Sonntag, 8. März 2015

Alles da

Da mein Herr am kommenden Tag wieder auf eine längere Patrouille musste, entschloss er sich, nach dem Turnier an dem Besäufnis... ähhmmm, der Feier wollte ich natürlich sagen... des Ersten Schwerts nicht mehr teilzunehmen, denn es wäre ja fatal gewesen, wenn sein Kopf am nächsten Morgen nicht rechtzeitig zum Dienstantritt durch die Tür gepasst hätte. Wieder zurück in Jorts, war es ihm gestern daher natürlich ein großes Anliegen herauszufinden, ob in der Stadt alles ruhig ist und seine Schwertbrüder die große Feier gut überstanden hatten. Es sah wohl auch alles ganz gut aus... zumindest bei dem Brauer und dem Ersten Schwert, auf die wir bei der Brauerei trafen. Letzterer hatte sich übrigens eine neue Sklavin zugelegt.

Bevor sich das Interesse meines Herrn jedoch dem neuen Mädchen zuwandte, gratulierte er dem Krieger noch einmal und wünschte ihm viele Siege, bei denen die Priesterkönige ihm eine gute Schwerthand bescheren mögen. Allerdings gab er ihm auch freundlich zwinkernd den Rat: "Bleib bitte mehr auf dem Teppich, als so mancher deiner Vorgänger... na du weißt schon." Leider bekam ich nicht mehr heraus, ob der Rarius in seiner Neuen eine zusätzliche Einnahmequelle als Münze sah, denn die Kajira trug ein eindeutiges Kästchen am Körper. Ungewöhnlich war nur, dass es mit einer Kette um ihren Oberarm geschlungen und nicht fest an ihrem Kragen angeschlossen war, sodass sie es vermutlich sogar selbst abnehmen konnte. Wobei mich das selbstverständlich nichts weiter anging.


Außerdem tat sich inzwischen was vor der Schmiede. Wegen der hohen Mauern konnte ich aus meiner knienden Position dort jedoch nur den Kopf des Schmieds entdecken, der brummend irgendetwas über "blöden Paga" von sich gab. Doch darin glaubte ich mich eigentlich getäuscht zu haben, denn der Herr trinkt mangels Met meistens Kalana oder oft auch nur Wasser. Wobei schon merkwürdig war, dass nicht nur meine Ohren mir einen Streich spielten, sondern anscheinend auch meine Augen. Als der Herr nun nämlich zur Brauerei hinüber lief… der Brauer hatte ihn um seine nordische Einschätzung zu dem auf Wunsch der Probewirtin frisch importierten Met gebeten… sah ich ihn nämlich nackt oder vielmehr so gut wie nackt. Vorne trug er zwar seine lederne Schmiedeschürze, nur die Rückseite wurde von seinem wohlgeformten Männerpo geziert, der sich wirklich sehen lassen konnte und mir daher sehr gut gefiel. 

Ohje, ging etwa meine rotseidene Fantasie mit mir durch? Ich zog es augenreibend daher vor, lieber meine Klappe zu halten, zumal ich nicht dazwischen plappern wollte, während mein Herr nun seinen Met-Boykott kundtat. Damit wird er aber sicherlich nicht der Einzige bleiben, denn in Jorts leben außer dem Schmied und dieser vor kurzem hinzugezogenen Wirtin auf Probe nur Antimethisten, die es nach diesem süßen Zeug eher nicht gelüstet. "Man hab ich einen Schädel, ich hol mir im Gasthaus mal eben einen Becher Wasser", gab der Schmied nach der Metverkostung noch von sich, bevor er erneut seine nackte Hinterseite offenbarte... diesmal allerdings nicht nur mir, denn unter den Männern setzte allgemeines Rufen ein, gefolgt von typisch hauptmannschem Geplärre auf der Gasthausterrasse "Schmied, du hast das Anziehen vergessen!", das schließlich noch von einem leicht panisch klingenden weiblichen "Huch" der Hauptmannsgefährtin begleitet wurde, während die anscheinend besonders empfindliche Wirtin wohl nicht mal dazu mehr in der Lage war. Nagut, sie befindet sich ja auch noch in der Probephase ihrer Wirtinnentätigkeit.


Wie gut, dass meinem Herrn genau in diesem Moment der Sinn nach einem Paga stand und er daher umgehend dem Schmied gefolgt war, andernfalls wäre mir wirklich einiges entgangen. Und damit meine ich jetzt nicht die pikierten Blicke der beiden Weiber, die mit ihren hochroten Köpfen aussahen, als würden ihnen ihre Frisuren gleich auf der Kopfhaut absengeln. Der Schmied schaute bei der allgemeinen Aufregung nämlich lediglich an sich herunter und meinte trocken zum Hauptmann, dass an ihm doch alles da ist. Die gut gemeinten Hinweise "UNTER der Schürze!" und "HINTEN Schmied!" machten die Sache dann noch um einiges interessanter und ließen mich fast platzen vor unterdrücktem Kichern. Der unter seiner Schürze nackte Schmied drehte sich nach dem Hinweis „hinten“ jetzt nämlich prompt um und entdeckte dann eine auf dem Boden liegende Münze, die ihn natürlich zum Bücken veranlasste, denn wer den Bit nicht ehrt ist des Kupfers nicht wert. Sein Anblick war einfach köstlich! Schade nur, dass er irgendwann doch noch merkte, was ihm fehlte und schließlich auf der Suche nach seiner Hose eiligst die Gasthausterrasse verließ. Merkwürdig war hinterher nur, dass der nackte Po des Schmieds der Wirtin offenbar jetzt dauerhaft die Sprache verschlagen hatte, denn sie kam einfach nicht in Wallungen, ihre Gäste nach ihren Wünschen zu fragen. 


Erst nachdem mein inzwischen fast verdurstender Herr mich losschicken wollte, ihm endlich den ersehnten Paga zu besorgen… den ich übrigens nur noch nicht geholt hatte, weil ich mich ja nicht einfach an den Fässern der Wirtin bedienen kann… wachte die echauffierte Frau endlich wieder auf und schaffte dann die gewünschten Bestellungen sogar persönlich heran. Dabei gab sie irgendeinen ziemlich ironisch klingenden Kommentar von sich und würdigte mich logischerweise keines Blicks, denn mein Herr hatte seinen Arm so wundervoll besitzergreifend um mich gelegt und mich dicht zu sich herangezogen. Ich denke, vor dieser Freien werde ich zukünftig wohl etwas auf der Hut sein müssen, sollte ich ihr mal alleine begegnen, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass sie mir später beim Verlassen der Terrasse etwas hinterher raunte, in dem "Prinzessin" vorkam. Egal, das Weib war bestimmt nur neidisch, weil ich mich die ganze Zeit so fest an meinen Herrn geschmiegt hatte.

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