Donnerstag, 15. Januar 2015

Erleichterung

Die Abwesenheiten meines Herrn in den letzten beiden Tagen hatte ich unter anderem auch dafür genutzt, um aus einem Stückchen roten Stoff, den ich zufälligerweise am Ufer des Vosk aus dem Wasser gezogen hatte, etwas Neues für mich zu nähen. Das Stofffischen hat eigentlich schon immer zu einer meiner Stärken gehört, über die sich auch meine ehemalige Herrin oft gewundert hat. Wobei ich es ja sowieso sehr mit Wasser habe, perfekt schwimmen kann und auch beim Angeln nach Fischen nicht ganz ungeschickt bin. Seitdem ich jedoch nicht mehr für den einen oder anderen Fummel die Unterröcke meiner ehemaligen Herrin verarbeiten kann und abgeschnittene kratzige Kriegerärmel nicht als hübsches Kleidungsstück für eine Kriegerkajira so wirklich viel hergeben, weiß ich die zum Fluss gelegene, fantastische Lage des Hauses meines Herrn wirklich zu schätzen. 

Erstaunlicherweise schien er auch dieses neue Kleidungsstück an mir zu bemerken, denn für einen Mann hat er dafür eine wirklich enorme Beobachtungsgabe. „Ohja, so kannst du vor die Tür gehen Kajia“, war sein mit meiner neuen Errungenschaft offensichtlich zufriedener Kommentar nach genauer Musterung, bevor er leider auch schon seine Waffen anlegte. Erleichtert über sein Urteil wie ich war hätte ich mich zwar lieber noch ein wenig vor ihm hin und her gedreht, doch es war jetzt Zeit für das Waffentraining, an dem er endlich mal wieder teilnehmen wollte, nachdem er so lange hatte pausieren müssen. Schade nur, dass Dark schon wieder nicht mit ihrem Herrn mitgekommen war, der bei unserem Eintreffen an der Trainingswiese bereits von dem Hauptmann gescheucht wurde und dabei tatsächlich so alt aussah, wie er immer tut. Naja, der Hauptmann hatte in den letzten Hand auch jede Menge zusätzliche Trainings absolviert, um meinen Herrn im Duell um diese Grüne zu besiegen.

Ich hatte Glück, dass Hadi diesmal die Erlaubnis zum Zuschauen von ihrem Herrn bekommen hatte und konnte daher ein wenig dem Kajiratratsch mit ihr frönen, während ich meinen Herrn selbstverständlich nicht aus den Augen ließ, der von Hadis Eigentümer leider ganz schön traktiert wurde. Sein Trainingsdefizit machte sich anscheinend doch ganz schön bemerkbar. Trotzdem war er für mich natürlich der tollste Mann weit und breit. Schließlich traf übrigens noch eine weitere Zuschauerin ein, leider allerdings immer noch nicht Dark, sondern die Sängerin, die auf mich erneut den Eindruck erweckte, als ob sie nur wegen Darks Herrn dort war. Ihre Augen klebten nämlich ständig an ihm und die ihrer Kajira anscheinend auch. An den Gerüchten über die beiden Freien muss also wohl tatsächlich etwas dran sein. Doch das Gebalze von Darks Herrn, der übrigens wieder sehr nett zu mir war, geht mich selbstverständlich nichts an, auch wenn ich mit Dark wirklich mitfühlen kann.


Da die Spannungen zwischen meinem Herrn und seinem ehemaligen Mentor immer noch nicht wirklich beigelegt sind, war ich eigentlich ganz froh, dass sich der alte Mann wenigstens dazu herabließ eine Minirunde mit ihm zu trainieren… natürlich nicht ohne hinterher entsprechende Kritik über das Trainingsdefizit meines Herrn loszulassen. Aber egal, ich glaube sowas lässt er inzwischen einfach von sich abprallen. Nach der Verletzungspause war er wohl vor allem erleichtert, sich ohne Schmerzen wieder bewegen zu können. Trotzdem war ich richtig froh, dass er es auch nicht gleich übertreiben wollte und sich daher alsbald für einen Paga auf die Gasthausterrasse zurückzog. Da die anderen Gäste dort erst etliche Ehn später eintrafen, nutzte er die Gelegenheit, sich über meine Dienste beim Schmied am Vortag zu informieren. Schade war nur, dass ich nichts über den Werdegang seines neuen Schwertes herausbekommen habe… irgendwie hatte ich total vergessen danach zu fragen.


Naja, die Kennzeichnung von Felis Po mit dem Zeichen ihres Herrn hatte mich auch ganz schön beschäftigt und tat es noch. Vor allem die Begründung des Schmieds hatte mich wegen der Blume auf meiner rechten Schulter ziemlich ins Grübeln gebracht. Ich befürchtete nämlich, dass ich meinem Herrn vielleicht gar nicht so richtig gefalle, zumal ich figurmäßig ja auch nicht mit den üppig gebauten Matronen mithalten kann, die so wunderbar dem goreanischen Schönheitsideal entsprechen. Später zuhause nutzte ich dann auch gleich die Gelegenheit, als wir über zusätzliche Bogentrainings mit mir als Zielkajira sprachen. Ich kann gar nicht sagen, wie erleichtert ich war, als mein Herr mir erst über meinen Bauch, dann über meine Hüften und zuletzt über meine Brüste strich und dabei zufrieden schmunzelnd von sich gab: „Also ich finde es hier und hier und hier genau richtig, meine Scharlachrote“.

Leider meinte er jedoch breit grinsend dann, dass ich mit größeren Brüsten noch etwas an Wert gewinnen und sich daher eine Essensumstellung vielleicht bezahlt machen würde. Ohje, ich hasse den ekeligen Sklavenbrei wirklich, aber wenn er verhindert, dass ich zwar nicht dicker, aber auch nicht verkauft werde, dann quäl ich mir den lieber weiter hinunter…zumindest gerade so viel, um nicht dünner zu werden. Doch zum Glück beabsichtigt mein Herr überhaupt nicht mich zu verkaufen, zumindest nicht solange er nicht alles verloren hat, was er sonst noch besitzt. Und er würde mich sogar in einem Duell verteidigen, falls ihn jemand herausfordern würde, denn ich bin es natürlich nicht wert, eine solche Herausforderung abzulehnen… das wäre nämlich unehrenhaft.


Puhh, danach war ich so erleichtert, dass ich mich nun endlich zu fragen traute, ob ihn die Blume auf meiner Schulter stört, weil sie ja von meinem ersten Herrn ist. Doch er sagte dazu nur, dass ich sie schon getragen habe, als er mich das erste Mal sah und er sie außerdem ganz ansehnlich findet. Hätte ihn dieses Mal gestört, hätte er es in den Verhandlungen mit meiner ehemaligen Herrin erwähnt. Eigenartigerweise wollte er nun jedoch wissen, ob ich auf die Kajira des Schmieds neidisch bin, weil sie ein Zeichen ihres Herrn trägt und ich keines von meinem. Darüber hatte ich eigentlich noch gar nicht nachgedacht und wollte es auch nicht, gab aber letztendlich von mir, es nicht zu sein, während ich sehr sanft über meinen Kragen strich. „Kajira, du trägst etwas, das von mir kommt... etwas, das du immer spüren kannst und das du genauso wenig los wirst, wie die Blume auf deiner Schulter.“ :-)))))

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