Freitag, 30. Januar 2015

Augenschaden?

Nein, sondern wohl doch nur eine Fata Morgadings… ich musste zum Glück kein Mitglied dieser mir nach einigen sehr unangenehmen Erlebnissen mehr als suspekten grünen Kaste konsultieren. Aber der Reihe nach…

Mein Schlaf in den starken Armen meines Herrn nach diesem wundervollen Abend war sehr tief und total tiefenentspannt gewesen, sodass ich gestern voller Tatendrang aufwachte. Mir gefiel zwar überhaupt nicht, dass er an diesem Tag leider mal wieder eine sehr lange und späte Wache erwischt hatte, doch damit muss ich leben. Außerdem wollte ich seine Abwesenheit für Hausputz & Co nutzen. Wichtig war mir auch die Reparatur meines roten Oberteils, das ja unter den stürmischen Händen meines Herrn etwas gelitten hatte. Ich kam mit meinen Arbeiten wirklich flott voran und zuletzt stand nur noch das Ausschütteln der zerrangelten Felle an, was ich diesmal jedoch vor der Haustür und nicht bei geöffnetem Fenster erledigen wollte. In Anbetracht der dicken Staubwolke, die beim Schütteln aufstieg, stellte sich meine Maßnahme nicht nur als erforderlich, sondern dafür nach draußen zu gehen, als sehr weise heraus, auch wenn ich wie so oft mal wieder vergessen hatte, die Tür hinter mir zu schließen.


Doch ich hatte Glück, denn eine sanfte Brise trieb den Staub relativ schnell flussabwärts davon, also nicht ins Haus und die Sicht wurde schnell wieder klar. Peinlicherweise so klar, dass ich am Voskufer nun einen vorher überhaupt nicht bemerkten fremden Herrn mit nacktem, muskulösem Oberkörper entdeckte. So wie er dort hockte, schien er im Wasser irgendetwas sehr konzentriert zu beobachten. Ohje, hatte ich ihm gerade eben womöglich mit der Staubwolke die Sicht vernebelt? Selbstverständlich entschuldigte ich mich sofort mit aller Höflichkeit, erhielt aber keine Antwort… merkwürdig. Da mein Herr ja wie gesagt Wache hatte, lief ich schnell Richtung Stadt, besann mich dann aber und sauste zurück ins Haus, um mich anzuziehen. Nackt wie ich war, hätten sich freie Frauen möglicherweise an meinem Anblick gestört. Ich wollte mich nämlich auf die Suche nach einem der Krieger machen, damit die rote Kaste wenigstens über diesen sich etwas eigenartig benehmenden, aber wahrscheinlich harmlosen Fremden informiert war.

Doch als ich schließlich erneut vor die Tür trat, war der Herr plötzlich verschwunden. Nanu, hatte mir der Staub etwa nicht nur die Sicht, sondern meinen Kopf so vernebelt, dass ich mit offenen Augen jetzt schon von gut gebauten, nackten Männeroberkörpern träumte oder litt ich womöglich unter einem Augenschaden? Nee, das konnte nicht sein, mein über den Fluss zum Leuchtturm und dann über die Stadt schweifender Blick bewies, dass ich ganz hervorragend sehen konnte… der Fremde war inzwischen wohl einfach weitergegangen. Da ich nun aber eh angezogen war, trottete ich zum Marktplatz, um mich dort etwas umzuschauen und mich vielleicht im Gasthaus nützlich zu machen. Doch ich kam nicht weit, nämlich nur bis zur Schmiede, wo ich Felis Herrn traf… eine gute Gelegenheit, mich bei ihm zu erkundigen, ob er kurz zuvor vielleicht den Fremden gesehen hatte.


Hatte er nicht, ich muss wohl wirklich geträumt haben oder einer Fata Morgana… genau, so heißt dieses Naturphänomen nämlich…. auf den Leim gegangen sein. Wobei ich bislang immer dachte, diese Spiegelungen treten eigentlich eher in der Tahari auf. Es ist zwar recht milde in Jorts, nur scheint es mir äußerst unwahrscheinlich zu sein, dass am Voskufer verschieden warme Luftschichten solche optischen Täuschungen hervorrufen können… hatte ich womöglich doch einen Augenschaden?

Wie gut, dass der nette, mit den Perlen in seinem Bart so interessant aussehende Schmied mir sehr schnell sämtliche Befürchtungen nahm und mich letztendlich davon überzeugte, dass nicht nur mit meinen Augen, sondern mit mir insgesamt alles bestens in Ordnung war. Besonders schön fand ich natürlich, dass der Herr mich trotz meiner nicht dem goreanischen Schönheitsideal entsprechenden Figur leiden mag und ihm auch mein rotseidenes Benehmen gefällt, auch wenn er von dem Angebot meines Herrn bislang noch keinen Gebrauch gemacht hat… das Gitter für den Tarnturm ist natürlich viel wichtiger als das Fellvergnügen eines Herrn!^^

Donnerstag, 29. Januar 2015

Ein toller Trainingstag

Wie immer war Mitte der Hand natürlich Waffentraining auf der großen Wiese hinter dem Hof. Wegen ein paar häuslichen Dingen, die ich noch schnell erledigen musste, kam ich jedoch erst einige Ehn nach meinem Herrn dort an. Zwei der Krieger beharkten sich bereits mit ihren Waffen und mein Herr forderte seinen Ex-Mentor bei meinem Eintreffen gerade heraus: „Ko-Ro-Baner! War die Ausbildung an deinem Heimstein zu schlecht oder bist du zu alt um zu erkennen, wenn ein Krieger mit dir trainieren will!“ Die kopfschüttelnde Antwort des so Angesprochenen besagte lediglich irgendwas von „du hast mir nie zugehört“ oder so, während er gleichzeitig sein Schwert zog und auch sofort einen fiesen Treffer landete. 

Der Hieb ließ meinen Herrn zwar zu Boden gehen, war aber offensichtlich genau das, was er an diesem Trainingstag brauchte, um seinem Gegner nun zu zeigen, wie gut die Ausbildung eines Kriegers aus Ar ist. Mein Herr war gestern übrigens richtig gut in Form. Da er in Ar selbstverständlich auch eine gute Erziehung genossen hat, bot er dem Rarius beim Stand von 3:2 schließlich sogar großzügig das Unentschieden an. Doch die Anzahl von Grasflecken reichte seinem Gegner anscheinend noch nicht, denn der erkundigte sich jetzt doch tatsächlich, ob mein Herr etwa schon müde ist. Tja, Darks Herr mag zu den kampfstärksten Rarii zählen, trotzdem hätte er sich das lieber verkneifen sollen, denn kurz darauf musste er beim 4:2 erneut ins Gras beißen, erkannte als ehrenhafter Krieger dann aber selbstverständlich an, dass mein Herr sehr gut gekämpft hatte. 

Ich muss gestehen, nachdem der Rarius das dritte Mal auf dem Boden war, wurde ich etwas unaufmerksamer, weil ich meinen Herrn bereits als sicheren Sieger sah und außerdem abgelenkt wurde. Es hatte sich nämlich die Fastgefährtin des Hauptmanns zu mir gesellt. Wobei mich nicht die Grüne ablenkte, sondern ihre ziemlich teuer aussehende Goldkette. Da ich zuvor noch nie ein solches Schmuckstück an dieser Herrin bemerkt hatte, erkundigte ich mich logischerweise, ob vielleicht etwas Besonderes los ist. Dabei dachte ich natürlich an ein Kastenjubiläum oder dass die Freie vielleicht Geburtstag hat und solche Dinge, gab mir auch reichlich Mühe, nicht allzu neugierig zu erscheinen… was ich ja aber auch nicht war, sondern nur höflich interessiert. Letztendlich erfuhr ich, die Kette war ein Geschenk vom Hauptmann und schlussfolgerte, dieser Schmuck muss bei der Herrin den Ausschlag gegeben haben, den Hauptmann als Gefährten zu nehmen und nicht den Händler. 

Doch damit lag ich falsch, ihr Zukünftiger hatte ihr die Kette erst hinterher geschenkt… quasi als Belohnung für ihre Entscheidung. Wie gut, dass die Grüne bei meinen Fragen anscheinend ihre rosarote Gefährtenschaftsbrille trug… ohne hätten meine frechen Antworten möglicherweise unangenehme Konsequenzen für mich gehabt. Naja, die Gnädigste schwebte wohl wirklich auf Wolke 127 und außerdem musste sie mit dem anderen verliebten Weib, das neuerdings ja ständig in der Nähe von Darks Herrn anzutreffen ist, noch über das Wann und Wo der gemeinsamen Vergefährtung palavern. In der nächsten Hand findet nämlich eine Sammelgefährtenschaftsveranstaltung statt, da das Balzen des Ko-Ro-Baners um diese niedrigkastige Sängerin anscheinend ebenfalls mit einem Vertrag beendet werden soll. Doch das interessierte mich ehrlich gesagt nun wirklich nicht sonderlich, auch wenn ich mit der armen Dark total mitfühlen kann. 


Meine ganze Aufmerksamkeit galt inzwischen natürlich wieder meinem Herrn, der mir mit stolz geschwellter Brust nun eröffnete, genug trainiert zu haben, weil sein Sieg über einen Mann aus Ko-Ro-Ba ein gutes Tagwerk ist. Er hatte jedoch nicht mit dem Hauptmann gerechnet, den es noch gelüstete, meinen Herrn mit dem Schwert zu verhauen und überzeugt von seinen Pfeiltreffern, wollte er ihn mit kleinen Stöckchen spicken. Pahh.… ein klarer Fall von Selbstüberschätzung. Mein Herr nahm die Herausforderung selbstverständlich an, zumal er sich davon überzeugen wollte, dass der Hauptmann den grünen Preis ihres Duells nicht nur mit Gold schmücken, sondern auch beschützen kann und besiegte ihn letztendlich knapp, war aber wohl trotzdem ganz zufrieden mit der Kampfstärke seines Hauptmanns. Aber ich sagte ja schon, mein Herr hatte einen wirklich guten Tag, was übrigens einen Hauch von Hoffnung in mir aufkeimen ließ, ob ich von seiner guten Laune vielleicht auch noch etwas abbekam? 


Doch wie sagte der Schmied später… erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Mein Herr wollte sich bei dem Metallhandwerker nämlich nach dem Stand des für den Tarnturm in Auftrag gegebenen Gitters erkundigen… nur war der Herr leider nirgends aufzutreiben. Auch der uns entgegenkommende Sattler wusste nicht, wo sein Nachbar steckte und hatte es sowieso sehr eilig, um die zweite Grüne zu finden, mit der er anscheinend zu einem Waldspaziergang verabredet war… ob mit oder ohne Übernachtung in der Waldhütte erfuhr ich leider jedoch nicht mehr. Wobei mich das Benehmen irgendwelcher freien Frauen an diesem Tag noch weniger als sonst interessierte und schon gar nicht, nachdem der Schmied meine rotseidenen Fantasien so in Wallungen gebracht hatte. Naja, besonders ein Schmied versteht natürlich eine Menge von Feuer und Hitze, selbst wenn er nicht in seiner Werkstatt, sondern zuhause ist. 

Wenn er dann auch noch sehr nett und so ein gutaussehender Mann ist, kann ein Kajiraherz wirklich etwas schneller schlagen, vor allem wenn er laut über ihr Ausleihen nachdenkt, während sie seine Blicke und zusätzlich die Hand ihres Herrn auf ihrem mittlerweile ziemlich erhitzten Sklavenkörper spürt. Aber wie bereits gesagt, ist der Schmied ja ein Herr mit strengen Prinzipien in Sachen Arbeit und Vergnügen. Er lehnte nämlich das mich betreffende Angebot meines Herrn ab, auch wenn mir seine Blicke zeigten, dass es ihm anscheinend nicht ganz leicht fiel. Mein Herr hatte sich während seines Gesprächs mit dem Schmied am Brunnen übrigens kurz den Schweiß aus dem Gesicht gewaschen. Mir war zwar klar, dass er zum Trocknen wahrscheinlich meine langen Haare nehmen würde, doch war das natürlich trotzdem eine perfekte Gelegenheit, dem Schmied ein paar Einblicke zu ermöglichen, was ihm alles entging, indem ich das um meine Hüften gebundene Tuch vorsorglich ebenfalls abnahm und meinem Herrn zusätzlich zum Abtrocknen hinhielt. 

Keine Ahnung wieso, aber irgendwie wollte es mir einfach nicht gelingen, den Stoff wieder zu verknoten. Nicht nur den Schmied, sondern auch meinen Herrn schien dieses Problem jedoch nicht weiter zu stören. Im Gegenteil, mein Herr hatte es plötzlich auf einmal sehr eilig, nach Hause zu kommen, nachdem sein Gesprächspartner die Einladung auf einen Paga in der Taverne abgelehnt hatte. 

Total ausgehungert nach einem so erfolgreichen Training, dabei jegliche Gelüste nach Paga jedoch komplett vergessend, genehmigte er sich gleich hinter seiner Haustür eine kleine Vorspeise, bevor es für den Hauptgang aber natürlich doch nach oben ging...

Dass ich jetzt neue Bänder an mein Oberteil nähen muss, weil sie der Ungeduld meines Herrn nicht standhielten, hatte ich übrigens auf der Treppe bereits vergessen!^^

Dienstag, 27. Januar 2015

Vergleichsverkostung

Beim abendlichen Rundgang meines Herrn trafen wir am Marktplatz auf den Hauptmann und den Sattler. Letzterer erwähnte gerade, wie sehr ihn die Gastfreundschaft der Nordleute auf unserer Reise in der letzten Hand erstaunt hatte. Er erzählte aber auch von der schreckliche Kälte und dem vielen Schnee dort oben im Norden, worauf sich der Hauptmann nun für die Vollständigkeit unserer Zehen interessierte, weil doch einem der jortsschen Krieger vor langem mal einer erfroren war und amputiert werden musste. Breit grinsend gab der Sattler sofort zum Besten, dass sogar ich Stiefel angehabt hatte und erzeugte damit beim Hauptmann merkwürdigerweise einen Lachanfall. Pahhh, ich fand es natürlich überhaupt nicht witzig, dass die sich über mich lustig machten, zumal es doch selbstverständlich ist, bei so frostigen Temperaturen Schuhe anzuziehen… sogar für mich, auch wenn ich am liebsten barfuß und gar nicht oder nur leicht bekleidet bin. Außerdem hatte ich doch auch früher schon Stiefel getragen… naja, tragen müssen!


Als plötzlich der Händler wie aus dem Nichts auftauchte und mit leicht gehetztem Blick und ziemlich knappem Gruß an uns vorbei Richtung Gasthaus preschte, kamen die Herren zum Glück von dem grässlichen Stiefelthema ab. Der Hauptmann vermutete nämlich, der Herr sei wegen Paga so in Eile… wobei ich gar keine Entzugserscheinungen an ihm bemerkt hatte. Aber egal, wenige Ehn später stellte sich dann tatsächlich heraus, die langen Schritte des Händlers hatten wirklich etwas mit Alkohol zu tun, allerdings nicht mit Paga, sondern mit Kalana. Seine Kajira kam nämlich zurück, um sich bei den beiden Kriegern, dem Sattler oder der Ärztin nach ihren Kalana-Vorräten zu erkundigen und möglichst welchen zu besorgen, sofern er nicht aus Jorts ist. Dieses Anliegen ließ bei mir Gedanken aufkeimen, ob der im Gasthaus vorhandene Wein dem sonst immer Paga trinkenden Händler vielleicht nicht schmeckte, dabei war er es doch gewesen, der dafür gesorgt hatte, dass nur einheimischer Kalan dort vorrätig ist. Doch diese Überlegungen behielt ich lieber für mich. 


Dem Hauptmann kamen übrigens Befürchtungen, Shanis Herr sei krank, aber die Ärztin vermutete lediglich, er suche wahrscheinlich nur eine Abwechslung zu seinem sonstigen Paga-Einerlei. Letztendlich stellte sich dann heraus, es ging tatsächlich um Vergleichssaufen. Hilfsbereit und geschäftstüchtig wie mein Herr ja immer ist, bot er dem Händler natürlich sofort eine Botha seines guten Tropfens weißen Kalana an, bis nach etlichem Hin und Her schließlich klarwurde, es durfte nur ein Kelch und auch nur roter Kalana sein. Tja, auch damit konnte mein Herr selbstverständlich dienen, zumal er mittlerweile in Anbetracht der offensichtlichen Trinkgelüste des Händlers eine Möglichkeit witterte, gemeinsam mit dem Sattler ein Geschäft zu machen, sofern er von ihm mit seinem Kalana-Rest nicht unterboten wurde. Ich fand jedenfalls, die Chancen für meinen Herrn und seine Botha mit gutem Wein aus Ar standen nicht schlecht, denn im Sattlerhaushalt gab es wohl gerade nur noch einen Kelch mit rotem Rest-Kalana.


Leider kann man von einem sonst ausschließlich Paga oder mal ein Wasser zu sich nehmenden Händler natürlich nicht erwarten, dass er allzu viel Ahnung von Kalana hat und schon gar nicht, dass er weiß, wann ein Wein zu lange der Luft ausgesetzt worden ist und sich sein ursprünglich guter Geschmack dadurch gewaltig verschlechtert hat. Aber ich weiß natürlich nicht, ob die Dauer für das Atmen auch bei goreanischen Weine wichtig ist. Obwohl 25 Kupfer natürlich nicht zu verachten sind, wäre es trotzdem vielleicht Perlen vor die Tarsk gewesen, nur für einen Kelch zur Vergleichsverkostung eines Nicht-Kalana-Trinkers eine Botha mit dem guten roten Tropfen aus Ar zu öffnen. Der Händler lehnte nämlich mit der Begründung ab, eine ganze Botha sei ihm zu teuer, er wolle nur einen Kelch davon. Meinem Herrn war es Recht, dass er sich anscheinend mit einem Kelch des abgestandenen restlichen Weins vom Sattler zufriedengab, sodass sein eigener Kalana mit zunehmendem Alter nun noch besser werden kann. ;-)

Donnerstag, 22. Januar 2015

Stiefel aus und weniger an

Da mein Herr es mag, wenn seine Kajira ausgeschlafen hat, wachte ich recht spät, aber leider alleine in diesem ohne ihn viel zu großen Bett im Gasthaus von Enkara auf. Anscheinend war er von seinem frühmorgendlichen Rundgang bereits zurück, denn ich meinte ihn unten im Gastraum zu hören. Sicher war ich mir allerdings nicht, da das laute Schnarchen des Sattlers im Nebenzimmer die Wände leicht wackeln ließ und eine eindeutige Identifizierung seiner Stimme daher nicht so ganz einfach. Nachdem ich mit meiner Morgentoilette einen Zacken zugelegt hatte, zog ich mir eilig etwas an und stopfte mir gegen meinen knurrenden Magen nebenbei schnell ein paar Kekse aus Sa-Tarna-Korn in den Mund, die ich anstelle des ekeligen und vor allem sehr matschigen Sklavenbreis für die Reise eingepackt hatte. Meine warmen Stiefel übersah ich total, was sich kurze Zeit später als nicht gerade vorteilhaft herausstellen sollte.

Mein Herr war tatsächlich unten in der Gaststube und frühstückte mit einem Stück Brot in der Hand herumfuchtelnd, während er sich mit einem leicht pikiert aussehenden Weib unterhielt, die sich später als die für die Stadtkette zuständige Sklavenhändlerin vorstellte. Das Gespräch drehte sich offenbar um die Stadtsklavin, die sich am Vorabend mit ihren weit gespreizten Schenkeln dem Sattler recht aufreizend angeboten hatte, obwohl sie angeblich noch von weißer Seide war. Allerdings wird die Kajira zurzeit wohl noch in irgendeiner Akademie ausgebildet, soll sich aber natürlich nützlich machen, wenn kein Unterricht ist. Soweit so gut, dagegen war nichts einzuwenden, nur warum man einem Mädchen keinen Gürtel verpasst, das noch keinen Sklavenwein bekommen hat, sich aber wie eine Rotseidene benimmt, war irgendwie sehr unlogisch.

Doch was soll‘s, die Sklavenhändlerin hatte anscheinend nicht vor, die weiße Seide dieser Kajira zu versteigern und nahm wohl sogar eine mögliche Schwangerschaft in Kauf… alles Dinge, die mich nichts angingen und mich eigentlich auch nicht sonderlich interessierten. Viel spannender fand ich nämlich, dass mein Herr sich nach Beendigung seines Frühstücks ein wenig in der Stadt umschauen wollte, vor allem nach einer hier wohnenden Händlerin, die von der Wirtin für den Kauf der im Besitz des Sattlers befindlichen Kostbarkeit empfohlen worden war. Zusätzlich zu den Spesen hatte der Lederarbeiter meinem Herrn für seinen Schutz während der Reise erfreulicherweise zugesagt, ihn zu zwei von zehn Teilen an dem Verkaufserlös zu beteiligen. Tja, hatte ich schon erwähnt, dass ich an diesem Morgen vergessen hatte meine Stiefel anzuziehen? Genau, ich muss jetzt leider eingestehen, wie schnell sich diese Nachlässigkeit draußen vor dem Gasthaus als Fehler herausstellte, auch wenn kneipen ja sehr gesund sein soll.

Ohne nachzudenken, war ich meinem Herrn bei seinem Aufbruch nämlich wie immer barfuß gefolgt, weil ich es bis auf ganz wenige Ausnahmen einfach nicht anders kenne. Etwas spät bemerkte ich daher nun, wie kalt es unter meinen nackten Sohlen war und schlagartig ganz besonders eisig wurde, als mein Herr stehenblieb, um sich die beeindruckenden Wehrtürme der Stadt anzuschauen. Während er die Bauten betrachtete und dabei über eine zweite Mauer innerhalb der ersten und die Uneinnehmbarkeit von Enkara fachsimpelte, blieb mir nichts anderes übrig, als möglichst unauffällig von einem Fuß auf den anderen zu trippeln, um zwischendurch zumindest eine Fußsohle nicht auf dem wirklich arg frostigen Boden zu haben. Meine Bemühungen mir nichts anmerken zu lassen, blieben jedoch nicht unbemerkt, sondern veranlassten meinen Herrn nach einem Blick auf meine Füße zu der Frage "Na, kalte Füße Kajira?".


Auch wenn ich zugeben muss, ich tat mich etwas schwer mit meiner Antwort, siegte letztendlich meine Ehrlichkeit und ich gestand ihm leicht verlegen ein, dass meine Füße tatsächlich ein bisschen kalt sind. „Ich habe keine Lust, dir am Ende noch einen oder sogar mehrere Zehen abschneiden zu müssen Kajira... lauf und zieh deine Stiefel an!“ waren eindeutige Worte, die mich wie der Blitz sofort zurück ins Gasthauszimmer laufen ließen, auch wenn ich überhaupt nicht verstehen konnte, warum mein Herr zusätzlich von sich gab, dass er es nicht leiden kann, wenn meine Füße in seinen Fellen kalt sind. Das sind die nämlich noch nie gewesen. Im Gegenteil, da glühen sie eigentlich immer… und nicht nur die!

Da auch nach meiner Rückkehr besagte Händlerin in der gesamten Stadt leider immer noch nicht aufzutreiben war, gingen wir letztendlich bestiefelt, jedoch unverrichteter Dinge zurück ins Gasthaus, was meinem Herrn wegen der schwindenden Aussicht auf zwanzig Prozent Beteiligung an einem lukrativen Verkauf logischerweise nicht wirklich gefiel. Immerhin hatte der Sattler inzwischen sein Schnarchkonzert beendet, um sich gut gelaunt und bestens ausgeschlafen ein üppiges Frühstück servieren zu lassen, sodass mein Herr mit ihm nebenbei die weitere Reiseplanung besprechen konnte. Wir waren nämlich bereits den vierten Tag unterwegs und er hatte für seinen Hauptmann im Wachbuch hinterlassen, dass er sich spätestens nach fünf Tagen melden wird.


Die Gaststube füllte sich übrigens schon wieder mit freien Frauen. Dieses Geschlecht scheint in Enkara wohl ziemlich in der Überzahl zu sein. Nachdem ich dann auch noch mitbekam, dass ein Herr sich sogar zwei Gefährtinnen gleichzeitig nimmt, kam mir logischerweise in den Sinn, dass dies vermutlich eine Folge der weiblichen Überpopulation ist. Aber darüber habe ich selbstverständlich nichts von mir gegeben. Außerdem verstehe ich das seit einiger Zeit so in Mode gekommene Gebalze um freie Weiber sowieso nicht und noch weniger, wenn es sich auch noch um Frauen niederer Kasten ohne jeglichen politischen Einfluss und ohne Vermögen handelt. Die Mittellosigkeit der beiden Fastgefährtinnen wurde nämlich schnell klar, nachdem mein Herr bei ihnen sein Händlerglück versuchte, um sich doch noch seine Anteile am Erlös der sattlerschen Kostbarkeit zu sichern.

Leider war sein Schleimen über die Freude des Gefährten über ein Geschenk seiner beiden Zukünftigen… die Freude dieses Mannes mit so gewaltiger Begierde und Manneskraft, dass er gleich zwei Frauen schützt… dieses offensichtlich so reichen Mannes, dass er zwei Weiber versorgt… dieses mit Sicherheit sehr glücklichen Mannes, der zusätzlich zu beiden Gefährtinnen-Juwelen mit diesem Geschenk seiner Auserwählten gleichzeitig noch einen dritten Edelstein bekommt… immerhin eine Kostbarkeit von solcher Reinheit, wie sie mein Herr selbst in Ar, der Mutter aller Städte noch nicht gesehen hat…… vergeblich. Auch die Sklavenhändlerin lehnte einen Kauf ab, war nicht in der Lage, ihren Gewinn beim Weiterverkauf zu erkennen, dafür aber immerhin die Besonderheit dieses teuren Stücks.


Zumindest den Sattler hatte mein Herr mit seiner pathetischen Rede beeindruckt, denn dem Herrn stand danach tatsächlich der Mund offen, auch wenn immer noch kein Verkauf in Sicht war. „Val, ich glaube in dieser Stadt werden wir deine Kostbarkeit nicht so bald oder gar nicht los. Lass uns zurück nach Jorts Fähre reisen, neue Vorräte besorgen und dann in den nächsten Tagen weiter, vielleicht nach Süden…“ war ein Vorschlag, auf den der Lederarbeiter sofort einschlug und Ravi und mich unser Gepäck eilig aus den Zimmern holen ließ. 

Hach, von der Aussicht beflügelt, nach einer so langen Zeit endlich wieder nach Hause, ins grüne, herrlich milde Jorts ohne Schnee und Kälte zu kommen… vor allem aber endlich die Stiefel aus- und wieder viel weniger anzuziehen, war ich so schnell mit Packen fertig wie schon lange nicht mehr… aber die Stiefel hatte ich ja auch schon an. :-)))

Mittwoch, 21. Januar 2015

Immer noch kalt

Während ich den Alkoven noch wieder herrichtete und unser Gepäck verstaute, ging mein Herr nach draußen, um sich um das Futter für seinen Tarn zu kümmern. Ich gestehe, dass ich bei meinen Arbeiten ein wenig getrödelt habe, denn ich hatte es nicht gerade wahnsinnig eilig, zurück in die Kälte von Helmutsport zu kommen, auch wenn ich dadurch die erste Fischmahlzeit von Carolus beinahe verpasst hätte. Da der Tarn in dieser kalten, schneebedeckten Gegend vermutlich nicht genug Beutetiere findet, um satt zu werden, hatte der freundliche Dorfjarl sein Versprechen wahr gemacht und tatsächlich eine große Kiste mit Fischen angeliefert, über die sich der anscheinend sehr hungrige Tarn meines Herrn nun hermachte. Als ich vor die Tür der Hall trat, schauten der Dorfjarl und ein weiterer Bewohner jedenfalls fasziniert zu dem großen Vogel, der mit seinem roten Gefieder einen wunderschönen Kontrast zu der weißen Landschaft bildete.


Die bei unserer Ankunft bereits kennengelernte Gastfreundschaft setzte sich an diesem Tag mit einem leckeren Braten fort, zu dem der Dorfjarl meinen Herrn und den Lederarbeiter in die warme Hall einlud, nachdem Carolus seine großen Schwingen ausgebreitet hatte und davon geflogen war. Zurück in dem großen Raum bemerkte ich dann erschrocken, dass ich zuvor anscheinend an zwei Freien vorbeigelaufen war, die ich hinter den langen Tischen und den vielen dicken Fellen gar nicht bemerkt und vor allem auch nicht gehört hatte, da es bei diesen Nordleuten üblich zu sein scheint, zwischen einer sehr langen Flut von Worten eine noch viel längere Denkpause einzulegen. Zum Glück äußerte die Herrin aber nur ganz kurz ihren Unmut über meinen Fehler und zeigte dann auf die Küchentür, damit ich das warmgestellte Essen für meinen Herrn und den Lederarbeiter holen konnte. 

Während ich mich um die Versorgung mit Essen kümmerte, was logischerweise etwas mehr Zeit beanspruchte, da ich mich in diesem großen Gebäude und der Küche nicht auskannte, nutzte der Sattler die Anwesenheit des ortsansässigen Händlers, um sich wegen einiger Lederbeschaffungen schlau zu machen. Obwohl der Dorfjarl am Vortag ja bereits sein Desinteresse am Ankauf von gewissen Dingen kundgetan hatte, fragte mein Herr lieber zusätzlich noch nach den Möglichkeiten des Händlers, erhielt aber wie zu erwarten auch von diesem Herrn eine ablehnende Auskunft. Übrigens nicht nur ich, sondern auch der Lederarbeiter fand es lustig, dass mein Herr ihn wegen eines weiteren Tagessatzes ansprach, worauf dann prompt die Münzen den Besitzer wechselten. „Lucius, hast du Angst, du bekommst dein Geld nicht?" war die amüsierte Frage des Sattlers, während er meinem Herrn die Münzen zuschob. Doch dieser verneinte lachend, da er lediglich Angst hatte zu vergessen, wie viele Tagessätze zu je 5 Kupfer ihm nach der Reise zustehen. Pahh… dafür hat er doch mich, seine Erinnerungskajira!


Da mittlerweile sogar drinnen in dem großen Haus zu hören war, dass draußen anscheinend ein Sturm aufzog, entschieden sich die beiden zur Weiterreise nach Enkara. Als mein Herr nun erwähnte, so gut wie alles liegt von diesem kalten Dorf aus gesehen südlich, keimte natürlich sofort leise Hoffnung auf Wärme und weniger Kleidung in mir auf. Doch dieser Wunsch sollte noch nicht so ganz bald in Erfüllung gehen, denn auch in Enkara, dem nächsten Ziel der Reise, lag Schnee. Allerdings hatte wohl schon leichtes Tauwetter eingesetzt… zwischen den weißen Flächen kam an einigen Stellen nämlich der Boden schon wieder zum Vorschein. Der Lederarbeiter wurde dort übrigens von zwei Herrinnen überaus herzlich empfangen, die er wohl bei seinem letzten Besuch bereits kennengelernt hatte. Eine der beiden war die Wirtin des Gasthauses, was in Sachen Paga natürlich sehr praktisch war. Wobei sich mein Herr nach den Erfahrungen in Nadira natürlich als erstes nach dem Preis erkundigte. 


Ich bin mir nicht sicher, ob es an meinem Herrn und dem Lederarbeiter lag oder ob die Gasthauswirtin in Enkara immer so tüdelig ist, denn sie bekam ständig etwas durcheinander…verwechselte Tarskbits mit Kupfer, die weiße Seide einer Stadtkajira mit roter und mit den Zimmerschlüsseln tat sie sich auch irgendwie schwer. Doch das waren alles Dinge, die von der großzügigen Zimmereinrichtung und vor allem der herrlich weichen Matratze sofort verdrängt wurden, auf der ich in dieser Nacht eng an meinen Herrn geschmiegt schlafen durfte, sodass mir überhaupt nicht mehr kalt war! ;-))

Dienstag, 20. Januar 2015

Im kalten Norden

Komischerweise wurde ich wach und mein Herr und Frühaufsteher schnarchte noch… normalerweise ist das sonst eigentlich eher umgekehrt, wobei ich natürlich nicht schnarche. Aber nicht nur sein langes Schlafen war anders als sonst. Ich musste mich tatsächlich erst einmal kurz orientieren, bevor mir einfiel, dass wir nicht zuhause in Jorts, sondern in der Herberge von Nadira übernachtet hatten, weil wir zurzeit mit dem Sattler auf Reisen sind. Das erklärte wahrscheinlich auch meinen leichten Schlaf. Außerdem hörte ich Stimmen, die mich nun veranlassten, neugierig den dünnen Vorhang vor dem Zimmer zur Seite zu schieben. 

Ravina und ihr Herr diskutierten… naja, eigentlich war es Ravi, die darüber zu diskutieren versuchte, wie viel Haut sie an diesem Tag bedecken durfte. Komischerweise scheint ihr Wärmebedürfnis ein anderes zu sein, als das ihr von ihrem Herrn zugestandene, das sich durch meinen nackten Anblick für Ravis Bekleidungswünsche nicht wirklich zum Vorteil änderte. Nachdem dann geklärt war, dass ich am Vortag weder Komisches gegessen hatte, noch von irgendwelchen Düften aus der Badegrotte warm gehalten wurde, sondern bei solch milden Temperaturen trotz knapper bis gar keiner Kleidung nun mal nicht friere, drängte der Sattler zum Aufbruch ins Dorf. Er hoffte, an diesem Tag vielleicht einen bestimmten Händler zu treffen. Übrigens war mein Herr inzwischen ebenfalls wach geworden. Zum Glück war daran aber nicht mein Getratsche mit Ravi Schuld, denn außer vorbeimarschierenden Kohorten weckt einen schlafenden Krieger so schnell nichts… behauptet er jedenfalls breit grinsend.

Leider war Nadir jedoch noch ausgestorbener als am Abend zuvor und besagter Händler immer noch nicht anwesend, sodass der Sattler sich nach einer kurzen Beratung mit meinem Herrn zur Abreise entschloss, zumal die Getränkepreise dort auf Dauer einfach zu teuer sind. Während er die Münzen für die Übernachtung im Gasthaus deponierte, Zeche prellen kommt für einen ehrbaren Handwerker selbstverständlich nicht in Frage, holten Ravi und ich aus der Herberge schnell das Gepäck. Ein Stückchen außerhalb des Dorfes pfiff mein Herr mit seiner Tarnpfeife Carolus herbei, sodass wir nun zu einem kompakten Kajirapaket verschnürt wurden und nachdem der Sattler hinter ihm aufgestiegen war ließ mein Herr den großen Vogel dann aufsteigen und lenkte ihn unserem nächsten Reiseziel entgegen… an den Rand des Torvaldslandes nach Helmutsport.


Puhhh… ich will wieder nach Hause in das milde Klima von Jorts, war mein erster Gedanke nachdem ich vom Tarn herunter war, denn es war lausig kalt. Während des Flugs eng neben Ravina auf dem Tarn verzurrt, hatte ich die eisigen Temperaturen gar nicht bemerkt. Doch nach unserer Landung in dieser zwar schönen, leider jedoch schneebedeckten Landschaft, konnte ich mein lautes Zähneklappern einfach nicht verhindern, sodass mein Herr mit grinsendem Blick auf meine nackte Haut fragte, ob ich jetzt vielleicht doch etwas Wärmeres anziehen möchte. Mehr als ein undeutliches „Jahahaaa… bibibitte mm… mmein Heheherrrrrr!“ brachte ich dann vor Kälte zitternd auch nicht mehr zustande, weil ich bereits im Gepäck nach den warmen Sachen kramte. Ich fand es übrigens lustig, dass mein Herr mir doch tatsächlich zugetraut hatte, nicht an meine Stiefel gedacht zu haben. Auch wenn er inzwischen weiß, wie gerne ich barfuß bin, scheint er mich so ganz wohl doch nicht zu kennen.


Mein einziger Trost bei dem ganzen Klamottengetüdel war übrigens… nein, nicht dass ich nicht mehr fror, sondern dass mein Herr sich gedanklich anscheinend bereits mit dem Auspacken befasste. Doch das musste leider noch warten, denn nun galt es erst einmal zu erkunden, ob in dieser Schneelandschaft jemand wohnte oder ob die Hütten lediglich Sommerhäuser und in dieser kalten Jahreszeit verlassen waren. Erstaunlicherweise trafen wir aber tatsächlich auf Menschen, sogar sehr freundliche, die meinen Herrn und den Sattler einluden, an ihrem Tisch Platz zu nehmen und ein Horn Met mit ihnen zu trinken, das süße Getränk der Nordleute, das aber warm machen soll… mal sehen, wie es meinem Herrn am nächsten Morgen geht. Gastfreundschaft hin oder her, mit mir als erprobte Heizung braucht er dieses Zeugs eigentlich nicht zu trinken, von dem mir der Krieger von der jortsschen Brauerei schon wahre Schauergeschichten erzählt hat.

Leider war Helmutsport anscheinend erst kürzlich nur knapp einer Katastrophe entgangen und der Dorfjarl erzählte, diese Fastkatastrophe hatte zur Folge gehabt, dass die Tiere tief in den nördlichen Wald geflüchtet sind. Mist, mein Herr sorgte sich jetzt natürlich um die Nahrungsversorgung seines Tarns, der nach dem langen Flug auf Beutezug war. Tja, und um die Beschaffung besonderer Lederarten, die es in Jorts und Umgebung nicht gibt, stand es für den Sattler leider auch schlecht. Ravis Herr hielt sich beim Met trinken nach Meinung meines Herrn übrigens ziemlich wacker. Wobei er ja auch mit Paga nachspülen konnte, der ihm von der Dorfbond aufgrund eines Missverständnisses zusätzlich serviert worden war. Über die Wirkung dieser Kombination zu spekulieren, wage ich jedenfalls nicht, zumal der Herr doch sowieso schon nicht so glücklich über die Flughöhe eines Tarns ist. Hauptsache er kotzt meinem Herrn nicht über die Schulter!


Während ich mich mit verhaltener Hingabe dem Wärmen der rechten Hand meines Herrn widmete, denn es saß ja eine freie Frau mit am Tisch, gingen mir logischerweise jede Menge rotseidene Phantasien durch den Kopf, sodass ich ziemlich froh war, als die Versorgungsfrage seines Tarns geklärt war und mein Herr sich bei dem netten Dorfjarl nach einer Übernachtungsmöglichkeit mit warmen Fellen an einem Feuer erkundigte. Bei der uns entgegengebrachten Gastfreundlichkeit dieses offensichtlich nicht gerade im Überfluss lebenden Dorfes, war es selbstverständlich nicht in seinem Sinne, dass Carolus über einen der letzten Bosk herfällt… mögen es die Priesterkönige verhindern. Ach nee, im Norden ist Odin ja dafür zuständig!

Montag, 19. Januar 2015

Begleitschutz für den Sattler

An diesem Tag sollte es mal wieder auf eine Reise gehen. Mein Herr hatte dem Sattler nämlich wegen einer Beschaffung seinen kriegerischen Begleitschutz zugesagt. Natürlich ging es um Leder, allerdings auch noch um etwas ganz anderes, worüber ich jedoch Stillschweigen bewahren muss. Während ich für diese Unternehmung logischerweise eine ganze Weile damit beschäftigt war, diverse Dinge einzupacken, verließ mein Herr sein Haus, um den Schmied aufzusuchen. Ich vermute, nach dem einen oder anderen zusätzlichen Bogentraining… wobei ich nur bei einem mit dem Hauptmann in der letzten Hand zuschauen konnte… wollte er sich jetzt vor allem erkundigen, ob sein neues Schwert vielleicht schon fertig ist, um die Reise nicht mit dem Ersatzschwert antreten zu müssen. 


Wegen der neuen Waffe hatte es vor einigen Tagen übrigens eine Auseinandersetzung mit einem jortsschen Krieger gegeben, der dabei Bekanntschaft mit dem Ersatzstahl meines Herrn und dem Pflaster des Marktplatzes gemacht hatte. Mein Herr war zwar als Sieger hervorgegangen, war vom Hauptmann jedoch mit einem Schlag ins Gesicht belohnt worden, während der andere sich wohl kurz von einer der Grünen behandeln lassen musste. Anscheinend war dieser Rarius über einen Hauptmannsbeschluss nicht in Kenntnis gesetzt worden und glaubte, mein Herr könne den Preis für das neue Schwert nicht bezahlen, was selbstverständlich kompletter Unsinn ist. Keine Ahnung warum, jedenfalls behandelte dieser Krieger meinen Herrn wie einen Bettler und warf ihm zweieinhalb Silber vor die Füße. Wie gut, dass der Hauptmann sofort eingegriffen und den Streit geschlichtet hat.

Nachdem ich endlich sämtliches Reisegepäck und ausreichend Proviant zu einem kompakten Bündel verschnürt hatte, das ich einigermaßen gut schultern konnte, lief ich natürlich ebenfalls Richtung Stadt, um nach meinem Herrn Ausschau zu halten. Ich musste auch gar nicht weit laufen, denn ich traf ihn vor der Schmiedewerkstatt, wo ihm der Schmied gerade die hochwertige Qualität seines neuen Schwerts auf eine sehr beeindruckende und überzeugende Art demonstriert hatte. Mein Herr war jedenfalls hin und weg über diese ausgezeichnete Waffe, denn er klopfte sich bei meinem Eintreffen gerade mit der linken Faust an die Brust, bevor er sein neues Schwert an seinem Gürtel befestigte, die Hand dann in einer Geste der Ehrerbietung gen Schmied erhob und begeistert ausrief: "Myrkur, Meisterschmied von Jorts Fähre!"


Nachdem ich leider einen Hinterkopfditscher wegen Plappern von meinem Herrn kassiert hatte… manchmal klappt es einfach immer noch nicht so richtig mit meinem losen Mundwerk… die Bezahlung des neuen Schwerts geklärt, ein weiterer Auftrag der Kriegerkaste mit dem Metallhandwerker besprochen und mein Herr ihm erzählt hatte, dass er nicht auf Ravi und mich aufpassen muss, weil wir wegen standesgemäß und so selbstverständlich auf die Reise mitgenommen werden, zog es ihn dann nach Hause. Dort erfuhr ich noch ein paar interessante Details über die Fertigung dieses Schwerts nach einer sehr speziellen Rezeptur des jortsschen Schmieds, sodass ich nun glaube, mein Herr besitzt die beste Klinge von ganz Jorts. Wobei mich seine Worte „die beste Klinge macht noch keinen besseren Kämpfer“ sogleich wieder zurück in die Realität herunterholten. 


Natürlich wollte mein Herr auch die Reiseausrüstung noch kurz kontrollieren… ob ich an Extrapfeile, Bogensehnen, alles zur Waffenpflege, Kleidung für alle Wetterlagen, Seile, Tarngeschirr-Ersatzriemen und, und, und gedacht hatte. Das Proviantpaket interessierte ihn allerdings nicht so wirklich, dafür aber ob die große der beiden Bothas mit Paga gefüllt war. Tja, leider befand sich sein Lieblingsgetränk jedoch in der kleinen und in der anderen Wasser… eine Entscheidung, die mein Herr nach ein wenig Gebrumme letztendlich aber doch akzeptierte. Außerdem war inzwischen der Lederarbeiter eingetroffen, sodass es nach einer kurzen Besprechung der Route und über Brotmesser in Schwertgröße… ein solches Teil hin nämlich am Gürtel des Sattlers… zum Tarnturm ging, wo wir mit dem ganzen Gepäck nach oben zur Plattform stiegen, während mein Herr noch schnell im Wachbuch eine kurze Eintragung machte. 


Der Flug zu unserem ersten Ziel Nadira, verlief ohne Zwischenfälle und ab dem Voskdelta ging es entlang der Thassa sogar mit leichtem Rückenwind nach Norden weiter. Wobei ich verschnürt vor meinem Herrn, quer auf dem Tarn liegend, davon nichts mitbekommen habe. Den guten Platz hinter ihm hatte nämlich der Sattler erhalten, der es übrigens nicht so mit der Höhe hat, wie er nach unserer Landung eingestand. 

An Nadira, dieses ziemlich verschlafene, kleine Dorf, seine freundlichen Bewohner und vor allem die wunderschöne Badegrotte habe ich recht angenehme Erinnerungen… vor allem natürlich an die Grotte… denn ich durfte meinen Herrn schon zweimal dorthin begleiten. Das erste Mal vor fast zwei Märkten in Sachen Zielgebiet und später erneut, als er wegen seiner Verletzung dort eine Grüne aufsuchen wollte. 

An diesem Tag dauerte es allerdings ein Weilchen, bis einer der Bewohner mit seiner Kajira das Gasthaus betrat. Und es war auch nicht wie damals das Dorfoberhaupt, sondern diesmal der ortsansässige Schmied, von dem mein Herr und der Lederarbeiter dann jedoch sehr freundlich begrüßt und letztendlich an den Nebentisch zu einem Paga in gemütlicher Runde eingeladen wurden… was mein Herr übrigens wörtlich nahm, denn er legte seine Füße auf den Tisch. 


Der Paga in Nadira kostet übrigens das Zehnfache des jortsschen und hatte meinen Herrn nach Musterung der Preistafel zu dem entsetzten Ausruf veranlasst „Bei den Priesterkönigen! Kajira, hier trink ich nichts!“ Sogar Wasser kostete ein Kupfer. Wobei sich die Frage des Umrechnungskurses dann letztendlich nicht mehr abschließend klärte, was mit der netten Einladung aber auch egal war. Mal sehen, ob der Schmied tatsächlich für eine Pagarevanche mal nach Jorts Fähre kommt. 


Ich glaube jedenfalls, dass der Sattler fürs Erste ganz angetan war von dem, was er in Erfahrung gebracht hatte und von der rothaarigen Schmiedekajira wohl auch. Während mein Herr zu vorgerückter Ahn Richtung Badegrotte strebte, was mein Kajiraherz vor Freude natürlich sofort schneller schlagen ließ, hörte ich nämlich noch, wie der Lederarbeiter der Sklavin die Frage stellte, ob sie im Preis mit drin ist… ihre Antwort jedoch leider nicht mehr.

Donnerstag, 15. Januar 2015

Erleichterung

Die Abwesenheiten meines Herrn in den letzten beiden Tagen hatte ich unter anderem auch dafür genutzt, um aus einem Stückchen roten Stoff, den ich zufälligerweise am Ufer des Vosk aus dem Wasser gezogen hatte, etwas Neues für mich zu nähen. Das Stofffischen hat eigentlich schon immer zu einer meiner Stärken gehört, über die sich auch meine ehemalige Herrin oft gewundert hat. Wobei ich es ja sowieso sehr mit Wasser habe, perfekt schwimmen kann und auch beim Angeln nach Fischen nicht ganz ungeschickt bin. Seitdem ich jedoch nicht mehr für den einen oder anderen Fummel die Unterröcke meiner ehemaligen Herrin verarbeiten kann und abgeschnittene kratzige Kriegerärmel nicht als hübsches Kleidungsstück für eine Kriegerkajira so wirklich viel hergeben, weiß ich die zum Fluss gelegene, fantastische Lage des Hauses meines Herrn wirklich zu schätzen. 

Erstaunlicherweise schien er auch dieses neue Kleidungsstück an mir zu bemerken, denn für einen Mann hat er dafür eine wirklich enorme Beobachtungsgabe. „Ohja, so kannst du vor die Tür gehen Kajia“, war sein mit meiner neuen Errungenschaft offensichtlich zufriedener Kommentar nach genauer Musterung, bevor er leider auch schon seine Waffen anlegte. Erleichtert über sein Urteil wie ich war hätte ich mich zwar lieber noch ein wenig vor ihm hin und her gedreht, doch es war jetzt Zeit für das Waffentraining, an dem er endlich mal wieder teilnehmen wollte, nachdem er so lange hatte pausieren müssen. Schade nur, dass Dark schon wieder nicht mit ihrem Herrn mitgekommen war, der bei unserem Eintreffen an der Trainingswiese bereits von dem Hauptmann gescheucht wurde und dabei tatsächlich so alt aussah, wie er immer tut. Naja, der Hauptmann hatte in den letzten Hand auch jede Menge zusätzliche Trainings absolviert, um meinen Herrn im Duell um diese Grüne zu besiegen.

Ich hatte Glück, dass Hadi diesmal die Erlaubnis zum Zuschauen von ihrem Herrn bekommen hatte und konnte daher ein wenig dem Kajiratratsch mit ihr frönen, während ich meinen Herrn selbstverständlich nicht aus den Augen ließ, der von Hadis Eigentümer leider ganz schön traktiert wurde. Sein Trainingsdefizit machte sich anscheinend doch ganz schön bemerkbar. Trotzdem war er für mich natürlich der tollste Mann weit und breit. Schließlich traf übrigens noch eine weitere Zuschauerin ein, leider allerdings immer noch nicht Dark, sondern die Sängerin, die auf mich erneut den Eindruck erweckte, als ob sie nur wegen Darks Herrn dort war. Ihre Augen klebten nämlich ständig an ihm und die ihrer Kajira anscheinend auch. An den Gerüchten über die beiden Freien muss also wohl tatsächlich etwas dran sein. Doch das Gebalze von Darks Herrn, der übrigens wieder sehr nett zu mir war, geht mich selbstverständlich nichts an, auch wenn ich mit Dark wirklich mitfühlen kann.


Da die Spannungen zwischen meinem Herrn und seinem ehemaligen Mentor immer noch nicht wirklich beigelegt sind, war ich eigentlich ganz froh, dass sich der alte Mann wenigstens dazu herabließ eine Minirunde mit ihm zu trainieren… natürlich nicht ohne hinterher entsprechende Kritik über das Trainingsdefizit meines Herrn loszulassen. Aber egal, ich glaube sowas lässt er inzwischen einfach von sich abprallen. Nach der Verletzungspause war er wohl vor allem erleichtert, sich ohne Schmerzen wieder bewegen zu können. Trotzdem war ich richtig froh, dass er es auch nicht gleich übertreiben wollte und sich daher alsbald für einen Paga auf die Gasthausterrasse zurückzog. Da die anderen Gäste dort erst etliche Ehn später eintrafen, nutzte er die Gelegenheit, sich über meine Dienste beim Schmied am Vortag zu informieren. Schade war nur, dass ich nichts über den Werdegang seines neuen Schwertes herausbekommen habe… irgendwie hatte ich total vergessen danach zu fragen.


Naja, die Kennzeichnung von Felis Po mit dem Zeichen ihres Herrn hatte mich auch ganz schön beschäftigt und tat es noch. Vor allem die Begründung des Schmieds hatte mich wegen der Blume auf meiner rechten Schulter ziemlich ins Grübeln gebracht. Ich befürchtete nämlich, dass ich meinem Herrn vielleicht gar nicht so richtig gefalle, zumal ich figurmäßig ja auch nicht mit den üppig gebauten Matronen mithalten kann, die so wunderbar dem goreanischen Schönheitsideal entsprechen. Später zuhause nutzte ich dann auch gleich die Gelegenheit, als wir über zusätzliche Bogentrainings mit mir als Zielkajira sprachen. Ich kann gar nicht sagen, wie erleichtert ich war, als mein Herr mir erst über meinen Bauch, dann über meine Hüften und zuletzt über meine Brüste strich und dabei zufrieden schmunzelnd von sich gab: „Also ich finde es hier und hier und hier genau richtig, meine Scharlachrote“.

Leider meinte er jedoch breit grinsend dann, dass ich mit größeren Brüsten noch etwas an Wert gewinnen und sich daher eine Essensumstellung vielleicht bezahlt machen würde. Ohje, ich hasse den ekeligen Sklavenbrei wirklich, aber wenn er verhindert, dass ich zwar nicht dicker, aber auch nicht verkauft werde, dann quäl ich mir den lieber weiter hinunter…zumindest gerade so viel, um nicht dünner zu werden. Doch zum Glück beabsichtigt mein Herr überhaupt nicht mich zu verkaufen, zumindest nicht solange er nicht alles verloren hat, was er sonst noch besitzt. Und er würde mich sogar in einem Duell verteidigen, falls ihn jemand herausfordern würde, denn ich bin es natürlich nicht wert, eine solche Herausforderung abzulehnen… das wäre nämlich unehrenhaft.


Puhh, danach war ich so erleichtert, dass ich mich nun endlich zu fragen traute, ob ihn die Blume auf meiner Schulter stört, weil sie ja von meinem ersten Herrn ist. Doch er sagte dazu nur, dass ich sie schon getragen habe, als er mich das erste Mal sah und er sie außerdem ganz ansehnlich findet. Hätte ihn dieses Mal gestört, hätte er es in den Verhandlungen mit meiner ehemaligen Herrin erwähnt. Eigenartigerweise wollte er nun jedoch wissen, ob ich auf die Kajira des Schmieds neidisch bin, weil sie ein Zeichen ihres Herrn trägt und ich keines von meinem. Darüber hatte ich eigentlich noch gar nicht nachgedacht und wollte es auch nicht, gab aber letztendlich von mir, es nicht zu sein, während ich sehr sanft über meinen Kragen strich. „Kajira, du trägst etwas, das von mir kommt... etwas, das du immer spüren kannst und das du genauso wenig los wirst, wie die Blume auf deiner Schulter.“ :-)))))

Mittwoch, 14. Januar 2015

Kajirafunk

Nachdem mein Herr so überraschend zu einer unerwarteten und leider ziemlich anstrengenden Nachtwache eingeteilt worden war, verspürte er am nächsten Tag logischerweise keinerlei Lust vor die Tür zu gehen. Klar, Schlaf ist natürlich wichtig und musste auch unbedingt nachgeholt werden, nur tat ich mich nach dieser Information schwer damit, sein Haus mal wieder alleine zu verlassen. Viel lieber hätte ich eigentlich ebenfalls einem ausgiebigen Schönheitsschlaf gefrönt. Doch wünsch dir was gibt es für eine Kajira natürlich nicht. Außerdem hatte ich dem netten Schmied immer noch nicht das kleine Geschenk meines Herrn für die Polierpaste überbracht, die er ihm in seiner freundlichen Art nicht berechnet hatte. Außerdem wollte ich vielleicht noch ein wenig den Kajirafunk abhören.

Nachdem von meinem Herrn leises Schnarchen zu hören war, schnappte ich mir ein ziemlich großes Rep-Tuch, mit dem ich zum Larmabaum in seinem Garten lief. Das Geschenk sollte nämlich aus einigen saftigen Larmas bestehen, die ich nun frisch vom Baum pflückte und in dem Tuch zu einem kleinen Bündel verknotete. Vielleicht hatte ich an diesem Tag ja Glück und traf den Herrn in seiner Schmiede, andernfalls wollte ich es bei ihm zuhause versuchen. Die Schmiedewerkstatt war zwar verwaist, aber die Priesterkönige müssen trotzdem ein Einsehen mit mir gehabt haben, denn ich entdeckte den Gesuchten mit seiner Kajira auf dem Marktplatz. Lustigerweise dachte er offensichtlich, ich sei mit meinem Bündel auf dem Weg zum Waschplatz am Bach, denn er fragte mich nach meiner Begrüßung: „Na Dina, große Wäsche heute?“

Mist, leider zu spät bemerkte ich, dass Feli Obst in der Hand hielt, das ihr Herr anscheinend gerade erst vor wenigen Ehn bei einem der Händler am Hafen gekauft hatte. Breit grinsend empfand er das Larmageschenk meines Herrn anscheinend aber trotzdem als Ehre, die man nicht ausschlagen kann. Na klar, von weit her angereistes Obst aus Schendi kann natürlich nicht mit frisch gepflückten Larmas aus einem jortsschen Garten mithalten! Ich freute mich jedenfalls, dass das Obstbündel nun also doch von meinen Händen in die von Feli wechselte, die sogleich ankündigte, demnächst wieder Larmakuchen zu backen. Anscheinend isst ihr Herr diesen Kuchen genauso gerne wie meiner, vor allem wenn er selbstgebacken ist, denn die Wucherpreise der Bäckerin kann sich ja niemand leisten. Außerdem scheint die Herrin verschollen zu sein.

Da Feli beim Backen wohl gelegentlich Probleme mit dem Gelingen hat, kam ihr die zusätzliche Larma-Lieferung offensichtlich ganz gelegen. Für ihren Herrn waren die von mir erwähnten Preise der Backwaren übrigens das Stichwort, sich nach dem Verbleib der Bäckerin zu erkundigen. Doch darüber konnte ich leider nichts Näheres erzählen, erwähnte aber die Überlegungen des Händlers das Haus möglicherweise abreißen zu lassen, die ich vor kurzem mitbekommen hatte, bevor sich das Gespräch dann ja wieder seinem Werben um die Grüne zuwandte. In Sachen Gefährtenschaft wussten Feli und ihr Herr allerdings nicht mehr als ich. Es ist wohl immer noch alles offen, auch wenn die Herrin ständig mit dem Hauptmann gesehen wird. Interessant war zu erfahren, dass der Schmied dem Hauptmann an diesem Tag einen neuen Sklavenkäfig angeliefert hatte… mit drei Etagen übereinander, die Hauptmannskajirae sollen zukünftig anscheinend gestapelt werden. Aber nach der Stadtgesetzänderung will der Krieger sich ja mit Sklavenhandel zusätzliches Geld verdienen.

Richtig nett fand ich übrigens, vom Schmied eingeladen zu werden, ihn und Feli zu seinem Haus zu begleiten. Er mochte anscheinend nicht mehr länger auf dem Marktplatz herumstehen, sondern sehnte sich wohl nach seiner Bank vorm Haus und einem wärmenden Lagerfeuer. Während seine Kajira ihm einen Kalana servierte, nutzte ich die günstige Gelegenheit zur genaueren Betrachtung ihres nackten Hinterteils. Die körperlichen Qualitäten anderer Kajirae zu kennen, ist eigentlich nie verkehrt. Mit Erstaunen bemerkte ich nun, dass sie das gleiche Tatoo eines Vogels auf ihrem Po hatte, wie ihr Herr auf seiner Brust. Er hatte mir seinerzeit ja erklärt, dass es das Zeichen seines Hauses ist und erzählte mir nun, er habe Feli damit als unverkäuflich gekennzeichnet, weil sicher niemand Interesse haben wird, eine Kajira mit einem privaten Zeichen zu kaufen.


Leider bewegte sich dieses Thema dann aber in eine Richtung, die mir ein wenig unangenehm war, weil mir dazu nämlich kein Urteil zusteht. Doch zum Glück kamen wir davon mit dem Eintreffen des Sattlers und Ravi schnell wieder ab. Der Lederarbeiter war wohl eigentlich auf dem Weg nach Hause gewesen, erkundigte sich nun aber lachend bei seinem Nachbarn, ob dieser sich als Kajirae-Unterhalter betätigte und erhielt von dem breit grinsenden Schmied prompt zur Antwort: „Ich bereite beide gerade auf den Dienst in meinen Fellen vor.“ Nur logisch also, dass der Lederarbeiter jetzt fragte, ob er ihm zusätzlich auch noch sein Mädchen ausleihen soll oder ob ihm Feli und ich reichen. Danach versagte der Kajirafunk übrigens kurzfristig und es folgte ein ziemliches Durcheinander von Missverständnissen, das ich jetzt wahrscheinlich auch nicht mehr ganz zustande bekomme.

Egal, so viel weiß ich noch… das Gespräch drehte sich schließlich um die von einem Mann in den Fellen zu schaffende Anzahl Kajirae und ob für das Feuer von sieben oder acht Sklavinnen spezielle Trainings erforderlich sind. Zumindest meine Gedanken kreisten dabei natürlich immer noch um die Felle, doch Feli erwähnte merkwürdigerweise plötzlich Trainings unter Männern und der Sattler fragte ungläubig, was ich denn davon verstehe. Irgendwie hatte ich Felis Herrn bislang jedenfalls total anders veranlagt eingeschätzt, denn die Neigungen von meinem Herrn sind mir nach inzwischen zwei Märkten ziemlich gut bekannt. Letztendlich stellte sich dann aber doch heraus, Feli sprach von Waffentrainings und ich dummes Vulo hatte doch tatsächlich angenommen, sie meinte in den Fellen ihres oder meines Herrn würden sich Männer wälzen! ;-)

Dienstag, 13. Januar 2015

Gesunde Ernährung und viele Vitamine

...gepaart mit etwas Bewegung, soll nicht nur sehr gesund sein, sondern macht tatsächlich müde Krieger auch ganz schön munter. 

Wobei mein Herr am Morgen wohl schon vor mir wach gewesen sein muss... zumindest etwas, denn ich spürte plötzlich, dass er seinen unverletzten Arm um mich schlang und mich dicht an sich heranzog. Hach, was für ein tolles Gefühl, sich mit geschlossenen Augen wohlig seufzend noch einmal so herrlich eng an ihn anschmiegen zu können, während er mich sehr sanft streichelte, dann aber meine langen, vom Schlaf zerzausten Haare zurück strich und leise an meinem Ohr murmelte: "Guten Morgen meine Scharlachrote... was könnte ich denn heute frühstücken?" Oha, gegen den Hunger meines Herrn musste natürlich umgehend etwas unternommen werden. Also Schluss mit kuscheln, ich richtete mich nun eilig auf, um erst einmal aufzuzählen, was denn alles im Haus ist. War ihm eher nach einem herzhaften Frühstück oder lieber nach etwas Süßem?


Weder noch. "Hm, ich weiß nicht Kajira... irgendwie ist mir nach Obst... am liebsten hätte ich Larmas und Trauben", war nämlich seine Antwort, nach der ich nun eilig nach draußen in seinen Garten lief. Selbstverständlich sollte das Obst für sein Frühstück vom Feinsten sein... also direkt frisch vom Baum oder Rebe gepflückt. Und da die süßesten und saftigsten Larmas natürlich in oberer Baumlage wachsen, kletterte ich sogar noch auf die kleine Trittleiter und hüpfte etwas hoch, um ein paar herrlich rote Früchte zu ergattern.

Das Pflücken der Kalanatrauben gestaltete sich zum Glück um einiges einfacher, denn selbst bei meiner nicht allzu riesigen Körpergröße komme ich am Rankgitter überall an und knipste schließlich eine besonders dicke Traube mit herrlich dunklen Beeren ab. Zufrieden mit meiner Ausbeute sauste ich danach eilig wieder ins Haus, legte die Früchte schnell auf einen Teller und schnappte mir das kleine Küchenmesser um alles dann vorsichtig nach oben zu balancieren. Mein Herr lag nämlich immer noch genüsslich ausgestreckt auf seinem Schlaffell und hatte während meiner Pflückarbeiten anscheinend noch einen kleinen Nachschlag Schlaf genommen.


Wobei er wohl nicht allzu tief geschlafen haben konnte. Als ich mich ihm jetzt nämlich sehr leise auf meinen nackten Sohlen mit dem Teller näherte und neben ihm niederkniete, öffnete er zwar leicht schlaftrunken, aber sofort seine Augen wieder und klatschte sich zweimal kurz auf seinen Oberschenkel.

Das war für mich ein mehr als deutliches Zeichen, wo er mich wünschte, dem ich logischerweise umgehend nachkam. „Du darfst mit den Trauben beginnen Kajira“, ließ ich mir selbstverständlich auch nicht zweimal sagen und begann meinem Herrn die dunklen Köstlichkeiten auf eine besonders hingebungsvolle Art mit meinen weichen Lippen anzureichen, die letztendlich sämtliche Lebensgeister bei ihm ganz schnell aktivierte...

Es müssen wohl doch ein paar Vitamine zu viel gewesen sein, denn meinem schließlich komplett tiefenentspanntem Herrn fiel plötzlich etwas unheimlich Wichtiges ein, das keinen Aufschub zuließ und bei dem er mich leider auch nicht gebrauchen konnte, sodass ich mich den anstehenden Einkäufen widmete und zum Hof hinüber lief.

Der Krieger vom Hof war zwar auf einer Reise, doch konnte ich bei einer seiner Kajirae alle benötigten Lebensmittel erstehen und vorher sogar noch von den verschiedenen Käsesorten und einer der oberleckeren Würste probieren, damit die eingekauften Sachen auch wirklich dem Geschmack meines Herrn entsprechen. Da ich dummerweise meinen Einkaufskorb vergessen hatte, bekam ich von Eo einen geliehen… andernfalls wäre wohl zu befürchten gewesen, dass die Vuloeier zwischen Käse, Würsten und Fleisch bereits in meinem Tuch zu Rührei werden.


Komischerweise war Eo auf dem Hof nicht mehr zu sehen, als ich kurze Zeit später den Korb zurückbrachte, sodass ich den einfach neben der Tür abstellte. Ich entdeckte sie dann allerdings ein Stückchen weiter hinter dem Bach, wo sie an dem Verrbock des Sattlers herumzerrte, was natürlich meine Neugier erweckte. „Du dreckiges kleines Vielfraß du… gib den sofort wieder her“, zeterte sie gerade herum, da der Verrbock anscheinend in ihrem Gürtel eine Alternative zu dem Grünzeugs entdeckt hatte, das er normalerweise frisst. Zum Glück bekamen wir sie mit vereinten Kräften aber schließlich wieder frei, denn der Sattler hatte mich geschickt um sie zu holen, weil er sich während der Abwesenheit des Kriegers vom Hof ja immer um dessen Kajirae kümmert und umgekehrt.


Montag, 12. Januar 2015

Ende eines Lieblingshemds und…

„Sag mal Kajira, was ist eigentlich mit meinem Hemd, das ich beim Duell trug? Muss es zur Schneiderin oder kannst du es flicken?“ fragte mich mein Herr an diesem milden Morgen, den er auf der Bank vor seinem Haus genoss. Ohje, siedend heiß fiel mir wieder ein, ich hatte ihm noch nichts vom Schicksal eines bestimmten Kleidungsstücks erzählt… seinem langärmeligen Lieblingshemd! Um ihn für mein Geständnis positiv und vor allem möglichst milde einzustimmen, hob ich daher nun besonders hervor, wie schön sauber das rote Teil inzwischen wieder ist und dass es überhaupt nicht mehr riecht, weder nach Schweiß noch dem vielen Blut, mit dem es so reichlich durch die schrecklichen Verletzungen getränkt worden war. Mist… ich glaube, nach meiner besonders ausführlichen, aber leider auch verdächtig langen Einleitung ahnte mein Herr bereits etwas, zumindest war dies nach seinem „aber?“ mit drohend angehobenen Augenbrauchen zu befürchten.


Da mir das um den heißen Brei herum Reden offensichtlich nichts nützte, trat ich letztendlich den Marsch nach vorne an, erwähnte vorher aber noch mit Unschuldsmiene, wie furchtbar hartnäckig Blutflecken sind. Oha, das Verengen seiner grauen Augen zeigte mir nun an, dass bereits 5 vor 12 eingeläutet worden war und außerdem befahl mein Herr: „Kajira... raus mit der Sprache, was hast du mit meinem Hemd angestellt?“ Eine Fortsetzung meiner kurzen Galgenfrist durch Schilderung, wie ausgiebig und oft ich sein Hemd trotz mehrfachem Einweichen hatte waschen müssen, verpuffte nun leider ebenfalls wie im Flug und es blieb mir letztendlich nichts anderes übrig als einzugestehen, dass der Ärmel mit dem langen Schnitt irgendeinen meiner diversen Waschgänge nicht überstanden und sich aufgeribbelt hatte. 

Inzwischen ziemlich kleinlaut beichtete ich weiter, dass außer einem langen roten, leider total vertüdelten Faden und dem Bündchen nichts übrig geblieben war von dem linken Ärmel und da ein Hemd mit nur einem Ärmel ja irgendwie doof aussieht und eh nicht mehr richtig wärmt, hatte ich kurzerhand den zweiten ebenfalls einfach abgeschnitten. Ich tröstete meinen Herrn aber sofort damit, dass aus dem langärmeligen Hemd nun ein richtig schickes Muskelshirt für den Sommer geworden war, in dem seine wundervoll anzusehenden, sehr muskulösen Oberarme erst so richtig toll zur Geltung kommen und fand die von mir ergriffene Maßnahme eigentlich super. Doch mein Herr schien darüber deutlich weniger begeistert zu sein als ich. „Kajira, willst du mir jetzt etwa erzählen, dass du von meinem Lieblingshemd die langen Ärmel abgeschnitten hast?“

Komischerweise schien ihn meine freudige Mitteilung, dass sich der rechte Ärmel noch ganz hervorragend als Putztuch eignet, auch überhaupt nicht zu trösten, denn er herrschte mich jetzt ungehalten an, ihm das Hemd und seine Überreste zu bringen… ein Befehl dem ich selbstverständlich jetzt eiligst nachkam. Wie gut, dass ich den komplett vertüdelten Ribbelfaden noch nicht weggeworfen hatte. Die Miene mit der mein Herr sämtliche Einzelteile betrachtete, ließ mich betreten zu Boden schauen. „Dir ist nicht in den Sinn gekommen, dass die Schneiderin den Schaden vielleicht noch hätte reparieren können? Bara Kajira!“ donnerte er mich an, sodass ich mich umgehend vor ihm auf den Boden warf… Gesicht ins Gras gedrückt, Hand- und Fußgelenke gekreuzt und in der Erkenntnis meiner Schuld kaum mehr Luft zu holen wagte.

Leider blieb mein allerletzter zaghafter Versuch von Schadensbegrenzung ebenfalls vergeblich. Mein Herr ignorierte einfach, dass die Schneiderin ja vielleicht neue Ärmel an das Oberteil annähen kann. Stattdessen war jetzt eindeutiges Reißen von Stoff zu hören und ich spürte schließlich, dass erst meine Hand- und danach meine Fußgelenke gefesselt wurden. Auch wenn ich nicht wagte aufzuschauen, war ich mir ziemlich sicher, dass nicht nur das langärmelige Lieblingshemd, sondern auch das tolle Muskelshirt jetzt der Vergangenheit angehörte. Ich begann meinen Herrn um Verzeihung anzuflehen. "Du wirst meine Kleidung in Zukunft mit mehr Respekt behandeln und nicht einfach eigenmächtig ein Hemd zerschneiden, das mich Kupfer gekostet hat... aber das werde ich dich noch lehren Kajira!" donnerte er mich an und befahl mir schließlich, mich wieder vor ihn zu knien, was mir mit den Fesseln relativ unelegant aber letztendlich gelang.


Obwohl ich hoch und heilig versprach, meinen Fehler nicht zu wiederholen und meinen Herrn erneut um Verzeihung anflehte, war er leider immer noch nicht fertig mit mir, sondern erkundigte sich nun nach dem Zustand seiner Sandalen und rollte nebenbei den Putzlappenärmel zusammen. Wie gut, dass ich die blutverschmierten Lederriemen der Sandalen lediglich gereinigt und hinterher sorgfältig eingefettet, aber ansonsten drangelassen hatte… nämlich auch die beiden losen, von der Hauptmannsklinge durchtrennten Enden des einen Riemens. Diese Umsicht ersparte mir nämlich die Bekanntschaft mit der Kurt, allerdings nicht den ekeligen Putzärmelknebel, den mein Herr mir jetzt in den Mund stopfte, bevor er mir eine Ohrfeige verpasste und zu einer gewaltigen Standpauke mit ein paar weiteren körperlichen Untermalungen ansetzte. Danach griff er an meinen Kragen, zog mich dicht zu sich und entfernte den ekeligen Stoff aus meinem Mund, um mir eine wichtige Frage zu stellen.

Puhh, Glück gehabt, meine Bestrafung war beendet! Mich rettete offenbar, dass ich den breiten Ring mit dem Familienzeichen meines Herrn, den er immer um seinen Oberarm trägt, sorgfältig geputzt in seiner Kiste verstaut hatte. Er ermahnte mich noch einmal, meine neueste Lektion ja nicht zu vergessen und zerschnitt schließlich meine Fesseln, damit ich die Überreste seines Lieblingshemds entsorgen und mich anziehen konnte. Mittlerweile glühte übrigens nicht nur meine Wange von der Ohrfeige, sondern ich stand innerlich komplett in Flammen… aber das ist hier jetzt nicht weiter wichtig. Wobei ich mir gerade unsicher bin, ob mein breit grinsender Herr nicht doch durchschaute, wie es um mich stand. Egal, es ging jetzt erst einmal zur Sattlerei, wo er nämlich sein vom Lederarbeiter hoffentlich repariertes Schild abholen wollte, sofern dieser vielbeschäftigte und daher öfter auf Reisen befindliche Herr überhaupt zuhause war.


Der Zeitpunkt war anscheinend günstig, denn der Sattler war nicht nur in seiner Werkstatt, sondern hatte das Schild mit neuen Gurten ausgestattet. Natürlich überprüfte mein Herr den Sitz sehr kritisch, brachte dann aber seine Zufriedenheit über die hervorragende Arbeit zum Ausdruck und holte einen Kupfertarsk aus seinem Beutel, denn Wartungsvertrag hin oder her… gute Arbeit muss sich lohnen. Besonders erfreut war er natürlich zu erfahren, dass der Sattler sich seine durch die Klinge des Hauptmanns beschädigte linke Sandale gelegentlich ansehen will. Obwohl er kein Schuster ist, machte er meinem Herrn dennoch Hoffnung auf Reparatur, da hier ja nur der durchtrennte Lederriemen ausgetauscht werden muss. Doch das eilt vorerst nicht. Mein Herr bevorzugt momentan nämlich seine Stiefel, weil er auf dem Tarn leicht kalte Füße bekommt, wenn sein Kajiraofen mal nicht mitfliegt.


Mit der Verabschiedung „ihr Handwerker solltet hoffen, dass wir Krieger uns öfter duellieren, denn da verdient ihr gut dran!“ ging es nun weiter zum Schmied. Nach dem Kampf mit dem Hauptmann hatte mein Herr nämlich eine tiefe Scharte in der Schwertklinge bemerkt und wollte nun in Sachen Ausbesserung dazu den Rat des Schmieds einholen. Verdienst hin oder her, so laut wie der Herr beim Betrachten der beschädigten Klinge mit seinen Zähnen knirschte, schien ihm der Bericht über einen falsch parierten Hieb offensichtlich ganz und gar nicht zu gefallen. Um das Anliegen meines Herrn dem Schmied vielleicht etwas schmackhafter zu gestalten, präsentierte ich mich seitlich hinter ihm mit schön durchgedrücktem Rücken und weit geöffneten Schenkeln. Tja, und es klappte tatsächlich, denn der Schmied leckte sich nicht nur über die Lippen und zwinkerte mir zu, sondern stand tatsächlich von seiner Bank auf, um die Klinge in Augenschein zu nehmen.


Das Urteil war leider niederschmetternd… das Gladius meines Herrn ist nämlich ein Fall für seine Kriegerkiste oder als Wandschmuck tauglich, jedoch nicht mehr als Waffe geeignet. Kein Wunder, dass es meinen Herrn nach ausführlicher Beratung mit dem Schmied und der Beauftragung eines neuen Schwertes zu seinem Ersatzschwert und einem gut gefüllten Becher Zuhausepaga zog. „Ich bin sehr betrübt wegen meinem Schwert… munter mich auf, meine Kajira.... wenn du es schaffst, hast du dir verdient, mich heute Nacht zu wärmen“ war natürlich eine Aufforderung, die mein Herr mir nicht zweimal sagen musste............... ;-))

Sonntag, 11. Januar 2015

Rotkastige Werbepläne

Nachdem ich meine Aufgaben erledigt hatte, entschloss ich mich, meinem Herrn entgegen zu laufen, denn ich erwartete ihn bald von seinem Tarnflug zurück. Dementsprechend richtete sich meine Konzentration logischerweise zum Himmel und Richtung Tarnturm, weil ich seine Landung dort natürlich nicht verpassen wollte. Tja, ich war jedoch zu spät dran und brauchte gar nicht mehr bis in die Oberstadt laufen, sondern traf ihn zusammen mit dem Hauptmann am Hafen. 


Wie nicht anders zu erwarten, unterhielten sich die beiden Männer schon wieder über das Werben des Hauptmanns um die Grüne bzw. die diversen Möglichkeiten, wie er sich den entscheidenden Vorteil und gleichzeitig den Händler ins Hintertreffen bringen kann. Auch wenn mein Herr den Kampf mit dem Hauptmann verloren hat, ist es ihm nach wie vor ein großes Anliegen, seinen Vorgesetzten dabei so gut es geht zu unterstützen und zu beraten, denn ein Krieger akzeptiert selbstverständlich die Entscheidung von Stahl. Bei meinem Eintreffen gab er gerade zu bedenken, dass der Hauptmann aufpassen muss, beim Werben um dieses hochkastige Weib nicht mit einer Waffe zu kämpfen, mit der er schwächer als der Händler ist. 

Auch wenn ich selbstverständlich nicht oder nur ganz wenig neugierig bin, spitzte ich nun meine Ohren, denn die beiden Herren erörterten diverse, wirklich interessante… ich sag mal Möglichkeiten, um den Nebenbuhler des Hauptmanns auszustechen. Ich will nicht sagen, dass sie Intrigen schmiedeten, denn das klingt irgendwie negativ und außerdem ist der Hauptmann schließlich ein Krieger und damit ein Mann von Ehre. Aber Ehre hin oder her, er muss natürlich auch bedenken, welchen Schaden seine Ehre nehmen wird, wenn er das Werben gegen diesen stinkreichen Händler von niederer Kaste verliert, der dann wahrscheinlich händelang durch Jorts nur noch mit einem selbstzufriedenen Grinsen auf dem Gesicht herumstolzieren wird. Über die rotkastigen Werbepläne werde ich daher natürlich Stillschweigen bewahren.


Letztendlich wandte sich das Gespräch aber auch einem anderen Thema zu, nachdem ein weiterer Krieger hinzugekommen war, von dem ich weiß, dass sein Verhältnis zu den Grünen etwas gespannt ist, weil er wohl mal bei einer Beschaffung von medizinischen Dingen ziemlich verschaukelt worden war. Aber darüber weiß ich nichts Genaueres. Außerdem war sehr interessant, was er von seiner Reise zu irgendeiner Pfütze in der Tahari zu berichten hatte, von der er sich jetzt bei seinem Kastenersten zurückmeldete. Die Gastfreundschaft dort bezeichnete er übrigens als bestenfalls lausig, auch wenn wohl ein paar hübsche Frauen dort waren. Läuse hatte er sich zum Glück jedoch keine eingefangen, sondern war nur sandig geworden bei diesem ansonsten gänzlich uninteressanten Wasserloch zwischen jeder Menge Sandhaufen.


Ehrlich gesagt war ich nicht gerade traurig, die Schmiede an diesem Tag ausgestorben zu sehen, als wir auf dem Heimweg daran vorbeiliefen, auch wenn ich dem netten Schmied immer noch nicht das kleine Gegengeschenk meines Herrn für die Polierpaste überbracht habe. Stattdessen war es einfach obertoll, dass mein Herr nach seinem Zuhausepaga schließlich keine Lust mehr verspürte, an diesem Tag noch einmal vor die Tür zu gehen… manchmal ist es zu Hause eben am Schönsten! :-)))

Freitag, 9. Januar 2015

Schild endlich in Reparatur

Von der Wiese waren schon wieder aufeinandertreffende Schwertklingen zu hören, die meinen Herrn unruhig werden ließen, sodass er nun den richtigen Zeitpunkt für einen Rundgang gekommen sah. Sein kaputtes Schild stand allerdings immer noch an die Wand gelehnt neben der Haustür, weil es einfach noch nicht geklappt hatte, es dem Sattler zur Reparatur zu bringen. Wobei er sich momentan wegen seiner Verletzungen ja schonen muss und sich erstaunlicherweise auch daran hält… übrigens im Gegensatz zum Hauptmann. Da mir die beiden blutenden Schnitte nicht entgangen waren, die die Klinge meines Herrn bei seinem Gegner hinterlassen hatte, bin ich mir fast sicher, dass ihm von seiner Fastgefährtin bestimmt ebenfalls Schonung verordnet worden war. Entweder hielt er sich nicht daran oder ich hatte mich doch getäuscht, da mein Hauptaugenmerk natürlich meinem Herrn gegolten hatte.

Auf dem Weg zum Sattler wegen der immer noch ausstehenden Reparatur des Schilds meines Herrn, ließen uns Geräusche aus der Backstube inne halten, denn die Bäckerin war schon einige Zeit nicht mehr gesehen worden. Doch nicht die Herrin, sondern der Händler und seine Sklavin kamen aus der Bäckerei. Ich vermutete, er hatte womöglich irgendetwas aus der Backstube gehört und er hatte nachgesehen, ob die Herrin wieder zurück ist. Sie ist nämlich schon seit einiger Zeit verschwunden. Aber wie konnte ich vergessen, dass immer noch zwei Herren um eine Grüne werben! Mein Herr nahm deswegen nämlich an, der Händler hatte für seine Angebetete etwas Gebäck kaufen wollen. Wir lagen beide jedoch verkehrt. Wegen des unklaren Verbleibs der Herrin war dem Händler in den Sinn gekommen, das Haus vielleicht abreißen zu lassen, weil offensichtlich ein Fluch auf dem Gebäude liegt. Alle Bewohner die jemals diese Mauern gemietet hatten, waren nämlich über kurz oder lang unerklärlicherweise verschollen.


Mit der Information des Händlers, die Vorzeichen in Sachen Gefährtenschaft mit diesem grünen Weib stehen für ihn besser denn je und er sei gerade damit befasst, Kuchen für die Feier zu bestellen, setzte mein Herr schließlich seinen Rundgang fort, stoppte jedoch nicht beim Haus des Lederarbeiters, sondern lief gleich weiter Richtung Wiese. Dort am Brunnen hatten sich schon wieder etliche Bewohner eingefunden, um den trainierenden Kriegern zuzuschauen, darunter auch der Hauptmann. Da mein Herr in Sachen Gefährtenschaft nach seiner Kapitulation selbstverständlich Partei für den Hauptmann ergriffen hat, war es ihm natürlich wichtig, ihn über die neuesten Absichten des anderen Bewerbers zu unterrichten. Seiner Meinung nach wäre es nämlich nicht wünschenswert, wenn der zwar stinkreiche, aber dennoch niederkastige Händler das Rennen um eine Freie von hoher Kaste macht.

Selbstverständlich kniete ich mich etwas abseits und tat so als würde ich nicht zuhören, nachdem mein Herr und der Hauptmann den Abstand zu dessen Fastgefährtin vergrößert hatten, bekam aber dennoch jedes Wort über das gegnerische Aufrüsten und die Verteidigungslücke an der Kuchenfront mit, die nach Ansicht meines Herrn unbedingt geschlossen werden sollte. Leider tauchte nun jedoch auch der Feind auf, sodass mein Herr dem Hauptmann lediglich erneut bestätigte, dass er ihm zur Verfügung steht, falls er Beratung bei diesem Einsatz benötigt, bei dem es sehr empfehlenswert erscheint, sich mehrere parallele Taktiken zu überlegen. Da sich der Händler weder von dem gefährlichen Brummen seines Nebenbuhlers noch von dessen finsteren Blicken davon abhalten ließ, eine von ihm angestrebte Änderung der Stadtgesetze anzusprechen, sah mein Herr jetzt den Zeitpunkt gekommen, sich auf die Suche nach dem Sattler zu machen. 

Wir trafen den Herrn letztendlich am Hafen, wo er vor der Taverne mit hochgelegten Füßen die herrliche Sonne und die milden Temperaturen bei einem kleinen Nickerchen zu genießen schien. Nach unserem leisen Gruß öffnete er jedoch langsam ein Auge, dann auch das zweite, um sich freundlich nun zu erkundigen "Tal Lucius...was machen die Verletzungen?“ Da es meinem Herrn tatsächlich inzwischen etwas besser geht, tat er die nun einfach als ein paar unwichtige Kerben im Stamm eines Baumes ab und lud den Lederarbeiter zu einem Paga ein, um mit ihm über die Reparatur seines Schilds zu sprechen. Ich vermute, ohne dieses Brett auf dem Rücken fühlt er sich irgendwie unvollständig. Da für den Sattler die Erneuerung der Riemen zum Glück kein Problem ist und diese Arbeiten ja auch Bestandteil seines Wartungsvertrages mit der roten Kaste sind, lief ich schnell nach Hause, nachdem ich den beiden Männern ihren Paga serviert hatte, um das reparaturbedürftige Schild schnell zu holen. 


Inzwischen hatte sich auch die Kajira des Sattlers dazugesellt und zog mit ihren leuchtend roten Haaren die Blicke meines Herrn auf sich. Während er mir nun die große Ehre zukommen ließ, sein verletztes Bein auf meine Schulter zu legen… hochlegen fördert bestimmt die Heilung der fiesen Verletzung besonders gut und außerdem konnte ich meine Wange sehr sanft anschmiegen… erkundigte er sich nun bei ihrem Herrn, ob es stimmt, dass Rothaarige in den Fellen wilder sind. Doch der Lederarbeiter antwortete einfach nur lachend „Wilder als was ist immer die Frage“. Er war offensichtlich sehr zufrieden mit dem Feuer seiner Kajira und auch sonst glaube ich. Während ich dem Gespräch der beiden Männer lauschte, verging die Zeit übrigens wie im Flug und es wurde schließlich Zeit zum Aufbruch. 

Meinem Herrn war es nämlich sehr wichtig, dass ich an diesem Tag unbedingt noch seine Verbände wechselte und mir dabei die Wunden anschaute. Dementsprechend erleichtert war ich natürlich, dass beide Verletzungen offensichtlich sehr gut heilten und dem Ziehen der Fäden in der nächsten Hand sicher nichts entgegen steht… wenn er sich weiter so gut schont!