Donnerstag, 29. Januar 2015

Ein toller Trainingstag

Wie immer war Mitte der Hand natürlich Waffentraining auf der großen Wiese hinter dem Hof. Wegen ein paar häuslichen Dingen, die ich noch schnell erledigen musste, kam ich jedoch erst einige Ehn nach meinem Herrn dort an. Zwei der Krieger beharkten sich bereits mit ihren Waffen und mein Herr forderte seinen Ex-Mentor bei meinem Eintreffen gerade heraus: „Ko-Ro-Baner! War die Ausbildung an deinem Heimstein zu schlecht oder bist du zu alt um zu erkennen, wenn ein Krieger mit dir trainieren will!“ Die kopfschüttelnde Antwort des so Angesprochenen besagte lediglich irgendwas von „du hast mir nie zugehört“ oder so, während er gleichzeitig sein Schwert zog und auch sofort einen fiesen Treffer landete. 

Der Hieb ließ meinen Herrn zwar zu Boden gehen, war aber offensichtlich genau das, was er an diesem Trainingstag brauchte, um seinem Gegner nun zu zeigen, wie gut die Ausbildung eines Kriegers aus Ar ist. Mein Herr war gestern übrigens richtig gut in Form. Da er in Ar selbstverständlich auch eine gute Erziehung genossen hat, bot er dem Rarius beim Stand von 3:2 schließlich sogar großzügig das Unentschieden an. Doch die Anzahl von Grasflecken reichte seinem Gegner anscheinend noch nicht, denn der erkundigte sich jetzt doch tatsächlich, ob mein Herr etwa schon müde ist. Tja, Darks Herr mag zu den kampfstärksten Rarii zählen, trotzdem hätte er sich das lieber verkneifen sollen, denn kurz darauf musste er beim 4:2 erneut ins Gras beißen, erkannte als ehrenhafter Krieger dann aber selbstverständlich an, dass mein Herr sehr gut gekämpft hatte. 

Ich muss gestehen, nachdem der Rarius das dritte Mal auf dem Boden war, wurde ich etwas unaufmerksamer, weil ich meinen Herrn bereits als sicheren Sieger sah und außerdem abgelenkt wurde. Es hatte sich nämlich die Fastgefährtin des Hauptmanns zu mir gesellt. Wobei mich nicht die Grüne ablenkte, sondern ihre ziemlich teuer aussehende Goldkette. Da ich zuvor noch nie ein solches Schmuckstück an dieser Herrin bemerkt hatte, erkundigte ich mich logischerweise, ob vielleicht etwas Besonderes los ist. Dabei dachte ich natürlich an ein Kastenjubiläum oder dass die Freie vielleicht Geburtstag hat und solche Dinge, gab mir auch reichlich Mühe, nicht allzu neugierig zu erscheinen… was ich ja aber auch nicht war, sondern nur höflich interessiert. Letztendlich erfuhr ich, die Kette war ein Geschenk vom Hauptmann und schlussfolgerte, dieser Schmuck muss bei der Herrin den Ausschlag gegeben haben, den Hauptmann als Gefährten zu nehmen und nicht den Händler. 

Doch damit lag ich falsch, ihr Zukünftiger hatte ihr die Kette erst hinterher geschenkt… quasi als Belohnung für ihre Entscheidung. Wie gut, dass die Grüne bei meinen Fragen anscheinend ihre rosarote Gefährtenschaftsbrille trug… ohne hätten meine frechen Antworten möglicherweise unangenehme Konsequenzen für mich gehabt. Naja, die Gnädigste schwebte wohl wirklich auf Wolke 127 und außerdem musste sie mit dem anderen verliebten Weib, das neuerdings ja ständig in der Nähe von Darks Herrn anzutreffen ist, noch über das Wann und Wo der gemeinsamen Vergefährtung palavern. In der nächsten Hand findet nämlich eine Sammelgefährtenschaftsveranstaltung statt, da das Balzen des Ko-Ro-Baners um diese niedrigkastige Sängerin anscheinend ebenfalls mit einem Vertrag beendet werden soll. Doch das interessierte mich ehrlich gesagt nun wirklich nicht sonderlich, auch wenn ich mit der armen Dark total mitfühlen kann. 


Meine ganze Aufmerksamkeit galt inzwischen natürlich wieder meinem Herrn, der mir mit stolz geschwellter Brust nun eröffnete, genug trainiert zu haben, weil sein Sieg über einen Mann aus Ko-Ro-Ba ein gutes Tagwerk ist. Er hatte jedoch nicht mit dem Hauptmann gerechnet, den es noch gelüstete, meinen Herrn mit dem Schwert zu verhauen und überzeugt von seinen Pfeiltreffern, wollte er ihn mit kleinen Stöckchen spicken. Pahh.… ein klarer Fall von Selbstüberschätzung. Mein Herr nahm die Herausforderung selbstverständlich an, zumal er sich davon überzeugen wollte, dass der Hauptmann den grünen Preis ihres Duells nicht nur mit Gold schmücken, sondern auch beschützen kann und besiegte ihn letztendlich knapp, war aber wohl trotzdem ganz zufrieden mit der Kampfstärke seines Hauptmanns. Aber ich sagte ja schon, mein Herr hatte einen wirklich guten Tag, was übrigens einen Hauch von Hoffnung in mir aufkeimen ließ, ob ich von seiner guten Laune vielleicht auch noch etwas abbekam? 


Doch wie sagte der Schmied später… erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Mein Herr wollte sich bei dem Metallhandwerker nämlich nach dem Stand des für den Tarnturm in Auftrag gegebenen Gitters erkundigen… nur war der Herr leider nirgends aufzutreiben. Auch der uns entgegenkommende Sattler wusste nicht, wo sein Nachbar steckte und hatte es sowieso sehr eilig, um die zweite Grüne zu finden, mit der er anscheinend zu einem Waldspaziergang verabredet war… ob mit oder ohne Übernachtung in der Waldhütte erfuhr ich leider jedoch nicht mehr. Wobei mich das Benehmen irgendwelcher freien Frauen an diesem Tag noch weniger als sonst interessierte und schon gar nicht, nachdem der Schmied meine rotseidenen Fantasien so in Wallungen gebracht hatte. Naja, besonders ein Schmied versteht natürlich eine Menge von Feuer und Hitze, selbst wenn er nicht in seiner Werkstatt, sondern zuhause ist. 

Wenn er dann auch noch sehr nett und so ein gutaussehender Mann ist, kann ein Kajiraherz wirklich etwas schneller schlagen, vor allem wenn er laut über ihr Ausleihen nachdenkt, während sie seine Blicke und zusätzlich die Hand ihres Herrn auf ihrem mittlerweile ziemlich erhitzten Sklavenkörper spürt. Aber wie bereits gesagt, ist der Schmied ja ein Herr mit strengen Prinzipien in Sachen Arbeit und Vergnügen. Er lehnte nämlich das mich betreffende Angebot meines Herrn ab, auch wenn mir seine Blicke zeigten, dass es ihm anscheinend nicht ganz leicht fiel. Mein Herr hatte sich während seines Gesprächs mit dem Schmied am Brunnen übrigens kurz den Schweiß aus dem Gesicht gewaschen. Mir war zwar klar, dass er zum Trocknen wahrscheinlich meine langen Haare nehmen würde, doch war das natürlich trotzdem eine perfekte Gelegenheit, dem Schmied ein paar Einblicke zu ermöglichen, was ihm alles entging, indem ich das um meine Hüften gebundene Tuch vorsorglich ebenfalls abnahm und meinem Herrn zusätzlich zum Abtrocknen hinhielt. 

Keine Ahnung wieso, aber irgendwie wollte es mir einfach nicht gelingen, den Stoff wieder zu verknoten. Nicht nur den Schmied, sondern auch meinen Herrn schien dieses Problem jedoch nicht weiter zu stören. Im Gegenteil, mein Herr hatte es plötzlich auf einmal sehr eilig, nach Hause zu kommen, nachdem sein Gesprächspartner die Einladung auf einen Paga in der Taverne abgelehnt hatte. 

Total ausgehungert nach einem so erfolgreichen Training, dabei jegliche Gelüste nach Paga jedoch komplett vergessend, genehmigte er sich gleich hinter seiner Haustür eine kleine Vorspeise, bevor es für den Hauptgang aber natürlich doch nach oben ging...

Dass ich jetzt neue Bänder an mein Oberteil nähen muss, weil sie der Ungeduld meines Herrn nicht standhielten, hatte ich übrigens auf der Treppe bereits vergessen!^^

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