Freitag, 27. Februar 2015

Handstütze

Als ich um die Ecke der Schmiede auf den Weg zum Marktplatz einbog, sah ich gerade noch die weiße Stadtkettenkajira eilig das Weite suchen. Da ich mit dieser Sklavin eigentlich nichts weiter zu tun habe, kümmerte ich mich nicht darum, stoppte allerdings im Durchgang zwischen Schmiede und Brauerei ab, als nun der laute Ruf des Grünen „beweg gefälligst deinen Hintern hier her“ zu hören war, gefolgt von einer äußerst unwirsch gebrummten Bestätigung des Hauptmanns. Die beiden Herren standen vor dem Eingang zur Terrasse und ihre Mienen sahen nicht gerade begeistert aus, während sie der weglaufenden Weißen hinterher schauten, sodass ich mich nun lieber möglichst unauffällig an die Mauer der Brauerei drückte, um erst einmal zu sondieren, ob es für mich überhaupt empfehlenswert war, weiter zu laufen. Notfalls konnte ich mich nämlich Richtung Hafen verdrücken, da mir der große Baum auf dem Platz ein wenig Tarnung vor den Blicken der beiden ziemlich wütend aussehenden Männer verschaffte. Ich fand meine strategischen Rückzugsüberlegungen jedenfalls richtig kriegerkajiramäßg.

Die nun folgende Lektion wie sich eine Sklavin zu verhalten hat und dass sie vor allem ihre Brüste nicht festhalten muss, damit die nicht so wackeln, habe ich jedoch nur am Rande verfolgen können, weil ich mir bei der Suche nach Deckung irgendetwas schmerzhaft in meine Fußsohle getreten hatte, das dort leider steckengeblieben war. Während ich meinen Fuß nun einer Erste Hilfe Maßnahme unterzog, bekam ich daher nur am Rande mit, was die beiden Männer der aufmüpfigen Weißen in Sachen Benehmen und Grundhaltung für Kajirae beizubringen versuchten, bei dem übrigens auch der Name meiner ehemaligen Herrin fiel und ich mir ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen konnte. Allerdings wurde zusätzlich ab und an auch ein mit Stinkeblick gepaartes Brummen in meine Richtung gesandt. Das ignorierte ich jedoch geflissentlich, indem ich mich gerade dann immer besonders intensiv mit meinem Fuß beschäftigte.

Leider steigerten sich nicht nur das Brummen und die Stinkeblicke des Hauptmanns, sondern nachdem die Weiße schließlich weggeschickt worden war, wurde zusätzlich auch noch der Grüne auf mich aufmerksam, während der Hauptmann nun laut zu mir herüber rief, ob ich vom Schmied eingestellt worden bin, um das Feuer in seiner Esse zu bewachen. Wie gut, dass ich mit meiner kleinen Notoperation genau in diesem Moment fertig war und nach ein paar zögernden Testschritten wohl auch wieder ganz normal laufen konnte, denn ich wollte auf keinen Fall humpelnd vor dem Grünen erscheinen… auf eine Behandlung durch irgendein von diesem Herrn hergestelltes fieses Pulver legte ich nämlich absolut keinen Wert. Aber auf die typischen Kopfditscher des Hauptmanns war ich ehrlich gesagt auch nicht besonders scharf und hielt nach einer kurzen Abschätzung der hauptmannschen Armlänge lieber eine gewisse Distanz zu ihm ein.


Wie gut, dass sich während des nun immer unangenehmer werdenden Verhörs, bei dem ich mich gewaltig ins Zeug legen musste, um glaubwürdig, aber auch ehrlich zu bleiben, mich aber auch nicht um Kopf und Kragen reden durfte, der Platz erst mit dem Händler und dann auch mit dem Sattler nebst ihren Kajirae füllte, sodass der Hauptmann nun von mir abließ, da sich das Gespräch erst einmal anderen Dingen zuwandte, wie den letzten Händlervorbereitungen für seine kurz bevorstehende Reise und die geplante Orgie. Leider erkundigte sich der Hauptmann schließlich jedoch bei mir, ob mir etwas aufgefallen ist. Natürlich war mir etwas aufgefallen… ich war bislang nämlich tatsächlich um seine unangenehmen Kopfditscher herum gekommen, was nun aber selbstverständlich umgehend nachgeholt wurde und da ich kniend offenbar genau die richtige Größe habe, kam mein Kopf schließlich in den Genuss, als Ablage und Stütze der Hauptmannshand zu dienen, die mal mehr, mal weniger stark auf meinen Kopf drückte, zwischendurch aber ab und an auch meine Haare erstaunlich sanft durchwuschelte.



Meine Aufgabe als Handstütze wurde kurz unterbrochen als ich mit der Sattlerkajira zur Anprobe eines Halsbands für das Gianni der Hauptmannsgefährtin in die Oberstadt verschwinden durfte und als es den Rarius nach einem Paga gelüstete. Es wurde allerdings ein Stehpaga, sodass ich weiter den mal mehr, mal weniger starken Druck der Hauptmannshand auf meinem Kopf spüren durfte. Wobei ihm das Getränk an diesem Tag nicht zu bekommen schien, denn kaum kniete ich wieder neben ihm, gab sein Hinterteil merkwürdige Töne von sich, die mich vorsichtshalber die Luft anhalten ließen. So ausgiebig wie sich der Hauptmann dann immer wieder an seinem Allerwertesten kratzte, hatte er sich offenbar auch schon länger nicht mehr gewaschen... ich glaube baden ist wegen zu viel Kontakt mit sanft waschenden Kajiraehänden sowieso nicht so sein Ding.

Zum Glück hat er momentan die frühe Wache und zog sich relativ zeitig zurück, sodass ich die Gelegenheit ergriff, mich ebenfalls zu verdünnisieren. Bevor mein Herr nach Hause kam, wollte ich unbedingt nämlich noch meine Haare waschen, um mögliche Spuren des Hauptmannshintern zu beseitigen, denn er hatte seine Pokratzhand zwischendurch natürlich weiterhin auf meinem Kopf abgestützt.

Donnerstag, 26. Februar 2015

Bester Energielieferant

Das Timing war wirklich perfekt, denn kaum war mein frisch gebackener Larmakuchen einigermaßen abgekühlt, kam mein Herr vor dem Waffentraining noch einmal nach Hause, das ja wie immer Mitte der Hand an diesem Tag noch anstand. Ich war mir nicht sicher, ob er den leckeren Duft bereits in der Kriegerkaserne gerochen hatte, jedenfalls fragte ich ihn, ob vor dem Training noch genug Zeit für ein Stück Kuchen ist. Was für eine überflüssige Frage! Das Lächeln seiner grauen Augen, mit denen er mich zuvor zufrieden gemustert hatte, verwandelte sich nämlich. Gleichzeitig zog er seine Augenbrauen hoch und ich erfuhr: „Meine Scharlachrote, für Larmakuchen ist immer Zeit. Ich habe schon Larmakuchen gegessen, da musste ich in Ar in der Kaserne zum Appell und war spät dran... ich hab ihn eben im Laufen gegessen!"

Selbstverständlich bewies ich meinem Herrn nun ohne weitere Rückfragen umgehend, wie schnell ich sein konnte, um ihn mit meiner gebackenen Leckerei zu erfreuen. Ich glaube, der Kuchen war mir wirklich sehr gut gelungen, denn mit vollem Mund kauend, dabei gleichzeitig mit dem angebissenen Kuchenstück in der Hand herumfuchtelnd verkündete mein Herr mir nun, dass Larmakuchen wirklich der beste Energielieferant ist und eigentlich immer hilft. Dabei ist es total egal ob vor oder nach einem Training, nach einem Kampf, zwischen harten Kämpfen, auf langen Wachen und Märschen, auf denen man zu wenig Schlaf bekommt und bei sonstigen Entbehrungen. Mal sehen, ob es mir irgendwann gelingt, auch einen Kuchen der „Sorte atemberaubend“ hinzubekommen, wie ihn anscheinend die Kajira seines Vaters gebacken hat.


Trotzdem war die Energiezufuhr durch diesen Kuchen offensichtlich schon mal nicht schlecht oder eigentlich sogar ganz hervorragend, wie sich beim anschießenden Training zeigen sollte. Bestens gestärkt strebte mein Herr nach dem Kuchen nämlich sogleich zur Wiese hinter dem Hof, wo sich allerdings bislang nur der Hauptmann eingefunden hatte und die Kajira des Brauereikriegers, der an diesem Abend allerdings Spätwache hatte. Mein Herr war beim Schwerttraining mit dem Hauptmann jedenfalls so gut wie unschlagbar, wobei er ab und an selbstverständlich ebenfalls zu Boden ging und so tat, als ob der Hauptmann besser ist, denn er wollte seinen Vorgesetzten natürlich nicht frustrieren.

Nach 20 eindeutigen Runden, die mich darin bestärkten, öfter und vor allem möglichst Mitte der Hand Kuchen zu backen, reichte es meinem Herrn trotz bester Kondition dank des zuvor genossenen Energielieferanten dann aber doch, denn er hatte an diesem Tag ja noch einiges vor. Ich sollte vom Sattler vermessen werden, weil er meinen Körper gerne in fast nichts außer einigen ledernen Riemen sehen wollte und außerdem hatten die beiden Herren vor, nun in die genaueren Planungen ihrer Orgie einzusteigen, von der sie seit dem Markt in Enkara immer wieder sprechen. Die Teilnahme des Hauptmanns an dieser Veranstaltung war jedenfalls schon mal klar, da ihn die Meinung seiner Gefährtin dazu offensichtlich kein bisschen interessierte… aber das war eigentlich auch nicht anders zu erwarten, denn er ist ja ein richtiger Goreaner der alten Schule.


Uiuiuihhh… das Nehmen meiner Maße dann durch den Sattler hatte es übrigens in sich! Also wenn sich das fertige Produkt so anfühlt, wie das Vermessen vor der Anfertigung, dann weiß ich jetzt schon, was ich zukünftig am liebsten anziehe. Wie verabredet kam der Lederarbeiter mit seiner neuen Rothaarigen nach dem Training zum Haus meines Herrn. Da sein Prinzip anscheinend genau wie beim Schmied „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ ist, gönnte er sich auch nur einen kurzen Schluck vom Begrüßungspaga und forderte mich dann auf, mich mit gespreizten Schenkeln und erhobenen Armen aufzustellen, damit er meine Maße nehmen konnte. Ich denke, ich muss nicht näher beschreiben, was in mir bei den Berührungen der Sattlerhände und seinem Knotenband entfacht wurde… von mir aus hätte sein Tun jedenfalls gerne noch etwas länger dauern können… aber die beiden Männer wollten ja auch noch über die Orgienplanungen sprechen.


Ich muss allerdings gestehen, dass die nun folgende Besprechung komplett an mir vorbeigegangen ist, da ich nach dem Anprobieren der verschiedenen Ballgrößen für den Knebel, der auf Wunsch meines Herrn nicht zu klein sein durfte, weil ich ja ab und an die Ehre erhalte, etwas sehr Großes in den Mund zu nehmen, irgendwie nur noch an eines denken konnte und dabei logischerweise immer kribbeliger wurde. Während ich nun wieder vor meinem Herrn knien durfte, legte er mir sanft massierend seine Hand auf mein Hinterteil und schob gleichzeitig seinen Fuß auf eine sehr erregende Art und Weise zwischen meine Schenkel, um ihn dort etwas zu bewegen. Nachdem schließlich auch seine Hände nicht untätig blieben und auf eine Art und Weise meinen Körper erkundeten, dass ich befürchtete zu Verglühen, fand ich meine Leistung wirklich grandios, trotzdem den Aufbruch des Sattlers mitzubekommen.


Keine Ahnung wie es mir gelang, dem Herrn bei seiner Verabschiedung die Tür zu öffnen, obwohl mein Sklavenfeuer inzwischen lichterloh brannte und kurz davor war mich zu versengen. 

Hach, der Tag endete jedenfalls wundervoll… aber mein Herr hatte mir zuvor ja bereits verkündet, dass Larmakuchen der beste Energielieferant ist. Nur dass die Wirkung einer Larma im Kuchen noch besser ist als ohne Teig, war mir bislang nicht so ganz klar gewesen...............^^

Mittwoch, 25. Februar 2015

Deckung und Tarnung…

schon ganz gut… Imitationen allerdings noch verbesserungsbedürftig.

Endlich durfte ich meinen Herrn mal wieder auf seinem Rundgang durch die Stadt begleiten, der gestern als erstes zum Hafen führte. Vor der Taverne genoss einer der Krieger seinen Kalana und war dabei umzingelt von drei Kajirae, von denen ich immerhin zwei ihren Eigentümern zuordnen konnte… nämlich Shani zum Händler und das angespülte Fundstück ohne Gedächtnis zum Grünen. Das dritte Mädchen hatte ich jedoch noch nie gesehen… sie gehörte anscheinend zur Stadtkette. Nachdem sich sämtliche Kajirae unter den musternden Blicken meines Herrn wohin auch immer verdrückt hatten, um ihren Aufgaben nachzugehen, nutzte er die Gelegenheit, sich bei dem Krieger erneut nach den merkwürdigen Steinen im Wald zu erkundigen.

Doch anscheinend gab es noch nichts Neues, da eine Ratsentscheidung immer noch ausstand. Nach dieser etwas unbefriedigenden Auskunft setzte mein Herr seinen Rundgang bald fort, da der andere Rarius offensichtlich nicht in Gesprächslaune war und ihm jedes Wort mehr oder weniger aus der Nase hatte gepuhlt werden müssen. Gleichzeitig ließ mein Herr aber wie immer wachsam seine Blicke über den Hafen schweifen und hatte dabei anscheinend den Händler zwischen den Häusern verschwinden sehen. Da der Herr Ratsmitglied ist, erhoffte er sich von ihm in der Sache mit den Steinen vielleicht mehr zu erfahren, als von seinem redefaulen Kastenbruder. Wir trafen den Händler letztendlich an der Schmiede, wo er gerade vergeblich geklopft hatte, weil der Schmied anscheinend einen Ruhetag einlegte und nicht in seiner Werkstatt war.


Leider machte ich mal wieder einen meiner klassischen Mauerfehler, die mir peinlicherweise tatsächlich öfter passieren. Wie es sich für eine Kajira gehört, war ich natürlich hinter meinem Herrn geblieben und beim Gruß auf die Knie gesunken. Tja, vollkommen richtig stellte der Händler darauf fest “jetzt isse weg!“, denn er war ebenfalls weg, weil sich zwischen uns nun die ziemlich hohe Mauer befand, sodass wir uns nicht mehr sehen konnten. Während ich mich jetzt eilig bemühte, mich schnell seitlich hinter meinen Herrn, dabei aber vor allem weiter nach links in den Durchgang zu knien, rettete er zum Glück die Situation mit seiner Erklärung, er habe mir Grundbegriffe von Deckung und Tarnung beigebracht und verursachte damit bei dem Händler ein belustigtes Schmunzeln.


Das letzte Wort über die Steine im Wald war tatsächlich noch nicht gesprochen worden, doch es sieht wohl ganz danach aus, dass sie entfernt werden… nur scheint noch offen zu sein, ob sie versenkt, vergraben, abtransportiert oder an wen auch immer verschenkt werden. Inzwischen tauchte noch der Sattler an der Schmiede auf und brachte den großen Vorschlaghammer des Metallhandwerkers zurück, den er sich anscheinend ausgeliehen hatte. Das war für meinen Herrn natürlich eine perfekte Gelegenheit, noch einmal auf die Orgie zu sprechen zu kommen, über deren Notwendigkeit er sich ja mit dem Lederarbeiter auf dem Markt einig gewesen war. Für eine solche Unternehmung war außer vielen Kajirae selbstverständlich noch viel wichtiger, dass ausreichend Getränke zur Verfügung standen. Kalana durfte selbstverständlich auch nicht fehlen, den der Händler nun aber in Aussicht stellte.

In Jorts mangelt es momentan anscheinend wirklich nicht an Sklavinnen… der Hauptmann scheint eine neue zu haben, der Grüne und der Sattler ebenfalls… natürlich schon wieder eine rothaarige, obwohl er angeblich rote Haare gar nicht so gerne mag… und auch an der Stadtkette sind wohl wieder einige Kajirae gelandet. Während sich mein Herr um den Überblick zu behalten, nun genauer nach den Besitzverhältnissen der beiden ihm unbekannten Mädchen von vorhin am Hafen erkundigte, weil man doch ein Schlachtfeld oder in diesem Fall den Markt immer im Blick haben muss, gab der Lederarbeiter lachend von sich, er habe in den letzten Tagen den Überblick verloren und sei gerade erst von drei Sklavinnen in seinem Haus überfallen worden. Naja, ein Handwerker ist eben kein Krieger. Über den Ort des Vergnügens, ob in der Taverne oder doch lieber am Wasserfall, bestand übrigens noch eine gewisse Uneinigkeit zwischen den beiden Männern, sodass mein Herr sich schließlich zu einem spontanen Orientierungsflug auf seinem Tarn entschloss.


Er wollte nämlich das Gelände am Wasserfall genauer zu inspizieren. Hach, dieser Flug auf Carolus war eine wirklich tolle Idee, denn ich liebe es auf dem Tarn mitzufliegen, aber noch viel, viel mehr liebe ich es, mich dabei ganz fest an meinen Herrn anzuschmiegen. Dennoch bin ich mir immer der Gefährlichkeit dieses großen Raubvogels bewusst und hielt mich vorerst dezent im Hintergrund, nachdem der große Vogel oben im Tarnturm auf der Plattform vor meinem Herrn gelandet war, der sich ihm dann aber wie gewohnt langsam näherte, um ihm erst einmal durchs Gefieder zu streichen. Den leisen Tönen, die Carolus dabei von sich gab, konnte man entnehmen, dass ihm dies zu gefallen schien, denn mein Herr schwang sich nun in seinen Sattel und forderte mich grinsend auf: " Kajira, willst du nach Hause laufen oder kommst du mit?" Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen.


Der Blick über die Stadt war wieder fantastisch, aber einen geeigneten Landeplatz am Wasserfall zu finden war anscheinend gar nicht so einfach… wobei die Suche von mir aus auch gerne noch etwas länger hätte dauern können, denn ich liebe es einfach, wenn mein Herr seinen Tarn durch das enge Felsentor hindurch lenkt und ihn gleich dahinter wieder hochzieht, sodass man das Gefühl bekommt, der Magen rutscht einem zwischen die Ohren. Für solche Situationen hat es sich übrigens als äußerst vorteilhaft herausgestellt, dass ich von der ekeligen Sklavenbreipampe immer nur das Nötigste esse, damit mein Magen so gerade eben nicht knurrt und ich nicht dünner werde. Dadurch ist jedenfalls anscheinend wohl nie genug in mir, um etwas davon aus den Ohren... ach nee, aus dem Mund wieder herauszulassen.

Unheimlich fand ich übrigens, denn in einer solchen Situation war ich vorher noch nie gewesen, plötzlich alleine auf dem Tarn zu sitzen, nachdem mein Herr sich aus dem Sattel geschwungen hatte, um sich das Gelände in Sachen Orgie kurz genauer anzuschauen. Noch unheimlicher wurde es allerdings, als ich auch noch Stimmen hörte und mein Herr schließlich mit gezogenem Schild und Schwert im Unterholz verschwand. Als der Tarn dann auch noch einen unheilverkündenden Schrei ausstieß, sah ich ihn schon mit mir abheben, allerdings leider ohne seinen Reiter. Das galt es natürlich zu verhindern, sodass ich mich dazu entschloss, beschwörend und beruhigend auf Carolus einzuflüstern. Ich war mir nämlich nicht sicher, ob ich schnell genug aus dem Sattel kam, wenn der große Vogel plötzlich seine Schwingen ausbreitete, um wegzufliegen.



Doch Carolus beruhigte sich zum Glück wieder und brachte uns später auch wohlbehalten nach Hause. Dort am Waldrand wurde ich nun jedoch von der Stimme meines Herrn abgelenkt, der auf den laut zu hörenden Ruf „Halt wer da!“ noch lauter mit „Hier ist eine ganze Kohorte der Wache von Jorts Fähre!“ antwortete, sodass ich mich veranlasst sah, mit tiefer Stimme sofort zu bestätigen: „Kohorte meldet, alles im Griff!“… oder so ähnlich. Wie gut, dass die unbekannte Stimme nun in das wohlbekannte Plärren vom Hauptmann überging und irgendwer laut loslachte, er habe Dina gehört. Meinem Herrn wurde sogar empfohlen, mich zukünftig lieber zu knebeln, weil ich ja nicht zu überhören bin. Pahhh, die werden sich noch wundern, wenn ich die Imitation von Krieger Heinz erst besser geübt habe… dann denken die wirklich, dass dort tatsächlich eine Kohorte unter der Führung besagten Kriegers ist. ;-)

Dienstag, 24. Februar 2015

Ohne Gewähr

Da mein Herr erneut Spätwache hatte, lief ich alleine Richtung Marktplatz, um mich vielleicht irgendwo nützlich zu machen. Wobei ich zugeben muss, dass ich recht vorsichtig an der Hauswand der Schmiede entlang schlich, um aus möglichst großer Entfernung lieber erst mal zu eruieren, auf welche Freien ich möglicherweise treffen würde… sicher ist sicher, auch wenn ich meine Dienste grundsätzlich immer anbiete, nur ab und an etwas weniger gern, manchmal aber auch richtig gern. An diesem Tag war meine Vorsicht jedoch komplett überflüssig. Auf dem Marktplatz war nämlich erstaunlicherweise niemand zu sehen, sodass ich vor lauter Erleichterung darüber vermutlich zu laut über „die reine Luft“ nachgedacht habe, denn plötzlich hörte ich „Nahaaa… tal Dina“ und ein leises Lachen. Ups, ich hatte total den Schmied übersehen, der es sich kippelnderweise auf einem Stuhl gemütlich gemacht und gleichzeitig seine Füße auf dem Schleifstein bequem abgelegt hatte.

Hach… wie toll, dass der Herr anscheinend bestens gelaunt war, denn er verzieh mir meinen Fehler sofort. Nicht nur darüber, sondern vor allem freute ich mich natürlich sehr, dass er anscheinend einer kleinen Ablenkung durch einen Klöhnschnack mit mir nicht abgeneigt war, obwohl er sich eigentlich gerade mental auf das Sortieren seiner vielen Aufträge vorbereiten wollte, denn ich mag den netten Schmied wirklich sehr gerne. Wobei ich für Herren dieser Kaste schon immer etwas übrig hatte, das war auch schon beim früheren Nachbarn meiner ehemaligen Herrin so. Wirklich eilig war das Sortieren der Aufträge aber wohl tatsächlich nicht und da der Herr seine vielen Vorbereitungen mal mehr, mal weniger dosiert und jetzt anscheinend Letzteres angesagt war, winkte er mich näher zu sich heran. Ursache für die gute Auftragslage war übrigens der Markt in Enkara gewesen, obwohl der gut aussehende Handwerker dort eigentlich nur ein paar Dinge hatte einkaufen wollen.


Einer seiner vielen Kunden tauchte leider genau zu dem Zeitpunkt auf, als die Hände des Schmieds meine Beine einer genaueren, äußerst vielversprechenden Untersuchung in Sachen geschundener Haut unterzogen… wobei ich meine Haut gerade wegen meines ständigen Kniens natürlich sehr sorgfältig pflege. Erneut war hieß also das Motto des Schmieds „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Sein Kunde war übrigens der Sattler, dem die Metallfesseln um die Gelenke seiner rothaarigen Neuanschaffung nicht gefielen und der Kragen des Sklavenhändlers natürlich sowieso nicht. Mangels Schlüssel wollte er nun alles entfernen lassen, wünschte sein neues Mädchen ohne Metall, allerdings Hände, Füße und Kopf sollten möglichst dranbleiben. Mir kam bei diesem Auftrag für den Schmied die Ehre zu, ihm zur Hand zu gehen, was für mich als quasi ausgebildete Schmiedekajira natürlich kein Problem darstellte. Bei der Haarfarbe der neuen Sklavin kam mir übrigens in den Sinn, ob der Lederarbeiter eine Vorliebe für rote Haare hat?

Selbstverständlich wies der umsichtige Schmied seinen Auftraggeber noch auf das vielleicht ohrenbetäubende Gekreische der Kajira und die möglichen Nebenwirkungen und Risiken beim Abrutschen hin oder falls das Mädchen wegzuckt, sodass abgetrennte Finger herumfliegen, Blut durch die Gegend spritzt oder ihre Hand zu Matsch wird und die Knochen brechen, wenn er sie mit voller Wucht mit dem Hammer trifft. Er übernimmt solche Arbeiten nämlich grundsätzlich immer nur ohne Gewähr. Nicht weiter verwunderlich also, dass die eh schon ziemlich blasse Kajira noch blasser wurde und ihr anfangs noch freches Mundwerk in leises, piepsendes Gestammel überging. Sie hielt jedenfalls still und ich zusätzlich noch die Luft an. Letztendlich blieb an dem Mädchen alles dran, nur eben das Metall nicht… obwohl der Schmied von den ausladenden, wackelnden Brüsten der Sklavin ziemlich abgelenkt war und einmal vermutlich sogar deswegen danebengehauen hat… dachte ich zumindest ursprünglich.

Doch inzwischen bin ich mir sicher, seine mangelnde Treffsicherheit war volle Absicht gewesen, um die Kajira schon mal so richtig kreischen zu hören, bevor es an das Öffnen des Kragens ging. Dabei fürchtete sie anscheinend wirklich um ihr Leben, während für den Schmied, den Sattler und mich nun ein Riesenspaß begann. Der Metallhandwerker kündigte nämlich an, den Halsschmuck mit einer alten rostigen Säge öffnen zu müssen, weil er damit die besten Erfahrungen gemacht hat. Der langsam in leichte Panik geratenden Kajira befahl er, sich vorsichtshalber ein paar Reptücher auf die Augen zu drücken, weil es blutig werden könnte. Danach reichte er die Säge zusammen mit einem Metallstück an den Sattler weiter und wies ihn mit einer eindeutigen Handbewegung stumm an, darauf zu herum zu sägen, gleichzeitig nahm er einen großen Bolzenschneider zur Hand.

Während die Sklavin nun mit zugehaltenen Augen schlagartig zu Stein erstarrte, bekam der Sattler das Zeichen zum Sägen und mir wurde unter den gleichmäßig quietschenden Sägegeräuschen nun endlich klar, was der Schmied vorhatte. Es war zwar etwas gemein, aber ich bin trotzdem fast geplatzt vor unterdrücktem Lachen, denn ich wollte den ganzen Spaß mit meinem Gekicher selbstverständlich nicht vermasseln. Tja, und schließlich setzte der Schmied den großen Bolzenschneider an, bedeutete mir der Kajira auf den Po zu hauen und drückte gleichzeitig sein Werkzeug zusammen, während er dabei total erschrocken nach weiteren Reptüchern rief… der Aufschrei der Ärmsten war bestimmt in ganz Jorts zu hören! Hach, wie schön, dass Todesangst so schnell verfliegt, denn ich glaube bereits auf dem Weg zum Haus des Sattlers, mit Aussicht auf den Kragen ihres neuen Herrn, war die ganze Aufregung schon wieder vergessen!


Nach diesen unterhaltsamen Anstrengungen hatte sich der nette Schmied seinen Feierabend wirklich verdient, denn er zog nun nicht nur seine Lederschürze aus, sondern auch sein Arbeitshemd und setzte sich zu mir auf den Boden. Beim Anblick seines fantastisch gebauten Oberkörpers spielte meine rotseidene Fantasie natürlich wieder sofort verrückt. Doch irgendwie schaffte ich es, mich zu beherrschen, zumal Informationen über frisch geölte Gitter am Tarnturm nicht nur sehr wichtig sind, sondern auch etwas ablenken. Zuletzt wurde ich übrigens noch mit einer leckeren Süßigkeit belohnt. Eigentlich steh ich ja gar nicht so auf Süßes, doch die Art und Weise, wie der Herr mir diese Leckerei zukommen ließ, die hatte es wirklich in sich… vor allem, weil ich auf einmal zusätzlich noch die Köstlichkeit aus dem Mund des Schmieds in meinem hatte… keine Ahnung, wie die dahin gekommen war.^^

Montag, 23. Februar 2015

Markt in Enkara

Bedingt durch die lange Patrouille meines Herrn mit leider ziemlich viel Gegenwind auf seinem Rückflug, war der jortssche Tross bestehend aus etlichen Kriegern, den beiden Ärzten und dem Händler nebst ihren Kajirae bereits zum Markt nach Enkara abgereist, als er nach Hause kam. So wirklich gut gelaunt war mein Herr darüber natürlich nicht, da er doch seine Eskorte zugesichert hatte. Doch zum Glück verstummte sein leicht ungehaltenes Brummen sofort, nachdem ich eilig mit seinem Gepäck zurückkam, das ja bereits fix und fertig nur noch auf unsere Abreise gewartet hatte und der Flug auf dem Tarn verlief auch ohne weitere Zwischenfälle, zumal der Wind nun nicht mehr von vorne, sondern eher von hinten kam.

Puhhh, was für ein Trubel! Bereits vor den Stadtmauern von Enkara hatten einige aus der Stadt flüchtende Freie… vermutlich unter Platzangst leidende Marktbesucher… meinen Herrn vor den Menschenmassen und möglichen Gehörschäden vorgewarnt. Doch das hielt ihn selbstverständlich nicht davon ab, sich selbst ein Bild zu machen. Die Begrüßung am Tor durch den dortigen Kommandanten war außerdem äußerst freundlich und als Angehöriger des Heimsteins von Jorts brauchte mein Herr nicht mal seinen Bogen ablegen. Dieses Privileg wurde sonst nämlich anscheinend nur noch den Kriegern aus Belnend zugestanden. Doch leider ging tatsächlich gleich hinter dem großen Stadttor ein fürchterliches Schieben und Gedrängel los und meinem Herrn wurde sofort klar, dass trotz der Freundschaft zur roten Kaste von Enkara an eine Übernachtung in der Stadt nicht mal ansatzweise zu denken war.

Von irgendwo laut zu uns herüberschallende Rufe wegen eines Diebstahls ließen meinen Herrn übrigens keine drei Ihn zögern, sondern umgehend die Kette an meinem Kragen befestigen. Es war in dem Geschiebe der vielen zwischen den Marktständen hin und her laufenden Menschen zwar nicht ganz einfach, ihm an der kurzen Kette zu folgen, dafür aber ein umso schöneres Gefühl, auf diese Weise zusätzlich unter seinem Schutz zu stehen, das ich total genoss und zu schätzen wusste. Wie gut, dass die Stimme des jortsschen Brauereikriegers so laut zu hören war, sonst hätten wir ihn wegen der Menschentraube vor seinen Stand mit Paga, Kalana und Ale bestimmt gar nicht gefunden. Wobei es bei den vielen anderen ausgetrockneten Kehlen dann für meinen Herrn doch nicht mit einem Getränk geklappt hat. Aber egal, ich glaube der Kommandant von Enkara hatte seinen Rachenputzer bei dem ganzen Trubel auch nötiger als er.


Wie gut, dass man am leeren Stand des Händlers aus Jorts Fähre wieder etwas zu Luft kam. Da zu diesem Zeitpunkt gerade niemand daran interessiert war, juristisch wasserdichte, belegbare Schuldscheine an ihn zu verkaufen, war nach einer freundlichen Begrüßung Gelegenheit für ein kurzes Gespräch und mein Herr erfuhr vom Händler schließlich sogar die Richtung, in die wir uns weiterschieben mussten, um den Marktstand des Sattlers zu erreichen. Vor kurzem beim Vermessen der Brauereikajira für ein ledernes Harness dabei gewesen, interessierte mein Herr sich nun nämlich sehr für das daraus entstandene Produkt, das der Lederarbeiter auf dem Markt anbot. Um dessen Geschäfte noch etwas anzukurbeln, brüllte er übrigens lauthals zur Begrüßung über die ganze Stadt: „Ah, der beste Sattler und Schirrmacher zwischen den nördlichen Wäldern und der Tahari… tal Val!“ Es kam mir fast so vor, als ob der Sattler dabei tatsächlich etwas verlegen wurde… aber ich kann mich auch getäuscht haben.


In der Genauigkeit, mit der mein Herr den Sitz der Lederriemen am Körper der Modell-Kajira prüfte, die sich der Lederarbeiter extra für diesen Markt von dem Brauereibesitzer ausgeliehen hatte, habe ich mich allerdings ganz sicher nicht getäuscht. Naja und so wie die Sklavin sabberte, schienen ihr die untersuchenden Hände meines Herrn zwischen Riemen und ihrem Körper wohl auch zuzusagen oder lag das etwa nur an dem Knebel den sie trug? Nee, auf keinen Fall… ich weiß ja wie toll es sich anfühlt, die Hände meines Herrn auf der Haut zu spüren. Da inzwischen weitere Kaufinteressenten am Stand des Sattlers auftauchten… die Gefährtin vom Hauptmann war nämlich geschickt worden, für seine neue Kajira ein Lederhalsband zu kaufen… einigte sich mein Herr schnell mit dem Lederarbeiter über den Preis für Lederfesseln, Knebel und Harness unter der Bedingung, dass sie demnächst zusammen eine schöne Orgie feiern, zu der der Schmied und noch ein paar Krieger eingeladen werden sollen. Uiiihhh, was für ein äußerst interessanter Vorschlag, auf den der Sattler natürlich sofort einschlug!

Schade fand ich nur, dass der Schmied auf dem Markt gerade einen guten, sehr alten Freund getroffen hatte und daher kaum Zeit für einen kurzen Plausch mit meinem Herrn fand. Trotzdem ging mir der Blick seiner mich musternden blauen Augen durch und durch und ließ ein paar sehr schöne Erinnerungen in mir aufkeimen, färbte meine Wangen vermutlich sogar etwas dunkler… aber das sah man bei dem inzwischen fortgeschrittenen Abend zum Glück wohl nicht.

Wobei der Markt sich immer noch nicht leerte. Im Gegenteil, nachdem mein Herr sich schließlich zur Rückreise entschlossen hatte, kamen uns vor dem Tor immer noch Menschen entgegen, die in die Stadt hinein strömten. Darunter war auch der anscheinend bestens gelaunte Kommandant von Belnend, der mir die große Ehre zuteil kommen ließ, meine Haare durchzuwuscheln. ;-))

Samstag, 21. Februar 2015

Angebot angenommen

Als ich an diesem Tag das Haus meines Herrn verließ, der leider bereits zu einer erneuten Spät- und Nachtwache hatte aufbrechen müssen, kam ich nur bis vor die Brauerei. Der Schmied war anscheinend gerade dabei, an der Brauereikajira die Ketten eines Sirik anzupassen. Doch davon bekam ich nicht mehr allzu viel mit, zumal ich bei meinem Gruß wie immer auf die Knie gesunken war und damit leider hinter der Mauer vor der Brauerei verschwand. Allerdings war es vor der Brauerei auch nicht uninteressant, da dem jungen Herrn aus grüner Kaste anscheinend auf einem seiner unfreiwilligen Spaziergänge eine Kajira zugelaufen war. 


Naja so ganz klar war ihr Status wohl nicht… gedächtnislos, ohne Branding, ohne Collar und offensichtlich nicht ausgebildet konnte sie durchaus auch eine Freie sein. Wobei sie ständig ihre Hände über dem Kopf kreuzte, sodass es wirklich so aussah, als würde sie für ihre Unterwerfung üben. Es war übrigens ein schönes Gefühl, als der nette Schmied sich schließlich neben mich stellte und mir durch die Haare wuselte. Lustigerweise war dem Grünen ziemlich unbehaglich bei dem Gedanken und wohl auch nicht so ganz klar gewesen, nun der neue Besitzer dieses Mädchens zu sein, sofern sich nicht in den nächsten fünf Tagen der eigentliche Besitzer meldet. Doch mit ein wenig gemeinschaftlichem Nachhilfeunterricht durch die Anwesenden konnte dies schnell nachgeholt werden.


Die Sklavin bekam jedenfalls erst einmal Stahl um den Hals, nachdem der sonst meist sehr wortkarge Händler ein paar klare Worte gefunden, der freundliche Schmied ein Einsehen mit dem anscheinend nicht allzu gut gefüllten Geldbeutel des Grünen gehabt und sich mit ihm über den Preis für einen schlichten Kragen geeinigt hatte… wie gut, dass die Schmiedewerkstatt gleich nebenan ist. Merkwürdig fand ich nur, dass der Medicus seinem Mädchen ihren Halsschmuck nicht selbst umlegte, sondern dies von dem Schmied erledigen ließ. Naja egal, vielleicht sind grüne Finger für sowas auch nicht geeignet? Danach war es für den Medicus offenbar sehr wichtig herauszubekommen, ob das Mädchen vielleicht sogar lesen kann. Allerdings entschied er sich dagegen, ihr erneut auf den Kopf zu hauen, da dieser wohl bereits von einer Beule geziert wurde.

Bei den Überlegungen, wie man das Lesevermögen der Zugelaufenen testen kann, stellte sich nun heraus, dass der Grüne vor lauter Orientierungslosigkeit beim Suchen nach irgendwelchen Wegen noch nie das große Anschlagbrett an der Seitenwand der Brauerei bemerkt hatte. Da ein Grünkastiger logischerweise aber nicht ständig Schriftrollen bei sich trägt, schlug der pfiffige Schmied nun vor, die Kajira sich dort an einem der Aushänge versuchen zu lassen. Damit der Herr statt einmal nach links abzubiegen, jedoch nicht schon wieder das andere Links nahm und sonstwo landete, kam mir die Aufgabe zu, ihn schnell um die Hausecke der Brauerei zu führen. Allerdings befahl mir der Schmied, danach dann zu seiner Werkstatt zurückzukommen.


Für den letzten Befehl war ich dem Handwerker total dankbar, denn kaum hatte ich meinen Auftrag erfüllt, kam von dem Grünen auch schon: „Sag mal Dina, du hast grade doch sicher nichts zu tun oder?“. Ich hätte den Schmied wirklich knuddeln können, denn er hatte mich tatsächlich vor möglicherweise unangenehmen Aufträgen bewahrt und vielleicht auch vor angespitzten grünen Fingernägeln. Wobei ich mir nach dem Hinweis "Wenn das jetzt ein laufender Witz werden sollte, befürchte ich, dass ich den Sklaven hier etwas wieder abgewöhnen muss." in Zukunft Anspielungen auf die Orientierungslosigkeit des Herrn verkneifen werde und keinen Piep mehr darüber verlauten lasse, ob es egal ist, den Brunnen Richtung Gasthaus links oder rechts herum zu umrunden. 

Wie gut, dass der tolle Schmied an diesem Abend das vor kurzem von meinem Herrn ausgesprochene Angebot endlich annahm und mich besonders lange brauchte. Danach war der Grüne nämlich längst schlafen gegangen oder zumindest auf der Suche nach seinen Fellen irgendwohin verschwunden… andernfalls wäre ich wohl nicht drum herumgekommen, noch mal wie von ihm gewünscht im Gasthaus vorbei zu schauen. ;-)

Donnerstag, 19. Februar 2015

Opfer

Der Tag fing fantastisch an… mein Herr musterte mich nämlich von oben bis unten in einer Art und Weise, die mich den Weg seiner grauen Augen fast körperlich auf meiner Haut spüren ließ. Dann griff er mit einer Hand an den dünnen Stoff, des mich nur sehr knapp bedeckenden fast Nichts, schob dabei leicht seine Lippen vor, nickte langsam und schnalzte leise mit der Zunge, bevor er kundtat: „Was du da anhast meine Scharlachrote, gefällt mir sehr“. Es kam aber noch besser, denn mit kaum noch zu zügelnder Freude darüber, machte ich nicht nur einen kleinen Hüpfer, sondern drückte voller Dankbarkeit meine Lippen auf seinen Handrücken. Doch erst in diesem Moment wurde mir bewusst, was ich da tat, sodass ich schnell meinen Kopf tief senkte und um Verzeihung bat. Meinem Herrn gefiel offenbar aber meine Aufdringlichkeit, denn lachend forderte er mich nun auf, wenn ich schon seine Hand küsse, dann wenigstens richtig… ein Befehl, den ich mir natürlich nicht zweimal sagen ließ.


Leider nahte die Ahn des an diesem Tag angesetzten Waffentrainings viel zu schnell, sodass alles was mir gerade in den Sinn kam nun der Schwertkunst geopfert wurde. „Knapp aber gut“, „nur haarscharf daneben“ und „das war clever“ waren übrigens die anerkennenden Kommentare des kampferfahrenen Kriegers vom Hof zu der in meinen Augen wirklich tollen Leistung meines Herrn, auch wenn seine Tunika bei jedem Durchgang leider fast immer einen Grasfleck mehr aufwies, als die seiner Trainingsgegner. Aber für mich ist er ja eh der tollste Kämpfer weit und breit und der beste Herr sowieso. 

Vor lauter Begeisterung und Daumendrücken war mir jedoch komplett entfallen, zwischendurch in der Sattlerei nachzufragen, ob die in Auftrag gegebenen Armschienen vielleicht schon fertig sind. Zum Glück nahm mein Herr mir dieses Versäumnis jedoch nicht krumm und an der Sattlerei kamen wir auf dem Rückweg eh automatisch vorbei, nachdem er sein Training mit dem Hinweis beendet hatte, dass seine Stiefel für die inzwischen sehr milden Temperaturen definitiv zu warm waren. 


Der Sattler hatte mit der Anfertigung der ledernen Armschienen und der Reparatur des im Duell mit dem Hauptmann zerschnittenen Sandalenriemens der Handwerkerkaste von Jorts und seinem Heimstein jedenfalls mal wieder sehr große Ehre bereitet. Die Sachen waren nämlich nicht nur fertig und abholbereit, sondern waren auch ganz hervorragend gearbeitet. Den Sandalen sah man nämlich fast nicht an, dass einer der Riemen ausgetauscht worden war und für die Armschienen hatte der Lederarbeiter festes Boskleder verwendet, das aber trotzdem anschmiegsam war und sich dank der verstellbaren Schnallen perfekt an die muskulösen Unterarme meines Herrn anpassen ließ. Einen ziemlichen Schrecken bekam ich allerdings, als mein Herr den Sattler plötzlich nach etwas zum Hauen fragte. Mindestens genauso erstaunt wie ich erkundigte sich letzterer nach einem leicht irritierten Blick auf mich, ob mein Herr womöglich von einer Kurt sprach, denn sowas hat er als Lederarbeiter logischerweise immer da. 


Puhh, es ging zum Glück nur um den Test, ob die Armschienen richtig sitzen! Dafür war ein Besenstiel offenbar genau das Richtige, mit dem der Sattler nun versuchen sollte, den Kopf meines Herrn zu treffen. Vorher gab er dem Handwerker allerdings noch sein Wort, ihn für diesen Angriff nicht zu töten. Ich gestehe, als der Lederarbeiter mit dem Besenstiel ausholte, hab ich meine Augen ängstlich zugekniffen und auch erst wieder hingeschaut, nachdem ein lauter Knall zu hören war und mein Herr den Besenstiel plötzlich in seinen Händen hielt, den er nun dem Sattler breit grinsend mit den Worten zurückgab: "Entschuldige Val... Reflexe... die Armschienen sitzen perfekt". Ich bin jetzt übrigens gespannt, ob der Lederarbeiter seine an einer solchen Anfertigung interessierten Kunden auf dem Markt in Enkara zu meinem Herrn schicken wird, denn er will dort wohl ebenfalls hinreisen und ich darf mit!


Nach einer kurzen Unruhe mit einigen Irritationen über eine spazierengehende Freie, deren Heimstein irgendwo zwischen Belnend und einer für ihre ekelhafte Suppe mit oben drauf schwimmenden Fischaugen bekannten Stadt am Fayheen lag, was mir geografisch übrigens total unklar war, und dem Versprechen der Frau, zuhause nichts über die sicherheitsrelevanten Enthüllungen jortsscher Abneigungen gegen besagte Stadt und ihre fiese Suppe zu verraten, bevor sie sich eilig Richtung Hafen verdrückte, ging es dann weiter zu einem Trainingsabschlusspaga auf die Gasthausterrasse. Thema dort waren anscheinend erneut die merkwürdigen Steine im Wald und ihre Beseitigung. Es geht natürlich vor allem darum, nicht die Priesterkönige zu verärgern, wenn dies eine Opferstätte für andere Götter sein sollte, die wiederum aber auch auch nicht verärgert werden durften, sodass die Versenkmethode am Wasserfall letztendlich als die sicherste erschien. Die Steine bleiben dabei unversehrt, die Zeichen behalten jedoch ihre Kraft, sofern sie überhaupt sowas haben und die Götter merken den kleinen Höhenunterschied wahrscheinlich nicht, sofern die überhaupt irgendetwas mit dieser Stätte zu tun haben. 


Aber mal sehen, wie der Rat dazu entscheiden wird. Inzwischen war es spät geworden und die Nacht hatte sich über Jorts gesenkt. Genau wie die anderen Krieger zog es auch meinen Herrn schließlich nach Hause, da er am nächsten Tag wieder eine anstrengende Spätwache vor sich hatte. Während seine Atemgeräusche recht schnell in leises Schnarchen übergingen, hatte ich merkwürdigerweise jedoch ziemliche Probleme mit dem Einschlafen. Und um ihn mit meinem hin und her Wälzen nicht zu stören, entschloss ich mich spontan, noch ein wenig Frischluft am Voskufer zu schnappen. Tja, hätte ich geahnt, dass ich mich dort noch fast eine Ahn aufhalten würde, hätte ich mir bestimmt etwas übergezogen… wobei mir ja auch so, dank der Fürsorge eines netten Herrn nicht kalt wurde. 


Ich traf am Fluss nämlich den Schmied, der anscheinend ein ähnliches Bedürfnis gehabt hatte wie ich und sich durch meine Anwesenheit auch nicht gestört fühlte. Im Gegenteil, er erzählte mir, dass er dort oft am Wasser sitzt und den tollen Blick genießt, vor allem wenn die Wasseroberfläche des Vosk so wunderschön glitzert, weil sich unendlich viele Sterne darin spiegeln. Leider erzählte er mir aber auch, dass er diese Schönheit nach dem Markt in Enkara eine Weile nicht sehen kann und deswegen jetzt auf Vorrat schaut. Durch das Gespräch im Gasthaus über die mysteriösen Steine war ihm anscheinend klar geworden, dass es für ihn wohl an der Zeit ist, seinen nordischen Göttern zu opfern und ihnen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, die ihnen gebührt. Außerdem scheint er sich danach zu sehnen, mal wieder eine Weile im Freien zu leben, zu jagen und mit der Natur eins zu sein. 

Warum er einen kleinen Stein als Opfergabe ins Wasser geworfen hat, damit der Fluss mich beim Baden nie verschlingen möge, habe ich irgendwie kaum verstanden, denn ich bin doch nur eine Kajira und habe außerdem Badeverbot von meinem Herrn… aber davon wusste er natürlich nichts. Bei seinem Erwähnen eines Hemds ohne Taschen muss ich inzwischen aber wirklich wohl zu müde gewesen sein. Mein letzter Gedanke beim Einschlafen war jedenfalls, hoffentlich sorgen die Götter dieses Herrn dafür, dass er wie geplant den Weg aus den Wäldern zurück nach Jorts findet.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Geheimnisvolles

Ich war meinem Herrn an diesem Tag zum Marktplatz gefolgt und bekam bei unserer Ankunft dort gerade noch die Frage des jungen grünkastigen Herrn mit, der sich beim Brauereibesitzer nach einer „laufenden Wegbeschreibung“ erkundigte. Wegen seines schlechten Orientierungssinns war er offenbar am Kauf der Brauereisklavin interessiert. Übrigens behauptete er, eigentlich gar nicht links und rechts zu verwechseln… sein ständiges Verlaufen liege angeblich nur an den zu komplizierten Beschreibungen der hilfsbereiten jortsschen Bewohner. Doch da der Brauer zurzeit wohl nicht an einem Verkauf seines Mädchens interessiert ist und außerdem mit ihr zum Schmied wollte, verwies er den Medicus in Sachen Wegweiserkajira an meinen Herrn. Zu meiner Freude gab dieser jedoch sofort breit grinsend von sich, dass ich wegen meines Preises nicht in Frage komme… oder so ähnlich drückte er sich aus.


Über das Vermögen des Grünen habe ich selbstverständlich keinerlei Kenntnis, sodass ich diese Antwort eigentlich nicht so ganz verstand. Doch mir reichte natürlich vollkommen sein „Nein“, das mein Kajiraherz mal wieder einen Extrahüpfer machen ließ und mich veranlasste, mich überglücklich an sein Bein zu schmiegen. Nachdem der Medicus dann den Weg zum Gasthaus erstaunlicherweise tatsächlich alleine fand… naja, es war aber auch egal, ob der den Baum auf dem Marktplatz links oder rechts herum umrundete… setzte mein Herr schließlich seinen Rundgang fort, der natürlich wie immer auch auf die Stadtmauer führte. Dort oben mit herrlichem Blick über Jorts Fähre und das Vosktal erkundigte er sich nun, ob mir die Bedeutung seiner Antwort klar sei, was ja nicht ganz der Fall war. Während ich nun das wundervolle Gefühl seiner Hand an meinen Kragen spürte, erklärte er mir daher nun kurz seine Worte, über die ich aber versprochen habe, Stillschweigen zu bewahren.


Die nächste Station auf unserem Rundgang war übrigens der Hafen oder vielmehr einer der Stühle vor der Taverne, denn es war inzwischen Zeit für einen Paga. Ein anderer jortsscher Krieger hatte sich dort bereits mit einer Schnitzarbeit niedergelassen und erzählte meinem Herrn von sich vielleicht anbahnendem Ärger mit irgendeiner Oase. Doch mein Herr tat dies einfach als ein zusätzliches Training ab, über das zwar der Hauptmann informiert sein sollte und begann dann mit dem Krieger über „gute alte Tarnreitersitten“ zu fachsimpeln. 

Die möglicherweise verärgerten Oasenbewohner können wohl eigentlich froh sein, von dem jortsschen Rarius nicht gleich im Alleingang erobert worden zu sein, weil sie dem Wort eines Kriegers nicht glaubten. Aber manchmal ist es tatsächlich besser, einfach zu gehen. Das muss wohl auch die merkwürdig gekleidete, sich sehr seltsam benehmende Person erkannt haben, die sich offensichtlich verlaufen hatte und sich zu meinem Erstaunen beim Näherkommen plötzlich als Frau entpuppte.


Das Gespräch der beiden Krieger zuvor hatte sich übrigens erneut um die geheimnisvolle Stätte im Wald gedreht, die der Krieger vor einigen Tagen beim Jagen entdeckt hatte. Ihre Bedeutung war ihm jedoch immer noch gänzlich unklar, sodass die beiden Männer nun beschlossen, sich dort gemeinsam umzuschauen… vielleicht waren die geheimnisvollen Steine inzwischen ja auch auf genauso mysteriöse Weise wieder verschwunden, wie sie aufgetaucht waren? Waren sie allerdings nicht. Ein bisschen versteckt im dichten Unterholz hinter einigen orangerot leuchtenden Büschen befanden sich tatsächlich immer noch diverse große Steine mit eigenartigen Zeichen drauf, die von wem auch immer so bemalt worden sein mussten. 


Ich fand ja eigentlich, dass die Verzierungen ganz hübsch aussahen, wurde von meinem Herrn aber zum Schweigen verdonnert, weil diese Steine, warum auch immer sie dort waren und warum auch immer sie so aussahen wie sie aussahen, dort nicht hingehörten. Während mich nun doch leichte Furcht packte und ich mich bei jedem Rascheln im Wald ängstlich nach einer möglicherweise herannahenden Gefahr umschaute, rätselten die beiden Männer noch eine ganze Weile über die Bedeutung der Steine und der Zeichen. Doch sie kamen zu keinem Ergebnis und beschlossen daher, dass der Rat eingeschaltet werden muss. Dabei war oberstes Gebot, sich über diese geheimnisvolle Stätte im Wald vorerst möglichst bedeckt zu halten, um in der Stadt keine Panik zu verursachen. Das Wichtigste war vor allem, mit diesen bemalten Felsen nicht erneut den Zorn der Priesterkönige auf Jorts Fähre zu lenken, denn was das bedeuten konnte, war seit dem schrecklichen Inferno vor ungefähr vier Märkten in allen Köpfen noch sehr gegenwärtig. 

Puhhh, so sehr wie ich es sonst ja immer bedaure, wenn mein Herr seinen Wachdienst antreten muss, an diesem Tag war ich fast froh darüber, deswegen diesen geheimnisvollen, etwas unheimlichen Ort im Wald schließlich wieder verlassen zu können.

Freitag, 13. Februar 2015

Nicht der Hellste

Auf meinem Weg in die Oberstadt, ich vermutete meinen Herrn nämlich im Kastenhaus der Krieger, beschloss ich nicht den direkten Weg am Hafen entlang zu nehmen, sondern einen kleinen Minischlenker über den Marktplatz zu machen. Ich wollte schauen, ob der Schmied vielleicht in seiner Werkstatt war oder mein Herr möglicherweise sogar schon zurück und auf der Gasthausterrasse saß. Doch beides war nicht der Fall. Stattdessen traf ich die Brauereikajira und überredete sie nach einem kleinen Klöhnschnack, mich in die Oberstadt zu begleiten, da sie sich dort noch kaum auskennt und die Brauereikessel ihre Aufsicht momentan nicht brauchten.


Aus unserer Stadtbesichtigung wurde jedoch nichts, da ich gleich hinter dem großen Stadttor meinen Herrn im Gespräch mit dem Hauptmann und dem Grünen entdeckte. Anscheinend unterhielten sie sich schon wieder über das andere Links. Diesmal ging es dabei offenbar um den Arm meines Herrn, denn er korrigierte den Grünkastigen gerade: „Nein, das ist mein rechter Arm! Solltest du mir meinen Schwertarm jemals amputieren, egal ob du ihn für den linken oder den rechten hälst, dann erwürg ich dich mit dem anderen, das verspreche ich dir!“ Leider schien sich der Medicus vor seiner Antwort jedoch nicht überlegt zu haben, welche Reaktion er damit bei einem Krieger auslöst, denn er behauptet doch tatsächlich, mein Herr habe keine Kraft in seinem linken Arm, weil er ja immer nur den rechten, nämlich seinen Schwertarm benutzt und trainiert.

Zusätzlich forderte er meinen Herrn nun höhnisch auf, ihm eine Kraftprobe seines Nichtschwertarms zu demonstrieren. Damit hatte er jetzt wirklich eine Grenze überschritten, denn sogar der vorher noch zögerliche Hauptmann gab meinem Herrn nun die Erlaubnis zum Durchschütteln des Grünen. Das Schütteln fiel jedoch anders aus, als der Hauptmann es sich anscheinend vorgestellt hatte. Mein Herr machte nämlich einen Satz nach vorne und holte gleichzeitig mit der linken Faust aus, um einen zielsicheren Treffer am grünen Unterkiefer zu landen, bei dem der Kopf des Grünen zwar ganz schön durchgeschüttelt wurde, der Herr aber erstaunlicherweise nicht zu Boden ging. Lediglich seine Wange hielt er sich, als er erneut meinen Herrn anstachelte, ob das etwa schon alles war, was mein Herr mit seinem Anlauf zustande bekommt.


Nachdem der Hauptmann meinen Herrn nun anmeckerte „nicht schlagen, sondern hochheben“, gab dieser schließlich nach und packte den grünen einfach an seinem Gewandkragen, um den Inhalt des grünen Gewands nun mit seinem linken Arm hochzuheben, was für einen so durchtrainierten Krieger wie ihn natürlich keine große Sache war. Aufgrund gewisser Erfahrungen mit diesem Herrn vermute ich, dass nun mindestens ein angespitzter grüner Fingernagel zum Einsatz kam, denn der Grüne griff an den Oberarm meines Herrn, allerdings ohne damit bei ihm irgendeine Reaktion zu erzeugen… wobei ich nur den Hinterkopf meines Herrn sehen konnte, vielleicht war sein Gesicht ja auch schmerzverzerrt. Da sich das Gemecker des Hauptmanns inzwischen zum Gebrüll verstärkt hatte, gab der Klügere, nämlich mein Herr schließlich nach und setzte seinen Trainingspartner äußerst sanft wieder ab, strich ihm sogar noch den leicht zerknitterten Kragen glatt.


Tja, irgendwie hatte der Grüne aber immer noch nicht genug, denn er setzte seine Beleidigungen fort mit "ein ganz Starker bist du, also körperlich meine ich… nur geistig scheint dem wohl nicht so zu sein". Während ich nun ernsthaft darüber grübelte, wer hier tatsächlich nicht der Hellste ist, drohte er zusätzlich noch mit Konsequenzen, weil mein Herr seine Hand gegen eine höhere Kaste erhoben hatte. Das Ganze endete schließlich mit einem wutschnaubenden Hauptmann, der Richtung Gasthaus davon stapfte und einem immer noch überheblichen Grünen, der offensichtlich nichts dazu gelernt hatte und seinen mittlerweile anschwellenden Unterkiefer vermutlich zur Krankenstation bewegte. Wobei ich keine Ahnung habe, ob er sich auf dem Weg dorthin wieder verlaufen hat. Mein Herr steuerte nämlich für einen Paga die Taverne an, vor der sich bereits ein anderer Krieger niedergelassen hatte und den schönen Blick über den Hafen genoss.

Sehr erfolgreich war übrigens der Besuch meines Herrn einen Paga später beim Lederarbeiter, bei dem er sich eine besonders lange Peitsche kaufte, mit der er auch vom Tarn aus eine gute Reichweite hat. Da das Klima inzwischen immer milder wird, war es nun auch an der Zeit endlich die zerschnittenen Riemen der kaputten Sandale reparieren zu lassen, die ich schnell noch von zuhause geholt hatte.

Wie immer in der Werkstatt des Sattlers, musterte mein Herr die ausgestellten Lederanfertigungen, denn er interessiert sich wohl schon eine Weile für lederne Armschienen in der Art, wie sie der Sattler meistens trägt, auch wenn die Meinungen in der Kaste darüber wohl etwas auseinander gehen. Da Tarnreiter jedoch dafür bekannt sind Leder zu tragen und der Lederarbeiter perfekt geeignetes Leder sogar vorrätig hatte, war die Entscheidung schnell getroffen und die beiden Männer sich über den Gesamtpreis für Peitsche, Sandalenreparatur und Armschienen einig.


Mein Herr fand es wohl ganz interessant, dem Sattler noch beim Maßnehmen für die Ledersachen zuzuschauen, die er an der nackten Brauereikajira Ende nächster Hand auf dem Markt in Enkara zeigen will. Er hat mit ihrem Herrn nämlich vereinbart, sie als Modell auszuleihen. Und da mein Herr außerdem gerne noch die Einschätzung dieses Nichtkriegers zu dem Vorfall mit dem Grünen hören wollte, ließ er sich von dem freundlichen Handwerker zu einem weiteren Paga in der Sattlerei einladen. Tja, der Lederarbeiter ist zwar von niederer Kaste, aber wirklich nicht dumm, sondern ziemlich helle. Obwohl sehr muskulös gebaut, sagte er nämlich, dass er seine Stärke nie mit einem Krieger messen würde und sich auch nicht anmaßen würde, über die mangelnde Intelligenz des Kriegers herum zu tönen und schon gar nicht, nachdem er bereits mit seiner Faust Bekanntschaft gemacht hat… außer er möchte ums Leben kommen.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Lieber spät als nie

…nicht jeder Ko-Ro-Baner ist tatsächlich einer.

Trotz der vielen Spätwachen in den letzten Tagen war es meinem Herrn selbstverständlich wichtig, am Waffentraining teilzunehmen, sodass er sich relativ früh schon Richtung Wiese auf den Weg machte. Ich kam gestern jedoch erst eine Weile nach ihm dort an und schnappte gerade noch den Rest seines Gesprächs mit dem Hauptmann auf, der sich zuvor anscheinend noch eine kleine Vortrainingsstärkung gegönnt hatte. Besonders interessant fand ich eigentlich die Vermutung meines Herrn, dass diese Stärkung dem Hauptmann wohl dazu dienen sollte, das Gras besser zu vertragen, das er ihm zum Nachtisch beim Training zukommen lassen wollte. Doch dann flog auch schon sein Umhang auf mich zu und das Schwertfuchteln der beiden Krieger begann, während ich den Umhang wie eine Kostbarkeit hütete und ihn an mich drückte, damit ich ihn nicht wieder vergesse.


Es war übrigens ein sehr ausgewogener Trainingskampf, der beim 7:6 für den Hauptmann allerdings durch den grünkastigen Herrn plötzlich unterbrochen wurde. Ziemlich verwirrt um sich blickend, gab er mittelprächtig resigniert und laut stöhnend von sich, dass die Krankenstation wohl nicht auf der Wiese ist… er hatte sich offensichtlich verlaufen. Naja, und von Kriegertrainings scheint er auch keine Ahnung zu haben, glaubte er doch tatsächlich, es finde wegen einer Meinungsverschiedenheit ein ernstzunehmender Kampf statt. Während ich den orientierungslosen Verirrten natürlich schnell über das Waffentraining aufklärte, erkundigte sich mein Herr bei dem Hauptmann, ob der Grüne tatsächlich aus Ko-Ro-Ba stammt. Als in Ar Geborener ist er bekanntlich nicht gerade gut auf Ko-Ro-Ba zu sprechen, auch wenn sein Heimstein inzwischen Jorts Fähre ist. Später hat er mir noch genauer erklärt, dass die Feindschaft zwischen Ar und Ko-Ro-Ba wohl schon fast so lange wie Ko-Ro-Ba besteht, wobei Ar, die Mutter aller Städte, ja schon viel früher entstanden ist als Ko-Ro-Ba.

Insofern war es nicht weiter verwunderlich, dass mein Herr sich beim Hauptmann auch erkundigte, ob dem Grünen Schutz durch das Gastrecht gewährt wird. Durchaus verständlich, dass er bei der bejahenden Antwort seines Vorgesetzten nun wegen der Niederlassungsabsichten des Grünen äußerst abfällig brummte: "Ko-Ro-Baner... überall machen sie sich breit!" Ich glaube, er knurrte auch noch etwas über den zwar erhabenen, aber dennoch unverständlichen Willen der Priesterkönige, der Ko-Ro-Ba nicht durch die Kohorten Ars zu Staub und Asche hatte werden lassen… oder so ähnlich. Ach ja, und dem orientierungslosen grünkastigen Herrn machte er klar, dass ich sein Eigentum bin und nicht für Wegweisungen zur Krankenstation zur Verfügung stehe. Er wünschte nämlich, dass ich ihm mit meiner Anwesenheit weiter an der Wiese diene. Der Grüne musste sich also eine andere Führerin suchen oder den Weg selbst finden, was eigentlich nicht sonderlich schwer war.

Außerdem ist eine Wegbeschreibung „durchs große Stadttor und dann immer nur links“ doch wirklich total einfach zu verstehen… dachte ich jedenfalls. Tja, falsch gedacht, denn es gibt ja leider nicht nur links, sondern auch noch das andere, nämlich falsche Links, sodass man im Wald oder vor dem Händlerhaus landet! Wie gut, dass mit der Hauptmannsgefährtin Rettung eintraf und die Herrin ihren verirrten Kastenbruder nun unter ihre Fittiche nahm, um ihn sicher in die Oberstadt zu geleiten. Mein Herr und der Hauptmann konnten also endlich mit der zweiten Runde ihres Waffentrainings fortsetzen, die erneut mit 7:6 endete… diesmal allerdings für meinen Herrn. Bevor ich mich wieder voll auf die beiden Krieger konzentrierte, hörte ich übrigens noch den Grünen zur Hauptmannsgefährtin sagen, dass mein Herr besonders fleißig seine Fähigkeiten im Sticheln gegen Feinde Ars trainiert. 


Wobei der Herr natürlich nicht ahnen konnte, was nach dem Auftauchen des korobanischen Kriegers passieren würde. Beim Nähern hatte der Rarius anscheinend mitbekommen, dass es im Gespräch meines Herrn mit dem Hauptmann um Ko-Ro-Ba ging, denn er verdrehte nicht nur genervt seine Augen, sondern knurrte meinen Herrn sogleich an, er habe bei seiner Erzählung vor etlichen Hand über seinen Werdegang ungefähr so gut zugehört wie immer, nämlich offenkundig gar nicht. Vor Schreck über diesen sich erneut anbahnenden Disput zwischen den beiden Männern, wagte ich jetzt kaum noch zu atmen. Doch mein Herr erwiderte vorerst nur ruhig: „Tharkan, du hast mir gesagt, dass du aus Ko-Ro-Ba stammst und dort ausgebildet wurdest... mehr nicht. Ich erinnere mich sehr gut daran und danke immer noch den Priesterkönigen für meine Selbstbeherrschung!“ Ohje… und nun? Es kam mir so vor, als würde die Luft zwischen den beiden Männern vor Anspannung knistern.


Doch gemäß dem Motto „lieber spät als nie“, nämlich jetzt, nachdem jede Menge Wasser den Vosk hinunter geflossen war, stellte sich endlich heraus, welch ein Missverständnis zwischen meinem Herrn und dem korobanischen Krieger bestand. Der Rarius wurde nämlich gar nicht in Ko-Ro-Ba geboren, sondern dort lediglich ausgebildet und hatte dort auch nie seinen Heimstein!! Während sich in mir ein Gefühl breit machte, als ob mein Herz vor Spannung gleich zerspringen würde, ging mein Herr langsam auf den Nicht-Ko-Ro-Baner zu. Dicht vor ihm hob er erst seine Faust an die Schulter und streckte danach dem Krieger seine offene Hand entgegen, um sich zu entschuldigen: „Es tut mir von Herzen leid, dass ich dich für einen Ko-Ro-Baner hielt und dich damit beleidigt habe, Tharkan… nimm meine Entschuldigung an.“ 

„Ich wurde in Ko-Ro-Ba ausgebildet und in die rote Kaste aufgenommen. Ich habe keinen Anlass schlecht von dieser Stadt zu denken… im Gegensatz zu Ar, deren Legionen mir allen denkbaren Grund gegeben haben, es nicht zu mögen. Wenn du das akzeptieren kannst, vergesse ich gerne was die Luft zwischen uns verpestete.“ Nach dieser Antwort erwiderte mein Herr, wie fern es ihm liegt, einem Krieger vorzuschreiben, wie er über etwas zu denken hat, genauso wenig, wie er sich sein Denken von einem anderen vorschreiben lässt: „Tharkan, du hasst Ar, ich hasse Ko-Ro-Ba… daran wird sich nichts ändern. Aber wenn Ko-Ro-Ba nicht dein Heimstein ist und Ar nicht mehr meiner, sondern inzwischen Jorts Fähre, dann ist das kein Grund für einen Konflikt zwischen uns.“ Ich denke, ich muss nicht weiter erläutern, wie unendlich erleichtert ich nach diesen Worten war. Schade nur, dass das andere „D“ sie nicht gehört hat.


Nach den vielen Spätdiensten, dem tollen Training und vor allem nach der Beendigung dieses schrecklichen Konflikts hatte mein Herr sich nun einen besonders hingebungsvoll servierten Zuhausepaga jedenfalls mehr als verdient. Das entspannende Fußbad danach, kombiniert mit einer sehr sanften Fußmassage durch die zarten Finger seines Eigentums natürlich sowieso. Allerdings wurde mein Wellnessprogramm vor der Tür mittendrin plötzlich von einem ungewöhnlich lauten Platscher im Vosk unterbrochen. Selbstverständlich reckte ich sofort meinen Hals, sah jedoch außer einigen sich kreisförmig kräuselnden Wellen erst einmal nichts, bis sich meine ursprüngliche Vermutung, dass ein großes Fluss-Thalarion im Wasser Luftsprünge gemacht hatte, schließlich als Schmied entpuppte, dessen Kopf nun prustend an der Wasseroberfläche auftauchte.


Hach, was für ein Anblick… auch wenn der gut aussehende Herr es nach seinem Bad irgendwie viel zu schnell schaffte, sich nass wie er war in eine Hose zu zwängen. Von mir aus hätte das nicht sein müssen. Die beiden Männer hätten sich auch gerne noch eine Weile über die Länge von Schwertern unterhalten können. Doch leider musste der nette Metallhandwerker mangels Sklavenheizung noch Holz holen, denn trotz tagsüber milden Temperaturen sind die Nächte immer noch sehr kalt, vor allem wenn man alleine ist. Was das bedeutet kann ich wirklich gut nachvollziehen und war daher sehr froh, meinen Herrn später vor dem Einschlafen noch schläfrig murmeln zu hören: „Ich sollte mehr zuhause sein.“ Oder habe ich das nur geträumt?

Mittwoch, 11. Februar 2015

Schon wieder?

Während mein Herr leider schon wieder eine Spätwache erwischt hatte und ich diverse, vor allem recht zeitraubende Arbeiten erledigen musste, die hier allerdings nicht weiter von Interesse sind, kam ich erst relativ spät am Gasthaus an und war einigermaßen verwundert, die Terrasse erstaunlich leer vorzufinden. An einem der Tische saß nämlich nur der Händler, von dem sich der Krieger aus Ko-Ro-Ba bei meinem Eintreffen gerade verabschiedete. Hmmm… schon wieder verließ ein Rarius das Gasthaus, kaum dass ich dort auftauchte… war das wirklich Zufall? Ein wenig zu denken gab mir dieses Verhalten schon, da erst am Tag zuvor genau dasselbe passiert war, allerdings mit einem anderen Krieger. Ach was, ich bin doch nur eine Kajira! Sollten sich Freie an meinem Anblick oder meiner Gegenwart stören, würden sie mir das doch mit Sicherheit sagen.

Mit dieser Erkenntnis dann zwar einigermaßen beruhigt, verursachten mir die nun folgenden Worte des sich verabschiedenden Herrn trotzdem ein wenig Kopfzerbrechen, zumal ich mir überhaupt nicht erklären konnte, warum er ausgerechnet mich dabei anschaute. Die Verabschiedung von Freien mit ihrem typischen „diene mit… Kajira“ ist an sich ja nicht ungewöhnlich, allerdings neu und mir ziemlich unerklärlich war diesmal jedoch, warum der Ko-Ro-Baner nach seinem „dient mit Feuer und Leidenschaft“ noch ein „und………“ anfügte, dann eine kurze Pause einlegte, in der er mich breit grinsend anschaute und schließlich seine Worte mit „........einem bescheidenen Mundwerk“ noch ergänzte. Menno, ich hatte doch gar nicht schon wieder dazwischen geplappert!?!


Keine Ahnung, ob nach meiner geäußerten Befürchtung Krieger zu vertreiben, mich die Feststellung des Händlers beruhigen sollte, dass nun ja keiner mehr zum Vertreiben da ist. Wobei er wohl sowieso an meinem Können zweifelte, dies mangels anwesenden Kriegern zu schaffen. Aber egal, viel interessanter war in diesem Zusammenhang zu erfahren, dass anscheinend eine Delegation der jortsschen roten Kaste als Geleitschutz zusammen mit dem jungen korobanischen Medicus in den Norden gereist war. Doch nach unseren Erfahrungen am Vortag mit diesem Grünen waren logischerweise weder die Brauereikajira und auch ich nicht so wirklich traurig über die Abwesenheit des Herrn. Wobei ihre brennenden Hände sich letztendlich einigermaßen schnell wieder normalisiert hatten, nachdem sie das merkwürdige Pulver abwischen durfte, und meine von seinen angespitzten grünen Fingernägeln angestochenen Schultern natürlich auch.

Übrigens suchte auch der Händler wenige Ehn nach meinem Auftauchen auf der Gasthausterrasse das Weite. Doch dafür konnte ich schon wieder wirklich nichts, der vielbeschäftigte Herr hatte bestimmt noch Wichtiges zu erledigen. Mein Plappern mit der Brauereikajira, die sich in der kurzen Zeit seitdem sie dem Brauer gehört wohl inzwischen ganz gut eingelebt hat, kann diesen meist wortkargen bis stummen Freien eigentlich nicht gestört haben, denn wenn es so gewesen wäre, hätte er uns bestimmt ein paar Takte dazu erzählt. Ich finde einen kurzen Tratsch mit einer anderen Sklavin übrigens immer besonders nett, wenn unser Kajirafunk von freien Ohren ungestört ist. Selbstverständlich bemühe ich mich aber auch dann stets um ein „bescheidenes Mundwerk“, weil dies einfach meine Natur ist und ich gar nicht anders kann… glaube ich jedenfalls.


Nachdem die Brauereikajira leider schon wieder zurück an die Kessel ihres Herrn musste, bekam ich erstaunlicherweise zu später Ahn doch noch ganz gut zu tun. Es trafen nämlich zwei Fremde ein, die sich den Staub ihrer Reise von wo auch immer aus den Kehlen spülen wollten, merkwürdigerweise aber gar nicht wussten, wo sie an Land gegangen waren, nachdem die Fähre im Hafen von Jorts angelegt hatte. Na gut, die beiden zwar sehr freundlichen Reisenden hatten sowieso ein eher ungewöhnliches Benehmen. Doch warum Freie Vergiftungen befürchten und von einer Sklavin ihre Getränke vorkosten lassen, darüber habe ich mir natürlich kein Urteil zu erlauben. Außerdem konnte ich beim Kosten feststellen, welch ein wirklich leckerer Tropfen Kalana im Gegensatz zum Paga ist.

Kurze Zeit später gesellte sich noch der Herr aus der grünen Kaste von Ko-Ro-Ba dazu, der inzwischen von seinem Ausflug zurückgekehrt war. Er reagierte übrigens auf meine vorsichtige Frage, ob ich sein Wasser ebenfalls vorher probieren soll, zuerst ein wenig irritiert, nahm dann aber an ich sei durstig und erlaubte mir davon zu trinken… was ja aber gar nicht der Fall war. Über diese Freundlichkeit keimte in mir fast der Gedanke, dass dieser junge Herr ja eigentlich doch ganz nett ist, aber eben nur fast. Ich spürte nämlich gleichzeitig erneut seine Finger auf meiner Schulter, allerdings nur kurz und ohne Fingernagelstichgefühl. Trotzdem war mein Gedanke in Sachen „nett“ schlagartig wieder auf Sparflamme.


Wobei der Grüne recht spendabel zu sein scheint. Er bestellte nämlich noch einen großen Teller mit verschiedenen Früchten… den er übrigens mittig auf dem Tisch platzierte und nicht auf meinem Kopf… und lud die Fremden ein, sich zu bedienen. Dennoch mag er außer pieksenden Fingern auf Kajiraschultern tatsächlich auch gerne Dinge auf Kajiraköpfen. Diesmal deponierte er ein Stück Larma auf meinem mit folgendem Hinweis: "Wenn du es schaffst, das Stück in deinen Mund zu bekommen, ohne deine Hände zu benutzen, dann darfst du es essen." Hach, das war natürlich oberleicht. Trotzdem traute ich der Sache natürlich nicht und fragte mit nachdenklich kraus gezogener Stirn lieber vorsichtshalber noch einmal nach, ob es wirklich nur darum ging, die Frucht ohne Benutzung meiner Hände in den Mund zu bekommen. Tja, und genauso war es… also zack, den Kopf geneigt… das Larmastück fällt auf den Boden… einfach tief vorbeugen und die Frucht mit den Lippen aufnehmen… lecker! ;-)