Donnerstag, 12. März 2015

Typischer Rekrutenfehler… Sparwäsche reicht

Mit meinen gefesselten Armen und zusätzlich noch am Sklavenring angekettet war die letzte Nacht ehrlich gesagt nicht gerade bequem gewesen. Das Entfernen des Knebels hatte ich mir am Abend zwar noch verdienen können, doch die restlichen Gurte an meinem Körper gefielen meinem Herrn so sehr, dass er sie auch über Nacht an mir sehen wollte. Darüber freute ich mich einerseits total, andererseits war der Preis aber wiederum ganz schön hoch, zumal er ja auch nicht viel von mir gesehen hat. Jedes Mal wenn ich wach wurde und mich in eine bequemere Lage drehen wollte, was logischerweise aber nicht gelang, schnarchte er nämlich mehr oder weniger laut vor sich hin. Da das Licht der drei Monde hell durch die Fenster herein schien, hatte meine Schlaflosigkeit jedoch trotzdem etwas Gutes… ich konnte meinen schlafenden Herrn ausgiebig betrachten. Wie schade, dass ich nicht herausbekam, wovon er in dieser Nacht geträumt hat… ob es vielleicht ein schöner Traum war?

Mist, schließlich muss ich dann aber wohl so erschöpft gewesen sein, dass ich doch noch tief einschlief. Da das Zentralgestirn bei meinem Aufwachen bereits recht hoch am Himmel stand, befürchtete ich natürlich verschlafen zu haben… ausgerechnet am Tag des Waffentrainings ein Unding, denn mein Herr wollte natürlich rechtzeitig auf der Wiese sein. Puhhh… Glück gehabt... ein Blick hinüber zu ihm, der als kriegerischer Frühaufsteher selbstverständlich noch nie verschlafen hat, zeigte mir, dass es noch nicht zu spät war. Mein Herr wachte nämlich gerade erst auf und streckte sich ausgiebig auf seinem weichen Fell. Hach, wie gerne hätte auch ich mich gereckt und geräkelt, doch das war mir wegen meiner Fesseln leider verwehrt. Trotz meiner etwas steifen Glieder schaffte ich es immerhin, mich etwas unbeholfen aufzurappeln, um meinen anscheinend gut ausgeruhten Herrn zu begrüßen. 


Auch wenn ich ihn gerne ahnlang noch angestrahlt hätte, senkte ich meinen Kopf nach dem Gruß schnell wieder, um ihm meine Demut zu zeigen und mit welcher Ergebenheit ich die Unbequemlichkeiten dieser gefesselten Nacht auf mich genommen hatte. Seine eigentlich überflüssige Frage "na, gut geschlafen, meine Scharlachrote?" beantwortete ich natürlich wahrheitsgetreu und wurde mit „ach, du Ärmste“ in einem undefinierbaren Ton zwischen Ironie und Bedauern belohnt. Doch danach fühlte ich auch schon seine sanften Hände an meinem Kragen, die schließlich die Kette entfernten, bevor er mir befahl mich umzudrehen, damit er auch die Fesseln an meinen Armen abmachen konnte. Die anderen Ledergurte durfte ich hinterher dann selber öffnen und mir eine Tunika anziehen, denn es war tatsächlich inzwischen Zeit zum Waffentraining aufzubrechen… diesmal übrigens ohne Larmakuchenstärkung vorher.


Doch an diesem Tag brauchte mein Herr sowieso keinen besonderen Energielieferanten, er war auch ohne wirklich gut in Form. Gegen einen sehr jungen Rekruten, den der Kommandant aus Enkara zu Ausbildungszwecken mitgebracht hatte, brauchte er sich nicht mal zu bewegen und kam daher wohl auch kein bisschen in Schweiß. Aber jeder Krieger fängt nun mal unerfahren an und bekommt die hohe Schwertkunst nicht mit in die Wiege gelegt, sondern muss sie sich antrainieren. Beim Training mit dem Hauptmann kam immerhin etwas Bewegung in meinen Herrn, auch wenn seine Tunika keinen einzigen Grasfleck erhielt, der Hauptmann dafür aber aussah, als ob er mit seinem Aussehen dem Gewand des Grünen Konkurrenz machen wollte… gegen den Krieger vom Hof war dann aber die Luft wohl raus. Doch egal, für mich zählt sowieso nur mein Herr, auch wenn seine Tunika ein paar grüne Flecken erhält oder wenn ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lasse, einen jungen Krieger mit langen blonden Haaren unverhohlen zu mustern… mein Herr trägt seine ja bedauerlicherweise immer sehr kurz.


Später auf der Terrasse befahl er mir dann, den Kriegerfrischling zur Entschädigung beim Servieren eines von ihm spendierten Pagas etwas rotseiden von der Sorte „na du weißt schon, was der jetzt braucht“ aufzumuntern… ein Befehl, dem ich nur zu gerne nachkam, denn es waren zum Glück keine freien Frauen anwesend. Übrigens war selbst auf der Terrasse die Reaktionsschnelligkeit des jungen Rarius nicht gerade flott, denn im Gegensatz zu seinem Kommandanten übersah er doch glatt die Möglichkeiten, die ihm mein in seine Richtung herausgerecktes Hinterteil eröffnete… insofern wurde mir immer klarer, warum er beim Training auf der Wiese nicht getroffen hatte, wenn seine Gegner zusätzlich auch noch hin und her gelaufen sind. Mein Herr erklärte mir dies später dann als typischen Rekrutenfehler. Wobei er diesen Fehler nie gemacht hat, obwohl er seinerzeit doch auch als Rekrut nach Jorts kam. Gleich bei unserer ersten Begegnung damals vor der Arena hatte mir nämlich total treffsicher auf den Po geklatscht... oder meinte er bei dem Fehler die Treffsicherheit mit dem Schwert?

Wie doof die fehlenden Grasflecken übrigens tatsächlich waren, stellte sich zuhause dann leider bald heraus. Mein Herr behauptete doch tatsächlich, an diesem Tag reicht nach dem Training eine Sparwäsche mit einer Schüssel warmem Wasser, ein Bad sei nicht nötig... merkwürdigerweise war er auch ziemlich müde! Auf meine sanften Hände wollte er dann aber doch nicht verzichten… einzig die Reinigung seiner Ohren fand er zu pingelig und total überflüssig. ;-)

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