Sonntag, 11. Januar 2015

Rotkastige Werbepläne

Nachdem ich meine Aufgaben erledigt hatte, entschloss ich mich, meinem Herrn entgegen zu laufen, denn ich erwartete ihn bald von seinem Tarnflug zurück. Dementsprechend richtete sich meine Konzentration logischerweise zum Himmel und Richtung Tarnturm, weil ich seine Landung dort natürlich nicht verpassen wollte. Tja, ich war jedoch zu spät dran und brauchte gar nicht mehr bis in die Oberstadt laufen, sondern traf ihn zusammen mit dem Hauptmann am Hafen. 


Wie nicht anders zu erwarten, unterhielten sich die beiden Männer schon wieder über das Werben des Hauptmanns um die Grüne bzw. die diversen Möglichkeiten, wie er sich den entscheidenden Vorteil und gleichzeitig den Händler ins Hintertreffen bringen kann. Auch wenn mein Herr den Kampf mit dem Hauptmann verloren hat, ist es ihm nach wie vor ein großes Anliegen, seinen Vorgesetzten dabei so gut es geht zu unterstützen und zu beraten, denn ein Krieger akzeptiert selbstverständlich die Entscheidung von Stahl. Bei meinem Eintreffen gab er gerade zu bedenken, dass der Hauptmann aufpassen muss, beim Werben um dieses hochkastige Weib nicht mit einer Waffe zu kämpfen, mit der er schwächer als der Händler ist. 

Auch wenn ich selbstverständlich nicht oder nur ganz wenig neugierig bin, spitzte ich nun meine Ohren, denn die beiden Herren erörterten diverse, wirklich interessante… ich sag mal Möglichkeiten, um den Nebenbuhler des Hauptmanns auszustechen. Ich will nicht sagen, dass sie Intrigen schmiedeten, denn das klingt irgendwie negativ und außerdem ist der Hauptmann schließlich ein Krieger und damit ein Mann von Ehre. Aber Ehre hin oder her, er muss natürlich auch bedenken, welchen Schaden seine Ehre nehmen wird, wenn er das Werben gegen diesen stinkreichen Händler von niederer Kaste verliert, der dann wahrscheinlich händelang durch Jorts nur noch mit einem selbstzufriedenen Grinsen auf dem Gesicht herumstolzieren wird. Über die rotkastigen Werbepläne werde ich daher natürlich Stillschweigen bewahren.


Letztendlich wandte sich das Gespräch aber auch einem anderen Thema zu, nachdem ein weiterer Krieger hinzugekommen war, von dem ich weiß, dass sein Verhältnis zu den Grünen etwas gespannt ist, weil er wohl mal bei einer Beschaffung von medizinischen Dingen ziemlich verschaukelt worden war. Aber darüber weiß ich nichts Genaueres. Außerdem war sehr interessant, was er von seiner Reise zu irgendeiner Pfütze in der Tahari zu berichten hatte, von der er sich jetzt bei seinem Kastenersten zurückmeldete. Die Gastfreundschaft dort bezeichnete er übrigens als bestenfalls lausig, auch wenn wohl ein paar hübsche Frauen dort waren. Läuse hatte er sich zum Glück jedoch keine eingefangen, sondern war nur sandig geworden bei diesem ansonsten gänzlich uninteressanten Wasserloch zwischen jeder Menge Sandhaufen.


Ehrlich gesagt war ich nicht gerade traurig, die Schmiede an diesem Tag ausgestorben zu sehen, als wir auf dem Heimweg daran vorbeiliefen, auch wenn ich dem netten Schmied immer noch nicht das kleine Gegengeschenk meines Herrn für die Polierpaste überbracht habe. Stattdessen war es einfach obertoll, dass mein Herr nach seinem Zuhausepaga schließlich keine Lust mehr verspürte, an diesem Tag noch einmal vor die Tür zu gehen… manchmal ist es zu Hause eben am Schönsten! :-)))

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