Montag, 27. April 2015

Geschehnisse der letzten Hand

Auf einige werde ich hier allerdings nicht mehr näher eingehen... stattdessen dafür einfach ein paar Bilder:

kurzes Gespräch mit dem Mündel des Schmieds
Missverständnis auf der Gasthausterrasse

Verhandlungen über eine Investition mit guter Verzinsung
(Leider mochte SL mich einige Tage nicht, sodass ich von der freundlichen Unterredung meines Herrn im Haus des Lederarbeiters keine Bilder habe).


Die durchaus positiv zu bewertenden Entwicklungen der letzten Tage… die geistige Umnachtung eines hochangesehenen Ratsmitglieds aufgrund von häufiger Abwesenheit oder ich weiß nicht was, kehre ich einfach mal als nicht existent unter den Tisch… führten bei meinem Herrn verständlicherweise zu oberallerbester Laune, von der seine beste Nebensache, so nannte er mich nämlich, am nächsten Morgen ganz gewaltig profitierte und zwar nicht nur in Form von leckerem Essen anstelle ekeligem Sklavenbrei. Nach dem Aufwachen tat er zwar erst einmal so, als würde er das Präsentieren seines Eigentums überhaupt nicht bemerken und widmete sich ziemlich schräge singend nach meinem Empfinden viel zu ausgiebig seiner morgendlichen Rasur. Wie nicht anders zu erwarten, begann es natürlich immer heißer in meinem Innern zu kribbeln, weil ich mich danach sehnte, ihm zu dienen... an welcher Kajira geht schon der nackte Anblick ihres Herrn ohne diese Reaktion vorbei? 

Doch erst einmal durfte ich mich eine Weile in Demut und reichlich Geduld üben. Wie immer, wenn mein Herr singt, ging es auch in diesem Lied natürlich um Krieger, die für Jorts kämpfen und siegen. Naja, und da jeder Sieg logischerweise nicht nur durstig macht, folgte schließlich auch eine Strophe über die beste Nebenbeschäftigung von siegreichen Kriegern, die mein Herr mit seiner schließlich lichterloh in Flammen stehenden besten Nebensache dann bei seinem Frühstück umsetzte. Hach, wie gerne hätte ich noch den ganzen Tag mit ihm zuhause verbracht, doch leider entschloss er sich irgendwann zum Anziehen, um mit der Sklavenhändlerin ohne Kaste und Heimstein über ihre nicht ganz ungefährlichen Reisepläne zu sprechen, von denen er bei seinen Investitionsverhandlungen erfahren hatte. 

Nach einem leider nur recht kurzen Plausch mit dem am Voskufer angelnden Schmied, traf er schließlich die Freie am Hafen und erfuhr, dass es bei ihren Reiseplänen nicht um das Fangen von Wilden ging. Geschäftstüchtig wie sie ist, hatte sie bereits auf ihrer ersten Reise in Sachen Sklavenan- und –verkauf eine lockere Vereinbarung zum Ankauf von Sklaven mit einem in den Sümpfen von Enkara lebenden Stamm getroffen, die sie demnächst nun vertiefen will. Da mein Herr logischerweise sehr interessiert am Wohlergehen seines in den angestrebten Handel dieses Weibs investierten Kapitals ist und daher über einen Flug mit seinem Tarn in das Gebiet zur Sondierung der Lage dort nachdachte, holte er noch ein paar genauere Informationen ein… ob ich ihn vielleicht begleiten darf? Mal abwarten, noch war es nicht soweit, doch ich befürchte, dass meine Chancen da leider wohl nicht allzu gut stehen.


Am folgenden Tag sprach mein Herr übrigens auch mit dem Hauptmann über besagte Investition. Dabei stellte sich heraus, dass auch der Hauptmann Geld angelegt hatte, allerdings nicht in den Sklavenhandel, sondern in die neue Wirtin… zu annähernd identischen Konditionen. Beide Männer fachsimpelten daher ausgiebig über Vertrauen, Schuldscheine mit Zusatzklauseln und Zinsen, waren sich aber auch sehr schnell einig, dass sie eigentlich zu wenig für ihr Geld verlangt hatten. Bevor dem Hauptmann die demnächst anstehenden Heimsteinschwüre in den Sinn kamen, die seiner Meinung nach unbedingt an getrennten Tagen stattfinden sollten, um auf kein Festessen verzichten zu müssen, kamen die beiden Männer überein, zukünftig ihre Gläubiger möglichst vom Geld so abhängig zu machen, wie von Kanda. 

Kein Wunder eigentlich, dass meinen Herrn eine Spitzfindigkeit des Hauptmanns zu der Frage veranlasste, ob er vielleicht ebenfalls einen Onkel in der Händlerkaste gehabt hatte. In seiner Jugend hatte es nämlich einen solchen „Onkel“ gegeben, der aber offenbar kein Bruder seiner Mutter gewesen war, auch wenn sie ihm gegenüber diesen Mann immer so bezeichnet hatte. Als mein Herr nun erwähnte, dass sein Vater diesen „Onkel“ aus irgendeinem Grund nicht gemocht hatte, ich glaube er sagte sogar, sein Vater habe ihn gehasst, keimte in mir natürlich eine gewisse Vermutung auf, die meine Blicke über die nackten, vor mir auf den Stufen stehenden Beine des Hauptmanns langsam aufwärts wandern ließ, bis ich auf Höhe seines Schrittes innehielt. Der Hauptmann schlussfolgerte jedoch lediglich, besagte Abneigung habe damit zu tun gehabt, dass der „Onkel“ kein Krieger gewesen war. Klar, auch das hätte ein Grund sein können.

Allerdings war der Hass des Vaters auf diesen Händleronkel noch größer, als auf andere Nichtkrieger und außerdem war er immer äußerst aggressiv geworden, sobald er ihn nur sah. Puhhh, es war wirklich nicht leicht für mich und kostete mich jede Menge Beherrschung, dass man mir meine Gedanken nicht ansah. Ich war mir übrigens ziemlich sicher, dass die Medica dasselbe dachte wie ich, denn irgendwie erweckten ihre belustigten Blicke auf mich den Eindruck, als ob sie hinter ihrem Schleier grinste, während ihr Gefährte und mein Herr sich weiter ins Zeug legten, über den Hass des Vaters auf den Onkelhändler zu rätseln, den seine Mutter nämlich so gar nicht geteilt hatte. Sich nachdenklich am Kinn kratzend erzählte mein Herr schließlich noch, dass sie sogar immer ganz aufgeregt und sehr erfreut gewesen war, wenn dieser „Onkel“ auftauchte und bestätigte zumindest mir damit, dass ich mit meiner Vermutung über das Verhältnis seiner Mutter zu diesem Mann wahrscheinlich richtig lag.


Nach dem Erwähnen der wirklich sehr guten Erinnerung meines immer irritierter blickenden Herrn an diesen "Onkel", fiel letztendlich aber auch beim Hauptmann der Kupfer. Trotz der Gefahr durch seinen Vater war dieser Händler nämlich stets äußerst bemüht um ihn gewesen, hatte ihm Ratschläge gegeben, manchmal auch Geld zugesteckt und ihn ständig „mein Junge“ genannt. Leider endete die Affäre jedoch total schrecklich, indem der Vater meines Herrn irgendwann den "Onkel" erschlug und seiner Gefährtin den abgehackten Kopf brachte. Während mich diese Vorstellung total entsetzte, war der Kommentar des Hauptmanns dazu übrigens nur: „Etwas Schwund ist immer, vielleicht solltest du nicht weiter nachforschen. Kann sein, dass deine Mutter den Onkel… naja… mehr gemocht hat, als du denkst.“ Wie zu erwarten erkundigte sich mein Herr nun obergenau, was der Hauptmann damit hatte andeuten wollen. 

Leider zierte dieser sich jetzt jedoch etwas, denn er wollte natürlich nicht, dass seine Aussage niemals nicht und überhaupt auf keinen Fall zu irgendetwas zwischen ihm und meinem Herrn führt. Und da sich seine Gefährtin weiter strickt weigerte, dazu etwas zu sagen, verwies er letztendlich einfach an mich: „Frag am besten Dina… die kann dir das erklären.“ Uff… zum Glück kam es dazu nicht mehr. Meinem Herrn war inzwischen nämlich ebenfalls klar geworden, dass der „Onkel“ kein Onkel gewesen war, sondern ein Händler aus der Nachbarschaft und der Stahl seines Vaters Recht gesprochen hatte. „Der Stahl deines Vaters, was anderes kommt ja sowieso nicht in Frage… das wäre ja sehr komisch, wenn es anders ist“, bestätigte der Hauptmann diese Erkenntnis meines Herrn sofort und damit war das Thema „Onkel“ abgehakt. Das hauptmannsche Nachgeplänkel über „was nicht ist, ist nicht“ und „es kommt nicht in Frage, was zu behaupten, was ja nicht ist, weil das ja nichtig wäre“ habe ich jedenfalls nicht mehr verstanden und so wie die Medica ihre Stirn runzelte, sie wahrscheinlich ebenfalls nicht. ;-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen