Freitag, 6. März 2015

Erstes Schwert von Jorts Fähre

Mein Herr genoss noch ein wenig die schöne Aussicht und die Ruhe vor seinem Haus, denn es war bestimmt noch eine Ahn hin bis zum Beginn des an diesem Tag stattfindenden Turniers um den Titel des Ersten Schwerts von Jorts Fähre. Es nahmen zwar nicht alle jortsschen Krieger teil, aber sechs waren es dennoch und da jeder gegen jeden antreten musste, würde das metallische Klingen aufeinander treffender Schwerter lange Zeit die Geräusche der Stadt prägen. Plötzlich waren eilig sich nähernde Schritte zu hören, gepaart mit leisem Schnaufen… San, die Brauereikajira kam angesaust. Sie hatte nämlich vom Hauptmann den Auftrag erhalten, beim Tunier die Paarungen und Ergebnisse auszurufen und fragte meinen Herrn nun, ob ich sie dabei unterstützen darf, was er selbstverstänglich sofort genehmigte.


San sauste danach gleich weiter, da sie vor dem Turnierbeginn noch anderes zu erledigen hatte. Meinen Herrn hielt jedoch nichts mehr davon ab, sich nun auf den Weg zu einer letzten Ortsbesichtigung zu machen. Die Kämpfe sollten nämlich nicht in der Arena stattfinden, sondern auf der Wiese hinter dem Hof, die zum Schutz der vielen Zuschauer deswegen extra eingezäunt worden war. Wir kamen allerdings vorerst nur bis zum Marktplatz, wo sich zwei Krieger mit der Hauptmannsgefährtin und der Probewirtin unterhielten. Letztere konnte sich mit Blick auf meine gespreizten Schenkel übrigens ein unmissverständliches Kopfschütteln in meine Richtung nicht verkneifen, das mein Herr jedoch geflissentlich übersah. Als er die Herrschaften dann jedoch informierte, dass er sich vor Turnierbeginn noch einmal auf der Wiese umschauen will, glaubte die Frau doch tatsächlich ihm mitteilen zu müssen, er solle mich gleich mitnehmen.


Bildete sich diese Freie von niederer Kaste etwa ein meinem Herrn, einem Krieger, Befehle geben zu können? Selbstverständlich wünscht er mich immer in seiner Nähe, außer er hat mir eine andere Aufgabe übertragen! Während er darauf allerdings nur ein knappes „aber sicher doch, Wirtin“ von sich gab… vor einem Schwertkampf hatte er verständlicherweise keinerlei Lust auf Weibergezicke… konnte ich mir meinen irritierten Blick zu der Wirtin jedoch nicht verkneifen und genauso wenig, mich nun mit einem besonders aufreizenden Schwung umzudrehen, um meinem Herrn zu folgen. Leider habe ich ja hinten keine Augen und konnte daher den Blick der Freien nicht sehen, als die schmalen, meinen Körper eh kaum verhüllenden Stoffbänder bei der Drehung meinen Po noch freizügiger entblößten, bevor ich mit geschmeidig wiegenden Hüften relativ langsam hinter meinem Herrn herlief. Mal sehen, wann und ob die Wirtin noch erkennt, dass sie beim Bewirtschaften des Gasthauses vielleicht gelegentlich die Kajira eines Kriegers benötigt?

Da meinem Herrn und mir die Regeln dieses Turniers noch unbekannt waren, war ich sehr froh, dass er die noch verbleibende Zeit bis zum Beginn der Kämpfe nutzte, um sich beim Hauptmann nun näher danach zu erkundigen. Wie erwartet musste also jeder Krieger gegen jeden antreten, sodass also insgesamt 15 Runden auszutragen waren, bevor im Finale die beiden Besten erneut gegeneinander kämpfen sollten. Den Befehl der mich pikiert anschnaubenden Wirtin „mach dich nützlich und hilf mir tragen, wenn dein Herr dich nicht braucht“ ignorierte ich selbstverständlich, denn zum einen hatte sie es nicht für nötig befunden, meinen Herrn zu fragen, ob er mich ihr zur Verfügung stellt und außerdem war es für mich als Unterstützung von San natürlich wichtig zu wissen, wie die Kämpfe gezählt werden sollten.


Danach ging es um ein weiteres wichtiges Thema… die Wetten, für deren Entgegennahme sich der Grüne bereit erklärt hatte. Es war jedoch ein Thema, bei dem ich nicht mehr wirklich zuhörte, da ich mir das zuvor Gehörte noch einmal konzentriert durch den Kopf gehen ließ, um ja alles zu behalten und mir für die Ergebnisse sozusagen 15 gedenkliche Zettel anlegte. Das einzige, was ich mitbekam war, dass der Hauptmann 2 Silber auf seinen Sieg gesetzt hatte und mein Herr dagegen hielt: „Wenn du das erste Schwert wirst, kriegst du 2 Silber von mir, wirst du es nicht, kriege ich 2 Silber von dir... einverstanden?“ Aber wie gesagt, ich hörte nicht wirklich zu, sodass ich jetzt nicht sagen kann, ob die Wette zustande kam und mein Herr nun um 2 Silber reicher ist. Ich glaube jedoch, der Hauptmann machte wohl einen Rückzieher, dafür schlug aber der Grüne ein. Egal, ich fand es eh vollkommen unwichtig, ob mein Herr diesen Titel erringt, denn für mich ist er sowieso der beste Herr auf ganz Gor… auch ohne „Erstes Schwert von Jorts Fähre“ zu sein.

 Da es mir selbstverständlich ein ganz besonders großes Anliegen war, dass mein Herr sich bei den Kämpfen nicht verletzte, zupfte ich mir kurz bevor es losging schnell noch eine meiner Locken als kleinen Glücksbringer seines Eigentums aus, die ich heimlich hinten unter seinem Gürtel versteckte. 

Da inzwischen nun die Zuschauer in Scharen heran strömten… teilweise sogar mit Wegzehrung, denn der Schmied knabberte „geröstete Urt am Spieß“… bekam er mein Gefummel wohl auch nur am Rande mit, zumal sich auch vielleicht die Worte seines Ex-Mentors gerade bewahrheiteten, dass die Sängerin mit ihrem Aussehen sämtliche Gegner ihres Gefährten ablenkte, die Frau trug ihre weißblonden Haare an diesem Tag nämlich offen wie eine Kajira, und dann ging es auch schon los.


Puhh… was für ein Zählen und Ausrufen aller Ergebnisse der gefühlt 100000 Kampfrunden. San und ich waren die ganze Zeit wirklich schwer beschäftigt. Besonders anstrengend wurde es immer, wenn wir uns uneins waren oder uns aus Versehen versprochen hatten, denn das Zurücknehmen der Versprecher ging meistens leider mehr oder weniger im sich fortsetzenden Kampfgetümmel unter. Im Nachhinein weiß ich auch, dass ich dabei eine Runde einem Verlierer als Sieg zugeordnet habe. Doch das war insofern nicht weiter schlimm, weil der ehemalige Mentor meines Herrn eh haushoher Sieger war und sich somit eigentlich überzeugend den Titel „ Erstes Schwert von Jorts Fähre“ verdient hatte.



Tja, doch es kam anders, denn die Krieger beschlossen, wie abgemacht den Ersten und den Zweiten aus den „jeder gegen jeden“ Kämpfen nun trotz der überzeugend gewonnenen 5 Runden des Sängeringefährten in einem Finale gegeneinander antreten zu lassen. Da es jedoch mehrere Zweite gab, wurde vorher ausgewürfelt, wer diesen letzten Kampf zu bestreiten hat.

Der ehemalige Mentor meines Herrn errang in diesem letzten Kampf leider dann nicht den Sieg und somit wider Erwarten doch nicht den Titel. 


Ich finde übrigens, dass alle Krieger toll gekämpft haben und so kapp wie die Ergebnisse ausfielen, gab es sowieso keine Verlierer. Eigentlich trafen die folgenden Worte auf jeden Rarius dieses Turniers zu: „Jarcath, ich überreiche dir das Schwert, das du dir erkämpft hast, Erstes Schwert von Jorts Fähre. Mach unserem Heimstein Ehre und Ansehen sowie dir und deinem Haus.“ 


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