Freitag, 15. Mai 2015

Topform

In dieser Hand klappte es endlich wieder, dass mein Herr rechtzeitig von seiner Wache zurück war, um am Waffentraining teilzunehmen. Manchmal sind eben auch andere Krieger dran, um für die Sicherheit der Stadt zu sorgen. Außerdem hatte er inzwischen das Gefühl, das Training sei für ihn sehr wichtig… mit anderen Worten, sein Tatendrang schwappte fast über und er hatte vermutlich auch schon wieder dieses Jucken in seiner Schwerthand. Kein Wunder also, dass es ihn sehr zeitig Richtung Trainingswiese zog, wo allerdings sonst noch keiner der Rarii anwesend war und er mir mit einem Fingerzeig zum Boden andeutete, mich vor ihn zu knien.


Seine nun über meinen Körper von oben bis unten wandernden Blicke gingen mir echt durch und durch und schürten mein ständig heiß in mir brennendes Sklavenfeuer logischerweise ganz gewaltig. Ich glaubte sie wie immer fast körperlich zu spüren, zumal ich mir an diesem Tag auch nichts hatte überziehen müssen. Mein Anblick war anscheinend irgendwie Appetit anregend, denn obwohl mein Herr nach der Heimkehr von seiner Patrouille noch behauptet hatte, nicht hungrig zu sein, kündigte er nun an: „Hmm... ja, vielleicht esse ich nach dem Training wirklich noch etwas... mal sehen...“. Da sich inzwischen der Schmied und der Hauptmann zu uns gesellt hatten, kam ich leider jedoch nicht mehr dazu, ihm schon mal eine mögliche Vorspeise schmal schmackhaft anzukündigen, denn nun ging das Training auch gleich los.


Wow, mein Herr war wirklich in super Topform. Ich will ja nicht behaupten, dass kein einziger Grashalm an seiner Tunika klebte, aber der Hauptmann gab sich offenbar große Mühe, seine rote Kriegerkleidung der Kastenfarbe seiner Gefährtin anzupassen… und die war nicht mal anwesend! Wobei man dem Hauptmann zugutehalten musste, dass er erstens momentan die doofen Nachtwachen erwischt hat und außerdem keine Kajira dabei hatte, deren nackter Anblick seine Schwerthand zu einer solchen Höchstform auflaufen ließ… also die Höchstform vielleicht ein klitzekleines Bisschen noch günstig beeinflusste, mein ich natürlich. Jedenfalls war mein Herr bei diesem Training eigentlich unschlagbar, was sogar sein früherer Mentor neidlos anerkannte, nachdem mein Herr ihn immer wieder ins Gras geschickt hatte. Es gehört wirklich einiges dazu, wenn dieser altgediente, mit allen Wassern gewaschene Rarius ausnahmsweise mal kein Mittel findet, um einen jungen Krieger, wie meinen Herrn, zu bezwingen.

San, die Brauereikajira gab natürlich mächtig mit ihrem Herrn an und mit seinem Können sowieso… doch das ist ja normal. Erstens ist er wirklich ein guter Schwertkämpfer und zweitens kenne ich keine Kajira, deren Herr nicht der Tollste, Beste, Schönste und überhaupt und so ist. Naja, natürlich sind die aber auch alle nicht das Eigentum meines Herrn! Wobei ich trotz ihrer Überheblichkeit allerdings neidlos eingestand, dass er unter den rothaarigen Herren von Jorts tatsächlich derjenige ist, der am besten aussieht. Außer ihm hat hier nämlich kein Herr rote Haare, die mir übrigens wirklich sehr gut gefallen. Dass ihr darauf nur eine Retourkutsche über blonde Herren einfiel, hab ich ihr dann großzügig nachgesehen. Schade nur, dass dieser Krieger anscheinend unpässlich war und nach einigen Meditationsübungen auf das Training verzichtete… vielleicht forderte das Felltraining der letzten Nacht mit zu wenig Schlaf jetzt seinen Tribut?


Das konnte natürlich auch der Grund dafür gewesen sein, dass San an diesem Tag einiges nicht durchblickte, sodass ich ihr ein wenig Nachhilfeunterricht angedeihen ließ. Ihr war anscheinend nicht klar, wie wichtig Taktik sein kann, denn Schlachten oder auch Trainings werden selbstverständlich nicht nur mit Kraft und geschickter Schwerthand gewonnen, sondern manchmal auch mit Köpfchen, besonders von genialen Köpfen mit blonden Haaren. Sie glaubte anscheinend wirklich, der Rücken eines Rarius könne über einen Kampf entscheiden. Na, den Krieger möchte ich sehen, der noch seinen Rücken spürt, wenn es um einen Sieg oder sogar Leben und Tod geht! Selbstverständlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn eine Kajira ihrem Herrn sanft die Rückseite massiert. Sie sollte dabei aber immer auch dran denken, sich besonders intensiv und mit Hingabe seiner Vorderseite zu widmen, damit sich nicht nur der Rücken, sondern der ganze Mann entspannt.


Ich glaube, wenn mein Herr nicht irgendwann entschieden hätte, dass es nun genug Training für ihn war, wäre ich vor Stolz auf sein Können tatsächlich noch gewachsen. Nicht auszudenken, wenn ich mich irgendwann aufrichte und plötzlich Auge in Auge mit der riesigen Baumeisterin bin, die sämtliche Bewohner von Jorts um mindestens einen Kopf überragt! Bevor er sich seinem leckeren Essen widmete, legte er allerdings auf dem Heimweg noch einen kleinen Stopp beim netten Schmied ein, der gerade dabei war, mit lauten Hammerschlägen glühenden Stahl auf dem Amboss zu traktieren. Trotzdem nahm er sich aber Zeit für einen kleinen Plausch mit meinem Herrn. Gutgelaunt gab er einen Witz zum Besten, in dem eine Biene, die sich an äußerst heikler Stelle verkrochen hatte, eigentlich mit klebrigem Honig zur Strecke gebracht werden sollte, bevor sie dann aber doch von einem nicht mehr aufzuhaltenden Eiweißstrahl erschossen wurde und brachte meinen Herrn zum Lachen, obwohl der ja so ganz und gar und überhaupt nicht auf Klebriges und schon gar nicht auf Honig steht.^^

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