Mittwoch, 24. September 2014

Hausarrest

Es war ziemlich ungewohnt für mich nach so vielen Hand mal wieder im Sklavenhaus zu schlafen. Doch was sollte ich alleine im leeren Haus meines Herrn, der erst am nächsten Tag von einem Erkundungsflug mit seinem Tarn zurückkommen würde? Außerdem war es sehr schön, vor dem Einschlafen noch mit meiner Herrin zu reden, die genau wie ich natürlich eine ganze Menge Informationsdefizit hatte und sich nicht nur nach dem Geschehen in Jorts erkundigte, sondern auch wissen wollte, wie gut es mir bei meinem Leihherrn geht. Erneut wurde mir klar, dass ich die tollste und verständnisvollste Herrin von ganz Gor habe. Aber sie ist schwerbeschäftigter denn je, sodass sie früh am nächsten Morgen gleich wieder abreisen musste.

Nachdem sie fort war, bereitete ich im Sklavenhaus schnell noch alles für ihre nächste Rückkehr vor, schaute dabei aber natürlich immer wieder sehnsüchtig aus dem Fenster in der Hoffnung, am Himmel meinen Herrn und Carolus zu entdecken, hatte jedoch leider Pech. Mit leisen Befürchtungen im Bauch, dass mein Besitzer vielleicht nicht rechtzeitig zum Waffentraining zurück ist, lief ich daher schließlich zurück in die Unterstadt, um mir eine etwas rotere Tunika anzuziehen, weil ich danach dann weiter zur Trainingswiese wollte. Doch meine Befürchtungen waren komplett überflüssig, denn mit großer Freude stellte ich fest, dass mein Herr bereits zuhause war. Ich traf ihn nämlich vor der Brauerei.


Leider blieben mir jedoch nur wenige Ehn für Wiedersehensfreude und um mit viel Hingabe schnell noch einen Willkommen-zurück-Paga zu servieren. Nach einigen Andeutungen über das Gespräch mit meiner Herrin war es leider auch schon Zeit für das Training meines Herrn auf der Wiese hinter dem Hof. Ich hätte ihm am liebsten natürlich noch ganz viel erzählt, freute mich aber wie immer auch riesig darüber, an der Wiese Fio und auch Dark die kleine Landpomeranze zu treffen, die mich für ein paar Neuigkeiten mal wieder richtig löcherte. Ganz besonders interessierte sie sich natürlich für Neuigkeiten über meine Herrin, aber wohl noch viel mehr, wie es mir bei meinem Herrn erging. Wobei mir bestimmt wie in einem offenen Buch ins Gesicht geschrieben war, dass ich schon längst mein Kajiraherz an meinen Herrn verloren hatte.

Überhaupt nicht verstehen konnte ich übrigens, dass in Darks Augen eine Kajira auf einen besonders hohen Kaufpreis mächtig stolz sein sollte, denn was nützt der ganze Stolz, wenn sie damit so teuer ist, dass der Herr, dem ihr Herz gehört, sie nicht kaufen kann? Außerdem mag ich es überhaupt nicht, wenn sich Kajirae mit ihrem Kaufpreis wichtig tun. Wenn ich es vermeiden kann versuche ich daher, möglichst nicht von mir zu geben, was mein letzter Herr damals für mich bezahlt hatte, weil ich doch nur eine unbedeutende Sklavin bin. Zum Glück war das Verkaufsthema auch bald erschöpfend genug behandelt und Dark schlug vor, in die Unterstadt zu gehen, solange unsere Herren noch am Trainieren waren.

Ob sie sich erhoffte ihre Studien des gut aussehenden Schmieds fortsetzen zu können? Keine Ahnung, jedenfalls kamen wir drei nicht allzu weit. Schnatternder Weise mussten wir immer wieder kurze Zwischenstopps einlegen und eine unserer Tratschpausen war ausgerechnet genau vor dem Fenster des Sattlers, den wir anscheinend bei einem Nickerchen gestört hatten... er kam jedenfalls nicht gerade begeistert aus seinem Haus und stellte uns zur Rede. Damit war für Dark der Schmied schlagartig vergessen, denn für den Lederarbeiter schwärmt sie ja noch viel länger.

Gewieft wie sie nun mal ist schaffte sie es, bei seiner Begrüßung zu straucheln... so ganz zufällig natürlich, sodass sie leicht gegen ihn prallte. Natürlich hätte ich diese tolle Gelegenheit am liebsten ebenfalls ausgenutzt, denn Dark schmiegte sich sogleich an den Herrn an, aber meine Chancen waren gleich Null, weil die überaus flinke Dark sich sofort vorgedrängelt hatte. Total zerknirscht über ihr Tun, bot sie dem Sattler mit bezirzendem Augenaufschlag an, ihm als Ausgleich für ihr Missgeschick einen Paga auf der Gasthausterrasse zu servieren, was der Angerempelte breit grinsend natürlich sofort annahm.


Ungünstig war nur, dass Darks Herr kurz darauf ebenfalls das Gasthaus aufsuchte und nach seinem Kalana verlangte... aber so wirklich bekam ich das weitere Geschehen dort dann nicht mehr mit, da mein Herr ebenfalls aufgetaucht war. Mit großer Freude vernahm ich, dass er nach Hause wollte, um seinen  Paga dort zu trinken. Wahrscheinlich war es ihm auf der Terrasse genau wie mir viel zu laut und außerdem war ihm wichtig zu erfahren, wie es meiner Herrin ging, denn dass er sie am Vortag verpasst hatte wusste er ja bereits.

Ich denke, ich muss nicht genauer beschreiben, welche Fantasien in einer rotseidenen Sklavin entstehen, wenn sie dem Weg eines Pagabechers nachspürt, den sie sanft mit beiden Händen umschlossen langsam über ihren nackten  Sklavenbauch höher führt, um schließlich einen innigen Kuss darauf zu drücken, nachdem sie den Rand zart mit ihren leicht geöffneten weichen Lippen gestreichelt hat. Wenn sie dann auch noch die Ehre erhält, dass ihr Herr einen ihrer weit geöffneten Schenkel als Fußablage benutzt und mit dem anderen auf sehr erregende Art und Weise ihre sowieso schon in Flammen stehende Hitze berührt, dann wird es wirklich schwierig, sich auf ein Gespräch zu konzentrieren.

Um es kurz zu machen, denn weitere Details interessieren hier sicher niemanden... die Sandale meines Herrn war nicht nur durchnässt, ich übersah zusätzlich leider auch noch einen Grasfleck bei meinen Reinigungsbemühungen ohne Zuhilfenahme meiner Hände. Meine verzweifelt gestammelten Entschuldigungen wurden als Ausreden abgestempelt und für meine sonstigen Erklärungen kassierte ich zwei Ohrfeigen, weil ich den Befehl zum Schweigen missachtet hatte. Es kam aber noch schlimmer. Da sich mein Herr schon mehrfach über mein Plappermäulchen geärgert hatte, fand er es jetzt angebracht, mir Ruhe und Besinnung über mein  unverzeihliches Tun zu verordnen in Form von DREI Hand HAUSARREST!!!

In dieser irre langen Zeit soll ich über meine Fehler nachdenken, darf nicht seine Felle wärmen, sondern muss die Nächte angebunden neben der Haustür meines Herrn verbringen oder darf mir Sorgen um ihn machen, wenn er nicht nach Hause kommt. Von dem Geschehen in Jorts bekomme ich außer dem einen oder anderen ganz kurzen Blick aus dem Fenster Richtung Marktplatz nämlich fast nichts mit. Sehr irritierend finde ich vor allem, dass mein Herr andauernd um die eine Schneiderin herumscharwenzelt und sogar einen vergleichsweise kleinen Riss in seinem Oberteil von ihr nähen lässt, obwohl diese Näharbeit auch seine Kajira hätte erledigen können. Mal sehen, ob ich es schaffe, diese Ewigkeit von immer noch ZWEI Hand HAUSARREST zu überleben, denn eine ist ja erst um!^^

Mittwoch, 17. September 2014

Kriegereitelkeiten und ganz besonderer Besuch

Ich gestehe, ich war etwas in Gedanken, als ich vom Haus meiner Herrin langsam zurück in die Unterstadt trödelte, nachdem ich mich an diesem Tag etwas intensiver der Grünpflege in ihrem Garten gewidmet hatte. Mein Herr war früh am Morgen zu einem längeren Erkundungsflug aufgebrochen und seine Rückkehr war noch unklar, sodass ich diesen Tag für die im Sklavenhausgarten mal wieder anstehenden Arbeiten nutzte. Da ich seit einer gefühlten Ewigkeit nichts mehr von meiner Herrin gehört hatte, grübelte ich auf meinem Rückweg in die Unterstadt darüber nach, ob ich mir möglicherweise Sorgen um sie machen musste und puhlte mir nebenbei etwas Blumenerde unter dem Fingernagel heraus. Leider muss ich davon so abgelenkt gewesen sein, dass ich fast den Hauptmann über den Haufen lief, der diesmal irritierenderweise nicht die Steine auf dem Marktplatz platt trat, sondern am Hang Richtung Oberstadt stand.

Mist, meine Unachtsamkeit war leider keine allzu gute Grundlage für eine freundliche Begrüßung, denn ich wurde prompt von ihm angemault, ob ich mit offenen Augen schlafe. Während ich mich schnell entschuldigte kam ein weiterer Krieger dazu und setzte leider noch einen drauf, weil er mein Missgeschick mitbekommen hatte und behauptete doch tatsächlich, seitdem ich meinen Leihherrn habe, müsse ich andauernd ermahnt werden. Daraus schlussfolgerte er, dass mein Herr mir offensichtlich nicht gut bekommt und meine Herrin sicherlich nicht gerade begeistert wäre. Pahh… der Herr hatte wirklich keine Ahnung davon, was mir nicht gut tut und wer richtig gut für mich ist! Natürlich lag mir eine entsprechende Erwiderung sofort auf der Zunge, aber den Priesterkönigen sei Dank, es gelang mir tatsächlich stumm zu bleiben, denn Freie haben ja bekanntlich immer Recht. Zum Glück hatte dieser Krieger eine Reise vor und die Gespräche wandten sich der Schneiderei zu. Genau, um neue Kriegerkleidung… auch Krieger sind nämlich eitel und können sich ahnlang über Röcke unterhalten!


Der Brauereikrieger hatte anscheinend einen neuen Prunkkilt bestellt, der selbstverständlich nicht einfach nur ein kratziges Wickelteil sein darf, sondern aus schwerer Qualität bestehen und unbedingt ein Futter haben muss, damit es gewisse empfindliche Körperteile schön warm und weich darunter haben. Ganz besonderen Wert legte der Herr aber darauf, dass auch ein wenig Zierrat an seinem neuen Tunikarock dran ist. Ok, ich sehe wirklich ein, prunkvolle Lederapplikationen mit Schlachtengetümmel der legendären Schlacht um Lydius oder doch nur ein paar Nieten und wenig Rausziseliertes auf einem Gürtel wollen gemeinsam mit der Schneiderin und dem Lederarbeiter wirklich gut überlegt sein, zumal sich alleine die Bezahlung des Sattlers zwischen 2 und 40 Kupfer bewegt. Das ist wirklich kein Pappenstiel, auch wenn der Hauptmann der Schneiderin angeblich die Kostenübernahme bereits zugesichert hatte.


Wie nicht anders zu erwarten drehten sich die inzwischen zum Hafen verlagerten Gespräche natürlich auch um den siegreichen Einsatz der Tarnstaffel am Vortag und mögliche Alternativen, wenn der gewünschte Erfolg ausbleiben sollte. Besonders reizvoll fanden die Krieger natürlich die Idee, die anscheinend sehr hübsche Herrscherin dieses Hubbels von ihrem Steinhaufen zu entführen. Fios Herr witterte darin natürlich sofort eine weitere interessante Trainingseinheit für seine Tarnreiter, stellte dann allerdings die Frage, ob die angeblich so gute Partie auch solche Augen hat wie ich, während er mir nach dem Servieren seines Pagas lächelnd zwei Finger unter mein Kinn drückte, damit ich zu ihm aufsah. Ich gestehe, ich versank förmlich in den Augen dieses Kriegers, der mich mit einem so intensiven Blick anschaute, dass mein ganzer Körper heftig zu kribbeln begann und meine Beine bestimmt ganz weich geworden wären, hätte ich nicht sowieso schon gekniet.


Vielleicht war es ganz gut, dass ich zwischendurch den Befehl erhielt, die für den Prunkkilt zuständige Schneiderin zum Hafen zu holen, andernfalls weiß ich nicht, ob ich noch in der Lage gewesen wäre, meine Herrin zu bemerken, die überraschenderweise den Daueraufenthalt auf ihrem Landsitz unterbrochen hatte, weil sie ein paar Unterlagen brauchte, die ihr guter Händlerfreund wahrscheinlich nicht finden würde, weil Männer ja bekanntlich manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Dieser Umstand hatte mir nun nach etwas über 5 Hand endlich ein kurzes Wiedersehen mit meiner Herrin beschert, denn früh am nächsten Morgen wollte sie leider schon wieder abreisen. Immerhin hatte sie Zeit für ihre geliebte Honigmilch auf der Gasthausterrasse, die ich tatsächlich immer noch zubereiten kann und die mir erstaunlicherweise auch nicht angebrannt oder übergekocht ist, obwohl ich gestehen muss, dass ich an diesem Tag vielleicht etwas durcheinander war.


Mein Herr fehlte mir sehr und plötzlich wieder eine Herrin zu haben, war ein irgendwie ungewohntes, gleichzeitig aber auch schönes Gefühl, auch wenn ich oft an sie denke und mein Leihherr häufig von ihr spricht. Daher war es wohl nicht weiter verwunderlich, dass die Gespräche auf der Terrasse über die Eitelkeiten von Kriegern, den gewissenhaften Zeugmeister, Paradeuniformen, Ehrenschärpen und aufgestickte oder lederne Rangabzeichen ein wenig an mir vorbei gingen. Meiner Herrin zu später Ahn ins Sklavenhaus in die Oberstadt zu folgen, wo ich seit über 5 Hand nicht mehr geschlafen hatte, war übrigens sehr ungewohnt, trotzdem aber auch vertraut.

Dienstag, 16. September 2014

Erfolgreicher Einsatz der Tarnstaffel

Selbstverständlich hatte ich es sehr eilig damit, meine Hausarbeiten schnell zu erledigen, denn ich wollte auf keinen Fall den Abflug meines Herrn zu einem Sondereinsatz mit seinem Tarn verpassen. Vor allem nachdem ich durchs Fenster dann sah, dass Carolus bereits auf dem Marktplatz gelandet war, hielt mich logischerweise endgültig nichts mehr im Haus. Obwohl mein Herr seinem Tarn inzwischen zwar eine Haube über den Kopf gezogen hatte, kniete ich auf dem Weg quer über den Marktplatz trotzdem ehrfürchtig vor dem großen Vogel kurz nieder. Ich wolle ihm nämlich auch dann den nötigen Respekt erweisen, wenn er mich nicht sieht und nicht einfach so an ihm vorbei zu meinem Besitzer laufen.

Mein Herr trug übrigens bereits seinen Helm und war dadurch fast nicht mehr zu erkennen. Noch mehr inkognito war jedoch Lenjas Herr. Wie ein Attentäter komplett in Schwarz gekleidet, war ihm überhaupt nicht mehr der Krieger anzusehen, nur der Dolch auf seiner Stirn fehlte. Der Auftrag der Tarnstaffel war nämlich ein geheimer und sollte dazu dienen, einem Dorf nördlich des Voskdeltas an der Thassa das Fürchten zu lehren... mehr werde ich hier aber nicht ausplaudern. Egal wie groß mein Vertrauen in meinen Herrn auch ist, hatte ich logischerweise doch etwas Angst um ihn, denn dieser Einsatz war selbstverständlich nicht ganz ungefährlich. Daher war ich unendlich erleichtert mitzubekommen, dass der umsichtige Hauptmann ihm mitteilte, er habe zur Rettung abgestürzter Tarnreiter hinter den feindlichen Linien vorsorglich ein TRRKZBV zusammengestellt. 

Auch ich nicht wusste, was sich hinter dieser geheimnisvollen Bezeichnung verbarg, klang das für mich immerhin schon mal nach einem Plan, der sich später als Tarn Reiter Rettungskommando zur besonderen Verwendung entpuppte. Einer der Krieger hatte nämlich ebenfalls keine Ahnung, was sich hinter diesem Kode verbarg, gab dann aber etwas Merkwürdiges von sich, dass ich wohl irgendwie falsch verstanden haben muss…. er sehe hoffentlich nicht so aus wie jemand, der im Hintergrund darauf wartet, die Ärsche seiner Schwertbrüder zu retten und seine Thalarionstaffel sei nicht dazu da, um abgestürzte Tarnreiter zu retten. Hähh??? Aber egal, ich muss nicht sämtliche Interna der roten Kaste verstehen und außerdem hatte der Hauptmann zusätzlich noch einen Plan Marine als TRRKZBV. "Zum Abendessen bin ich wieder zu Hause, also mach mir etwas Leckeres Kajira!" waren danach dann leider die letzten Worte meines Herrn, bevor Carolus seine großen Flügel ausbreitete und sich mit ihm in die Lüfte erhob.


Viel Zeit, den beiden mit leichtem Angstkloß im Hals hinterher zu schauen, blieb mir übrigens nicht, weil der Hauptmann mich nun zu sich zitierte. Mir war zuvor bereits aufgefallen, dass er mehrfach ausgespuckt hatte. Ich hatte mich aber tunlichst bemüht, dies zu übersehen, weil ich es etwas eklig fand. Nun befahl er mir nachzuschauen, ob seine Zunge immer noch blutet, die er dann auch prompt weit herausstreckte, kaum dass ich vor ihm stand. Zur besseren Inaugenscheinnahme stellte ich mich noch auf die Zehenspitzen und betrachtete das tatsächlich leicht blutige Leck- und Schmeckorgan eingehend, das mit einigen blutunterlaufenen Löchern wirklich nicht ganz gesund aussah oder vielmehr danach, als ob der Hauptmann versucht hatte, Fenris einen Zungenkuss zu geben und dieser Versuch gescheitert war. Doch er hatte sich lediglich selbst auf die Zunge gebissen… allerdings sehr kräftig. Naja, eigentlich kein Wunder, denn wenn ich an die mehr oder manchmal auch weniger ruppigen Kopfpatscher dieses Kriegers denke, hat er es beim Beißen wahrscheinlich ebenfalls nicht so mit der Feinmotorik.

Da mein Versuch, dem Hauptmann einen Zungeninspektionstermin bei der Ärztin zu besorgen, wegen Abwesenheit der Herrin scheiterte, war ich über seine Erlaubnis sehr erfreut, mich um meine restlichen Arbeiten kümmern zu dürfen. Ich wollte nämlich erneut mein Anglerglück am Bach versuchen, um meinen Herrn nach seiner Rückkehr mit schmackhaft gebratenen Fischfilets zu erfreuen. Da ich hierbei inzwischen sehr erfolgreich einen Trick anwende, den mir in meinem früheren Leben als Barbarin mal ein alter Angler erzählt hatte, musste ich auch gar nicht lange am Ufer ausharren, bis ich einen der verfressenen Fische gefangen hatte. Seitdem ich durch Fischfang versuche, möglichst viel Haushaltsgeld zu sparen, damit sich der Sparbeutel meines Herrn möglichst schnell füllt, hatte ich mir nämlich eine ganz bestimmte Stelle am Bach zum Anfüttern der Fische ausgesucht und dort immer mal wieder etwas vertrocknetes Satarnabrot ins Wasser geworfen. 

Futterverwöhnt wie die Flossenviecher inzwischen sind, übersahen sie auch an diesem Tag einfach, dass manchmal ein Haken im Leckerli versteckt ist und Zack, schon hatte ich einen schönen Brocken, der sich bestens für das geplante Willkommen zu Hause Essen für meinen Herrn eignete. Nachdem ich alles soweit vorbereitet hatte, dass der hungrige Magen meines Besitzers am Abend nicht lange warten musste, lief ich erneut nach draußen. Inzwischen waren weitere Rarii auf dem Marktplatz eingetroffen sowie auch der Schmied, der mit seinem dicken Kopfverband übrigens nicht weniger gut aussah als ohne, und der Krieger vom Hof. Letzterer befahl mir, meinem Herrn nach seiner Rückkehr die Einladung für eine kasteninterne Anhörung zu überbringen, die am Tag nach dem Waffentraining stattfinden soll. Bei dem Anblick des verbundenen Schmieds ließ sich der Hauptmann übrigens ungehalten über die Sprechzeiten der Grünen aus, weil nie eine Ärztin da ist, wenn er mal eine braucht. Seine Vermutung, Grünkastige würden das riechen, versuchte ich ihm jedoch auszureden, da bei der Inspektion seiner Zunge keinerlei Mundgeruch festzustellen gewesen war, obwohl ich wirklich sehr nahe vor ihm gestanden hatte.


Hach… und dann hörte ich endlich das laute Gebrüll einer mir sehr vertrauten Stimme aus der Luft „Jorts Fähre, du warst siegreich!!!“ und ein mir inzwischen ebenso bekanntes Flügelschlagen… mein Herr war zurück, segelte dicht über unseren Köpfen noch einen eleganten Bogen und landete dann mit seinem Tarn auf dem Marktplatz. Lenjas Herr eilte allerdings gleich nach Hause, um die ungewohnten schwarzen Klamotten auszuziehen. Während ich freudestrahlend zu meinem Herrn lief, musterte ich ihn natürlich ganz genau, hatte ich doch Angst, er könnte sich eine Verletzung zugezogen haben. Doch das schien nicht der Fall zu sein, sonst hätte er sich nicht so behände und breit grinsend aus dem Sattel geschwungen. Die Mission der Tarnstaffel war mit ein bisschen Feuerzauber aus der Luft, der die Dorfbewohner anscheinend wie die kleinen Hoppler mit den langen Ohren aus ihrem Bau vertrieben hatte, erfolgreich durchgeführt worden. Das TRRKZBV wurde zum Glück nicht benötigt, auch wenn den Tarnreitern wohl etliche gut gezielte Pfeile um die Ohren geflogen waren. 

Dieser Erfolg und die glückliche Heimkehr von Fios Herrn, der kurz darauf von einer längeren und offensichtlich sehr trockenen, staubigen Reise zurückkam, wurde natürlich mit reichlich Paga würdig begossen. Während die Wirtin Fios Herrn schließlich Wasser für ein Bad einließ, bei dem er leider jedoch auf eine Sklavin verzichten musste, weil Badekajirae gerade aus waren, trieb der Hunger und eine andere Sehnsucht meinen Herrn nach Hause, die sich im Beisein etlicher freier Frauen auf der Gasthausterrasse nicht geziemte. Wegen möglicherweise doch noch nicht bemerkter Treffer, wollte er sich zum Nachtisch nämlich noch einer sehr sanften, speziellen Untersuchung seiner Kajira unterziehen. Nicht auszudenken, wenn gerade an besonders empfindlicher Stelle ein feindlicher Pfeil steckengebliebenen wäre… aber eine gute Kriegerkajira hat selbstverständlich ein ausgeprägtes Gespür für solche Zielgebiete!^^


Montag, 15. September 2014

Gehörnter Schmied

Wie schon bei unserem letzten Besuch der schönen Badegrotte von Nadira waren mein Herr und ich nach unserem ausgiebigen Bad so müde, dass ich erneut ein kleines Lager in einer der Felsnischen improvisierte, wo ich auch sofort einschlief, tiefenentspannt und glücklich wie ich war, denn ich bin natürlich kein Weichvuloei und hartes Schlafen gewöhnt. Außerdem finde ich das enge Ankuscheln an meinen Leihherrn sowieso toll und kein bisschen unbequem. Ich wurde daher eigentlich nur deswegen wach, weil er gestern aufstand, denn er ist ja ein ziemlicher Frühaufsteher. Wobei meinem Herrn die Übernachtung auf den Felsen der Badegrotte wohl doch etwas zu unbequem gewesen war. Er kündigte mir jedenfalls an, das nächste Mal vielleicht lieber ein Zimmer in der Herberge zu nehmen, zumal der Weg dorthin von der Grotte aus nicht allzu weit ist. 


Übrigens scheinen die Wege von Nadira inzwischen ihre Furcht vor meinem Herrn verloren zu haben, denn ich weiß ja inzwischen, dass er sich nicht verläuft, sondern sich Wege aus Angst manchmal vor ihm verstecken. Das war an diesem Tag jedenfalls nicht der Fall, sodass wir sehr zügig den Marktplatz erreichten, wo sich anscheinend sämtliche Bewohner des Dorfes versammelt hatten. Doch wir erhielten keine Gelegenheit mehr für eine Begrüßung, weil alle Herrschaften bei unserer Ankunft fast fluchtartig in eines der Häuser stürmten, sodass Gedanken in mir aufkeimten, ob anstelle der Wege die Furcht vor meinem Herrn jetzt auf die Bürger übergegangen war? Wie gut, dass ich immer besser darin werde, lautlos zu denken. Der freundliche Richter kam nämlich noch einmal zurück, um sich von meinem Herrn zu verabschieden und ihm mitzuteilen, dass er wegen einer Gefährtenschaftsfeier sehr in Eile war.


Ohne Fäden, grundgereinigt und tiefenentspannt hielt meinen Herrn daher nichts mehr in Nadira. Ein wenig außerhalb des Dorfes pfiff er schließlich mit seiner Tarnpfeife nach Carolus, der irgendwo in diesen nördlichen Wäldern gejagt hatte, aber nicht lange auf sich warten ließ, sodass wir unsere Heimreise antreten konnten. Wieder eng an den Rücken meines Herrn geschmiegt genoss ich den Rückflug mindestens genauso wie den Hinflug und freute mich an der tief unter mir vorbeiziehenden, teilweise dicht bewaldeten Landschaft und dem einen oder anderen wie Spielzeug aussehenden Dorf. Als ich dann aber den Leuchtturm am Vosk und die Dächer der Häuser von Jorts sah, konnte ich mich einfach nicht mehr bremsen und musste meiner Freude lautstark Luft machen… wobei wahrscheinlich niemand gesehen hat, wie wild ich zur Begrüßung am Winken war und gehört hat mich bestimmt auch niemand, weil Carolus es sehr eilig hatte, das Einflugloch im Tarnturm anzufliegen. 


Aber das war alles ok so, denn wir waren heil und gesund wieder zu Hause. Am großen Stadttor schien komischerweise gerade eine Art Kriegerversammlung stattzufinden… zumindest war es kein Begrüßungskomitee für meinen Herrn… der wegen seines Trainingsdefizits durch die Verletzung nun sofort die Gelegenheit nutzte, um Partner für ein zusätzliches Waffentraining zu finden, was ihm mit Lenjas Herrn und dem Brauereikrieger auch sofort gelang, während ich noch kurz am Stadttor blieb. Eigentlich erhoffte ich aus den Gesprächen vielleicht das eine oder andere darüber zu erfahren, was sich während unserer Abwesenheit möglicherweise in Jorts ereignet hatte, doch dazu kam es nicht mehr, weil plötzlich eine Art Hilferuf an meine Ohren drang, der anscheinend von der Kajira des Schmieds kam.


Und so war es auch. Die Haustür ihres Herrn ließ sich aus unerklärlichem Grund nicht mehr öffnen und durchs Fenster konnte man den Schmied drinnen auf dem Boden liegen sehen. Bei den sich nun überschlagenden Ereignissen bekam ich letztendlich nicht mehr genau heraus, was da wirklich passiert war, denn einer der Krieger stellte gerade seine Geschicklichkeit im Eintreten von Türen unter Beweis, mit dem Erfolg, dass der Schmied das Teil nun erst richtig an den Kopf bekam. Er war jedenfalls nicht bei Bewusstsein und auf seiner Stirn konnte man im Ihntakt das Wachsen einer sich von Rot ins Blaue verfärbenden Beule beobachten, während gleichzeitig ein Chaos aus hilfsbereiter Hektik entstand.

Was für ein Durcheinander! Die Schmiedekajira jammerte mittelprächtig panisch draußen herum, der Krieger schrie nach Ale und Paga, um den Schmied damit zu behandeln und andere gefielen sich als untätige Schaulustige, indem sie sich einen guten Fensterplatz sicherten, was bei diesem Trubel vielleicht gar nicht mal das Schlechteste war. Außer dem Schmied, der zwar atmete aber wie gesagt keinen Piep von sich gab, behielt einzig die Gefährtin des Sattlers die Ruhe. Um die Stirn des Ohnmächtigen zu kühlen, forderte sie einen Eimer Wasser an, den ich eilig vom Brunnen heranschaffte. Da die Schmiedekajira immer noch total geschockt herumstand, lief Shani eilig los, um eine Ärztin zu holen. Ich bekam allerdings nicht mehr heraus, ob es immer noch die grüne Herrin aus Belnend war, die sich über meinen Verbandwechsel so echauffiert hatte. Aber das war jetzt unwichtig, denn der kraftstrotzende Türeintreter übernahm erst einmal die weitere Behandlung, indem er zwei Eimer Wasser über dem bewusstlosen Schmied auskippte.


Erfolg davon war, dass das gesamte Erdgeschoss im Haus jetzt schwamm und mittendrin der Schmied, allerdings schlug dieser bei dem Ertränkungsversuch nun wenigstens seine Augen wieder auf. Leider sah er nur irgendwie so aus, als ob er gerade einer zu engen Waschmaschine nach viel zu hohem Schleudergang entstiegen war. Er schien komplett neben der Spur zu sein, denn seine Augen drehten immer wieder weg. Ich gab von mir, dass durch den heftigen Zusammenprall mit seiner Eingangstür möglicherweise einiges in seinem Kopf erschüttert worden war, das nun versuchte, sich in dem gewaltigen, äußerst farbenprächtigen Hörnchen nach draußen Luft zu machen. Auch wenn ich keine Ärztin bin, war Liegenbleiben aus meiner Sicht zumindest nicht verkehrt und Alkohol bei einer zu befürchtenden Gehirnerschütterung mit Sicherheit kein geeignetes Getränk für einen im wahrsten Sinne des Wortes angeschlagenen Herrn.

Nach diesem Hinweis tat ich so, als ob ich den Befehl des Kriegers nicht gehört hatte und holte kein Ale oder Paga, sondern stattdessen einen Becher Wasser, während er seinen Patienten zu einem Stuhl dirigierte. Ich bin mir unsicher, aber ich glaube der arme Schmied wusste immer noch nicht was geschehen war, nahm aber sehr dankbar das Wasser entgegen. Dabei schaute er mich mit einem ganz eigenartigem Blick an. Offensichtlich bemerkte er auf einmal, dass ich gar nicht seine Kajira war und nahm mir mit einem zackigen „zu Befehl“ schließlich auch das nasse Reptuch ab, um es wie von mir vorgeschlagen auf seine Beule zu drücken. Das war dann leider das Letzte was ich für ihn tun konnte, denn nun wurde ich von dem inzwischen oberwütenden Krieger heftig an meinen Haaren gepackt, zu ihm gezogen und angeschrien: „Sklavin, wenn ich dir sage, du holst Ale und Paga, dann bewegst du deinen Arsch oder ich mach dir Beine und wenn ich deine Meinung hören will, frage ich danach!“


Natürlich konnte ich jetzt nicht mehr so tun, als hätte ich in der allgemeinen Aufregung etwas akustisch nicht mitbekommen und sputete mich daher ganz gewaltig, endlich die beiden Becher mit dem gewünschten Alkohol zu holen, die ich dem wutschnaubenden Krieger eilig in die Hand drückte. Danach rutschte ich schnell mit gesenktem Kopf hinter meinem inzwischen eingetroffenen Herrn in Deckung, doch der tippte mir nur wortlos auf die Schulter und deutete nach draußen, weil er nach Hause wollte. Dort gestand ich ihm dann sogleich, dass es nicht meine Absicht gewesen war, jemanden zu verärgern oder mit meinem Verhalten sogar Schande über meine Herrin oder ihn zu bringen. Während ich meine Stirn auf die Bodenbretter in seinem Haus drückte, schilderte ich das ganze Geschehen wahrheitsgemäß und bat ihn schließlich um Verzeihung. Sie wurde mir gewährt, weil mein Herr die gute Absicht in meinem Handeln erkannt hatte… mir fiel natürlich ein riesengroßer Stein von meinem hilfsbereiten Kajiraherzen!


Sonntag, 14. September 2014

Möglichst keine Fragen stellen

Das Reisefieber hatte mich so schrecklich gepackt, dass ich vor lauter Aufregung nur ganz schlecht einschlafen konnte und prompt am nächsten Morgen fast verschlief. Zum Glück hatte mein Herr es nicht allzu eilig mit der Abreise und nutzte die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch mit dem Hauptmann, der anscheinend die Brauerei inspizierte, während ich für die Reise schnell noch ein paar Sachen zusammenpackte. Außerdem musste ich meine langen Haare noch zu einem Zopf flechten, damit sie durch den Wind nicht vollkommen zerzaust wurden. Ich durfte meinen Herrn nämlich auf Carolus nach Nadira begleiten. Er wollte dort eine Ärztin aufsuchen, um sich die Fäden seiner inzwischen sehr gut verheilten Wunde ziehen zu lassen. 

Ob die Aushilfsärztin aus Belnend nun tatsächlich das Weite gesucht und Jorts verlassen hatte, weiß ich nicht, doch das war auch egal, weil mein Herr nach der Auseinandersetzung auf eine Weiterbehandlung durch diese Grüne keinen Wert mehr legte. Von mir wollte er sich die Fäden allerdings auch nicht ziehen lassen, dabei hatte ich dies früher tatsächlich schon mal gemacht. Aber egal, ich fand vor allem toll, dass er hinterher ein Entspannungsbad in der Grotte von Nadira zu nehmen gedachte. Mit den Wünschen des Hauptmanns für einen guten Flug ging es schließlich zum Tarnturm. Ganz besonders habe ich mich übrigens über den Hinweis des Hauptmanns gefreut, mich während des Flugs ordentlich festzubinden, damit ich nicht herunterfalle… aber wahrscheinlich dachte er dabei nur an Beschädigungen, die ich bei meiner ungeplanten Landung möglicherweise anrichte.


Der Flug verlief problemlos und ich fiel selbstverständlich auch nicht vom Tarn. Er verging mir fast zu schnell, denn ich durfte mich wieder an den Rücken meines Herrn ankuscheln und meine Arme fest um ihn schlingen. Da wir uns in Nadira seit unserem ersten Besuch ja bereits ein wenig auskannten, war unser erstes Ziel erst einmal das Gasthaus. Mein Herr erhoffte dort zu erfahren, ob eine der beiden Heilerinnen vielleicht Zeit hat, während ich ihm einen Paga servieren durfte und mich mal wieder etwas ärgerte, weil er beim Servieren so hoch über mir auf einer der Bänke thronte. Meine Idee, einfach neben ihn auf die Bank zu krabbeln, war jedoch leider eine ganz doofe, denn es folgte kaum dass ich oben war ein sehr knappes und unmissverständliches „runter!“.


Nachdem sich die Gaststube ein wenig gefüllt hatte, erschien zuletzt auch eine der beiden Heilerinnen von Nadira. Leider war es nur die Mutter und offensichtlich nicht gerade erpicht darauf, meinen Herrn zu behandeln, weil sie ihrer Tochter nicht ins Handwerk pfuschen wollte. Ich hielt bei diesem Gespräch selbstverständlich meine Klappe, denn es gefiel mir natürlich nicht, sollte jemand an meinem Herrn herumpfuschen, allerdings fragte ich mich, warum er der Freien nicht erzählte, dass es sich nur um das Durchschnippeln von ein paar Fäden handelte. Vielleicht war es Gedankenübertragung, denn nach einigem Hin und Her und dem Bestellen der Grüße von Lenjas Herrn an die Tochter, erzählte mein Herr der Ärztin doch noch vom Anlass seines Besuchs und seiner inzwischen gut verheilten Verletzung.


Eine solche Kleinigkeit wurde zum Glück nicht als ins Handwerk pfuschen angesehen, denn nun ging es tatsächlich ins Heilerhaus. Selbstverständlich schaute ich der Herrin zwar möglichst unauffällig, dafür aber sehr genau auf die Finger, als sie sich an meinem Herrn zu schaffen machte, der sich inzwischen auf dem Behandlungstisch ausgestreckt hatte und wegen eines dicken, fast auf seinem Kopf liegenden Kissens kaum noch etwas sehen konnte. So routiniert und geschickt wie die Ärztin jedoch vorging, waren meine Sorgen gänzlich unbegründet und mein Herr wurde nun ganz schnell wieder fadenlos. Spannend wurde es zuletzt noch, als die Herrin ein paar Worte über die Nachbehandlung der Wunde von sich gab, denn ich befürchtete schon, mein Herr würde das geplante Bad in der Grotte erwähnen.


Aber auch diese Sorge war vollkommen überflüssig. Während mich im warmen Wasser der schönen Grotte die starken Arme meines Herrn herrlich besitzergreifend festhielten, eröffnete er mir nämlich lachend, dass er bereits in den Kasernen von Ar gelernt hatte, keine Fragen zu stellen, auf die Mann die Antwort nicht hören will. ;-)))

Samstag, 13. September 2014

Diesmal ganz ohne…

…die von Dark so sehnsüchtig erhofften, kolossal unterhaltsamen öffentlichen Streitereien vor der Vertragsunterschrift des Lederarbeiters, die seine Gefährtenschaft mit der Aushilfswirtin für ein Jahr besiegelte. Aber der Reihe nach, denn wegen kolossal… um mal bei der Formulierung von Dark zu bleiben… also wegen kolossal viel Arbeit bin ich mit meinem Tagebuch etwas in Verzug, möchte aber zumindest noch ein Erlebnis zum Dauerthema Nadu mit einer Grünkastigen erwähnen, das sich am zweiten Tag dieser Hand ereignete und natürlich die bereits erwähnte Feier zur Gefährtenschaft ohne Skandale.


Als ich vor einigen Tagen das Haus meines Herrn verließ, nachdem ich endlich mit meinen Hausarbeiten fertig war, unterhielt er sich anscheinend bereits eine ganze Weile mit mehreren Herrinnen auf dem Marktplatz, sodass ich nach einem freundlichen Gruß in die Runde der Herrinnen mich seinem Wunsch entsprechend hinter ihn mit gespreizten Schenkeln hinkniete. Die Damen störten sich offensichtlich nicht an meiner Position, denn ein um meine Hüften geschlungenes Tuch bedeckte perfekt meine Hitze, sodass daran eigentlich kein Freiefrauenauge Anstoß nehmen konnte… dachte ich jedenfalls. Falsch gedacht, denn die Ärztin aus Belnend, die ab und an in Jorts Fähre aushilfsweise praktiziert, gesellte sich kurz darauf dazu und echauffierte sich ganz gewaltig über meine Art zu knien, obwohl sie in Ausübung ihrer Kastentätigkeit mit Sicherheit oft erheblich tiefere Einblicke in die Anatomie von Sklavinnen erhält.

Selbstverständlich erkannte die Gnädigste schnell, dass sie sich an diesem Thema die Zähne ausbeißen würde, denn was konnte eine Herrin einem Mann hierzu schon entgegen setzen? Genau… nichts. Einer freien Frau bleibt in einer solchen Situation eigentlich nichts anderes übrig, als ihre Blicke woanders hinzulenken und nicht gerade auf die geöffneten Schenkel der Sklavin. Letztendlich gab ein Wort das andere, eigentlich alles nicht weiter erwähnenswert, zumal diese sich ständig wiederholende Diskussion für Herren, die ihre Kajirae auch im Beisein freier Frauen mit geöffneten Schenkeln knien lassen, eigentlich nichts Ungewöhnliches ist und daher an ihnen abprallt. Nachdem die Grüne von meinem Herrn nun allerdings erfuhr, dass ich seine Wunde neu verbunden hatte, nahm sie die zum Anlass, schnippisch von sich zu geben, dann könne ich die weitere Behandlung meines Herrn ja ebenfalls übernehmen.

Zusätzlich ließ die Empörte zur Abschreckung laut ihre Fingerknöchel knacken. Ich glaube, mit dem Knacken wollte sie meinem Herrn nach dem Motto „man sieht sich immer zweimal“ klar machen, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen ist. Sie stellte jetzt sofort klar, dass es bei diesem eigenmächtigen Handeln meines Herrn schließlich um ihren Ruf geht, weil sie von der Stadt für die ärztliche Versorgung in Jorts angestellt worden war. Aus Sicht der Ärztin hatte ich ihr mit dem Verbandwechsel ins Handwerk gepfuscht, sodass sie jegliche Gewährleistung jetzt ablehnte und sich auch nicht mehr mit meinem Herrn unterhalten wollte, sondern einfach von dannen rauschte. Vorher hatte sie noch eine Absprache mit dem Rat von Jorts angedeutet, die sie nun klären wollte. Nach kurzer Überlegung entschloss mein Herr sich daher, den ersten Händler aufzusuchen, der ja gleichzeitig Ratsmitglied ist.


Natürlich nicht wegen der Stellung meiner Knie… mit solchen Lappalien behelligt man nicht den Rat einer Stadt, sondern weil er sich einfach nicht vorstellen konnte, dass der Stadtrat einer nicht dem Heimstein von Jorts angehörenden Frau irgendein Zugeständnis gemacht hatte, das sie dazu berechtigte, sich einem Krieger gegenüber dermaßen aufzuführen. Wir trafen die Herrin übrigens beim Händler wieder, allerdings zog sie sich ins Heilerhaus zurück, um dort auf ihr Vieraugengespräch mit dem Ratsmitglied zu warten, während mein Herr das Geschehen vor der Tür des Händlers schilderte. Letztendlich stellte sich heraus, dass es keinen Ratsbeschluss gab, der die Ärztin dazu berechtigte, sich derart aufzuführen und die letzten Worte des Händlers, die Ärztin wird sich entweder beruhigen oder fort sein, wenn er mit ihr fertig ist, fand ich eigentlich ganz beruhigend, habe die Herrin seitdem aber auch nicht mehr gesehen.

Leider hatte ich die nächsten Tage wie gesagt ziemlich viel zu tun und befürchtete daher schon fast, ich würde den Tanz nicht mehr hinbekommen, den mein Herr den beiden neuen Gefährten zum Geschenk machen wollte. Es war nämlich eine uralte Tanzdarbietung, die ich für diesen Anlass überarbeiten wollte, vor allem weil bei der Feier ja auch Herrinnen anwesend sein würden. Nicht weiter verwunderlich war es daher, dass ich nervöser und nervöser wurde, je näher der Zeitpunkt der Zeremonie kam, ich aber mit der Überarbeitung leider jedoch immer noch nicht begonnen hatte. Puhh, die Zeit lief mir fast davon, aber letztendlich hatte ich eine in meinen Augen einigermaßen freiefrauentaugliche Version hinbekommen. Dummerweise hatte ich mir bis dahin noch keinerlei Gedanken über meine Tanzseiden gemacht.


Rot mussten sie natürlich sein, weil ich zurzeit ja einem Krieger gehöre. Was für ein Mist… die einzigen Seiden, die für meinen Tanz einigermaßen in Frage kamen, waren etwas ausgeblichen, sodass ihre Farbe annähernd Purpur war, weil ich sie irgendwann mal falsch gewaschen hatte. Grrr, es nützte jedoch nichts und da mein Herr meinte, dass es damit gehen würde, lief ich schließlich einigermaßen beruhigt Richtung Ratssaal, wo der Händler die Vertragszeremonie durchführen wollte. Mit Erleichterung stellte ich dort übrigens fest, dass ich nicht die einzige war, die ihre Aufregung kaum in den Griff bekam. Der Lederarbeiter machte seiner Nervosität nämlich Luft, indem er vor den großen geöffneten Türen des Saals auf und ab lief, weil seine Fastgefährtin noch nicht da war. Vielleicht befürchtete er, sie hatte es sich anders überlegt?


Hatte sie nicht, denn schließlich war sie da und er konnte seiner Angebeteten galant seinen Arm reichen, um sie in den gut gefüllten Ratssaal zu führen, wo der Händler auf das Paar wartete, während ich mich leise hinter meinen Herrn kniete… leider genau neben Dark. Warum leider, denn eigentlich mag ich Dark doch? Genau, eigentlich. In diesem Fall mochte ich sie weniger, denn ihr fiel sofort auf, dass meine Seiden nicht richtig rot waren, sodass sie sich mit ihrer spitzen Zunge einen Kommentar dazu natürlich nicht verkneifen konnte. Immerhin hielt sie ihre Klappe dann, nachdem ich ihr mein Missgeschick mit der Wäsche gestanden hatte und außerdem begann nun die Rede des Händlers, in der er ein wenig über die goreanische Familie und so dozierte, die aber weitestgehend an mir vorbeiging, da ich in Gedanken immer noch mit der Choreographie meines Tanzes beschäftigt war.

Mit den Glückwünschen meines Herrn an das frisch vergefährtete Paar, gab es engültig kein Entrinnen mehr für mich, denn sein Geschenk für die beiden war ja mein Tanz. Mist, Mist, Mist… die Priesterkönige waren mir an diesem Tag wirklich nicht allzu wohlgesonnen. Und damit mein ich jetzt nicht schon wieder die nicht ganz passende Farbe meiner Tanzseiden. Nein, kaum hatten der Lederarbeiter und seine Gefährtin den Saal verlassen, wurden sie von Shani und Felina aufgehalten, die die Geschichte der beiden im Rahmen einer wunderschön anzuschauenden Tanzdarbietung erzählten, während sie das Paar in dünne Seidenbänder einwickelten… also die gleiche Bänderidee wie ich gehabt hatten. Ich muss gestehen, ich wäre echt am liebsten im Boden versunken.

Da ich meinem Herrn natürlich keine Schande bereiten wollte, blieb mir später auf der Gasthausterrasse dann leider nichts anderes übrig, als meinen Bändertanz doch noch aufzuführen, der erstaunlicherweise wohl sogar einigermaßen gefallen hat…zumindest dem Lederarbeiter, dem Herrn von Dark und meinem Herrn sowieso. Und die anwesenden Herrinnen waren so nett so zu tun, als ob sie mehr zu meinen flatternden Bändern geschaut haben und nicht zu mir. Mir ist jedenfalls klar, dass ich noch reichlich üben sollte, um keine freien Frauen zu brüskieren, falls ich mal keinen Kokon aus bunten Seidenbändern um mich weben kann, um ihre Blicke abzulenken. Mein Sklavenfeuer hatte sich leider mal wieder verselbständigt. Zum Glück schien genau das meinem Herrn aber ganz besonders gefallen zu haben, denn er hatte es mit dem Löschen plötzlich sehr eilig.

Dienstag, 9. September 2014

Unachtsamkeit muss wehtun


Diese Worte des Vaters meines Leihherrn hatten sich nun leider bewahrheitet, denn das seltsame Benehmen vor allem eines der aus der Wüste angereisten Fremden ging am nächsten Tag weiter. Bedauerlicherweise wurde mein Herr dabei verletzt, sein Gegner aber anscheinend noch schwerer, dem wohl irgendwelche Kaillas durchgegangen waren. Ich war zwar bei der Auseinandersetzung nicht dabei und außerdem steht es mir nicht zu, über das Handeln von Freien zu urteilen, dennoch kann mir niemand meine Gedanken und ein unbeobachtetes, fassungsloses Kopfschütteln über einen solchen offensichtlich mehr als unüberlegten Angriff verbieten, der den Begleiter des Depeschenüberbringers anscheinend überkommen hatte. Dieser hitzige Oasenkrieger hatte bei der mit Stahl ausgetragenen Debatte zum Glück aber wohl komplett Lenjas Herrn übersehen, der meinem Herrn natürlich mit blitzartiger Reaktion sofort beistand, sodass der fremde Krieger schnell überwältigt, entwaffnet und inhaftiert werden konnte. 

Wenigstens waren die Abgesandten der Oase inzwischen wieder abgereist, nachdem sie mit ihrer Depesche zur Belustigung eines jortsschen Ratsmitglieds beigetragen hatten, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Übrigens wurde großzügig auf eine Bestrafung des hitzigen Kriegers verzichtet, einzig sein Schwert wurde einbehalten, mit dessen Verkauf mein Herr seinen Sparbeutel nun mit weiteren großen Münzen ordentlich füllen konnte. Bedauerlich ist nur, dass die Verletzung meines Herrn von der Ärztin genäht werden musste und nun einige Tage mit Trinken von Bazitee, Waffentrainingsverbot und Abstinenz vom Tarnreiten einhergehen wird. Die Laune meines Herrn war gestern also nicht die allerbeste. Da ich noch ein paar Hausarbeiten zu erledigen hatte, war ich nicht wirklich unglücklich, dass er sich nach draußen auf die Bank neben seiner Haustür verdrückte. Ich erhoffte mir nämlich, die frische Luft würde vielleicht etwas zum Abstinken seiner Laune beitragen. 


Während seines Auslüftens kam er wohl auf andere Gedanken und beobachtete wahrscheinlich, dass erneut Fremde das Gasthaus aufgesucht hatten, denn ich traf ihn später dort auf der Terrasse im Gespräch mit zwei Pilgern. Seine Abneigung gegen den verordneten Tee hatte sich jedoch immer noch nicht gelegt. Mit besagtem Zitat seines Vaters bestellte mein Herr aber trotzdem die Teemedizin bei mir, verzichtete allerdings auf die traditionelle Zeremonie beim Servieren. Er meinte, dass Bazitee auch ohne schon schlimm genug schmeckt und nur zusammen mit einem Paga heruntergespült werden kann. Es war wirklich hochinteressant die Mimik meines Helden beim Trinken zu beobachten, der mit griesgrämig verzogenem Gesicht zuerst den Tee betrachtete und mehr als skeptisch daran roch, ihn dann aber mit Todesverachtung in einem Zug hinunter schüttete und sofort mit einem kräftigen Schluck Paga nachspülte. Auf die Nachfrage von Lenjas Herrn zu seiner Gesundheit, konnte er danach dann aber schon wieder breit grinsen: „Dank dir ist meine Klappe noch so groß wie immer!" und über die anschließende freundliche Ermahnung seines Waffenbruders, er soll aber versuchen, möglichst nicht über sein Mundwerk zu stolpern, sogar schon wieder gutgelaunt lachen.


Schließlich setzte mein Herr seinen Rundgang fort, denn auch ein verletzter Krieger vernachlässigt seine Pflichten natürlich nicht… wobei mir natürlich gleich klar war, wohin sein Weg ihn führen würde, auf den ich ihn wie fast immer begleiten durfte. Unterwegs wurden wir allerdings noch kurz von einem störrischen Verrbock aufgehalten, der sich von meinen Versuchen, ihn Richtung Hof zurückzuscheuchen jedoch nicht sonderlich stören ließ und sich einfach weiter über die Blumen im Vorgarten des Sattlers hermachte. Da mein Herr jedoch kein Bauer sondern Krieger und vor allem ein Tarnreiter ist, durfte ich meine vergeblichen Bemühungen bald einstellen, denn obwohl ihm das Tarnfliegen noch für einige Tage verboten ist, zog es ihn natürlich in den Tarnturm, wo er sofort nach Carolus mit seiner Tarnpfeife pfiff.

Es dauerte auch nicht lange, bis Flügelschlagen zu hören war und der große Vogel neben ihm landete. Hach, wie gerne hätte ich dem Tarn so wie mein Herr sein wunderschönes rotes Gefieder gekrault, aber mir war natürlich bewusst, dass ich damit auch schnell auf der Speisekarte des großen Raubvogels landen konnte. Trotz der Zuwendungen seines Reiters schaute der Tarn erstaunlicherweise diesmal sogar kurz zu mir hinüber, was meinen Herrn auf die Idee brachte, dass ich nachschauen sollte, ob und falls ja, welche Art von Futter unten im Turm im Fass vorrätig war, weil die Tarns sich selbstverständlich überwiegend vom Jagen ernähren. Meine Ausbeute waren immerhin zwei fast noch lebendige, allerdings tote Urts, die zum Glück aber noch nicht nach Verwesung rochen.


Leider passierte mir auf dem Weg zurück nach oben jedoch ein Missgeschick, da ich die beiden Viecher an ihren kahlen Schwänzen gepackt hielt. Einer der beiden vermeintlich im Turm schlafenden Stadttarns schlief nämlich leider nicht richtig, sondern tat nur so und gelüstete genau in der Ihn nach einem Urthappen, als ich unter seiner Sitzstange vorbei lief, sodass ich meinen Herrn und Carolus mit nur noch einem Viech erreichte, was also bestenfalls als ein kleines Leckerli und Appetithäppchen anzusehen war. Erleichtert darüber, dass der Tarn es nur auf die Urt und nicht auf mich abgesehen hatte, befahl mein Herr mir nun genau, was ich mit dem Futter tun sollte. Carolus hatte mich übrigens bereits beim Näherkommen schon wieder sehr scharf beobachtet, sodass ich es jetzt mit klopfendem Herzen vorzog, mich vor dem gefährlichen Vogel nicht nur zu verbeugen, sondern lieber sogar niederzuknien, bevor ich die Urt vor ihm auf den Boden legte und mich dann wie befohlen schnell ein Stück zurückzog. 

Oh je, ich wagte vor Angst kaum noch zu atmen, als Carolus nun zwischen der Urt und mir hin und her schaute. Mir schnürte nämlich die schreckliche Befürchtung die Kehle zu, dass der Tarn meines Herrn sich für mich entscheiden könnte und nicht für das Urthäppchen, so wie der andere zuvor. Doch mein Herr trat plötzlich einen Schritt auf Carolus zu und stellte sich dadurch für den Tarn eindeutig zwischen sein Futter und mich, worauf dieser mit seinem großen Schnabel nun die Urt aufpickte und ohne zu kauen verspeiste. Na gut, Vögel kauen ja sowieso nicht. Mit kaum zu beschreibender Erleichterung hörte ich danach von meinem Herrn, dass Carolus mit dem Verspeisen der Urt nun akzeptiert hat, dass ich kein Futter für ihn bin, sondern ihm welches bringe… er wird mich also auch in Zukunft hoffentlich nicht anrühren und wenn mein Herr dabei ist sowieso nicht.


Zurück am Hafen trafen wir den mittelprächtig durch die Vorbereitungen für seine in einigen Tagen anstehende Gefährtenschaftsfeier gestressten Sattler, der einem Beruhigungspaga allerdings nicht abgeneigt war. Während mein Herr noch schnell den Wasserstand im Vosk auffüllte, schienen andere Herren den gleichen Gedanken gehabt zu haben, sodass ein kurzes Gerangel um den einzigen bequemen Stuhl vor der Taverne begann. Dank superschneller Reaktion und eines gewaltigen Hechtsprungs ging Lenjas Herr daraus als triumphierender Sieger hervor. Dem Lederarbeiter blieb daher nichts anderes übrig, als auf einem der unbequemeren Fässer Platz zu nehmen, denn der Privatstuhl des Brauereibesitzers erschien ihm zum Sitzen ungeeignet, weil ihm anscheinend das Risiko zu groß war, erneut aufstehen zu müssen, falls der Stuhlbesitzer noch auftauchen würde.

Da dies nicht der Fall war, wurde mein Herr der Nutznießer dieses Sitzmöbels mit Rückenlehne, aber ihm war ärztlicherseits ja auch Schonung verordnet worden. Da alles gut ist, was beim Gesundwerden hilft, war jetzt natürlich kein zweiter Becher Tee, sondern ein zweiter Paga angesagt, allerdings kombiniert mit Füße hochlegen auf meinen Schenkeln, sodass ich zusätzlich zur Genesung mit einer sanften Massage der Waden meines Herrn beitragen konnte. Konzentriert auf mein Tun gingen logischerweise die Männergespräche über rote Haare, die Geschicklichkeit des Ersten Schwerts beim Treiben von Viechern zurück auf den Hof, eine durch unverständliche Spaziergänge freier Frauen vor der Taverne gestörte Tiefenentspannung und das Kalanabesäufnis des Hofkriegers ein wenig an mir vorbei. 


Trotzdem bekam ich selbstverständlich mit, dass mein Herr in keine Wette einschlug, weil er aus einem mir bekannten, wundervollen Grund zurzeit so viel von seinem Sold spart, wie möglich und dass er schließlich beschloss, sein Schonen zu Hause fortzusetzen. Bei den Worten von Lenjas Herrn „Denk dran, die Ärztin hat gesagt, keine Anstrengung!“ zeigte sich übrigens erneut, wie sehr Krieger um das Wohl ihrer Waffenbrüder besorgt sind. Aber das bin ich um meinen Herrn natürlich auch und habe seine Wunde daher mit besonders sanften Händen versorgt, aber auch aufgepasst, dass er einigermaßen früh schlafen ging.

Samstag, 6. September 2014

Eine Depesche mit Ultimatum

Irgendwann muss ich schließlich doch eingeschlafen sein, allerdings wurde meine Beklommenheit auch im Schlaf nicht besser, denn ich träumte, dass ich mich mitten in einem Kriegsgeschehen mit heftigen, blutigen Kämpfen befand und verzweifelt nach meinem Herrn rief, um den ich ganz schreckliche Angst hatte. Um mich herum ließen mit lautem Getöse große Gesteinsbrocken den Boden erzittern, die von einer feindlichen Tarnstaffel auf unser Lager niedergingen, während mein Herr auf Carolus irgendwo in der Luft kämpfte und gleichzeitig die jortsschen Bodentruppen die Stadtmauer der Feinde erstürmten. Mitten in meinen Überlegungen, ob ich nicht doch einfach entgegen des Waffenverbots für Sklavinnen zusammen mit den anderen Kajirae die Katapulte bedienen sollte, um unsere Herren damit zusätzlich zu unterstützen, wachte ich dann jedoch mit wildem Herzklopfen auf.

Mit unendlicher Erleichterung stellte ich fest, dass ich nur geträumt hatte. Jorts befand sich nicht im Krieg und mein Herr war auch nicht in gefährliche, blutige Kämpfe verwickelt, stattdessen schlief er tief und fest neben mir und schnarchte so laut und herzhaft, dass ich selbst wach noch meinte, neben mir würden Felsbrocken die Matratze unter uns erzittern lassen. Lächelnd betrachtete ich meinen Besitzer einige Ehn, bevor ich mich schließlich vorsichtig aus seinen starken Armen herauswand und aufstand, um ihn ungestört ausschlafen zu lassen. An diesem Tag war er nämlich nicht wie sonst so oft zur Frühwache eingeteilt worden.

Während ich noch damit beschäftigt war, meinen Zopf zu lösen, um ausgiebig meine wild zerzausten, langen Locken so lange durchzubürsten bis sie im sanften Licht des Morgens seidig glänzten, war das Schnarchen hinter mir plötzlich vorbei und der erschrockene Ausruf meines Herrn " Oh Mist... Kajira, habe ich etwa die Frühwache verpasst?" war zu hören. Mein Anblick hatte ihn offensichtlich dazu veranlasst. Normalerweise stehe ich nämlich so gut wie nie vor ihm auf... er lässt mich immer einfach weiterschlafen, wenn er so früh aufstehen muss, weil ihm eine ausgeschlafene Kajira nun mal besser gefällt, was meiner Langschläfernatur selbstverständlich sehr entgegen kommt.

Ich muss jedoch eingestehen, der Anblick meines nackten Herrn, der jetzt auf seiner Bettkante saß, gefiel mir außerordentlich gut und noch mehr gefiel mir, ihm beim Ankleiden helfen zu dürfen, sodass ich ernsthaft darüber nachdachte, wie ich es zukünftig vielleicht hinbekomme, früher wach zu werden. Einziger Nachteil war nur, er hatte es nach meinem Geschmack viel zu eilig damit, in seine Kleidung zu kommen und mit seiner Rasur fertig zu werden, bei der ich ihm übrigens die Wasserschale reichen durfte. Ich musste mich allerdings ganz gewaltig beherrschen, bei seinen typischen Faxen nicht zu kichern, die er dabei wie alle Männer zog, denen ich schon beim Rasieren zuschauen durfte, um sich nicht zu schneiden.


Der erste Weg später nach dem Verlassen seines Hauses führte uns übrigens zu seinem neuesten Nachbarn. Nein, nicht zum Schmied nebenan, sondern schräg gegenüber zur Brauerei, die inzwischen tatsächlich umgezogen war. Leider war der nette Brauereikrieger von der Umzugsplackerei jedoch anscheinend müde geworden... oder war an seiner Müdigkeit vielleicht das eine oder andere Umzugsale Schuld? Egal, er war jedenfalls vor der Tür auf dem Stuhl eingenickt, sodass mein Herr ihn schlafen ließ und zur Gasthausterrasse hinüber ging, wo gerade drei Gäste eingetroffen waren. Sie kamen aus einer der Oasen der Tahari und hatten eine Depesche für den Rat von Jorts dabei.


Leider war nur kein Mitglied des jortsschen Rates zu sprechen und die Oasen-Abgesandten auch nicht gewillt mitzuteilen, worum es sich genauer handelte, außer dass die Depesche ein Ultimatum von 2 Hand enthielt, das mit Übergabe des Dokuments in Kraft gesetzt wurde. Nach kurzer Beratung mit zwei anderen Kriegern blieb meinem Herrn daher nichts anderes übrig, als den Oasenbewohnern im Gasthaus Zimmer anzubieten, was zu einigem Hin und Her bei den Fremden führte, die nun doch tatsächlich ernsthaft überlegten zurückzureisen. Ich glaube, erst das Erstaunen der jortsschen Rarii hinsichtlich der weiten Strecke zwischen Vosk und Tahari, veranlasste sie zum Bleiben. 

Wie gut, dass es meinen Herrn nach diesen Merkwürdigkeiten dann nach einem heimischen Paga gelüstete und er dadurch zu verhindern wusste, sich mit weiterem seltsamen Benehmen irgendwelcher Fremden auseinandersetzen zu müssen. So wie er mich bei meinem hingebungsvollen Serve seines Lieblingsgetränks anschaute, schien ihm mein Benehmen jedenfalls zu gefallen. ;-))

Freitag, 5. September 2014

Die Stätten des Staubes

Mein Herr hatte erneut den späten Wachdienst erwischt. Nachdem ich meine Hausarbeiten erledigt hatte, dauerte es also leider noch eine ganze Weile, bis ich ihn zu vorgerückter Ahn zurück erwartete. Ich verließ daher alleine sein Haus und schaute mich erst einmal auf dem Marktplatz um, wo um diese Zeit eine ganze Mengel Trubel herrschte. Mir war zwar klar, dass wahrscheinlich kaum Bedarf an meinen Diensten bestehen würde, aber vielleicht konnte ich mich ja trotzdem nützlich machen und entdeckte den netten Brauereibesitzer, der mich wie immer sehr freundlich begrüßte. Er war anscheinend dabei das Gebäude genauer zu inspizieren, in das nun demnächst seine Brauereikessel und Fässer umziehen sollen. Selbstverständlich lief ich nicht aus Neugier als Erstes zu ihm, sondern ausschließlich von Hilfsbereitschaft und Wissensdurst getrieben, um vor allem Näheres darüber zu erfahren, wann der Umzug denn nun stattfinden sollte und ihm natürlich meine Dienste anzubieten.

Während ich noch bei dem freundlichen Brauereikrieger kniete, kam ein alter Mann vorbei, den ich schon sehr lange kenne, da er vor vielen Jahren den Heimstein von Samanu mit meiner Herrin geteilt hatte. Nach einem kurzen Gruß brummte dieser fast etwas unheimlich wirkende Herr jedoch nur etwas Unverständliches und schlurfte dann auch sofort Richtung Gasthaus weiter, während ich zur anderen Seite des Marktplatzes wechselte, um die beiden dort sich unterhaltenden Krieger zu begrüßen. Ich hatte schon am Vortag bemerkt, dass einer der beiden Rarii an Krücken ging, weil er bei dem Überfall der Waldfrauen verletzt worden war und nun anscheinend sein Bein schonen musste. Seine Laune war verständlicherweise offensichtlich nicht die allerbeste, denn er gab etwas unwirsch von sich, dass er mich ja nicht mehr anfassen darf, seitdem meine Herrin mich ausgeliehen hat, sah es jedoch immerhin als erlaubt an, dass ich ihm eine Medizin gegen die Schmerzen in seinem Bein zubereitete und warf mir einen kleinen Beutel zu, in dem eine Art Tee war, den ich ihm aufbrühen sollte.

Bei meinem Weg über die Gasthausterrasse bemerkte ich aus dem Augenwinkel, dass der ehemalige Samanu-Bürger alleine an einem der Tische Platz genommen hatte und mich irgendwie beobachtete, als ich eilig in die Küche sauste, um die Medizin für den verletzten Krieger zuzubereiten. Auch auf dem Rückweg mit dem aufgekochten Gebräu in der Hand hatte ich das Gefühl, dass die Augen des Gastes mir folgten… aber da kann ich mich auch getäuscht haben. Da die beiden Krieger nun über die Vorteile sprachen, sollte das verletzte Bein nicht mehr zu retten sein, dass es am Günstigsten wäre, wenn es das mit dem Fuß wäre, an dem eh schon ein Zeh fehlt und mir den Eindruck vermittelten, dass ich nicht weiter benötigt wurde, sah ich es nun einfach als Höflichkeit an, mich bei dem Gast danach zu erkundigen, ob er einen Wunsch hatte und ich ihm vielleicht mit irgendetwas dienen kann.

Mit leerem Blick, die Lippen hart aufeinander gepresst betrachtete der Herr mich für ein paar Ihn und erkundigte sich dann, ob ich immer noch Dina genannte werde, was ich natürlich bejahte. Ich fügte allerdings erklärend noch hinzu, dass mein Herr mich meistens einfach nur Kajira nennt und bekam nun die Frage gestellt, ob meine Herrin zu den Stätten des Staubes gegangen war. Ohje, eine so erschreckende Möglichkeit hatte ich meine Herrin betreffend noch nie in Erwägung gezogen, obwohl ich weiß, dass sie damals auf Samanu bei einer Serumbehandlung fast gestorben wäre. Ich hatte sie inzwischen zwar seit ungefähr vier Hand nicht mehr gesehen, aber zum Glück gerade erst Nachricht von ihr erhalten, sodass ich mich beeilte, dem Herrn zu versichern, dass sie immer noch in Kastenangelegenheiten auf Reisen ist und sich auch immer noch guter Gesundheit erfreut, mich aber für einen Markt verliehen hat.


Danach wedelte mich der Herr dann fort, sodass ich zusah, zurück auf den Marktplatz zu kommen, der sich inzwischen weiter gefüllt hatte. Der Sattler war mit dem Bestellen von Paga, Ale und Kalana für das Fest zu seiner Gefährtenschaft in Gange und zu meiner riesigen Freude, war mein Herr zurück von seiner Wache. Wie immer wollte er noch einen letzten Rundgang machen, auf den er mich mitnehmen wollte. Vorher wurde er zusammen mit Lenjas Herrn allerdings vom Hauptmann noch für ein Sechsaugengespräch zur Seite gezogen, sodass ich noch ein paar weitere Ehn auf ihn warten musste und die Zeit damit überbrückte, den am Vortag bestellten Tiegel mit der Schleif- und Polierpaste für seine Schwertklinge abzuholen. Bis mein Herr endlich auftauchte und mir befahl ihm zu folgen, kniete ich jedoch ein wenig wie auf Kohlen… aber eine Kajira muss sich nun mal in Geduld üben können, auch wenn es manchmal schwerfällt.


Wie erwartet ging sein Rundgang wieder auf die Stadtmauer zu der Stelle neben dem großen Tor, von der man diesen herrlichen Blick über die Stadt und den Vosk Richtung Leuchtturm hat. Ich liebe diese Aussicht übrigens schon lange, nämlich seitdem meine Herrin über dem Sklavenhaus eingezogen ist, denn aus ihrem Schlafzimmerfenster hat man fast den gleichen Blick. An diesem Tag konnte ich den schönen Blick jedoch nicht so richtig genießen, weil mein Herr so schrecklich müde aussah, sogar kurz seine Augen schloss und sich schwer auf der Brüstung abstützte, sodass ich ihn besorgt fragte, ob es ihm gut geht. Lächelnd drehte er sich dann aber zu mir um und sagte, dass er nach dieser harten Wache doch wenigstens noch einmal sein Jorts sehen muss und seine Kajira. Dann entschloss er sich aber doch nach Hause zu gehen.

Mein Herr war nach dem harten Drill des Wachoffiziers sogar zu erschöpft für einen heimischen Absackerpaga, denn er entkleidete sich sofort, um ins Bett zu gehen. Er war jedoch nicht zu müde, um mich in seine starken Arme zu ziehen, damit ich mich glücklich an ihn ankuscheln und ihn wärmen konnte. Zum zweiten Mal an diesem Tag hörte ich nun allerdings erneut von den Stätten des Staubes, denn darum und um Verantwortung drehten sich die letzten gemurmelten Worte meines Herrn, bevor er einschlief, während ich mich noch lange hin und her drehte, weil mich ganz schreckliche Angst vom Einschlafen abhielt.

Donnerstag, 4. September 2014

Ein Herr mit Vogel

Da ich auf dem Hof leider niemand angetroffen hatte… ich bekam nämlich erst später mit, dass der Krieger momentan anscheinend in der Taverne wohnt… wollte ich mal wieder mein Angelglück versuchen, nachdem mein Herr zum Waffentraining aufgebrochen war. Er isst nämlich ganz gerne Fisch, zumal der auch umsonst ist und somit zur Verbesserung der finanziellen Situation in seinem Kriegerhaushalt beiträgt. An diesem Tag waren die Fische nur irgendwie zickig oder appetitlos, denn es biss einfach keiner an, obwohl ich die Angel sogar an verschiedenen Stellen ins Wasser hielt und auch immer erst einmal ein paar vertrocknete Brotstückchen ins Wasser geworfen hatte, um die Flossenviecher anzulocken. Vermutlich war ich einfach zu ungeduldig, weil ich die ganze Zeit vom zum Bach herüber schallenden Trainingslärm auf die Wiese angelockt wurde.

Ich gab meine Angelversuche schließlich auf, denn ich hoffte Dark bei den trainierenden Kriegern zu treffen, sofern ihr Herr sie diesmal mitgebracht hatte. Hatte er… ihre Ausgangssperre war tatsächlich nach ich weiß nicht wie vielen Hand endlich vorbei. Anscheinend hatte sie sich zuletzt vorbildlich benommen und erstaunlicherweise auch nichts kaputt gemacht. Kein Wunder also, dass sie richtig gut drauf war und vor Freude förmlich quietschte, als ich bei ihr auftauchte. Sie war sogar dermaßen gutgelaunt, dass sie sämtliche Zickerei vergaß…zumindest erst mal, später änderte sich das dann selbstverständlich noch…. und mich für mein tolles Aussehen lobte. Die Ketten, die meine nackten Brüste so schön betonten, gefielen ihr natürlich genauso gut wie mir.

Das Training der Krieger hatte sich irgendwann in den Wald verlagert. Trotz größter Bemühungen und körperlichem Einsatz sahen wir jedoch keine Möglichkeit, auf einen der großen Bäume zu klettern, um unseren Herren besser zuschauen zu können. Dark war einfach zu unsportlich, genauso kurz wie ich und hatte außerdem dummerweise auch noch vergessen, ihren Rucksack mit den beiden mit Wein gefüllten Bothas abzunehmen, als ich ihr mit gefalteten Händen eine Kletterhilfe anbot. Unser Versuch in den Baum hinauf zu gelangen, scheiterte daher mittelprächtig unelegant, aber zum Glück ohne irgendwelche Blessuren. Darks Idee von einem Aussichts-Baumhaus für Kajirae, auf das wir dann über eine Leiter hinaufklettern konnten, war daher eigentlich genial… nur war uns bewusst, dass wir darüber überhaupt nicht weiter nachzudenken brauchten.


Da von unseren Herren weiterhin wenig bis nichts zu sehen war und ich Dark ganz viel Neues seit unserem letzten Treffen zu berichten hatte, verdrückten wir uns Richtung Unterstadt, denn ein solcher Kajira-Informationsaustausch ist ja nicht unwichtig. Während wir schnatternderweise am Haus des sexy Lederherrn vorbeikamen… so nannte Dark den Sattler tatsächlich, sie wird nämlich immer ganz zappelig, wenn sie ihn sieht… fiel mir natürlich sofort die in der nächsten Hand anstehende Gefährtenschaftsfeier dieses Herrn ein… sofern sie denn stattfindet. Natürlich erhoffte Dark sich nun erneut wieder kolossal unterhaltsame Streitereien zwischen den beiden Fastgefährten wie damals, als der Lederarbeiter schon einmal kurz davor gewesen war, sich eine Gefährtin zu nehmen, die sich dann jedoch als ziemliches Biest und Sklavin ohne Freilassungspapiere entpuppt hatte. 

Inzwischen schwärmte Dark mit leuchtenden Augen das Blaue vom Himmel über diesen Herrn und wie phantastisch sie ihn findet Eigentlich hätte deswegen also nur das Beste für ihn und sein Gefährtenschaftsglück im Sinn hätte haben müssen, doch sie war ganz gewaltig enttäuscht darüber, dass es bislang noch überhaupt keine öffentlichen Skandale zwischen den beiden gegeben hatte und sich die Herrin zwar etwas zähneknirschend, aber dann doch an die Sitten in Jorts angepasst hatte. Naja, mal abwarten… noch ist der Gefährtenschaftsvertrag nicht unterschrieben.

Wir kamen von diesem Thema ab, als ich auf dem Marktplatz eine der beiden Kajirae des neuen Schmieds sah, dessen Entschluss sich in Jorts niederzulassen, natürlich vor allem für Darks Herrn eine sehr wichtige Information war. Da Dark und ich beide ein gewisses Faible für Herren dieser Kaste haben… ich mag einfach diese muskulösen Männerkörper mit starken Armen und breiten Schultern und Dark gefällt außerdem, dass sie meistens ein wenig nach Rauch riechen… war es nur logisch, dass unsere Füße sich wie von alleine zur Schmiede bewegten, zumal auch schon von weitem laute Schläge von Metall auf Metall zu hören waren. Die inzwischen aufgegabelte fremde Kajira eines Gastkriegers, der aus Enkara zum jortsschen Waffentraining angereist war, nahmen wir einfach mit. Natürlich hielten wir dezenten Abstand und drängten nicht aufs Grundstück, denn bereits vom Weg aus war ein perfekter Blick auf den nackten Oberkörper des Schmieds und das Spiel seiner Muskeln möglich, während er mit seinem großen Hammer eine glühende Klinge auf dem Amboss schmiedete.


Wir blieben jedoch nicht lange unbemerkt. Der Schmied schaute zwischendurch nämlich von seiner Arbeit auf und grinste uns an… also eigentlich mich, denn ich stand ja mitten im Eingang zur Terrasse der Schmiede, auch wenn Dark natürlich meinte, er hätte zu ihr hinüber geschaut, was aber eigentlich unmöglich war. Sie behauptete tatsächlich, selbst hinter einer Mauer noch attraktiver auszusehen als ich, wenn ich nackt bin. Oberhalb der Grundstücksmauer war übrigens kaum etwas von ihr zu sehen und welcher Mann betrachtet schon den Kopf einer Sklavin, wenn neben ihr eine Kajira steht, deren wohlgeformte Brüste von interessanten Ketten so schön zur Geltung gebracht werden? Aber egal, die Klügere gab nach… in diesem Fall ich, denn ich hielt meine Klappe und stellte mich lieber noch ein wenig mehr in Positur. Natürlich stellte Dark sich jetzt genau neben mich und legte sich beim Präsentieren genauso ins Zeug wie ich, als der Schmied endgültig seine Arbeit beendete und schmunzelnd auf uns zukam.

„Tal ihr Hübschen“, begrüßte er während er uns eingehend musterte, nach unseren Namen fragte und wem wir gehören, sodass wir selbstverständlich nun sofort auf die Knie sanken. Von dichtem sah er mit seinen herrlich langen Haaren übrigens noch besser aus als von weitem und ich konnte jetzt auch das Bild eines Tarns auf der Haut seiner linken Brust erkennen. Er erklärte mir jedoch, dass es ein anderer Vogel war und das Zeichen seines Hauses, dessen Oberhaupt er ist. Außerdem erfuhren wir, dass bemalte Haut in der Gegend im Norden, aus der er stammt, anscheinend Tradition ist. Dark machte sich natürlich noch besonders interessant, indem sie sich erstaunt darüber äußerte, dass dieses Bild kein Dreck sondern echt war und durfte schließlich sogar mit ihren Fingern darüber streichen, bevor sie sich vom „Herrn mit dem Vogel“ verabschiedete… so nannte sie ihn nämlich… weil sie sich um ihren Eigentümer kümmern musste, der inzwischen im Gasthaus eingetroffen war.


Tja, ich bin mir ziemlich sicher, sie wird noch ein wenig vor Neid erblassen, wenn sie erfährt, dass ich danach dem gutaussehenden Schmied helfen durfte. Wie gut, dass mein Herr nicht auch auf einem Landsitz wohnt, sondern in Jorts, also nur einen kurzen Weg nach Hause hat und nicht unbedingt darauf angewiesen ist, sein Flüssigkeitsdefizit gleich nach dem Training im Gasthaus auszugleichen, damit er auf dem weiten Heimweg nicht verdurstet. Er kam nämlich direkt zur Schmiede, um sich nach einem Termin zum Schärfen seiner Schwertklinge zu erkundigen, den er prompt erhielt. Dabei durfte ich dann den großen Schleifstein kurbeln, was mir wirklich eine große Ehre war, auch wenn ich ganz schön ins Schnaufen kam, weil mein letzter Dienst als Schmiedeaushilfskajira inzwischen ziemlich lange her ist. 


Danach ergab sich dann noch etwas ganz besonders Tolles. Mein Oberlieblingshändler und guter Freund meiner Herrin war nämlich in Jorts eingetroffen und überbrachte ein paar Nachrichten von ihr, sodass mein Herr ihn in sein Haus auf einen Paga und eine Kleinigkeit zu Essen einlud, denn es war für ihn eine gute Gelegenheit, meiner Herrin ein paar wichtige Informationen über die Stadtkette und den Beschluss des ersten Händlers dazu zu übermitteln. Von dem Gespräch ist allerdings das Meiste an mir vorbei gegangen, da ich anfangs mit der Essenszubereitung beschäftigt war und danach dann mit abwechselndem Anhimmeln der beiden Männer. Schade nur, dass mein liebster Händler dann schon wieder auf dem Sprung war und weiterreisen musste. 

Mittwoch, 3. September 2014

Ein Krieger und sein Schwert

Die lauten, allerdings nicht unwirschen Worte „Kajiraaaaa… auuuuufsteeeehen!“ veranlassten mich, erschrocken meine Augen aufzuschlagen. Ohje, mein Herr und Frühaufsteher war bereits auf den Beinen, hatte anscheinend bestens ausgeschlafen und war offensichtlich sehr gut gelaunt. Verständlicherweise brachte mich dies umgehend in die Senkrechte, um ihm danach dann wie immer zur Begrüßung seine Füße zu küssen. Hach, während meine Blicke langsam höher über seine direkt vor mir stehenden, nackten Männerbeine schweiften, deren Ende allerdings von seinem Tunikarock verdeckt waren, keimten in mir natürlich gewisse rotseidene Fantasien… aber nur so lange, bis ich ins Gesicht meines Herrn schaute. Mit warnendem Blick drängelte er nun nämlich, dass ich mir schnell etwas anzog, damit wir vor die Tür konnten. 

Genau, da war doch was gewesen! Ich sollte ihn daran erinnern, dass er mit zwei zurzeit in Jorts weilenden Herrinnen sprechen wollte, der Ärztin und der Schneiderin, und vor allem nicht vergisst, die Miete für sein Haus zu bezahlen. Während ich mir wie in letzter Zeit immer einfach nur schnell ein schmales rotes Tuch um die Hüften band, kam ich diesem Auftrag umgehend nach und wurde mit einem sehr wohlwollenden Schmunzeln meines Besitzers belohnt, bei dem mir ganz warm um mein Kajiraherz wurde. Zum Glück gelang es mir ganz gut, mir meine Gefühlsduselei nicht anmerken zu lassen, weil der erste Weg meines Herrn nun zielstrebig zur Gasthausterrasse führte, die an diesem Tag fast in weiblicher Hand war. Außer der jortsschen Baumeisterin hielten sich dort nämlich auch die beiden Herrinnen auf, die mein Herr zu sprechen wünschte und einer der Krieger. Während Baumeisterin und Schneiderin am Tisch Platz nahmen, schien die Ärztin etwas in Eile zu sein und verabschiedete sich alsbald, um den Krieger zu verarzten, der sich wohl beim gestrigen Angriff eine Verletzung zugezogen hatte. 

Selbstverständlich entgingen mir die Blicke der Baumeisterin nicht, die anscheinend meine Bedienung wünschte, doch da die Herrin meinem Besitzer gegenüber diesbezüglich keinen Wunsch äußerte, wartete ich erst einmal ab. Mir war zu diesem Zeitpunkt nämlich noch nicht klar, ob mein Herr überhaupt Platz nehmen wollte oder seinen Weg gleich fortsetzen würde, denn seine Wünsche stehen in der Hierarchie meiner Dienste natürlich an oberster Stelle. Nach dem kurz darauf jedoch folgenden, leicht pikierten Genörgel der Baumeisterin, ob ich sie verdursten lassen will, stellte mein Leihherr dann freundlich klar, dass ich seines Wissens nicht ans Gasthaus verkauft worden war, also keine Gasthauskajira bin, auch wenn ich mich dort gerne nützlich mache und befahl mir, die Wünsche der Herrin zu erfüllen. Während ich nun eilig in der Küche verschwand, nutzte er die günstige Gelegenheit, um mit der Schneiderin ein paar sein Oberteil betreffende Überlegungen zu besprechen, die er demnächst wohl in Angriff nehmen möchte, bevor wir schließlich die Terrasse wieder verließen, weil ein Krieger eigentlich immer im Dienst ist, selbst wenn er nicht zur Wache eingeteilt ist. 


Wegen des Überfalls am Vortag zog es meinen pflichtbewussten Herrn jetzt weiter Richtung Oberstadt, wo er sich von der Stadtmauer aus einen guten Überblick darüber verschaffen wollte, ob immer noch alles ruhig war. Da dies der Fall war, konnten wir den wunderschönen Blick über die Stadt und das Vosktal Richtung Leuchtturm richtig genießen. Ich bin mir nicht sicher, ob es der Vosk war oder etwas anderes, das meinen Herrn auf die tolle Idee brachte, dieser schöne Tag sei genau passend für ein Bad unter sonnigem Himmel in freier Natur. Kaum war diese Entscheidung getroffen, ging es auf kürzestem Weg in den Wald. Als wir an einer verlassenen Feuerstelle vorbeikamen, in der noch ein Rest Glut schwelte, war ich ehrlich gesagt ziemlich erleichtert, dass weit und breit keine angriffslustigen Waldfrauen oder andere Gesetzlose zu sehen waren und wir schließlich unbehelligt den Wasserfall erreichten. 

Ohja, ich kann gar nicht beschreiben, wie richtig und vor allem notwendig die sanfte äußere und innere Reinigung in dieser herrlichen Naturbadewanne am Fuße der in den See hineinstürzenden Wassermassen des Wasserfalls war. Leider hatte ich jedoch aufgrund des spontanen Einfalls natürlich keine Tücher und leider auch keine saubere und vor allem keine trockene Kleidung für meinen Herrn dabei, denn er weigerte sich strikt seinen Kilt auszuziehen. Voller Vertrauen in meinen Herrn und seinen Schutz hatte ich überhaupt nicht darüber nachgedacht, dass mitten in der Natur natürlich stets die Gefahr eines Angriffs besteht… sowohl von wilden, gefräßigen Raubtieren oder Monsterspinnen, als auch von Waldweibern, wie sich ja gerade erst am Vortag gezeigt hatte. Wegen meines ziemlich irritierten Blicks, als ich ihm beim Ausziehen helfen wollte, erklärte er mir am Ufer des Sees nun allerdings, dass ein Krieger sich in der Wildnis aus den vorgenannten Gründen selbstverständlich niemals von seinem Schwert trennt und er daher auch nicht von seinem Tunikarock. Ich gab zwar noch zu Bedenken, dass der lederbesetzte Kilt im Wasser bestimmt sehr schwer wird, sah dann aber ein, auch wenn mir dieser Umstand immer noch nicht so ganz wirklich in den Kram passte, dass mein Herr den Gürtel mit der daran befestigten Scheide zur Aufbewahrung seines Schwertes benötigte.


Bevor wir uns lachend schließlich in die herrlich klaren Fluten stürzten und ich ein wenig mein Können im Wasser demonstrierte… natürlich mit allem was so dazu gehört, wenn man zusammen mit seinem Herrn badet… versicherte ich ihm natürlich noch, dass er sich auf mich verlassen kann und ich ihn auf jeden Fall retten würde, sollte er wegen Schwertgewicht und vollgesogenem Kleidungsstück untergehen oder sich zumindest nicht so wirklich gut über Wasser halten können, denn ich tauche und schwimme ja wie ein Fisch. Ok, ich gebe zu, ich hatte mich wohl doch ganz schön verschätzt, weil ich nicht daran gedacht hatte, dass mein Sklavenfeuer beim Baden nicht erlischt. Die wunderschöne Umgebung, das klare warme Wasser, der tosende Wasserfall, der von einer sanften Strömung unter Wasser erstaunlicherweise aufschwebende Tunikarock und vor allem die Nähe dieses Mannes und seine erregenden Berührungen ließen mich alles um mich herum vergessen, sodass schließlich mein Herr es war, der mich rettete und auf seinen starken Armen aus dem Wasser trug, um mich sanft im Gras abzusetzen. 

Die Zeit war wie im Flug vergangen, denn das Zentralgestirn hatte mittlerweile schon längst seinen höchsten Stand überschritten, als wir zurück in die Unterstadt kamen. Der voll Wasser gesogene Kiltstoff meines Herrn tropfte inzwischen zwar nicht mehr, war aber immer noch klatschnass, genau wie meine Haare und das Tuch um meine Hüften, das vor allem zum Abtrocknen des Schwerts hatte herhalten müssen. Daher war es nur verständlich, dass wir zielstrebig das Haus meines Herrn ansteuerten, um möglichst schnell die nassen Sachen loszuwerden. Außerdem macht Freiluftbaden mit ausgiebiger körperlicher Betätigung ganz gewaltigen Hunger. Doch bevor ich die köstlichen Grillwürste braten konnte… ich durfte übrigens eine ganze davon vertilgen… gab es noch eine kurze Verzögerung, weil kurz vor der Haustür unser Weg den des Händlers und eines Fremden kreuzte, der sich als Schmied vorstellte. 


Anscheinend war er gerade mit dem Händler darüber einig geworden, sich in Jorts niederzulassen, denn Shani wurde losgeschickt, den Schlüssel für die Schmiede zu holen. Seine Schwertklinge demnächst in der Nachbarschaft schärfen lassen zu können, begeisterte meinen Herrn natürlich sofort, sodass er stehenblieb, um seinen neuen Nachbarn zu begrüßen, sich kurz vorzustellen und einen kurzen Plausch mit ihm zu halten. Dabei erfuhren wir, dass der Schmied aus dem Norden stammt. Er scheint ein freundlicher Mensch mit angenehmem Auftreten zu sein, denn er tat einfach so, als bemerke er den nassen Tunikarock meines Herrn gar nicht und ist offensichtlich sehr bestrebt, sich den Sitten in Jorts anzupassen. Nach dem Verabschieden hörte ich nämlich noch, dass er seine beiden Kajirae anwies, nicht mehr zu jarlen… mal sehen ob es klappt.^^