Freitag, 29. Mai 2015

Eintopf


So wirklich beeindruckt war ich vom Angebot am Marktstand nicht, auch wenn ich das trocken bis gummiähnlich aussehende Gemüse für einen sehr günstigen Preis erhalten hätte. Da ich beim Essen für meinen Herrn selbstverständlich immer auf gute Qualität achte, nahm ich lieber Abstand von einem Sul-Gemüse-Eintopf und lief unverrichteter Dinge zurück nach Hause, denn natürlich hatte ich noch einen Plan B für den Speiseplan am nächsten Tag, Plan A überlebt ja bekanntermaßen nie… übrigens nicht nur eine alte Weisheit der roten Kaste. Ich nahm diesmal allerdings nicht den direkten Weg, sondern den kleinen Umweg zwischen Schmiede und Brauerei, um noch einen Blick Richtung Gasthaus zu werfen, Ich hatte es nicht allzu eilig, weil mein Herr auf einer dieser doofen Patrouillen war, auf die er mich nie mitnimmt.

Schmiede und Brauerei waren übrigens genauso ausgestorben, wie das Haus meines Herrn, auf der Gasthausterrasse allerdings einige Gäste zu sehen, sodass ich kurz an der Ecke der Schmiede stehenblieb und überlegte, ob dort vielleicht die Dienste einer Kajira benötigt wurden. Ich entdeckte dann aber die Sklavenhändlerin und war mir ziemlich sicher, dass ihre Mädchen bereits für das Wohl der Herrschaften sorgten, sodass ich mich letztendlich zum Heimweg entschloss. Genau in dieser Ihn zuckte ich jedoch zusammen und glaubte, mein Herz bleibt stehen… mich hatte plötzlich jemand gegrüßt. Es war das freundliche, allerding komplett unerwartete „Talchen Dina“ des Schmieds, das mir einen ziemlichen Schrecken eingejagt hatte.

Nachdem mein Herzschlag zum Glück in der nächsten Ihn wieder einsetzte, wurde mir klar, dass er sich angeschlichen haben musste. Selbstverständlich sank ich wie es sich gehört sofort grüßend auf die Knie, worauf der Herr allerdings umgehend wieder verschwand. Nein… er lief nicht weg, sondern ging hinter der Mauer in Deckung oder eigentlich ich vor der Mauer. Ach egal, es war mal wieder dieser typische Effekt, den jede zum Gruß niederkniende Kajira zur Genüge kennt, wenn sich zwischen ihr und dem Freien eine Mauer befindet. Ich sah daher zu, dass ich ein kleines Stückchen weiter kam und kniete dann im Eingang vor der Terrasse der Schmiede erneut nieder.

Es stellte sich heraus, der Schmied war gar nicht geschlichen, sondern hatte seine neue Wartebank mit einem Nickerchen eingeweiht. Er will sie seinen Kunden anbieten, wenn Brandings mal längere Zeit in Anspruch nehmen. Einem kleinen Plausch mit mir war er nun aber anscheinend nicht abgeneigt und setzte sich auf seine Neuanschaffung. Ich wurde aufgefordert, näher zu kommen, doch davon nahm ich lieber Abstand. In diesem Moment tauchte nämlich die Händlerin auf, sodass ich es vorzog, im Eingang knien zu bleiben. Allerdings schloss ich meine Schenkel, um nicht erneut den Unmut dieses zartbesaiteten Weibs auf mich zu ziehen. 

Ich war nämlich wieder sehr knapp bis an der Vorderseite fast gar nicht bekleidet, was bei dieser Frau, von der mir inzwischen ja bekannt ist, dass sie nicht wirklich Kontrolle über die Blickrichtung ihrer Augen hat, sicherlich zu einigem Gemecker geführt hätte. Aber egal, meine frühere Herrin hatte seinerzeit auch sehr lange gebraucht, sich nicht mehr über die stets weit gespreizten Schenkel von Shani zu echauffieren und war die ständigen Diskussionen darüber irgendwann leid geworden. Mal sehn ob diese Freie das vielleicht auch noch schafft oder ob sie vorher selbst kniet. 

Zumindest gestern war die Händlerin wohl eher in meditativer Stimmung, denn außer einer Begrüßung, kurzer Begeisterung über die Bank und einmal hochgezogenen Augenbrauen, weil ihr an mir ich weiß nicht mehr was nicht gefiel, kamen von ihr keinerlei Reaktionen. Mir war das Schweigen der Herrin nur Recht, denn so erfuhr ich vom netten Schmied die tolle Nachricht, dass der Auftrag meines Herrn bereits auf der Esse köchelte und das noch für weitere acht Ahn, bis die verschiedenen Metalle und Mineralien dieses Stahl-Eintopfes mit sehr besonderer Rezeptur richtig verschmolzen sind und weiterverarbeitet werden können.

Der Schmied war jedenfalls bester Dinge, dass die Bestellung früher als veranschlagt fertig ist und der silberne Glanz ganz hervorragend aussehen wird. Mein Herr wird über die schnelle Arbeit seines Freundes bestimmt begeistert sein, wenn er von seiner Patrouille nach Hause kommt.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Seltsames…

Mein Herr hatte gerade angefangen darüber zu sinnieren, was er von den Münzen kaufen wird, die meine Dienste ihm bislang eingebracht haben, als drüben am anderen Voskufer eine Gruppe seltsamer Gestalten auftauchte und kurze Zeit später mit der Fähre übersetzte. Ok, die Ablenkung von seinen Überlegungen über metallene Fesseln mit Goldplättchen kam mir nicht ganz ungelegen, doch leider waren schon wieder sämtliche Bewohner aus Vanguard… irgendein Boskdorf in der goreanischen Pampa… im Anmarsch. Sie kamen diesmal wenigstens ohne Mamba-Geschenk, legten allerdings wieder ein sehr irritierendes Benehmen an den Tag, vor allem die Frauen. Da mein Herr außer dem Brauer der einzige in der Unterstadt anwesende Krieger war, blieb ihm nichts anderes übrig, als die Ankömmlinge zu begrüßen und sich bei einem der Männer nach dem Grund ihres Besuchs zu erkundigen.

Seine Fragen hielten den Rest dieser überwiegend weiblichen Dörfler jedoch nicht davon ab, sich ohne Einladung einfach an ihm und dem Brauereikrieger vorbei zu quetschen, um es sich auf der jortsschen Gasthausterrasse bequem zu machen und sich munter an den Getränken dort zu bedienen. Die Krönung seltsamen Benehmens war jedoch, dass eines dieser Dorfweiber meinen Herrn nicht nur mit „Tal Kerlchen“ begrüßte, sondern ihm gleichzeitig schwungvoll auf die Schulter schlug. Die Freie konnte sich wirklich glücklich schätzen, dass sie nicht Bekanntschaft mit dem Schwert meines Herrn machte. Sie wurde also keinen Kopf kürzer, sondern erhielt nur einen Schlag seiner Hand, bevor mein Herr sie anbrüllte, was ihr einfiele. Unfassbar, dass die Männer dieses Dorfes ihren Frauen keine Manieren beibringen oder ihnen andernfalls einen Kragen verpassen.

Leider schien das mehr als seltsame Benehmen dieser Besucher auf den Brauereikrieger abzufärben, kaum dass er sich zu ihnen gesetzt hatte. Mein Herr hatte ihn um Unterstützung gebeten, die Stadtgesetze nicht alleine durchsetzen zu müssen, weil freie Frauen in Jorts verpflichtet sind, Schleier zu tragen… sonst drohen ihnen Peitschenhiebe. „Stadtgesetze durchsetzen“ muss bei dem Krieger jedoch nicht angekommen sein. Mir kam es so vor, als ob er das alles überflüssig fand, denn er forderte die Frauen auf, sich wegen der Stimmung meines Herrn zu verschleiern und nicht wegen eines Gesetzes, das vom hohen Rat seines Heimsteins erlassen wurde. Jedenfalls traute ich meinen Ohren nicht, denn gehört es nicht zu den Aufgaben von Kriegern, Fremde zu kontrollieren und auf die Gesetze ihrer Stadt hinzuweisen? Aber egal, ich bin nur eine Kajira.

Es trafen an diesem Tag übrigens auch zwei weniger seltsame Freie in Jorts ein, mit denen das Gespräch um ein Vielfaches angenehmer verlief. Sie gaben bereitwillig Auskunft über ihre Zugehörigkeit zur Händlerkaste und ihrer Herkunft von einer Insel namens Lyros, von der ich nicht mehr herausbekam, wo diese nun genauer lag, außer irgendwo im Süden. Leider hatten die beiden Herrschaften einen ungünstigen Zeitpunkt erwischt, denn sie waren auf der Suche nach der Händlerin, die jedoch in Geschäften unterwegs war. Es blieb ihnen daher nichts anderes übrig, als sich im Gasthaus bei einer Erfrischung in Geduld zu üben. In Anbetracht der seltsamen Dörfler, die dort immer noch hockten, war ich echt froh, dass mein Herr sich nicht auf einen Paga dazu gesellte, weil er seinen Rundgang noch fortsetzen wollte.

Wie gut, es war ansonsten ruhig in der Stadt und mein Herr trat beizeiten den Weg nach Hause an, um seine Überlegungen hinsichtlich der Ausgabe oben genannter Münzen für meine Dienste noch ein wenig… ähmmm… zu vertiefen. Er wollte sich nämlich vorab einen Eindruck über einige praktische Aspekte verschaffen und schob daher sein Gespräch mit dem Schmied einfach auf den nächsten Tag, nach absolviertem Waffentraining, sodass dieser Tag mit so viel seltsamem Benehmen einfach wundervoll endete. Mein Herr war zu vorgerückter Ahn nämlich nicht nur stolz auf mich und zufrieden mit mir, sondern auch sehr mit sich, weil er mich vor bald vier Märkten geliehen und später dann gekauft hatte. 


Kein Wunder also, dass ich am nächsten Tag hinter meinem Herrn Richtung Trainingswiese immer noch auf Wolke sieben schwebte. Leicht getarnt im hohen Gras der Wiese genoss ich es, noch ein wenig meinen verklärten Gedanken nachzuhängen, während sich die Hauptmannskajira mit einem Becher Wasser vom Brunnen um den leicht schwächelnden Ex-Mentor meines Herrn kümmerte. Ich bekam trotz meiner Überlegungen selbstverständlich aber mit, in welch ausgezeichneter Form mein Herr bei diesem Training war und dass er dem Brauereikrieger etliche Grasflecken auf der Tunika verpasste, brach aber nicht jedesmal in laute Jubelrufe aus… eine wohlerzogene Kajira wie ich kann sich selbstverständlich auch leise freuen. 

Ganz und gar nicht gefiel mir übrigens die Aussicht, dass mein Herr möglicherweise in einen Kampf zieht. Die Bewohner aus Vanguard hatten Jorts um Hilfe gebeten, weil sie gegen wilde Mambas vorgehen wollen… aber ich sagte ja schon, dass diese Freien sehr seltsam sind. Soweit ich weiß, leben Mambas tief in den Wäldern und scheuen jeglichen Kontakt zu Dörfern und Städten. Allerdings ist Vanguard auch nicht mit Jorts verbündet, sodass die Unterstützung auf freiwilliger Basis für Krieger mit überschüssigen Kräften sowie Bedarf an Abwechslung und Bewegung in unbekannten Wäldern vielleicht genau das Richtige ist, sofern es sie nicht irritiert, Seite an Seite mit bewaffneten Frauen zu kämpfen. 


Wenigstens hat mein Herr dieser seltsamen Unternehmung nicht gleich zugesagt, um noch drüber nachzudenken. Außerdem wollte er nun erst einmal den Schmied aufsuchen, um ihm seine tollen Gedanken nach dem Aufwachen mitzuteilen… Geld bei der Handwerkerkaste auszugeben. Wir hatten Glück, nach einigem Klopfen öffnete sich tatsächlich die Haustür des Schmieds. Er fühlte sich bei solchen Gedanken meines Herrn natürlich auch nicht gestört, obwohl er nicht alleine gewesen war, wie sich einige Zeit später herausstellte, als die nackte Luna auftauchte, der es ohne den netten Schmied wohl zu langweilig geworden war. 

Oha, es ging meinem Herrn jetzt tatsächlich um die Fesseln aus Metall, über die er nun schon einige Tage nachgedacht hatte… ungefähr drei Finger breit, hart und robust, mit kleinen Ösen zum Einfädeln eines Seils oder einer Kette und Schlössern. Mit Erstaunen, aber auch Freude hörte ich, dass sie ordentlich nach was aussehen sollten, denn mein Herr wünschte das Metall glänzend poliert. Puhhh, obwohl der Preis wirklich nicht ohne war, wurden sich die beiden Männer sehr schnell einig, nachdem der Schmied den Umfang meiner Hand- und Fußgelenke und meine Oberarme mit einem Knotenband ausgemessen hatte. Äußerst bedauerlich war jedoch, dass ich echt keine einzige Silbe davon verstehen konnte, was mein Herr seinem Freund ganz zuletzt noch ins Ohr geflüstert hat.


Ok, Neugier steht einer Kajira nicht, mir bleibt also nichts anderes übrig, als mich in Geduld zu üben. Dennoch beschäftigte mich das Flüstern ganz schön, sodass ich beim Zwischenstopp auf dem Nachhauseweg vor dem Gasthaus nur mit halben Ohr mitbekam, dass die Baumeisterin inzwischen vier Sklavinnen hat und mein Herr der Sklavenhändlerin vorschlug, lieber mir der Gelben eine Geschäftsbeziehung einzugehen, als mit den nicht ganz ungefährlichen Waldfrauen, zumal der Hauptmann bereits sein Interesse an der Blonden bekundet hatte, die zumindest wohl nach seinem Geschmack war… seltsamerweise meinte er von hinten.;-)

Freitag, 22. Mai 2015

Innendienst

Da mein Herr leider erneut auf einer längeren Patrouille war, schlief ich nicht nur etwas länger, sondern beeilte mich auch nicht allzu sehr mit meinen Hausarbeiten. Doch schließlich hatte ich meine Aufgaben erledigt, sodass ich mich auf den Weg zum Hafen machen konnte. Ich hoffte nämlich, mir dort durch die Gitterstäbe des Kennels gesichert, den Mamba der Sklavenhändlerin mit seinem ganzen Metall im Gesicht in Ruhe und ohne die Gefahr gebissen zu werden, noch einmal anzuschauen. Mist, ich kam wohl zu spät, denn die Herrin muss ihr Geschenk inzwischen anscheinend freigelassen haben oder der Wilde war ihr abgehauen.

Mein Rückweg führte über den Marktplatz, der bis auf das Erste Schwert ausgestorben war. Der Krieger erkundigte sich nach meinem Herrn und strich mir dann sehr sanft über mein Haar, als er merkte, wie traurig ich über den doofen Patrouillendienst war, auch wenn es darüber für mich selbstverständlich nichts zu meckern gibt. Nett fand ich übrigens, dass mir erlaubt wurde aufzustehen. Allerdings fragte ich lieber doch noch einmal nach, ob dem Herrn die Art nicht gefiel, wie ich vor ihm kniete. Da ich vor kurzem einige Weiber verärgert hatte, die nicht wussten, dass es im schönen Jorts durchaus noch anderes zu betrachten gibt, als ausgerechnet meine Hitze, wollte ich lieber auf Nummer sicher gehen. Ich glaube, der Krieger murmelte etwas von Sklavinnen in Roben, was auf zumindest eine dieser Frauen vermutlich auch zutrifft.


Wie erwartet war mein Nachfragen natürlich komplett überflüssig, denn selbstverständlich fand der Krieger Gefallen an meinen weit geöffneten Schenkeln. Vermutlich wollte er einfach nur nicht so tief zu mir herunterschauen, denn er gehört zu den besonders groß gewachsenen Männern in der roten Kaste. Außerdem war er erfreut mich zu sehen, weil er sich seinen Kalana nun nicht selbst einschenken musste, den er sich im Gasthaus genehmigen wollte. Ungewöhnlich fand ich allerdings, dass der Herr drinnen Platz nahm und nicht wie die meisten Freien draußen auf der Terrasse, denn ich hatte noch nie Innendienst im Gasthaus gehabt. Kein Wunder also, dass ich natürlich vermutete, die Sitzkissen draußen sind inzwischen nicht mehr so komfortabel oder womöglich sogar schon durchgesessen. 


Der Krieger wollte anscheinend jedoch meinen Anblick genießen, während ich mich hinter dem Tresen zu schaffen machte und sich ein wenig mit mir unterhalten, da er einige Tage nicht an seinem Heimstein gewesen war. Dass an meiner Vorderseite der Stoff meines eigentlich nur Rücken und Po bedeckenden roten Kleidungsstücks etwas knapp geraten war, schien ihm offenbar sogar besonders zu gefallen. Meine Nähkünste sind leider noch nie die besten gewesen, denn komischerweise passiert es mir beim Zuschneiden immer wieder, dass ich zu viel abschneide. Wobei dieses fehlende Geschick meinen Herrn noch nie gestört hat und das Erste Schwert wie gesagt auch nicht. 


Im Gegenteil, er zog mich sogar sehr nahe zu sich heran, nachdem mein nackter Bauch und meine mit etwas Schmuck kaum bedeckte Hitze ihn auf die Idee gebracht hatten, sich seinen Kalana mit einem Tropfen „Veredelung“ servieren zu lassen. Selbstverständlich habe ich dabei mein Bestes gegeben und meinem Herrn bei diesem Innendienst im Gasthaus mit dem Erfreuen des Kriegers hoffentlich Ehre gemacht.^^

Mittwoch, 20. Mai 2015

Plan A überlebt nie

Proviant und Gepäck war gepackt und auch mein Herr zeitig von seiner Wache zurück. Dem Treffen mit der Sklavenhändlerin zur vereinbarten Ahn stand also nichts mehr entgegen, nachdem mein Herr noch einmal sehr kritisch sein Schwert untersucht, den Bogen etwas nachgespannt und mir ein paar Verhaltensweisen eingeimpft hatte, die während seiner Eskorte auf der Handelsreise zu den Talunas in den Wäldern von Enkara wichtig waren. Er hatte sich inzwischen nämlich entschlossen, mich tatsächlich mitzunehmen. Die Kajira der Sklavenhändlerin hatte jedoch Pech, weil sie anscheinend irgendwo herumtrödelte, sodass ihre Herrin beschloss, sie zu Hause zu lassen.


Mit der Wilden klappte es allerdings auch nicht als Reisebegleitung. Die Sklavenhändlerin hatte das Mädchen eigentlich dem Sattler abkaufen wollen, um sich mit ihrer Freilassung einen Vorteil beim Handeln mit den Waldweibern zu verschaffen. Keine Ahnung, warum es nicht geklappt hatte… vielleicht war der Fang des Lederarbeiters inzwischen auch abgehauen oder er war mit seiner Rache an ihr noch gar nicht fertig. Aber egal, meinen Herrn schien dies jedenfalls nicht weiter zu erstaunen, da eine alte Weisheit der roten Kaste wohl besagt: „ Plan A überlebt nie.“ Die beiden fehlenden Mädchen hatten allerdings auch einen Vorteil… es war für mich auf dem Tarn um einiges komfortabler.

Die Händlerin, übrigens in praktischer Reisekleidung ohne langen Rock, bekam auf diesem problemlos verlaufenden Flug zwar den guten Platz hinter meinem Herrn, doch den quer vor seinem Sattel musste ich mir nicht eng zusammen gebunden und festgezurrt mit einer anderen Kajira teilen. Praktisch fand ich auch, dass nach unser Ankunft in Enkara das am Sattelgeschirr sicher befestigte Gepäck einfach auf dem Tarn blieb, sodass ich nichts mitschleppen musste. Nachdem mein Herr mich losgebunden hatte und auch die Herrin mit beiden Füßen wieder auf festem Boden stand, schickte er Carolus erst einmal fort zum Jagen und befahl uns, ihm zum Stadttor zu folgen, wo wir bereits erwartet wurden.


Wie ausgemacht, war der Schmied aus Enkara nicht nur zur Stelle, sondern auch reisefertig, um meinen Herrn und die Sklavenhändlerin zu einem Taluna-Lager führen. Ein ortsansässiger Händler ließ sich zwar von seiner Begleitung nicht abbringen, allerdings gelang es problemlos, ein Mitglied der hilfsbereiten roten Kaste von Enkara davon zu überzeugen, lieber doch nicht mitzukommen. Sein Angebot ehrte natürlich sehr die Freundschaft zwischen den beiden Heimsteinen, doch weder mein Herr noch die Sklavenhändlerin wollten bei den Waldfrauen den Eindruck erwecken, mit roter Kavallerie anzureisen. Andernfalls hätten uns nämlich weitere Krieger aus Jorts begleitet, doch hatte man dies als nicht gerade förderlich für die angestrebten Handelsbeziehungen angesehen.


In Rufweite vor dem Camp der Talunas angekommen, wies mein Herr die Sklavenhändlerin erneut darauf hin, dass ein Betreten des Lagers nicht in Frage kam und brüllte dann laut das Anliegen der Herrin durch den Wald in Richtung der hohen Palisaden, die zum Schutz um das Camp gebaut worden waren. Tja, es tauchte dort zwar ein Frauenkopf auf, nur rief die Jägerin leider zurück, dass jeder, der etwas will, sich mindestens bis zur Handelsglocke begeben muss. Mist, dort war leider eher wenig, bis keine Deckung… das erkannte sogar ich. Doch blieb meinem Herrn nichts anderes übrig, als die geschützte Stellung zwischen den Bäumen zu verlassen. Andernfalls wäre das Gespräch über eine Handelsbeziehung vermutlich gescheitert, bevor es überhaupt begonnen hatte und die Sklavenhändlerin hätte unverrichteter Dinge wieder nach Hause reisen können.


Nun zeigte sich aber zum Glück, dass unser Führer aus Enkara den Jägerinnen wohl ganz gut bekannt ist, denn die Begrüßung fiel sehr freundlich aus, nachdem mein Herr mit seiner zum Gruß erhobenen, unbewaffneten Schwerthand erneut seine friedlichen Absichten deutlich gemacht hatte. Schade war nur, dass sich das freundschaftliche Gespräch der Händlerin mit den Waldweibern plötzlich äußerst schwierig gestaltete und dann sogar unterbrochen werden musste. Aber ich erwähnte ja bereits, es kam anders als geplant. Eigentlich unfassbar, aber die Gruppe von Nordleuten, der die Sklavenhändlerin kürzlich bei einer Befreiung aus misslicher Lage geholfen hatte, war ihr unverständlicherweise bis vor das Taluna-Lager hinterher gereist, um ihr ein Geschenk zu überreichen.


Wobei man dieses Geschenk dann wohl eher als Strafe bezeichnen konnte. Nicht nur, weil sich die Waldfrauen mit Eintreffen der bewaffneten Nordleute in ihr Camp zurückzogen… was ich durchaus verständlich fand… sondern weil dieses Geschenk ein nackter Mamba mit gefährlich angespitzten Zähnen war, der in seinem gebrochenen Goreanisch etwas von Hunger auf rohes Fleisch knurrte und Anstalten machte, jeden zu beißen, der ihm zu nahe kam. Zum Glück lehrte ihn ein Seil dann aber anderes und der Schmied aus Enkara war bereit, auf diese tierische Menschengestalt aufzupassen. Dank einigem diplomatischen Geschick, wurde die Sklavenhändlerin die Nordleute schließlich doch noch los, ohne sie zu verärgern, um sich endlich ihrem Anliegen an die Waldfrauen in Sachen Sklaven zu widmen.


Das Interesse an einer langfristigen Handelbeziehung beruhte erfreulicherweise auf Gegenseitigkeit, denn für diese weitab von Städten lebenden Frauen, die gelegentlich auch über die eine oder andere Kajira mit oder ohne Kragen stolpern, war es vor allem erstrebenswert im Tausch gegen aufgegriffene Sklavinnen Eisenwaren und insbesondere natürlich Pfeilspitzen oder Stoffe zu erwerben. Der Pfeil, mit dem mein Herr ihnen die Qualität der vom jortsschen Schmied angefertigten Metallspitze gezeigt hat, verschwand übrigens fast umgehend im Köcher einer der Frauen. Doch damit hatte er selbstverständlich gerechnet. 

Erstaunlicherweise schienen die Waldfrauen auch großen Wert darauf zu legen, den Sattler wiederzusehen und konnten gar nicht verstehen, dass dieser in Anbetracht der unterschiedlichen Vorstellungen über seine Frisur, darüber wohl nicht allzu begeistert sein wird… aber mal abwarten. Da die ganze Zeit oben auf den Palisaden einige Bögen auf uns gerichtet waren, achtete ich übrigens darauf, mich etwas abseits zu halten und keinen Mucks von mir zu geben, um nicht unnötig aufzufallen. 


Mein Herr war jedenfalls ganz schön angespannt, auch wenn er versuchte, dies nach außen nicht zu zeigen. Doch alles ging gut und wir kamen wohlbehalten zurück nach Enkara. Nachdem die Sklavenhändlerin den Schmied für seine Tätigkeiten als Reiseführer und Mamba-Aufpasser bezahlt hatte, ging es mit dem Tarn meines Herrn weiter, der uns heil und gesund wieder zurück nach Hause brachte. 


Der Mamba wurde übrigens mit Seilen verschnürt, wie eine Last unter dem großen Vogel transportiert, was sein bissiges Gemüt wohl etwas abgekühlt hat… allerdings nicht genug. Als der Kennel am Hafen während der Fährüberfahrt über den Vosk immer näher kam, schmiss er wütend nämlich eine der Kisten ins Wasser. Es bleibt also spannend, was aus dem Geschenk der Sklavenhändlerin wird.^^


Dienstag, 19. Mai 2015

Der richtige Mann…

…oder doch kein Benimmlehrer?

Der Rundgang meines Herrn führte auch an diesem Tag wie fast immer zum Marktplatz, wo wir auf einige schwarz gekleidete Fremde trafen. Der Mann war mit nacktem Oberkörper sehr leicht bekleidet, während das Weib mit ihrem riesigen Umhang und der tief ins Gesicht gezogenen Kapuze wohl mehr Wärmebedürfnis hatte und außerdem nicht zu erkennen war. Es waren Händler oder eigentlich wohl ein handelnder Söldner aus irgendeinem Dorf im Norden, dessen Namen ich mir jedoch nicht gemerkt habe und die Tochter des Dorfvorstehers. Die neue, geschäftstüchtige Sklavenhändlerin hatte offenbar von irgendeiner Patsche dieses Dorfes mit einem Taluna-Stamm gehört und zwei der jortschen Krieger veranlasst, bei der Befreiung zu helfen. 


Die Nordleute blieben jedoch nicht lange, was bei einigen Heimsteinangehörigen von Jorts wohl nicht auf allzu großes Bedauern stieß. Die Männer waren zwar eigentlich ganz zivilisiert, die Frauen allerdings leider eher von der Sorte Katastrophe. So wie die Sklavenhändlerin nach der Abreise der Fremden ihre Augen verdrehte, war sie von dem weiblichen Teil der Besucher leicht genervt. Eines dieser Weiber hatte in ihrem Haus offenbar eine Tür zerstört, um den Gast der Sklavenhändlerin zu befreien. Die Übereifrige war anscheinend der Meinung gewesen, der Mann sei ihr Gefangener. Zum Glück wurde auch der sich anbahnende Ärger zwischen meinem Herrn und der Frau mit dem riesigen Kapuzenumhang durch die Abreise der Fremden hinfällig. 

Er war sich nämlich sicher gewesen… und ich übrigens auch… dass dieses Weib Waffen unter ihrem riesigen, schwarzen Gewedel von Umhang versteckt hielt und nicht ablegen wollte, obwohl die Stadtgesetze von Jorts dies verlangen. Sie behauptete einfach, die metallisch blitzenden Reflektionen, die zu sehen gewesen waren, kommen von einem Taschenspiegel, den sie auch hervorkramte, allerdings aus irgendeiner Tasche ihres Gewands. Die eigenartige Wölbung ihres Umhangs sei angeblich ihr Reisebeutel, den sie darunter auf dem Rücken trug. Wie gut, dass der sich bei andauernder Uneinsichtigkeit anbahnende Ärger, sich mit der Abreise dieser Fremden dann erledigte, denn die Stadtgesetze besagen nichts gegen Frauen mit Waffen, die gerade im Begriff sind abzureisen.


Nachdem sich das Gewusel der vielen Fremden, die mit dem Eintreffen der Sklavenhändlerin auf den Marktplatz geströmt waren, mit ihrer Abreise schließlich legte. Dennoch leerte sich der Platz am Brunnen vorerst nicht, denn inzwischen hatten sich weitere Bewohner dazu gesellt… darunter auch der Schmied. Er erkundigte sich beim Hauptmann, ob die Baumeisterin inzwischen Bescheid weiß. Doch das war wohl noch nicht der Fall, weil sich die Herren Ratsmitglieder nicht ganz einig waren, wer von ihnen den meisten Charme für diese Aufgabe besitzt. Nicht weiter verwunderlich also, dass mein Herr sich nun interessiert danach erkundigte, worum es überhaupt ging. Er vermutete in der Charme-Diskussion nämlich einen Zusammenhang mit dem Antrag dieser Herrin, auf den Heimstein von Jorts schwören zu dürfen.


Damit lag er auch richtig, denn der Hauptmann erzählte nun, dass der Antrag vorerst wegen einer Fortbildungsmaßnahme der Baumeisterin vom Rat ausgesetzt worden war. Die Weiterbildung hatte allerdings nichts mit der Baumeisterkaste zu tun, sondern war als eine Art Erziehungsmaßnahme gedacht, die der Rat der Gnädigsten angedeihen lassen wollte, weil sie bei goreanischen Gesetzen und Grundprinzipien unter einigen Defiziten leidet. Der Ruf meines Herrn: „Ehre sei dem Rat der Stadt Jorts Fähre!“, war allerdings noch kaum verklungen, als der Schmied damit herausrückte, dass mein Herr als Lehrmeister der Gelben auserkoren worden war. Ausgerechnet mein Herr, der schon mehrfach bei dieser Freien angeeckt hatte?!

Ich riss vor Schreck meine Augen auf und schaute entsetzt zwischen dem Schmied und dem Hauptmann hin und her. Doch als nun sämtliche Freie anfingen zu grinsen, schmunzeln, kichern oder laut zu glucksen, wurde mir klar, dass der Schmied meinen Herrn auf den Arm nehmen wollte, was offensichtlich auch gelungen war. Erst kam nämlich ein erschrockenes „was???“, dann klappte meinem Herrn die Kinnlade herunter, während sein Kopf hektisch zum Hauptmann und dann zum Schmied pendelte, bis er zuletzt krächzte: „Das ist jetzt nicht euer Ernst… oder!? Ratsmitglieder... ich bin Krieger und Tarnreiter, aber doch kein Benimmlehrer für Baumeisterinnen! Ich verweigere das und außerdem bin ich mir sicher, wenn ich die Frau unterrichten soll, überlebt das einer von uns beiden nicht!!“


Letztendlich gab der Hauptmann dann aber zu, dass dies wohl doch keine so gute Idee und außerdem nur ein Scherz gewesen war. Er fand zwar immer noch, dass dieser Gedanke durchaus was hatte und will den Benimmlehrer für diese Weiterbildung vielleicht noch mal überdenken, aber einen innerstädtischen Krieg will er natürlich auch nicht. Nach „boah, da habt ihr mich aber eben aufs Korn genommen...“ und der Antwort des Schmieds „nur ein wenig, mein Freund… komm, ich gebe eine Runde Paga oder Kalana aus“, war das Thema dann durch und es ging gutgelaunt auf die Gasthausterrasse, wo mein Herr schließlich die Gelegenheit nutzte, um noch ein paar Details mit der Sklavenhändlerin wegen ihrer bevorstehenden Reise zu besprechen. ;-)

Sonntag, 17. Mai 2015

Immer wieder...

Eigentlich fing der Tag gut an, auch wenn mein Herr glaubte, dass irgendetwas Komisches mit dem Vosk los war, weil in der Stadt nicht gerade das Leben tobte. Leider ließ er sich jedoch nicht drauf ein, mich probehalber im Fluss baden zu lassen, damit ich teste, ob nicht vielleicht doch alles so ist wie immer. Darüber lachte er nämlich einfach nur: "Das hättest du gerne, Kajira? Hmm... und ich will ein Kailla! Komm, ich hab schon lange keinen Paga mehr im Gasthaus getrunken!“ Pahh, ein Tarnreiter geht doch nicht fremd, warum sollte ausgerechnet mein Herr ein Kailla wollen!? Das konnte ich mir nun wirklich nicht vorstellen. „Eben…“, bestätigte er meine Bedenken auch sofort, fügte dann aber leider noch hinzu: „…und genauso wenig badest du im Vosk!“ Mist, aber einen Versuch war es trotzdem Wert gewesen.


Da die Gasthausterrasse leer war und dort vor allem keine freien Frauen anwesend, nutzte ich die Gelegenheit und bemühte mich, meinem Herrn seinen Paga etwas rotseidener zu servieren, mit einer ordentlichen Extraportion Hingabe. Seine Blicke dabei, mit denen er mich mit seinen grauen Augen und leicht zur Seite gelegtem Kopf eingehend musterte, gingen mir natürlich wie immer durch und durch. Sie zeigten mir aber auch, dass ihm meine Bemühungen wohl gefielen. Er nahm mir den Pagabecher dann auch nicht einfach nur ab, sondern ließ vorher seine Hand sehr sanft über meinen Körper wandern, was mein Sklavenfeuer natürlich noch zusätzlich auflodern ließ… leider waren wir jedoch nicht zuhause und auch nicht in der Taverne.


Außerdem war es an der Zeit, nach Carolus zu sehen, sodass ich den leeren Becher eiligst in die Gasthausküche trug, um dann hinter meinem Herrn zum Tarnturm zu eilen. Oben auf der Plattform in der großen Flugöffnung angekommen, drückte ich mich natürlich erst einmal vorsichtig an die Wand und machte mich ganz klein, während mein Herr seine Tarnpfeife nahm und hinein blies. Kurz darauf war näher kommendes Flügelschlagen zu hören, bevor sein Tarn genau neben ihm landete und zur Begrüßung meines Herrn unheimliche Geräusche von sich gab... aber die kenn ich ja schon. Es war jedenfalls ein Anblick, der mein Herz vor Ehrfurcht vor diesem großen Raubvogel, aber auch vor Wiedersehensfreude schneller schlagen ließ. Mein Herr streichelte noch kurz durch das schöne rote Gefieder, prüfte das Sattelgeschirr und stieg dann auf.


Ich wartete selbstverständlich noch geduldig auf sein Zeichen und als er mir dann "auf mit dir, Kajira!" zurief, krabbelte ich eilig hinter ihm auf den Sattel und klammerte mich an ihn. Kaum spürte mein Herr, dass ich meine Arme fest um ihn geschlungen hatte, ging es auch schon in die Luft. Hach, es war einfach unbeschreiblich toll, endlich mal wieder eng an seinen Rücken geschmiegt über Jorts zu fliegen. Es erinnerte mich wie immer ein wenig ans Motorradfahren auf der Erde, auch wenn ich inzwischen schon sehr viele Jahre auf Gor lebe und nur noch selten an mein Leben als Barbarin zurück denke. Leider ebenfalls wie immer, war jedoch auch dieser Flug viel zu schnell zu Ende und mein Herr steuerte Carolus zur Landung Richtung Oberstadt.


Als wir uns dem Tarnturm näherten, waren von oben der Hauptmann und seine Gefährtin so klein wie Spielzeug vor der Brauerei zu sehen. Daher bot es sich an, auf der Trainingswiese zu landen und das letzte Stück zu Fuß zu gehen. Es war natürlich wichtig, dass mein Herr seinem Vorgesetzten umgehend Meldung zukommen ließ, dass es in der Stadt auf seinem Rundflug von oben genauso ruhig ausgesehen hatte, wie von unten. Während sich die beiden Krieger nun über die Fließrichtung des Vosk unterhielten und ob es am Fluss liegt, dass es die meisten Bewohner offensichtlich vorzogen in ihren Häusern zu bleiben, obwohl das Wasser an diesem Tag nicht anders floss als sonst, füllte sich der Marktplatz plötzlich doch. Leider wurde es dann auch ziemlich… naja… irgendwie sehr unschön.


Mit dem Eintreffen der Baumeisterin brachte mein Herr deren Antrag auf Heimsteinschwur zur Sprache. Ihn interessierte natürlich, warum der erste Antrag dieser Frau seinerzeit von zwei Ratsmitgliedern abgelehnt worden war. Der Heimstein… immerhin das Wichtigste für jeden Goreaner… wurde für diese Hochkastige beim Anblick meiner geöffneten Schenkel jedoch schlagartig zur totalen Nebensache. Stattdessen empörte sie sich erneut darüber, dass sie meine Hitze sehen konnte und erkundigte sich bei meinem Herrn, ob ich ihm vor einiger Zeit ihren Unmut über diesen Anblick bestellt hatte… selbstverständlich! Aber egal, es ist immer wieder das Gleiche und da eine Kajira mit echauffierten Weibern leben muss, werde ich mich hier auch nicht weiter über das Gekeife dieser Frau auslassen. ;-)

Samstag, 16. Mai 2015

Spaziergänge und so…

Nach Waffentraining mit anschließendem leckeren Essen und Co. verspürte mein Herr plötzlich große Lust, an seinem Fell zu horchen… die Topform war also Vergangenheit. Anstatt mich jedoch am Fußende schlaflos hin und her zu wälzen… ich gehöre nun mal zu den Lang- und nicht wie er zu den Frühschläfern… schlich ich mich leise aus dem Haus, nachdem mir ein letzter sanfter Blick auf sein entspanntes Gesicht gezeigt hatte, dass er tief schlief. 

Mein Ziel war der Bach, wo ich mich noch ein wenig waschen wollte… meine langen Haare natürlich auch. Leider war mein Badeverbot im Vosk ja immer noch nicht aufgehoben. Wobei ich eh nicht wusste, wie wohlwollend Ledergurte auf meine Schwimmgelüste reagieren und ausziehen durfte ich sie ja nicht. Nachdem ich mir noch schnell ein knappes Tuch um die Hüften gebunden hatte, schlich ich hinter den Häusern entlang Richtung Bach. 

Herrlich erfrischt, aber mit triefend nassen Haaren, kam mir danach spontan in den Sinn, mich noch eine Weile auf dem wunderschönen Plateau am Wasserfall zu trocknen. Gedanken über irgendwelche gefährlichen Tiere im Wald, die mich auf ihren Speisezettel setzen könnten, kamen mir dabei allerdings nicht und mir begegnete auch tatsächlich niemand. Auf dem Rückweg passierte mir dummerweise jedoch ein kleines Missgeschick. Nein, es kam nicht die Monsterspinne und auch sonst kein Viech mit Fressgelüsten…

Ich muss irgendwo falsch abgebogen sein, sodass ich plötzlich ganz woanders als geplant aus dem Wald herauskam und nun der Weg am Brunnen vorbei durch die Unterstadt einfach der kürzeste war. Der nette Schmied und die Händlerin waren vor der Gasthausterrasse allerdings so in ihr Gespräch vertieft, dass ich aufs Grüßen verzichtete. Doch gerade als ich mich eigentlich schnell an der Mauer der Schmiede vorbei drücken wollte, schaute die Mündeltochter des Schmieds von ihrer Arbeit auf und zu mir hinüber. 

Die Herrin war mal wieder am Spinnen… also sie arbeitete an ihrem Spinnrad. Selbstverständlich grüßte ich sie jetzt freundlich und nutzte die Gelegenheit, um mich danach zu erkundigen, was sie denn aus so viel Wolle herstellen will. Diese Frage interessierte mich schon seit einigen Tagen, doch wenn mein Herr dabei ist muss ich ja immer meine Klappe halten. Während die Herrin sich nun in der für sie typischen, sehr freundlichen Art über gewebte, flauschig dicke Teppiche und weiche Strickwaren ausließ, spürte ich plötzlich einen festen Klapps auf meinen Po. Ups, versperrte ich den Durchgang? So ein dickes Hinterteil habe ich doch eigentlich gar nicht!

Bei den Ausführungen der Herrin war mir komplett entgangen, dass sich der Schmied genähert hatte… ok, ich habe hinten ja auch keine Augen. Seine Hand auf meinem Allerwertesten war mir selbstverständlich nicht unangenehm, machte die Erläuterungen seines Mündels, dass sie für einen Teppich die gleiche Wolle wie für einen Pullover nimmt, mit der Anzahl an Wollfäden beim Weben und Stricken jedoch variiert, sodass man angeblich nicht das Gefühl hat, eigentlich einen Teppich zu tragen, irgendwie zur Nebensache.


Da ich nun annahm, dass Vormund und Mündel lieber ungestört sein wollten, machte ich Anstalten, mich zu verabschieden. Erstens wollte ich die beiden nicht stören und außerdem waren meine Haare inzwischen wirklich trocken. Doch dem Schmied kam meine Anwesenheit wohl ganz gelegen, denn er forderte mich zum Bleiben auf und setzte sich gemütlich auf den Boden… allerdings ziemlich weit weg von mir. Es ging ihm um eine etwas ungewöhnlich Auskunft über den Verbleib ausgerupfter Vulofedern, die ich den Viechern vorm Braten ausrupfe.

Bereitwillig erläuterte ich ihm erst einmal, dass manche Vulos als Opfer an die Priesterkönige natürlich komplett in die Stätten des Staubes gehen… halbe Sachen erfreuen die hohen Herren im Sardar womöglich nicht. Sind es allerdings Vögel, die die Ehre erhalten, lecker gebraten auf dem Teller meines Herrn zu landen, dann stopfe ich ihre ausgerupften Federn in einen Aufbewahrungssack, sofern mir keine Windböen in die Quere kommen, um die Kissen meines Herrn gelegentlich nachzufüllen, damit sie schön weich bleiben. Die ungewöhnlichen Fragen des Herrn rührten übrigens vom Wunsch nach einem Kopfkissen her, denn momentan schläft er komplett ohne, was mangels Kajiraunterlage natürlich entsprechend unkomfortabel ist.

Klar, dass ich meinem Herrn am nächsten Tag die Kissengelüste des Schmieds, aber auch meine Spaziergänge zum Bach und anschließend zum Wasserfall nicht vorenthielt. Puhhh… wie gut, dass ihn beim Geständnis meines Waldspaziergangs mein Anblick wohl etwas ablenkte und ich ihn dann mit aller mir zur Verfügung stehenden Hingabe erfreuen durfte, um diesen ungenehmigten Ausflug wieder gut zu machen… ich möchte nicht wissen, wie sein Ausbruch über die Gefahren im Wald ohne Aussicht auf Tiefenentspannung sonst geendet hätte, egal wie obersauber gewaschen und total heil ich sein Eigentum wieder zurück nach Hause gebracht hatte. 

Nachdem ich seine Entspannung zuletzt noch mit einem Paga krönen durfte, trat er schließlich guter Dinge seinen Rundgang an, auf den ich ihn zu meiner Freude erneut nackt begleiten durfte. Am Marktplatz angekommen, nutzte er die günstige Gelegenheit, sich bei dem Hauptmann nun genauer nach der Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und dem Brauereikrieger zu erkundigen. Lustigerweise wollte die Brauereikajira diesen Streit einfach als Missverständnis abtun… ungefragt, sodass sie entsprechend angeherrscht wurde und daher vielleicht ganz froh war, sich mit der Kajira des Hauptmanns verdrücken zu dürfen. Außerdem ist diese unschöne Sache zwischen den beiden Kriegern mittlerweile tatsächlich beigelegt. 


Nachdem die Sklavenhändlerin und der Kriegerbauer sich dazu gesellt hatten, wandte sich das Gespräch dann Wichtigerem zu. Vermutlich weil der Rarius überwiegend mit seinem Vieh und der Landwirtschaft zu tun hat, war an ihm bislang anscheinend vorbeigegangen, dass die Händlerin demnächst eine Reise in die Wälder von Enkara plant. Wobei sie wohl noch nicht mit dem Sattler über dessen neuesten Fang verhandelt hat, der bei dieser Unternehmung vielleicht von Nutzen sein kann. Somit erübrigte sich die Erörterung weiterer Details mit dem offenbar eh nicht allzu gut aufgelegten Krieger vom Hof, der sich dann auch bald Richtung Oberstadt davon machte. 


Auch mein Herr setzte schließlich seinen Rundgang fort, nachdem die beiden Kajirae wieder zurück waren, von denen eine inzwischen anscheinend mit Sklavenparfüm geduscht hatte. Ich verstand zwar erst gar nicht, warum der Hauptmann plötzlich so durch die Nase schnaubte und sein Mädchen dann anbrummte, warum es auf einmal so anders riecht, seitdem sie zurück ist. Tja, mit einer leichten Brise die vom Hauptmann und seinem Eigentum herüber wehte, wurde mir dann klar, dass sie die Menge an Parfüm wohl nach dem Motto „viel hilft viel“ bemessen hatte. 


Natürlich benutze auch ich Sklavenparfüm, hoffentlich aber ohne große Wolke um mich herum. Es wäre doch wirklich schade, wenn ein so wundervoller Platz am Wasserfall an Schönheit einbüßen würde, wenn es dort nach Parfüm riecht und nicht mehr nach Natur!^^

Freitag, 15. Mai 2015

Topform

In dieser Hand klappte es endlich wieder, dass mein Herr rechtzeitig von seiner Wache zurück war, um am Waffentraining teilzunehmen. Manchmal sind eben auch andere Krieger dran, um für die Sicherheit der Stadt zu sorgen. Außerdem hatte er inzwischen das Gefühl, das Training sei für ihn sehr wichtig… mit anderen Worten, sein Tatendrang schwappte fast über und er hatte vermutlich auch schon wieder dieses Jucken in seiner Schwerthand. Kein Wunder also, dass es ihn sehr zeitig Richtung Trainingswiese zog, wo allerdings sonst noch keiner der Rarii anwesend war und er mir mit einem Fingerzeig zum Boden andeutete, mich vor ihn zu knien.


Seine nun über meinen Körper von oben bis unten wandernden Blicke gingen mir echt durch und durch und schürten mein ständig heiß in mir brennendes Sklavenfeuer logischerweise ganz gewaltig. Ich glaubte sie wie immer fast körperlich zu spüren, zumal ich mir an diesem Tag auch nichts hatte überziehen müssen. Mein Anblick war anscheinend irgendwie Appetit anregend, denn obwohl mein Herr nach der Heimkehr von seiner Patrouille noch behauptet hatte, nicht hungrig zu sein, kündigte er nun an: „Hmm... ja, vielleicht esse ich nach dem Training wirklich noch etwas... mal sehen...“. Da sich inzwischen der Schmied und der Hauptmann zu uns gesellt hatten, kam ich leider jedoch nicht mehr dazu, ihm schon mal eine mögliche Vorspeise schmal schmackhaft anzukündigen, denn nun ging das Training auch gleich los.


Wow, mein Herr war wirklich in super Topform. Ich will ja nicht behaupten, dass kein einziger Grashalm an seiner Tunika klebte, aber der Hauptmann gab sich offenbar große Mühe, seine rote Kriegerkleidung der Kastenfarbe seiner Gefährtin anzupassen… und die war nicht mal anwesend! Wobei man dem Hauptmann zugutehalten musste, dass er erstens momentan die doofen Nachtwachen erwischt hat und außerdem keine Kajira dabei hatte, deren nackter Anblick seine Schwerthand zu einer solchen Höchstform auflaufen ließ… also die Höchstform vielleicht ein klitzekleines Bisschen noch günstig beeinflusste, mein ich natürlich. Jedenfalls war mein Herr bei diesem Training eigentlich unschlagbar, was sogar sein früherer Mentor neidlos anerkannte, nachdem mein Herr ihn immer wieder ins Gras geschickt hatte. Es gehört wirklich einiges dazu, wenn dieser altgediente, mit allen Wassern gewaschene Rarius ausnahmsweise mal kein Mittel findet, um einen jungen Krieger, wie meinen Herrn, zu bezwingen.

San, die Brauereikajira gab natürlich mächtig mit ihrem Herrn an und mit seinem Können sowieso… doch das ist ja normal. Erstens ist er wirklich ein guter Schwertkämpfer und zweitens kenne ich keine Kajira, deren Herr nicht der Tollste, Beste, Schönste und überhaupt und so ist. Naja, natürlich sind die aber auch alle nicht das Eigentum meines Herrn! Wobei ich trotz ihrer Überheblichkeit allerdings neidlos eingestand, dass er unter den rothaarigen Herren von Jorts tatsächlich derjenige ist, der am besten aussieht. Außer ihm hat hier nämlich kein Herr rote Haare, die mir übrigens wirklich sehr gut gefallen. Dass ihr darauf nur eine Retourkutsche über blonde Herren einfiel, hab ich ihr dann großzügig nachgesehen. Schade nur, dass dieser Krieger anscheinend unpässlich war und nach einigen Meditationsübungen auf das Training verzichtete… vielleicht forderte das Felltraining der letzten Nacht mit zu wenig Schlaf jetzt seinen Tribut?


Das konnte natürlich auch der Grund dafür gewesen sein, dass San an diesem Tag einiges nicht durchblickte, sodass ich ihr ein wenig Nachhilfeunterricht angedeihen ließ. Ihr war anscheinend nicht klar, wie wichtig Taktik sein kann, denn Schlachten oder auch Trainings werden selbstverständlich nicht nur mit Kraft und geschickter Schwerthand gewonnen, sondern manchmal auch mit Köpfchen, besonders von genialen Köpfen mit blonden Haaren. Sie glaubte anscheinend wirklich, der Rücken eines Rarius könne über einen Kampf entscheiden. Na, den Krieger möchte ich sehen, der noch seinen Rücken spürt, wenn es um einen Sieg oder sogar Leben und Tod geht! Selbstverständlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn eine Kajira ihrem Herrn sanft die Rückseite massiert. Sie sollte dabei aber immer auch dran denken, sich besonders intensiv und mit Hingabe seiner Vorderseite zu widmen, damit sich nicht nur der Rücken, sondern der ganze Mann entspannt.


Ich glaube, wenn mein Herr nicht irgendwann entschieden hätte, dass es nun genug Training für ihn war, wäre ich vor Stolz auf sein Können tatsächlich noch gewachsen. Nicht auszudenken, wenn ich mich irgendwann aufrichte und plötzlich Auge in Auge mit der riesigen Baumeisterin bin, die sämtliche Bewohner von Jorts um mindestens einen Kopf überragt! Bevor er sich seinem leckeren Essen widmete, legte er allerdings auf dem Heimweg noch einen kleinen Stopp beim netten Schmied ein, der gerade dabei war, mit lauten Hammerschlägen glühenden Stahl auf dem Amboss zu traktieren. Trotzdem nahm er sich aber Zeit für einen kleinen Plausch mit meinem Herrn. Gutgelaunt gab er einen Witz zum Besten, in dem eine Biene, die sich an äußerst heikler Stelle verkrochen hatte, eigentlich mit klebrigem Honig zur Strecke gebracht werden sollte, bevor sie dann aber doch von einem nicht mehr aufzuhaltenden Eiweißstrahl erschossen wurde und brachte meinen Herrn zum Lachen, obwohl der ja so ganz und gar und überhaupt nicht auf Klebriges und schon gar nicht auf Honig steht.^^

Mittwoch, 13. Mai 2015

Brisante Rache

Die meine Nacktheit betonenden Ledergurte des ziemlich eng sitzenden, vom Lederhandwerker angefertigten Harness gefielen meinem Herrn immer noch sehr an mir, sodass er nach eingehender Musterung erneut befahl, mich lediglich mit einem Tuch zu bedecken, bevor wir sein Haus für einen Gang in die Stadt verließen. Ich wäre am liebsten natürlich nackt geblieben, konnte ihn aber durchaus auch verstehen. Nach einer anstrengenden Wache hatte er einfach keinen Nerv auf sich bei meinem nackten Anblick möglicherweise echauffierende Weiber. Im Nachhinein stellte sich seine Entscheidung übrigens als sehr vorausschauend heraus, denn vor der Gasthausterrasse trafen wir auf mehrere Herrinnen, allerdings auch auf den Hauptmann und den Krieger von der Brauerei mit ihren Kajirae.

Worüber die Frauen tuschelten, bekam ich allerdings nicht mit, spitzte dafür meine Ohren aber umso mehr, als sich der Hauptmann mit dem Brauereikrieger schon wieder über Paga für den Sattler unterhielt. Letzterer stand zwar nicht mehr unter Paga-Arrest in Sachen Ratssitz, stattdessen schuldete der Hauptmann ihm nun aber anscheinend sogar eine Hand lang Freipaga. Ich glaube, mein Herr war darüber noch irritierter als ich, denn bei der Paga-Folter vor kurzem, war nie die Rede davon gewesen, sie auf eine ganze Hand auszudehnen. Letztendlich erfuhren wir jedoch, dass es diesmal um die Schlichtung einer Meinungsverschiedenheit zwischen dem Hauptmann und dem Brauereikrieger ging.


Selbstverständlich bot mein Herr sofort seine Hilfe an, eine dritte Meinung schadet manchmal wirklich nicht. Doch nach der bereits erfolgten Vermittlung durch den Lederarbeiter sah der Hauptmann dafür keine Notwendigkeit mehr, rückte leider aber auch nicht heraus, worum es bei diesem Zwist gegangen war. Mist, ich wäre vor Neugier bestimmt geplatzt, wenn ich noch hätte warten müssen, um vielleicht erst heute beim Kriegertraining Näheres von San über diese Sache zu erfahren… Kajirafunk ist dabei eben eine überaus wichtige Aufgabe! Doch ich hatte Glück und musste gar nicht warten. Der Brauereikrieger informierte seinen Vorgesetzten nämlich über das Gespräch mit dem Sattler: „Ums kurz zu machen...ich sagte ihm, ich habe nichts dagegen einzuwenden, wenn San das Kastenhaus wischt oder durchfegt oder was auch immer es dort wegen der Hygiene zu tun gibt.“

Oha, hatten sich die beiden etwa über die Reinigungsaufgaben einer Kajira gestritten?! Ich glaubte falsch gehört zu haben, obwohl meine Ohren wirklich in Ordnung sind und meistens eigentlich auch das hören, was sie hören sollen. Mein Herr hatte offenbar das Gleiche verstanden und war ebenso erstaunt wie ich: „Da streiten sich zwei gestandene Krieger darüber, was eine Kajira wischt?! Allein das klingt wie ein Tavernenwitz… und am Ende kommt dabei eine Hand Freipaga für den Sattler heraus?“ Tja, anscheinend war dies aber wohl noch nicht alles, nur ließ sich der Hauptmann leider nicht weiter darüber aus… außerdem tauchte jetzt der Leder-Handwerker auf, der anscheinend irgendein Waldweib gefangen und in einen der Käfige am Hafen gesperrt hatte.


Selbstverständlich war die Sklavenhändlerin sofort an diesem Fang interessiert, aber auch alle anderen Freien wollten sich zumindest eine Besichtigung der gefangenen Taluna nicht entgehen lassen, sodass sich nun ein ganzer Pulk von Menschen Richtung Hafen bewegte. Der Sattler erweckte übrigens einen sichtlich zufriedenen Eindruck, da er bei seiner Errungenschaft nämlich noch eine Rechnung offen hat. Ihre Haare sind erstaunlicherweise allerdings nicht so rot, wie sonst für alle Frauen in seinem Haushalt typisch. Trotzdem ging es bei der offenen Rechnung tatsächlich um Haare, in diesem Fall um die des Sattlers. Seine Gefangene war nämlich die Wortführerin bei der Auseinandersetzung über eine sehr unkleidsame Frisur gewesen, von der er meinem Herrn und dem Schmied während seines Paga-Arrests erzählt hatte.


Durchaus nachvollziehbar also, dass er seinen Fang nicht gleich an die Sklavenhändlerin weiterverkaufen wollte…. erst einmal möchte er nämlich seine Rache genießen. Brisant ist bei diesen Rachegelüsten leider jedoch die Herkunft der Gefangenen, vor allem für die Sklavenhändlerin und damit auch für meinen Herrn, sollte die Händlerin für ihren Handel mit Kajirae u.a. auch mit diesen Waldweibern eine Geschäftsbeziehung anstreben. Da mein Herr die Problematik hierbei natürlich sofort durchschaute, bat er die Herrin um eine kurze Unterredung und informierte sie über die beiden Möglichkeiten, die sie nach dieser Gefangennahme eigentlich nur hat: Entweder sie kauft dem Sattler die Wilde als Sklavin ab und verzichtet auf die angestrebten Geschäfte mit diesem Talunastamm oder sie lässt sie frei und verschafft sich damit einige Vorteile für ihr Vorhaben. 


Letzteres hatte sich die gewiefte Sklavenhändlerin natürlich auch schon überlegt und war anscheinend über das Angebot ganz froh, dass mein Herr mit dem Sattler spricht, da er ihn ja zu seinen Freunden zählt. In Anbetracht der in naher Zukunft geplanten Reise der Sklavenhändlerin zu den Wilden in den Wäldern von Enkara und der Eskorte meines Herrn zu ihrem Schutz, setzte er dies auch sofort in die Tat um. Da auch bei dieser Unterredung natürlich nicht jeder zuhören sollte, zog er seinen Freund etwas von der Versammlung vor dem Sklavenkäfig weg. Zusätzlich senkte er leider jedoch seine Stimme ganz besonders und flüsterte zuletzt so leise, dass ich bedauerlicherweise kaum etwas von ihrer Unterredung mitbekam, obwohl ich genau hinter meinem Herrn kniete. 


Aber egal, irgendwann nickte der Lederarbeiter und sagte: „Ich denke darüber nach, Lucius...wegen dir und unserer Freundschaft. Aber erst mal werde ich mich mit meinem Fang beschäftigen.“ „Das sei dir gegönnt, mein Freund!“, war die offensichtlich nicht unzufriedene Antwort meines Herrn, bevor er sich ebenfalls erneut dem Sklavenkäfig zuwandte. Irgendwie hatte es die Gefangene inzwischen geschafft, die Händlerin dazu zu bringen, ihre Hand zwischen den Gitterstäben hindurch in den Käfig zu stecken. Man konnte fast meinen, sie wollte per Handschlag ein Geschäft besiegeln, bei dem die Taluna allerdings so fest zupackte, dass die Frau nicht nur ziemlich unsanft an die Gitterstäbe herangezogen wurde, sondern ihr gefangenes Gegenüber auch ungehalten anzischte, es nicht zu übertreiben. 


Doch zum Glück klärte sich die Situation mit dem eindeutigen Befehl meines Herrn: "Lass sie los!" Gleichzeitig zog er übrigens nicht nur sein Schwert, sondern schlug zusätzlich mit dessen flacher Seite drohend auf die Stäbe. Nach einer letzten Musterung der Wilden und irgendetwas Gemurmeltem zur Händlerin, von dem ich allerdings nur „nicht knauserig sein, dann klappt es“ verstanden habe, zog es meinen Herrn schließlich nach Hause, zu einem von seinem Eigentum mit Hingabe servierten Paga. Ach nee, vorher legte er wegen des Antrags der Baumeisterin auf Heimsteinschwur, noch einen kurzen Zwischenstopp beim Schmied ein… darüber gibt es demnächst bestimmt noch mehr zu berichten.

Dienstag, 12. Mai 2015

Paga-Arrest und Kriegerehre

Das Nachfolgende ist übrigens schon einige Tage her, denn es fand bereits vor der Vertragsunterzeichnung der beiden Händler statt. 

Ich hatte erwähnt, dass mein Herr wegen des Händlerersatzes im Rat der Stadt vom Hauptmann gebeten worden war, den Sattler solange auf Ratskosten mit Paga hinzuhalten, bis er vom Verteilen der vielen Einladungen für die Gefährtenfeier zurück ist und dass dies auch ganz gut funktioniert hatte. Mein Herr traf den gerade erst von einer Reise heimgekehrten Leder-Handwerker nämlich zusammen mit dem Schmied vor der Taverne, wo er ihm die aktuelle Situation darstellte. Dabei stellte sich heraus, dass der Lederarbeiter aufgrund seiner Reise tatsächlich von der vorübergehenden Nachbesetzung im Rat durch einen Mann aus der Handwerkerkaste noch nichts gehört hatte.

Obwohl die bereits erfolgte Zusage des Schmieds auf einem Missverständnis basierte… er hatte sich nicht wie vom Hauptmann vorgeschlagen, vorher mit dem Sattler abgestimmt… war dieser Ratssitz für den Kastenersten der jortsschen Handwerker dennoch kein Problem. „Schmied, du bist ja mein Vertreter, wenn ich nicht da bin… und wenn du bereits zugesagt hast, dann ist das jetzt so.“ Wow, eine wirklich kurze und schmerzlose Entscheidung! Ohne jede Wichtigtuerei war damit nämlich die Sache mit dem vorübergehenden Ratssitz, was ja wirklich eine ganz gewaltige Ehre ist, für den Sattler geklärt, da er keine Entscheidungen seines Vertreters zurücknimmt, sodass dieser nun seine Sinnkrise und die Reise zu seinen Ahnen vorerst aufschieben muss.

Eigentlich hatte sich damit auch das Hinhalten mit Paga erledigt, doch war natürlich nicht klar, ob der Hauptmann nicht vielleicht noch etwas ganz anderes mit dem Lederarbeiter besprechen wollte. Und da Freunde selbstverständlich füreinander da sind… vor allem, wenn einer von ihnen unter sowas Schreckliches wie einen solchen Paga-Arrest gestellt wird und darunter logischerweise ganz oberfürchterlich leidet, obwohl er eigentlich gar nicht weglaufen will… wurde es natürlich ein Umtrunk zu dritt. Eine gedrittelte Paga-Folter ist einfach viel besser zu ertragen. Ich schleppte also einen großen Krug Paga heran und mein Herr brachte den Trinkspruch: „Mit zwei Freunden bei gutem Wetter und kostenlosem Paga vor der Taverne zu sitzen… das ist Leben, Männer! Ta Sardar Gor!“ „Ta Sardar Jorts Fähre, möge die Stadt ewig bestehen und ihr Ruhm noch weiter steigen!“, kam prompt die Bestätigung, die natürlich mit dem nächsten Schluck Paga begossen wurde.


Leider spürte mein Herr nun anscheinend ein Jucken in seiner Schwerthand, das selbstverständlich heruntergespült werden musste, auch wenn es vor dem nächsten kräftigen Schluck Paga darum ging, dass möglichst bald ein Fremder eintreffen möge, mit dem er dieses Jucken bekämpfen kann. Nur logisch eigentlich, dass die Freunde meines Herrn ihn bei solchen, durchaus ernst zu nehmenden Symptomen, selbstverständlich beim Fortspülen selbiger unterstützten und auch nicht mit Ratschlägen hinter den Berg hielten… zur Beseitigung dieses Juckens empfahl der Sattler ihm schließlich übrigens die Wälder von Enkara. Er hatte dort wohl erst kürzlich gute Geschäfte mit zwei Talunastämmen gehabt, sich trotz Einladung zu ihrem Fest allerdings eiligst aus dem Staub gemacht, da andernfalls zu befürchten war, einen neuen Haarschnitt verpasst zu bekommen.

Über diese von Waldweibern für Männer bevorzugten, nach einhelliger Meinung der drei modebewussten Freunde allerdings wenig kleidsamen Frisuren, bestand bei ihnen jedenfalls große Abneigung. Tja, inzwischen waren auch die befreundeten Zungen vom Paga ganz gut gelockert, sodass der Schmied den richtigen Zeitpunkt gekommen sah, um für solche Fälle in Waldcamps seine Patentlösung zum Überleben zum Besten zu geben. Er war wohl irgendwann mal eine ganze Weile im Lager eines solchen Stammes „zu Besuch“ gewesen. In Anbetracht einer Horde nach einem Mann ausgehungerter Weiber, war der Ärmste zum Schluss verständlicherweise entsprechend ausgelaugt gewesen und sein bestes Stück einfach in Streik getreten, sodass die unbefriedigten Jägerinnen ihn töten wollten. 

Sein Trick war wirklich schlau. Den Tod vor Augen, bat er noch um einen letzten Wunsch und als dieser ihm gewährt wurde, wünschte er sich, vom hässlichsten und dümmsten Mitglied des Stammes getötet zu werden. Es funktionierte tatsächlich, denn ehe er sich’s versah, war er wieder frei. Welches Weib mag schon zugeben, hässlich oder sogar dumm zu sein… schon gar nicht diese im Wald lebenden Spezies! Auch wenn natürlich immer ein Restrisiko bleibt, grölten die drei Männer jetzt vor Lachen… Ravi und ich natürlich etwas verhaltener, wie es sich für Kajirae gehört. „Na, selbst wenn man dann doch stirbt, konnte man vorher wenigstens noch mal lachen... finde ich gut!“, war der Kommentar meines Herrn, bei dem mir dann das Lachen schlagartig wieder verging.

Selbstverständlich war meine Meinung dazu nicht gefragt und ich versuche ja auch wirklich, mich stets von meiner wohlerzogenen Seite zu zeigen und meine Klappe zu halten, wenn Freie sich unterhalten. Doch wenn es um den Tod meines Herrn geht, ist bei mir nicht nur der Spaß vorbei, sondern auch das Klappe halten. „Tot ist tot, auch wenn man vorher noch mal gelacht hat.“, konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Immerhin gab mir der Sattler Recht, doch die Frage, als Gefangener notfalls zu knien, um zu überleben, war für meinen Herrn eine Frage seiner Kriegerehre. 

Es gibt für meinen Herrn nämlich Schlimmeres, als den Tod und Wichtigeres, als das eigene Leben. Mir ist zwar bewusst, dass sein Leben immer in Gefahr ist und ich weiß auch, dass seine Ehre als Krieger keine Waage niederdrückt, für ihn aber dennoch schwerer wiegt als Gold… trotzdem mag ich einfach nicht, wenn mein Herr so spricht und war daher ganz froh, dass er wenigstens über die Worte des Sattlers nachdenken wollte: „Unfrei ist man erst, wenn man als Sklave gezeichnet ist. Unter Gewaltanwendung vorübergehend knien, um den richtigen Zeitpunkt zur Flucht abzupassen, ist nichts Unehrenhaftes!“ 

Freitag, 8. Mai 2015

Nur eine Vertragsunterzeichnung...

aber was für eine!

Ich gestehe, diese Vertragsunterzeichnung zweier Händler brachte mein Gorverständnis etwas ins Wanken, obwohl mir durchaus klar ist, dass genau wie auf der Erde… ich bin ja Barbarin… auch Gor von Geld regiert wird und reiche Händler ein sehr hohes Ansehen haben, niedere Kaste hin oder her. Die gestrige Vertragsunterzeichnung des ersten Händlers von Jorts Fähre und der neuen Sklavenhändlerin für eine freie Gefährtenschaft, ließ bei mir jedenfalls den Gedanken aufkeimen, die Kaiserin von China würde ihren geliebten Händler heiraten.^^

Mein Herr war ja leider zu einer längeren Wache eingeteilt worden und konnte diesem Ereignis nicht beiwohnen, sodass ich mich schließlich alleine auf den Weg in die Oberstadt machte. Leider war die Entscheidungsfindung, mit welchen Seiden ich mich diesem Anlass angemessen aufbrezeln konnte, mal wieder nicht ganz einfach und meine Haare mussten ja auch noch gewaschen werden, damit das Eigentum meines Herrn nett anzusehen war. Es war also relativ spät, als ich endlich sein Haus verließ, um zum Ratssaal zu flitzen. Mir war bei meinen Vorbereitungen zwar der Trubel am Hafen nicht entgangen, der bei mir übrigens den Eindruck erweckte, als würde der Fährmann mit seinen ständigen Fahrten das Geschäft seines Lebens machen, doch mit einer solchen Menschenmenge hatte ich dann doch nicht gerechnet… der Ratssaal war gerammelt voll.

Nun weiß ich endlich auch, wie gut die Entscheidung der Baumeister gewesen ist, nach dem Inferno und dem Neuaufbau der Stadt einen so großen Saal zu bauen. Da ich es erstens jedoch nicht mit so großen Festivitäten habe und mir zweitens diese vielen Fremden fast ein wenig Angst machten, war ich froh, den Hauptmann, seine Gefährtin, den Sattler und den Schmied zu entdecken… ohne meinen Herrn erschien mir der Platz neben dem Hauptmann nämlich ein sehr sicherer zu sein, sodass ich mich zu ihm und seiner Gefährtin schlich. Nachdem sich dann auch der Schmied durch die Menge noch etwas näher herangeschoben hatte, fühlte ich mich sogar fast wohl und konnte endlich die vielen Freien und Unfreien in Ruhe in Augenschein nehmen. Wobei man von Ruhe eigentlich nicht sprechen kann, wenn sich so viele Menschen in einem Saal aufhalten… übrigens habe ich bei 40 Personen mit dem Zählen aufgehört.

Einige Herrschaften und Kajirae ließen in mir der Eindruck entstehen, dass die Ärmsten unter Blasenproblemen litten, so unruhig wie sie ständig hin und her zappelten oder sich verrenkten, als ob sie schrecklich litten. Andere hatten offensichtlich Probleme, ihre Klappe zu halten… warum auch immer… und manche erkannte ich erst auf den zweiten Blick, weil sie z.B. plötzlich keinen Helm mehr trugen und anstatt bäuerlicher Kleidung plötzlich in feine Roben mit Umhang gekleidet waren. Apropos Umhang… auch der Hauptmann trug einen und wuschelte mir damit ab und an im Gesicht herum, wenn er sich zu seiner Gefährtin drehte. Doch das war nicht weiter schlimm, sondern im Vergleich mit den für ihn sonst typischen Kopfpatschern, die an diesem Tag erfreulicherweise ausblieben, eigentlich sowas wie Streicheleinheiten.

Die Ansprache des Kriegers ist bis auf seine erste Frage an die beiden Fastgefährten "Wollt ihr?" und den darauf offensichtlich sehr erstaunt hochruckenden Kopf des ersten Händlers wegen enormem Stimmengewirr übrigens gänzlich an mir vorbei gegangen. Der Händler hatte sich ja eigentlich gewünscht, nur den Vertrag zu unterzeichnen, ohne großes Drumherum mit Feier. Doch in Anbetracht der zahlreich angereisten Gäste, schien ihm ein einfaches Bejahen dieser Frage nun wohl doch nicht angemessen, sodass ich mich bei der nun der Vertragsunterzeichnung vorangehenden Rede ausgiebig dem Beobachten der Gäste widmen konnte und die beiden werdenden Gefährten natürlich besonders genau musterte.

Die Herrin trug nämlich ein wirklich tolles blaues Kleid in ihren Kastenfarben aus kostbarem, mit Gold besetztem Stoff, das meiner früheren Herrin mit Sicherheit auch gefallen hätte. Auch am weißen Gewand des ersten Händlers war selbstverständlich nicht mit diesem edlen Metall gespart worden. Ich glaube, er hatte sogar neue Sandalen an. Es kam mir übrigens so vor, als ob er irgendwelche Probleme mit dem langen Rock seiner werdenden Gefährtin hatte. Zumindest sah es aus meiner knienden Postion so aus, als ob er sich in der Schleppe vertüdelt hatte, denn er hielt sich während der ganzen Ansprache stets einen Schritt hinter der Sklavenhändlerin, was für einen Goreaner logischerweise total ungewöhnlich ist.

Da ich das gewaltige Gewusel nach der Vertragsunterzeichnung dazu nutzte, um mich unauffällig aus dem Staub zu machen, ausreichend Kajirae zum Bedienen beim nun folgenden Festschmaus waren schließlich vorhanden, möchte ich hier außer den folgenden Bildern noch ergänzen:

"Herzlichen Glückwunsch Herrschaften, 
mögen die Priesterkönige euren Weg stets hell erleuchten und eure Liebe ewig andauern, 
auf dass ihr euch jedes Jahr wieder dieses Versprechen gebt 
und ihr unter unter dem Schein der drei Monde noch ganz viele glückliche Jahre erlebt!"









Mittwoch, 6. Mai 2015

Wichtiger Sitz und Tragekomfort

Leise, herannahende Schritte ließen mich vom herrlich weichen Fell meines Herrn hochschrecken. Oh Mist, hatte ich jetzt etwa verschlafen? Die letzte Nacht war wegen den bei jeder Bewegung leicht an mir reibenden Ledergurten des Harness von dem einen oder anderen wilden Traum geprägt und daher etwas unruhig gewesen. Doch jetzt war mein Herr von seiner Wache zurück und kam die Treppe hinauf. Mit nicht gerade überschwappender Begeisterung darüber, seine Kajira noch schlafend vorzufinden, baute er sich mit strengem Blick neben mir auf. „Mein Eigentum liegt hier auf der faulen Haut? Hast du zu wenig zu tun, Kajira?“ Zum Glück stimmte ihn meine hingebungsvolle Begrüßung, bei der ich meine weichen Lippen für einen sanften, sehr innigen Kuss auf seine Fußspitze drückte, dann offenbar wieder milde. „Tal meine Scharlachrote, was habe ich gestern verpasst?“ wollte er in ganz anderem Tonfall nun von mir wissen, während ich ihn anstrahlte.


Puhhh, wie gut, dass ich Wichtiges zu erzählen hatte, das mich zumindest kurzfristig von den meinen Körper eng schnürenden Gurten etwas ablenkte. Die vorübergehende Umbesetzung eines Ratssitzes, wegen längerer Abwesenheit des ersten Händlers, durch ein Mitglied der jortsschen Handwerkerkaste, war außerdem eine Neuigkeit, für die mein Herr sich sehr interessierte. Er fand diese Ratsentscheidung vor allem sehr logisch und beide Handwerker für einen Sitz im Stadtrat geeignet, obwohl er diesen Posten eher bei dem Kastenersten, dem Sattler sah. Doch wer es letztendlich nun wird, konnte natürlich erst nach der Rückkehr dieses Herrn aus Enkara entschieden werden, mit der demnächst aber wohl zu rechnen war. Vom Ratsbeschluss wusste er jedenfalls noch nichts und auch nicht, dass sich der Schmied eigentlich schon auf diesem Sitz sah. Dem Rat ist es jedenfalls egal, wer die Vertretung des Händlers vorübergehend übernimmt, sodass nun abzuwarten war, wie sich die beiden Handwerker einigen werden.

Danach erkundigte mein Herr sich übrigens nach meinem Befinden und ganz besonders nach dem Tragekomfort des ledernen Harness. Ich beantwortete seine Fragen zwar leicht errötend, aber selbstverständlich wahrheitsgemäß und erfuhr nun, dass ich diese Gurte wohl eine ganze Weile nicht loswerde, da sie bei mir genau die von ihm beabsichtigte Wirkung zeigten… oh ja, und wie! Nach meinen Auskünften war bedauerlicherweise schon wieder ein Gang in die Stadt angesagt… leider bekleidet. Ich wählte also das gleiche rote Tuch wie am Vortag und verhüllte mich damit gerade nur so weit, dass keine Freie Schnappatmung bekommen würde, wenn sie mich sah. Damit fertig, forderte mein Herrn mich auf, mich zu präsentieren. Klar, ich hoffte jetzt natürlich sofort, ihn bei dieser Begutachtung vielleicht doch noch vom Rundgang abzubringen und legte mich nach allen Regeln der rotseidenen Kunst ins Zeug. Ich wackelte mit meinem Po so aufreizend es ging, ließ mir sehr viel Zeit, mich einmal um meine Achse zu drehen und drückte dabei meinen Rücken schön durch, um meine Brüste besonders vorteilhaft zur Geltung zu bringen.

Tja, es klappte leider nicht. Mein Herr grinste bei meinen Bemühungen zwar nicht unerfreut und schaute mich aus seinen jetzt eher dunkelgrauen Augen auf eine Art an, die es sofort noch heißer in mir kribbeln ließ, als sowieso schon durch die ständig an meiner empfindlichsten Stelle reibenden Ledergurte. Doch leider teilte er mir nun nach einer letzten gründlichen Musterung lediglich mit, dass ihm das Tuch sehr gefällt und gut zu dem Leder passt, bevor er sich schnell umdrehte, die Haustür öffnete und Richtung Unterstadt davon stapfte. Mist, aber eigentlich sowieso klar… es war mir nämlich noch nie gelungen, meinen Herrn zu manipulieren. Wobei das auch nie ernsthaft meine Absicht ist, nur kann ich eine solch perfekte Möglichkeit, ihm sein Eigentum von allen Seiten zu präsentieren, selbstverständlich auch nicht ungenutzt verstreichen lassen. Mir blieb also nichts anderes übrig, als um Beherrschung ringend hinterher zu laufen. 


Sein vorrangiges Ziel an diesem Tag war, die Sklavenhändlerin über eine Nachricht aus Enkara zu informieren, die ihre Reise in der nächsten Hand betraf. Er hatte Glück, sie war am großen Stadttor im Gespräch mit dem Hauptmann, der momentan den Boten für ihre Einladungen zur Gefährtenfeier macht. Wobei auch gestern wieder deutlich wurde, wie wenig dem Händler der Sinn nach einem so großen Fest ist und ich diesen von Natur aus sowieso immer dauergestressten Herrn eigentlich auch verstehen kann, dass er für das ganze zusätzliche Tohuwabohu um eine in seinen Augen überflüssige und sicherlich auch sehr kostspielige Feier mit vielen Gästen nicht so wirklich Verständnis aufbringen mag. Trotzdem muss er da wohl durch. Das Händlerpaar verabschiedete sich letztendlich nach einem inzwischen mittelprächtig genervten „kommst du denn endlich?“ zur feierlustigen Fastgefährtin.


Die Zeit vor dem Ablegen des Schiffs nutzte der Hauptmann noch schnell, um meinen Herrn um einen Gefallen zu bitten. Anscheinend war es ihm sehr wichtig, mit dem Sattler wegen der Ratssache noch persönlich zu reden. Er bat meinen Herrn nämlich, den Kastenersten der Handwerker mit freien Getränken möglichst solange hinzuhalten, bis er vom Einladungsverteilen zurück ist. Das gelang vor der Taverne mit einem großen Becher Paga auch gar nicht schlecht, ging allerdings nur so lange gut, bis dieses Getränk bei meinem von seiner langen Wache ziemlich müden Herrn so viel Wirkung zeigte, dass er in seine Felle musste. Aber im Krug war ja noch reichlich Paga übrig, der dem Sattler die Wartezeit auf den Hauptmann bestimmt verkürzen half.^^