Montag, 30. Juni 2014

Solche und solche Tage

...mit oder ohne Freigetränk, freie Frauen, nackte Kajirae, Ohrgeflüster, kratzende Rückenbretter und Gefahr von Vulohautentzündung.

Als ich an diesem Tag auf meinem üblichen Weg zum Gasthaus den Marktplatz erreichte, traf ich dort auf den Hauptmann, den Brauereibesitzer und Lenjas Herrn, die sich darüber unterhielten, womit man am schnellsten und einfachsten seinen Geldbeutel füllen kann… selbstverständlich bei geringstem Aufwand. So ganz einig waren sich die drei Krieger jedoch anscheinend nicht, ob nun die Zucht von Hurts, der Verkauf von Schinken oder doch der Handel mit Frauen am wenigsten anstrengend und zeitraubend, dafür aber umso gewinnträchtiger ist. Nach dem üblichen Begrüßungsbrummen des Hauptmanns meinte er mich wie fast immer sofort beschäftigen zu müssen, indem er sogleich ein Ale für den Brauereibesitzer bestellte, weil der angeblich kurz vor dem Verdursten war. Doch das stimmte überhaupt nicht. Im Gegenteil, der Herr wollte eigentlich sogar auf ein Getränk verzichten. 

Nun stellte sich jedoch heraus, dass sich der Hauptmann eigentlich erhofft hatte, der Krieger würde vielleicht eine Runde ausgeben.Während Lenjas Herr noch irgendetwas auf dem Hof zu erledigen hatte, verlagerten sich die beiden anderen Krieger nun letztendlich doch auf ein paar Getränke und zum Essen auf die Gasthausterrasse. Der Brauereibesitzer war inzwischen nämlich vom Hauptmann eingeladen worden und nutzte dies nach Hauptmannsmanier auch sofort aus, denn er bestellte gleich zwei Ale auf einmal. Anscheinend war sein Durst wohl schlagartig angestiegen. Kaum serviert kippte er das erste Ale auch in einem Zug in sich hinein, ohne zwischendurch noch einmal abzusetzen. Danach gab er höchst zufrieden von sich, dass ihm bei all seiner Braukunst Frei-Ale anscheinend doch immer am besten schmeckt. 

Absolut erstaunlich und total ungewöhnlich war übrigens, an diesem Tag fiel dem Hauptmann plötzlich auf, wie knapp ich bekleidet war… dabei hatte ich den Camisk schon öfter getragen. Aber gut, auch ein Hauptmann ist eben nur ein Mann mit schlechter Beobachtungsgabe für gewisse Dinge. Irritierend war nur, er meinte doch tatsächlich, meine Herrin habe am Stoff meiner Kleidung gespart, weil sie bei ihrem Umzug auf den neuen Landsitz zu viel Geld für Möbel ausgegeben hatte. Pahh, damit lag er selbstverständlich total falsch. Wenn es nach ihr gehen würde, wäre ich nach meinem Geschmack sicherlich ständig in viel zu viel Stoff gehüllt, denn ich habe da eigentlich immer etwas andere Vorstellungen als sie und bin sowieso am Liebsten wie die Natur mich geschaffen hat. Trotzdem versuche ich natürlich bei meinen Schneiderkünsten für meine Herrin einigermaßen akzeptable Kompromisse hinzubekommen... zumindest meistens. Ehrlich wie ich immer bin, gestand ich daher sofort ein, dass mein knappes Etwas an Stoff auf meinen eigenen Mist gewachsen war und ich es aus dem riesigen, zeltähnlichen Stoffberg eines alten Unterrocks meiner Herrin geschneidert hatte.


Auch nach dem Eintreffen des Lederarbeiters auf der Terrasse drehte sich das Thema am Tisch übrigens weiter um Sklavenkleidung bzw. wie dankbar ein Mädchen für einen Sulsack als Kleidungsstück sein sollte und ob Kajirae nicht doch am besten immer nackt sind, schwenkte aber dann zu geflüsterten Ohrtricks ab, die einige Mädchen offensichtlich sehr gut drauf haben, um zu bekommen, was sie gerne hätten. Das war für mich natürlich etwas komplett Neues und daher äußerst interessant. Weil ich selbstverständlich stets bemüht bin dazu zu lernen und dieser Trick beim Hauptmann anscheinend wohl ganz gut funktioniert, werde ich mich demnächst mal bei seiner Kajira näher nach der geeignetsten Vorgehensweise erkundigen. So oft wie ich bei dem Krieger in Obhut bin, kann es jedenfalls nicht schaden und vielleicht funktioniert diese Methode ja sogar bei meiner Herrin. Wobei ich bei ihr eher sehr, sehr skeptisch bin… aber mal abwarten.

Inzwischen fachsimpelte der Lederarbeiter mit dem Hauptmann darüber, ob der regelmäßige Einsatz seiner Kurt Ravi womöglich gefallen wird und daher wohl doch lieber die Motivationsmethode seines Gesprächspartners zu bevorzugen sei, der seine Kajirae als Erziehungsmaßnahme lieber eine Nacht nackt am Pfahl stehen lässt. Merkwürdigerweise begann das Weltbild des Sattlers plötzlich ganz heftig zu wackeln, nachdem der Hauptmann ihn ermahnt hatte, er solle sich schämen, nicht zu wissen, dass Männer doch dazu da sind, ihre Kajirae glücklich zu machen, indem sie sie grundsätzlich mit Samthandschuhen anfassen, stets ihre geheimen Wünsche erfüllen und ihnen nur kostbarste Seiden und wunderschönen Schmuck kaufen… oder hatte ich da etwas falsch verstanden? Natürlich ging es Ravis Herrn überhaupt nicht um eine Freude für seine Sklavin!

Da sich der Hauptmann nur einen Spaß mit ihm erlaubt hatte, gelang es mir mit meiner Antwort auf die Frage des schwer irritierten Sattlers nach dem größten Wunsch einer Sklavin, zum Glück schnell alles wieder ins rechte Lot zu rücken, auch wenn ich durch die Unruhe des Brauereibesitzers auf dem Sitzkissen neben mir inzwischen ziemlich abgelenkt war. Der Krieger mit den tollen roten Haaren hatte mittlerweile nämlich schon sein zweites Ale beim Wickel. Mir schwante daher ein gewisser Blasendruck als Ursache für das Herumzappeln des Herrn. Natürlich konnte ich mich danach nicht einfach so erkundigen und fragte daher lieber, ob vielleicht mit seinem Kissen etwas nicht in Ordnung ist. Doch es ging nur darum, sich eine seinem stattlichen Körperbau angemessene Sitzkuhle zu formen, eine Überschwemmungsgefahr bestand also offensichtlich nicht, sodass ich nun die seltene Gelegenheit nutzte, mich ein wenig an den Rarius anzuschmiegen.

Hach, der Hauptmann war wirklich gut drauf an diesem Abend. Das Gespräch über die neue Schneiderin in Jorts und ob Krieger Unterwäsche aus feinster Seide tragen sollten, brachte ihn nämlich auf die Superidee, ich sei immer noch viel zu bekleidet. Das fand ich natürlich ebenfalls und zog mich daher umgehend aus, damit er das bisschen Stoff schnell einsacken konnte, denn er hatte ja an diesem Tag das Sagen über mich. Lenjas Herr war zwar reichlich erstaunt, diesen Wunsch ausgerechnet vom Hauptmann zu hören, denn seine Kajira hatte sich auf Anweisung des Hauptmanns vor einiger Zeit wohl mal bedecken müssen. Tja, doch der Hauptmann meinte darauf einfach nur, es gibt eben solche und solche Tage, mal sind freie Frauen anwesend und mal nicht, so wie gestern eben.


Übrigens kenne ich eine sehr schöne Steigerung beim Anschmiegen an einen Herrn auf Gianniart. Doch auf meine Dienste als Wärmebotha in den Fellen musste ich vorerst noch ein wenig warten und mich in Geduld üben, bis der Brauereikrieger zu etwas späterer Ahn mit seinen Kesseln fertig war. Trotzdem genoss ich es natürlich sehr, mich bereits auf der Terrasse ein wenig an den Rarius ankuscheln zu dürfen, obwohl er bekleidet war, und mit sanften Fingern langsam über seinen Rücken zu wandern, zwischendurch aber auch den Hauptmann mit meinem nackten Anblick zu erfreuen. Die Löcher im Hemd des rothaarigen Kriegers waren für meine schlanken Hände übrigens wie gemacht, nur das eng auf seinen Rücken geschnallte Brett… ähhmmm… sein Schild wollte ich natürlich sagen, das störte etwas und offensichtlich nicht nur mich. Der Krieger ermahnte mich doch tatsächlich, nicht so zu kratzen, weil das bei ihm sonst zu Vulohautentzündung führen kann. Leider war er aber auch nicht bereit, das harte, störende Rückenbrett abzulegen… zumindest nicht auf der Terrasse, sondern brummte dazu nur „von wegen, soweit kommt es noch, dass ein Krieger sich nach den Wünschen einer Sklavin richtet“. ;-))

Freitag, 27. Juni 2014

Männerphänomene

Es war ungewöhnlich ruhig in der Stadt, da viele Bewohner offensichtlich auf Reisen waren. Doch das ist in dieser warmen Jahreszeit eigentlich nicht ungewöhnlich, sondern eher normal und jedem zu gönnen. Da ich nicht vorhersehen konnte, ob sich nicht vielleicht doch noch Bedarf an meinen Diensten ergeben würde, platzierte ich mich strategisch günstig am Marktplatz in der Unterstadt. Von dort hatte ich eine recht gute Sicht Richtung Hafen, aber gleichzeitig auch die Terrasse im Blick. 

Es dauerte übrigens nicht lange, da tauchte Lenjas Herr auf. Ob er nun von der Jagd zurück war oder einer Reise erfuhr ich leider nicht, weil er mich sogleich zur Rede stellte, warum ich mich dort alleine aufhielt. Dieser Umstand behagte ihm anscheinend nicht wirklich, da er wohl eine gewisse Gefahr sah, dass irgendjemand mich einfach einsammeln könnte... möglicherweise auch ein Fremder. Natürlich war ich anderer Meinung, freute mich aber gewaltig über seine Besorgnis und verkniff mir lieber meinen Kommentar dazu. Wobei es selbstverständlich sowieso nicht meine Art ist, einem Freien zu widersprechen. Außerdem gefiel mir der Befehl des Kriegers, ihm in sein Haus zu folgen, dem ich ohne lange Widerrede sofort nachkam, weil ich mich anscheinend nützlich machen durfte.

In seinem Haus angekommen, kramte der Krieger wortlos in einer Kiste mit verschiedenen Hölzern herum, die er einer genaueren Musterung unterzog. Zwischendurch brummte er vor sich hin. Es dauerte nur ein paar Ihn, bis eines offensichtlich seinen Vorstellungen entsprach. Mir wurde nun klar, dass er anscheinend seinem Hobby nachgehen und schnitzen wollte. Sofort machte sich leichte Aufregung in mir breit und ich bekam etwas Herzklopfen, denn vielleicht hatte der Rarius vor, die neue Spielfigur für sein Kaissabrett in Angriff zu nehmen, für die ich ihm Modell stehen durfte? Doch ich wollte nicht neugierig erscheinen und wagte daher nicht nachzufragen. Schließlich verließ er sein Haus wieder, um sich in der Unterstadt ein ruhiges Plätzchen zum Schnitzen zu suchen.

Da immer damit zu rechnen ist, dass sich die Terrasse des Gasthauses sehr schnell füllt und der Herr wohl eher Ungestörtheit suchte, entschied er sich für die meistens recht ruhige Taverne. Auf dem Weg dorthin trafen wir am Hafen den Hauptmann und den Lederarbeiter, die gerade die Vor- und Nachteile erörterten, wenn dort auf dem Block eine Kajira als Begrüßung für Besucher zur Schau gestellt wird. Um sich ein besseres Bild darüber machen zu können, hatte der Sattler seine Kajira dort mit allen Vieren von sich gestreckt zwischen zwei Pfählen als Anschauungsbeispiel angebunden und erfreute sich zusammen mit dem Hauptmann offensichtlich an ihrem nackten Körper. Tja, während Ravi sich eher ein wenig zierte, weil es ihr anscheinend nicht so wirklich behagte, dort in dieser Pose von allen Seiten betrachtet zu werden, stellte sich heraus, dass ihre Stellung für eine ergonomisch günstige Benutzung nicht geeignet ist.

Lenja und ihr Herr waren inzwischen in der Taverne verschwunden. Der Lederarbeiter nahm das nun zum Anlass die Fesseln von Ravi wieder zu lösen und zusammen mit dem Hauptmann ebenfalls die Taverne aufzusuchen, um dort eine Runde auszugeben, da seine Sattlergeschäfte seit einiger Zeit wohl recht einträglich laufen. Wie immer, wenn etwas umsonst für ihn ist, nutzte der Hauptmann dies natürlich aus und gelüstete nach einem besonders edlen Kalana aus Turia. Dumm nur, dass kein Wein aus dieser Stadt aufzutreiben war, auch wenn ich dafür jede Menge Detektivarbeit entwickelte und sogar auf den Tresen krabbelte, um das Etikett einer ziemlich eingestaubten Botha genauer inspizieren zu können. Er musste letztendlich dann also doch mit dem guten Kalana aus Jorts Vorlieb nehmen.

Übrigens passierten an diesem Abend mit den Männern echt merkwürdige Phänomene. Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht vielleicht sogar mit meiner Staubwolke zusammenhing. Nee, nicht meine Staubwolke... so viel wie ich immer hin und her flitze kann sich auf mir gar kein Staub absetzen. Es geschah nach meinem Anpusten der verdreckten Botha etwas sehr Eigenartiges mit den drei Herren und dies vermutlich, weil ich die an einen Nebel erinnernde Wolke natürlich mit reaktionsschnellem Gefuchtel beider Hände schnell unsichtbar gemacht, sie dabei aber leider im Raum verteilt hatte. Danach waren die Männer merkwürdigerweise irgendwie verwandelt. 

Ok, beim Servieren des Kalanas für den Hauptmann war alles noch fast normal, außer dass er noch brummiger und uninteressierter an mir als sonst war, weil die Suche nach seinem extrateuren Tropfen in der mir ziemlich unbekannten Taverne etwas länger gedauert hatte. Und dass ein besonders hingebungsvoller Serve bei diesem Krieger fast immer Binas vor die Tarsk ist und bestenfalls mit einem unwirschen Kopfditscher honoriert wird, wenn ich nicht sogar komplett übersehen werde, weiß ich ja eigentlich auch. Nein, äußerst ungewöhnlich war das ziemlich ausgeprägte Schweigen des Hauptmanns, das in mir die Vorstellung wach werden ließ, er sei mit seinen Gedanken auf einem anderen Planeten und würde einem Haufen Männern zuschauen, die über eine große Wiese im Zickzack hin und her liefen, um sich gegenseitig einen Ball abzujagen.

Eigentlich noch schweigsamer oder man kann sogar sagen komplett schweigsam und vor allem beängstigend lethargisch war Lenjas Herr, der nicht mal einen Hauch von Interesse an der vom Lederarbeiter ausgegebenen Getränkerunde zeigte. Sein ablehnendes Nein nach der Einladung des Sattlers war das Letzte, was ich an diesem Abend von ihm hörte. Mit offenen Augen, dafür aber unbeweglich wie eine Statue starrte er danach nur noch vor sich hin und war für niemanden mehr ansprechbar. Da ich mir wirklich nicht vorstellen konnte, dass dieser Krieger ähnlichen außergoreanischen Visionen nachhing wie der Hauptmann, nahm ich an, dass es sich hier um ein anderes Männerphänomen handeln musste, nämlich vielleicht um eine Art Kreativitätsvorstufe vor der künstlerischen Schnitzperiode eines Kriegers, der aus einem Stöckchen eine Kaissafigur entstehen lassen will.

Der Lederarbeiter war übrigens das genaue Gegenteil der anderen beiden Männer. Gut gelaunt und ziemlich aufgekratzt durch Ravis Feuer genoss er mehr als offensichtlich ihre Nähe bei einem Becher Paga, bekam mit der Aussage des Hauptmanns allerdings den Floh ins Ohr gesetzt, dass meine Herrin mich inzwischen vielleicht verkauft hat und ich nur noch nichts davon weiß. Nur logisch also, dass sich in mir nun auch noch eine dritte Flut von Gedanken breit machte, während ich gleichzeitig erschrocken meinen Kragen abtastete, der sich aber immer noch so anfühlte wie seit inzwischen vielen Jahren. Auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, dass meine Herrin mir von meinem Verkauf nichts erzählen würde, bin ich selbstverständlich nur eine Sklavin ohne Rechte, auch nicht auf eine solche Information. 

Immerhin klärte sich mein angeblicher Verkauf nach einiger Belustigung des Lederarbeiters und des Hauptmanns zuletzt doch noch und der Name meiner Herrin steht immer noch drauf, sodass ich mit dem wundervollen Gefühl im Bauch nach Hause laufen durfte, wenigstens zur Unterhaltung von zwei Herren von dreien beigetragen zu haben. Trotzdem verstehe ich nicht, was das für Männerphänomene waren, die ich mit der Staubwolke ausgelöst hatte... aber ich muss wohl auch nicht alles verstehen.^^

Donnerstag, 26. Juni 2014

Wiese, Wald und Taverne...

…Waffentraining mit Weinausschank gegen Wehwehchen und Waldlauf mit Alkovenbelohnung.

Wie jedes Mal in der Mitte der Hand wurde ich im Laufe des Tages immer unruhiger, je näher die Ahn des Waffentrainings der jortsschen Krieger rückte. Für meine Herrin war das natürlich nicht neu und sie wusste auch, wie sehr ich mich sputete, um alle mir übertragenen Aufgaben zwar besonders schnell, aber trotzdem gründlich und gewissenhaft zu erledigen. Wahrscheinlich machte ich sie wie so oft an solchen Tagen auch am gestrigen irgendwann mit meiner Zappelei nervös, sodass sie mich zum Trainingsbeginn dann zur Wiese hinterm Hof schickte, um endlich die nötige Ruhe für ihre Kastenarbeiten zu haben.

Ich kam übrigens keine Ehn zu früh dort an, denn das Waffentraining war bereits in vollem Gange bzw. einige Krieger legten schon ihre erste Pause ein. Irgendwie klar, dass Darks Herr zu den Pausemachern gehörte, denn er ächzt und stöhnt ja immer gerne gewaltig herum und tut so, als hätte er fürchterliche Alterswehwehchen. Seine Superkondition in den Fellen mit Dark und mir beweist jedoch jedes Mal, dass das überhaupt nicht der Fall sein kann. Ich bin mir eigentlich sicher, das bisschen Herumrennen und Schwertfuchteln auf der Wiese ist nicht mit einer Nacht mit uns beiden heißblütigen Rotseidenen vergleichbar. Und die häufigen Trainingspausen des Hauptmanns hatten gestern vermutlich ebenfalls nicht ihre Ursache in einem Wehwehchen namens Flüssigkeitsdefizit, sondern darin dass Dark den weißen Kalana ihres Herrn dabei hatte. 

Obwohl es also angeblich nur um den Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts in seinem Körper ging, kam es mir nämlich so vor, als ob der Hauptmann für den köstlichen Wein von Darks Herrn irgendwie mehr Leidenschaft entwickelte, als für das Training… dabei trinkt er sonst eigentlich immer roten Kalana, wenn es kein Paga ist. Aber egal, Darks Weinausschank hatte echte Vorteile, weil sich dadurch die Krieger immer wieder zu uns gesellten. Mir kam sogar die Ehre zu, den Becher für Lenjas Herrn halten zu dürfen, während er die nächste Trainingsrunde einlegte. Ganz besonders schön fand ich natürlich, als er mich plötzlich zur Seite zog, um mir einen Dark betreffenden Befehl ins Ohr zu flüstern und ich seinen warmen Atem an meiner Wange spürte.

Hadi und ich wurden an diesem Waffentrainingstag übrigens noch besonders verwöhnt, nachdem Dark und ihr Herr bereits Richtung Gasthaus verschwunden waren. Wir kamen nämlich in den unerwarteten Genuss, uns eine oberleckere Wurst aus einer Lebensmittellieferung für den Gefährten der Schreiberin teilen zu dürfen, die Hadi dem netten Krieger in einem Korb überreicht hatte. Hach, ob ich damit vielleicht meiner goreanischen Idealfigur ein kleines Stückchen näher gekommen bin? Mit Sicherheit hat die köstliche Stärkung aber wohl bewirkt, dass ich beim anschließenden Bogentraining des Hauptmanns und Lenjas Herrn besonders schnell als Zielkajira durch den Wald flitzen konnte. 

Genau wie in der letzten Hand, war übrigens auch diesmal wieder Lenjas Herr derjenige, der die entscheidenden Treffer auf Hadi und mir landete und somit Sieger wurde, obwohl mir vorher eigentlich der Hauptmann gefühlt pasanglang an den Hacken geklebt hatte. Seine positive Äußerung über meine Schnelligkeit beim Waldlauf, die übrigens meine inzwischen aufgetauchte Herrin ebenfalls mitbekommen hat, habe ich mich natürlich riesig gefreut, denn ich bin mir nicht sicher, ob sich der Hauptmann überhaupt schon mal lobend über mich geäußert hatte. Doch das muss er selbstverständlich auch nicht. Er macht es vermutlich genau wie meine Herrin. Bei ihr bedeutet Nichtmeckern nämlich immer, dass sie mit mir zufrieden ist.

Gestern muss sie übrigens besonders zufrieden mit mir gewesen sein, denn sie verzichtete für den Rest des Abends auf meine Dienste und sogar auf ihre Honigmilch. Angeblich war sie mit dem Durchsehen irgendwelcher Unterlagen für ihre Kaste noch nicht fertig. Doch ich bin mir sicher, dass meine immer sehr tolerante, großzügige und verständnisvolle Herrin genau weiß, wie schwer es eine rotseidene Kajira oft mit ihrem Sklavenfeuer bei einer freien Frau hat und sie mir einfach nur einen tollen Abschluss dieses Trainingstages im Alkoven der Taverne mit Lenjas Herrn und Hadi gönnen wollte… danke! ;-)))

Mittwoch, 25. Juni 2014

Schinken schlägt Sklavenbrei

Als meine Herrin und ich gestern in der Unterstadt eintrafen, war noch kein Freier auf der Gasthausterrasse zu entdecken, stattdessen hatten sich mehrere Krieger vor dem Brunnen versammelt. Wegen ihrer längeren Abwesenheit musterte meine Herrin natürlich erst einmal das Brett mit den Aushängen und entdeckte dabei einen vollgekritzelten Zettel, der kaum zu entziffern war. Zum Glück konnte der Hauptmann sie über diesen Nachrichtenzettel aufklären, sodass meine Herrin nun eine Möglichkeit sieht, ihrem Heimstein mitzuteilen, wer sie gerade entführt, wenn sie mal wieder alleine durch Gor reist, während sich die Krieger mit diesem Wissen dann gemütlich auf einen Paga zusammensetzen könnten, um in Ruhe auf die ersten Angebote zu warten. Ich bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher, aber sie äußerte sich noch zu zwei denkbaren Varianten für diesen Fall: Entweder die Entführer bieten genug und die Krieger holen sie schließlich ab oder es reicht einfach darauf zu warten, dass meine Herrin ihre Entführer vor sich her zum jortsschen Kennel treibt… oder hab ich da etwas falsch verstanden?

Egal, bei dem ganzen Für und Wider zu solch schwierigen Überlegungen, bekam der Hauptmann logischerweise Pagadurst und meine Herrin Gelüste auf ihre Honigmilch, sodass sich schließlich alle Freien auf die Sitzkissen der Terrasse verlagerten, wo sich gleichzeitig die Gelegenheit bot, nun ihren Wissensdurst über den Grund für den Umzug meiner Herrin auf einen größeren Landsitz zu befriedigen. Der Hauptmann meinte doch tatsächlich, dieser Umzug wäre überhaupt nicht erforderlich gewesen, weil bei zu vielen angesammelten Möbeln ein gründliches Ausmisten sicherlich gegen den zu kleinen Landsitz geholfen hätte. Leider hatte er nicht bedacht, dass nicht die Möbel den Grund geliefert hatten, sondern der zu knappe Platz für die vielen Kleider meiner Herrin. Naja, was versteht auch ein Hauptmann mit zwei Kriegertuniken und einem Umhang schon vom Platzbedarf für die Roben einer freien Frau!

Inzwischen war Sita, Kajira und gleichzeitig Glücksbringer des Hauptmanns, zurückgekehrt und brachte ihrem Herrn den beim Würfeln gewonnenen Sechssilberschinken. Mit Erstaunen erfuhr ich jetzt übrigens erst, dass der Hauptmann anscheinend ein Vermögen von insgesamt 6 Silber verzockt hatte, denn durch gewisse Berührungen von Lenjas Herrn war ich vom Würfeln der beiden Krieger schließlich doch so abgelenkt gewesen, dass ich nicht mehr zählen konnte, wieviel Geld insgesamt den Besitzer gewechselt hatte. Verständlicherweise gelüstete es den Hauptmann jetzt nach seinem Gewinnschinken, denn als Vegetarier habe ich ihn noch nie angesehen. In seiner großen Zufriedenheit über diesen oberleckeren Gewinn befahl er Sita nun, einen großen Teller mit Schinkenbroten zu schmieren und lud sämtliche Freien am Tisch großzügig ein zuzulangen.

Während mir bei dem Anblick des wirklich köstlich aussehenden Brot- und Schinkenbergs sogleich das Wasser im Mund zusammen lief, bemerkte ich, dass meine Herrin durch ein Gespräch mit Lenjas Herrn die Einladung zum Essen offensichtlich nicht mitbekommen hatte. Mir gänzlich unerklärlich erkundigte sie sich doch tatsächlich bei mir, ob Quark vorrätig ist. Ich vermutete daher, ich soll ihr auf den Schinken noch eine zusätzliche Quarkschicht streichen. Wobei ich eigentlich damit rechnete, sie eher falsch verstanden zu haben, zumal es mir kein bisschen unlieb gewesen wäre, den Schinken vom Brot sammeln zu dürfen und durch einen anderen Aufstrich zu ersetzen. Auch wenn ich mich anstrengte, mir nichts anmerken zu lassen, schwebte mir eine geeignete Entsorgung der Schinkenscheibe bereits vor.

Leider machte eine Bemerkung von Lenjas Herrn sehr deutlich, dass man mir offensichtlich doch meiner Bemühungen ansehen konnte, wie selbstlos ich bei dieser Aktion auf den Schinken spekulierte. Puhh, was nun folgte war eine echt oberschwere Prüfung für mich. Inzwischen hielt ich nämlich in einer Hand das Brot und in der anderen zwischen Daumen und Zeigefinger die Schinkenscheibe und musste dabei immer wieder schlucken, weil in meinem Mund bei dem Anblick des köstlichen Schinkens die Spucke zusammenlief. Leider wurde meiner Herrin jetzt jedoch plötzlich klar, dass es sich bei dem Belag ausgerechnet um DEN Schinken handelte. Im Zusammenhang mit Sita und mir als Glücksbringer hatte ich ihr natürlich von dem Gewinn des Hauptmanns erzählt, den sie selbstverständlich nun doch probieren wollte, um nicht unhöflich zu erscheinen. 

Mir blieb also nur, mir meine Enttäuschung nicht anmerken zu lassen, Schinkenscheibe und Brot wieder zusammenzudrücken und die Köstlichkeit meiner Herrin zu reichen, die sofort mit funkelnden Augen und offensichtlichem Vergnügen davon abbiss. Ihr anerkennendes Zungenschnalzen veranlasste prompt den Hauptmann zu dem Hinweis, dass man solch leckeren Schinken nicht nur gewinnen, sondern bei Lenjas Herrn auch kaufen kann… keine Ahnung, ob er sich davon vielleicht eine Provision erhoffte? Aber egal, meine Schinkengelüste waren natürlich immer noch heftig, trotzdem war es mir in meiner selbstlosen Art… nagut, annähernd selbstlos war es mir vor allem ein Anliegen, den Speiseplan meiner Herrin durch den Kauf von Schinken zu erweitern, um sie damit zu erfreuen und ihr etwas mehr Abwechslung im Brotbelag zu bieten, denn sie isst nur ganz selten Fleisch.

Wahh, genau das war natürlich auch sofort ihr Argument gegen den Kauf. Komisch, sie behauptete auch noch, dass im Sklavenbrei Schinken sowieso nicht schmeckt. Damit begann für mich ein schwieriger, diplomatischer Eiertanz, bei dem ich aufpassen musste, in meiner Fastselbstlosigkeit nicht plötzlich undankbar oder gierig zu erscheinen, denn es ging mir selbstverständlich nicht um Mitleid wegen meiner großen Abneigung gegen den ekeligen Sklavenbrei. Lenja war bei meinen Argumenten auch leider nicht wirklich eine Hilfe, im Gegenteil übrigens zu ihrem Herrn und dem Hauptmann. Während meine Herrin etwas über meine angebliche Mitleidsmasche von sich gab, schafften es zu meiner großen Freude die beiden Krieger, sie davon zu überzeugen, dass mir ab und an etwas Fleisch bestimmt bestens bekommen und vielleicht sogar dazu führen wird, dass sich meine Figur dem goreanischen Schönheitsideal doch noch etwas annähert. Ich bekam also tatsächlich doch noch die Erlaubnis für den Kauf von etwas Tabukschinken mit wenig Fett.

Bei einem anderen Anliegen von Lenjas Herrn an meine Herrin wurde mir dann klar, wie wichtig es ist, in Zukunft tatsächlich mehr zu essen. Er erzählte ihr nämlich, dass er ein Kaissaspiel besessen hatte, das bei dem Inferno wie so viele andere Dinge leider verbrannt ist. Das Besondere an diesem Spiel waren für den Krieger einige Figuren, die anscheinend Personen aus der Stadt dargestellt hatten und die er nun ersetzen möchte. Stimmt, ich habe den Herrn schon oft an dem einen oder anderen kleinen Stück Holz schnitzen gesehen. Was für eine große Ehre, für eine der neuen Figuren darf ich ihm jetzt Modell stehen, denn meine Herrin hatte keine Einwände dagegen… wobei ich ihre Befürchtungen überhaupt nicht verstanden habe. Angeblich braucht sie nun wieder ewig, bis sie die Luft aus mir herausbekommen hat und ich nicht mehr schwebe. Trotzdem sehe ich den ekeligen Sklavenbrei jetzt plötzlich mit ganz anderen Augen, allerdings nicht als Ballast gegen Höhenflüge, sondern weil ich als „Stöckchen“ auf einem Kaissabrett wohl doch nicht allzu viel hermache. ;-))

Dienstag, 24. Juni 2014

Gerade noch die Kurve gekratzt

Ich war auf meinem Weg zum Hafen bereits durch das große Stadttor gelaufen, hatte beim Passieren selbstverständlich auch nicht vergessen, die beiden Wachen freundlich zu grüßen, als mir plötzlich siedend heiß einfiel, dass ich nicht nur die Tür im Haus meiner Herrin aufgelassen, sondern auch nicht dran gedacht hatte, ihr Fell schnell noch ordentlich zu richten. Auf diesem kuschelig weichen Teil, auf dem ich es mir während ihrer Abwesenheit immer gut gehen lasse, hatte ich zuvor noch etwas Schlaf nachgeholt, der in der vergangenen Nacht beim Fellwärmen für Lenjas Herrn ein wenig zu kurz gekommen war. Nun wollte ich nach dem nächsten Schiff Ausschau halten, denn wenn sich nichts Unvorhergesehenes mehr ereignen sollte, erwartete ich meine Herrin an diesem Tag zurück. Daher war es mir natürlich besonders wichtig, dass sie Zuhause alles wie gewohnt ordentlich vorfindet.

Auf meinem Rückweg begegnete mir die Schreiberin, die sofort Verständnis dafür hatte, dass ich schnell weiter lief, nachdem ich ihr von meinem Versehen mit der Tür erzählt hatte. Während ich im Untergeschoss des Hauses schnell noch die Kissen richtete und mich davon überzeugte, dass im Sklavenhaus alles den Wünschen meiner Herrin entsprach, hörte ich über mir plötzlich leise Geräusche, die mich neugierig nach oben sausen ließen. Es gibt wirklich Zufälle, die kaum zu glauben sind. Denn während ich mich unten aufgehalten hatte, muss meine Herrin angekommen sein… allerdings offensichtlich über die Außentreppe gleich ihre Privaträume aufgesucht haben. Meine Wiedersehensfreude war natürlich riesig und ich glaube, meine Herrin war ebenfalls ganz froh, mich unbeschädigt und ohne einen einzigen Kratzer vorzufinden. 

Leider war sie ziemlich müde von ihrer Reise, brannte aber trotzdem darauf zu hören, was ich während ihrer Abwesenheit erlebt hatte. Da ich mir diesmal selbstverständlich nichts zu Schulden kommen lassen hatte, kam ich diesem Wunsch natürlich sehr gerne nach. Wobei ich meiner Herrin noch nie meine Missgeschicke oder Fehler verschwiegen habe, mit denen ich womöglich sogar jemanden verärgert hatte. Auch wenn ich logischerweise bestimmte Details in meinem Bericht wie immer ausließ, von denen meine keusche, züchtige Herrin sowieso nichts versteht, informierte ich sie natürlich auch über die Folgen meines Übermuts bzw. mein kreatives Denken beim letzten Waffentraining, an dem Fios Herr erst ein wenig Anstoß genommen hatte. Da ich die beiden Krieger letztendlich aber mit meinem Tun dann doch erfreut hatte, war meine Herrin von meiner Leistung wohl ganz angetan und zufrieden mit meinen Diensten, zumal sie mir ja auch erst vor kurzem ein Zertifikat als geprüfte Zielkajira ausgestellt hatte.


Ganz besonders wichtig war natürlich noch, ihr von dem mittlerweile feststehenden Termin für den demnächst in Jorts stattfindenden Wandermarkt zu erzählen. Während ich mich jeden Tag um die Blumen meiner Herrin kümmert hatte, war ich mir nämlich die Idee gekommen, dass sie vielleicht einige ihrer wirklich üppig sprießenden Pflanzen verkaufen könnte, da es in ihrem Garten allmählich etwas eng wird. Seit der Anschaffung des Gewächshauses wachsen und gedeihen die Blumenableger besonders geschützt und damit recht schnell, sodass durchaus das eine oder andere Blümchen verkauft werden kann. Obwohl meine Herrin immer wieder behauptet, sich mit den Namen ihrer Blumen nicht auszukennen und auch sonst angeblich nicht allzu viel botanische Ahnung zu haben, ist sie in meinen Augen einfach ein Naturtalent und hat bei ihrem Hobby wirklich ein sehr gutes Händchen… also nicht nur bei der Zucht von Pfeffer, der nämlich auch ohne Gewächshaus in dem guten Klima von Jorts wirklich gut wächst und gedeiht.

Ich bin mir nicht sicher, ob sich meine Herrin mit dem Verdauen meines Vorschlags über den Verkauf einiger ihrer Pflanzen schwer tat oder ob nun doch die Strapazen ihrer Reise und der Umzug ihres Landsitzes ihren Tribut forderten. Jedenfalls zog sie sich recht früh zurück. Da ich wegen meines Nachmittagsschläfchens jedoch noch überhaupt nicht müde und irgendwie sogar ziemlich aufgekratzt war, machte ich mich trotz der vorgerückten Ahn noch auf den Weg in die Unterstadt, um mich dort vielleicht etwas nützlich zu machen. Auf der Terrasse des Gasthauses traf ich allerdings nur den Hauptmann und den Lederarbeiter mit Ravi an, die ihrem Herrn anscheinend gerade einen Fehler beichtete. Da der leicht abwesend erscheinende Hauptmann keine seiner Kajirae dabei hatte, durfte ich mich um das Nachfüllen seines Pagabechers kümmern, was ich natürlich sehr gerne tat. Leider war es mir jedoch nicht vergönnt, allzu lange an der guten Seite des Hauptmanns, also links von ihm zu knien, da ich diesen Platz selbstverständlich sofort räumte, als plötzlich doch noch Sita auftauchte.

Auch wenn sie mir sofort lächelnd mitteilte, es sei genug Platz für uns beide neben ihrem Herrn, rutschte ich natürlich schnell zu seiner anderen Seite hinüber und wagte sogar den kleinen Versuch, mich ein wenig an ihn anzuschmiegen. Doch wie erwartet ignorierte er dies einfach, ließ mir nicht mal einen seiner typischen Kopfpatscher zukommen. In Anbetracht des verlorenen Geldes bei der Zockerei mit Lenjas Herrn am Vorabend machte sich in mir langsam der Gedanke breit, ob der Hauptmann vielleicht so abwesend war, weil er darüber grübelte, wie er seinen arg geschröpften Geldbeutel möglichst schnell wieder füllen kann, womit ich gar nicht so falsch lag. Pech für mich war nur, dass er sich bei meinem Anblick an den Preis erinnerte, den der Händler für mich genannt hatte und nun ernsthaft darüber sinnierte, ob er mich nicht einfach nach Regel Nummer 1 verkaufen sollte, sodass ich schnell etwas von dem Krieger wegrutschte. 

Nach dieser Regel kann man angeblich alles tun, darf sich dabei nur nicht erwischen lassen, teilte er dem erstaunten Sattler mit, der mich jetzt plötzlich besonders interessiert musterte. Oha, mir wurde sofort klar, dass ich mich ab sofort auf sehr dünnem Eis bewegte, das jederzeit einbrechen konnte. Natürlich versuchte ich von mir abzulenken, indem ich mich ins Zeug legte, um dem Hauptmann alternativ den Verkauf von Shani schmackhaft zu machen. Zum einen war an ihrer üppigen Figur sehr viel mehr dran als an mir, viel entscheidender war jedoch, dass die bei dem Händler vorliegenden Angebote einen erheblich höheren Verkaufspreis besagten. Es war daher also nicht weiter verwunderlich, dass meine Vorsätze zum Klappe halten noch schneller dahinschwanden, als sich immer die ekelige Haut auf der heißen Milch meiner Herrin bildet. Puhhh, zum Glück zog es den Lederarbeiter wegen der späten Ahn dann aber doch nach Hause. 


Leider war trotzdem noch kein Aufatmen angesagt für mich, denn der Hauptmann meinte es anscheinend wirklich ernst mit meinem Verkauf und befahl mir schließlich, ihm zusammen mit Sita in sein Haus zu folgen. Tja, und was soll ich sagen… keine Ahnung wieso, aber es gelang mir dort so gerade eben doch noch die Kurve zu kratzen. Vielleicht kam ich tatsächlich durch mein Gequassel um einen Sklavensack herum, denn solch ein Teil ist ja nicht gerade schallisoliert oder er nimmt die beiden Säcke doch übereinander für sich selbst wegen seinem erhöhten Wärmebedarf, den seine beiden Kajirae anscheinend nicht ausgleichen können…oder wie war das noch? Egal, ich erinnere jedenfalls noch aus der Zeit vor dem Inferno sehr genau, wie schnell dieser Herr einen Knebel bei der Hand haben kann und war außerdem sowieso verstummt, nachdem ich sein Haus erreicht hatte… zumindest so gut wie. Auf dem Weg dorthin war mir der Ernst meiner Lage natürlich mehr als bewusst geworden, in die ich mich wahrscheinlich gerade durch mein Geplapper gebracht hatte. 

Nun habe ich mir noch mehr als sowieso schon vorgenommen, mich ab sofort nur noch obervorbildlich zu benehmen, damit der Hauptmann meine liebreizende, wohlerzogene Nähe so richtig zu schätzen lernt und genießt, sodass er sein verzocktes Geld komplett vergisst und kein Interesse mehr hat, mich loswerden zu wollen. Denn ich bin mir nicht sicher, wie ich sein letztes Brummen zu deuten hatte, bevor er sich entschloss mir doch keinen der beiden nicht gerade einladend aussehenden Sklavensäcke überzustülpen, die Sita für ihn aus einer Kiste gekramt hatte. Allerdings ist wohl zu befürchten, dass er seine Überlegungen zum Auffüllen seines Geldbeutels doch noch nicht ad acta gelegt hat… Vorsicht sollte für mich also vorerst weiterhin die Mutter der Porzellankiste bleiben! ;-)

Montag, 23. Juni 2014

Glücksbringer

Eigentlich war ich wie befohlen auf dem Weg zum Haus von Lenjas Herrn, um mich bei ihm zu melden. Den Weg durch die Unterstadt konnte ich mir allerdings sparen. Ich traf ihn nämlich vor dem Haupttor im Gespräch mit der Baumeisterin und dem Hauptmann. Nach einem freundlichen Gruß kniete ich mich natürlich erst einmal einfach nur stumm dazu, um die Unterhaltung der Freien nicht weiter zu stören und außerdem wollte ich nicht schon wieder den Unmut des Kriegers auf mich lenken. Ein wenig hoffte ich natürlich darauf, dass seine Wut nach dem Waffentraining auf mich inzwischen etwas verpufft war. Die Chancen dafür standen offensichtlich wohl auch ganz gut, denn ich wurde von ihm gar nicht weiter beachtet.

Zentraler Treffpunkt der Bürger von Jorts war an diesem Tag erstaunlicherweise der Hang vor dem großen Stadttor, sodass Gedanken in mir aufkeimten, das Gasthaus könnte geschlossen haben… doch dem war nicht so. Wobei Sitzmöglichkeiten vor dem Tor natürlich nicht vorhanden waren, sodass es ein ständiges Kommen und Gehen unter den Herrschaften gab, denn kaum war ein weiterer Krieger aufgetaucht, folgte Lenjas Herr auch schon der Baumeisterin in die Unterstadt… dafür traf dann wenige Ihn später der Händler mit Shani ein. Ebenfalls ungewöhnlich fand ich, dass sich die Herren nicht wie sonst üblich in eines der Oberstadthäuser zurückzogen, sondern sich diesmal über alles mögliche in der Öffentlichkeit unterhielten, z.B. über die Ratserweiterung, ein ärztliches Attest, einen Bestechungsversuch, um über eine Gefährtenschaft in den Stadtrat zu gelangen oder die demnächst anscheinend anstehende Fertigstellung des neuen Badehauses. 


Natürlich war mir sofort klar, dass es dem Hauptmann bei seinen Überlegungen zur Einweihung des neuen Bades nicht um meine Dienste als Badekajira ging, denn warum sollte ihn ausgerechnet nach mir gelüsten, wo er doch zwei eigene Sklavinnen hat? Obwohl ich mich wie immer in letzter Zeit… oder zumindest fast immer… auch an diesem Tag wieder wie ich fand sehr vorbildlich in Schweigsamkeit übte, vermutete ich, dass mir der Fiesling einfach aus Spaß an der Sache eine weitere Mundspülung angedeihen lassen will, denn er hatte vor kurzem schon eine Bemerkung darüber fallen lassen. Das vorsorgliche Zusammenkneifen meiner Lippen zu einem schmalen Strich, war daher nur logisch, während ich den Herren weiter zuhörte. 

Die Reihenfolge der vielen Themen erinnere ich zwar nicht mehr so richtig, weiß aber noch, dass die beiden Tierbesitzer auf die Reinigung des Affenkäfigs und die Krallenpflege des Sleens vom Hauptmann zu sprechen kamen. Zum Glück war ich vor kurzem dem Affenbesitzer wegen meiner anderen Fähigkeiten für die Käfigreinigung zu schade gewesen, was hoffentlich auch in Zukunft so sein wird. Viel größer ist da eigentlich die Gefahr, vom Hauptmann den Befehl zu erhalten, beim Geschnippel an den Füßen von Fenris helfen zu müssen. Seine beiden Kajirae bekommen das anscheinend nicht wirklich auf die Reihe, denn sie schaffen es wegen nicht ansässiger grüner Kaste in Jorts ohne Medikament nicht, meinen Betäubungsvorschlag bei dem Sleen umzusetzen. Eigentlich nicht mein Problem… dachte ich jedenfalls, wurde aber prompt eines Anderen belehrt.

Der Hauptmann erinnerte sich nämlich auf einmal daran, dass ich mich während der Abwesenheiten meiner Herrin doch immer in seiner Obhut befinde und er daher noch mehr als sonst über mich verfügen kann. Besonders gemeine Aufgaben überträgt er leider sehr gerne auf die Kajirae anderer Herrschaften und versucht auch immer wieder Shani dafür einzuspannen… so auch gestern. Doch da hatte er nicht mit dem Händler gerechnet, der klipp und klar ein paar sehr ernste und vor allem zutreffende Worte über das Thema Schadenersatz von sich gab, die mir wie Öl runter gingen, was ich mir aber selbstverständlich nicht anmerken ließ. Besonders freute mich dabei, dass Shanis Herr nicht nur von seiner eigenen Sklavin sprach. Nein, er rückte dem Hauptmann fast sogar ein wenig den Kopf zurecht und äußerte sich über eine Summe meinen Wert betreffend, die meiner Herrin bei Verlust ihres Besitzes erstattet werden müsste und die den Hauptmann ziemlich blass werden ließ. 


Dieses mir eigentlich immer sehr unangenehme Thema wurde wenigstens nur kurz erörtert, leider jedoch von einem anderen ebenso doofen abgelöst… meiner nicht dem goreanischen Schönheitsideal entsprechenden Figur. Wobei es ursprünglich nur darum ging, an Shani und mir zu sehen, welcher Sklavenschmuck den beiden Hauptmannskajirae wohl am besten steht. Dabei hätte es für mich eigentlich nicht schlimmer kommen können, denn neben der so wundervoll propper gebauten Shani konnte ich figurmäßig nicht mal ansatzweise mithalten. Nicht weiter verwunderlich also, dass ich mich mit meinen Posen neben ihr nicht allzu sehr ins Zeug legte, zumal ich manchmal mangels Masse sogar als Stöckchen bezeichnet werde. Egal wie viel ich auch esse, mein Busen und mein Bauch werden einfach nicht üppiger. Ok, ich gebe ja schon zu, dass ich ohne Würgen von dem ekeligen Sklavenbrei auch immer nur gerade so viel herunter bekomme, dass mein Magen nicht ständig knurrt. 

Im Nachhinein bin ich mir übrigens nicht sicher, ob es nicht Lenjas Herr war, der das Figurthema beendete. Auf der Suche nach dem Händler, dem er über seine Gespräche mit den beiden Ärztinnen in Belnend berichten wollte, tauchte er nämlich erneut vor dem Stadttor auf und fragte lachend, ob wir dort inzwischen gewurzelt hatten bzw. festgewachsen waren, während er ausgiebig am Hafen mit dem Brauereibesitzer gezockt hatte. Das war natürlich nicht der Fall, für den Händler aber das Stichwort, sich nach dem kurzen Informationsaustausch mit dem Krieger in sein Haus zurück zu ziehen und für den Hauptmann, den Vorschlag von Lenjas Herrn anzunehmen und vor der Taverne eine Würfelrunde einzulegen… mit mir als Glücksbringer. Er erhoffte sich natürlich, die 10 Kupfer für den gerade vom Händler erstandenen Sklavenschmuck dabei zurück zu holen.


Selbstverständlich legte ich mich mächtig ins Zeug, dem Hauptmann Glück zu bringen, gab mir allerdings genauso viel Mühe bei Lenjas Herrn…eine wirklich verzwickte Situation, denn ich gehöre keinem der beiden Herren und war daher sehr um Neutralität bemüht, um es mir mit keinem der Krieger zu verderben… zumindest anfangs noch. Allerdings entglitt mir die Sache mit der Neutralität dann nach dem Servieren der Getränke wohl doch etwas und das Würfelergebnis wurde irgendwie zur Nebensache, nachdem ich auf Geheiß von Lenjas Herrn nackt neben ihm auf dem Tisch lag und sich mein ganzes Denken um Beherrschung drehte, weil ich meinen Fehler vom Waffentraining nicht wiederholen wollte. 

Wobei ich mir sicher bin, dass der Hauptmann zwar einen Schinken gewann, letztendlich aber reichlich Kupfer oder sogar Silber verlor, nachdem sich Sita neben ihn kniete und für sein Glück zuständig wurde… oder wie war das noch? Egal, die Finger von Lenjas Herrn trieben mich unaufhaltsam immer dichter an den Abgrund der Lust, in den mich fallen zu lassen er mir jedoch verboten hatte, dass ich um meine Beherrschung ringend nicht mehr in der Lage war, noch auf irgendwelche Würfelergebnisse zu achten. Mein unter der linken Hand des Kriegers inzwischen lichterloh brennender Sklavenkörper muss ihm aber tatsächlich Glück gebracht haben, denn als Belohnung erhielt ich schließlich doch noch die Erlaubnis, meiner inzwischen kaum mehr zu zügelnden Erregung endlich freien Lauf zu lassen und danach seine Felle anzuwärmen. ;-)


Donnerstag, 19. Juni 2014

Übermut mit Folgen

Wie immer war zur üblichen Zeit Mitte der Hand natürlich das Waffentraining der Krieger auf der Wiese hinter dem Hof angesetzt. Ebenfalls wie immer eine perfekte Gelegenheit für mehr oder weniger Kajiratratsch, den ich echt liebe und mir möglichst nicht entgehen lasse. Denn wann kann sich eine Sklavin schon in lockerer, fast unbeobachteter und vor allem kaum von Freien belauschter Runde mit anderen so gut austauschen und dabei die eine oder andere Neuigkeit erfahren, die man im Beisein der Herrschaften sonst nicht bekommen hätte? Gestern war unsere Tratschrunde allerdings recht übersichtlich und bestand nur aus Fio, Hadi und mir, weil die anderen Kajirae wohl noch irgendwelche Aufgaben zu erledigen hatten.


Besonders hat mit natürlich gefreut, dass Fio sich vor ihrem Herrn auf den Weg machen durfte und ich sie bereits an der Ecke vor dem Haus meiner Herrin traf, sodass unser Geschnatter über dies und das schon auf dem Weg zum Trainingsplatz losgehen konnte, wo bei unserer Ankunft etliche Krieger inzwischen ihre Schwerter schwangen und Darks Herr mittelprächtig ächzend gerade seine erste Verschnaufpause einlegte. 

Wie gut, dass ich es seit einiger Zeit immer wieder schaffe, mir den einen oder anderen Kommentar zu verkneifen… so auch zum Pausieren von Darks schnaufenden Herrn. Wer weiß, ob ich andernfalls die Gunst von ihm erhalten hätte, zu vorgerückter Ahn zu ihm in seine Felle zu schlüpfen, wenn meine Dienste anderweitig nicht mehr benötigt wurden. Hach, ich glaube die schwer beeindruckten Blicke von Fio und Hadi nach diesem Befehl haben mich ein ganzes Stück wachsen lassen, allerdings ist dabei wohl auch ein wenig Übermut in mir aufgekeimt, der nicht ohne Folgen bleiben sollte.


Merkwürdigerweise steckte das Ächzen von Darks Herrn die anderen Krieger anscheinend ein wenig an, denn plötzlich brachen die meisten ihr Training mit irgendwelchen eigenartigen Begründungen ab, wie z.B. Füße, die angeblich nicht so richtig wollten. Pah, gerade diese Füße waren von mir doch am Vorabend noch einer ganz besonderen Massage unterzogen worden und mussten eigentlich besonders fit sein. Aber egal, es gab auch zwei Krieger, die sich überhaupt nicht mehr bremsen konnten vor lauter Trainingseifer. Den Herren von Fio und Lenja bei ihrem Training zuzuschauen war schon toll und daher eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass mir plötzlich eine Idee kam.

In mir machte sich nämlich die Frage breit, ob sich die beiden von einer nackten, um sie herum und zwischen ihnen hindurch flitzenden Kajira ablenken ließen. Fio meinte anfangs noch, das wäre bestimmt nicht der Fall und außerdem viel zu gefährlich, doch irgendwie war ich anderer Meinung und streifte daher kurzerhand meine Tunika ab, nachdem ich sie überzeugt hatte und sie von meiner Idee inzwischen ebenfalls begeistert war, um einen kleinen Flitz- und Konzentrationstest zu machen. Fio blieb jedoch erst mal am Rand der Wiese hocken, weil der Schwierigkeitsgrad für die beiden Männer natürlich nicht gleich zu hoch sein sollte.


Tja, so nahm das Schicksal mit meinem Übermut dann im wahrsten Sinne des Wortes seinen Lauf. Vorweg sei aber schon mal erwähnt, dass ich unbeschädigt blieb, während ich wie der Blitz um die beiden Krieger herum sauste und natürlich auch ein paar mal zwischen ihnen hindurch… aber ich glaube, rennen konnte ich sogar vor Jahren in der Tahari schon ganz gut, wie mir damals eine Panther bescheinigte, nachdem sie mich nur mit knapper Not und weit heraushängender Zunge zu fassen gekriegt hatte. Mein gestriger Lauf endete allerdings mit einem äußerst barschen Befehl, der mich plötzlich zu den Herren zitierte, obwohl ich eigentlich gerade dabei war, Fio von meinem tollen Erfolg zu berichten.

Na gut, so toll war er dann doch nicht und ich glaube, den Unmut der beiden Männer brauch ich nicht weiter zu schildern. Wobei sie mein ablenkendes Herumsausen letztendlich dann doch nicht so ganz schlimm fanden und auf die Idee kamen, nun ihre Bögen noch zu trainieren… natürlich mit einem, nackt durch den Wald flitzenden Ziel, nämlich mir... Fio war erst im zweiten Durchgang dran. Dem Sieger winkte zur Belohnung die Benutzung der jeweiligen Kajira. Wie nicht anders zu erwarten, war ich wegen meiner inzwischen leider wieder etwas frechen Klappe also die Erste und bekam 5 Ihn Vorsprung zum Weglaufen. 


Puhhh, ich bin echt gerannt was das Zeug hielt… im Zickzack, durch dichtes Buschwerk, einen Hang hinauf, an der anderen Seite wieder herunter und hatte dabei nicht einmal genug Zeit, mich über die vielen Spinnweben zu ekeln, die ständig meinen Weg kreuzten, immerhin begegnete ich keiner Spinne. Schließlich ging mir jedoch die Puste aus und Lenjas Herr landete den entscheidenden Treffer, um sich dann wie abgemacht über seine Belohnung herzumachen. Dabei kam ich natürlich in heftigste Wallungen, sodass es plötzlich mit meiner Beherrschung vorbei war und ich den Fehler beging, eine sehr wichtige Frage nicht zu stellen. Oh oh, nun muss ich mich demnächst in seinem Haus unaufgefordert zur Bestrafung einfinden.


Mittwoch, 18. Juni 2014

Foltermethoden

Bevor ich mich gestern Richtung Unterstadt aufmachte, kümmerte ich mich noch schnell um die Blumen meiner Herrin. Leicht irritiert hörte ich dabei ganz in der Nähe jemanden sprechen, was eher ungewöhnlich war, denn normalerweise ist es in der Oberstadt oder zumindest in der kleinen Sackgasse vor dem Haus meiner Herrin still wie in einem Sanatorium. Nicht weiter verwunderlich also, dass ich mich sputete, mit dem Blumengießen fertig zu werden, um dieser ungewohnten Geräuschkulisse auf den Grund zu gehen.

Den Weg zur Ecke hätte ich mir jedoch eigentlich sparen können, denn kaum dort angekommen, musste ich schnell zur Seite, damit der Händler mit Shani und der Baumeisterin im Gefolge an mir vorbei konnten, um in seinen vier Wänden irgendeine Unterredung führen zu können, von der ich offensichtlich nichts mitbekommen durfte. Einzig der Hauptmann blieb noch kurz vor mir stehen, bevor er ebenfalls im Kontor verschwand. Breit grinsend teilte er mir mit, dass ich mich auf die anscheinend bald anstehende Fertigstellung des neuen Badehauses freuen darf, wo er mir dann gerne eine seiner Kajirafoltermethoden angedeihen lassen möchte, indem er mir mit Seife den Mund auswäscht. Wahhh… eigentlich mag ich ihn ja, aber manchmal kann er wirklich ein richtiger Fiesling sein!


Ich habe echt keine Ahnung, was das mit der Mundwäsche sollte, weil ich doch seit einiger Zeit meistens meine vorlaute Klappe halte und mich in Schweigen übe… zumindest immer öfter. Vielleicht sollte ich mich in Zukunft noch intensiver meinen Hausarbeiten oder der Pflege der Blumen meiner Herrin widmen und vor allem dem Hauptmann möglichst aus dem Weg gehen, solange meine Herrin noch mit dem Umzug ihres Landsitzes befasst ist? Leider scheiterte jedoch diese Überlegung bereits keine 15 Ehn später. Aber ok, ich hatte ja auch den Fehler begangen, mich nicht nach Hause zu verdrücken und vor allem nicht den Weg in die Oberstadt im Blick zu haben, als ich mich an den Hafen hockte, um ein paar Träumereien nachzuhängen. Dabei erwischte mich der Hauptmann dann, aber nur weil er sich leise von hinten angeschlichen hatte. Doch den Priesterkönigen sei Dank war er ziemlich in Eile sein Schiff nicht zu verpassen, sodass mein Nichtstun ohne weitere Folgen blieb.

Um meine Glückssträhne nicht überzustrapazieren, trödelte ich nun doch lieber zum Gasthaus, um mich dort vielleicht etwas nützlich zu machen. Da alle Freien bereits von Fio versorgt worden waren, konnte ich mich etwas im Hintergrund halten, um ein wenig ihren Gesprächen über irgendein Dekret zum Thema Salz zu lauschen. Einer der Krieger sah darin anscheinend eine Chance, mal wieder sein kämpferisches Können unter Beweis zu stellen, denn er fing mächtig an mit dem Säbel zu rasseln. Doch der Händler zog ihm diesen Zahn schnell mit dem Hinweis, dass es auch in der Vergangenheit in Sachen Salz Zusammenschlüsse gegeben hatte und versucht worden war, den Salzhandel zu kontrollieren oder sogar zu unterbinden… allerdings ohne nennenswerte Auswirkungen. Durch Zwischenhändler ist dieses Dekret nach seiner Einschätzung für Jorts wohl weitestgehend ohne Bedeutung.

Nicht ohne Bedeutung war jedoch für mich, dass ich bei dem Thema leider schon wieder zu laut dachte… zumindest ansatzweise, bevor es mir bewusst wurde. Immerhin konnte ich weitere Äußerungen gerade noch verhindern, indem ich mir erschrocken die Hand auf meinen Mund schlug. Leider war meine Reaktion nicht schnell genug gewesen, denn der Krieger vom Hof hatte mein Murmeln gehört und winkte mich sofort neben sich. Puhh, wie gut… meine Glückssträhne hielt weiter an, denn obwohl mir Ungutes schwante, konnte ich dem Krieger tatsächlich glaubhaft machen, dass meine Äußerung einfach nur unbedacht passiert war, aufgrund einiger Erinnerungen an den früheren Wohnsitz meiner Herrin. Hach, es war wirklich einer meiner Glückstage, denn mein lautes Denken hatte nun zur Folge, dass es den Herrn jetzt nach einer Fußmassage gelüstete, die ich ihm mit aller mir zur Verfügung stehenden Hingabe sofort angedeihen ließ. 

Offensichtlich habe ich in dem Kriegerbauern damit eine große Portion Wohlgefallen ausgelöst, denn er grunzte, brummte und murmelte mit geschlossenen Augen ab und an äußerst zufrieden vor sich hin, nachdem er sich nicht nur zu mir gedreht, sondern sich sogar auf den Rücken fallen gelassen hatte. Naja, allen Grund dazu hatte er wirklich, denn bei der Wahl des gewünschten wohlriechenden Öls, das seinen Kriegerfüßen schmeicheln sollte, hatte ich mich für einen sehr männlichen Duft entschieden, der den Herrn hinterher nicht wie einen Kajirus riechen ließ. Übrigens ist es mir sogar gelungen, nur ganz wenig Wasser aus der Waschschüssel auf den Terrassenteppich schwappen zu lassen und nicht den gesamten Herrn damit zu duschen, der doch tatsächlich befürchtete, ich wollte ihm in einer so kleinen Schüssel ein Vollbad angedeihen lassen. Dabei sollten darin doch nur seine Füße einweichen!

Inzwischen drehten sich die Gespräche am Tisch darum, ob Ravi wegen ihrer hellen, empfindlichen Haut nur bei schlechtem Wetter nackt auf den Feldern arbeiten sollte, damit sie sich nicht gänzlich ihrer roten Haarfarbe anpasst und wie praktisch es ist, wenn sie ihre Feldarbeit auf dem sehr günstig gelegenen Hof des Kriegerbauern verrichtet, weil das erstens nicht weit weg ist und der Sattler sich außerdem einen Zuschauerstuhl mitnehmen kann, während alle Herren in den umliegenden Häusern ebenfalls etwas von ihrem Anblick haben. Es wurde aber auch das Für und Wider einer wirkungsvollen Foltermethode des Sattlers für eine zu bestrafenden Kajira erörtert, bei der sein Verrbock Balduin dem gefesselten Mädchen über ihre mit Salz bestreuten Fußsohlen leckt, was mich bei meiner Fußmassage auf eine wie ich fand sehr interessante Idee brachte. 

Mein Fußmassageopfer war unter meinen sanften Händen mittlerweile nämlich gänzlich entspannt und erweckte den Eindruck, kurz vor dem Einschlafen zu sein. Da ich von ihm zuvor jedoch gerade erst gehört hatte „das ist gut Dina, hör ja nicht auf!“ und der Herr auf meine anfängliche Nachfrage behauptet hatte, nicht kitzelig zu sein, fand ich jetzt den Zeitpunkt perfekt, dies endlich genauer zu überprüfen. Ich bohrte ihm daher sehr sanft meinen Zeigefinger nacheinander zwischen alle Zehen und zog ihn jedes Mal selbstverständlich besonders langsam wieder heraus. Komischerweise brummte der Herr dabei sofort etwas lauter und fing sogar an mit seinen Zehen zu wackeln. Nur logisch eigentlich, dass mich dies natürlich zu der unschuldigen Frage verleitete, ob das auch wirklich angenehm sei, denn ich wollte den Herrn mit meinen Fingern selbstverständlich erfreuen!

Mein Tun muss wirklich Eingebung gewesen sein oder ich bin ein Naturtalent für Kriegerfüße, denn ich bekam zur Antwort „Ohja, woher weißt du das Dina?“ bevor der Rarius dann erneut entspannt grunzte… oder war das etwa gar nicht entspannt? Egal, er richtete sich jedenfalls plötzlich auf, um mir den Kopf zu tätscheln und mich für die Fußmassage zu loben, weil sie ihm wohl tatsächlich gefallen hat. Wobei… so ganz sicher bin ich mir nicht, ob das auch ohne sein jahrelanges Antifoltertraining der Fall gewesen wäre. Denn ist es nicht merkwürdig, dass er trotz seiner Zufriedenheit zwischendurch mehrfach „freches Ding“ zu mir gesagt hat... oder war das ebenfalls ein Beweis seiner Zufriedenheit?^^

Dienstag, 17. Juni 2014

Wieder zu Hause

Irgendwie sind die letzten drei Hand im Norden wie im Flug vergangen. Wobei ich mich natürlich auch gefreut habe, wieder zu Hause in Jorts zu sein, auch wenn die Stadt am letzten Tag der Hand einen ziemlich verwaisten Eindruck auf mich machte. Etliche Bürger waren anscheinend auf Reisen oder hatten Spät- oder Frühwache, was immer ziemlich doof ist. Später erfuhr ich noch, dass einige wohl auch irgendwo auf einem Wandermarkt waren, der übrigens demnächst anscheinend in Jorts sein wird. 

Der Zeitpunkt meiner Heimkehr war jedenfalls ziemlich perfekt getroffen, weil ich kurz noch meine Herrin begrüßen konnte, die allerdings nur für eine kleine Stippvisite eingetroffen war, weil sie zurzeit ja mit ihrem Landsitz umzieht. Leider hat sie damit ein ziemliches Bramborium und lässt sich von mir auch kein Stück dabei helfen. Da das Ende dieser Aktion leider noch nicht so wirklich gut abzusehen ist, machte ich mich nach der Abreise meiner Herrin erst einmal auf den Weg zum Haus von Lenjas Herrn, um ihn und vor allem Lenja darüber zu informieren, denn ich nahm an, dass sie inzwischen bestimmt schon gewaltig darauf wartet, meiner Herrin endlich ihren Tanz vorzuführen. 

Doch Lenja und ihr Herr waren offensichtlich nicht da, denn auf mein Klopfen an seiner Haustür regte sich nichts. Erst nach meinem zweiten, entsprechend lauteren Versuch und einem leicht schmerzendem Knöchel hörte ich eine Stimme, die mich neugierig um die Hausecke schauen ließ. Lenja entdeckte ich zwar immer noch nicht, dafür aber ihren Herrn, der es sich in einer Hängematte gemütlich gemacht hatte. Wie so oft war ich natürlich erst einmal unsicher, vielleicht ungelegen zu kommen und den Herrn womöglich bei einem Nickerchen zu stören. Doch das war zum Glück nicht der Fall, denn der Krieger befahl mir freundlich schmunzelnd, näher zu kommen. 

Nun bemerkte ich auch, er hatte überhaupt nicht geschlafen, sondern schnitzte an einem kleinen Stück Holz und ließ es sich dabei gut gehen. In Reichweite neben seiner Hängematte stand nämlich ein kleiner Tisch mit einem Kelch Kalana darauf. Der Herr hatte daher eigentlich alles, was er brauchte, war aber von meiner Gesellschaft trotzdem recht angetan glaube ich. Nachdem ich die Information über den Verbleib meiner Herrin losgeworden war, ergab sich aus meinen interessierten… Neugier steht einer Kajira natürlich nicht… Nachfragen über Hölzer und Pfähle eine wirklich interessante Ahn, bis ich schließlich eilig zurück nach Hause lief, weil es inzwischen sehr spät geworden war.


Kein Wunder also, dass ich am gestrigen Tag ziemlich lange schlief, bevor ich mich in die Unterstadt aufmachte. In der Gasse vor dem Haus meiner Herrin stieß ich vollkommen unerwartet übrigens fast mit Lenja zusammen, die offensichtlich ganz froh über mein plötzliches Auftauchen war. Sie erinnerte nämlich nicht mehr so genau, wo die Schreiberin wohnte. Dabei war ich ihr natürlich gerne behilflich. Sie hatte von der Herrin den Auftrag erhalten, in ihrem Haus eine Art Pergamentrolle abzuliefern, die für mich ganz nach einem Bild aussah. Leider entschloss ich mich bei der nun anstehenden Entscheidung zwischen Bild und Unterstadt bedauerlicherweise jedoch für das Letztere, sodass ich nicht mehr herausfinden konnte, was es Genaues mit der Rolle auf sich hatte.

Hätte ich geahnt, welcher Unmut durch dieses Bild noch entstehen würde, hätte ich mich mit Sicherheit mehr ins Zeug gelegt, mindestens noch einen Blick darauf zu werfen. Es war anscheinend ein Geschenk von wem auch immer an die Schreiberin gewesen, das Lenjas Herr ihr überreicht hatte, über das sich der Gefährte der Herrin jedoch ganz gewaltig aufregte, bevor er es schließlich wütend zerriss und mir befahl, die Überreste ins Feuer zu werfen. Schade nur, dass mein Versuch gänzlich fehlgeschlagen ist, die Schnipsel wieder zusammen zu puzzeln, sodass ich leider nicht mehr herausfand, worüber sich der Schreiberingefährte so fürchterlich aufgeregt hatte. Ich bin mir übrigens nicht ganz sicher, ob es tatsächlich um das Bild ging oder doch eher darum, wer es überreicht hatte. Egal, die Befindlichkeiten zwischen zwei Kriegern muss ich wohl auch nicht verstehen.

Montag, 16. Juni 2014

Ein paar Eindrücke...

aus dem Norden.... es war einfach toll! :-)))

genau, einmal hat es auch geregnet
Unterstadthäuser
Haus mit interessantem Turm, der nachts übers Meer leuchtet
ein weiterer Turm, von einem riesigen wandernden Sandhaufen fast verschüttet
noch einer, allerdings auf grüner Wiese
Hafenidylle
ganz andere Schiffe, als auf dem Vosk
Fortbewegungsmittel... sehr anstrengend bei Gegenwind
satte Mini-Tarns beim Verdauen
Abendstimmung