Freitag, 29. August 2014

Eine wichtige Einladung

Ich bin fest davon überzeugt, dass leckeres Essen nicht nur zu körperlichem, sondern wahrscheinlich auch seelischem Wohlbefinden beiträgt. Aufgrund der oberekeligen Sklavenbreiernährung für Kajirae versteh ich davon nämlich eine ganze Menge oder manchmal sogar mehr als mir lieb ist. Aber Sklavenbrei ist ein Thema, mit dem ich mich notgedrungen irgendwie abgefunden habe und daher inzwischen total unwichtig. Außerdem fällt meistens der eine oder andere leckere Happen vom Essen meiner Herrin oder jetzt von dem meines Leihherrn für mich ab, was ich wegen dem ekeligen Pamps wirklich mehr als zu schätzen weiß.


Mit Lieferung der neuen Küche hatte ich übrigens erfahren, dass mein Herr genau wie meine Herrin nicht ausschließlich im Gasthaus essen mag, egal wie schmackhaft die Gerichte der Aushilfswirtin auch sind, sondern zwischendurch selbstverständlich auch gerne zuhause. Und da er mir angekündigt hatte, demnächst vielleicht einen Gast zum Essen zu haben, war es wichtig, dass ich endlich mit meinen Speiseplanungen in Gange kam. Das Waffentraining Mitte der Hand bot sich natürlich perfekt für Einkäufe an, da mein Herr sich in dieser Zeit verständlicherweise eher nicht daran erinnert, dass es mich gibt. Bevor ich jedoch einem Fisch im Bach den Garaus machen wollte, war mein erstes Anliegen, eine der Kajirae vom Hof aufzutreiben, um Lebensmittel einzukaufen und vor allem endlich die noch nicht beglichene Rechnung von vor einigen Tagen zu bezahlen.


Die Priesterkönige müssen mir an diesem Tag wirklich wohlgesonnen gewesen sein, weil gleich mein erster Versuch von Erfolg gekrönt war. An der Trainingswiese traf ich nämlich Hadi, die sofort hilfsbereit mit Fio und mir zurück zum Hof lief, wo sie mir freundlich und schnell zu einem wirklich gut gefüllten Einkaufskorb mit leckerem Essen verhalf, sodass ich mit meinen Speiseplanungen ein gutes Stückchen weiter war. Die Angelrute hatte ich allerdings vergeblich herausgeholt, denn bei meiner Rückkehr war mein Herr bereits wieder zuhause, sodass der Fisch nun doch noch einen weiteren Tag im Bach schwimmen durfte, bevor ich ihn gestern dann an den Haken bekam und zuhause schön filetierte, um ihn später zu braten. Mein Herr hatte während meiner Hausarbeiten übrigens zusammen mit ein paar Kriegern vor der Schmiede zugesehen, wie die neue Kajira des Ersten Schwerts ihr Brandzeichen erhielt.


Nach diesem für eine Sklavin sehr schmerzhaften, aber auch unvergleichlich schönen Erlebnis... zumindest ist es bei mir so gewesen, weil ich durch die Dina auf meinem Oberschenkel von meinem ersten Herrn unauslöschlich als Sklavin gezeichnet wurde... kam mein Leihherr zurück nach Hause, um mich in seiner für ihn so typischen, herrlich besitzergreifenden Art an sich zu ziehen und meinen Brand mit sehr sanftem Kriegerfinger nachzuzeichnen. Eng an ihn geschmiegt durfte ich ihm mit Kribbeln im ganzen Körper schildern, welche Gefühle mich nicht nur damals, sondern bis heute immer wieder überwältigen, wenn ich mich daran erinnere. Aber nicht nur mich, sondern auch meinen Herrn überwältigten jetzt die Gefühle, sodass es eine Weile dauerte, bis sich unsere Atmung wieder normalisiert hatte und die Tunika meines Herrn wieder gerichtet war.


Danach erkundigte er sich über den Stand meiner Lebensmittelbeschaffungen. Hoch erfreut, dass ich seine Befehle erfolgreich ausgeführt hatte, befahl er mir mich anzuziehen, weil er nun dem Händler eine Einladung zum Essen aussprechen konnte, den wir erfreulicherweise ohne langes Suchen auf der Terrasse des gut besuchten Gasthauses antrafen. Um nicht wie vor kurzem der Händler die gesamte rote Kaste der Stadt bewirten zu müssen, denn das gaben weder meine getätigten Einkäufe, noch das recht kleine Haus meines Herrn her, bat er ihn um eine Unterredung etwas außerhalb der geschärften Ohren, mit denen die teilweise ganz schön verfressenen Krieger von Jorts nun mal gesegnet sind. Zwar etwas erstaunt über die Einladung zum Essen, nahm der Händler sie dann aber doch an, vor allem nachdem er erfahren hatte, wie wichtig meinem Herrn ein klärendes Gespräch wegen seiner etwas unwirschen Äußerungen vor kurzem war.


Ohje, hoffentlich brennt mir nichts an, denn ich bin davon überzeugt, dass es sich mit angenehm gefülltem Bauch schlechter streitet. Ich werde jedenfalls mein Oberallerbestes geben, damit ich es tatsächlich schaffe, mit einem oberschmackhaften Essen zum Wohlbefinden der beiden Herren beizutragen, sodass es ein gutes Gespräch wird. Da meine Gedanken später auf der Gasthausterrasse verständlicherweise immer noch mehr oder weniger um diese Einladung kreisten, gingen die Gespräche der Krieger über einen Auftrag für die Tarnstaffel in der nächsten Hand, ablenkende Kurven und die bis dahin noch intensiver zu trainierenden Landungen weitestgehend an mir vorbei. Ich war daher froh, als es meinen Herrn schließlich für einen heimischen Paga nach Hause zog, denn die stürmischen Wellen in seinem Pagafass hatten sich inzwischen wohl beruhigt und außerdem warteten ja auch noch bereits vorbereitete Fischfilets auf ihn. :-))

Mittwoch, 27. August 2014

Unklare Besitzverhältnisse

Wie so oft hatte ich meinen Kopf auf den Oberschenkel meines Herrn gelegt und stumm seine Nähe genossen, nachdem ich meine häuslichen Arbeiten erledigt hatte, während er sich in sein oberwichtiges Buch vertiefte, an das ich mich wie immer jetzt nicht mehr erinnern kann. Mit dem Zuklappen schien offensichtlich ein Entschluss in ihm gereift zu sein, denn er eröffnete mir, noch einmal über die Bedingungen nachgedacht zu haben, unter denen meine Herrin mich ihm ausgeliehen hatte. Ohje, sofort schnürte Angst mir meine Kehle zu… war er meiner inzwischen vielleicht überdrüssig geworden und wollte mich bereits vor der vereinbarten Zeit wieder loswerden? Leichte Panik machte sich in mir breit, denn ich war so glücklich bei diesem Krieger, versuchte mir aber nichts anmerken zu lassen, weil es einer Kajira nun mal nicht zusteht, ihren Besitzer zu wählen.

Mit den Worten „Irgendwie habe ich das Gefühl, dass deine neuen Besitzverhältnisse hier immer noch nicht jedem klar sind“ fiel mir dann gedanklich ein riesengroßer Stein vom Herzen, dessen Aufschlag man vermutlich bis zum Sardar hätte hören können, wäre es ein echter gewesen. Mit ernstem Gesichtsausdruck teilte mein Herr mir nun mit, dass ich während der Zeit meiner Leihe die Erste an seiner Kette bin, nicht an der meiner Herrin, ich zurzeit also nicht ihr, sondern ihm zu gehorchen habe und er sich vielleicht nicht an alle von meiner Herrin gestellten Bedingungen halten wird, falls es nötig sein sollte, dadurch etwas klarzustellen. Danach befahl er mir, meinen Tunikarock anzuziehen und stapfte schließlich zielstrebig zur Tür hinaus, nachdem mein Aussehen seine Zustimmung gefunden hatte.


Vor dem großen Stadttor der Oberstadt trafen wir auf den Händler und einen der jortsschen Krieger, der sich anscheinend eine Waldfrau gefangen hatte, die nun hinter ihm kniete. Er schien ganz zufrieden über seinen kostenlosen Fang zu sein, auch wenn bei Talunas immer die Gefahr besteht, dass sie genauso schnell wieder weg sind, wie man ihrer habhaft geworden ist. In mir keimte nicht gerade Freude auf über diesen Zugang zur knienden Bevölkerung von Jorts, doch zu meiner wirklich gewaltig großen Erleichterung hatte der Krieger zuvor gerade mit dem Händler geklärt, dass die Wilde ihm gehört und nicht der Stadt, sie somit also nicht an der Stadtkette des Sklavenhauses ist, sondern bei ihrem Sammler bleibt. Puh, ich brauchte mich mit diesem Mädchen also nicht herumzuärgern… wobei mein Herr mich für die Stadtkette aktuell sowieso nicht zuständig sieht, solange meine Herrin mich an ihn ausgeliehen hat.

Das sahen der Händler und der Krieger jedoch komplett anders, sodass nun eine längere Unterhaltung mit einigem Säbelrasseln folgte, in der u.a. jedoch schließlich dank der von meiner Herrin unterzeichneten Urkunde geklärt werden konnte, dass ich nicht nur in Obhut bin, sondern befristet an der Kette meines Leihherrn, so als hätte er mich gekauft. Mit Rückgabe der Urkunde gab der Händler meinem Herrn zwar Recht, kündigte aber leider Ärger an, der meine Herrin oder vielmehr mich noch treffen wird, weil ich ihn angeblich angelogen hatte. Zusätzlich verwies er wegen meiner Herrin und der Stadtkette auf eine zu erwartende Ratsentscheidung. 


Ohje, ich hatte also mal wieder an allem Schuld und war ja auch überhaupt nicht befragt worden, sondern hatte von ganz alleine erzählt, was meine Herrin mir aufgetragen hatte, weil ich eben manchmal sehr mitteilsam bin. Zum Glück erkannte der Händler, dass er mich zurzeit für Bestrafungen nicht greifen kann, weil ich unter dem Schutz meines Leihherrn stehe, der übrigens nicht nur über die Beleidigungen des Händlers und die in meinen Augen überflüssige Drohung des Kriegers hinweg sah, sondern großzügig auch noch eine Runde Paga in der Taverne ausgab, auf die zwei der Herren dann aber anscheinend doch keinen Wert legten. ;-)

Dienstag, 26. August 2014

Carolus

Als ich wach wurde, stellte ich sofort fest, dass etwas anders war als sonst… ich lag nämlich auf der wunderbar weichen Matratze im Bett meines Leihherrn. Natürlich erinnerte ich mich sofort an den wunderschönen Abend mit ihm und dass er mir zu später Ahn erlaubt hatte, in seinen Armen einzuschlafen, nur war er wie immer sehr früh zu seinem ersten Rundgang aufgebrochen, hatte mir aber erlaubt weiterzuschlafen. Noch ganz gefangen in meinen schönen Erinnerungen räkelte ich mich wohlig, begleitet von leisem Klirren der Ketten, mit denen immer noch meine Handgelenke mit meinen Knöcheln verbunden waren und erschrak, als mein Blick Richtung Tür fiel. Dort stand nämlich mein Herr und beobachtete mich kopfschüttelnd, schmunzelte aber dabei. Vermutlich wunderte sich dieser Frühaufsteher gerade darüber, dass seine Kajira eine solche Langschläferin ist.

Selbstverständlich beeilte ich mich jetzt in die Senkrechte zu kommen, um ihn freudig zu begrüßen. Glücklich wie ich war, wäre ich ihm am liebsten sofort um den Hals gefallen, doch da dies für eine Sklavin natürlich nicht angemessen ist, kniete ich stattdessen schnell vor ihm nieder und küsste seine Fußspitzen… was ihm offensichtlich sehr gefiel. Das Klirren meiner Ketten gefiel ihm ebenfalls, weil er dadurch gut hören konnte, wo ich bin. Die um meine Brüste geschlungenen Ketten hatten es ihm wohl aber besonders angetan, denn er meinte, dass sie sich dort optisch wirklich gut machen, also bleiben sollen. Um freie Frauen nicht mit meiner komplett nackten Erscheinung zu brüskieren, nahm er mir schließlich jedoch die langen Ketten zwischen Fuß- und Handgelenken ab, nachdem ich durch kurzes Suchen den Schlüssel auf dem Boden wiedergefunden hatte, für den nach meinem Tanz am Vorabend irgendwie keine Zeit mehr zum sorgfältigen Verstauen gewesen war.


Nachdem schließlich Ketten und Schlüssel am Gürtel meines Herrn befestig waren, befahl er mir einen Tunikarock überzuziehen und ihn auf seinen Rundgang zu begleiten, der als erstes zum Hafen führte. Ich glaube, er murmelte irgendetwas davon, dass er nicht riskieren wollte in den Ruf zu kommen, wegen einer Kajira seine Pflichten zu vergessen. Auf den Docks war es allerdings ziemlich ruhig… nämlich so ruhig, dass das Erste Schwert den Eindruck erweckte, ein kleines Nickerchen eingelegt zu haben, was in Wirklichkeit aber das Versinken in Wachsamkeit mit entspannter Augenkonzentration und besonders weit aufgesperrten Ohren gewesen war… oder so ähnlich, ich versteh von diesen Kriegerdingen ja immer noch nicht alles. Dummerweise begannen meine Mundwinkel bei diesem Gespräch leider verdächtig zu zucken, sodass ich lieber schnell meinen Kopf etwas tiefer senkte, denn es gehört sich natürlich nicht für eine Sklavin zu schmunzeln, wenn sich Krieger über ihre genialen Wachfähigkeiten unterhalten.

Leider traf mich nun jedoch ein Kieselstein schmerzhaft am Kopf und veranlasste mich, nach einem kleinen Aufschrei, gefolgt von einem empörten Blick in Richtung des Steinewerfers, mich hinter meinem Herrn in Deckung zu bringen. Irritierenderweise hatte dem Krieger mein gesenkter Kopf nämlich nicht gefallen, weil er meinen Gesichtsausdruck nicht mehr sah. Puhhh, ich bin echt stolz auf mich, in diesem Fall nicht wieder laut gedacht oder gemurmelt zu haben und werde mir hier jetzt auch einen Kommentar zu den Sorgen dieses Kriegers verkneifen, zumal die beiden Herren nun ihr Augenmerk noch kurz dem neuen Dolch des Rarius zuwandten, bevor dieser in Sachen Thalarionlieferung nach Belnend abreiste und mein Herr seinen Rundgang fortsetzte.


Wie nicht anders zu erwarten, kamen wir schließlich zum Tarnturm, wo an diesem Tag aber nur zwei Tarns auf ihren Stangen saßen und sich offensichtlich ihrem Verdauungsnickerchen hingaben, mir aber wie immer eine große Portion Respekt abverlangten. Zusammen mit meinem Herrn fühlte ich mich allerdings ziemlich sicher, auch wenn ich mich mehr oder weniger an die Wand drückte, um nicht die Aufmerksamkeit der großen Vögel unnötig auf mich zu ziehen und dort auch erst einmal stehen blieb, als mein Herr seinen Tarn mit der Pfeife heranpfiff. Als habe er auf den Pfiff seines Reiters gewartet, tauchte dieser erstaunlich schnell auf und landete elegant auf der Plattform im Einflugloch, um sich von meinem Herrn sofort das Halsgefieder kraulen zu lassen.


Mein Herr befahl mir schließlich näher zu kommen, was ich dann mit kleinen schüchternen Trippelschritten auch tat. Doch selbst als ich dicht neben ihm und seinem Tarn stand, beachtete mich dieser nicht weiter, sondern widmete sich seiner Gefiederpflege, sodass sich mein Herzklopfen etwas legte. Lächelnd drehte sich mein Herr jetzt zu mir um und teilte mir mit, dass er dem Tarn den Namen Carolus gegeben hatte und dass außerdem gutes Flugwetter für einen kleinen Ausflug ist. Zwinkernd schaute er mich an und fragte, ob er die Ketten benutzen muss oder ob ich es schaffe, mich an ihm festzuhalten, denn er wollte meine um seinen Körper geschlungenen Arme beim Flug spüren… was für eine überflüssige Frage! Es gibt nur ganz wenig Schöneres für eine Kajira, als eng an ihren Herrn geschmiegt auf seinem Tarn mitfliegen zu dürfen und dieser erste Flug mit meinem Besitzer auf Carolus war so toll, dass weitere Worte jetzt auch überflüssig sind!^^

Montag, 25. August 2014

Zu Hause ist es oft am Schönsten

Während mein Leihherr nach seiner Frühwache auf der Bank am Fenster ein kleines Nickerchen einlegte, kam ich leise meinen häuslichen Aufgaben nach und verließ zwischendurch nur ganz kurz sein Haus, um mich um die Blumen meiner Herrin zu kümmern. Bei meiner Rückkehr bemerkte ich dann, dass der obere Rand der neben dem Schreibtisch aufgehängten Karte von Gor schon wieder herunter hing. Da ich nicht gerade zu den Riesen zähle, krabbelte ich leise auf die große, unter der Karte befindliche Kiste. Doch alle meine Bemühungen waren leider vergeblich, die Landkarte neigte sich weiterhin stur nach vorne. Mir blieb daher schließlich nichts anderes übrig, als mein Vorhaben aufzugeben.

Mein Herr sah meine Kartenbefestigungsversuche übrigens als überflüssig an, weil die Karte noch hielt und befürchtete, dass sie bei meinem Gefummel demnächst vermutlich ganz herunterfällt. Er war mittlerweile nämlich aufgewacht und hatte Hunger bekommen, verspürte zu meiner Freude an diesem Tag aber offensichtlich nicht die geringste Lust, zum Essen ins Gasthaus zu gehen. Stattdessen erkundigte er sich bei mir, ob genügend Lebensmittel im Haus sind und ich ihm eine kleine Mahlzeit zubereiten kann. Pah, natürlich konnte ich das, denn ich hatte doch gerade erst am Vortag noch ein paar Dinge auf dem Hof eingekauft. Da ich stets darauf achte, dass immer etwas Glut im Küchenofen ist, war das Feuer schnell entfacht, sodass ich dem Hunger meines Herrn mit gebratenen, lecker gewürzten Vuloeiern mit Speck auf Satarnabrot abhelfen konnte. 


Eine ganz besondere Ehre war es übrigens für mich, beim Essen den Teller für meinen Herrn halten zu dürfen, auch wenn mir der köstliche Duft von gebratenen Eiern und Speck dabei direkt in meine Nase stieg und die Spuckeproduktion in meinem Mund gewaltig anregte, sodass ich mehrfach schlucken musste. Während mein Herr mich bei den ersten Bissen mit wohlwollenden Blicken musterte, kam ihm in den Sinn, mir nebenbei ein wenig Theoretieunterricht im Tarnfliegen zu geben. Ob ihm die Idee vielleicht wegen meiner Körperhaltung gekommen war, mit der ich seinen Teller hielt? Keine Ahnung, jedenfalls widmete er sich nun kauend der Lektion „Anflug an die Landeplattform“ und verdeutlichte mir mit seinem Eierbrot, von dem er zuvor schnell noch einmal abgebissen hatte, worauf es dabei ankam.

Ich gebe zu, wissbegierig wie ich ja immer bin, verfolgte ich den angebissenen Tarn… also das Brot… genau mit den Augen und legte mich bei den Schilderungen meines Herrn automatisch in die zu fliegende Kurve um den Leuchtturm herum, weil mir die dabei auftretenden Fliehkräfte logischerweise sofort klar waren, die es auszugleichen galt. Erfolg meiner Vorstellungskraft war allerdings, dass mir aufgrund meiner schrägen Haltung nicht nur die Landeplattform in Schieflage geriet, sondern dadurch fast die andere Scheibe Tarn vom Teller rutschte. Zum Glück nur fast, denn nach Vollendung der Steilkurve kam ja nun der eigentliche Landeanflug Richtung Tarnturm mit inzwischen wieder horizontalen Flügeln.


Da mir bekannt war, dass mein Herr es bereits mehrfach problemlos geschafft hatte, die schwer anzusteuernde Einflugöffnung oben im Turm direkt anzufliegen, klappte ich in Erwartung des Tarns automatisch meinen Mund weit auf. Mit Bedauern musste ich jedoch feststellen, dass in dieser ersten Lektion der Tarn doch erst einmal oben auf der Tellerplattform zwischenlandete, bevor mein Herr mir über mein enttäuschtes Gesicht lachend das leckere Brot schließlich doch noch in den Mund schob und sich dann dem Genuss des anderen widmete. Nachdem sämtliche Tarns irgendwann vertilgt waren, war übrigens auch der richtige Zeitpunkt für einen Landepaga gekommen, den ich wie immer mit aller mir zur Verfügung stehenden Hingabe servierte.

Gesättigt und zufrieden verspürte mein Herr danach übrigens noch weniger Lust auf einen Rundgang, die üblichen Gasthaus-Gespräche oder Zankereien mit anderen Kriegern und schon gar nicht wollte er seltsame Fremde treffen, was ich wirklich toll fand, denn manchmal ist es zu Hause einfach am Schönsten. Allerdings war er noch unentschlossen. 

Ich weiß eigentlich nicht wieso, aber irgendwie kam mir plötzlich in den Sinn ihn zu fragen, ob ich vielleicht für ihn tanzen darf… sozusagen als Nachtisch… war dann aber doch sofort erschrocken über meinen Mut und bekam wie immer weiche Knie, wegen der prompt in mir aufkeimenden Panik, zu versagen. 


Doch mein Herr war sofort neugierig geworden und ermahnte mich mit gerunzelter Stirn: „Kajira, zeig gefälligst etwas Mut, du bist die Sklavin eines Kriegers“. Es gab also kein Zurück mehr von dem, was mir in Anbetracht meiner und vor allem seiner mir inzwischen bekannten Neigungen und Vorlieben so spontan in den Sinn gekommen war. 

Tja… ich glaube, mein Tanz fand tatsächlich Gefallen bei ihm, denn es wurde ein ganz besonders toller Abend, an dem ich zu später Ahn eng an ihn geschmiegt in seinen starken Armen einschlafen durfte! ;-)))









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PS: Die beiden Tanzbilder hat mein Leihherr gemacht... ich habe sie nur "malerisch" etwas nachbearbeitet. 


Sonntag, 24. August 2014

Grilleinladung

Es war selbstverständlich nur Angstmacherei von Fios Herrn gewesen und mein Vertrauen in die Fähigkeiten meines Leihherrn als Tarnreiter wurde nicht enttäuscht, denn er kam natürlich heil und gesund zurück von seinem langen Erkundungsflug. Obwohl ich seine Rückkehr nie wirklich in Frage gestellt hatte, schlang ich zur Begrüßung überglücklich meine Arme ganz fest um seine Beine und schmiegte mich an ihn, um ihn am liebsten gar nicht wieder loszulassen. Doch er musste noch den Küchenofen, den Küchenarbeitstisch und die Regale zum Verstauen von Lebensmitteln und Geschirr begutachten. Die Möbel waren nämlich am Vortag während seiner Abwesenheit geliefert worden und hatten ein Umräumen der Sitzgruppe Richtung Fenster zur Folge gehabt, was meinem Leihherrn offensichtlich jedoch sehr gut gefiel.


Nachdem er mir noch ein Beutelchen mit Kupfermünzen und ein paar Anweisungen für Lebensmitteleinkäufe gegeben hatte, nachdem ich ihn über seine Vorlieben gelöchert hatte, war es dann aber schließlich höchste Zeit, um in der Oberstadt zu einem köstlichen Essen aufzubrechen, da inzwischen leckere Grilldüfte bis zum Haus meines Herrn zu riechen waren. Der Händler war nämlich am Vortag von einigen Kriegern auf sehr freundliche, aber auch auf eine sehr bestimmende Art und Weise davon überzeugt worden, dass das vom Hauptmann gelieferte Tarsk in Gesellschaft noch besser schmecken würde als alleine… und so war es zu einer Grilleinladung gekommen. Sämtliche Krieger Jorts die keine Wache hatten, waren dieser gefolgt, um sich den Bauch mit den leckeren Speise vollzuschlagen.


Zu Fios und meinem Leidwesen zog es unsere Besitzer zusammen mit dem Herrn von Lenja dann jedoch recht bald schon wieder zum Tarnturm, kaum dass sie satt waren. Ich vermute, sie wollten nun vielleicht testen, wie es mit der Flugtauglichkeit der großen Vögel bestellt ist, wenn sich ihre Reiter den Bauch vollgeschlagen haben. Nachdem sich dann auch die anderen Gäste, so nach und nach verkrümelt hatten, halfen Fio und ich Shani selbstverständlich noch beim Abräumen des Tisches und der vielen übrig gebliebenen Speisen. Nebenbei erfuhr ich, dass ihr Herr am Morgen nach der Anlieferung fast über das tote Tarsk gestolpert war, weil der Hauptmann es dem Händler einfach quer vor die Tür gelegt hatte.


Da mir ein Blick in den Himmel zeigte, dass das Tarntraining noch nicht beendet war, machte ich mich nach ein wenig Tratsch mit Fio und Shani schließlich zum Hof auf, um noch ein paar Lebensmittel zu kaufen. Zuvor hatte ich nämlich gesehen, wie mein Herrn mit seinem Tarn in einem großen Bogen tief über der Stadt schwebte, während Lenjas Herr anscheinend einen Landeversuch in einem der großen Bäume übte und Fios Herr laute Kommandos dazu brüllte, die ich allerdings nicht verstehen konnte. Beim Einkauf von Käse und Eiern und einem kleinen Klöhnschnack mit Eo verging die Zeit wie im Flug und ich bekam gar nicht mit, dass die Tarnreiter ihr Training inzwischen beendet hatten. 


Als mein Herr schließlich auf dem Hof auftauchte... allerdings ohne Tarn, nämlich zu Fuß... hatte ich es daher verständlicherweise sehr eilig, schnell nach Hause zu kommen, denn ich war natürlich sehr neugierig darauf zu erfahren, wie es mit meinem gefiederten Kettenbruder geklappt hatte. Inzwischen glaube ich nämlich zu wissen, dass es sich bei dem Tarn um einen männlichen handelt. Ich hatte ihm insgeheim nämlich schon einen männlichen Namen gegeben und diesen meinem Herrn gegenüber auch einmal erwähnt… worauf er nicht widersprochen, sondern nur geschmunzelt hat. ;-)

Freitag, 22. August 2014

Angst

Da mein Herr mir erzählt hatte, dass er an diesem Tag einen sehr langen Erkundungsflug mit dem Tarn vorhatte, zog es mich recht bald zum Hafen, nachdem ich meine häuslichen Arbeiten fertig hatte. Vom Voskufer konnte ich nämlich ziemlich weit schauen und erhoffte mir, vielleicht schon etwas früher als geplant irgendwo am Himmel den Tarn mit meinen heimkehrenden Herrn zu entdecken. Den besten Rundumblick hatte man zwar eigentlich oben vom Tarnturm, nur war ich an diesem Tag nicht mit Reinigungsdienst dran und hatte dort daher nichts zu suchen. Am Hafen traf ich zu meiner Freude auf den netten Krieger von der Brauerei, der sich auf seinem kürzlich von zu Hause mitgebrachten Stuhl niedergelassen hatte, um vielleicht den schönen Blick über den Hafen und die Ruhe zu genießen. Trotzdem war er einem kleinen Plausch mit mir nicht abgeneigt, musste jedoch leider schon recht bald wieder zurück zu seinen Kesseln.


Inzwischen hatten sich Fio und ihr Herr dazu gesellt, der mir nun befahl, ihm ins Gasthaus zu folgen, um mich dort nützlich zu machen und weil es dort außerdem genug Reptücher gibt, falls mein Herr nicht zurückkommen würde, denn Tarnfliegen ist eine sehr gefährliche Fortbewegungsart und ein Sturz aus luftigen Höhen meistens tödlich. Ohje, in meiner ganzen Naivität hatte ich voller Vertrauen in die Fähigkeiten meines Herrn überhaupt nicht daran gedacht, dass selbstverständlich jederzeit die Gefahr besteht, dass er nicht zurückkommt und ich ihn am Morgen womöglich das letzte Mal lebend gesehen hatte. Weil sich nun eine beklemmende Angst in mir ausbreitete und meine Augen ganz feucht wurden, war ich erst einmal froh, zur Gasthausterrasse folgen zu müssen. Ein wenig Arbeit würde mich bestimmt von meiner Angst um meinen Herrn ablenken, denn welcher Krieger mag schon eine ängstliche Kajira? Außerdem hatte ich ja auch immer noch einen Auftrag von ihm zu erfüllen. 

Leider gelang mir dies jedoch auch an diesem Tag nicht, da sich das Gasthaus nach dem Eintreffen einer Fremden aus der schwarzen Kaste mit sehr unangenehmem Auftreten ziemlich schlagartig leerte. 

Donnerstag, 21. August 2014

Geduld

Obwohl ich manchmal das Gefühl bekomme, mich entgegen meiner eigentlichen Langschläfernatur langsam zur Frühaufsteherin zu entwickeln, war ich wieder zu spät dran und beim Aufwachen alleine im Haus meines Leihherrn. Sofort fiel mir aber ein, dass wir Mitte der Hand hatten und somit die jortsschen Rarii… und mein Herr bestimmt ganz besonders… wie immer mit ihrem Kriegertraining schwer beschäftigt sein würden. Eigentlich eine gute Gelegenheit, um mich noch einmal umzudrehen, da meine Dienste bestenfalls später beim Ausgleich von Flüssigkeitsdefiziten gefragt waren. Kurz vorm Wegduseln in meine Schönheitsschlafverlängerung, fiel mir jedoch gerade noch ein, dass mein Herr mir am Vorabend eine Aufgabe für diesen Tag übertragen hatte, die mich zwar nicht gerade zu Begeisterungsausbrüchen veranlasst hatte, über die ich als wohlerzogene Kajira aber selbstverständlich nicht zu murren wagte.

Trotz meinem Motto „je eher heran umso eher davon“ räkelte ich mich jedoch noch einmal ausgiebig, denn so viel Zeit musste einfach sein. Tja, und dabei war irgendetwas gänzlich anders als in den letzten Tagen, ich konnte mich nämlich wieder richtig recken und strecken. Mein Herr hatte mir wie angekündigt die Fesseln abgenommen… allerdings im Schlaf, sodass ich davon gar nichts mitbekommen hatte. Etwas traurig, weil mich dieser Armschmuck nun nicht mehr bei jeder Handreichung zusätzlich an ihn erinnerte, gleichzeitig aber auch glücklich, weil damit eigentlich fast alles viel schwerer von statten ging als ohne, rappelte ich mich endgültig auf und entdeckte die Metallfesseln auf dem Schreibtisch meines Leihherrn mit einer Notiz von ihm, die mich glücklich lächeln ließ.

Ich gebe zu, ich trödelte an diesem Morgen mit den anstehenden Arbeiten ein wenig herum, da es mich nicht wirklich eilig nach draußen zog und genoss es irgendwie auch, meine langen, vom Schlaf zerzausten Locken besonders ausgiebig durchzubürsten, weil das mit meinen jetzt ungefesselten Handgelenken einfach leichter ging. Außerdem konnte ich mich wie so oft nicht entscheiden… Zopf oder offene Haare, diese Tunika oder doch lieber jene. Eigentlich erstaunlich, aber ich schaffte es tatsächlich, mit geflochtenen Haaren und bekleidet doch noch das Haus zu verlassen, bevor es wieder dunkel wurde und die drei Monde hinter den hohen Bergen des Vosktals aufstiegen. Draußen herrschte übrigens eine fast unheimliche Stille, denn außer den am Hafen kreischenden Möwen war nichts zu hören… kein metallisches Klirren von Schwertern, keine gebrüllten Befehle und auch kein lauter Schrei eines Tarns. 

Weder auf dem Marktplatz, noch im Gasthaus und im Bad sowieso nicht, war jemand zu sehen, der oder die vielleicht meine Dienste benötigte, sodass ich mich nun entschloss, erst einmal die Blumen meiner Herrin zu versorgen. Auf dem Weg zum Sklavenhaus lief mir eine junge Gianni über den Weg, die sich vermutlich aus dem Wald in die Oberstadt verirrt hatte und dort nun leise mauzend herumstreunte, ein paar Streicheleinheiten von mir aber nicht abgeneigt war. Die Worte "schlepp mir das Vieh bloß nicht zu Hause an Kajira oder ich denk nochmal darüber nach, was Tarns so fressen" einer mir inzwischen sehr vertrauten Stimme ließen mich allerdings plötzlich erschrocken, aber gleichzeitig auch sehr erfreut aufschauen. Es war mein Leihherr, der sich jetzt mit sehr ernstem Gesichtsausdruck vor mir aufbaute. 

Ich muss beim Streicheln des weichen Fells so vertieft gewesen sein, dass ich sein Herannahen nicht bemerkt hatte, konnte ihm aber mit einem unschuldigen Blick meiner dunklen Augen von der Sorte „kein Wässerchen trüben“ wohl einigermaßen glaubhaft versichern, dass ich sowas doch „fast“ gar nicht vorgehabt hatte… muss bei meiner eiligen Versicherung das „fast“ aber wohl ganz aus Versehen verschluckt haben. Wobei sich das kleine Viech inzwischen eh aus dem Staub gemacht hatte und meinem Herrn nun erstaunlicherweise wieder einmal auffiel, dass ich eine Tunika trug, die er noch nicht kannte. Was meine Kleidung betrifft, hat er für einen Mann eine wirklich ganz erstaunliche Beobachtungsgabe, denn es war nicht das erste Mal, dass er lächelnd seinen Gefallen äußerte, obwohl er mich ja eigentlich lieber nackt sieht. 

Mein Anblick erfreute ihn offenbar wirklich… vor allem der seitliche Schlitz mit den wenigen Knöpfen hatte es ihm angetan, denn ich durfte mich ihm nun präsentieren, bevor er schließlich überprüfte, wie leicht die geknöpften Verschlüsse von seinen Kriegerhänden geöffnet werden konnten. Leider fiel diese Überprüfung nach meinem Geschmack nur viel zu kurz aus, weil nun plötzlich der Hauptmann und dann nach und nach weitere Krieger auf ihrem Weg zum anstehenden Training auftauchten, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als mich endlich dem Blumengießen im Garten des Sklavenhauses zu widmen und ein wenig Unkraut dort zu zupfen, was aber recht schnell erledigt war.

Zurück in der Unterstadt traf ich zu meiner Freude Fio und konnte mich mit ihr nun endlich mal wieder ausgiebig über Dinge austauschen, die für die Ohren unserer Herren nicht bestimmt waren, da es bei unserem Kajiratratsch natürlich fast ausschließlich um diese tollen Männer, ihre Vorlieben und vor allem unsere Sehnsüchte ging. Aber eine gute Kajira muss sich in Geduld üben können. Wir kamen auch ins Schwärmen über die Tarnreiterei und meinen zum Glück erfolgreichen Kampf gegen die Eifersucht auf meine neue gefiederte Kettenschwester… oder handelt es sich bei ihr um einen ihn? Egal, ich kann mit einem Tarn eh nicht mithalten, denn ich bin nur eine fluguntaugliche Leihkajira, die bestenfalls hinfliegen kann, wenn sie durch Unaufmerksamkeit mal unelegant stolpert. 

Ich durfte mit meinem Leihherrn leider auch noch nie mitfliegen, erzählte Fio nun aber von meinen Erinnerungen an Tarnflüge mit einem meiner früheren Besitzer, denn ich wusste noch als sei es erst gestern gewesen, wie toll es sich einfach anfühlt, wenn der Wind meine langen Haare zerzaust. Komischerweise löste sich mein Zopf dabei irgendwie von alleine auf, sodass meine Locken wieder ungebändigt um meine Schultern flossen. Fio war auch von der schönen Sicht aus luftigen Höhen nach unten ganz begeistert, während ich eine andere Aussicht eigentlich noch reizvoller fand, nämlich die auf meinen Besitzer, wenn ich quer vor seinem Sattel auf dem Rücken liegend festgebunden bin. Wobei eng an den Rücken meines Herrn angekuschelt mitfliegen zu dürfen, war auch eine faszinierende Vorstellung.


Bei unseren Schwärmereien übers Fliegen verging komischerweise die Zeit wie im Flug, denn plötzlich tauchten die Krieger mit entsprechendem Pagadurst bei uns auf und wir bekamen zu tun. Ich gestehe, die überfällige Lieferung der bestellten Thalarions, die Nachbereitung des absolvierten Trainings und ob nun taktische Planungen für koordiniertes Vorgehen erforderlich sind oder nicht, gingen ein wenig an mir vorbei. Und dass nicht nur jede Kajira, sondern auch jeder Krieger gut beraten ist, sich in Geduld üben zu können, weil Geduld ein Garant für langes Leben ist, darüber war ich mir zuvor gerade erst mit Fio einig gewesen. Von dem Zeitpunkt an, als mein Herr nach dem Servieren seines Pagas seine Hand auf meinen Schenkel legte, hörte ich jedenfalls nur noch halb zu, weil alle meine Sinne nun auf ihn ausgerichtet waren und ich mir außerdem allergrößte Mühe gab, bei dieser wichtigen Besprechung stumm zu bleiben, wie es sich für eine gut erzogene Sklavin nun mal gehört.


Ganz besonders leicht fiel mir das Schweigen übrigens, nachdem mein Herr seinen Arm so wundervoll besitzergreifend um meine Hüfte geschlungen hatte, um mir einen zwar kurzen, dafür aber sehr sanften Kuss zu geben, der mich förmlich dahin schmelzen ließ. Leider wiederhole ich mich nun schon wieder, wenn ich behaupte, dass mir während der Kriegerbesprechung eine große Portion Geduld abverlangt wurde, die jedoch eng an meinen Herrn geschmiegt ganz hervorragend zu bewältigen war, auch wenn er sich zwischendurch bei den Trinksprüchen natürlich genau wie die anderen Krieger von seinem Kissen erhob. Schließlich wurde mein stilles in Geduld üben aber doch noch belohnt, als es meinen Herrn zu später Ahn dann nach Hause zog. ;-)

Mittwoch, 20. August 2014

Bedürfnisse

Irgendwie hatte ich bereits beim Einschlafen geahnt, dass mein Leihherr gleich in der ersten Dämmerung am nächsten Morgen nicht nur wie immer vor mir aufstehen, sondern wahrscheinlich auch bei seinem Tarn sein würde, um mit ihm zu trainieren… und so war es auch. Mir war nämlich sofort klar gewesen, dass mit meiner neuen gefiederten Kettenschwester nicht nur andere Zeiten anbrechen, sondern sich mein Platz an seiner Kette auch nach unten verschieben wird, was mir nun bestätigt wurde. Tarnreiter zu sein ist für einen Krieger nicht einfach nur eine neue Tätigkeit. Mein Herr hatte mir vor seinem ersten Flug schon einiges darüber erzählt, nämlich dass er als Reiter eine Bindung mit dem Tarn eingehen, mit ihm leben wird und er sich dadurch wahrscheinlich etwas verändert. Aber es ist nun mal Kajiraschicksal, mit solchen Dingen umzugehen. Eine gute Sklavin muss sich still darüber freuen können, wenn es ihrem Besitzer gut geht, weil sein lang gehegter Traum sich endlich für ihn erfüllt hat.


Nachdem ich schnell alle notwendigen Dinge im Haus meines Herrn erledigt hatte, machte ich mich also alleine auf zum Marktplatz, denn ich hatte aus dem Fenster gesehen, dass zwei der jortsschen Krieger dort mit Fremden sprachen… vielleicht war ja Bedarf an den Diensten einer Kajira, wenn sich die Gruppe ins Gasthaus begeben sollte. Doch das schien nicht der Fall zu sein, zumal ich von den Freien sowieso kaum wahrgenommen wurde. Da also noch niemand am Verhungern oder Verdursten war, kniete ich mich etwas abseits und lauschte dem Gespräch, verstand aber nicht wirklich was es mit einem anscheinend geplanten Bündnis auf sich hatte sondern nur, dass Jorts zwar nicht der Nabel der Welt, aber auf jeden Fall der des Vosk war und außerdem eine militärische Macht mit eisernem Ruf ist. So oder so ähnlich waren wohl die Worte von Lenjas Herrn. Kurz nachdem die Fremden sich dann verabschiedet hatten tauchte der Hauptmann auf, der sich übrigens darüber wunderte, dass meine Hände immer noch gefesselt waren und dahinter eine große Portion Ungehorsam bei mir vermutete.

Da selbstverständlich der Informationsaustausch der Herren in Sachen Bündnis wichtiger war, als irgendwelche Erklärungen über den Grund meines Herrn für meine Handfesseln, genoss ich es, einfach weiter meinen Gedanken nachzuhängen, denn aus den ganzen Bündnisandeutungen wurde ich eh nicht schlau und Details gingen mich sowieso nichts an, bis ich schließlich einen großen Schatten bemerkte und gleichzeitig ein mir inzwischen gut bekanntes Rauschen großer Schwingen hörte… mein Herr war mit dem Tarn vor seinem Haus gelandet. Natürlich war jetzt Schluss mit träumen, denn ich flitzte sofort zu ihm, weil ich ihn am Morgen vor seinem sehr zeitigen Aufbruch ja noch gar nicht begrüßt hatte. Da ich allerdings nicht wusste, ob der Tarn mich an diesem Tag lieber mochte als am vorherigen und ich den mich musternden Blick des gefährlichen Vogels überhaupt nicht einschätzen konnte, auch wenn sein Reiter ihm beruhigend das Brustgefieder kraulte, kniete ich mich vorsichtshalber in respektvoller Entfernung auf den Boden und flüsterte sicherheitshalber meinen Gruß auch nur.


Doch mit Freude bemerkte ich, wie mein Herr mich näher winkte, nachdem der Tarn noch einmal sein Kopfgefieder durchgeschüttelt hatte und mich danach dann offensichtlich komplett ignorierte. Mein Herr erklärte mir, dass ich dem Vogel inzwischen nicht mehr fremd bin und er offensichtlich begriffen hat, dass ich seinem Reiter gehöre. Trotzdem blieb ich lieber hinter seinem Rücken etwas in Deckung, um dort gebannt seiner Erzählung und den Erläuterungen zu meinen Fragen über seinen Übungskampf mit Lenjas Herrn zu lauschen, den er wohl nur sehr knapp verloren hatte. Das machte mich natürlich mächtig stolz auf ihn, auch wenn mir der Gedanke nicht allzu sehr behagte, dass mein Herr in der Luft freihändig mit dem Bogen auf einem fliegenden Tarn herum hantierte, der jederzeit seine Richtung ändern und sogar in einen waghalsigen Sturzflug übergehen konnte. Leider beantwortete er jedoch meine letzte besorgte Frage über den Gesundheitszustand der Innenseiten seiner Oberschenkel und höher nicht mehr, da sein Blick nun auf eine kleine Holzhütte an der Ecke seines Hauses fiel.

Eine genauere Besichtigung ergab, es handelte sich bei dieser Bude um ein Plumpsklo. Zum Glück war es unbenutzt, denn im Boden unter der Sitzöffnung war noch keine Grube für die Entsorgung größerer Bedürfnisse vorhanden. Mein Herr war natürlich mittelprächtig erbost, dass wer auch immer diese öffentliche Bedürfnisanstalt genau neben seiner Haustür platziert hatte und stellte den Hauptmann wütend zur Rede, ob es dafür womöglich einen Ratsbeschluss gab. Das war offensichtlich nicht der Fall war, denn der Hauptmann hatte keine Ahnung von nichts und distanzierte sich auch energisch von einer Zuständigkeit als Klohausverrücker. Leider meinte er jedoch, dass ich dafür zuständig bin, womit sich erneut zeigte, wie gut ich es bei meinem Leihherrn habe. Der sträubte sich nämlich dagegen, mich das schwere Häuschen transportieren zu lassen, weil das kräftemäßig gar nicht zu schaffen war. Bei den Überlegungen es einfach kurzerhand klein zu hauen, abzufackeln oder doch lieber zu versetzen, entstand dann eine recht hitzige Diskussion, mit dem Erfolg, dass mein Herr und der hilfsbereite Sattler es erst mal gegenüber auf dem Marktplatz in der Ecke zwischen Bad und Terrasse deponierten… dort leider aber auf die Pflastersteine.


Ohje, warum sind Männer, die zwar tolle Sättel herstellen oder akrobatisch auf einem Tarn fliegen können manchmal nur so unpraktisch veranlagt und hören nicht wenigstens ausnahmsweise mal auf eine Kaira? Ich glaube, nur dem Hauptmann und mir war sofort klar, wie wenig Sinn es machte, ein Plumpsklo auf Platten zu stellen, ohne darunter vorher die erforderliche Grube auszuheben… mal abgesehen von den Wolken, die besonders bei warmem Wetter und dann vermutlich sogar ohne Wind dem Genuss eines leckeren Braten- oder Fischgerichts auf der Gasthausterrasse eine eher unangenehme und mit Sicherheit unerwünschte Würze geben. Auch wenn ich natürlich weiß, dass eine Sklavin nicht ungefragt dazwischen plappern sollte, konnte ich bei dem ganzen Hin und Her natürlich meine Klappe mal wieder nicht halten, erntete dafür aber von meinem Herrn einen strengen Blick, eine ernste Ermahnung und schließlich die eine oder andere Kopfnuss, der in Sachen Plumpsklo leider stur und vollkommen beratungsresistent blieb.


Als dann auch noch Lenjas Herr die günstige Gelegenheit nutzte, das Häuschen als erster einzuweihen, war natürlich schnelle Reaktion in Form eines großen leeren Pagakrugs gefragt, den ich eilig aus dem Gasthaus herbeischaffte. Damit konnte ich zum Glück in letzter Ihn gerade noch verhindern, dass ein großer Kriegersee unter der Tür des nicht fachgerecht aufgestellten Klos herauslief. Allerdings war nach dieser Fastkatastrophe jetzt höchste Zeit für ein Machtwort, mit dem der Hauptmann nun höchstpersönlich in die Klodiskussion eingriff und bestimmte, den Vorschlag der Aushilfswirtin anzunehmen und das Holzhäuschen hinter das Gasthaus zu verfrachten… Frauen sind oft eben einfach praktischer veranlagt. Nachdem die erforderliche Sickerfähigkeit des Bodens am geplanten Standort im Hinblick auf den Wäschewaschplatz am Bach geklärt war, packte er dann sogar persönlich mit an, damit der Klohausumzug nun endlich auch was wurde, während Lenjas Herr einfach die Tür ausbaute und unter den Arm geklemmt hinterhertrug, um seinen Anteil am Umzug beizusteuern. Obwohl immer noch ohne Grube, weihte mein Herr das Klo dort mit einem kleinen, gut sickerfähigen Bedürfnis dann ein, zum Glück aber ohne weiteren Krug.


Danach war er logischerweise so herrlich erleichtert, dass er endlich wieder seinem liebsten Thema frönen konnte, nämlich dem Tarnfliegen und seinem ersten Übungskampf, was ich wirklich verstehen konnte. Mir war auch sofort klar, dass die Krieger gleich ihre Tarns heranpfeifen würden, weil Fios Herr nicht glauben konnte, dass mein Herr es bereits geschafft hatte, auf der schwierig anzufliegenden Plattform des Tarnturms zu landen und nicht nur oben auf dem Dach. Natürlich hätte ich beim Training meines Herrn gerne zugeschaut, aber Fio und ich wurden ins Gasthaus geschickt, damit wir uns dort den Bedürfnissen der Gäste widmeten, unter denen auch zwei vermummte Fremde waren, die mich zuvor schon mehrfach gemustert hatten, während sie irgendetwas Unverständliches tuschelten. Zum Glück waren nicht alle jortsschen Krieger auf einem Tarn unterwegs und auch mein Herr kam genau in dem Moment dazu, als die Situation anfing brenzlig zu werden, nachdem einer der fremden Männer jetzt deutlich meinen Namen genannt hatte und mich anscheinend einsammeln wollte, weil ich angeblich eine entlaufene Sklavin war.



Ich bekam das Ende der Verhandlungen meines Herrn mit den Fremden zwar nicht mehr mit, weil er mich in sein Haus geschickt hatte. Letztendlich ging wohl alles mit den beiden Kaputzenmännern glimpflich aus, weil es sich offensichtlich um ein Missverständnis gehandelt hatte, nach dessen Klärung mein Herr nur noch ein letztes, sehr großes Bedürfnis nach einem mit Hingabe servierten heimischen Paga verspürte.

Dienstag, 19. August 2014

Tarnreiter

Ich gebe zu, die Nacht in der Ecke am Fußende vor dem Bett meines Leihherrn war wegen meiner gefesselten Hände noch unbequemer als sonst, sodass ich mehrfach kurz aufgewacht bin. Daher befürchtete ich, möglicherweise noch länger geschlafen zu haben als sonst, zumal mein Herr bereits aufgestanden war. Er beruhigte jedoch mein schlechtes Gewissen damit, dass er mich geweckt hätte, hätte er gewollt, dass ich früher aufstehe. Außerdem wünschte er seine Kajira lieber ausgeschlafen. Puhh… Glück gehabt, denn ich habe noch nie zu den Frühaufstehern gehört. Kurz darauf wurde mir übrigens klar, dass ich gar nicht länger geschlafen hatte als sonst auch. Mein Herr hatte es vor lauter Ungeduld nämlich einfach nicht länger in seinen Fellen ausgehalten und war vermutlich noch eher aufgestanden als sonst, befahl mir nun aber mich anzuziehen, da er es offensichtlich eilig hatte, zum Hafen zu kommen.


Schnell kramte ich die viel zu geringe Auswahl an roten Tuniken durch, um eine schöne herauszusuchen, damit ich für meinen Herrn hübsch aussah. Doch leider zeigte sich erneut, dass ich mit gefesselten Händen wieder nur eine sehr schlichte, an Bauch und Rücken herunter hängende, ziemlich formlose Stoffbahn mit Öffnung für den Kopf tragen konnte, die von einem einfachen Seilgürtel um meine Hüften zusammengehalten wurde. Ich bin wirklich bemüht nicht eitel zu sein und bin außerdem sowieso am liebsten nackt, aber dieses doofe Teil entlockte mir ein leises Grummeln, weil ich die anderen Tuniken noch nicht gewaschen hatte. Zum Glück beachteten mich die Krieger am Hafen jedoch nicht weiter und meinem Herrn war mein Kleidungsproblem nach einer strengen Ermahnung dann sowieso egal, hatte er an diesem Tag doch nur eines im Kopf… endlich ein Tarnreiter zu werden.


Erneut zeigte sich, dass Geduld offensichtlich wirklich nicht zu seinen Stärken gehört, denn er wurde immer nervöser und zappeliger, weil der schwerbeschäftigte Sattler noch nicht aufgetaucht war, der ihm für Anfang dieser Hand die Fertigstellung des Tarnsattels zugesagt hatte. So wirklich lenkten ihn auch nicht die Gespräche der Rarii ab, ob Kajirae unter den hochwehenden Rock eines Tarnreiters schauen, wenn sie vor seinem Sattel festgebunden sind… ohje, was für eine überflüssige Frage!... die Vorteile langer Unterhosen gegen solche Blicke und gegen Erfrierungen durch eisige Winde am besten Stück eines Kriegers. Stattdessen trommelte er voller Ungeduld mit seinen Fingern auf einem der Fässer vor der Taverne herum und hielt ununterbrochen übernervös nach dem Sattler Ausschau. Der Beruhigungspaga und sämtliche Hinweise, dass Qualität eben seine Zeit braucht und gerade eine solide Verarbeitung wichtig ist, um nicht aus luftiger Höhe in den Tod zu stürzen, blieben jedenfalls gänzlich ohne Wirkung.


Doch dann war es endlich soweit… der Lederarbeiter hatte den Sattel tatsächlich fertig und mein Herr stürmte fast los, um das Teil aus der Sattlerwerkstatt abzuholen. Ich denke, ihm ist vor lauter Eifer auch nicht aufgefallen, dass ich am Hafen zurückblieb, da ich nahm an, dass er es sich eh nicht nehmen lassen würde, den schweren Tarnsattel selbst zu schleppen. Und so war es auch. Schade war nur, dass ich vor seiner Rückkehr nicht mehr herausbekam, womit man die Flecken übermäßiger Freude und Motivation wegbekommt, die ich nach Meinung von Lenjas Herrn später angeblich aus seiner Tunika waschen sollte. Er kennt sich wohl sehr gut mit dieser Art von Flecken aus, obwohl er mangels übermäßiger Freude solche anscheinend gar nicht macht. Aber egal, als er mich plötzlich sehr ernst anschaute und dabei seine neue Kurt erwähnte, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mir jetzt lieber tunlichst weitere Wissbegier zu verkneifen.

Dann wurde es richtig ernst mit der Tarnreiterei. Mein Herr schleppte jetzt nämlich schnaufend den großen Tarnsattel an und eröffnete seinem Ausbilder, dass er nun den Zeitpunkt als gekommen ansah, um endlich herauszufinden, ob er das Zeug zum Tarnreiter hat oder ob dieser Tag sein letzter sein würde. Sofort schickte ich natürlich ein lautloses Gebet zu den Priesterkönigen und flehte sie stumm an, sie mögen bitte verhindern, dass die glückliche Zeit bei meinem Leihherrn noch nicht vorbei ist, während der Hauptmann und Lenjas Herr eine Wette über den Ausgang des Kennenlernens von neuem Reiter und Tarn abschlossen. Fios Herr griff derweil in seine Tasche und zog eine Pfeife hervor, damit mein Herr mit ihrem schrillen Pfiff einen der Stadttarns aus dem Tarnturm oberhalb der Arena zum Hafen rief.

Beim Saubermachen des Tarnturms habe ich die großen, beeindruckenden Vögel ja schon oft gesehen, wenn sie auf ihren Stangen schliefen, nur war mir bislang noch nie aufgefallen, welch farbenprächtiges Gefieder sie haben, wenn das Zentralgestirn darauf scheint und es in wunderschönen Farben leuchtet. Trotzdem ließ ich mich von der Schönheit des Stadttarns nicht täuschen, denn nun wurde es möglicherweise gefährlich oder sogar tödlich für meinen Herrn, wenn er es nicht schaffte, dass der Tarn ihn als seinen Reiter anerkannte und sich von ihm satteln ließ. Ich bin mir übrigens sicher, während sich mein Herr langsam dem gefährlich aussehenden Vogel näherte, um erst einmal Blickkontakt mit ihm herzustellen, damit er den Respekt des Tiers erlangen konnte, vergaß ich vor Aufregung total das Atmen. Inwieweit dieser Blickkontakt klappte, konnte ich von meinem Standort jedoch leider nicht erkennen, allerdings ließ der Vogel sein Annähern zu. 

Als mein Herr dann jedoch in das Brustgefieder des Tarn griff, stieß der einen lauten, wütenden Schrei aus, der mir durch Mark und Bein fuhr, sodass ich erschrocken meine Augen schloss, denn ich konnte doch nicht zusehen, wie mein Herr gefressen wird. Danach wurde es still. Der Schrei hatte allerdings dazu gereicht, dass ich wieder atmete oder vielmehr panisch nach Luft schnappte, also nicht erstickte. Meine Augen öffnete ich jedoch erst wieder, als ich über mir plötzlich das Rauschen der großen Flügel des Tarns von Fios Herrn hörte. Danach bemerkte ich dann erst, dass mein Herr den Stadttarn inzwischen tatsächlich gesattelt hatte und gerade dabei war, sich hinauf zu schwingen, bevor es nach ein paar letzten Erklärungen seines Ausbilders auch sofort in die Luft ging. Mir blieb nichts anderes übrig, als mit vor Aufregung und Angst heftigem Herzklopfen den beiden Tarns und natürlich ganz besonders dem Tier meines Herrn hinterher zu schauen, bis er nach einer gefühlten Ewigkeit in der Arena am Stadttor landete.



Nun gab es für mich natürlich kein Halten mehr. Mit vor Freude strahlendem Gesicht, weil mein Herr nach seinem ersten Tarnflug wohlbehalten wieder festen Boden unter den Schuhen hatte, sauste ich eilig zu ihm in die Arena. Ich glaube übrigens, der Kai am Hafen war für einen im Gegensatz zu Fios Herrn noch ungeübten Tarnreiter wie ihn wirklich etwas zu schmal. Aber das war mir vollkommen egal, Hauptsache er war heil und lebendig zurück. Wobei mich der Tarn anscheinend nicht mochte. Obwohl ich meinem Herrn vor Glück am liebsten sofort um den Hals gefallen wäre, blieb ich auf sein Zeichen natürlich erst einmal auf Abstand am Eingang zur Arena stehen und näherte mich dem Vogel schließlich auch nur sehr langsam und zögerlich, bis das große Federviech einen wilden Schrei ausstieß und mich abrupt erneut zum Stehen brachte. Doch er ließ sich schnell wieder beruhigen, als mein Herr ihm erneut sein Brustgefieder kraulte, sodass nichts passierte.

Der Tarn schien meinen Herrn als seinen Reiter anerkannt zu haben, denn er flog nach einem weiteren lauten Kommandopfiff aus der Tarnpfeife sofort zurück in den Turm. Danach war selbstverständlich kein Halten mehr für mich, denn mein Herr kam nun mit weit ausgebreiteten Armen glücklich lachend auf mich zugestürmt, drückte mir als erstes einen innigen Kuss auf die Lippen und rief dann mit bewegter Stimme: "Tarnreiter Kajira, ich bin ein Tarnreiter! Zeig mir, dass sich noch lebe! Zeig es mir hier in dieser Arena, in der ich meinen ersten Kampf in Jorts Fähre gekämpft habe… zeig es mir hier, wo ich mit dem Tarn gelandet bin!" Selbstverständlich kam ich diesem Befehl umgehend nach und bin mir daher vollkommen sicher, dass bei meinem Herrn trotz hochwehendem Tunikakilt und ohne lange Unterhosen nichts eingefroren, sondern funktionstüchtiger denn je ist… ach ja, und DIESE Flecken lassen sich problemlos herauswaschen!^^

Montag, 18. August 2014

Schmuckstücke besonderer Art

Bis auf die Sandalen und seine Lederweste war mein Leihherr an diesem Morgen bereits angezogen, als er sich plötzlich noch einmal zurück auf die Bettkante setzte, um mich sehr nachdenklich anzuschauen. Da ich mit einem Befehl oder einer neuen Aufgabe von ihm rechnete, kniete ich vor ihm nieder, ließ meine Hände wie meistens mit den Handflächen nach oben auf meinen geöffneten Schenkeln ruhen und schaute ihn erwartungsvoll an. Doch es kam weder das eine noch das andere, mein Herr erzählte mir stattdessen lächelnd, was für einen schönen Traum er in der letzten Nacht geträumt hatte, in dem es wieder um seinen großen Wunsch gegangen war, ein Tarnreiter zu werden. Diesmal hatte er jedoch eine ihm bislang unbekannte Variante geträumt.

Mit großer Freude erfuhr ich, dass ich bei seinem Traumflug auf dem großen gefährlichen Vogel dabei gewesen war… er hatte mich nämlich quer vor sich an seinem Sattel festgebunden. Dies war eine wirklich interessante Vorstellung für mich, die jede Menge Gefühle in mir erzeugte und mich ganz zappelig werden ließ, denn die Ausbildung meines Herrn zum Tarnreiter soll ja demnächst beginnen. Es war jedoch nicht nur das Abenteuer, das meine Augen freudig glänzen ließ, sondern auch die Vorstellung, dass mein Herr mich mitgenommen hatte. Ganz besonders gefiel mir aber der Gedanke, von ihm gefesselt zu werden, damit ich bei irgendwelchen schnellen Drehungen des Vogels nicht herunter fiel. Gefesselt zu werden bedeutete nämlich auch, hilflos ausgeliefert zu sein. Während meine Finger jetzt sehr sanft über das Seil um meinen Hals strichen, muss ich wohl mal wieder laut gedacht haben, denn mein Herr fragte mich plötzlich, ob ich zu den Kajirae gehöre, die es mögen, wenn ihnen Seile Halt geben.

Mein Herumdrucksen schien ihn nicht wirklich zufriedenzustellen, denn plötzlich stand er auf und ging zu seiner Truhe, um kurz darin herumzukramen. Ich hielt vor Spannung den Atem an, als er sich schließlich vor mir aufbaute, meine Hände ergriff, die bunten Binas von meinen Handgelenken schob und mir zwei mit einer kurzen Kette miteinander verbundene Metallarmreifen um meine Handgelenke legte. Das leise Klacken beim Zuschnappen der Schlösser und seine Worte "ich werde dir Gelegenheit geben herauszufinden, ob du zu diesen Kajirae gehörst und bin gespannt darauf, wie es für dich ist, diese Fesseln eine Weile zu tragen Kajira" jagten mir einen kribbelnden Schauer über den Rücken, der meine nackte Haut vermutlich ein wenig wie die eines gerupften Vulos aussehen ließ, nur nicht so blass, denn ich glühte inzwischen innerlich. 

Mit geröteten Wangen schaute ich meinen Herrn an und wagte mit wildem Herzklopfen kaum zu fragen, ob er möglicherweise unzufrieden mit mir ist, weil ich einen Fehler begangen hatte. Mir war zwar keiner bewusst, dennoch entschuldigte ich mich lieber sofort vorsorglich. Meine Gedanken, wie sehr es mir gefällt, einem Mann, in dessen Händen mein Schicksal liegt und dem ich vollkommen vertraue, so wie z.B. auf einem Tarn gefesselt ausgeliefert zu sein, behielt ich dann aber doch lieber für mich. Nach meiner Entschuldigung teilte mein Herr mir jedoch lächelnd mit, dass ich überhaupt keinen Fehler gemacht hatte, sondern er einfach nur ganz spontan und weil ihm danach ist, jetzt die Lust dazu verspürt, mich mit gebundenen Händen zu sehen… vielleicht nur für einen Tag, vielleicht auch länger, das wusste er noch nicht und befahl mir dann, ihm die Sandalen zu schnüren, weil er für seinen Rundgang zum Hafen jetzt das Haus verlassen wollte.


Oha, ich gestehe, das war keine leichte Aufgabe, die ich nach entsprechender Verbesserung der viel zu lockeren ersten Schnürvariante letztendlich dann mithilfe einiger Beschleunigungsklapse auf meine Wangen aber doch noch einigermaßen bewältigte. Allerdings benötigte ich logischerweise erheblich mehr Zeit als mit nicht gefesselten Händen und erzeugte damit nicht gerade Begeisterungsbekundungen bei meinem Herrn. Sein unwirsches Brummen erinnerte mich übrigens sehr stark an das mir wohlbekannte Hauptmannsbrummen, das vermutlich irgendwie ansteckend sein muss, aber zum Glück kurz danach am Hafen mit einem ersten Stehpaga herunter gespült werden konnte. Für diesen Beruhigungspaga war es übrigens wirklich toll, dass Fio für mich den Zapfhahn in der Taverne öffnete und wieder verschloss.


Ich hatte mir bislang nämlich doch noch nie Gedanken darüber gemacht, wie man mit eng zusammengebundenen Händen gleichzeitig den Hahn betätigen und den Becher so unter den herauslaufenden Paga halten kann, dass keine Flüssigkeit auf den Boden rinnt. Das Servieren dagegen war fast genauso wie immer, da ich sonst auch den Becher mit beiden Händen sanft umschließe, um ihn an meinem Körper langsam empor zu führen und zuletzt einen innigen Kuss auf seinen Rand zu drücken, bevor ich das Getränk dann anreiche. Da mir klar war, dass es auch an diesem Tag vermutlich nicht bei einem Paga bleiben wird, war es daher nicht weiter verwunderlich, dass die Gespräche der Herren mit der Aushilfswirtin fast gänzlich an mir vorbei gingen, weil ich intensiv über meine Strategie für den zweiten Paga mit gefesselten Händen nachdachte, die ich kurz darauf dann auch gleich ausprobieren konnte.


Hach, ich war richtig zufrieden mit mir, dass es klappte und kein einziger Tropfen Paga daneben lief! Der Wirtin waren meine gefesselten Hände und die ungewöhnliche Art und Weise, wie ich zwei Becher mit Paga füllte, übrigens sofort aufgefallen. Mein Leihherr hatte sein Kaissa-Spiel gegen den Hauptmann nämlich gewonnen, sodass es hinterher an ihm war, auf den Sieg nun Paga auszugeben, den ich dann servieren durfte. Bevor ich jedoch mit den Getränken die Küche verlassen konnte, wollte die Herrin aber noch schnell wissen, was es mit meinem Handgelenkschmuck auf sich hatte. Ich denke, ich konnte ihr tatsächlich verdeutlichen, welch eine große Ehre es für mich ist, diesen nicht alltäglichen Armreifen für meinen Herrn zu tragen und ihn damit zu erfreuen. Denn es sind Fesseln, auf die ich ganz gewaltig stolz bin, weil mein Herr sie mir gegeben hat.

Zurück in seinem Haus durfte ich ihm übrigens zeigen, welcher Dienst auch mit gefesselten Händen ganz hervorragend funktioniert, sodass sich die Tragedauer dieses besonderen Schmucks nun wohl doch erst mal bis auf weiteres noch verlängert. ;-))

Freitag, 15. August 2014

Kopfzerbrechen über Rotkastiges

Erneut kratzte ein Ast des Baums am Brunnen über den Kopf meines Leihherrn, als er den Marktplatz überquerte und ließ schon wieder Sägegelüste in ihm aufkeimen. Seine Haarpracht hatte das unangenehme Kratzen anscheinend nicht wirklich verhindern können. Mit dem Auftauchen von Lenjas Herrn kam er jedoch sofort auf andere Gedanken, da er sich seit kurzem ziemlich den Kopf über die Rangfolge unter den jortsschen Kriegern zerbricht, die ihm in dieser Form bislang unbekannt ist. Die beiden Herren fachsimpelten daher über diverse kriegerische Dinge, doch auf Dauer war es im Stehen wohl zu unbequem, sodass mein Leihherr seinen Waffenbruder zu einem Paga in sein Haus einlud, wo sie ihre Unterhaltung über diverse rotkastige Angelegenheiten fortsetzten.


Das Anziehen meiner Tunika hatte sich eigentlich kaum gelohnt, denn wie immer im Haus meines Leihherrn streifte ich das bisschen Stoff gleich hinter der Haustür wieder ab, weil sein Gast ja ein Mann war und ich keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten einer freien Frau nehmen musste, was wirklich richtig toll ist. Mein Herr hatte mir das Ausziehen zwar noch nie ausdrücklich befohlen, allerdings am Anfang meiner Inobhutnahme erwähnt, dass er mich am liebsten nackt sieht, sodass es seitdem für mich selbstverständlich ist, um ihn mit meinem Anblick zu erfreuen. Das scheint mir auch zu gelingen, denn zu meiner großen Freude hat er mein Tun bemerkt und sich sogar schon lobend darüber geäußert.


Schließlich verabschiedete sich Lenjas Herr, um den Hauptmann aufzusuchen und für meinen Herrn war es Zeit für einen weiteren Rundgang durch die Stadt. Da es am frühen Morgen anscheinend schon etwas Ärger mit ein paar Nordmännern gegeben hatte, die ihr Benehmen aufgrund der schönen warmen Temperaturen in Jorts Fähre wohl wegen akutem Hitzschlag mit verschmortem Hirn nicht so mehr ganz unter Kontrolle gehabt hatten, zog es ihn zuerst zum Hafen, wo jedoch alles ruhig war, sodass es nun weiterging Richtung Oberstadt und auf die Stadtmauer. Dort trafen wir schließlich Fio, die unsere Stimmen gehört hatte, als sie am Sklavenhaus vorbei kam. Da wir durch die Blätter der großen Bäume sahen, dass sich die Terrasse des Gasthauses inzwischen mit reichlich Gästen gefüllt hatte, schickte mein Herr uns dorthin, damit wir uns nützlich machten.

Unser Eintreffen passte wohl auch ganz gut, denn Fio konnte mit einem schnell servierten Paga gerade noch verhindern, dass der Hauptmann verdurstete, bevor wir von dem Brauereikrieger damit beauftragt wurden, 15 Pagafässer von seinem Lager zum Hafen zu rollen. Ohje, so viele und dann auch noch eine so weite Strecke, die leider nicht nur geradeaus oder bergab führte, sondern auch Steigungen über zwei Brücken mit entsprechenden Gewässern darunter hatte… in mir keimten sofort Zweifel, ob alles gut gehen würde! Natürlich konnte ich mich dieser Aufgabe nicht verweigern, sich nützlich machen kann eben auch Fassrollen bedeuten. Mist, warum war die Brauerei nicht dichter am Hafen gebaut worden? Etwas mehr logistisches Wissen hätte man von den Baumeistern doch eigentlich erwarten können. Und warum hatte der Brauereibesitzer nicht wenigstens einen Karren für solche Transporte?


Selbstverständlich behielt ich diese Gedanken für mich, denn Widerworte geziemen sich nicht für eine Sklavin. Fio und ich hatten dann jedoch Glück, dass der Gefährte der Schreiberin anscheinend die gleichen Überlegungen wie ich angestellt hatte und nun freundlicherweise sofort anbot, uns mit seinem Wagen zu helfen, sodass wir die 15 Fässer nur das kurze Stück vom Lager über die Brücke am Bach vor der Brauerei zum Weg rollen mussten, wo wir sie dann auf den Boskwagen aufladen konnten. Puhhh, es war wirklich eine schweißtreibende Angelegenheit und obwohl Fio und ich eigentlich ziemlich durchtrainiert sind, kamen wir ganz schön ins Schnaufen, sodass wir über die nette Transporthilfe des Kriegers wirklich froh waren.


Noch erfreuter war ich natürlich, als mein Leihherr auf der Rückkehr von seinem Rundgang jetzt bei uns vorbei kam und mir befahl, ihm zum Gasthaus zu folgen, wo er sich einen weiteren Paga genehmigen wollte. Da die Terrasse immer noch gut gefüllt war, mittlerweile allerdings ausschließlich mit jortsschen Kriegern und dem Lederarbeiter, denn die fremden Gäste waren inzwischen abgereist, nutzte er die Gelegenheit, um sich mit seinen Kastenbrüdern über die Rangfolge innerhalb der Kriegerkaste von Jorts zu unterhalten, die nach den Äußerungen eines Rarius bei ihm einiges an Kopfzerbrechen ausgelöst hatte. Es war ein sehr gutes und vor allem sehr einvernehmliches Gespräch, da die anderen Rarii die Auffassung meines Herrn teilten, sodass es ihn erst zu recht später Ahn, nach reichlich Paga und dem leckeren Essen der netten Aushilfswirtin, von dem ich übrigens ein paar Happen abbekam, sehr gut gelaunt nach Hause zog.