tag auf ihrem Landsitz schonen würde, ließ ich es ebenfalls ruhig angehen und trödelte eine ganze Weile noch in ihrem Haus vor mich hin, bis ich mich dann doch entschloss, noch vor die Tür zu gehen. Draußen stolperte ich unerwarteterweise fast über Sita, die sich in die Sackgasse vor dem Haus meiner Herrin verirrt hatte… glaubte ich jedenfalls. Falsch geglaubt, allerdings meine Herrin besuchen wollte sie auch nicht, sondern war auf der Suche nach ihrer Kettenschwester, die ihr irgendwie abhanden gekommen war, genauso wie anscheinend auch ihr Herr. Da ich eh nichts Besseres zu tun hatte, entschloss ich mich, ihr zum Hafen und Gasthaus hinterher zu trödeln und vielleicht beim Suchen zu helfen.

Die Unterstadt war offensichtlich die falsche Richtung gewesen, denn außer dem üblicherweise am Kai seine Hand aufhaltenden Bettler und auf der Terrasse des Gasthauses einem Krieger, dem Händler und dem Sattler mit ihren Kajirae war niemand zu sehen, sodass Sita nach einem kurzen Plausch mit mir nichts anderes übrig blieb, als zurück in die Oberstadt zu laufen, um dort die Suche nach ihren beiden Verschollenen fortzusetzen. Da mir mein prüfender Blick mit gerecktem Hals von Weitem bereits zeigte, dass die drei Freien im Gasthaus durch ihre Mädchen gut versorgt waren, wollte ich mich eigentlich schon auf den Heimweg machen, als plötzlich Lenja auftauchte… erstaunlicherweise war sie wieder ohne ihren Herrn unterwegs.


Sie erzählte mir aber sogleich, dass er nicht verschollen war, wie ich am Vortag schon befürchtet hatte, weil er nicht mehr im Gasthaus aufgetaucht war. Nein, er hatte es anscheinend vorgezogen, den Abend mit einer anderen Sklavin in der Taverne zu verbringen. Darauf ergab sich zwischen uns ein interessantes Gespräch über die Gepflogenheiten von Herren, ihre häufig extrem klammernden Zweierbeziehungen mit ihren Kajiae und den damit einhergehenden Einschränkungen, die mich immer wieder irritieren, weil ich sie irgendwie ungoreanisch finde und Lenja anscheinend auch. Aber was soll’s… das sind alles Dinge, die mich eigentlich nichts weiter anzugehen haben, mir aber trotzdem deutlich machen, wie anders meine Herrin doch ist und den Priesterkönigen sei Dank, einige wenige Herren ebenfalls. Während unserer Unterhaltung bekam ich dann mit, wie sich die Terrasse endgültig leerte, sah kurz darauf aber am Brunnen Lenjas Herrn und einen der Krieger auftauchen, der mit gewaltiger Lautstärke sofort nach mir brüllte. 

Mist, das klang stark nach Arbeit, sodass ich gut beraten war, diesem Ruf einigermaßen flott zu folgen. Mein Ruhetag schien vorbei zu sein, denn irgendeinen Auftrag meiner Herrin konnte ich aufgrund ihrer Abwesenheit leider nicht vorschieben und außerdem hatte der Herr mich bestimmt beim Tratschen mit Lenja beobachtet. Also lieber hin zu ihm, denn gerade dieser Krieger hatte mich mit seinen Superohren schon einmal beim Kajiratratsch erwischt und mir angedroht, mich auspeitschen zu lassen, bis mir das Fleisch in Fetzen von den Knochen hängt, weil ich angeblich Gerüchte über eine Herrin gesät hatte, die übrigens inzwischen schon lange bestätigt worden waren. Obwohl sich mein Flüstern mit Lita damals also um ein ganz anderes Thema gedreht hatte, war mir das Risiko, dass er diese Drohung jetzt möglicherweise wegen Ungehorsam wahr machen könnte, einfach zu groß.

Der Rarius wünschte von mir einen Verbandwechsel, den ich schlecht ablehnen konnte, da ich mich damit dank meiner früheren Herren ganz gut auskenne, weil sie nämlich alle der roten Kaste angehört hatten. Außerdem steht es einer Sklavin eh nicht zu, einem Freien zu widersprechen und wenn weder ihre Besitzerin noch irgendein Obhutherr anwesend sind, hat sie sowieso verloren. Dummerweise hatte ich am Vortag auch meine vorlaute Klappe mal wieder nicht halten können, als ich sah, dass der Herr unter dem Verband eine Hose trug. Genau, unter!… eine echte Unmöglichkeit in meinen Augen, die eine Ärztin mit Sicherheit nicht für gut befunden hätte. Aber ok, ich gebe zu, ich mag die Hosen dieses Kriegers sowieso nicht… im Gegensatz zu ihm, der in diese unpraktischen Dinger anscheinend ganz verliebt ist.

Bevor ich nun das Verbandszeug aus der Kaserne heranschaffte, musste ich natürlich erst noch den Hauptmann um Erlaubnis fragen, Zum Glück entdeckte ich ihn recht schnell zusammen mit einigen Herrinnen in der Oberstadt, darunter auch die Gefährtin des verletzten Kriegers. Ihre Mitteilung, sie habe für die Wunde ihres Gefährten alles im Haus, ließ natürlich die Vermutung in mir aufkeimen, dass sie sich nun um die Versorgung selber kümmern wollte. Darin hatte ich mich jedoch komplett getäuscht, denn die Freie unternahm diesbezüglich keinerlei Anstalten, sodass ich letztendlich mit dem Verbandszeug der roten Kaste und nicht dem der Schreiberin bei dem Verletzten eintraf, der mir nun befahl, ihm ist Gasthaus zu folgen, wo er einen Nebenraum als Sanitätsraum erklärte.

Tja, irgendwie bin ich mir jetzt extrem unsicher, ob mein Patient meine Verbandwechseldienste zukünftig noch einmal in Anspruch nehmen wird, denn ich vermute, er hatte sich diesen Dienst etwas anders vorgestellt… weniger grün angehaucht, dafür mit viel mehr Sklavenfeuer. Vor allem hatte er sich wohl nicht genau überlegt, was sein Hinweis, die Ärztin habe ihm Schonung verordnet, für Konsequenzen haben kann. Ich bin mir auch fast sicher, dass er mir nicht noch einmal freie Hand geben wird, beim Verbandwechsel alles zu tun, was ich als erforderlich und notwendig erachte. Das Unheil ging nämlich los mit seiner geliebten Hose, die nach meiner Behandlung restlos hinüber war und nur noch entsorgt werden konnte. Wobei ich den Herrn vorher extra noch ein zweites Mal um Erlaubnis für mein Vorhaben gefragt habe… sicher ist sicher,

Ich musste nämlich den Stoff des Hosenbeins der Länge nach aufschneiden, um ihn zusammen mit dem darüber befindlichen, ganz ordentlich durchgebluteten Verband einigermaßen schonend von der blutverkrusteten Wunde abzubekommen. Während ich dabei ziemlich dicht vor dem verletzten Rarius kniete und seine Wunde vorsichtig mit meinen behutsamen Fingern versorgte, stellte sich erstaunlicherweise nicht nur heraus, wie hart der Herr im Nehmen war, sondern dass gewisse Reaktionen trotz der Schmerzen nicht im Geringsten beeinträchtigt waren. Das Problem war nur, dass sie sich in meinen Augen bedauerlicherweise nicht mit seinem Hinweis auf Schonung vereinbaren ließen. 

Sklavenfeuer hin oder her, ich blieb jedenfalls unnachgiebig und ließ weiter meine Erste Hilfe Kenntnisse heraushängen, auch wenn es mich eine gewaltige Portion Beherrschung kostete, mit der sich eine Rotseidene ja bekanntlich reichlich schwer tut. Spannend bleibt für mich übrigens, ob ich diesen Krieger jetzt endlich von den Vorzügen einer Tunika überzeugen konnte… aber mal abwarten!^^

Dienstag, 20. Mai 2014

Blasenprobleme

Nach drei Tagen Hausarbeit hielt mich nun echt nichts mehr im Haus meiner Herrin, zumal ich sie eh noch nicht zurückerwartete, weil sie ihren Landsitzaufenthalt um einen Tag zu verlängern gedachte. In der Hoffnung, vielleicht ein paar Neuigkeiten in Erfahrung zu bringen, flitzte ich mit meiner Wissbegier logischerweise erst einmal zum Brunnen in der Unterstadt, wo ich eigenartigerweise jedoch nur Lenja antraf. Sie konnte mir zwar nichts über den letzten Tavernenabend erzählen, berichtete aber, dass sie ihn wegen eines ungeplanten Sturzes der Baumeisterin verpasst hatte. Die Ärmste und ihr Herr mussten anscheinend Erste Hilfe bei der Herrin leisten, weil sich alle anderen Freien und Unfreien Richtung Taverne verdrückt hatten. Na toll, nicht nur Lenja sondern vermutlich auch ihr Herr waren bestimmt begeistert, dass ihnen bei einem so seltenen Event wie einem Tavernenabend ohne freie Frauen, ausgerechnet eine solche einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. 

Leider konnte ich Weiteres hierzu jedoch nicht mehr herausfinden, weil mich plötzlich eine mir vage bekannt vorkommende männliche Stimme ansprach. Es war der Kunstschmied und Baumeister, bei dem das Serum versagt hatte, sodass er ziemlich alt und zerknittert aussieht. Vor etlichen Jahren hatte er die kleine goldene Dinabrosche für mich geschmiedet und mir mit diesem Geschenk eine riesige Freude bereitet, denn meine Herrin erlaubte mir, es zu behalten und bei besonderen Anlässen zu tragen. Leider war der Herr aber auch diesmal wieder nur auf der Durchreise und wegen seiner Geschäfte offensichtlich auch so in Eile, dass ich ihm nicht mal ein Getränk servieren konnte und er auch auf ein Zimmer im Gasthaus verzichtete. Mir bleibt also nur abzuwarten, wann er denn vielleicht mal wieder auftauchen wird.


Eigentlich wollten Lenja und ich nun ihrem Herrn beim Training zuschauen, doch irgendwie kamen wir gar nicht dazu, da ständig irgendwelche Freien auftauchten und teilweise schlecht gelaunt wieder verschwanden, weil wir nicht die gewünschten Auskünfte über den Aufenthalt einiger Herren geben konnten. Aber egal, hätten sich die Gesuchten an diesem Tag schon bei uns gemeldet und uns vor allem ihren nächsten Aufenthaltsort mitgeteilt, wäre es uns selbstverständlich eine sehr große Freude gewesen, ihn dieser Herrin mitteilen zu dürfen… doch leider mussten wir passen. Tja, und hätte die Gnädigste etwas mehr Geduld gezeigt und wäre nicht gleich mittelprächtig ungehalten davon gerauscht, weil sie sich ja nun um alles selbst kümmern musste, hätte sie alle drei Herren in wenigen Ehn am Brunnen getroffen. Nun gut, im Nachhinein denke ich, dass die Herrin vielleicht auch von Blasenproblemen gequält wurde, die ihr auf die Laune geschlagen sind.

Als Erstes tauchte nun nämlich der Hauptmann auf. Allerdings war er nicht auf der Suche nach der Zeugmeisterin und hatte wohl auch nur das Problem gehabt, mich zu finden. Mist, so wie ich angebrummt wurde, schwante mir sofort Schlimmes, denn ich nahm an, dass einer seiner unangenehmen Arbeitsaufträge auf mich zukam, weil er seine eigenen beiden Kajirae nicht im Schlepptau hatte. Zum Glück wurde ich aber nicht erneut zum Schaufeln von Tarnmist verdonnert und brauchte mich auch nicht schon wieder um die Zahnpflege seines stinkenden Sleen zu kümmern. Trotzdem kam leider Arbeit auf mich zu, nämlich in Form einer neuen Stadkettensklavin. Aber mal abwarten, an diesem Tag glänzte die Kajira durch Dauerschlaf, was mir mehr als Recht war, da ich dem Hauptmann natürlich viel lieber einen Stehpaga servierte, als mich um die Stadtkette zu kümmern.

Sein nächster Auftrag war zum Glück ebenfalls einer der besseren, denn ich brauchte nur den Händler am Hafen zu suchen, der dort offensichtlich eine etwas ausgedehntere Pinkelpause eingelegt hatte. Der Hauptmann hatte anscheinend etwas mit ihm zu besprechen. Und meine Suche war nicht der Rede wert, denn der Händler kam mir bereits auf halben Weg entgegen, allerdings ohne den verklärten, erleichterten Gesichtsausdruck, der sehr oft für eine restlos entleerte Blase nach langem Kneifen so typisch ist. Nein, offensichtlich hatte er sich aus welchem Grund auch immer das geplante Pinkeln sogar verkniffen oder es war ihm vergangen, nachdem sein Blick auf die gefährlichen Flusstharlarions im Hafenbecken gefallen war, die dort fast immer ihre Runden drehen und bekanntlich sehr gierige Fleischfresser sind… Männer sind manchmal einfach übervorsichtig, wenn es um ihr bestes Stück geht.

Diese Übervorsicht wirkte sich später übrigens reichlich ungünstig auf den sonst sowieso schon sehr wortkargen Gesprächspartner des Hauptmanns aus, der sich anscheinend auf fast nichts anderes mehr konzentrieren konnte, als es irgendwie sein Sitzkissen trocken zu lassen. Nachdem der Hauptmann und einer der Krieger sich vorher noch ausgiebig ihr gegenseitiges Beileid über ihre einkassierten Laufpässe ausgesprochen hatten und dass sie eh nicht wissen, was sie von komischen freien Frauen halten sollen, von denen sie für Geschenke Tritte kassieren, das unverschämte Treten dann aber eigentlich doch voller Dankbarkeit als die schützende Hand der Priesterkönige interpretierten, griff das Blasenproblem des Händlers um sich, denn der Krieger vom Hof verschwand plötzlich schlagartig und das auch noch in Begleitung von Shani… glaube ich jedenfalls.


Der Rest Freier verlagerte sich letztendlich zum Hintern platt sitzen auf die Terrasse des Gasthauses, nachdem der durstig von einer Reise zurückgekehrte Lederarbeiter den Anfang damit gemacht hatte, denn bei einem Paga wartete es sich einfach besser auf die Rückkehr der Blasengeschädigten. Die Sitzplätze um den Stammtisch füllten sich wie immer erstaunlich schnell mit weiteren Herrschaften, sodass wir Kajirae ohne Blasenprobleme, also Lenja und ich ganz gut zu tun bekamen, um alle Gelüste nach Getränken zu befriedigen. Litas Blase, die jetzt übrigens Fio heisst, war offensichtlich ebenfalls in Mitleidenschaft geraten, auch wenn ihr Herr so tat, als hätte sie noch Arbeiten in seinem Haus zu erledigen. Die einzige Kajira, die außer Lenja und mir nichts mit der Blase hatte war übrigens Ravi, hatte dafür jedoch ein anderes, äußerst unangenehmes Problem. Es stank anscheinend ziemlich bestialisch im Haus des Sattlers.

Leider bekam ich jedoch ihr Gespräch mit ihrem Herrn über ihren Lüftungsversuch und irgendwelche Käsestückchen, die anscheinend Einbrecher vor die Sklavenkäfige gelegt hatten, nicht so ganz genau mit. Aber gut, Hauptsache alle Herren hatten etwas zu trinken. Übrigens, selbst der immer noch ziemlich verkniffen aussehende Händler lehnte den vom Hauptmann ausgegebenen Paga nicht ab. So schwer und schmerzhaft wie er sich in meinen Schenkel krallte, als er mir seine Pagaschale abnahm, muss ihn in Anbetracht seiner immer noch gefüllten Blase dieses Getränk eine fürchterliche Überwindung und vor allem gewaltige Beherrschung gekostet haben, sodass ich nach einem letzten aufmerksamen Blick auf seinen Schritt zusah, mich schleunigst aus der Gefahrenzone vor seinem Kissen zu entfernen. ;-)
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OOC-Nachtrag:
Ich habe eben erst nachträglich bei Georg gelesen, dass die "Blasenprobleme" wohl an einem defekten Seekabel zwischen den USA und Europa gelegen haben.

Montag, 19. Mai 2014

Weitere Verstärkung der roten Kaste

Die Stadt wird immer sicherer, denn gestern hat sich nun auch der neueste Rekrut endgültig den Wachen verpflichtet und auf den Heimstein von Jorts Fähre geschworen. 

Leider konnte ich wegen diverser noch zu erledigender Aufgaben beim Eid dieses Kriegers im Ratssaal nicht dabei sein, was aber selbstverständlich nicht weiter von Belang war, da ich ja nur eine unwichtige Sklavin bin. Obwohl mit meinen Arbeiten immer noch nicht fertig, machte ich mich mit etwas Verzögerung aber letztendlich doch noch zum Umtrunk auf der Wiese hinter dem Hof auf, wo der Rarius reichlich Speis und Trank hatte auffahren lassen. Falls Bedarf an meinen Servierdiensten bestehen sollte, wollte ich mich dort ein wenig nützlich machen. Doch das war gar nicht erforderlich. Es kamen zwar noch etliche weitere Gäste hinzu, aber andere hatten das Fest bereits verlassen. Außerdem waren genügend Kajirae anwesend, sodass es für mich eigentlich nichts zu tun gab und ich in einem unbeobachteten Moment daher schnell zusah, mich unauffällig wieder nach Hause zu verdrücken.^^


Freitag, 16. Mai 2014

Zugetextet

Ohje, hoffentlich habe ich Lenja nicht total zugetextet mit meinen Ausführungen über Sklaventänze, sondern ihr gestern tatsächlich auch ein wenig helfen können. Denn wenn ich erst mal so richtig in Gange bin, schaffe ich es oft nur so gerade eben noch zwischendurch Luft zu holen. Außerdem liegt mir das Thema Tanzen besonders am Herzen, weil ich weiß, wie viel Arbeit darin stecken kann, eine Art Choreographie für einen Tanz zu entwickeln. Trotzdem ist mir natürlich klar, dass Geschmäcker sehr verschieden sind und ich ihr bestenfalls meine Sichtweise vermitteln konnte. Für Lenja ist es selbstverständlich am Wichtigsten, ihren Herrn zu erfreuen und wie ich gestern schon sagte, für mich ist es eine wirklich große Ehre, wenn vielleicht der eine oder andere Tipp von mir dazu beitragen kann.;-)


Mittwoch, 14. Mai 2014

Eine große Ehre für mich

Nachdem meine Herrin ihren Landsitzaufenthalt um einen Tag verlängert hatte, war es gestern natürlich erst einmal wichtig, sie darüber zu unterrichten, was in den letzten 3 Tagen alles geschehen war. Dabei verheimlichte ich selbstverständlich auch nicht meine Bestrafung durch Lenjas Herrn, weil er doch der Ansicht gewesen war, ich sei Schuld daran, dass sein Mädchen nicht zum gewünschten Zeitpunkt zur Untersuchung bei der Ärztin aufgetaucht war. Wobei ich bei meinem Bericht wie immer auf die näheren Einzelheiten darüber verzichtete, auf welche Art und Weise aus dem wütenden schließlich ein sanfter Krieger geworden war, denn solche Details interessieren meine Herrin nun mal nicht. Außerdem hatte ich keinen ernsthaften Schaden genommen und man sah meinem Hinterteil dank der von der Ärztin überreichten Salbe die 3 Hiebe inzwischen auch nicht mehr an.

Nicht verschwiegen habe ich selbstverständlich, dass der Rarius meine Herrin zu sprechen wünscht, sobald es ihre Zeit erlaubt und auch nicht verschwiegen habe ich die nach meinem Empfinden ziemlich große Summe von 14 Kupfer, die ich von ihrem Geld für die Untersuchung der Stadtkajira und damit in ihrem Namen für die Stadt ausgelegt hatte. Nach der prompten Zahlung dieses Betrags war der Beutel mit dem Haushaltsgeld nämlich arg geschrumpft und die Ärztin ziemlich erstaunt über meine Befugnisse. Naja, woher soll sie auch wissen, wie viele Jahre ich inzwischen schon die Erste an der Privatkette meiner Herrin bin und dass ich mich stets bemühe, ihr Vertrauen nicht zu enttäuschen, das ich sehr zu schätzen weiß. Über die Höhe der Summe habe ich mir gegenüber der Ärztin allerdings vorsorglich jeglichen Kommentar verkniffen, da mir eine Kritik an ihren Preisen nicht zusteht und ich auch nicht befugt bin, für Jorts Fähre Gebühren auszuhandeln.

Obwohl meine Herrin finanziell wirklich gut betucht ist, war ich mir sehr sicher, dass sie bei dieser Rechnung zumindest ein wenig nach Luft geschnappt hat und daher gestern recht zeitnah anstrebte, den Händler und Verwalter der Stadtkasse irgendwo aufzutreiben. Wir hatten Glück dieses vielbeschäftigte, wichtige Ratsmitglied sogleich auf der Terrasse des Gasthauses anzutreffen. Der Händler betätigt sich für seinen Heimstein nämlich oft auch als Kundschafter oder Diplomat und unternimmt daher teilweise sehr weite Reisen. Auch wenn es in Jorts für Sklavenuntersuchungen und deren Bezahlung aus der Stadtkasse klare Regelungen gibt, war ich mir fast sicher, dass er sich über die Rechnungshöhe vermutlich echauffieren würde. Doch damit lag ich total daneben, denn ohne auch nur mit der Wimper zu zucken wurde das Beutelchen mit dem Haushaltsgeld meiner Herrin umgehend wieder gefüllt.


Das zweite Vorhaben meiner Herrin ließ sich ebenso problemlos lösen, da wir den Krieger mit dem Gesprächsbedarf drüben vor der Schmiede zusammen mit dem gut aussehenden Bootsbauer antrafen, der seit längerem ja einen Zweitwohnsitz in Jorts hat, was für mich bei dem Wärmebedürfnis dieses netten Herrn durchaus verständlich ist. Irgendwie mag ich ihn ja schon immer und nach dem letzten Tavernenabend, an dem ich ihm nicht nur einen Ofen ersetzen, sondern vor den anderen Herren für ihn tanzen durfte, natürlich ganz besonders. Mit seinem wohlwollenden Blick auf mir, der in mir logischerweise sofort ein sehr bekanntes, typisches Kribbeln in Gang setzte und mich veranlasste, mich ihm besonders vorteilhaft zu präsentieren, begrüßte er meine Herrin freundlich mit den Worten, er befürchte, sie wolle mich immer noch nicht an ihn verkaufen, was sie ihm lächelnd bestätigte.

Tja, und dann wurde es interessant. Ich hatte zwar eine Vermutung, aber immer noch keinen richtigen Schimmer, worüber Lenjas Herr mit meiner Herrin zu sprechen wünschte. Mit der Bestätigung meiner Vermutung kommt morgen nun etwas Erklärungsarbeit auf mich zu, die ich allerdings ganz gerne mache. Seitdem einige Herren inzwischen offensichtlich entdeckt haben, dass Jorts nicht nur eine Taverne besitzt, sondern sich dort auch die perfekte Möglichkeit für Sklaventänze bietet, möchten sie ihre Mädchen logischerweise gelegentlich tanzen sehen. Ich kann gut nachvollziehen, dass die eine oder andere Kajira davor ein wenig zurückschreckt, wenn sie noch nie in einem Tanzkreis gestanden und dabei entdeckt hat, wie toll es für eine Rotseidene ist, sich so erregend zu bewegen. 

Da Shani in Sachen Tanzunterricht natürlich mehr als gefragt ist und Lenjas Herr sie wohl nicht überstrapazieren möchte, er meine Art zu tanzen anscheinend aber ebenfalls mag, darf ich nun mein Wissen über Sklaventänze weitergeben… eine wirklich große Ehre für mich, der ich mir durchaus bewusst bin.:-)

Dienstag, 13. Mai 2014

Eine halbe Ahn

...die irgendwie kürzer war als sonst.

Da sich die Ärztin aus Belnend im Gasthaus ein Zimmer genommen hatte, lief ich am nächsten Tag als erstes zum Haus der Zeugmeisterin, um in Erfahrung zu bringen, ob sie von ihrer Reise bereits zurückgekehrt war. Es ging mir allerdings nicht um die Herrin, sondern vielmehr um die Stadtkettensklavin, die am Ende der Hand in Obhut dieser Freien gewesen war und die ich eigentlich wegen einer bei ihr noch ausstehenden Untersuchung zur Ärztin schicken musste, weil sich die Gelegenheit dafür gerade bot. Doch anscheinend war die Zeugmeisterin noch nicht zurückgekehrt, sodass ich nun weiter Richtung Unterstadt lief, um dort vielleicht Näheres über den Verbleib der Kajira in Erfahrung zu bringen.

Am Brunnen lief mir die Sklavin eines Kriegers über den Weg. Es war Lenja, die mir jedoch nicht weiterhelfen konnte, dafür aber der Hauptmann, der sich brummend, also wie üblich etwas unwirsch bei mir erkundigte, warum die neue Stadtkettenkajira nicht weiß, wo das Heilerhaus ist. Tja, wann hätte ich ihr das zeigen sollen und vor allem warum, wenn Jorts derzeit doch keine Ärztin hat! Außerdem war die Sklavin auf eine Reise mitgenommen worden. Ok, ich erfuhr nun vom Hauptmann, dass sie inzwischen wieder da war. Warum die Zeugmeisterin sie zurück geschickt hatte erschloss sich mir nicht mehr, da mir nun mitgeteilt wurde, dass sie zusammen mit der Ärztin aus Belnend das Haus der grünen Kaste putzte. Na hoffentlich vergisst sie dabei nicht ihre noch ausstehende Untersuchung zu erwähnen, war mein Gedanke nachdem ich mich Richtung Oberstadt davon machen durfte. Lenja nahm ich gleich mit, denn ihr Herr hatte mit der Ärztin für sie ebenfalls eine Untersuchung vereinbart, sodass ich ihr den Weg dorthin zeigen konnte, da sie sich in der Oberstadt noch nicht allzu gut auskennt. 


Zum Glück konnte ich die grüne Herrin schnell davon überzeugen, dass ich kerngesund bin, denn ich fand, dass sie mit der Stadtkettensklavin und Lenja ausreichend unfreie Patientinnen hatte, was ich aber vorsorglich für mich behielt. Ebenso habe ich natürlich meine Abneigung gegen die grüne Kaste der Herrin nicht auf die Nase gebunden. Es kam mir übrigens so vor, als ob die Neue über mein Auftauchen nicht gerade begeistert war und am Liebsten wohl um eine Untersuchung herumgekommen wäre. Aber dann hätte sie besser auf ihren Herrn und seinen Vater aufpassen müssen. Wer weiß, was für einen Zoo mit Kleintieren sich dieses Mädchen auf ihrer weiten Reise von Jasmine nach Jorts Fähre zugelegt hatte. Nur aufgrund ihrer feinen Tunika konnte man noch keine Rückschlüsse auf einen möglichen Parasitenbefall treffen und auf sonstige Krankheiten sowieso nicht.


Da Lenja erst in einer halben Ahn zurückkommen sollte, nutzte ich die Gelegenheit, um ihr während der Wartezeit noch eine kurze Führung durch die Oberstadt angedeihen zu lassen. Denn der Spionageverdacht wurde seitens des Hauptmanns in der letzten Hand nun endgültig als nicht mehr relevant abgetan. Natürlich haben wir auch ein wenig über ein paar Freie und Unfreie getratscht, dabei selbstverständlich jedoch darauf geachtet, dass uns niemand hörte. Zurück in der Unterstadt wurde mir sofort klar, dass mehr als genug Privatkajirae anwesend waren, um sich um ihre Herren zu kümmern und da ich mich selbstverständlich nicht aufdränge, hielt ich mich mit Lenja ein wenig abseits. Außerdem drehten sich die Gespräche um den Unterricht, den die Kajira des Händlers den Mädchen des Hauptmanns demnächst im Tanzen angedeihen lässt, aus dem ich mich eh herauszuhalten habe.


Leider haben Lenja und ich bei unserem Getuschel überhaupt nicht mehr an die halbe Ahn gedacht, in der sie zum Ärztehaus zurückkehren sollte. Dies wurde uns nämlich erst bewusst, als Lenjas Herr plötzlich eiligen Schrittes aus Richtung Oberstadt auftauchte und uns beide mit einer gewaltigen Portion Stinkeblick bedachte. Mist, die halbe Ahn war inzwischen verronnen. Warum habe ich vor dem Haus der grünen Kaste mal wieder meine Klappe nicht halten können? Und warum blieb der stumme Kajirus der Herrin weiterhin stumm und gab mit keinem Piep zu, dass sein Schatten nur so weit gewandert war, weil er sich bewegt hatte. In der Hoffnung, dass inzwischen vielleicht doch noch keine halbe Ahn verstrichenen war, war das nämlich mein kleinlauter Einwand gewesen. Doch die Herrin zog einfach mit dem Fuß zwei Linien auf dem Pflaster, um Lenjas Herrn zu demonstrieren, wo sein Schatten vor der halben Ahn gewesen war im Vergleich mit jetzt. 


Tja, Lenja wurde untersucht und ich durfte für ihren Herrn mit seinem Dolch eine dünne Rute aus den Büschen schneiden. Ich durfte mir sozusagen die Qualität des Züchtigungsteils selbst aussuchen, mit dem er seine Wut an mir abzubauen gedachte, weil ich ihn enttäuscht und seine Kajira zum Herumtrödeln und zur Nachlässigkeit verführt hatte, sodass er immer noch auf sie warten musste. Immerhin gelang es mir jetzt, meinen vorlauten Mund zu halten und kam mit nur drei kräftigen Hieben davon, bevor ich dem Herrn auf eine mir bis dahin nicht so vertraute Art dienen musste. Danach war seine Wut zum Glück vollkommen verraucht und er wie verwandelt, denn er strich mir sehr sanft durch meine Haare und kaufte bei der Ärztin sogar noch etwas Salbe für mein leicht brennendes Hinterteil.

Montag, 12. Mai 2014

Fastzusammenstoß

…mit einer Herrin in Grün.

Puhhh, nur ganz knapp konnte ich gerade noch den Zusammenstoß mit einer in weite Roben gekleideten, tief verschleierten Herrin verhindern, als ich in flottem Tempo um die Ecke Richtung Stadttor bog. Wobei mein Aufprall für die Freie sicherlich recht glimpflich abgelaufen wäre, so dick wie die verhüllt war und da ich ja wie immer barfuß war. Außerdem war Heilerhilfe dabei zugegen. Allerdings nicht von der Ärztin, die Jorts vor einiger Zeit wegen eines despektierlichen Angriffs auf sie und auf die grüne Kaste überhaupt verlassen hatte, sondern weil es sich bei meinem Fastprallbock um eine der beiden Herrinnen aus dieser Kaste aus Belnend handelte. Auf der Suche nach einem der jortsschen Krieger, der Zeugmeisterin und der Schreiberin war sie offensichtlich sehr erfreut, mich zu treffen, damit ich ihr behilflich sein konnte. Wobei die gesuchten Herrschaften an diesem Tag noch nicht gesehen hatte, doch das sollte für mich eigentlich kein Problem darstellen.

Ich führte die Herrin ins Gasthaus, wo sie zum Warten am Zarbrett Platz nahm, versorgte sie mit einem Wasser und machte mich dann gleich als Erstes auf die Suche nach dem Krieger. Erneut stellte sich heraus, dass ich mich auch in der Unterstadt inzwischen ziemlich gut auskenne, denn ich fand tatsächlich den kürzesten Weg zu seinem Haus. Doof war nur, mein Rufen und lautes Klopfen an der Haustür des Herrn führte leider nicht zu dem gewünschten Erfolg, denn es öffnete niemand. Vielleicht hatte er mich nicht gehört? Da ich wusste, dass der Krieger seine Haustür nicht abschließt wenn er zu Hause ist, betätigte ich schließlich den Türgriff und fand den Eingang unverschlossen… er musste also da sein. Ich wagte mich hinein, auch wenn es sich ja nicht gehört einfach ein fremdes Haus zu betreten und hatte tatsächlich Glück, denn ich wurde nicht angemeckert, fand aber den Gesuchten. Er hatte mich zuvor offensichtlich nicht gehört, weil er ganz oben auf seiner kleinen Dachterrasse saß und den Ausblick genoss, von der ich bisher übrigens noch nicht gewusst hatte, dass es die überhaupt gibt.

Auftrag eins war damit also erledigt, denn der Rarius sicherte mir sogleich zu, dass er Zeit habe, um die Ärztin im Gasthaus zu treffen. Bei Auftrag zwei konnte er mir ebenfalls weiterhelfen, denn er wusste, dass sich die Zeugmeisterin in Begleitung eines jortsschen Kriegers auf eine Reise begeben hatte, an diesem Tag also gar nicht in der Stadt weilte. Und bei Auftrag Nummer drei zeigte sich, wie praktisch die gute Sicht von der Dachterrasse des Rarius ist. Ich bekam von seiner Kajira nämlich den Tipp, dass ich die Schreiberin möglicherweise im gegenüber gelegenen Haus des Ersten Schwerts antreffen kann, da sie die Herrin dort zusammen mit ihrem Gefährten hatte verschwinden sehen. Perfekt, damit hatte sie mir einen vergeblichen Weg in die Oberstadt zum Haus der Schreiberin oder zum Zylinder der blauen Kaste erspart. Um mein weiteres Glück nicht unnötig lange zu strapazieren, machte ich mich daher entsprechend schnell auf den Weg zu besagtem Haus.

Leider sah es jedoch so aus, als ob meine Glückssträhne inzwischen vorbei war, denn es öffnete niemand. Außer dem lauten Radau des hinter der Hausecke in seinem Käfig befindlichen Affen konnte ich leider auch nichts zu hören, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als mir ein Ohr zuzuhalten und das andere an die Haustür zu legen, ob mir von drinnen vielleicht jemand zurief einzutreten. Diese Idee war an sich ja nicht schlecht, leider machte ich dabei jedoch schmerzhafte Bekanntschaft mit der sich plötzlich nach außen öffnenden Tür. Grrr, Kritik an Freien zu üben steht mir zwar nicht zu, trotzdem ist diese Tür echt falsch herum angeschlagen. Aber egal, so schlimm war der Knuff nun auch wieder nicht und außerdem wurde ich vom Anblick des Ersten Schwerts voll und ganz für die kleine Blessur auf meiner Stirn entlohnt. Es stand nämlich nackt wie die Natur ihn geschaffen hatte vor mir und zwar um einige Stufen erhöht, während ich mich wegen der eigenartigen Schließung der Tür inzwischen wieder um einiges tiefer auf dem Weg befand.

Na gut, da ich kurz darauf von der Schreiberin zum Schweigen darüber verdonnert wurde, was ich gesehen hatte, werde ich mir hier jetzt natürlich verkneifen, was genau in welchem Zustand auf Augenhöhe sehr imposant vor mir wippte. Nur eines kann ich bei dem Beweis vor meinen Augen wohl sagen… obwohl ich offensichtlich mehr als ungelegen kam, wurde ich trotzdem sehr freundlich nicht nur ins Haus, sondern sogar ins Obergeschoss gebeten. Die Herrin hatte anscheinend auf Geheiß ihres Gefährten die Felle schnell verlassen und sich zackig wieder angezogen, sodass der Kriegernachwuchs nun wohl doch noch ein wenig auf sich warten lassen würde. Zum Glück trifft mich aber keine Schuld daran, denn ich habe ja nur einen Befehl ausgeführt und konnte doch auch nicht ahnen, dass die Besprechung mit der Ärztin die Laune der Schreiberin dermaßen beeinflussen würde, dass sie hinterher keine Lust mehr verspürte, damit weiterzumachen worin ich sie und ihren Gefährten unterbrochen hatte. Aber egal, ich muss freie Frauen ja nicht verstehen.

Worum es bei der Unterredung zwischen den Herrinnen ging, bekam ich leider nicht mit, da die beiden ihr Gespräch am Brunnen führten, während ich den Kriegern bei einem Spiel Zarl zuschauen musste… ähhmm… zuschauen durfte wollte ich natürlich sagen. Da es alle Bürger an diesem Tag anscheinend mal wieder vorzogen in ihren Häusern zu bleiben oder so wie meine Herrin gar nicht in der Stadt waren, war die Terrasse des Gasthauses nämlich verwaist und es gab nichts weiter zu tun für mich, sodass ich ein wenig meinen Gedanken darüber nachhängen konnte, ob dieses Spiel dem Herrn dabei geholfen hat, gewisse Staus und Spannungen wieder abzubauen. Dummerweise muss ich in diese schwierigen Überlegungen so vertieft gewesen sein, dass ich mir gänzlich unbewusst eine Haarsträhne um den Finger gewickelt habe, die aus meinen an diesem Tag zu einem Zopf verschlungenen Haaren hervorschaute. Leider scheiterte damit meine Absicht, die schönen Ohrringe gut zur Geltung zu bringen, die meine Herrin mir doch erst vor kurzem geschenkt hatte. 


Das Drehen der Haarsträhne hatte nämlich zur Folge, dass sich mein Finger immer fester in immer mehr Haare einwickelte und ich schließlich ganz schön kräftig ziehen musste, um ihn überhaupt wieder heraus zu bekommen ohne mir ein dickes Bündel meiner Lockenpracht auszureißen. Erfolg dieses Missgeschicks war leider, dass sich meine Frisur in Wohlgefallen auflöste.;-)

Freitag, 9. Mai 2014

Jorts wächst weiter

Da an diesem Tag die Baumeisterin ihren Eid auf den Heimstein von Jorts Fähre ablegen wollte, rüschte ich mich ein wenig auf und band mir ein paar der feineren, langen Seiden um die Hüften. Ich fand eigentlich, sie verdeckten genug von mir, um meine Herrin nicht zu brüskieren, ließen mich für mögliche Männerblicke bei geschickten Bewegungen aber nicht zu angezogen aussehen. Mit meinen zu einem seitlichen Zopf gebundenen Haaren gelang es mir zusätzlich, einigermaßen für Bedeckung zu sorgen, auch wenn meine Herrin dazu kritisierte, dass ich den Stoff zu knapp geschnitten hatte. Mein Oberteil legte nämlich ein eigenartig rutschendes Bestreben an den Tag, sodass immer wieder meine rechte Brust neugierig hervor lugte, was mir aber natürlich kein bisschen unangenehm war… im Gegenteil. Außerdem kamen bei dieser Frisur auch die schönen Ohrringe sehr gut zur Geltung, die meine Herrin mir vor kurzem erst geschenkt hatte und die so gut zu den Farben dieser Seiden passten.

Wie immer war ich im Gegensatz zu meiner Herrin, die noch mit ihrer Arbeit für die Kaste beschäftigt war, viel zu früh fertig und verließ leise das Haus, um sie nicht weiter zu stören. Mir war nämlich während der Kriegsdrohung bei einem Rundgang auf der Stadtmauer aufgefallen, dass es etliche Aufgänge auf die Mauer gibt, die ich noch nicht kannte und die ich nun von der Oberstadt aus erkunden wollte. Man kann ja nie wissen, ob dies nicht auch für eine Kajira mal wichtig sein kann und außerdem war noch fast eine Ahn bis zum Heimsteinschwur Zeit. Auf meiner Erkundungstour entdeckte ich dann ganz unerwartet etwas, das mein ganzes Interesse auf sich zog und unbedingt von mir inspiziert werden musste. Es war eine Konstruktion aus Baumstämmen mit Seilen und einem Schaukelbrett, das förmlich dazu einlud, von mir erprobt zu werden. 


Natürlich schaute ich mich schnell noch einmal um, damit ich bei meinem Praxistest nicht von irgendeinem Freien erwischt wurde, bevor ich mit beiden Händen die Seile ergriff, um mich auf das Brett zu schwingen. Doch genau in dieser Ihn sah ich plötzlich einen der Krieger schnellen Schrittes auftauchen, sodass ich mich hinter der Schaukel natürlich sofort auf den Boden sinken ließ und ihn freundlich grüßte. Ich erinnere nicht mehr so ganz genau, was der Herr zu mir sagte, weiß aber noch genau, wie dünn sich meine Begründung für mein Tun anhörte, bevor sie plötzlich von einer klappenden Tür unterbrochen wurde und einer Herrin in Gelb. Es war die Baumeisterin, die wegen ihres kurz bevorstehenden Schwurs jedoch offensichtlich keine Zeit hatte und nach einem kurzen Gruß gleich weiter rauschte. Puhhh, meine Kleidungswahl war wirklich gut und sehr vorteilhaft gewesen, wie sich jetzt zeigte. 


Dem Rarius war nach dem schnellen Abgang der Herrin nämlich nicht mehr wichtig, wobei er mich fast erwischt hatte, da seine Aufmerksamkeit inzwischen offensichtlich auf mein knapp geschnittenes Oberteil gerichtet war. Er kam näher und forderte mich auf, mich zu erheben und vor ihn zu treten, damit seine raue Kriegerhand eine genauere Erkundung meiner rechten Brust vornehmen konnte, die ihn dann sehr schnell auf eine Idee brachte, wie er die verbleibende Zeit bis zum Heimsteinschwur überbrücken konnte. Letztendlich kniete ich dicht vor ihm erneut nieder und gab mein Bestes, um ihn zu erfreuen. Da ich dabei situationsbedingt nicht wirklich viel sah, war es nicht weiter verwunderlich, dass ich erschrocken zusammenzuckte, als irgendwo schon wieder eine Tür laut knallte und ich kurz darauf dann eilig vorbeilaufende Schritte hörte. Aus dem Murmeln des inzwischen heftig atmenden Kriegers „Wie gut, dass sie nicht noch einmal zum Grüßen stehengeblieben ist“ konnte ich mir zusammenreimen, dass es schon wieder die Herrin gewesen sein musste.

Während der Rarius schließlich recht tiefenentspannt Richtung Ratssaal davon strebte, schickte er mich noch schnell zum Brunnen, damit ich mir mögliche verräterische Spuren vor der Festivität noch aus dem Gesicht waschen konnte, auch wenn ich mir ziemlich sicher war, das dies gar nicht erforderlich gewesen war. Aber egal, ich kam trotzdem noch rechtzeitig am Ratssaal an, kurz bevor die großen Türen für die Zeremonie des Heimsteinschwurs geschlossen wurden und der Händler mit seiner Rede über die mit dem Eid verknüpften Rechte und Pflichten begann, aber auch den Schutz, den ein Heimstein seinen Bürgern bietet. 

Die hektisch, nervösen Blicke der Baumeisterin zum Ausgang, als der Händler darauf zu sprechen kam, dass ein Heimsteinschwur auch Pflichten mit sich bringt, ließen übrigens Gedanken in mir keimen, dass die Herrin zwischendurch kurz davor war hinauszulaufen, zumal der Händler auf ihre Bitte um Erläuterung dieser Pflichten nicht weiter einging. Aber vielleicht musste sie auch nur mal für Baumeisterinnen, weil ihr die Nervosität auf die Blase geschlagen war? Trotzdem trat sie letztendlich vor den Heimstein, legte ihre Hand darauf und sprach leicht stotternd mit etwas zittriger Stimme ihren Eid.


Während ich hinter meiner Herrin den Ratssaal verließ, weil sich alle Bürger und Kajirae für den anstehenden Umtrunk auf die Terrasse des Gasthauses begaben, waren die letzten Worte des Hauptmanns übrigens: „So eine nervöse Schwörerin hab ich noch nie gesehen“.;-)

Donnerstag, 8. Mai 2014

Opfertag

Selbstverständlich wählte ich am Tag des Waffentrainings in der Mitte der Hand eine rote Tunika. Wobei nach meinen wilden Träumen in der letzten Nacht sowieso nur Rot für mich in Frage kam und dies außerdem eh meine Lieblingsfarbe ist. Wie immer ließ mich das laute Klirren von sich kreuzenden Schwertern und das wilde Gebrüll der auf der Wiese hinter dem Hof trainierenden Krieger immer zappeliger werden, sodass meine Herrin mich vor die Tür schickte, während sie selbst zu einer Schneiderin wegen eines Jagdgewands reiste. Normalerweise wäre ich bestimmt ein wenig gekränkt gewesen, weil sie mich wie so oft nicht mitnahm, aber in diesem Fall zog es mich doch erheblich mehr zu den Männern, um ihnen beim Training zuzuschauen und nebenbei ein wenig mit den anderen Kajirae zu tratschen. 

Doch daraus sollte leider nichts werden. Ich hatte nämlich gerade erst mein Ziel an der Trainingswiese erreicht, als die neue Stadtkettensklavin einen Befehl der Zeugmeisterin überbrachte. Alle Kajirae sollten sich auf dem Marktplatz einfinden. Nanu, warum das denn… war uns an diesem Tag unser kleiner Tratsch nicht vergönnt? Dabei hatte das Treffen mit den anderen Vulos für mich doch so toll begonnen… nämlich mit einem begeisterten Aufschrei von Dark, als sie mich entdeckte, um mir dann um den Hals zu fallen, sodass ich sie übermütig herumwirbeln konnte. Wobei… naja… als Verr hätte sie mich nicht bezeichnen müssen. Aber Dark darf das natürlich, denn mir ist schon klar, wie sie das meint und so ganz falsch ist diese Bezeichnung manchmal wohl auch nicht für mich. 

Die Kajira des Hauptmanns bestätigte nun leider, dass die Zeugmeisterin mit uns ein Training vorhatte und löste damit bei Dark und Lita ziemliches Murren aus. Natürlich brachte Dark die Angelegenheit mal wieder genau auf den Punkt, weil sich ihr nicht erschloss, warum sie einem Befehl dieser Herrin folgen sollte, über den ihr Besitzer bislang nicht informiert worden war. Eine fremde Sklavin hat ihr nämlich nicht zu sagen wann und wohin sie gehen soll, sondern einzig ihr Herr. Litas Eigentümer war übrigens zuvor schon mit dem geplanten Unterricht der Herrin nicht einverstanden gewesen. Interessant war nur, dass mein Name bei der Aufzählung nicht fiel, sodass ich erst einmal annahm, drum herum gekommen zu sein. Wobei ich die Neue auch in Schutz nehmen musste, da sie keine andere Wahl gehabt hatte, als uns diesen Befehl der Freien auszurichten… eine vertrackte Situation für eine Kajira, in der sie keine andere Wahl hat.

Leider änderte sich die mit dem Auftauchen der inzwischen offensichtlich ziemlich wütenden Herrin nicht zum Besseren. Während die Zeugmeisterin alle Kajirae unmissverständlich zum Marktplatz zitierte und zwar harta, funkelte sie uns dermaßen bedrohlich an, dass ich ihrem Befehl stumm nachkam. So wie sich die Herrin gab, interessierte es sie offensichtlich überhaupt nicht, ob Besitzer zugestimmt hatten oder nicht und ob mein Name in der Aufzählung genannt worden war. Nach Meinung dieser Freien sollten wir uns während des Kriegertrainings anscheinend sogar darum reißen, das Fesseln und Heilen zu üben, anstelle die Männer anzuschmachten… hach, was versteht eine freie Frau schon von schmachtenden Kajirae! Außerdem fand ich, dass man bei dem lauten Trainingslärm in ganz Jorts sein eigenes Wort kaum verstand und daher den gewählten Zeitpunkt für solche Übungen gänzlich doof, verkniff mir diesen Einwand aber vorsichtshalber, was wohl auch gut so war. Und bei der Frage, wer noch nie gefesselt hatte, meldete ich mich natürlich nicht, denn ich hatte ja schon mal und wurde von der Zeugmeisterin auch nicht weiter hinterfragt.


Eigentlich kam es mir ganz recht, dass die biestige Freie sich nur bei der Neuen genauer nach deren Kenntnissen erkundigte, denn ich hätte selbstverständlich wahrheitsgemäß antworten müssen, dass meine letzte Übung in dieser Disziplin gefühlt mindestens 100 Jahre her war und ich wahrscheinlich fast alles vergessen hatte. Andererseits muss ich mich eigentlich auch nicht mit Fesselungen auskennen, denn ich habe keinen Krieger als Herrn und daher gehen Kriege und die in diesem Zusammenhang stattfindenden sogenannten Betriebsausflüge der roten Kaste eh an mir als Kajira einer Herrin vorbei. Wahrscheinlich ist das nach meinen bisherigen Erfahrungen auch nicht das Schlechteste für mich, egal ob ich gerade ganz heftig in einen der Krieger verliebt bin oder nicht.

Lita und ich waren jedenfalls nicht allzu traurig um die Übungen herumzukommen, sodass wir uns zurück  zur Wiese verdrückten, wo wir allerdings jede unseren eigenen Gedanken nachhingen bzw. ich ein paar schönen Träumen, da sich meine Befürchtung bestätigte und man bei dem Kampflärm kaum sein eigenes Wort verstehen konnte. Außerdem war mir die Lust zum Kajiratratsch inzwischen ein wenig vergangen, was aber nichts mit Lita zu tun hatte, die ich wirklich sehr gerne mag. Es war wohl gestern einfach einer meiner stillen Tage, an dem ich zeigen konnte, dass ich auch mal meine Klappe halten kann. Einer der Krieger wunderte sich zwar, dass Lita und ich nicht bei den Übungen der Zeugmeisterin dabei waren, vermutete dann aber wegen zu dicker Finger, auch wenn meine Musterung besagter ergab, dass sie nach meinem Empfinden überhaupt nicht zu dick sind. Aber was soll’s, Freie haben immer Recht.


Als die Krieger nach Beendigung ihrer Übungen die Schwerter wieder wegsteckten, um über ihre Heldentaten beim absolvierten Training, mögliche Eroberungsziele, die Vor- und Nachteile von Männerfrisuren mit langem Haar oder markanten Schneisen darin, dorniges Gebüsch und Pfeile im Hintern, die Kleidsamkeit von Helmen, ob in der Wüste die Benutzung einer Kajira dem Rubbeln von Sandpapier gleicht, welcher Krieger mit wem als Galeerensklave die Ruderbank teilen darf oder auch die Bequemlichkeit an Kreuzen diskutierten, zog ich es lieber weiterhin vor, mich in Schweigen zu hüllen. Erst als die Sprache auf Kajirae kam, die von Feinden auf perfide Weise in Jorts eingeschmuggelt werden und ob ich gut auf die Stadtkette aufpasse, musste ich natürlich eingestehen, dass dies zu diesem Zeitpunkt gerade nicht der Fall war, denn die Neue war ja mit den Übungen der Zeugmeisterin in der Arena beschäftigt.

Grrr, es war offensichtlich nicht mein Tag. Denn kaum überlegte einer der Krieger, ob er zur Entspannung nach dem Training vielleicht ein Bad nehmen soll, musste der Hauptmann mir gleich einen Dämpfer verpassen. Er tat zwar so als würde er mich für meine Fähigkeiten als Badekajira loben, konnte sich gleichzeitig aber einen Hinweis auf die von ihm wegen frecher Klappe verhängte Seifenstrafe nicht verkneifen, die mir sofort wieder den ekeligen Geschmack in meinem Mund vergegenwärtigte. Aber gestern war wohl sowieso mein Opfertag, auch wenn ich natürlich versuchte, sämtliche Frotzeleien der Krieger von mir abprallen zu lassen und mich gleichzeitig nicht zu offensichtlich darüber zu freuen, dass der Herr mit den Badegelüsten seine generelle Zufriedenheit mit mir äußerte. Auch wenn mein Mund bei der Erinnerung an die ekelige Strafe des Hauptmanns fast schäumte, schäumte ich angeblich nicht genug vor Freude, war angeblich wie so oft zu schüchtern, hatte angeblich meine weit geöffneten Schenkel zusammengekniffen und das alles, weil mir angeblich eine Urt über die Nasenspitze gelaufen war oder meine Gedanken angeblich bei… wem auch immer waren. Nagut, das Letzte stimmte.


Aber mit solchen Tagen muss eine Sklavin leben können und das kann ich wirklich, denn ich liebe mein Kajiraschicksal. Es ist schön, wenn mir ein eher grobmotorisch veranlagter Herr plötzlich unerwartet sanft über meinen Po streicht, während ich meine Stirn vor ihm ins Gras drücke und das, obwohl ich seinen eindeutigen Fingerzeig zuerst gar nicht auf mich bezogen hatte, sondern nur auf seine Sklavin. Ich liebe es einfach, Herren servieren zu dürfen, die mir zeigen, dass ihnen meine Nähe angenehm ist, indem sie vielleicht ihre Hand auf meinen Schenkel legen, auch wenn sie mich sonst in diesem Moment nicht weiter beachten. Und ich bin dankbar für jede Ehn, die ein vielbeschäftigter Herr am späten Abend noch für einen Paga auf der Terrasse erübrigen kann… vor allem, wenn ich ihm den servieren darf! Allerdings habe ich auch immer ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Herrin, wenn ich mal wieder nicht gegen meine Veranlagung ankomme und mich nicht so richtig um sie kümmere.
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Dabei hatte die Ärmste gestern ebenfalls einen Opfertag und hat wegen ihrer neuen Sachen ziemlich gelitten, die sie sich für den demnächst anstehenden Jagdausflug gekauft hatte. Zur Eingewöhnung hatte sie alles nämlich gleich anbehalten, einschließlich des ungewohnten Bogens, mit dem sie stocksteif zu später Ahn noch auf der Terrasse Platz genommen hatte, sodass man fast denken konnte, sie hätte ihn verschluckt. Dies ist für mich übrigens eine weitere Bestätigung dafür, dass der Rücken eines Kriegers wirklich anders gebaut ist, als der meiner Herrin. Denn ich finde den Herren merkt man nie etwas an, wenn sie ihre Bögen nicht abgelegt haben. Aber gut, die quälen sich natürlich auch nicht gleichzeitig noch mit schmerzenden Füßen in neuen, noch nicht eingelaufenen Stiefeln herum, tragen keine gänzlich ungewohnten, engen Hosen, die die Beine zu Stöckern werden lassen und keinen Rock, der durch intensives Herumzuppeln länger gezogen wird, aber trotzdem nur bis zum Knie reicht. ;-))

Mittwoch, 7. Mai 2014

Ruhe

…aber abwarten, denn wer weiß schon wie lange.

Abgesehen von den gegenüber im Garten des Händlers ständig muhenden und meckernden Viechern war in der Oberstadt wieder Ruhe eingekehrt, nachdem die Kriegsgefahr zumindest zurzeit anscheinend keine mehr ist und die Gefahr von Plünderungen durch Waldweiber offensichtlich wegen kalter Füße dieser Spezies ebenfalls nicht mehr vorhanden. Allerdings muss ich eingestehen, dass es mir durchaus gefallen hatte, die vielen Menschen in den Gassen der Oberstadt zu sehen, da sich das Leben dort sonst bis auf wenige Ausnahmen fast ausschließlich hinter verschlossenen Türen abspielt. Naja, ohne eine Möglichkeit irgendwo in größerer Runde bei Honigmilch, Paga, Kalana oder sonstigem Getränk zusammenzusitzen, ist es natürlich nicht weiter verwunderlich, dass es alle geselligen Bewohner aufgrund der Möglichkeiten durch Gasthaus und Taverne stets in die Unterstadt zieht. 

Wobei der Anlass für den Trubel der letzten Tage innerhalb der Stadtmauern natürlich ein sehr besorgniserregender gewesen war und wirklich kein Grund zur Freude, im Gegenteil. Da das große, seit einigen Hand wegen der Bedrohung ständig geschlossene Stadttor inzwischen wieder geöffnet wurde, nahm ich gestern natürlich den kürzesten Weg Richtung Brunnen vor dem Gasthaus, wo ich mich ein wenig nützlich machen wollte, denn meine Herrin hatte noch Arbeiten für ihre Kaste zu erledigen, bei denen ich ihr wie immer nicht helfen konnte. Doch auf der Terrasse waren genügend Privatkajirae anwesend und somit die Wahrscheinlichkeit gleich Null, dass jemand Bedarf an meinen Diensten haben würde. Daher verzichtete ich darauf, mich dort als überflüssige Dekoration in den Hintergrund zu knien und hielt mich auch am Brunnen etwas abseits, um das Gespräch der Zeugmeisterin mit dem Hauptmann nicht unnötig zu stören. Als eine fremde Kajira jedoch plötzlich auftauchte, die sich als Fundstück der Zeugmeisterin und neue Stadtkettensklavin herausstellte, bekam ich dann allerdings zu tun. Das arme Ding sah optisch zwar nicht danach aus, hatte aber offensichtlich eine Reihe von Strapazen hinter sich.


Nachdem der Herr dieser Sklavin anscheinend verschwunden und sein Vater auf der Suche nach ihm zusammen mit ihr verunglückte, sodass dadurch nun auch noch der Vater verschollen war, war die Kajira letztendlich in Jorts Fähre angespült worden. Erstaunlich nur, dass ihr unterwegs niemand den teuren Schmuck geklaut hatte, mit dem sie immer noch ausstaffiert war. Dank ein wenig Nachhilfe von mir erinnerte sich das Mädchen zum Glück recht schnell, dass eine Sklavin nichts besitzt und diese Wertgegenstände daher nicht ihr, sondern ihrem Eigentümer gehören. Wobei meine Herrin mir natürlich später befohlen hat, die Kostbarkeiten aus Edelmetall sorgfältig wegzuschließen, nachdem wir ihr am Hafen begegneten, wo sie sich mit dem Hauptmann und dem Lederarbeiter unterhielt. Nach einer kurzen Musterung ihrer neuen Ware erkundigte sich auch gleich bei dem obersten Krieger, wie denn zurzeit mit möglichen Spioninnen, d.h. neuen Kajirae und ihrem vom Händler befürchteten Ausspionieren der Oberstadt umgegangen wird. Doch da gab es seitens des Hauptmanns keine Bedenken mehr.


Erfreulicherweise erweckt die neue Stadtkettensklavin bislang übrigens nicht den Eindruck einer 99er, sodass ich meine Arbeit mit ihr wahrscheinlich auf ein Minimum beschränken kann. Wobei sie bei ihren Antworten auf meine Fragen nach ihrem Besitzer, seinem Heimstein, dem Namen, den er ihr gegeben hat, ihrer Ausbildung und ihrem Seidenstatus teilweise erst einmal ausschwafelnd wie eine Gianni um den heißen Brei herumredete, anstatt die von mir erwarteten Antworten kurz und knapp zu geben. Alles nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, wie viele neue Eindrücke wahrscheinlich im Kopf der fremden Sklavin herumschwirrten, die sich in einer unbekannten Umgebung selbstverständlich gewaltig darum bemühte, sich von ihrer allerbesten Seite zu zeigen. Die nächsten Tage werden bestimmt nicht nur zeigen, ob ihr Besitzer noch auftauchen wird, sondern auch wie gut sie sich einleben kann und was von ihr zu halten ist.


Das wichtigste Getränk auf Gor, bekanntermaßen die Honigmilch für meine Herrin, kann sie inzwischen bereits zubereiten und ist auch sonst sehr bemüht, alles richtig zu machen. Ich war ihr gestern am späten Abend übrigens noch total dankbar, dass sie aufgrund jeder Menge Fragen über die Milchzubereitung etwas länger gebraucht und die Milch mit Honig dank zweifachen Aufkochens dann besonders heiß serviert hatte, sodass meine Herrin noch eine ganze Weile warten musste, bis sie den ersten Schluck davon trinken konnte, nachdem sich die von ihr so geliebte, ekelige Haut oben drauf endlich gebildet hatte. Andernfalls hätte ein für mich ganz besonderer Herr meine Herrin nämlich nicht mehr auf der Terrasse angetroffen…  mein heimlicher Lieblingskrieger. Er bat meine Herrin zu später Ahn noch um ihr Einverständnis, mich gelegentlich ausleihen zu dürfen, vielleicht sogar mal für eine Reise.

Auch wenn dieser Herr schon mehrfach Andeutungen gemacht hatte, konnte ich mein Glück bei seinem unerwarteten Anliegen kaum fassen und habe vermutlich sogar vergessen Luft zu holen, bis meine Herrin dann einwilligte, großzügig wie sie ja immer ist. Danach war ich vor Freude echt total hin und weg. Leider blieb mir jedoch nur noch ganz kurz Zeit, meinen geheimen Schwarm stumm anzuhimmeln, denn es war inzwischen richtig spät geworden und meine Herrin wollte nach Hause. Wobei ich den Nachhauseweg wahrscheinlich irgendwie schwebend zurückgelegt habe, denn ich glaube, meine Füße berührten den Boden kaum noch!^^

Dienstag, 6. Mai 2014

Bürgerversammlung

…verspäteter Aufklärungsversuch, überflüssige Wichtigtuerei und aufgestaute Wut.

Das etwas in der Stadt in Gange war hatte ich am Vortag natürlich mitbekommen, allerdings nicht weiter in Erfahrung gebracht, was es mit den leise ins Haus dringenden Rufen und dem Gerumpel von irgendwelchen Wagen genauer auf sich hatte. Mir war trotzdem durchaus klar, dass alles mit der Bekanntmachung der roten Kaste über die Verteidigungsmaßnahmen zu tun hatte, denn anscheinend wurde es jetzt ernst mit der Bedrohung aus dem Norden… leider ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als meine Herrin nicht zu Hause war. Da mir das Inferno noch zu gut in den Knochen steckte, kümmerte ich mich daher als Erstes um unsere Notfallausrüstung mit den wichtigsten Sachen und sorgte auch dafür, dass genug Lebensmittel im Haus waren, denn wer weiß, wohin dieser Zustand noch führen und wie lange er andauern würde. Damit, und später einer ausgiebigen Körperpflege, war ich den ganzen Tag mehr als gut beschäftigt, sodass ich zu vorgerückter Ahn ziemlich müde ins Land der Träume sank, zumal sich inzwischen die Unruhe draußen wieder gelegt hatte.

Einigermaßen zufrieden mit mir und meinen Vorbereitungen hielt es mich gestern jedoch nicht mehr im Haus. Außerdem wollte ich mir vor der für diesen Tag angesetzten Bürgerversammlung noch einen kleinen Überblick über den Stand der Bedrohungslage machen, soweit mir das als Kajira überhaupt gelingen sollte. Oha, die gesamte Unterstadt einschließlich Hof schien geräumt worden zu sein und befand sich in der Oberstadt, denn an den ungewöhnlichsten Stellen grasten Bosk oder Verr und gackerten Vulos herum. Ich traf plötzlich Bewohner, die sich hinter den Stadtmauern sonst eigentlich nicht sehen lassen. Außerdem waren sämtliche Stadttore geschlossen, also nicht nur das große neben dem Haus meiner Herrin, sodass ich schon befürchtete, meine Herrin wird nicht mehr eingelassen werden, wenn sie von ihrem Landsitz zurückkommt. Doch einer der Krieger beruhigte mich zum Glück. Die Tore waren zwar verrammelt, aber anscheinend immer noch weit und breit kein Feind in Sicht. Trotzdem behagte mir der Gedanke überhaupt nicht, dass meine Herrin ausgerechnet bei der offensichtlich drohenden Gefahr ein späteres Schiff für ihre Rückreise vom Landsitz gewählt hatte und dadurch wahrscheinlich auch die Bürgerversammlung verpassen würde. 


Leider lag ich richtig mit meinen Befürchtungen. Der Händler, anscheinend der Sprecher des Rates, zögerte den Beginn der Versammlung nach kurzer Rückfrage bei mir wegen meiner Herrin zwar noch eine ganze Weile hinaus, doch letztendlich konnte er auf eine einzelne Bürgerin natürlich keine Rücksicht mehr nehmen, nachdem sich schließlich so viele Bürger bereits vor dem Ratssaal eingefunden hatten und immer noch mehr hinzukamen. Der eigentlich bislang recht gut und sehr unbürokratisch funktionierende Stadtrat von Jorts Fähre, in dem übrigens merkwürdigerweise jedoch nicht sämtliche hohen Kasten vertreten sind, dafür aber die rote doppelt und zusätzlich der gutbetuchte, allerdings niedrigkastige Händler, hatte ja letztendlich die Notwendigkeit für diese Versammlung eingesehen. Anscheinend gab es außer der Beschwerde meiner Herrin noch weitere von anderen Bürgern, die sich ebenfalls von der roten Kaste, dem Stadtrat und dem Getue mit den vielen hochkastigen Vieraugengesprächen für dumm verkauft fühlten, obwohl sie vollwertige Mitglieder des Heimsteins sind. 

Mit meiner Vermutung, der Händler sei der Ratssprecher, lag ich übrigens falsch. Nach ein paar um Verständnis bittende Einleitungsworte darüber, dass dem Rat die Sorgen der Bürger selbstverständlich bewusst aber nicht egal sind, gab eine der Baumeisterinnen äußerst ungehalten von sich, wie sie die derzeitige Situation empfindet… nämlich die Oberstadt als Festung mit gesiebter Luft, in der man sofort über etwas Rotes fällt, wenn man sein Haus verlässt. Ich fand dies war eine knappe, zutreffende Beschreibung, die den derzeitigen Zustand von Jorts Fähre ganz gut auf den Punkt brachte. Eigentlich erwartete ich, dass der Händler nun zu Erläuterungen ansetzen würde, doch der recht zerknirscht wirkende Vertreter des Hauptmanns schnitt ihm einfach das Wort ab, um es jedem Bürger freizustellen, draußen vor der Stadt herumzuspazieren, dann allerdings ohne den Schutz der Stadt und ihrer Krieger, weil diese keine Zeit haben, sich um Querköpfe zu kümmern, die nicht auf die Anweisungen der roten Kaste hören wollen.

Oha, in mir keimte der Verdacht, dass gleich möglicherweise noch etwas passieren würde, denn inzwischen knisterte die Luft im Ratssaal. Immerhin gelang es dem Händler dennoch, den Versammelten sachlich die derzeitige Bedrohungssituation zu schildern. Irgendein Dorf behauptet anscheinend mit Jorts im Krieg zu sein und es soll wohl ein Gerücht über Clans im Norden geben, die ebenfalls gegen Jorts Fähre rüsten. Zum Glück konnte der aus dem Norden stammende nette Bootsbauer diese Behauptung jedoch überzeugend entkräften. Er wusste offensichtlich aus zuverlässiger Quelle, wie zerstritten die Nordleute zurzeit sind, sodass sie sich wahrscheinlich genug mit sich selbst beschäftigen und mit Sicherheit keinerlei Interesse an einem Krieg haben. Die aktuellste und anscheinend erst seit dem Vortag bekannte Bedrohung der Stadt, war jedoch ein Verbund von 6 Banden Waldweiber, die angeblich auf die blöde Idee gekommen waren, die Stadt plündern zu wollen… naja, hierzu verkneife ich mir jetzt lieber Weiteres.

Diese leider trotzdem ernstzunehmende Plünderungsgefahr führte letztendlich dazu, dass sich der Lederarbeiter nun Luft machte, bevor er wütend den Saal verließ. An sich schon mehr als sauer darüber, dass mehrere Hand in seiner Stadt ständig über einen Krieg getuschelt wird, aber andauernd Gespräche abgebrochen wurden wenn er dazu kam, sodass er sich wie ein Feind fühlte, aber nicht wie der Heimsteinangehörige einer Gemeinschaft, wurde er am Vortag von einem Krieger unter Gewaltandrohung aufgefordert, die Oberstadt aufzusuchen. Keine Frage, wegen der Waldweiberbanden sollte das natürlich seinem eigenen Schutz dienen, gleichzeitig jedoch seine Lederwerkstatt unbewacht in der Unterstadt zurückbleiben… ein überaus lohnendes Ziel für die befürchteten Plünderungen. Andererseits wäre sämtliches Hab und Gut wiederum nutzlos, wenn man tot ist… damit hatte der Vertreter des Hauptmanns zwar Recht, nur war am Vortag noch kein Feind zu sehen gewesen. 

Ich vermute eigentlich, dass das Gespräch aufgrund der aufgestauten Wut des Sattlers und der überflüssigen Wichtigtuerei des Kriegers eskaliert ist, denn es ist auch nicht gerade logisch, nicht in die Oberstadt, dafür aber auf Reisen gehen zu wollen. Doch das wurde dem Herrn unter weiterer Gewaltandrohung versagt und hat somit verständlicherweise nicht gerade zu seiner Beruhigung beigetragen… welcher Freie mag schon wie ein Gefangener behandelt werden? Die rote Kaste wäre vielleicht nicht schlecht beraten, ihre Schulungen in Fingerspitzengefühl und Diplomatie ein wenig zu intensivieren. Mit straffer Führung und klaren Befehlen sollte es doch möglich sein, dass ein ehemaliger Söldner, der zwar sehr gut mit dem Schwert umzugehen versteht, trotzdem nicht vor lauter Übereifer übers Ziel hinaus schießt. Aber ich bin ja nur eine einfache Kajira, die davon wahrscheinlich nicht genug versteht.

Ein Gutes hatte das ganze Misstrauen und die Geheimniskrämerei immerhin. Etwas spät zwar, aber trotzdem hat der Rat erkannt, wie wichtig Transparenz ist und wie dumm ständige Vieraugengespräche. Vielleicht werden auch die Notfallpläne der Krieger überarbeitet, damit zukünftig einem Handwerker und Heimsteinangehörigen die Möglichkeit eingeräumt werden kann, seine Existenz zu retten, wenn der Feind noch nicht vor den Toren der Stadt steht. Es wäre auch sehr zu wünschen, wenn die Kriegerausbildung Übereifer und das damit einhergehende übers Ziel hinaus schießen verhindern könnte, damit anstelle der Vergeudung von Kräften bei verbalem Schlagabtausch gemeinsam wichtige Dinge in die Oberstadt transportieren werden, falls keine Bewachung außerhalb der Stadtmauern möglich ist. Tja, nicht nur eine Kajira lernt eben nie aus! ;-)


Der Hauptmann teilte übrigens später noch mit, dass den Waldweiberbanden die Lust am Plündern vergangen war.

Samstag, 3. Mai 2014

Ungeliebte Vier-Augen-Dinger

Nach einigen Tagen Hausarbeit fiel mir gestern doch ein wenig die Decke auf den Kopf, sodass ich mich auf den Weg Richtung Unterstadt aufmachte. Merkwürdigerweise war es am Hafen sehr ruhig und außer dem Bettler niemand zu sehen… und nein, ich habe nicht mal drüber nachgedacht, im Vosk zu baden! Im Gegenteil, ich habe mich sogar ziemlich fern vom Wasser gehalten und mir stattdessen den Block und den Kennel am Hafen etwas genauer angesehen, bevor ich dann den Durchgang zum Marktplatz nehmen wollte. Leider bekam ich vorher noch einen gewaltigen Schreck. An der Hausecke entdeckte ich nämlich ein Gerippe, das mich meine Schritte um einiges beschleunigen ließ. Wobei ich natürlich keine Angst hatte, denn ich bin ja ziemlich unängstlich… meistens jedenfalls. Daher lief ich sogar noch einmal zurück, weil mir plötzlich Zweifel kamen, ob ich überhaupt richtig gesehen hatte.


Hatte ich, es gibt dort tatsächlich ein Gerippe, das an einen Pfahl gefesselt ist und überhaupt nicht danach aussieht, als sei es für irgendwelche anatomischen Studien der grünen Kaste gedacht. Entsprechend nachdenklich setzte ich meinen Weg Richtung Gasthaus fort. Warum hatte dieser Gefangene nichts zu essen bekommen, gab es in Jorts durch irgendwelche Kriegsgeschehnisse möglicherweise inzwischen einen Versorgungsnotstand, von dem ich nur noch nichts mitbekommen hatte, denn ich bekomme ja oft nichts mit? War deswegen etwa zur Bürgerversammlung am ersten Tag der kommenden Hand aufgerufen worden? Während ich noch am Grübeln war, hörte ich eine mir nicht unbekannte Stimme plötzlich laut brummen. Es war der Hauptmann, der einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nachging und am Brunnen die Pflastersteine platt trat.

Die perfekte Gelegenheit den Krieger sogar alleine anzutreffen, nutzte ich natürlich sofort aus und erkundigte mich bei ihm wegen des Toten und vor allem danach, warum dieser Gefangene nicht mit Essen versorgt worden war. Doch leider beantwortete er meine Fragen nur mit einer Gegenfrage, aus der ich dann aber entnehmen konnte, dass das Gerippe etwas mit Abschreckung zu tun hat, für Fremde und ängstliche kleine Kajirae. Ok, ich gehöre zwar zu den Sklavinnen von etwas kleinerer Statur, aber trotzdem nicht zu den Angsthasen, konnte also echt nicht gemeint sein. Ich hoffe nur, es ist mir gelungen, den Hauptmann vor dem Auftauchen der Zeugmeisterin mit ein wenig großspurigem Aufplustern und meinem selbstsicherem Auftreten davon auch zu überzeugen, denn er meinte doch tatsächlich, ich sei aus Furcht vor einem Gerippe so schnell um die Ecke gesaust… pahhh, auch ein Hauptmann täuscht sich manchmal.

Übrigens stellte sich schließlich heraus, dass der Tote eine der Wachen der Zeugmeisterin gewesen war, für dessen Ableben ich nun angeblich die Schuld hatte, weil ich ihn zu Tode erschreckt hatte. Wie gut, dass meine Herrin mir schon so oft klar gemacht hat, dass ich nur dann Schuld habe, wenn sie es sagt und das hatte sie bei diesem Gerippe nämlich nicht. Ich ließ daher die Schuldfrage einfach von mir abprallen. Außerdem war die rotkastige Herrin wohl sowieso ganz froh, den nutzlosen Kerl losgeworden zu sein, sodass ich lieber nichts mehr dazu von mir gab, wenn ich ihr mit meinem Nichterschrecken des Herrn Arbeit abgenommen hatte, denn ich war es ja gar nicht gewesen. Außerdem füllte sich der Platz am Brunnen nun zusehends und meine Haare wurden von einem der Krieger freundlich durchgewuschelt, bevor ich ihm und der Zeugmeisterin einen Kalana servieren durfte, während der Hauptmann über die Vorteile des lauten Denkens sinnierte. Er kann dabei anscheinend besser hören, was er sagt und denkt.


Ich war mir übrigens sehr sicher, dass die Herrin entgegen ihrer Behauptung, bester Stimmung zu sein, überhaupt nicht gut drauf war, so ungehalten wie sie mehrfach schnaubte. Sie stellte sich offensichtlich die Frage, was eine Bürgerversammlung überhaupt soll, wenn doch auch sonst nichts erzählt wird. Als sich dann kurz darauf zwei der Krieger Richtung Terrasse von der Gruppe am Brunnen separierten und die Schreiberin fast gleichzeitig den Hauptmann zur anderen Seite davon zog, fühlte die Herrin sich in ihrem Unmut bestätigt und machte sich ungehalten Luft darüber, dass es keine Gemeinschaft gibt und Jorts eine Stadt der Geheimnistuerei ist, weil immer alle diesen neumodischen Vier-Augen-Dingern frönen und die Bewohner nicht informiert werden. Das war für mich natürlich nichts Neues, da meine Herrin ja ähnlich empfindet. Selbstverständlich schwieg ich jedoch zu diesem Thema und fragte bei meiner Rückkehr am Brunnen vorsichtshalber sogar noch einmal nach, ob meine Anwesenheit dort erlaubt war, war ich doch zuvor auf der Terrasse nach dem Servieren eines schnellen Ales gerade erst unwirsch weggewedelt worden, weil der Kriegerbauer mit dem netten Brauereikrieger alleine sein wollte.


Doch ich war am Brunnen nicht unerwünscht und wurde sogar von einer rauen Kriegerhand ein wenig im Nacken gekrault, während die beiden Herrschaften über Blumen, Geheimnisse, angeblich so unheimlich wichtige Gespräche sprachen und was von einer Gemeinschaft zu halten ist, in der man hinter Nachrichten hinterher rennen muss. Übrigens hat es manchmal auch Vorteile weggeschickt zu werden, denn so kam ich drum herum, ein weiteres Getränk zu servieren, das der Hauptmann der immer noch ziemlich giftigen Schreiberin nach ihrem Vier-Augen-Dings ausgeben wollte oder musste. Dafür hätte ich nämlich wieder die Terrasse betreten müssen, weil die Herrin ihr Getränk im Sitzen wünschte. Ich blieb erst einmal einfach bei der mich kraulenden Kriegerhand knien. Bevor die Herrin dann letztendlich ohne Getränk, dafür jedoch ziemlich sauer davon rannte, ritt sie übrigens erneut hochnäsig auf den Hierarchien bei den hohen Kasten herum, wonach sie selbstverständlich über den Kriegern steht… sie scheint es wirklich nötig zu haben. Hach, ich liebe mein Kajiradasein.


Zu später Ahn, als ich mich eigentlich schon auf den Weg nach Hause machen wollte, geschah übrigens etwas total Unerwartetes. Mein geheimer Schwarm war nämlich zurück und benötigte meine Hilfe, um in der Oberstadt seine Miete zu bezahlen. Wie gut, dass ich mich dort so hervorragend auskenne und ich ihn ohne Umwege zum Ratssaal führen konnte, denn andernfalls wäre die nach meinem Geschmack sowieso viel zu kurze Zeit mit diesem Krieger noch kürzer gewesen und er hätte mir nicht von dem großen Wald in Rarn erzählen können. Ich bin gespannt, ob er mir den vielleicht irgendwann mal zeigt.