Mittwoch, 14. Januar 2015

Kajirafunk

Nachdem mein Herr so überraschend zu einer unerwarteten und leider ziemlich anstrengenden Nachtwache eingeteilt worden war, verspürte er am nächsten Tag logischerweise keinerlei Lust vor die Tür zu gehen. Klar, Schlaf ist natürlich wichtig und musste auch unbedingt nachgeholt werden, nur tat ich mich nach dieser Information schwer damit, sein Haus mal wieder alleine zu verlassen. Viel lieber hätte ich eigentlich ebenfalls einem ausgiebigen Schönheitsschlaf gefrönt. Doch wünsch dir was gibt es für eine Kajira natürlich nicht. Außerdem hatte ich dem netten Schmied immer noch nicht das kleine Geschenk meines Herrn für die Polierpaste überbracht, die er ihm in seiner freundlichen Art nicht berechnet hatte. Außerdem wollte ich vielleicht noch ein wenig den Kajirafunk abhören.

Nachdem von meinem Herrn leises Schnarchen zu hören war, schnappte ich mir ein ziemlich großes Rep-Tuch, mit dem ich zum Larmabaum in seinem Garten lief. Das Geschenk sollte nämlich aus einigen saftigen Larmas bestehen, die ich nun frisch vom Baum pflückte und in dem Tuch zu einem kleinen Bündel verknotete. Vielleicht hatte ich an diesem Tag ja Glück und traf den Herrn in seiner Schmiede, andernfalls wollte ich es bei ihm zuhause versuchen. Die Schmiedewerkstatt war zwar verwaist, aber die Priesterkönige müssen trotzdem ein Einsehen mit mir gehabt haben, denn ich entdeckte den Gesuchten mit seiner Kajira auf dem Marktplatz. Lustigerweise dachte er offensichtlich, ich sei mit meinem Bündel auf dem Weg zum Waschplatz am Bach, denn er fragte mich nach meiner Begrüßung: „Na Dina, große Wäsche heute?“

Mist, leider zu spät bemerkte ich, dass Feli Obst in der Hand hielt, das ihr Herr anscheinend gerade erst vor wenigen Ehn bei einem der Händler am Hafen gekauft hatte. Breit grinsend empfand er das Larmageschenk meines Herrn anscheinend aber trotzdem als Ehre, die man nicht ausschlagen kann. Na klar, von weit her angereistes Obst aus Schendi kann natürlich nicht mit frisch gepflückten Larmas aus einem jortsschen Garten mithalten! Ich freute mich jedenfalls, dass das Obstbündel nun also doch von meinen Händen in die von Feli wechselte, die sogleich ankündigte, demnächst wieder Larmakuchen zu backen. Anscheinend isst ihr Herr diesen Kuchen genauso gerne wie meiner, vor allem wenn er selbstgebacken ist, denn die Wucherpreise der Bäckerin kann sich ja niemand leisten. Außerdem scheint die Herrin verschollen zu sein.

Da Feli beim Backen wohl gelegentlich Probleme mit dem Gelingen hat, kam ihr die zusätzliche Larma-Lieferung offensichtlich ganz gelegen. Für ihren Herrn waren die von mir erwähnten Preise der Backwaren übrigens das Stichwort, sich nach dem Verbleib der Bäckerin zu erkundigen. Doch darüber konnte ich leider nichts Näheres erzählen, erwähnte aber die Überlegungen des Händlers das Haus möglicherweise abreißen zu lassen, die ich vor kurzem mitbekommen hatte, bevor sich das Gespräch dann ja wieder seinem Werben um die Grüne zuwandte. In Sachen Gefährtenschaft wussten Feli und ihr Herr allerdings nicht mehr als ich. Es ist wohl immer noch alles offen, auch wenn die Herrin ständig mit dem Hauptmann gesehen wird. Interessant war zu erfahren, dass der Schmied dem Hauptmann an diesem Tag einen neuen Sklavenkäfig angeliefert hatte… mit drei Etagen übereinander, die Hauptmannskajirae sollen zukünftig anscheinend gestapelt werden. Aber nach der Stadtgesetzänderung will der Krieger sich ja mit Sklavenhandel zusätzliches Geld verdienen.

Richtig nett fand ich übrigens, vom Schmied eingeladen zu werden, ihn und Feli zu seinem Haus zu begleiten. Er mochte anscheinend nicht mehr länger auf dem Marktplatz herumstehen, sondern sehnte sich wohl nach seiner Bank vorm Haus und einem wärmenden Lagerfeuer. Während seine Kajira ihm einen Kalana servierte, nutzte ich die günstige Gelegenheit zur genaueren Betrachtung ihres nackten Hinterteils. Die körperlichen Qualitäten anderer Kajirae zu kennen, ist eigentlich nie verkehrt. Mit Erstaunen bemerkte ich nun, dass sie das gleiche Tatoo eines Vogels auf ihrem Po hatte, wie ihr Herr auf seiner Brust. Er hatte mir seinerzeit ja erklärt, dass es das Zeichen seines Hauses ist und erzählte mir nun, er habe Feli damit als unverkäuflich gekennzeichnet, weil sicher niemand Interesse haben wird, eine Kajira mit einem privaten Zeichen zu kaufen.


Leider bewegte sich dieses Thema dann aber in eine Richtung, die mir ein wenig unangenehm war, weil mir dazu nämlich kein Urteil zusteht. Doch zum Glück kamen wir davon mit dem Eintreffen des Sattlers und Ravi schnell wieder ab. Der Lederarbeiter war wohl eigentlich auf dem Weg nach Hause gewesen, erkundigte sich nun aber lachend bei seinem Nachbarn, ob dieser sich als Kajirae-Unterhalter betätigte und erhielt von dem breit grinsenden Schmied prompt zur Antwort: „Ich bereite beide gerade auf den Dienst in meinen Fellen vor.“ Nur logisch also, dass der Lederarbeiter jetzt fragte, ob er ihm zusätzlich auch noch sein Mädchen ausleihen soll oder ob ihm Feli und ich reichen. Danach versagte der Kajirafunk übrigens kurzfristig und es folgte ein ziemliches Durcheinander von Missverständnissen, das ich jetzt wahrscheinlich auch nicht mehr ganz zustande bekomme.

Egal, so viel weiß ich noch… das Gespräch drehte sich schließlich um die von einem Mann in den Fellen zu schaffende Anzahl Kajirae und ob für das Feuer von sieben oder acht Sklavinnen spezielle Trainings erforderlich sind. Zumindest meine Gedanken kreisten dabei natürlich immer noch um die Felle, doch Feli erwähnte merkwürdigerweise plötzlich Trainings unter Männern und der Sattler fragte ungläubig, was ich denn davon verstehe. Irgendwie hatte ich Felis Herrn bislang jedenfalls total anders veranlagt eingeschätzt, denn die Neigungen von meinem Herrn sind mir nach inzwischen zwei Märkten ziemlich gut bekannt. Letztendlich stellte sich dann aber doch heraus, Feli sprach von Waffentrainings und ich dummes Vulo hatte doch tatsächlich angenommen, sie meinte in den Fellen ihres oder meines Herrn würden sich Männer wälzen! ;-)

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