Mittwoch, 6. Mai 2015

Wichtiger Sitz und Tragekomfort

Leise, herannahende Schritte ließen mich vom herrlich weichen Fell meines Herrn hochschrecken. Oh Mist, hatte ich jetzt etwa verschlafen? Die letzte Nacht war wegen den bei jeder Bewegung leicht an mir reibenden Ledergurten des Harness von dem einen oder anderen wilden Traum geprägt und daher etwas unruhig gewesen. Doch jetzt war mein Herr von seiner Wache zurück und kam die Treppe hinauf. Mit nicht gerade überschwappender Begeisterung darüber, seine Kajira noch schlafend vorzufinden, baute er sich mit strengem Blick neben mir auf. „Mein Eigentum liegt hier auf der faulen Haut? Hast du zu wenig zu tun, Kajira?“ Zum Glück stimmte ihn meine hingebungsvolle Begrüßung, bei der ich meine weichen Lippen für einen sanften, sehr innigen Kuss auf seine Fußspitze drückte, dann offenbar wieder milde. „Tal meine Scharlachrote, was habe ich gestern verpasst?“ wollte er in ganz anderem Tonfall nun von mir wissen, während ich ihn anstrahlte.


Puhhh, wie gut, dass ich Wichtiges zu erzählen hatte, das mich zumindest kurzfristig von den meinen Körper eng schnürenden Gurten etwas ablenkte. Die vorübergehende Umbesetzung eines Ratssitzes, wegen längerer Abwesenheit des ersten Händlers, durch ein Mitglied der jortsschen Handwerkerkaste, war außerdem eine Neuigkeit, für die mein Herr sich sehr interessierte. Er fand diese Ratsentscheidung vor allem sehr logisch und beide Handwerker für einen Sitz im Stadtrat geeignet, obwohl er diesen Posten eher bei dem Kastenersten, dem Sattler sah. Doch wer es letztendlich nun wird, konnte natürlich erst nach der Rückkehr dieses Herrn aus Enkara entschieden werden, mit der demnächst aber wohl zu rechnen war. Vom Ratsbeschluss wusste er jedenfalls noch nichts und auch nicht, dass sich der Schmied eigentlich schon auf diesem Sitz sah. Dem Rat ist es jedenfalls egal, wer die Vertretung des Händlers vorübergehend übernimmt, sodass nun abzuwarten war, wie sich die beiden Handwerker einigen werden.

Danach erkundigte mein Herr sich übrigens nach meinem Befinden und ganz besonders nach dem Tragekomfort des ledernen Harness. Ich beantwortete seine Fragen zwar leicht errötend, aber selbstverständlich wahrheitsgemäß und erfuhr nun, dass ich diese Gurte wohl eine ganze Weile nicht loswerde, da sie bei mir genau die von ihm beabsichtigte Wirkung zeigten… oh ja, und wie! Nach meinen Auskünften war bedauerlicherweise schon wieder ein Gang in die Stadt angesagt… leider bekleidet. Ich wählte also das gleiche rote Tuch wie am Vortag und verhüllte mich damit gerade nur so weit, dass keine Freie Schnappatmung bekommen würde, wenn sie mich sah. Damit fertig, forderte mein Herrn mich auf, mich zu präsentieren. Klar, ich hoffte jetzt natürlich sofort, ihn bei dieser Begutachtung vielleicht doch noch vom Rundgang abzubringen und legte mich nach allen Regeln der rotseidenen Kunst ins Zeug. Ich wackelte mit meinem Po so aufreizend es ging, ließ mir sehr viel Zeit, mich einmal um meine Achse zu drehen und drückte dabei meinen Rücken schön durch, um meine Brüste besonders vorteilhaft zur Geltung zu bringen.

Tja, es klappte leider nicht. Mein Herr grinste bei meinen Bemühungen zwar nicht unerfreut und schaute mich aus seinen jetzt eher dunkelgrauen Augen auf eine Art an, die es sofort noch heißer in mir kribbeln ließ, als sowieso schon durch die ständig an meiner empfindlichsten Stelle reibenden Ledergurte. Doch leider teilte er mir nun nach einer letzten gründlichen Musterung lediglich mit, dass ihm das Tuch sehr gefällt und gut zu dem Leder passt, bevor er sich schnell umdrehte, die Haustür öffnete und Richtung Unterstadt davon stapfte. Mist, aber eigentlich sowieso klar… es war mir nämlich noch nie gelungen, meinen Herrn zu manipulieren. Wobei das auch nie ernsthaft meine Absicht ist, nur kann ich eine solch perfekte Möglichkeit, ihm sein Eigentum von allen Seiten zu präsentieren, selbstverständlich auch nicht ungenutzt verstreichen lassen. Mir blieb also nichts anderes übrig, als um Beherrschung ringend hinterher zu laufen. 


Sein vorrangiges Ziel an diesem Tag war, die Sklavenhändlerin über eine Nachricht aus Enkara zu informieren, die ihre Reise in der nächsten Hand betraf. Er hatte Glück, sie war am großen Stadttor im Gespräch mit dem Hauptmann, der momentan den Boten für ihre Einladungen zur Gefährtenfeier macht. Wobei auch gestern wieder deutlich wurde, wie wenig dem Händler der Sinn nach einem so großen Fest ist und ich diesen von Natur aus sowieso immer dauergestressten Herrn eigentlich auch verstehen kann, dass er für das ganze zusätzliche Tohuwabohu um eine in seinen Augen überflüssige und sicherlich auch sehr kostspielige Feier mit vielen Gästen nicht so wirklich Verständnis aufbringen mag. Trotzdem muss er da wohl durch. Das Händlerpaar verabschiedete sich letztendlich nach einem inzwischen mittelprächtig genervten „kommst du denn endlich?“ zur feierlustigen Fastgefährtin.


Die Zeit vor dem Ablegen des Schiffs nutzte der Hauptmann noch schnell, um meinen Herrn um einen Gefallen zu bitten. Anscheinend war es ihm sehr wichtig, mit dem Sattler wegen der Ratssache noch persönlich zu reden. Er bat meinen Herrn nämlich, den Kastenersten der Handwerker mit freien Getränken möglichst solange hinzuhalten, bis er vom Einladungsverteilen zurück ist. Das gelang vor der Taverne mit einem großen Becher Paga auch gar nicht schlecht, ging allerdings nur so lange gut, bis dieses Getränk bei meinem von seiner langen Wache ziemlich müden Herrn so viel Wirkung zeigte, dass er in seine Felle musste. Aber im Krug war ja noch reichlich Paga übrig, der dem Sattler die Wartezeit auf den Hauptmann bestimmt verkürzen half.^^

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