Donnerstag, 31. Juli 2014

Zielgebiete

Von wegen es schläft sich gut auf hartem Fels. Das gute Schlafen traf leider nur auf das Einschlafen zu und nicht mehr aufs Aufwachen. Ich wurde nämlich wach, weil sich gewisse Kriegerarme von mir entfernt hatten und leider mein Zielgebiet zum Ankuscheln fort war. Leicht irritiert schlug ich meine Augen auf und entdeckte meinen Leihherrn, der bei Übernachtungen in Grotten offensichtlich zur Spezies der Frühaufsteher gehört. Er war bereits wieder komplett angezogen und rieb sich nun seinen Nacken, während er dabei etwas von „Felsen, die über Nacht härter werden“ von sich gab.


Selbstverständlich entstanden in meinem Kopf sofort diverse Fantasien, wie ich meinem Krieger Erleichterung von seinen Verspannungen durch eine sanfte Kajirabehandlung verschaffen konnte. So wie er mich angrinste, schien er meinem Angebot wohl auch nicht gänzlich abgeneigt zu sein, nur leider siegte letztendlich doch sein rotkastiges Pflichtbewusstsein über die Verlockungen meiner rotseidenen Behandlung. Mit dem Hinweis, wir seien nicht zum Vergnügen im Zielgebiet, befahl er mir mich anzuziehen, da er noch den Schmied aufsuchen wollte, um sich mit dessen Zähnen zu befassen… oder war es nur ein Zahn des Herrn, auf den er fühlen wollte? Egal, vorher mussten wir den Dorfschmied erst mal finden.


Ich gestehe, auch wenn ich eigentlich meistens einen ganz guten Orientierungssinn habe… nagut, manchmal habe ich den… war mir dieser beim Verlassen der Grotte ziemlich abhanden gekommen. Daher war es mehr als beruhigend, von meinem Leihherrn zu erfahren, dass sich Krieger nicht verlaufen, sondern ihnen nur manchmal der Weg aus Furcht ausweicht. Es war wohl also alles eigentlich gut, sodass ich voller Vertrauen einfach hinter meinem rotkastigen Wegesucher hinterher lief, bis der Weg sich irgendwann wieder traute und uns vorbei an einer Herberge zur Taverne führte. Sie war an diesem Morgen jedoch leer bis auf einen herzhaft schnarchenden Sklavenjäger, der sich später als Sklavenhändler vorstellte, der es am Vorabend womöglich wegen seines Pagapegelstands nicht mehr bis nach Hause geschafft hatte.


Da wir ihn nicht wecken wollten, schnappte ich mir leise den immer noch an der Wand lehnenden Rucksack mit unserem Gepäck und lief mit meinem Krieger gleich zur Schmiede weiter, wo jedoch leider niemand öffnete. Meine Befürchtung, dass es sich vielleicht doch nicht um die Dorfschmiede handelte, denn vor den Fenstern waren dicke Gitterstäbe, wurde durch eine weitere Kriegerlektion übrigens sofort zunichte gemacht. Ich erfuhr, dass Krieger einen eigenen Sinn dafür haben, um Pagafässer, Kajirae und eben auch Schmieden zu finden. Dieser Findesinn reichte auch zum Aufspüren freundlicher Dorfbewohner, die meinem Leihherrn jedoch in Sachen Schärfen einer Maßanfertigung aus dreifach gefaltetem Nordstahl, mit Spezialgriff und perfekter Balance ebenfalls nicht weiterhelfen konnten.


Das Schwert trat letztendlich nach Verzicht auf einen Schleifstein und die geschickten Hände des Dorfschmieds die Heimreise nach Jorts ohne neuen Schliff an, weil sein Besitzer über dieses Zielgebiet, in dem sich seiner Meinung nach Giani und Hase gute Nacht sagen, inzwischen genug für den vom Hauptmann angeforderten Bericht erfahren hatte. Ich glaube, mein Krieger konnte es kaum erwarten, wieder nach Hause zu kommen, denn einen Großteil der Reise flogen wir diesmal mit einem Tarn, damit es schneller ging. Während wir an der Fähre warteten, um über den Vosk überzusetzen, ermahnte er mich übrigens hintergründig schmunzelnd, dass ich ihn jetzt leider nicht mehr mit „mein Herr“ ansprechen darf, da seine geheime Mission ja nun beendet war und er niemanden mit dieser Anrede verwirren wollte. 


Da ich meine Herrin erst in der kommenden Hand zurückerwarte, war es für mich irgendwie selbstverständlich, dem mir auf dieser Mission ziemlich vertraut gewordenen Krieger in sein Haus zu folgen, zumal ich ja auch noch seine Sachen aus dem Rucksack ausstauen musste. Außerdem hatte er noch Arbeit für mich. Kaum zuhause angekommen, setzte er sich nämlich sofort an seinen Schreibtisch, um für den Hauptmann einen Bericht zu schreiben oder zumindest so zu tun als ob. Es dauerte nämlich nicht allzu lange, bis er wütend von sich gab, dass seine Hand eine Schwerthand ist und keine Schreiberhand und sich bei mir nach meinem Können in dieser Disziplin erkundigte. Natürlich bejahte ich seine Frage voller Stolz, allerdings mit dem Erfolg, dass er mir das Pergament und zusätzlich ein Buch überreichte, um es als Unterlage zum Schreiben auf den Boden zu legen. 


Oha, meine Blicke wanderten mittelprächtig panisch zwischen dem Tintenfass, dem schlagartig erschreckend klein wirkenden Pergament und dem Buchtitel "Die Vor- und Nachteile von Katapulten auf nahe und mittlere Distanz aus Sicht der Infanterie" hin und her. In Anbetracht des mir für ein paar Tintenkleckse übergroß erscheinenden Zielgebiets um das Pergament herum und meinen Erfahrungen in der Vergangenheit mit einer gewissen Schreibflüssigkeit, erkundigte ich mich lieber schnell, ob das Buch vielleicht gegen Tinte imprägniert war… war es natürlich nicht. Da sich die Bodendielen jedoch ohne Unterlage nicht zum Schreiben eigneten, musste nun eine ungefähr tischhohe Truhe vor dem Fenster zum Marktplatz dafür herhalten.


Puhh, es wurde ein ziemlich langes, ganz schön kompliziertes Diktat mit Absätzen, die ich nur machen aber nicht aufschreiben sollte, vielen kriegerischen Fachausdrücken bei der Beschreibung seiner Missionsaufgabe und wie befürchtet, dem einen oder anderen Tintenklecks. Am einfachsten waren echt die beiden Linien, mit denen ich die Überschrift unterstreichen sollte. Am schwierigsten war es jedoch die Konzentration und vor allem die Beherrschung nicht zu verlieren, als es um das Zielgebiet dieser Kriegermission ging. Wegen meines Missverständnisses mit den Absätzen, die ich inzwischen bereits wieder durchgestrichen hatte, war der Krieger jetzt sehr dicht hinter mich getreten, um mir kontrollierend über die Schulter zu schauen… allerdings schaute er nicht nur.

Während er sich über die Bebauung des erkundeten Zielgebietes ausließ, erkundeten seine rauen Kriegerhände das Territorium meines nackten Hinterteils und forderten mir einiges an Konzentration beim Schreiben ab. Das war allerdings noch nichts im Vergleich mit den strategischen Ressourcen im Zielgebiet, bei deren Diktat meine Schrift oberkrakelig wurde, weil ich inzwischen vor Erregung zitterte und um meine Beherrschung rang wie eine Ertrinkende nach Luft, um nicht in den Abgrund der Lust zu stürzen. Die Männerhände wanderten beim Erwähnen der Eisenerz-Mine nämlich die Innenseiten meiner Schenkel hinauf und brachten mich fast um den Verstand, sodass ich wirklich kaum noch schreiben konnte, auch wenn ich angeherrscht wurde „Sauber weiterschreiben Kajira, das ist ein Bericht für den Hauptmann!".

Was ich über die sonstigen Ressourcen und die politische Situation notieren musste, erinnere ich echt nicht mehr, da in meinem mittlerweile lichterloh in Flammen stehenden Sklavenkörper das Erinnern inzwischen wohl irgendwie abgeschaltet war. Erst ein Klatscher auf meinen Po und danach der Griff in meine langen Haare, um einen ziemlich dicken Tintenklecks aufzusaugen, brachte mich in die Gegenwart zurück. Außerdem war der Bericht jetzt fertig, wurde als "gerade noch lesbar" kommentiert, unterzeichnet und eingerollt. Zum Glück gingen die Tintenflecke auf der Truhe ziemlich einfach ab, sodass der Übergabe dieses mit so viel Sklavenfeuer erstellten Zielgebietberichts an den Hauptmann nichts mehr im Wege stand, den wir nach ein paar Umwegen über die Trainingswiese der Krieger und durch die Oberstadt schließlich doch noch auf der Gasthausterrasse trafen. ;-))

Mittwoch, 30. Juli 2014

Reise in den Norden

Vorsichtig entzog ich mich beim ersten Morgengrauen den besitzergreifend um mich geschlungenen Armen des neuen Kriegers, um leise hinaus zu schleichen und die letzte halbe Ahn seines Schlafs nicht zu stören, bevor es zeitig Richtung Norden losgehen sollte. Mein Ziel nach meinem üblichen Bad im Bach war das Haus meiner Herrin, wo ich den großen Rucksack für das Gepäck des Herrn und eine Tunika für mich zum Wechseln holen wollte. Ich bekam vor Aufregung und Reisefieber zwar kaum etwas hinunter, zwang mich aber lieber trotzdem noch zu ein paar Löffeln Sklavenbreipampe. Nachdem ich alle für eine solche Reise benötigten Dinge einschließlich ein paar Lebensmitteln verstaut hatte, machte ich mich eilig zum Hafen auf, wo der Krieger bereits auf mich wartete, um mir vor der Abfahrt des Schiffs noch ein paar Instruktionen für die Reise zu geben.

Auf Befehl des Hauptmanns sollte er sich bei seinem Bewährungsauftrag nämlich am Ziel unserer Reise nicht als Einwohner von Jorts zu erkennen geben. Da sein Heimstein zurzeit noch Ar ist, sah der Rarius hierin natürlich kein Problem. Mir trug er allerdings auf, ebenfalls nichts über Jorts verlauten zu lassen, weder den Namen meiner Herrin zu erwähnen, noch von mir zu geben, dass ich ihr gehöre, da er mich als sein Eigentum ausgeben wollte. Mir war zwar klar, dass meine Herrin sehr bekannt ist und somit auch sehr viele Goreaner wissen, wo sich ihr Heimstein befindet, nur hatte ich einen solch ungewöhnlichen Befehl in der langen Zeit, in der ich inzwischen bei ihr bin, noch nie erhalten. Aber als Kajira musste ich mich natürlich an diese Anweisung halten, vor allem wenn sie einer geheimen Mission für Jorts dienlich war.

Selbstverständlich gab ich zu bedenken, dass der Name meiner Herrin auf meinem Kragen eingraviert ist und dadurch die Eigentumsverhältnisse dennoch aufgedeckt werden könnten. Doch diese Möglichkeit sah der Krieger als ziemlich unwahrscheinlich und vernachlässigbar an, zumal die meisten Goreaner bekanntermaßen nicht lesen können und er sich andernfalls schon eine Begründung für den „falschen“ Namen auf dem Stahl um meinen Hals zurechtgelegt hatte. Trotzdem fand mein Vorschlag, meine langen Locken lieber doch wieder offen zu tragen, um mögliche Blicke auf meinen Halsschmuck zu erschweren, Gefallen bei dem Herrn, sodass ich schnell meine Haare löste, die ich an diesem Tag erneut zu einem dicken Zopf geflochtenen hatte. Danach ging es dann wirklich aufs Schiff… zumindest für die erste Etappe.


Die Reise durch mir komplett unbekannte Gegenden verlief zum Glück ohne weitere Zwischenfälle, sodass wir schließlich wohlbehalten in einem kleinen Dorf irgendwo mitten in grünen Wäldern und blühenden Wiesen ankamen, von dem ich zuvor noch nie gehört hatte. Mein Leihherr strebte als Erstes zielstrebig auf ein größeres Gebäude zu, das wie eine Taverne oder Herberge aussah und Hoffnung in mir aufkeimen ließ, den auf Dauer doch nicht gerade leichten Rucksack dort absetzen zu können. Konnte ich, denn die Vermutung des Kriegers war richtig gewesen, wobei es sich in Anbetracht der anwesenden freien Frauen eigentlich nicht um eine Taverne handeln konnte, auch wenn der Tanzkreis in der Mitte des Raums darauf schließen ließ. 

Der Empfang durch den örtlichen Verwalter war jedenfalls äußerst freundlich und obwohl sich der Raum immer mehr mit Gästen und ihren Kajirae füllte, von denen mindestens eine übrigens herumjarlte, setzte er sich zu meinem Leihherrn, sodass schnell ein interessantes Gespräch zwischen den beiden Männern entstand. Leider bekam ich jedoch die Fragen meines Kriegers und die Antworten seines Gesprächspartners bei dem lauten Stimmengewirr nur teilweise mit, weil ich mich erst einmal um einen Becher Paga für ihn kümmern durfte. Danach ging ich hinter meinem Leihherrn etwas in Deckung, um nicht weiter aufzufallen, da ich am Nachbartisch eine mir nicht unbekannte Herrin entdeckt hatte, die mich zum Glück jedoch nicht weiter beachtete.


Dank Paga konnte mein Leihherr schließlich seine drückende Blase als Grund für die Suche nach einem Pinkelbaum vorgeben, um die Herberge zu verlassen und sich draußen umzuschauen. Natürlich müssen auch Kajirae mal, sodass ich nun die Erlaubnis erhielt, in entgegengesetzter Richtung ausgiebig im Dorf nach einem kajirageeigneten Busch zu suchen. Dabei entdeckte ich übrigens diverse interessante Dinge, über die wir später noch das Eine oder Andere in diesem Dorf erfahren sollten. Das beste Gebüsch befand sich komischerweise übrigens direkt hinter der Herberge, sodass ich nebenbei noch einige, letztendlich aber leider doch zusammenhanglose Gesprächsfetzen aus dem Schankraum aufschnappte, bevor mich mein inzwischen offensichtlich erleichterter Krieger von dort fortzog.

Wir trafen schließlich auf eine sehr hilfsbereite Herrin, die meinem Leihherrn freundlich eine Führung durch ihr Dorf anbot und uns nicht nur zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten führte, die mich übrigens schwer beeindruckten, sondern auch bereitwillig jede Menge Auskünfte über… naja, ich sag mal „dies und das“ an ihrem Heimstein gab… wobei die Details bestimmt nur den Hauptmann interessieren werden, hier aber viel zu langweilig und daher total unwichtig sind. Überhaupt nicht langweilig, sondern extrem interessant war für mich die letzte Sehenswürdigkeit, die unsere Führerin offensichtlich irgendwann mal auf der Suche nach einem verirrten Verr durch Zufall gefunden hatte. Wobei sich in mir sofort der Gedanke breit machte, dass dies den Hauptmann wahrscheinlich eher weniger interessieren wird.


Es war eine riesige Felsgrotte, die zu einem wunderschönen Bad ausgebaut worden war, denn es gab dort anscheinend eine Thermalquelle. Tja, und was macht ein von der Reise müder Krieger in einem so schönen, vom sanften Licht flackernder Kerzen warm durchfluteten Etablissement, in dem er sich plötzlich mit seiner Leihkajira alleine befindet, weil die Führerin sich verabschieden musste? Genau, er testet die Wassertemperatur in dem runden Becken, die übrigens perfekter wirklich nicht hätte sein können… wobei ich mir sicher bin, dass es für mich und vor allem zusammen mit mir sowieso kein zu kaltes Wasser gibt… und lässt sich von seiner Leihkajira verwöhnen, bevor er erschöpft und ziemlich tiefenentspannt mit ihr in den Armen in einer Felsnische der Grotte die Nacht verbringt. Komisch… ich wusste bis dahin gar nicht, wie gut es sich auf hartem Fels schläft, wenn man von starken Kriegerarmen gehalten wird. ;-)

Dienstag, 29. Juli 2014

Arbeitsam und willig

Erneut führte mein erster Weg zur Brauerei, um dem Krieger endlich die Münzen auszuhändigen, die der Hauptmann mir schon vor einigen Tagen als Bezahlung für das Paga-Depot in seinem Garten überreicht hatte. Bereits einige Male hatte ich den schönen rothaarigen Brauereibesitzer nur leider nicht angetroffen, jedoch an diesem Tag war mir das Glück hold… sogar mehrfach. Ich wurde nämlich nicht nur die Münzen los, die wie meistens wenn ich eine Aufgabe nicht abschließen kann, jeden Tag irgendwie schwerer an meinem Seilgürtel gezogen hatten, an dem ich das kleine Beutelchen mit ihnen befestigt hatte. Mit dem Überreichen der Münzen stellte sich heraus wie total richtig ich mit dem Fasspreis gelegen hatte und erhielt von dem zufriedenen Brauer jetzt ein dickes Lob für meine Dienste, bevor er sich dann Richtung Hafen aufmachte… ich natürlich hinterher.


Als wir dort ankamen, verließen Lenjas Herr und der neue Krieger gerade die Taverne, zusammen mit einer mir unbekannten Reisesklavin, die mir der Brauereibesitzer allerdings schon als möglichen Zuwachs für die Stadtkette angekündigt hatte, sodass sich wie immer gewisse Befürchtungen in mir breit machten. Doch ich musste mich nicht sofort mit der neuen Ware befassen, das hatten anscheinend schon die Krieger erledigt. Wobei dem Brauereibesitzer sein sonst ziemlich großer Durst auf Ale darüber offensichtlich versiegt war… oder hatte ich mich da vielleicht getäuscht? Ziemlich sicher war ich mir jedenfalls, dass der Rekrut recht erfreut war, mich von der Feldarbeit heil und gesund zurück zu sehen. Er meldete nämlich sofort Bedarf an meinen Diensten an, während seine Hand sehr sanft mein Kinn anhob, damit er wohlwollend mein Gesicht betrachten konnte. Hach, dieser Blick ging mir schon wieder durch und durch.

Leider requirierte Lenjas Herr mich jedoch erst einmal für wichtige Inventurarbeiten, für die er offensichtlich zwei Kajirae brauchte. Das schien dem Rekruten zwar überhaupt nicht in den Kram zu passen, aber nach kurzem Hin und Her über die ihn anscheinend nicht so wirklich zufriedenstellende fremde Ersatzsklavin, denn nach deren Erstbegutachtung stand ihm offensichtlich der Sinn nach einer richtigen Kajira, blieb ihm letztendlich doch nichts anderes übrig, als sich dem Beschluss von Lenjas Herrn zu fügen. Beide Männer gehören zwar der Kriegerkaste an, der Rekrut ist jedoch noch ein Anwärter ohne Heimsteinschwur und daher bislang kein vollwertiges Mitglied der Stadtwachen. Naja und „wünsch dir was“ gibt es für eine Kajira selbstverständlich eh nicht, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als Lenja und ihrem Herrn in den Keller unter der Kriegerkaserne zu folgen. Natürlich tat ich das gerne, zumal ich auch noch nie zuvor in diesen dunklen Lagerräumen gewesen war.


Einzige Möglichkeit, um die Inventurarbeiten etwas schneller hinter mich zu bringen, war Lenjas Herrn vorzuschlagen, entsprechend dem Wunsch des Hauptmanns Sita dazu zu holen, die er ihm doch vor kurzem für die Kontrollen zur Verfügung gestellt hatte… nur die war leider nirgends aufzutreiben. Aber egal, jetzt weiß ich wenigstens genauer, was sich alles unter der Falltür in der Kriegerunterkunft befindet, wie schwer Wasserfässer zu öffnen sind, weil sie ganz anders angezapft werden als Ale- oder Pagafässer, wie sie wieder versiegelt werden, welche Beschriftung die Fässer mit trinkbarem Inhalt erhalten und welche die mit Algen oder Kleinstgetier darin. Übrigens war es dort unten so kalt, dass Lenjas Herr tatsächlich behauptete, sein bestes Stück verändere nicht wegen uns Kajirae seine Festigkeit, sondern erstarre vor Kälte. Angeblich war das jedoch nur ein Scherz des Kriegers und ich erhielt keine Gelegenheit mehr, mich mit dem Auftauen des eingefrorenen Körperteils zu befassen.

Immerhin hatte ich nach einigen Fehlversuchen beim Öffnen der Fässer letztendlich doch noch den Bogen dabei einigermaßen heraus, ohne Lenjas Herrn die aufploppenden Stopfen an den Kopf zu schießen, wenn sie sich denn endlich lockerten. Die Kostproben hinsichtlich der Trinkbarkeit des Fassinhalts, überließ ich zuvorkommend wie ich ja nun mal bin, dann selbstverständlich Lenja. Natürlich sah ich diese verantwortungsvolle Aufgabe nicht bei einer Leikajira wie mir, sondern eher beim Eigentum des Zeugmeisters, der sein neues Amt wirklich sehr ernst nimmt… leider jedoch ein wenig auf Kosten seiner guten Laune. Aber vielleicht liege ich mit dieser Vermutung auch falsch, trotzdem hätte ich mir eine Bemerkung dazu lieber verkneifen sollen.


Prompt fauchte mich der Krieger wütend an, dass die Inventur der Notversorgung für Belagerungen eine Stadtaufgabe sei, er für die schlampige Arbeit seiner Vorgängerin nichts könne und ich verschwinden soll, falls ich mich in die Riege der anderen faulen Kajirae in Jorts einreihen möchte. Nicht weiter verwunderlich also, dass ich zwar nicht das Weite suchte, es jetzt jedoch lieber vorzog, vorerst keinen Piep mehr von mir zu geben, um bei dem ziemlich brummig wirkenden Krieger nicht noch mehr in Ungnade zu fallen. Außerdem legte ich mich mächtig ins Zeug, um der von ihm gestellten Aufgabe gerecht zu werden. Ich denke, insgesamt war der Herr zuletzt wohl doch ganz zufrieden mit mir, nachdem die Arbeiten für diesen Tag erledigt waren. Es war zwar vermutlich nicht für meine Ohren bestimmt, aber bevor ich die Kasernentür hinter mir schloss um mich zu entfernen, hörte ich ihn zu Lenja sagen… ach nee, es war wohl mehr ein Brummen… dass ich im Gegensatz zu anderen Kajirae wenigstens willig und arbeitsam bin.

Übrigens kam ich gerade rechtzeitig zum Gasthaus, um erneut meinen Arbeitswillen unter Beweis zu stellen, denn ich durfte Sita bei der Versorgung sämtlicher Herren mit Braten helfen, indem ich mich mit einem großen Krug Paga um ihre ausgedörrten Kehlen kümmerte. Dabei erfuhr ich nicht nur, dass der Hauptmann erneut in großer Spendierlaune für alle war, weil seine Kajira anscheinend ihr letztes Spiel im Zarturnier gewonnen hatte, sondern auch, dass er gemäß Ratsbeschluss den Rekruten mit einer „Prüfungsmission“ am nächsten Tag Richtung Norden betraute. Details dazu und die Beweggründe des Hauptmanns für diesen Rekrutenbewährungsausflug werde ich hier natürlich nicht preisgeben, nur dass er dem neuen Krieger erlaubte, mich mitzunehmen. Meine Herrin ist diese Hand ja auf Reisen, benötigt mich also nicht und eine Sklavin kann bei gewissen Dingen wohl manchmal durchaus von Vorteil sein. 


Juhuuu, ich konnte mein Glück kaum fassen! Wobei mir natürlich klar ist, dass es dem Krieger vor allem wohl um die Schlepperei seines Gepäcks geht, um das ich mich am gleichen Abend noch kümmern durfte. Aber wie gesagt, ich bin eben stets arbeitsam und willig und durfte dies dem Herrn, der neuerdings übrigens nicht mehr im Gasthaus wohnt, sondern inzwischen in ein kleines Haus in der Unterstadt eingezogen ist, später am Abend auch noch auf eine sehr schöne Art zeigen… mit einem entspannenden Fußbad und so.^^

Freitag, 25. Juli 2014

Ohrenphänomene

Bevor meine Herrin eine zehntägige Reise in Kastenangelegenheiten antreten musste, hübschte ich mich am letzten Tag vor ihrer Abreise zusätzlich mit den schönen Ohrringen auf, die sie mir am letzten Jahrestag meiner Unterwerfung geschenkt hatte, denn die trage ich eigentlich nur zu besonderen Anlässen. Um ihr mit meinem Anblick noch eine letzte Freude zu machen und damit sie mich die nächste Hand in schöner Erinnerung behält, war das Schmücken meiner Ohren in meinen Augen genau das Richtige. Es war zwar nicht ganz einfach, meine langen Locken soweit zu bändigen, dass die hübschen blauen Perlen überhaupt zu sehen waren, aber letztendlich war ich einigermaßen zufrieden mit meinem Werk und machte mich auf in die Unterstadt, um schon mal das Gepäck meiner Herrin zum Hafen zu schaffen und dort unterzustellen.

Nachdem meine Pflichten soweit erledigt waren, trödelte ich weiter Richtung Gasthaus, denn es war noch etwas Zeit, bis meine Herrin für eine letzte Milch vor ihrer Abreise nachkommen wollte. Am Eingang zur Terrasse traf ich den Hauptmann und den Lederarbeiter, die gerade eine etwas… naja… nicht nur ungewöhnlich gekleidete, sondern auch unverschleierte Freie über die Schleierpflicht für freie Frauen in Jorts informiert hatten. Ich erfuhr, dass die Herrin um eine Genehmigung für künstlerische Auftritte oder Gauklerdarbietungen ersuchte. Sie hatte zwar jede Menge wunderliche Dinge auf Kopf und Rücken, nur eben keine Gardine vorm Gesicht und anscheinend auch keine solche dabei. Da sich der Hauptmann anscheinend nicht in der Lage sah, die erbetene Genehmigung beim Anblick eines freien weiblichen Gesichts zu erteilen, kam mir die Aufgabe zu, der Künstlerin mit einem Gesichtsvorhang zu helfen, den Jorts in so einem Fall zur Verfügung stellt.

Das war schnell erledigt, denn für solche Fälle gibt es im Gasthaus eine Kiste mit diversen Schleiern. Allerdings passierte dann ein sonderbares Ohrenphänomen. Die Herrin hatte sich gerade mehr oder weniger umständlich und ziemlich ungeübt ihr Gesicht verhüllt, als sie mich plötzlich eindringlich musterte. Mir war sofort klar, dass sie wahrscheinlich erst jetzt meine hübschen Ohrringe bemerkt hatte und diese nun genauer betrachtete. Ich will ja nicht sagen, dass mir ihre Musterung schmeichelte, denn Eitelkeit steht einer Kajira nicht, trotzdem hielt ich natürlich einige Ihn erfreut still, bis etwas sehr Merkwürdiges geschah. Die Herrin streckte plötzlich ihre Hand zu meinem Ohr aus, was mir ehrlich gesagt nicht so wirklich angenehm war, weil ich befürchtete von ihr betatscht zu werden. Doch zog sie zu meiner Erleichterung ihre Hand sogleich wieder zurück, hielt darin aber nun ein Vuloei.

Huch, wo kam das denn auf einmal her? Mittelprächtig erschrocken betrachtete ich äußerst skeptisch das aus dem Nichts aufgetauchte Ei, von dem die Herrin jetzt behauptete, es wäre hinter meinem Ohr gewesen, gehöre also angeblich mir. Das konnte natürlich überhaupt nicht sein… warum sollte dort plötzlich ein Vuloei stecken? Sowas war vollkommen unmöglich und ging schon mal gar nicht bei meinem Getüdel mit den Ohrringen und meiner Frisur. Da es mir natürlich nicht zusteht, Freien zu widersprechen und das Anraten zu einem Arztbesuch von der Herrin vielleicht auch falsch ausgelegt werden konnte, zog ich es vor, mich schnell für das Vuloei zu bedanken. Ich hatte inzwischen nämlich draußen die Stimme meiner Herrin gehört und flitzte daher mit dem Zauberei zwischen spitzen Fingern schnell zu ihr.


Zum Glück waren meiner Herrin solche Kunststücke nicht unbekannt. Sie sah das Ergebnis in meiner Hand unter Entsorgungs- und vor allem Ernährungsaspekten daher als bratwürdig an, sodass ich es für sie in die Pfanne schlug, noch etwas Käse darüber verlaufen ließ, um es ihr dann mit einer leckeren Scheibe Satarnabrot und ihrer Honigmilch zu servieren. Leider war der neue Rekrut während ich meine Herrin bediente, inzwischen mittelprächtig nervös geworden und erweckte schließlich den Anschein, nicht nur kurz vor dem Verdursten zu sein, sondern langsam auch verärgert, weil ich mich nicht sofort um ihn gekümmert hatte. Wobei ich mir sicher bin, dass ich mich getäuscht hatte, denn jeder Goreaner lernt von seinen Eltern selbstverständlich, nach welcher Hierarchiefolge eine Kajira zu bedienen hat. Außerdem stand es ihm frei, sich genau wie der Lederarbeiter selbst zu bedienen.

Dass dieser Krieger sehr wohlerzogen ist, zeigte sich kurze Zeit später, als er sich Fios Herrn sofort vorstellte, nachdem dieser sich am Tisch niedergelassen hatte. Die beiden Rarii waren sich vorher anscheinend noch nicht begegnet. Schade war nur, dass ihre erste Begegnung offensichtlich unter einem ganz schlechten Stern stand. Fios Herr hatte nämlich offensichtlich ebenfalls etwas mit den Ohren… allerdings war wohl kein Vuloei die Ursache für dieses Phänomen. Er überhörte echt mehrfach das Vorstellen des Rekruten. Auch die einlenkenden Worte des Hauptmanns veranlassten ihn nicht dazu von seinem arroganten, reichlich hohen Kailla herunter zu kommen, von dem aus er den freundlichen neuen Krieger gänzlich ignorierte und so tat, als sei der überhaupt nicht da oder unfrei, während er selbst sich ausgerechnet über Anstand und Höflichkeit ausließ.

Meiner Herrin war inzwischen anscheinend der Appetit vergangen und auch mir war der Hals wie zugeschnürt, sodass ich von dem leckeren Essen keinen Bissen herunter bekam, obwohl ich normalerweise nach jedem Happen lungere, der nicht nach Sklavenbrei aussieht. Ich fand die Ruhe und Höflichkeit wirklich bewundernswert, mit der sich der neue Krieger ich weiß nicht wie oft erneut vorstellte. Doch auch das Vermitteln des Hauptmanns schien nichts gegen die Verbohrtheit von Fios Herrn ausrichten zu können, sodass ich mehr als froh war, dieser unangenehmen Stimmung entrinnen zu können, als meine Herrin sich schließlich zurückzog. Es bleibt nur zu hoffen, dass ihre Empfehlung, sich wach und ausgeschlafen erneut zu treffen, zwei offensichtlich total verstopfte Ohren erreicht hat. Ein Neustart ist manchmal wirklich nicht der schlechteste, weil auch Krieger nur Menschen sind… mal mit gutem Gehör oder auch mal mit einem Ohrenphänomen. ;-)

Donnerstag, 24. Juli 2014

Kajirazickerei

„Ich freue mich auf den Paga, den du mir später servieren darfst und es ist schön, hier endlich wieder richtige Kajirae zu sehen… nicht solche Dinger wie im Norden“, waren glaube ich ungefähr die Worte, mit denen mich der neue Krieger lächelnd begrüßte. Natürlich habe ich mich über seine Worte riesig gefreut und vor allem darüber, dass der Herr wohlbehalten zurück war. Allerdings wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass aus meinem Pagaserve nichts werden würde… typisches Kajiraschicksal eben. Selbstverständlich wollte der Pagadurst an diesem Tag auch erst erkämpft werden, denn es war Mitte der Hand und somit Waffentraining für die zahlreichen jortsschen Krieger und einige Gäste aus Enkara. Es dauerte also noch, bis jeder gegen jeden sein Schwert geschwungen hatte.

Die Zeit wurde mir jedoch nicht langweilig, da Dark wie immer enormen Nachholbedarf an Informationen hatte, weil sie auf dem Lande vermutlich vor lauter Grün manchmal kurz davor ist einzugehen, denn ihr Herr nimmt sie ja nur einmal die Hand mit in die Stadt zum Waffentraining. Meine Freude über das Wiedersehen mit ihr und ihrem Herrn wurde an diesem Tag übrigens durch ein kleines Sahnehäubchen in Form seines Kriegerumhangs gekrönt, den er mir über den Kopf warf, damit ich den während seines Trainings verwahrte. Dark genehmigte den Wunsch in ihrer ganzen Großzügigkeit selbstverständlich sofort. Sie bestätigte, dass ich für diese Umhangverwaltungsverantwortung als vertrauenswürdig einzustufen bin und war sogar froh darüber, diesmal keine Last mit dem warmen Ding zu haben… oder tat sie etwa nur so und war vielleicht doch ein wenig gekränkt, dass ihr Herr diesmal mir diese Gunst erwies?

Keine Ahnung und auch total unwichtig, denn viel wichtiger war, ihr von dem neuen Krieger zu berichten, der nun unser beider Augenmerk auf sich zog, während er sich mächtig ins Zeug legte und eifrig den Schwertkampf trainierte, denn er hat ja nicht vor, lange Rekrut zu bleiben. Über sein gutes Aussehen waren wir uns trotz seiner Nichtfrisur, bei der sich Haarewaschen erübrigt, natürlich sofort total einig. Außerdem ist es spannend abzuwarten, ob da nicht vielleicht doch noch Haare wachsen werden. Wie nicht anders zu erwarten, interessierte Dark sich logischerweise besonders dafür, wie der Herr in den Fellen ist, verpasste mir nach meinem Schwärmen aber mit ihrem schnippischen „SO gut also… aber du hast ja sowieso bloß eine Herrin und eh keine Ahnung, bist also nicht verwöhnt!“ jedoch einen gemeinen Seitenhieb, der mir ziemlich weh tat. 


Trotzdem versuchte ich es erst einmal diplomatisch, denn ich bin Dark sowieso nicht gewachsen. Ich versicherte ihr, dass ich ihren Herrn doch auch ganz toll finde, weil er vor allem durch sein Alter und seine Weisheit etwas hat, was andere nicht haben und er mit seiner Superkondition total fit ist. Leider verwandelte sie sich nun in ein fauchendes Biest, das mir zusätzlich auch noch kräftig gegen mein Schienbein trat und mich danach wütend an den Haaren packte. Sie wollte mich damit zu der Aussage zwingen, dass ihr Herr in allem der Allerbeste ist. Leider war sie überhaupt nicht bereit zu kapieren, dass es für mich keinen allerbesten Herrn geben kann, solange ich keinem gehöre, was bei ihr natürlich ganz anders ist. Wäre ihr Herr mein Herr, wäre er für mich genau wie für sie in allem der Beste, versuchte ich ihr daher klar zu machen. Doch das war’s noch nicht… sie wollte überhaupt nicht wissen, wer für mich der Beste ist, sondern wer der obersuperallerallerbeste Herr in allem und überhaupt auf ganz Gor ist! Außerdem wollte sie von mir den Schwur erzwingen, dass ich nie wieder das Alter ihres Herrn erwähne und einen anderen Herrn nicht mal fast so toll finden werde, wie ihren Herrn.

Das hätte sie nicht fordern sollen… meine Geduld war am Ende. Was bildete sich diese wichtigtuerische Landpommeranze eigentlich ein? Mit ihrer Frechheit hatte sie den Bogen jetzt wirklich überspannt. Schlagartig verpufften bei mir jegliche weiteren diplomatischen Absichten. Mindestens genauso wütend wie Dark krallte ich jetzt nämlich meine Finger in ihren Zopf und zog daran genauso heftig, wie sie immer noch an meinen Haaren. Erfolg unseres blöden Gerangels war, dass wir beide schließlich umfielen und Darks Herr quer über die Wiese brüllte: „Dark lass mein zweites Fell heil!“ bevor er sich wütend vor uns aufbaute und damit drohte, wenn eine von uns kaputt geht, es die andere spüren zu lassen. Wie er dieses Spüren zu gestalten gedachte war mehr als klar, da er uns sehr deutlich die Breitseite seines erhobenen Schwerts zeigte. 

Uff… das war echt knapp, ließ Dark und mich aber unsere Zickerei sofort vergessen, als sei überhaupt nichts gewesen. Während Dark schnell entschuldigend stammelte, was sie wollte aber nicht hatte und so, entsorgte ich unauffällig ein paar ihrer dunklen Haare, die ich ihr anscheinend ausgerissen hatte und erklärte ihrem Herrn kleinlaut, dass wir uns eigentlich doch nur gegenseitig dabei hatten behilflich sein wollen, unsere Frisuren zu richten, damit wir hübsch für ihn aussehen und ihn mit unserem Anblick erfreuen. Zum Glück ließ der Krieger die Sache mit ein paar ermahnenden Worten über Wollen, Können und nicht lohnende Strafen auf sich beruhen, da die Fortsetzung seines Waffentrainings natürlich viel wichtiger war als unsere Frisuren. Ich denke es ist nachvollziehbar, dass Dark und ich uns jetzt so einig wie schon lange nicht mehr waren, wieviel Glück wir gerade gehabt hatten und keinen Gedanken mehr an eine Fortsetzung unserer Kajirazickerei verschwendeten.


Wie ich eingangs schon erwähnte, war es mir letztendlich leider nicht mehr vergönnt, dem neuen Krieger seinen Paga zu servieren, weil er ausgerechnet in dem Moment sein Training beendete und Richtung Gasthaus lief, als meine Herrin an der Trainingswiese auftauchte und sich bei Dark erkundigte, wie es ihrem Herrn geht. Besonders in letzter Zeit hatte sie nämlich sehr oft an ihn denken müssen. Ihr Gespräch mit Dark über ihre Lieblingshauptmänner, ihre Liste mit den Kandidaten für eine Gefährtenschaft, Waldspaziergänge auf dem Lande und wie schicklich der Besuchs eines bestimmten Landsitzes ist, zog sich jedenfalls bis zum allgemeinen Trainingsende in die Länge und ging zuletzt in wildes Spekulieren über, wer mich wann kauft oder weil kostengünstiger doch lieber fordert, wenn meine Herrin pleite ist oder vergefährtet…oder so. Dieses Verkaufs- und Gefährtenschaftsgekakel zwischen meiner Herrin, Darks Herrn und dem Hauptmann führte dazu, dass wir die Gasthausterrasse erst erreichten, kurz bevor der neue Krieger leider zum Spätdienst aufbrechen musste.

Natürlich war ich wieder ganz hin und weg, als er mich vorher noch wohlwollend anlächelte, sodass ich bei der Fortsetzung des Gekakels der Freien etwas unkonzentriert war. Wobei ich das Meiste aber noch mitbekam… glaube ich jedenfalls. Es ging um die Wurzeln von Mutantenpfeffer, die die Fundamente der halben Oberstadt beschädigt hatten, weil die Diebe, die vor kurzem im Kontor des Händlers eingebrochen waren, Dünger verteilt hatten, der zusammen mit dem Wasser der kaputten Wasserpumpe das Pfefferwachstum enorm begünstig hatte. Ich glaube, ein Verr und Lehm waren auch noch dabei… ach ja, und Sonnenblumen, aber das bekomme ich jetzt nicht mehr zusammen. Wieso die Wasserpumpe überhaupt kaputt gegangen war, weiß ich leider auch nicht mehr, weil ich inzwischen darüber nachdachte, ob nicht eine therapeutische Kopfwäsche auch für Freie manchmal sinnvoll ist. Aber diesen Vorschlag habe ich mir lieber verkniffen, denn ich hatte ja sowieso die Schuld an allem.^^

Mittwoch, 23. Juli 2014

Therapeutische Kopfwäsche

Nach einer irgendwie viel zu kurzen, aber tollen Nacht mit dem neuen Rekruten stellte ich beim Aufwachen in seinem Gasthauszimmer am nächsten Tag fest, dass der Krieger verschwunden war. Glücklich und total tiefenentspannt musste ich in seinen starken Armen offensichtlich wie ein Stein geschlafen haben, sodass ich sein Aufstehen überhaupt nicht mitbekommen hatte. Da das Zentralgestirn bereits hoch am Himmel stand, hatte ich es jetzt ziemlich eilig nach Hause zu kommen, gönnte mir allerdings noch ein herrlich erfrischendes Bad im Bach, bei dem mir an diesem Morgen ein paar neugierige Verr zuschauten. Mit nassen Haaren und glitzernden Wassertropfen auf der Haut sauste ich eilig weiter in die Oberstadt, um mir saubere Kleidung überzustreifen und alles für das Frühstück meiner Herrin vorzubereiten, die aber zum Glück noch leise vor sich hin schnarchte.

In der Hoffnung, dass das Schiff mit der Reisegruppe des Händlers inzwischen noch nicht abgelegt hatte, ließ ich meine Herrin einfach weiterschlafen. Mein Ziel war der Hafen, wo ich mir erhoffte, vielleicht den neuen Krieger zumindest kurz noch zu sehen, weil er doch zusammen mit dem Ersten Schwert als Geleitschutz abgestellt worden war für die Händlerreise zu irgendeinem Dorf im Norden, das so ähnlich heißt wie der Sleen des Hauptmanns. Die Priesterkönige müssen ein Einsehen mit mir gehabt haben oder vielleicht war es auch Shanis Herr gewesen, denn alle warteten nur noch auf letzteren, damit es endlich losgehen konnte. Hach, was habe ich mich gefreut, als mich der neue Krieger sofort zu sich befahl, um mir meine vom Baden immer noch leicht feuchten Haare aus dem Gesicht zu streichen, bevor er mir auftrug, meiner Herrin seine Zufriedenheit mit mir auszurichten. 

Er war auch überhaupt nicht sauer darüber, dass ich sein Aufstehen nicht bemerkt hatte, sondern lachte mich wegen meiner Befürchtungen nur gut gelaunt an und kam bei den Überlegungen des Ersten Schwerts über das Klima im Norden auf die verlockende Idee, mich wegen der dort möglicherweise herrschenden Kälte mitzunehmen. Natürlich hätte ich den Herrn unheimlich gerne gewärmt, war ich doch als Heizung bereits erprobt, nur war ich natürlich verpflichtet, mich um meine großzügige Herrin zu kümmern, die schon am Vorabend auf meine Dienste verzichtet hatte. Außerdem zeugt es auch nicht gerade von gutem Benehmen, eine Nacht mit fremdem Eigentum einfach ungefragt auf eine möglicherweise gefährliche Reise auszudehnen, auch wenn ich mir ziemlich sicher war, dass meine Herrin mich ausgeliehen hätte. Mir blieb daher nur, dem Krieger schließlich mit sehnsüchtigen Blicken hinterher zu schauen und auf seine baldige und vor allem gesunde Rückkehr zu hoffen.

Das Interesse des neuen Kriegers an mir war übrigens nicht nur dem Ersten Schwert aufgefallen. Nachdem das Schiff mit der kleinen Reisegruppe Jorts verlassen hatte, vermutete der Hauptmann nämlich, dass meine Herrin wohl mit der Frage rechnen muss, ob ein gewisser Rarius mich für zukünftige Reisen vielleicht ausleihen darf, sofern sie mich nicht benötigt. Aber mal abwarten, ob er überhaupt in Jorts bleiben wird. Beim Thema Reisen fiel dem Hauptmann übrigens ein, dass er mich seinerzeit mal nach Kargash mitgenommen hatte, als es darum ging, seinen Freund als Schmied nach Jorts zurück zu holen, was jedoch leider nicht gelungen ist. Seine mehr als deutlichen Worte zu diesem Dreck… so sagte er tatsächlich und noch Schlimmeres… werde ich mir hier aber lieber verkneifen, zumal es mir gelang, ihn mit meinen Erinnerungen an einen anderen Schmied etwas abzulenken.

Der Hauptmann wusste übrigens auch nicht, dass ich nicht von Anfang an bei meiner Herrin war, sondern vorher mehreren Kriegern gehört hatte, zuletzt dem Kommandanten von Samanu. Damit drehte sich unser Gespräch wieder um den neuen Krieger, der anscheinend sogar schon einen Kommandanten, der offensichtlich kein Blut sehen konnte, zum Frühstück gegessen hatte. Die Vermutung des Hauptmanns, dass es dem Heimstein dieses Kriegers mehr als schlecht gehen muss, um eine dermaßen kapitale Fehlernennung zu treffen, leuchtete übrigens sogar mir ein. Nicht ganz so klar war mir allerdings, warum es für Rarii selbstverständlich sein soll, eine Kajira in den Fellen hart ran zu nehmen. Bei dieser Äußerung kam mir kurz der Gedanke, ob der Hauptmann mich vielleicht über die letzte Nacht aushorchen wollte? Nee, wahrscheinlich wollte er mich nur testen, ob ich über gewisse Details Stillschweigen bewahren kann, weil er darauf lauerte, mir andernfalls eine erneute Mundspülung mit Seife zu verpassen.

Tja, selbstverständlich schweige ich über gewisse Dinge! Über Seife, angeblich zu kalte Wassertemperaturen, Privatbadewannen, mir gänzlich unbekannte Schrumpfspeere und mit Grasfleckenbeseitigung dauerbeschäftigte Kajirae kam mir eine richtig tolle Idee, die jedoch leider wohl nicht umsetzbar ist. Trotzdem schlug ich dem Hauptmann vor, die Krieger könnten zukünftig vielleicht nackt trainieren, das wäre nicht nur ein noch viel tollerer Anblick als sowieso schon, sondern gäbe auch keine Grasflecken auf ihren Kriegertuniken, sodass die Kajirae viel mehr Zeit hätten, um ihre Herren zu erfreuen. Ich fand diesen Vorschlag eigentlich genial und konnte mir gut vorstellen, jede kleine Schürfwunde sofort mit sanften Kajirahänden zu behandeln. Auch der Einwand des Hauptmanns über die bei Nacktheit angeblich fehlende Kriegerwürde, zählte für mich überhaupt nicht. Für mich sieht ein Rarius immer würdevoll aus, egal ob angezogen oder nackt, nur nackt eben würdevoll toll.

Ich glaubte fast schon, dem Hauptmann gefiel meine Idee… zumindest etwas. Erstaunlicherweise erhielt ich nämlich keinen einzigen Kopfditscher von ihm, sondern wurde sogar sanft am Nacken gekrault und gutmütig lachend als „kleines Luder“ bezeichnet, nachdem sich der Lederarbeiter zu ihm gesellt hatte. Leider fiel ihm jedoch bei dem Pagadurst des Sattlers ein, dass er von mir noch nicht sein Lieblingsgetränk erhalten hatte, obwohl seit der Abreise des Händlers mindestens eine Ahn vergangen sein musste. Während die beiden Herren nun über verschiedene Bestrafungsmöglichkeiten diskutierten, beeilte ich mich natürlich ganz gewaltig, um einer solchen Maßnahme durch prompte Bedienung entgegen zu wirken, was mir jedoch leider nicht gelang. Keine Ahnung, ob wegen der intensiven, aber viel zu kurzen vergangenen Nacht oder weil der Hauptmann mich mit meinen Fantasien über nackt trainierende Krieger durcheinander gebracht hatte… jedenfalls verwechselte ich beim Servieren Links mit dem anderen Links.


Meine Entschuldigungen und Erklärungsversuche machten meinen Patzer leider nicht besser, sondern verhalfen wohl eher zum Gegenteil. Die beiden Männer befürchteten jetzt nämlich einen Hitzestau bei mir… allerdings im Kopf, für den der Hauptmann auch sofort eine Lösung parat hatte, die der grinsende Lederarbeiter als therapeutische Kopfwäsche bezeichnete. Der Hauptmann befahl mich zu sich, kontrollierte noch einmal mit Durchwuscheln, ob meine Haare seit meinem Morgenbad inzwischen tatsächlich getrocknet waren und drückte mich dann unmissverständlich zu Boden, um meine Knöchel zu packen und mich an ihnen hochzuheben. Mir blieb gerade noch Zeit, meine in diesem Moment eintreffende, leider irgendwie falsch herum aussehende, erstaunte Herrin zu begrüßen, die sich für das bevorstehende Schauspiel gemütlich auf einen der Stühle setzte und ihre Beine nicht gerade freieFrauenmäßig hochlegte. Dann war noch einmal tief Luft holen angesagt, bevor auch schon mein Kopf ins Hafenbecken getunkt wurde. 

Auch wenn ich inständig hoffte, nicht losgelassen zu werden, denn sollte ich komplett ins Hafenbecken fallen, stand mir zusätzlicher Ärger mit meiner Herrin bevor, weil sie mir ja vor einiger Zeit genau dies verboten hatte, konnte ich mich beim zweiten Eintauchen meines Kopfes leider doch nicht mehr beherrschen. Meine Nase war inzwischen ekelig mit Wasser vollgelaufen, weil ich vergessen hatte, sie rechtzeitig zuzuhalten. Obwohl ich ziemlich gut tauchen und lange die Luft anhalten kann, begann ich in der von mir Besitz ergreifenden Panik wild mit den Armen zu rudern und herum zu zappeln. Zum Glück ist der Hauptmann ein echt durchtrainierter Krieger und die Bestrafung war dann genauso plötzlich vorbei, wie sie begonnen hatte. Unangenehm war nur, dass ich wegen dem Wasser in meinen Ohren die Gespräche der beiden Männer mit meiner Herrin über irgendwelche Kisten, zwischen denen der Hauptmann anscheinend wegen seiner geplanten neuen und seiner verflossenen alten Gefährtenschaft saß, nicht so ganz mitbekam. Aber ich verstehe auch mit unverwässerten Ohren meistens nicht, warum Männer sich eine Gefährtin nehmen.^^


Dienstag, 22. Juli 2014

Ein neuer Rekrut

Meinen Weg zur Brauerei, um dort endlich die Münzen des Hauptmanns für die Pagafässer abzuliefern, hätte ich mir gestern sparen können, denn leider traf ich den Brauereibesitzer nicht an. Es war sowieso ungewöhnlich ruhig an diesem Tag in Jorts und alle sonst sehr beliebten Treffpunkte der Freien irgendwie ausgestorben… zumindest noch, es sollte sich später allerdings ziemlich schnell ändern. Da zu diesem Zeitpunkt weder auf der Terrasse des Gasthauses noch am Brunnen jemand zu sehen war, wollte ich eigentlich schon wieder nach Hause schlendern, entdeckte jedoch am Hafen vor der Taverne Lenjas Herrn mit einer Reisekajira… zumindest sah das Mädchen für mich beim ersten Blick danach aus. Mein Interesse war logischerweise geweckt, zumal ich eh befürchtete, dass es wieder Zuwachs an der Stadtkette geben könnte, sodass ich stoppte, um den Krieger erst einmal freundlich zu grüßen. 


Der Herr winkte mich zwar zu sich, hatte allerdings keinen Bedarf an meinen Diensten, weil sich inzwischen auch Lenja zu ihm gesellt hatte. Er befahl mir zur Arena zu laufen, in der einige Krieger mit einem neuen Rekruten trainierten. Dort wäre ich auf meinem Weg nach Hause natürlich nicht vorbei gekommen, sodass ich für diesen Tipp sehr dankbar war und schnell loslief. Leider kam ich offensichtlich jedoch trotzdem zu spät. Das Waffentraining war inzwischen zu Ende, denn die Rarii brachen gerade Richtung Gasthaus auf, wo sie der Trockenheit in ihren Kehlen mit Paga abhelfen wollten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich etwas im Weg stand oder ob der neue Krieger einfach nur seinem Übermut Luft machen musste. Für einen Test der Festigkeit meines Hinterteils stand ich offensichtlich genau richtig, denn er verpasste mir im Vorbeigehen lachend einen leichten Klapps darauf.


Noch ganz verzückt und mir durchaus bewusst, welche Ehre mir der Fremde hatte zukommen lassen, blieb mir nach Erreichen des Gasthauses nur, Shani meine Hilfe anzubieten, die sämtliche Getränkebestellungen der Krieger bereits entgegen genommen hatte. Erstaunlicherweise war sie an diesem Tag ohne ihren Herrn unterwegs und hatte dem Training der Krieger in der Arena zugeschaut. Daher war es nur logisch, dass sie den Herren den bei ihr bestellten Paga servierte, während ich mit einem Berg Schinken- und Wurstbroten dem Hunger des Hauptmanns abhelfen durfte. Ich sagte ja schon, dass es nicht lange ausgestorben blieb, denn wie auf Knopfdruck füllte sich die Gasthausterrasse jetzt schlagartig mit weiteren Freien. Leider ebenso schlagartig war ich plötzlich die einzige Kajira zum Bedienen, da der Händler nun ebenfalls aufgetaucht war und Shani wegschickte, nachdem er sie ihn ebenfalls mit einem Paga versorgt hatte. Ich glaube, er hatte am Markttag beim Lederarbeiter irgendeine Maßanfertigung für seine Kajira in Auftrag gegeben, für deren Fertigung dem Sattler anscheinend wohl noch die Maße fehlten. Aber so ganz genau hatte ich das nicht mitbekommen.


Leider bekam ich beim hin und her Sausen zwischen Terrasse und Küche auch nicht wirklich mit, worum sich die Gespräche der zahlreichen Freien am Tisch drehten, die natürlich alle von mir bedient werden wollten… am liebsten gleichzeitig. Meine Herrin mokierte sich zwar etwas darüber, dass ihr Eigentum als einzige Gasthauskajira herhalten musste, weil andere Privatkajirae durch Abwesenheit glänzten, doch für mich war das vollkommen selbstverständlich. Außerdem bin ich dies wirklich gewohnt und empfinde es als total normal, während ihrer häufigen Landsitzaufenthalte nur irgendeine Stadtkajira zu sein, über die jeder Freie nach Belieben verfügen kann. Ich freue mich, wenn ich wahrgenommen werde und mich nützlich machen darf... naja meistens jedenfalls. Es ist übrigens sogar schon passiert, dass ein Herr im Beisein meiner Herrin meinte, es wäre meine Aufgabe einen Krieger neben ihm zu bedienen. Dabei übersah dieser Herr nicht nur meine Herrin total, sondern vor allem, dass seine eigene Sklavin genau zwischen ihm und dem Krieger kniete, also nicht wie ich um den halben Tisch herum musste, um nach dessen Getränkewunsch zu fragen.

Aber was soll’s, es gibt eben solche und solche Privatkajirae und vor allem solche und solche Herren. Zum Glück ist meine Herrin eine Goreanerin der alten Schule, die im Gegensatz zu anderen Freien ihren Besitz jederzeit zur Verfügung stellt, sofern sie meine Dienste nicht selbst benötigt. Andernfalls wäre dem neuen Rekruten, der mit seiner Aufzählung einer Reihe von Kriegernamen jede Menge schöne Gedanken in mir wach rief, nichts anderes übrig geblieben, als alleine seine Felle aufzusuchen. Das wäre wirklich mehr als oberschade gewesen. Mit seiner Art mich in seinem Gasthauszimmer an sich zu ziehen und mich zu küssen, wurde nämlich eine Flut erregender Empfindungen in mir erzeugt, die meine Knie total weich werden ließen, während ich kurz davor war zu verglühen… allerdings nicht wegen der heißen Außentemperaturen!^^

Montag, 21. Juli 2014

Paga-Depot beim Hauptmann

…und ein möglicher Sehschaden mit Knick in der Linse.

Gleich am frühen Morgen des nächsten Tages nach dem gutbesuchten Markt machte ich mich wie vereinbart daran, die beiden vom Hauptmann bestellten Fässer Paga auszuliefern, denn ich bin ja immer sehr pflichtbewusst und ganz besonders gewissenhaft, wenn etwas bereits bezahlt worden ist. Außerdem war meine Herrin bereits zu ihrem Landsitz aufgebrochen und benötigte daher meine Dienste nicht. Ich wollte den ziemlich schweißtreibenden Fasstransport jedoch nicht erst in der größten Hitze erledigen, mit der auch an diesem Tag bei hoch am wolkenlosen Himmel stehendem Zentralgestirn wieder zu rechnen war, da es von der Brauerei bis zum Hauptmannshaus in der Oberstadt leider ganz schön bergauf geht. Ich glaube, die Wachen auf der Stadtmauer über dem Nebentor waren die einzigen, die außer mir um diese frühe Ahn nicht schliefen und mir grinsend zuschauten, wie ich mich abmühte, um die schweren Dinger bis zum Garten des Hauptmanns zu kullern, wo ich sie dann um die Hausecke herum neben dem Käfig seines wütend knurrenden Sleens abstellte.

Mein anschließendes ausgiebiges Bad im Bach war wie ich fand nach dieser Kraftanstrengung mehr als erforderlich, verdient sowieso und herrlich erfrischend. Auch wenn ich mich dort am liebsten noch ahnlang wie ein Fisch im Wasser geaalt hätte, musste ich mich irgendwann jedoch auf den Heimweg machen, um endlich die blühenden Lieblinge meiner Herrin zu versorgen, die auf dem Markt nicht verkauft worden waren. Vorher versuchte ich zwar schnell noch mein Glück in der Brauerei, um den Brauereikrieger über die durchgeführte Paga-Lieferung zu informieren und ihm die Silbermünze des Hauptmanns auszuhändigen, die mir er mir auf dem Markt unbedingt noch hatte aufdrängen müssen, traf jedoch leider niemanden an. Meine Informationen über den Wunsch des Brauereibesitzers bezüglich der Bezahlung hatten den zahlungswütigen Hauptmann übrigens einfach nicht interessiert und waren möglicherweise die Ursache für ein Missverständnis am gestrigen Tag, das nun zu einem Paga-Depot in der Oberstadt geführt hatte, nämlich im Hauptmannshaus.


Wegen diverser aufgrund der Marktvorbereitungen liegengebliebener Arbeiten, die ich vor der Rückkehr meiner Herrin endlich unbedingt noch erledigen musste… ok ich gebe ja zu, dass ich dabei nicht gerade die Oberschnellste war, weil ich ein paar sehr interessanten Fantasien nachhing, die sich mal wieder um einen der Krieger drehten… machte ich mich gestern erst sehr spät auf in die Unterstadt und traf vor der Taverne auf eine kleine Männerklöhnrunde, die allerdings bereits kurz davor war sich aufzulösen. Der Händler stöhnte nämlich herum, nach der Rückkehr von einer Reise mittelprächtig angeschlagen zu sein und verzichtete sogar auf jeglichen Pagagenuss, bevor er sich frühzeitig in sein Haus zurückzog. Dadurch dem reizvollen Anblick von Shanis üppigen Rundungen beraubt, mit denen ich natürlich wie immer nicht mithalten konnte, verdrückte sich kurz darauf auch das erste Schwert, sodass ich nun mit dem Hauptmann alleine am Hafen war, der mir breit grinsend mitteilte, wie sehr ihn die günstige Lieferung von fünf Fässern Paga freute, die er für den Preis von dreien erhalten hatte. 

Hääähh? Ich glaubte mich verhört zu haben, denn ich hatte doch nur zwei geliefert! Auch wenn mir natürlich bekannt ist, dass der Hauptmann Paga in ziemlichen Mengen trinkt, so wie andere Leute Wasser, fragte ich lieber noch einmal nach. Vielleicht erwartete er Gäste, weil eine größere Feier bei ihm ansteht oder beabsichtigte er womöglich ein Paga-Depot anzulegen, um in der Oberstadt demnächst eine Taverne aufzumachen? Doch dem war nicht so. Es stellte sich heraus, dass er einfach nur so drei weitere Fässer direkt bei dem Brauereibesitzer bestellt und diese auch prompt erhalten hatte, weil er glaubte, ich hätte seine Bestellung vergessen. Dabei kennt er mich doch lange genug und weiß eigentlich, dass auf mich Verlass ist und ich Befehle immer wie vereinbart ausführe. Doof war nämlich, er hatte leider nicht um die Hausecke seines Hauses geschaut und daher nicht die beiden von mir bereits angelieferten Pagafässer entdeckt. Typisch Mann irgendwie, Männer können ja bekanntermaßen nicht um Ecken schauen und ganz besonders keine Krieger, die wohl eher ihre Qualitäten im Verteilen von Aufgaben oder im Schlafen mit offenen Augen haben und sogar hören können, wenn Federn zu Boden sinken.

Selbstverständlich wollte der Hauptmann seinen Brauereifreund jedoch nicht über den Tisch ziehen, sodass ich nach einigem Hin und Her von ihm letztendlich doch noch die fehlenden Münzen für die Großlieferung an Paga erhielt. Danach stellte sich leider heraus, dass er wohl trotz seines fehlenden um die Ecke Sehvermögens einen ziemlich scharfen Blick hat, zumindest was meine Ohren anbelangt. Ich hatte zuvor gerade versucht, die Argumentation meiner Herrin gegenüber dem Bootsbauer wiederzugeben, warum sie mich ihm nicht verkaufen will. Sie verspürt nämlich immer nur dann Verkaufsgelüste, wenn ich ausnahmsweise mal Mist gemacht habe, was ja so gut wie nie vorkommt… glaube ich jedenfalls… und kann mich dann aber nicht verkaufen, ohne ihren guten Ruf zu verlieren. Komischerweise war der Hauptmann erstaunlich einig mit dem Bootsbauer, dass man mir das Mist machen bestimmt sehr schnell austreiben kann, z.B. durch Langziehen meiner Ohren, die er darauf sofort genauer inspizierte.


Tja, und bei dieser Inspektion stellte er dann zu meinem Entsetzen fest, dass meine Ohren unterschiedlich lang sind, anscheinend ist die Differenz zwischen links und rechts sogar mehr als eine halbe Fingerdicke. Immerhin besteht aber doch noch Hoffnung für mich und zwar nicht nur, weil meine Ohren normalerweise ja von meinen langen Haaren bedeckt sind, sondern sogar auf eine Korrektur dieses Schönheitsfehlers, auch wenn es dafür wohl etlicher Sitzungen beim Hauptmann bedarf. Im Nachhinein frage ich mich allerdings, ob der Herr gestern nach seinem ich weiß nicht wievielten, wie immer unverdünnt auf ex getrunkenen Paga womöglich einen Sehschaden mit Knick in der Linse hatte und meine Ohren gar nicht unterschiedlich lang sind??? ;-)

Freitag, 18. Juli 2014

Trockenblumen sind out

…mindestens von vorvorvorgestern, inzwischen also total unmodern und vor allem oberschreckliche Staubfänger. Dies hatte ich mir ganz fest vorgenommen, den Herrschaften Marktbesuchern auf eine freundliche und bestimmte Art klar zu machen… ein nicht ganz leichtes Unterfangen. Natürlich wollte ich auch nicht frech sein, aber vor allem den Blumen meiner Herrin gerecht werden, der es wirklich nicht leicht fiel, sich von ihren blühenden Lieblingen zu trennen. Es war selbstverständlich erforderlich, mit einem ganz besonderen Augenmerk und entsprechendem Fingerspitzengefühl die möglichen Kaufinteressenten zu beäugen, denn es wäre natürlich fatal, wenn eine der blühenden Schönheiten in falsche Hände käme und entweder zur modernden Sumpflanze oder unmodernen Trockenblume degradiert werden würde, denn immerhin handelte es sich um echte Pinions.

Na gut, es musste erst einmal überhaupt jemand Interesse an dem Kauf einer Blume zeigen. Daher galt mein erstes Vorhaben gleich früh am Morgen des Markttages einem optisch ansprechenden Blumenarrangement auf dem Verkaufstisch. Außerdem durften die Pflanzen nicht in der prallen Sonne stehen aber auch nicht zu schattig, sodass ihre leuchtenden Farben gut zur Geltung kamen. Danach flitzte ich schnell noch einmal nach Hause, um mich mit viel Sorgfalt etwas aufzuhübschen. Die Entscheidungsfindung, welche Tunika dafür am geeignetsten war, nahm wie erwartet einige Zeit in Anspruch, doch schließlich fiel mein Entschluss für ein Camisk der Sorte „niedlich bis freizügig“, bei dem nämlich meine nackte linke Brust zu sehen war, wenn ich meine langen Haare zurückstrich. Da ich annahm, dass Herrinnen sich eher Blüten anschauen und Herren vielleicht doch lieber eine unter langen Haaren neugierig hervorlugende Knospe, sauste ich zuletzt noch ins Gewächshaus meiner Herrin, um mir zur Ablenkung brüskierter Blicke ein paar kleine Margeriten ins Haar und an meine Kleidung zu stecken und mir eine Blumenkette zu flechten.


In der Annahme, meine Herrin würde den Trennungsschmerz von ihren blühenden Lieblingen ausgeruht bestimmt besser verkraften können, ließ ich sie einfach weiter schlafen und machte mich alleine in die Unterstadt auf, wo um diese frühe Zeit inzwischen zwar alle Marktstände fertig aufgebaut worden waren, sich die Besucher jedoch zum Glück noch nicht drängten, was sich mit vorrückender Ahn allerdings bald ändern sollte. Vorher genoss ich es jedenfalls sehr, noch ein paar Worte mit dem schönen rothaarigen Brauereibesitzer zu klöhnen, der mir sogleich sein Leid klagte, weil er Frühwache hatte und sich wohl nicht allzu spät in seine Felle zurückziehen durfte, um nicht einen Anranzer wegen Verschlafen zu kassieren. Da ich mich als seine Brauereiaushilfskajira inzwischen einigermaßen auskenne, war es selbstverständlich naheliegend, dass der Herr mir auftrug, später einen Blick auf seinen Verkaufsstand zu haben, was ich selbstverständlich gerne tat.


Tja, und plötzlich war es dann soweit. Ich hatte mich gerade erst dekorativ auf der Ecke des Blumenverkaufsstands drapiert, wie ich es bereits am Vortag für den Tragfähigkeitstest gemacht hatte und hoffte nun, dass das mal wieder übergeschwappte Blumengießwasser schnell verdunstete. Um die Aufmerksamkeit der inzwischen in Scharen heranströmenden Herrschaften auf die wunderschön blühenden kleinen Pinions zu lenken, krakeelte ich lauthals über den Marktplatz, dass bei mir Blumen der schönsten Sorten zu kaufen waren, getopft und mit reichlich Blüten, gehegt und gepflegt von der ersten Blume meiner Herrin… wollte bei letzterem natürlich „gepflegt von ihrer ersten Kajira“ sagen. Ob sich jemand über meine blumige Ausdrucksweise mokierte kann ich jedoch nicht sagen, da nun mein erster Kunde auftauchte und ich sofort zurück auf den Boden hüpfte… natürlich neben die Wasserpfütze. Ich war so aufgeregt, dass ich ganz vergaß den Herrn zu fragen, welchem Heimstein er angehört. Er suchte ein hübsches Mitbringsel für eine ihm sehr wichtige Person… was lag also näher als ihm eine wunderschöne Blume in der tollsten aller Farben, nämlich Rot zu verkaufen?


Inzwischen war auch meine Herrin aufgetaucht und nahm es erstaunlich gelassen, dass der erste Ableger ihrer Blumenzucht nun bereits fehlte. Ich glaube, sie freute sich sogar über meinen Verkaufserfolg, denn ich wurde damit belohnt, dass ich mich jetzt ein wenig auf dem Markt umsehen durfte, während sie die Stellung hielt. Mein Weg führte mich vorbei an einem Stand der Konkurrenz mit Ale und Paga, den ich jedoch weitestgehend ignorierte. Mein Kajiraherz schlägt selbstverständlich für meinen jortsschen Lieblingsbrauer und seine Erzeugnisse, auch wenn es immer ein ziemliches Unterfangen ist, die schweren Fässer dorthin zu kullern, wo sie hin sollen, weil die Dinger manchmal doch etwas eigensinnig sind. Am Stand des Lederarbeiters musterte ich das ausgestellte, durchaus interessante Sortiment seiner Lederarbeiten. Mir war allerdings sofort klar, dass für meine Herrin diese Waren nicht so wirklich interessant waren, da sie andere Methoden der Bestrafung bevorzugt, übrigens ebenso wirksam wie z.B. ein Knebel.


Da mir am Stand von Lenjas Herrn mit den lecker duftenden Ergebnissen seiner Jagdausflüge leider als Kajira nichts anderes übrig blieb, als mich immer wieder ganz hinten in der Riesenschlange der vielen mit ihm flirtenden Herrinnen einzureihen, brach ich letztendlich etwas enttäuscht meinen ersten Versuch zum Ergattern einer kleinen Kostprobe seiner Grillwürste ab. Eine gute Entscheidung, denn ich war genau richtig für den Großauftrag des Hauptmanns am Blumenstand meiner Herrin zurück, um die Schätzchen meiner Herrin in Kisten zu verpacken. Ich denke, der Hauptmann sah in dem Erwerb des gesamten Blumensortiments meiner Herrin die große Chance, endlich in den Besitz echter Pinions zu kommen und dies natürlich zu einem Sonderpreis. Aber der Krieger war an diesem Tag offensichtlich sowieso im Kaufrausch, denn er orderte bei mir als Brauereiaushilfskajira zusätzlich noch 2 Fässer Paga, die ich ihm zum Glück aber erst am nächsten Tag liefern muss.


Meine Herrin hatte inzwischen reichlich Geld eingenommen, war jedoch keineswegs traurig darüber, sich von so vielen Blumenablegern getrennt zu haben, weiß sie doch, wie schnell und leicht es ihr gelingen wird, ganz viele neue zu züchten. Sie hat wirklich ein glückliches Händchen bei ihrem Hobby und meinte erneut, ob sie sich nicht doch als Sklavenhändlerin zur Ruhe setzen soll, um sich ganz auf den Blumenhandel zu konzentrieren, zumal ich mich dann auch nicht mehr mit den 99ern der Stadtkette herumärgern muss. Gut gelaunt drückte sie mir jedenfalls einige Kupfermünzen in die Hand, für die ich mir etwas kaufen durfte. Was lag also näher, als erneut mein Glück bei Lenjas Herrn zu suchen?


Diesmal hatte ich endlich einen Moment erwischt, wo die freien Frauen den Krieger zumindest für wenige Ehn mal in Ruhe ließen, auch wenn Sita versuchte vorzudrängeln und ihr Herr es dann natürlich schaffte. Trotzdem widmete mir der Herr dann doch seine Aufmerksamkeit und reichte mir freundlich lächelnd ein Grillwurstscheibchen zum Probieren, weil er am Abend zuvor sehr zufrieden mit mir gewesen war. Huihhh… ich hab keine Ahnung wie der Hauptmann eine ganze, dermaßen scharfe Grillwurst ohne mit der Wimper zu zucken verdrücken konnte. Mir wurde schon bei dem kleinen Stückchen abwechselnd heiß und kalt, während mir Tränen in die Augen schossen, meine Stirn sich mit Schweiß bedeckte und meine Wangen wahrscheinlich eine mehr als dunkelrote Farbe erhielten. Mein Anblick reichte Lenjas Herrn jedenfalls, mir dann zwei der etwas weniger scharfen Grillwürste zu verkaufen, die meine Herrin und ich wirklich voller Genuss essen konnten.

Meine Herrin hatte allerdings Gelüste, ihren Leckerbissen noch mit einer zusätzlichen Scheibe Käse zu belegen, die sie sich am Stand des Hofkriegers kaufte. So gerne wie ich Käse esse, war das bei dieser Köstlichkeit in meinen Augen vollkommen überflüssig, aber meine Herrin ernährt sich ja auch nicht überwiegend von Sklavenbrei. Hinterher war ich froh, so wunderbar gesättigt wie schon lange nicht mehr nach Hause zu dürfen, denn irgendwie ist Blumenverkauf doch ganz schön anstrengend. :-))

Donnerstag, 17. Juli 2014

Wandermarkt in Jorts Fähre

Der letzte Tag vor dem großen Wandermarkt ((heute am 17.7. ab ca. 20 Uhr)) war angebrochen. Nach meinem guten Zureden hatte sich meine Herrin schweren Herzens tatsächlich doch noch entschlossen, ein paar ihrer blühenden Lieblinge zu verkaufen. Seitdem sie vor einiger Zeit ihr Blumenhaus in Betrieb genommen hatte, wachsen und gedeihen die vielen Blumenableger so üppig, dass allmählich zu befürchten ist, der Garten vor dem Sklavenhaus könne sich demnächst in einen bunten Urwald verwandeln… wobei der Pfeffer ja schon seit der allerersten Aussaat ganz hervorragend wächst. Selbstverständlich war mir klar, an wem die ganze Arbeit für die Blumenverkaufsaktion hängen bleiben würde... nämlich an mir, der Ersten an der Privatkette meiner Herrin und gleichzeitigem Mädchen für alles, also auch erste Blumenpflegekraft.

Auch wenn das Sprichwort „Morgenstund hat Gold im Mund“ nicht wirklich meiner Natur entspricht, habe ich mich an diesem Morgen tatsächlich etwas früher aus den Fellen geschält, da am Vortag vor einem so großen, inzwischen gorweit bekannten Markt noch eine Menge zu erledigen war. Während meine Herrin im Haus noch irgendwelche umfangreichen Arbeiten für die Kaste der Sklavenhändler erledigte, denn sie handelt ja eigentlich mit Sklaven und nicht mit Blumen, begann ich damit, draußen die bunt blühenden Pinions um- und einzutopfen und in einigermaßen handlichen Kisten in den Schatten zu stellen, um sie später zum Marktplatz tragen zu können. Vorher musste ich allerdings noch in der Unterstadt den kleinen Verkaufstand aufbauen.

Wie gut, dass ich wirklich ein Mädchen für alles bin, also auch Bretter schleppen und diese handwerklich ziemlich geschickt zu einem kleinen, aber trotzdem einigermaßen passablen Blumenstand zusammen bauen kann. Naja, so ganz gelingt mir das dann doch nicht immer, denn eines der Bretter unterlag wohl etwas mehr der Schwerkraft als die anderen und polterte mit lautem Rums mehr oder weniger unsanft zu Boden, nahm davon jedoch keinen Schaden… im Gegensatz zu meinem Finger übrigens, in den ich mir bei dem Versuch, das Brett aufzufangen, leider einen fiesen Splitter rammte. Zum Glück ragte das Ende jedoch etwas heraus, sodass ich den Fremdkörper schnell wieder herausziehen konnte. Mehr als zufrieden mit meinem Werk gönnte ich mir daher nach dem erfolgreichen Standaufbau und der gelungenen Operation natürlich erst einmal eine kleine Verschnaufpause.


Da mich von den auf der anderen Seite des Brunnens befindlichen Freien zum Glück niemand weiter beachtete, machte ich es mir auf dem Blumentisch bequem. Wobei es dabei selbstverständlich nicht um meine Bequemlichkeit ging, sondern vor allem um eine wichtige Überprüfung der Tragfestigkeit meines kleinen Bauwerks. Von meinem etwas erhöhten Sitzplatz aus ließ ich wirklich auch nur ganz kurz meine Blicke über die inzwischen zahlreich aufgebauten Stände schweifen, bevor ich mich dann weiter nützlich machte. Ich hatte zuvor nämlich vom Brauereibesitzer den Auftrag erhalten, ihm beim Heranrollen der Fässer mit Ale, Paga und Kalana zu helfen. Zum Glück konnte ich den schönen Krieger mit den roten Haaren davon überzeugen, dass die schweren, natürlich vollen Fässer trotz schräg und nicht allzu steil angelegter Bohle eher runter als rauf auf den Verkaufstisch rollen, sodass er das Hochstellen der Fässer dann doch lieber selbst erledigte.

Überaus interessant, weil äußerst kajirafreundlich, fand ich übrigens die Bank, die der Herr unter den Zapfhahn eines großen Kalanafasses schob. Die Konstruktion war deswegen so toll für Kajirae, weil zum Trinken kein Gefäß benötigt wird, hinterher also auch nichts abgewaschen werden muss. Der Brauereibesitzer war allerdings noch nicht ganz überzeugt davon, wie gut er diese Idee fand, denn er befürchtete wohl, dass die Sauferei direkt aus dem Zapfhahn ihn womöglich arm machen könnte. Immer gerne selbst einer seiner besten Kunden, führte er mir aber trotzdem vor, wie es funktionierte und legte sich so auf die Bank, dass sein Kopf direkt unter dem Hahn des Kalanafasses platziert war, um sich einen Riesenschwall des roten Weins direkt in den Mund zu zapfen. 


Gut gestärkt nach diesem gewaltigen Schluck Zielkalana zog es den Rarius wie nicht anders zu erwarten zur Wiese, wo das Waffentraining der jortsschen Krieger bereits eine ganze Weile in Gange war. Ich wäre ihm zwar am liebsten gleich hinterher gelaufen, sah in diesem Moment jedoch den obersten Händler zur Marktinspektion mit Shani auftauchen und nutzte die Gelegenheit, um nachzufragen, ob ihm der von mir aufgebaute Stand so genehm ist. Etwas irritiert erkundigte er sich erst einmal bei mir, ob meine Herrin dort Sklaven und Zubehör verkaufen will und hakte nach meinem Hinweis auf den Blumenverkauf ziemlich erstaunt nach, ob ich verkauft werde oder ob sie außer mir noch mehr Blumen hat. Hmm… ich glaube meine Herrin sollte ihren Kastenersten gelegentlich mal in ihre Hobbyblumenzucht einweihen und ihm vielleicht eine Führung durch ihren üppig blühenden Garten anbieten.

Bevor ich mich dann doch zur Trainingswiese aufmachen konnte, bot ich Shani schnell noch an, dem Lederarbeiter Bescheid zu geben, weil wohl noch irgendwelche Abstimmungen mit ihm wegen seines Modells erforderlich wurden. Was es damit genauer auf sich hatte, werde ich jedoch erst am Markttag herausfinden, da ich vom Haus des Sattlers gleich weiter lief, um wenigstens noch etwas vom Waffentraining mitzubekommen. Ein weiterer Grund war selbstverständlich, wie immer Mitte der Hand vielleicht mit ein paar Kajirae zu quatschen, sofern überhaupt einige Herren ihre Mädchen mitgenommen hatten, was ja nicht immer der Fall ist. Doch ich hatte Glück, Fio und Dark waren bereits am Schnattern und empfingen mich wie immer auf eine stürmischliebevolle Art und Weise.


Unser Hauptthema war natürlich der letzte Neuzugang an der Stadtkette, bevor Darks Herr wieder seine Nummer vom „alten Mann“ abzog, um Grund für eine Pause zu haben und ein wenig mit uns zu klöhnen. Hach, ich liebe einfach die frühzeitigen Pausen dieses Herrn, zumal ich mir mit Dark sowieso total einig darüber bin, dass dieser tolle Mann kein bisschen alt ist. Ihrer Formulierung, ihr Herr ist in Alt immer noch mehr Mann als die meisten anderen Herren in Jung und Alt zusammen, konnte ich wirklich voll zustimmen, während ich ihn wie immer unauffällig anhimmelte. Wieso die Rede dann auf die Haut von Orangen kam und was das überhaupt ist, habe ich leider überhaupt nicht verstanden. Doch ich glaube, das musste ich auch nicht, da mir Dark und ihr Herr durch Musterung und Handauflegen bestätigten, ich hätte sowas sowieso nicht, denn weder am Unterarm, noch am Po war bei mir etwas Orangefarbenes zu sehen.

Während sich die meisten Krieger schließlich Richtung Gasthaus verdrückten, hatten der Hauptmann und Lenjas Herr noch Bedarf an etwas Bogentraining mit den einigermaßen harmlosen Übungspfeilen, bei dem Sita und ich die Ehre als Zielkajirae erhielten und durch den Wald flitzen durften. Erstaunlicherweise gelang es Lenjas Herrn auch diesmal wieder, den letzten entscheidenden Treffer zu landen, obwohl er behauptete, insgesamt nur ein paarmal getroffen zu haben. Übrigens war die schweißtreibende Rennerei hinterher wahrscheinlich der Grund für den Hauptmann, erneut seine Sklavin wegen der Wassertemperatur im Badehaus auszufragen, die sich dabei jedoch in einer mir gänzlich unerklärlichen Weise gab, ohne auch nur einen Hauch von Sklavenfeuer zu zeigen. Denn welcher Herr ist überhaupt noch in der Lage, die Wassertemperatur zu registrieren, wenn ihm eine feurige Kajira dient?

Da mich die Diskussion zwischen den beiden selbstverständlich nicht zu interessieren hatte, versuchte ich tunlichst meine Klappe zu halten, zumindest so lange bis die Sprache auf den kaum genutzten Baderaum im Gasthaus kam und die nachvollziehbaren Gründe für die Nichtbenutzung. Ich mag dieses extrem hellhörige Bad direkt neben der Terrasse nämlich auch nicht. Es ist außerdem viel zu klein, besteht nur aus einem einzigen Raum und bietet daher nur schlechte bis keine Möglichkeiten für verschiedene Reinigungsbäder, Massagen oder Entspannung, mit denen eine Sklavin das Baden eines Herrn zu einem tagfüllenden Erlebnis für ihn machen kann. Aber vielleicht wird ja das große, bereits seit längerem in Bau befindliche Badehaus in der Oberstadt diese Möglichkeiten irgendwann haben?

Auch wenn Lenjas Herr in seinem Haus logischerweise nur eine kleine Wanne aufstellen konnte, ohne die vorgenannten tollen Möglichkeiten, war ich trotzdem überglücklich, diesen gut gebauten Krieger begleiten und ihm an diesem Abend als Badekajira dienen zu dürfen. Eine kleine Wanne, gerade groß genug für einen Herrn und eine rotseidene Sklavin, in privater Umgebung… das hat schon was, auch wenn ich das herrlich warme Wasser vorher von unten heraufschleppen musste!^^

Mittwoch, 16. Juli 2014

Knabbergelüste mit Folgen

Nur kurz gab ich mich der Hoffnung hin, dass dieser Tag ein Ruhetag für mich werden könnte… übrigens ein weiterer mit langen Haaren und Ohren! Dabei sah es bei meinem Eintreffen am Hafen ganz danach aus, als ob ich tatsächlich wenig bis nichts zu tun bekäme. Ein Herrenkränzchen hatte sich auf den Sitzfässern vor der Taverne niedergelassen, bestehend aus dem Hauptmann, dem Brauereibesitzer, dem offensichtlich doch nicht vom Tarn verspeisten Rarius und dem Lederarbeiter, die sich getränkemäßig bereits selbst versorgt hatten. Leider war es ein Fehler, meine Freude über die Selbstbedienung der Herren zum Ausdruck zu bringen und das Wort „Ruhetag“ hätte ich wirklich nicht äußern dürfen, denn einen solchen gibt es ja nicht mal für Krieger bekam ich zu hören und für eine Sklavin natürlich sowieso nicht, auch wenn ich mir den manchmal wirklich herbeisehne. Dummerweise war ich nach meinen Erfolgen am Vortag als Fußabtreter und Schuldhabedina noch so aufgekratzt, dass sich dies leider auf eine unverzeihliche Art und Weise äußerte.

Die Selbstbedienung der Männer hatte sich bedauerlicherweise nur auf Flüsssiges beschränkt und wie nicht anders zu erwarten, gelüstete es den Hauptmann natürlich danach, mich zu beschäftigen, zumal er ja vorher gerade erst festgelegt hatte, dass es für Kajirae sowieso keinen Ruhetag gibt. Er bestellte etwas zum Knabbern. Tja, ich glaube ich verkneife mir hier jetzt lieber, was mir hierzu alles einfiel. Es war jedenfalls eine ganze Menge, fing an bei Fingernägeln… wobei ich meine nach kurzer Betrachtung als nicht geeignet ansah… und endete bei den wirklich interessanten Dingen, um die sich das ganze Denken und Streben einer Kajira einfach ständig mehr oder weniger dreht. Da ich jedoch mittlerweile die Veranlagung und Vorlieben des Hauptmanns etwas besser einschätzen kann, fragte ich vorsichtshalber noch einmal nach… ein zwar gut gemeinter, aber leider sehr folgenschwerer Entschluss für mich.

Fürsorglich wie ich ja nun mal bin und weil ich selbstverständlich auch in Sachen Ernährung immer nur das Beste für die Herren anstrebe, gab ich von mir, wie ungesund es ist, ständig Kuchen zu essen oder sich jeden Tag Braten zwischen die Kriegerzähne zu schieben. Außerdem war ich einigermaßen irritiert darüber, dass der Hauptmann überhaupt Hunger verspürte, war ich mir doch ziemlich sicher, dass seine Kajira ihn bestimmt nicht hungrig aus dem Haus gehen lassen hatte. Da es also nur um Knabbereien ging, sah ich nach dem am Vortag verspeisten Boskbraten mit Kuchennachtisch nun ein paar leckere Möhrchen als genau die richtige und vor allem sehr gesunde Abwechslung für gute Augen und heile Kriegerzähne an, erntete von dem Hauptmann dafür jedoch lediglich ein undefinierbares Brummen, bevor er einem seiner Krieger befahl, mir einen Kopfditscher zu verpassen, weil der näher zu mir saß.

Die Begeisterung der Herren für meinen gesunden Knabbervorschlag hielt sich echt in Grenzen. Während der Brauereibesitzer nun schlagartig seine Felle rufen hörte, schien der Tarnreiter auf seinem Sitzfass vor Entsetzen über die gesunde Kost in Schlafstarre gefallen zu sein und der Lederarbeiter verspürte sowieso keinen Hunger, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als dem Hauptmann mal wieder Braten aufzutischen. Erstaunlicherweise rief er mir dann aber doch noch hinterher, eine Möhre nicht zu vergessen. Oha, immerhin eine… hatte ich ihn doch überzeugt und er dachte an seine Gesundheit und vitaminreiche Ernährung? Sofort entstanden jede Menge Ideen in meinem Kopf, wie ich dem Herrn das Möhrchen schmackhaft machen konnte, ohne dass er dabei überhaupt noch zu einem einzigen Gedanken an Gesundes in der Lage war, weil er nämlich gar nicht mehr denken konnte oder vielmehr nur noch an anderer Stelle. Ich schnitt daher das Rohkostgemüse in der Gasthausküche vorsorglich in kleine Scheiben.

Meine tolle Idee scheiterte jedoch leider total und es kam sogar richtig schlimm für mich. Der Hauptmann befahl mir nämlich als Erstes, die Möhre neben seinem Teller auf den Tisch zu legen, weil er sich damit inzwischen ebenfalls etwas ausgedacht hatte. Mir blieb also nur schnell nachzufragen, ob ich die mundgerechten Scheibchen vorher wieder zusammenpuzzeln soll. Sollte ich natürlich nicht, sondern endlich sein Essen auf den Tisch stellen und eine neue, aber ganze Möhre holen. Mist, wie dumm von mir, ungefragt die unerwünschten Scheiben aufzusammeln und mir auf dem Rückweg zum Gasthaus sogleich zwei davon in den Mund zu schieben. Zum Glück hatte ich noch nicht angefangen zu kauen, als der Hauptmann auch schon lautstark hinter mir her brüllte, er wolle die Möhrenscheibchen nun doch essen, weil er sie ja schließlich auch bezahlen muss. Mir blieb nur, die beiden bereits in meinem Mund befindlichen wieder auszuspucken, schnell in meinem Camisk etwas abzutrocknen und zurück auf den Teller zu legen.

Tja, nach meinem leider nicht unbemerkten Tun platzte dem Hauptmann nun endgültig der Kragen, denn Teller und sämtliches Essen flogen plötzlich knapp an mir vorbei ins Hafenbecken… was für eine Verschwendung! „Bring mir sofort neues Essen ohne Dinaspucke, dafür aber etwas richtig Leckeres, sonst folgst du dem Teller!“, waren seine unmissverständlichen Worte, die ich umgehend in die Tat umsetzte. Ok, fast umgehend, denn ich fühlte mich verpflichtet, vorher noch kleinlaut zu erwähnen, dass mir von meiner Herrin doch das Baden im Vosk verboten worden war. Dieser Hinweis war jedoch überflüssig, weil es dem wütenden Hauptmann nicht ums Baden ging. Er wollte mich in seiner Wut nämlich einfach hineinwerfen, was anscheinend nicht mit einem Bad gleichzusetzen ist. Logischerweise verkniff ich mir jetzt jegliche Spitzfindigkeiten und sputete mich ganz gewaltig, dem Herrn seinen Wunsch zu erfüllen, denn inzwischen war mir mein unverzeihliches Benehmen mehr als bewusst geworden.

Während die Hand des Kriegers nach dem Servieren seines Essens schwer auf meinem tief gesenkten Kopf ruhte, blieb mir nur, stumm neben ihm kniend einen geeigneten Moment abzuwarten, um mich bei ihm zu entschuldigen und um Vergebung zu bitten, indem ich mich dabei tief herunterbeugte, um meine weichen Lippen auf seinen Fußrücken zu drücken. Ich glaube, ich muss hier nicht weiter erklären, welche Dankbarkeit mich durchströmte, als ich schließlich das zufriedene Brummen des Hauptmanns hörte „du kannst es ja doch Dina“. Hoffentlich ist es mir bei meiner Entschuldigung einigermaßen verständlich gelungen, dem Herrn damit zu zeigen, wie ernst meine Worte gemeint waren und nicht einfach nur so daher gesagt, mit denen ich versprochen hatte, mich zu bessern. Mir war inzwischen wirklich klar geworden, wie falsch ich mich benommen hatte. ;-)