Sonntag, 17. Mai 2015

Immer wieder...

Eigentlich fing der Tag gut an, auch wenn mein Herr glaubte, dass irgendetwas Komisches mit dem Vosk los war, weil in der Stadt nicht gerade das Leben tobte. Leider ließ er sich jedoch nicht drauf ein, mich probehalber im Fluss baden zu lassen, damit ich teste, ob nicht vielleicht doch alles so ist wie immer. Darüber lachte er nämlich einfach nur: "Das hättest du gerne, Kajira? Hmm... und ich will ein Kailla! Komm, ich hab schon lange keinen Paga mehr im Gasthaus getrunken!“ Pahh, ein Tarnreiter geht doch nicht fremd, warum sollte ausgerechnet mein Herr ein Kailla wollen!? Das konnte ich mir nun wirklich nicht vorstellen. „Eben…“, bestätigte er meine Bedenken auch sofort, fügte dann aber leider noch hinzu: „…und genauso wenig badest du im Vosk!“ Mist, aber einen Versuch war es trotzdem Wert gewesen.


Da die Gasthausterrasse leer war und dort vor allem keine freien Frauen anwesend, nutzte ich die Gelegenheit und bemühte mich, meinem Herrn seinen Paga etwas rotseidener zu servieren, mit einer ordentlichen Extraportion Hingabe. Seine Blicke dabei, mit denen er mich mit seinen grauen Augen und leicht zur Seite gelegtem Kopf eingehend musterte, gingen mir natürlich wie immer durch und durch. Sie zeigten mir aber auch, dass ihm meine Bemühungen wohl gefielen. Er nahm mir den Pagabecher dann auch nicht einfach nur ab, sondern ließ vorher seine Hand sehr sanft über meinen Körper wandern, was mein Sklavenfeuer natürlich noch zusätzlich auflodern ließ… leider waren wir jedoch nicht zuhause und auch nicht in der Taverne.


Außerdem war es an der Zeit, nach Carolus zu sehen, sodass ich den leeren Becher eiligst in die Gasthausküche trug, um dann hinter meinem Herrn zum Tarnturm zu eilen. Oben auf der Plattform in der großen Flugöffnung angekommen, drückte ich mich natürlich erst einmal vorsichtig an die Wand und machte mich ganz klein, während mein Herr seine Tarnpfeife nahm und hinein blies. Kurz darauf war näher kommendes Flügelschlagen zu hören, bevor sein Tarn genau neben ihm landete und zur Begrüßung meines Herrn unheimliche Geräusche von sich gab... aber die kenn ich ja schon. Es war jedenfalls ein Anblick, der mein Herz vor Ehrfurcht vor diesem großen Raubvogel, aber auch vor Wiedersehensfreude schneller schlagen ließ. Mein Herr streichelte noch kurz durch das schöne rote Gefieder, prüfte das Sattelgeschirr und stieg dann auf.


Ich wartete selbstverständlich noch geduldig auf sein Zeichen und als er mir dann "auf mit dir, Kajira!" zurief, krabbelte ich eilig hinter ihm auf den Sattel und klammerte mich an ihn. Kaum spürte mein Herr, dass ich meine Arme fest um ihn geschlungen hatte, ging es auch schon in die Luft. Hach, es war einfach unbeschreiblich toll, endlich mal wieder eng an seinen Rücken geschmiegt über Jorts zu fliegen. Es erinnerte mich wie immer ein wenig ans Motorradfahren auf der Erde, auch wenn ich inzwischen schon sehr viele Jahre auf Gor lebe und nur noch selten an mein Leben als Barbarin zurück denke. Leider ebenfalls wie immer, war jedoch auch dieser Flug viel zu schnell zu Ende und mein Herr steuerte Carolus zur Landung Richtung Oberstadt.


Als wir uns dem Tarnturm näherten, waren von oben der Hauptmann und seine Gefährtin so klein wie Spielzeug vor der Brauerei zu sehen. Daher bot es sich an, auf der Trainingswiese zu landen und das letzte Stück zu Fuß zu gehen. Es war natürlich wichtig, dass mein Herr seinem Vorgesetzten umgehend Meldung zukommen ließ, dass es in der Stadt auf seinem Rundflug von oben genauso ruhig ausgesehen hatte, wie von unten. Während sich die beiden Krieger nun über die Fließrichtung des Vosk unterhielten und ob es am Fluss liegt, dass es die meisten Bewohner offensichtlich vorzogen in ihren Häusern zu bleiben, obwohl das Wasser an diesem Tag nicht anders floss als sonst, füllte sich der Marktplatz plötzlich doch. Leider wurde es dann auch ziemlich… naja… irgendwie sehr unschön.


Mit dem Eintreffen der Baumeisterin brachte mein Herr deren Antrag auf Heimsteinschwur zur Sprache. Ihn interessierte natürlich, warum der erste Antrag dieser Frau seinerzeit von zwei Ratsmitgliedern abgelehnt worden war. Der Heimstein… immerhin das Wichtigste für jeden Goreaner… wurde für diese Hochkastige beim Anblick meiner geöffneten Schenkel jedoch schlagartig zur totalen Nebensache. Stattdessen empörte sie sich erneut darüber, dass sie meine Hitze sehen konnte und erkundigte sich bei meinem Herrn, ob ich ihm vor einiger Zeit ihren Unmut über diesen Anblick bestellt hatte… selbstverständlich! Aber egal, es ist immer wieder das Gleiche und da eine Kajira mit echauffierten Weibern leben muss, werde ich mich hier auch nicht weiter über das Gekeife dieser Frau auslassen. ;-)

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