Donnerstag, 16. April 2015

Vor und nach dem Training

Es war noch einige Zeit hin bis zur Ahn, für die wie immer das übliche Waffentraining Mitte der Hand angesetzt war, nachdem ich alle meine häuslichen Arbeiten fertig hatte. Ich kniete mich daher vor meinen Herrn, der sich nun bei mir erkundigte, was ich denn über das Mündel des Schmieds weiß. Die Sache, wieso der Schmied nun plötzlich eine Tochter hat… so sagt er nämlich immer, seitdem er zum Vormund geworden ist…. hatte er vor kurzem in der Taverne wegen des eiligen Befehls zum Wachdienst anzutreten ja leider nicht mehr mitbekommen. Merkwürdig fand ich, dass er die Entscheidung der Freien für den Schmied und nicht für den Hauptmann nicht nachvollziehen konnte. Die hohe Kaste des Hauptmanns wäre nach Meinung meines Herrn nämlich vorteilhafter für sie gewesen, zumal die Frau beide Männer ja nicht kannte. 

Wäre ich in der Situation dieser gedächtnislosen Freien gewesen, hätte ich bestimmt ebenfalls den Schmied gewählt… aber erstens bin ich eine Kajira, die eine solche Wahl sowieso nicht hat und zweitens weiß ich ja um die grobmotorische Veranlagung des Hauptmanns und die sehr feinfühlige Art des Schmieds, bin also nicht unvoreingenommen. Außerdem leide ich nicht unter Gedächtnisverlust und selbst wenn es so wäre, ich bin mir sicher, dass ich mich immer für meinen Herrn entscheiden würde, zumal ja auch sein Name auf meinem Kragen steht. Wie immer bei solchen Gedanken streichelte ich natürlich sehr zart mit den Fingern über den Stahl an meinem Hals, während mein Herr mich auf eine sehr intensive Art musterte, die es mir heiß den Rücken hinunter laufen ließ, bevor er mich auf seinen Schoß zog und mir ins Ohr hauchte: „Viel Zeit bis zum Training ist nicht, aber die muss reichen.........“

Oh ja, es war wirklich äußerst knapp… aber so zusätzlich zwischendurch einfach wundervoll! Mir hat dieses Warmmachen vor dem Waffentraining jedenfalls sehr gefallen, es hat aber auch meinem Herrn offensichtlich sehr gut getan, denn später auf der Wiese war er dank seiner Tiefenentspannung richtig gut. Ich bin mir sogar sicher, die Wirkung war noch um einiges besser als Larmakuchen vor dem Waffentraining, sodass ich ihn in Zukunft wohl öfter daran erinnern werde. Zumindest hat er nicht den Eindruck erweckt eingeschlafen zu sein, wie ein gewisser älterer Krieger, der deswegen vom Hauptmann sogar geschont worden war, als es im Training jeder gegen jeden ging. Komischerweise behauptete dieser Krieger, selbst beim Schlafen im Gebüsch noch Treffer verteilt zu haben… was bei mir den Gedanken keimen ließ, dass dies eigentlich nur Traumtreffer gewesen sein können. Dabei muss ich anscheinend mal wieder etwas lauter gedacht haben, denn der Hauptmann lachte: „Besser Traumtreffer als Traumtänzer!“


Die gute Laute hielt bei meinem tiefenentspannten Herrn übrigens auch noch nach dem Training an. Er gab nämlich die erste Getränkerunde im Gasthaus aus. Als sich die Terrasse zunehmend mit weiteren Gästen füllte, wollte er dann allerdings noch den Schmied besuchen, um sich die Mündeltochter mal anzuschauen und sich ihr vorzustellen. Tja, leider hatte er nur einen sehr schlechten Zeitpunkt erwischt, denn das Essen stand im Schmiedehaushalt quasi auf dem Tisch, sodass wir schließlich doch recht früh zu Hause waren… mein Herr wollte nämlich noch etwas arbeiten. Mal sehen, ob er zukünftig ein Einsehen hat, dass die Entspannung nach einem körperlich anstrengenden Training ebenfalls nicht vernachlässigt werden darf und Arbeit absolut kein Ersatz ist! ;-)

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