Mittwoch, 17. Juni 2015

Nun ist es soweit...


Seit der Ankündigung, dass ich demnächst für 3 Hand ausgeliehen werde, war es mir bislang eigentlich einigermaßen gelungen, diese lange Zeit ohne meinen Herrn vorerst aus meinen Gedanken zu verbannen. In den letzten Tagen merkte ich jedoch, je näher dieser Termin rückte, umso dünnhäutiger wurde ich, denn nicht nur Vorfreude, sondern auch etwas Angst machte sich in mir breit. Doch irgendwie schaffte mein Herr es an unserem letzten, wundervollen Abend, mir dieses ungute Gefühl zu nehmen, sodass ich mich jetzt nicht nur auf das Ausleihen freue, sondern auch auf unser Wiedersehen.

Mein letzter schöner Gedanke beim Einschlafen war noch... mein Herr wird immer bei mir sein, weil ich ja seinen Stahl trage. Danach begann ich von einer tollen Reise in den Süden zu träumen...  blauem Himmel... angenehmer Wärme... duftenden Pflanzen... Bergen und Meer... und... und...und... :-)))

Dienstag, 16. Juni 2015

Unterschätzt

Ich weiß nicht, was mich geweckt hatte. Während ich mich schlaftrunken umschaute, stellte ich leicht desorientiert fest, dass ich offensichtlich auf dem Teppich übernachtet hatte, vor dem Sitzkissen meines Herrn, der mich nun breit angrinste und dabei seine Ersatzweste anzog. Selbstverständlich fiel mir nun sofort die lange, wundervolle Siegesfeier am Vorabend wieder ein. Eng an ihn geschmiegt muss ich tiefenentspannt wie ich war zu sehr später Ahn wohl auf seinem Schoß eingeschlafen sein und bat ihn dafür natürlich umgehend um Verzeihung. „Ist schon in Ordnung, Kajira… ich hab gehört in Häusern von alleinstehenden Kriegern liegen manchmal nackte Kajirae auf dem Boden“, lachte er gutgelaunt und befahl mir dann, mir einfach nur ein Tuch um die Hüften zu binden, um ihn auf seinem Rundgang zu begleiten. 


Dieser Kleiderbefehl gefiel mir natürlich sehr, denn ich finde, am Körper der Kajira eines Herrn ist wenig Stoff meistens schon mehr als genug und bei so herrlich warmen Temperaturen sowieso. Nachdem ich das rote Tuch schnell so hingefummelt hatte, dass meine Hitze einigermaßen bedeckt war, ging es in die Unterstadt, wo sich vor der Brauerei ein kleiner Pulk Krieger versammelt hatte, sodass mein Herr die Befürchtung äußerte, einen Aufruf zu einem Treffen der roten Kaste von Jorts verpasst zu haben. Die Versammlung entpuppte sich jedoch als eine Zusammenkunft zum Karten Schieben. Obwohl mein Herr sich durch die Einladung zum Mitschieben selbstverständlich sehr geehrt fühlte, lehnte er jedoch ab, denn nach seinem kurzen Rundgang hatte er an diesem Tag noch etwas anderes vor……………… ;-)

Am folgenden Tag hatte er leider mal wieder eine längere Patrouille erwischt, auf die ich ihn nicht begleiten durfte, sodass ich mich alleine in die Stadt aufmachte, nachdem meine häuslichen Aufgaben erledigt waren. Vielleicht benötigte ja irgendjemand meine Dienste und es gelang mir nebenbei herauszubekommen, wer wem beim Kartenspiel am Abend zuvor den Sold aus der Tasche gezogen hatte? Aber als Erstes wollte ich beim Sattler vorbeischauen und mich dezent nach der ausgeliehenen Weste meines Herrn erkundigen. Leider war jedoch die Tür des Sattlerhauses geschlossen und im Haus alles so still, dass ich mich lieber unverrichteter Dinge wieder verdrückte… der Lederarbeiter hatte nach seinem Waldausflug vielleicht noch Schlaf nachzuholen?

Warum mir in den Sinn kam, mich in der leer geräumten Bäckerei umzuschauen, die eigentlich schon längst zum Bad umgebaut werden sollte, kann ich nicht sagen. Und warum ich mir eine kleine Pause gönnte und mich hinter einen der dicken gemauerten Pfeiler kniete, weiß ich auch nicht. Es war jedenfalls eine doofe Idee, dort auf ein Lebenszeichen aus dem Sattlerhaus zu warten, denn Untätigkeit macht sich bei einer Kajira nie gut und noch weniger, wenn sie dabei ertappt wird. Ein plötzliches „Buhhh!“ ließ mich nämlich erschrocken zusammenzucken. Zumindest bekam ich vor Schreck keinen Herzinfarkt, war aber trotzdem auf die Frage des Lederarbeiters, was ich dort tue, nicht vorbereitet. Ich antwortete also wahrheitsgetreu: „Herr, ich knie hier“, denn mehr tat ich ja nicht.


Oh Mist… ich hatte den Herrn wohl ziemlich unterschätzt, denn das war offensichtlich keine gute Antwort. Er packte jetzt nämlich mein Kinn und erkundigte sich mit gerunzelter Stirn gefährlich leise, ob ich ihn auf den Arm nehmen will. „Nein Herr, natürlich nicht… ich glaube, dafür bist du zu schwer“, war meine weitere total ehrliche Antwort, nach der ich fühlen durfte, dass mein Hinweis auf sein Gewicht leider genauso wenig erwünscht war. Sie wurde mit einer unangenehmen, aber zum Glück nicht allzu festen Ohrfeige honoriert, für die ich mich selbstverständlich aber bedankt habe. Puhh… nun war wirklich Ablenkung angesagt, bevor ich noch in richtige Schwierigkeiten kam. 


Um den Sattler möglichst schnell auf andere Gedanken zu bringen, erzählte ich ihm, dass ich ihn eigentlich wegen der von meinem Herrn ausgeliehenen Sachen hatte besuchen wollen. „Dina, du weißt, dass ich Kajirae mag, die nicht immer nur "Ja Herr" sagen. Aber ich mag nicht, wenn sie frech sind… komm mit, die Sachen deines Herrn hat Sinna bereits gewaschen.“ Eigentlich atmete ich nun schon erleichtert auf, doch irgendwie müssen die Nerven des Sattlers durch Entführung und Verletzungen wohl sehr dünn geworden sein. Mein vorsichtiger Hinweis, dass Sinna sich ja bestimmt mit der Behandlung von ledernen Westen auskennt, denn der Lederarbeiter hatte ja vom Waschen gesprochen, war anscheinend jedoch schon wieder zu viel. „Ja sicher, die Weste hat sie natürlich nicht gewaschen, Dina.“


Meine gestammelte Erwiderung, dass ich das auch gerade merke… das Leder war nämlich nach wie vor geschmeidig und weich, also nicht durch eine Wäsche bretthart geworden… und dass seine Sklavin ihm mit ihrem Wissen über Leder Ehre macht, führte letztendlich jedoch zu einer weiteren Ermahnung: "Du erinnerst dich bestimmt, an was ich dich eben erinnert habe, Dina… oder?" Oh menno, was hatte er denn nun schon wieder zu meckern… der Herr war wirklich nicht gut drauf! Meine Auskunft über die einwandfreie Funktion meiner Ohren und mein zumindest meistens gutes Erinnerungsvermögen fasste er… naja… ich sag mal, er fasste es irgendwie anders auf, als es gemeint war. 

Es folgte also eine weitere Sattler-Belehrung, diesmal mit unangenehmer Strafandrohung, nach der ich dann allerdings wirklich zusah, nach Hause zu kommen, ohne weiter zu hinterfragen, wieso der Herr sich ständig… von mir auf den Arm genommen fühlte, um es mal höflich auszudrücken. Draußen vor der Tür musste ich mir nach dieser Gratwanderung logischerweise erst mal Luft machen, schaffte es jedoch nur ansatzweise, da plötzlich ein Krieger neben mir auftauchte. Zum Glück gab der sich aber mit meinem schnell umformulierten Gestammel „das war… lehrreich… und der Herr Sattler ist… so wie immer….“ zufrieden und ließ mich mit der Kleidung meines Herrn von dannen ziehen.


Auf der Gasthausterrasse durfte ich mich kurz darauf als einzige zur Verfügung stehende Kajira noch ausgiebig nützlich machen, denn es gesellten sich immer mehr Freie dazu. Dabei erfuhr ich auch, dass das Erste Schwert am Vortag offenbar das Kartenspiel gewonnen hatte und nun freie Getränke für alle Bewohner ausgab. Doch ich will wirklich nicht murren und schon gar nicht, wenn ein Krieger mein hübsches Aussehen erwähnt, während er mich ausgiebig mustert, auch wenn ich mit dem Bedienen von drei Kriegern, dem Sattler, dem Schmied und der Hauptmannsgefährtin ganz gut zu tun hatte. Wobei der Hauptmann mit seinem Durst mindestens für zehn Freie zählte, da er sich einen Freipaga nach dem nächsten in den Hals goss.

Wegen der ständigen Nachschenkerei bekam ich nur halb mit, dass der Hauptmann anscheinend Kisten im Vosk versenkt hatte, in denen sich Nägel für die neue Wirtin befanden, sodass sie nun eine Weile nichts nageln kann. Ach nee, kann auch sein, dass er die Kisten beschlagnahmt hat… oder so. Ich war ja nicht nur durch das Heranschleppen von Getränken ziemlich abgelenkt, sondern auch von den ungewöhnlichen Varianten an Sympathiebekundungen des Hauptmanns, der es an diesem Tag mal nicht mit seinem typischen Patschen hatte, sondern viel feinmotorischer mit gezielten Kniffen an meinen Po, die Schenkel oder auch an meine Nase griff… man darf ihn eben nie unterschätzen. 

Was es genau mit dem Bau von Alarmstangen in der Unterstadt und der geplanten Beerensuche der Wirtin im Wald auf sich hatte, blieb mir jedenfalls weitestgehend unklar und die zickigen Bemerkungen einer Kajira über das Dienen, die offenbar keine Ahnung von Hierarchien hat, habe ich sofort wieder vergessen. 

Besonders wichtig ist jedoch, meinen Herrn über den heute anstehenden Umzug des Schmieds in ein anderes Haus zu informieren, bei dem jede helfende Hand gebraucht wird und vielleicht sogar ein Tarn, falls Georg… also der Bosk des Schmieds… es nicht schafft, den schwer beladenen Karren durch die engen Gassen der Oberstadt zu ziehen.

Hauptthema an diesem Tag mit reichlich Freigetränken war übrigens der ungewollte Ausflug des Lederarbeiters, der die Absichten einer Besucherin ja offenbar ganz gewaltig unterschätzt hatte und nun bereitwillig Auskunft gab, wie es aufgrund der vom Rat erlassenen Schleiervorschrift für freie Frauen dazu gekommen war.^^

Gastbeitrag...

...von Val, dem Sattler aus Jorts Fähre! :-)))

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OOC: Dina hat mich gebeten, hier die Geschichte wie sie sich ereignet hat, aufzuschreiben *seufzt*….und manchmal kann ich ihr nichts abschlagen :)
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Unterschätzt

Ich stand an meiner Werkbank, mit dem Rücken zur Tür, als ich ein Klopfen an meiner, wegen der Wärme weit geöffneten Tür hörte. Ohne mich umzudrehen, rief ich über die Schulter nach hinten „Ist offen, komm rein!“ , da ich die neue Kajira des Hauptmanns erwartete, der ich ein Loch für einen Nasenring stechen sollte. Ich hörte sich nähernde leise Schritte und dann legte sich eine sanfte Hand auf meine Schulter. Erstaunt sah ich mich nun doch um und schaute in das verschleierte Gesicht einer unbekannten freien Frau mit hochgesteckten rötlichen Haaren. Jarcath sah kurz zu meiner Tür rein und rief von dort, er gehe Vulos schießen, ob ich auch eines will, was ich verneinte und mich wieder der Fremden zuwandte.  

Auf meine Frage, ob ich ihr helfen kann, antwortete sie, dass sie hier sei, um etwas abzuholen, was sie vor langer Zeit bei mir bestellt habe. Ich sah sie unverstehend an, als sie dann ihren Schleier herunterzog und ich das Gesicht von Sadia erkannte. Sadia war eine Wilde vom Stamm der Arquanas die ich vor wenigen Hand bei uns im Wald gefangen  und die sich mir dann unterworfen hatte, dann aber nach wenigen Tagen wieder geflohen war. Den Namen hatte ich ihr gegeben, in ihrem Stamm wurde sie wohl Hildi genannt.

Ich sah sie fassungslos an, als sie erwähnte, dass ich eine Schuld bei ihr hätte, nämlich ein Lederkleid, was sie auf meiner Handelsreise zu den Arquanas bei mir bestellt hatte. Das war jedoch vor ihrer Unterwerfung und als meine Sklavin konnte ich nicht in ihrer Schuld stehen. Das versuchte ich ihr klarzumachen und auch, was eine Sklavin zu erwarten hat, die weggelaufen ist. Ich forderte sie auf, sich auszuziehen, weil Kajirae in meinem Haus nackt sind. Als sie sich weigerte, drängte ich sie rückwärts an meine Küchenanrichte und riss ihr Oberteil in Fetzen, so dass ihre Brüste freilagen, legte ihr dann eine Hand um den Hals und drückte zu.

Als nächstes lag ich rücklings auf dem Boden. Mein Kopf schmerzte und meine Hände waren offensichtlich vor meinem Körper gebunden. Eine schöne Frau mit nackten Brüsten kniete über meinem Oberkörper und hielt mich mit ihrem Gewicht unten. Wie ich später erfuhr, hatte sie mir einen schweren Teller auf meinen Kopf geschlagen. Mir selbst fehlt jede Erinnerung daran. Schlimmer jedoch war, dass ich nicht wusste, wer und wo ich war. Auch die Frau über mir war mir unbekannt, was mich jedoch nicht abhielt, mit meinen gefesselten Händen ihre Brüste zu berühren, zu verlockend war der Anblick vor meinen Augen.

Als sie merkte, dass ich offensichtlich Gedächtnisprobleme hatte, nutzte sie diese sofort aus und erklärte mir, dass ich ihr Sklave sei und wir jetzt heimgehen werden. Sie richtete die Fetzen ihres Kleides notdürftig, so dass es nicht sofort auffiel, dass sie eigentlich halbnackt war. Dann half sie mir aufzustehen und wir verließen gemeinsam mein Haus.

Nach einem langen Weg durch die Wälder kamen wir schließlich im Lager der Arquanas an. Zwischendurch blitzten immer mal wieder Zweifel in mir auf, dass ich wirklich ihr Sklave bin, unter anderem deshalb, weil meine Kleidung keine Sklavenkleidung war. Sie erklärte mir, dass wir verkleidet unterwegs sein mussten. Ich musste das erst einmal so hinnehmen, weil in meinem Kopf offensichtlich ein ziemlich leerer Raum war. Im Lager brachte sie mich in eine tief unter der Erde liegende Höhle. Hier standen große Käfige und überall waren Vorrichtungen, um jemanden anzubinden. Mir kam es irgendwie bekannt vor, so als ob ich schon mal hier gewesen bin, das machte ihre Erklärung, dass wir zu Hause sind ein wenig glaubhafter. 

Ich musste dann meine „Verkleidung“ ausziehen und auch sie selbst schlüpfte aus ihrem zerrissenen Kleid und ihren Schuhen. Wegen dieses Kleides und der Gefahr in die ich sie dadurch gebracht hatte, weil sie so aus der Stadt musste, verpasste sie mir nun mehrere heftige Hiebe mit der Peitsche über meine Brust. Der brennende Schmerz musste irgendwas in mir ausgelöst haben….ich nannte sie mit einem mal „Sadia“. Als ich selbst da drüber nachdachte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich durchblickte das perfide Spiel, welches sie bis eben mit mir veranstaltet hatte.

Hildi reagierte ziemlich unsicher, fast devot auf mein zurückkehrendes Gedächtnis. Ich ging wortlos zu dem Kleiderstapel und zog mich wieder an. Sie war ziemlich erstaunt über meine ruhige Reaktion, waren wir beide hier unten doch alleine und sie unbewaffnet, so dass es ein leichtes für mich als Mann gewesen wäre meine Wut an ihr auszulassen. Ich forderte sie aber nur ruhig auf, uns hier raus zu bringen und kündigte ihr damit auch an, dass ich sie jetzt mitnehmen würde. Zu meinem Erstaunen schaute sie mir ernst in die Augen und sagte nur ein entschlossenes „Nein“. Wütend trat ich dicht an sie heran und legte ihr wieder meine Hände um den Hals, nicht daran denkend, dass so eine Situation schon mal schief gegangen war. 

So kam ihre Reaktion für mich völlig überraschend. Blitzschnell ließ sie ihre Hände hochschwingen und schlug mir damit auf beide Ohren. Mein Kopf schien zu explodieren, ich taumelte rückwärts von ihr weg und ging zu Boden, unfähig etwas anderes, als diesen wahnsinnigen Schmerz zu bemerken. So entging es mir auch, dass Hildi in der Zwischenzeit offensichtlich von oben ihre Waffen geholt hatte. Irgendwie hatte ich ein deja vu, als sie dann schon wieder mit baumelnden Brüsten über meinem Oberkörper kniete. Der Unterschied zu der Situation in meinem Haus war jedoch die Klinge einer Machete, die unangenehm auf meinen Hals drückte. 

Um es kurz zu machen…ich befand mich umgehend in einem der Käfige und die Tür war verschlossen. Dass ich sie dann Kajira nannte, war wohl nicht so geschickt von mir und führte dazu, dass sie mit aufgelegtem Pfeil mit ihrem Bogen durch die Gitterstäbe auf mich zielte. Seufzend musste ich mich erneut ausziehen und meine Kleidung nach draußen werfen. Langsam ging mir diese dauernde An- und Auszieherei auf die Nerven. Sie verschwand dann nach oben und ich versuchte fröstelnd ein wenig zu schlafen.

Am nächsten Morgen wurde ich von einem fast nackten, kräftigen Sklaven geweckt. Naja….immerhin hatte er ein wenig mehr an als ich fiel mir dann ein. Hildi kam dazu und der Sklave fesselte mir auf ihre Anweisung hin die Hände und brachte mich nach oben. Befreit atmete ich die warme, frische Luft oben ein. Da ich schon wieder meine Klappe nicht halten konnte und Hildi Sadia nannte, fing sie nun an, mich „9“ zu nennen. Mein Vorschlag, dass wir beide mit den Kindereien aufhören sollten, kam wohl etwas spät. Hoch angerechnet habe ich Hildi, dass sie den Sklaven harsch zurecht wies, als er mich wiederholt mit „Sklave“ ansprach. Sie machte ihm unmissverständlich klar, dass ich Gefangener und nicht Sklave sei und ließ mir durch ihn sogar ein Wasser bringen.

Irgendwie gelang es mir  trotzdem schon wieder, Hildi zu verärgern. Dabei war das gar nicht gewollt von mir. Wir haben offensichtlich ziemlich konträre Ansichten über ihren Status und meine Besitzansprüche an sie. Ich habe sie ja nicht verkauft, sondern sie ist bei mir weggelaufen, also gehört sie noch immer mir. Fand Hildi jedenfalls nicht und ihre Verärgerung äußerte sich dann darin, dass sie mir mit ihren Fingernägeln die Striemen auf meiner Brust aufkratzte und mir dann Salz in die Wunden rieb. Zum Glück ließ sie dann von mir ab, als die Handelsglocke am Tor läutete und ich eine vertraute Stimme von draußen hörte. Offensichtlich stand unser Hauptmann vor dem Tor.

Um es kurz zu machen, da die weitere Geschichte ja schon von Dina geschrieben wurde…dank der Hilfe von Kin und Lucius gelang uns allen die Flucht. Dina hat wohl ein paar leichte Schrammen abbekommen, aber sonst sind wir wohlauf wieder in Jorts Fähre gelandet. Danke an unsere heldenhaften Krieger und ganz besonders an Dinas Herrn, der wohl Hildi noch mit seinen Pfeilen getroffen hat.

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OOC: Ich habe ja nun nicht das erste Mal mit Hildi gespielt, aber ich war erneut begeistert von ihrem Rollenspielverständnis. Wir haben uns mehrfach RP-Kämpfe geliefert und sie waren für mich eigentlich immer offen bis zum Schluss und damit äußerst spannend. Sie gehört zu den Spielerinnen, die auch verlieren können und das nicht OOC als Niederlage ansehen. Apropos OOC….das gab es einfach nicht zwischen uns beiden. 

Es gibt ja viele Spieler, die RP mit Panthern ablehnen und auch ich hatte früher Vorurteile. Von diesen haben mich die Arquanas und hier besonders Hildi geheilt. Danke an alle Beteiligten.

Montag, 15. Juni 2015

Befreiungsaktion

Selbstverständlich hatte ich meinem Herrn nach seiner Rückkehr sofort vom rätselhaften Verschwinden des Sattlers erzählt. Daher passte es perfekt, dass wir am nächsten Tag vor der Terrasse auf das Erste Schwert trafen, bei dem er sich nun nach weiteren Neuigkeiten über den Verbleib seines Freundes erkundigte. Oh ja, es gab tatsächlich Neues, allerdings nichts Erfreuliches… der Lederarbeiter sei im Wald und wird dort auch bleiben, teilte ihm der Krieger mit und ergänzte: „Wir haben entschieden nichts zu unternehmen… keine Verhandlungen, keine Gnade. Er hat es so gewollt, nun muss er die Konsequenzen lernen… du kannst dich gerne opfern, aber du wirst der einzige sein.“


Ich glaubte falsch zu hören, hatten die Worte des Hauptmanns am Vortag doch noch ganz anders geklungen, ahnte allerdings wer „wir“ waren und warum „wir“ so entschieden hatten. Doch darüber hielt ich ungefragt lieber meine Klappe. Mein Herr runzelte ebenfalls ungläubig seine Stirn und konnte sich offenbar nicht erklären, warum der Hauptmann die Krieger untätig herumsitzen lässt, wenn anscheinend bekannt ist, wohin ein Heimsteinangehöriger entführt wurde. Das Erste Schwert schien sich darin nämlich auf einmal sehr sicher zu sein. Leider entwickelte sich das Gespräch mit dem immer wütender werdenden Krieger jedoch äußerst unschön, sodass mein Herr es schließlich abbrach, um seinen Kastenersten aufzusuchen. 

Ich hoffe nur, dass er die letzten gehässigen Worte, die ihm noch hinterher gerufen wurden, nicht mehr mitbekommen hat. Vor dem Haus des Hauptmanns in der Oberstadt angekommen, erkundigte er sich vorsichtshalber nur noch kurz: „Kajira, haben mich meine Ohren da eben getäuscht oder hat sich gerade tatsächlich ein jortsscher Krieger geweigert, einem Angehörigen seines Heimsteins in Not zu helfen?“ Leider musste ich dies jedoch bestätigen und konnte mir auch nicht erklären, woher quasi über Nacht die Information stammte, dass es eine Wilde der Arquanas war, die den Lederarbeiter entführt hatte. Der Hauptmann war jedenfalls nicht gerade erfreut, meinen Herrn vor seiner Tür zu sehen, ließ ihn dann aber brummend eintreten, um ihn zumindest anzuhören.

Oha, es ist wirklich erstaunlich, wie schnell aus unbestätigten Vermutungen auf einmal Tatsachen werden, nach denen „wir“ dann entscheiden, einem Bürger des Heimsteins von Jorts Fähre eine Lektion zu erteilen, indem man ihn im Wald lässt, weil er nach dem Motto „wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“ selbst Schuld hat. Vom Hauptmann kam dieser Beschluss jedenfalls nicht, denn er wiederholte nun seine Aussage, ein bis zwei Tage abzuwarten. Sofern nach dieser Frist immer noch unklar blieb, wo der Sattler steckte, sollten Steckbriefe verteilt werden, denn Gor ist nun mal groß und ein Verschollener vergleichsweise klein. Außerdem betonte er, noch nie einen Bürger im Stich gelassen zu haben und dies auch zukünftig nicht zu tun. Na, das hörte sich doch ganz anders an, als die Gasthausparolen zuvor. 

Obwohl es weiterhin äußerst unlogisch erschien, dass der Lederarbeiter ein Waldweib in sein Haus gelassen haben sollte… außer sie war vielleicht nicht als solche erkennbar gewesen… konnten die Wilden im Wald von Enkara aus diversen Gründen, die mein Herr dem Hauptmann nun darlegte, durchaus eine Spur sein. Er schlug ihm daher für den nächsten Tag eine Aufklärung per Tarn vor. Doch letztendlich entschied der Hauptmann, nicht mehr zu warten, sondern sofort etwas zu unternehmen. Der Plan war, erst einmal festzustellen, ob an den hellseherischen Fähigkeiten des Ersten Schwerts etwas dran war. Sofern sich die Vermutung bestätigte, wollten der Hauptmann und mein Herr mit den Waldweibern über die Freigabe des Lederarbeiters verhandeln und sollten sie scheitern, notfalls Verstärkung holen. Ich bin zwar kein Krieger, fand diese Vorgehensweise aber sehr logisch und nachvollziehbar.


Der Flug mit dem Tarn nach Enkara verlief ohne weitere Vorkommnisse. Es war jedoch noch dunkel, als wir kurz vor Morgengrauen dort ankamen. Da sich die Dämmerung für eine möglichst unauffällige Aufklärung anbot, nutzte mein Herr die frühe Ahn gleich aus. Er setzte den Hauptmann und mich also nur schnell am Hafen ab und flog dann Richtung Wald davon. Ich versuchte mir natürlich nicht anmerken zu lassen, wie groß meine Angst war, er könnte gar nicht oder mit irgendwelchen Pfeilen gespickt als Grillspieß zurückkommen. Doch den Priesterkönigen sei Dank, meine Sorgen waren umsonst, auch wenn sein Gesichtsausdruck bei seiner Rückkehr sehr ernst war: „Hauptmann, ich konnte im niedrigen Überflug beim Schein eines Lagerfeuers einen Mann ausmachen, der aufgrund seiner Haare, Statur und so weiter unser Sattler sein könnte.“ Da das Lager einen ziemlich leeren Eindruck erweckt hatte, entschieden sich die beiden Männer zum sofortigen Aufbruch, um sich damit vielleicht einen Vorteil zu verschaffen.

Den Weg zum Camp hatte ich übrigens von der Handelsreise der Sklavenhändlerin noch vage in Erinnerung, versuchte ihn mir aber auch diesmal wieder so gut es ging einzuprägen. Möglicherweise scheiterten die Verhandlungen und die Aktion endete vielleicht in einer eiligen Flucht? Gor ist nun mal gefährlich und unser Fußmarsch war auch wirklich kein Spaziergang durch einen Park, sondern führte durch dichten, unheimlichen Wald und jede Menge Wildnis. Doch zum Glück erreichten wir das Tor unbehelligt, wo ich mich einigermaßen unauffällig hinter einen Baum verdrückte, um nicht als gut erkennbare, rot gekleidete Zielscheibe irgendwelche Pfeile ab zu bekommen. Ziemlich aufgeregt wartete ich dann in meiner Deckung, ob und was passieren würde, nachdem der Hauptmann die Handelsglocke geläutet hatte und war erstaunt, wie schnell eine der Waldfrauen am Tor auftauchte, um sich sein Anliegen anzuhören.


Falls das Lager immer noch so leer war, wie zuvor von meinem Herrn ausgespäht, erschien es mir ratsam, mich vorsichtig umzusehen, um möglicherweise rechtzeitig auf eine heimkehrende Gruppe Jägerinnen aufmerksam zu werden. Ich schaute vor allem auch in Richtung der Brücke, über die wir gekommen waren, denn egal wie gerne ich bade, der Bach sah aufgrund seiner fiesen Bewohner nur wenig einladend aus und ich verspürte keinerlei Neigungen dort nähere Bekanntschaften zu schließen. Trotz meiner Aufmerksamkeit erschrak ich jedoch, als plötzlich hinter dem Gewässer Waldweiber auftauchten, die uns merkwürdigerweise aber überhaupt nicht weiter beachteten, sondern nach einem freundlichen Gruß einfach hinter dem Tor verschwanden. 


Uff… mit dieser Gruppe war das Camp nun um einiges stärker besetzt und durch die Palisaden ja sowieso fast uneinnehmbar befestigt. Selbst ich erkannte jetzt, dass die Chancen meines Herrn und des Hauptmanns bei einem Kampf gerade ziemlich geschrumpft waren und schob mich daher ganz langsam weiter zu einem anderen Baum Richtung Brücke… eine Entscheidung, die sich als genau richtig herausstellen sollte. Inzwischen war nämlich das Handelsobjekt vors Tor geholt worden. Komplett nackt, aber bis auf einige Striemen anscheinend unversehrt und erstaunlicherweise auch nur an den Händen gefesselt, war der jortssche Sattler offensichtlich ziemlich erleichtert, meinen Herrn und den Hauptmann zu sehen. 


Tja… und dann ging alles auf einmal ganz schnell. Ich bemerkte, dass mein Herr seinen Kopf seitlich zum Hauptmann drehte, dann wieder Richtung Sattler schaute und plötzlich eine sehr eindeutige, rückwärtsgehende Kopfbewegung zur Brücke machte… dann rannten die drei Männer auch schon los, ich natürlich hinterher. Ich laufe nämlich grundsätzlich nie vor Freien und hatte mir für den Fall einer Flucht außerdem gerade überlegt, sollte jemand getroffen werden und auf der Strecke bleiben, dann doch besser eine unbedeutende Kajira wie ich… Hauptsache mein Herr und die anderen beiden Männer schaffen es. 

Aber oh je... was für ein Mist… von wegen mir den Weg merken!? Irgendwie sah jetzt plötzlich alles ganz anders aus als auf dem Hinweg!! In meiner Panik, den um mich herumfliegenden Pfeilen irgendwie auszuweichen, verlor ich total die Orientierung und bemerkte als Letztes nur noch, dass mein Herr sich plötzlich zurückfallen ließ, bevor ich im Unterholz und Dickicht landete. Erst später wurde mir dann klar, er hatte mir damit das Leben gerettet. Wie gut, dass das Fluchen neben mir im Gebüsch vom Sattler kam, der mindestens genauso orientierungslos war wie ich, sodass wir es nach einigem Herumirren schließlich gemeinsam schafften, nicht nur den Weg zum Hafen zu finden, sondern auch meinen Herrn und den Hauptmann… bis auf ein paar Schrammen und Kratzer waren wir alle unverletzt geblieben.


Ich gestehe, auf unserem Heimflug habe ich fest verschnürt, aber unendlich erleichtert auf dem Tarn meines Herrn ziemlich viel geschlafen. Da der große Vogel vier Personen nicht ohne Lastenkorb transportieren kann, entschloss sich der Hauptmann übrigens zur Rückreise per Schiff, denn den nur mit einer Unterhose und Weste meines Herrn bekleideten, ansonsten nackten Sattler sollte man so wohl lieber nicht unter Menschen lassen. Unterwegs erfuhren wir dann zum Glück, dass er sich nicht unterworfen hatte und auch nicht als Sklave behandelt worden war, sondern als Gefangener. Seine Entführerin war tatsächlich als freie Frau verkleidet gewesen und hatte einen Schleier getragen, sodass er sie nicht als das Waldweib erkannt hatte, das mal ein paar Tage seine Kajira gewesen war… ob er vielleicht etwas Nachhilfeunterricht in Sachen Hellseherei beim Ersten Schwert nehmen sollte?


Es war der Frau übrigens auch weniger um Rache gegangen, als vielmehr um das lederne Kleid, das sie bei dem Sattler auf seiner letzten Handelsreise in Auftrag gegeben hatte. Tja und weil sie sich ihm danach unterworfen hatte und eine Sklavin ja nun mal nichts besitzt, hat er ihr Kleid immer noch... oder hatte sie es bei seiner Entführung mitgenommen? Egal, die genaueren Umstände, die letztendlich zu einem Schlag auf seinen Kopf und der Entführung geführt hatten, ließen sich aufgrund der immer noch bestehenden Gedächtnislücke des Sattlers bis zu unserer glücklichen Landung neben dem Leuchtturm von Jorts Fähre einfach nicht klären. Aber eine Untersuchung in der Krankenstation musste vorerst auch noch warten, weil der Herr erst einmal seine Kleidung vervollständigen wollte… dabei fand ich eigentlich, dass ihm Unterhose und Weste meines Herrn ganz gut standen!


Da mit der Rückkehr des Hauptmanns erst später zu rechnen war, zog es meinen Herrn ebenfalls nach Hause, um diese erfolgreiche Befreiungsaktion mit einem schönen, von seinem Eigentum mit Hingabe servierten Paga zu begießen. Außerdem war es ihm wichtig, dass ich auf die Schrammen von den Pfeilen und meine sonstigen Kratzer etwas Heilsalbe strich, damit sich nichts entzündet. Diese Unwichtigkeiten mussten nach dem in einem Zug geleerten Pagabecher allerdings noch warten... oder sogar sehr lange noch warten, weil ich meinem Herrn vorher nämlich zeigen durfte, dass wir noch leben. „Langsam, meine Scharlachrote... ich bin aus diesem Wald gekommen, um genießen zu können.........“ :-)))

Samstag, 13. Juni 2015

Rätselraten

Nachdem die beiden Vulos soweit vorbereitet waren, dass ich sie für meinen Herrn nach seiner Heimkehr vom Dienst schnell zubereiten konnte, machte ich mich in die Stadt auf, um vielleicht die eine oder andere Neuigkeit zu erfahren. Ob die Baumeisterin inzwischen nun abgereist war oder wo auch immer steckte, erfuhr ich zwar nicht, dafür aber etwas sehr Merkwürdiges, das den Gemütern der Freien auf dem Marktplatz einiges Rätselraten bereitete.

Auf dem Boden im Haus des Sattlers hatte man nämlich Blut gefunden. Diese Information veranlasste mich logischerweise umgehend, mir die Nase der neuen Hauptmannkajira anzusehen, weil ich am Vortag ja mitbekommen hatte, dass der Herr sein Eigentum zum Lederarbeiter schicken wollte, um ihr ein zusätzliches Loch in die Nase stechen zu lassen. Der Hauptmann liebt es anscheinend immer noch, wenn seine Mädchen einen Nasenring tragen, genau wie ein Bosk. Warum er dieser Sklavin jedoch einen so riesigen und vor allem dicken Boskring verpassen wollte, war mir allerdings nicht klar, auch wenn das eine wie ich fand sehr logische Erklärung für das Blut auf dem Boden im Sattlerhaus gewesen wäre. Genau, gewesen wäre… die Kajira hatte nämlich noch gar kein Boskringloch in der Nase, weil der Lederarbeiter nirgends aufzutreiben gewesen war.


Zusätzlich hatte man offenbar die Haustür des Sattlerhauses weit offenstehend vorgefunden und in dem Blut die Scherben eines Tellers sowie merkwürdige Fußabdrücke hinter dem Haus und Spuren, die anscheinend Richtung Wald führten... wobei die Herkunft der Spuren wohl eher unklar war. Klar war immerhin, der Herr war nicht mit einer Schnittverletzung zur Krankenstation gerannt, um sich ein abgetrenntes Körperteil wieder annähen oder was auch immer behandeln zu lassen und hatte daher auch nicht in seiner Panik darüber vergessen, seine Haustür zu schließen. Die grüne Gefährtin des Hauptmanns stand nämlich vor mir am Marktplatzbrunnen und hatte den Herrn weder behandelt noch gesehen. Der Grund für die offene Haustür muss also ein anderer gewesen sein.

Die Möglichkeit, der Sattler habe die Baumeisterin entführt, wurde nach meinem Hinweis, ob denn auch die Bank des Herrn fehlte, ebenfalls verworfen. Mein Hinweis, dass sich der recht groß gewachsene Lederarbeiter im Gespräch mit der riesigen Baumeisterin schon mehrfach auf seine Bank gestellt hatte, wenn er vermeiden wollte Genickstarre zu bekommen, fanden alle Herrschaften interessant und durchaus nachvollziehbar. Die Bank fehlte jedoch nicht, es musste also tatsächlich doch etwas anderes passiert sein… was genau, blieb allerdings weiter ungeklärt und somit ging das Rätselraten auch auf der Gasthausterrasse weiter, nachdem sich der Hauptmann und seine Gefährtin in ihr Haus zurückgezogen hatten.

Es ist wohl durchaus zu befürchten, dass der nette Handwerker möglicherweise entführt wurde. Das Erste Schwert hatte nämlich am Vortag im Haus des Sattlers eine heimsteinfremde Freie gesehen, von der er glaubte, sie sei eines der Waldweiber vom Stamm der Arquanas. Waren die inzwischen vielleicht sauer geworden, weil der Lederarbeiter ihre Einladung bislang ausgeschlagen hat, da er mit seiner jetzigen Frisur durchaus zufrieden ist und daher keinen gesteigerten Wert auf einen Besuch dieses Camps in den Wäldern von Enkara legt? Oder hatte seine kürzlich entlaufene Sklavin, die ja ursprünglich zu diesem Stamm gehörte, sich ihm dann aber unterworfen hatte, Sehnsucht nach ihrem Herrn gehabt? Fragen über Fragen… das Rätselraten wird also wohl noch einige Tage weitergehen.


Ansage des Hauptmanns war jedenfalls, vorerst noch abzuwarten, ob der Sattler nicht von alleine wieder auftaucht, bevor Suchtrupps losgeschickt und Steckbriefe verteilt werden. Denn selbstverständlich wird kein Heimsteinangehöriger im Stich gelassen. Seltsam fand ich übrigens das Benehmen der neuen Wirtin, die mit ihrem sehr kurzen Rock eh schon nicht gerade wie eine freie Frau gekleidet ist, die sehr viel Wert auf ein ehrbares Äußeres und ihren Ruf legt. Das Weib rannte doch tatsächlich gleich los, um nach ihrem Bogen zu sehen! Allerdings glaube ich nicht, dass ihr spontan in den Sinn gekommen war auf die Jagd zu gehen, um ihren Gästen einen schmackhaften Braten zu servieren.

Aber egal, als Kajira hat mich die Bewaffnung dieser Freien nichts anzugehen, sodass ich dazu selbstverständlich meine Klappe gehalten habe. Außerdem ist die Frau noch nicht lange in der Stadt, gehört nicht dem Heimstein von Jorts Fähre an und der oberste Moralprediger aus der jortsschen Händlerkaste weilt immer noch bei seiner Verwandtschaft oder wo auch immer... also mal abwarten.^^

Freitag, 12. Juni 2015

Wille und Macht ohne Wenn und Aber

Es war noch gar nicht richtig hell und das Zentralgestirn ging gerade erst hinter den Bergen auf, als mein Herr leider schon aus seinen Fellen musste, um rechtzeitig seinen Frühdienst anzutreten. Er legte sich später nach seiner Heimkehr dann aber noch für ein kurzes Schläfchen hin, sodass ich mich leise nach draußen verdrückte, um ihn nicht zu stören.


Bei dem schönen und vor allem sehr warmen Wetter, war mein Ziel der Bach. Für den Vosk gilt für mich leider weiterhin Badeverbot, das ich egal wie toll man dort schwimmen kann, ohne Wenn und Aber selbstverständlich zu respektieren habe, denn es ist der Wille meines Herrn. Als ich mich dann sauber und erfrischt von meinem Bad, bei dem außer ein paar neugierigen Verr niemand zugeschaut hatte, leise zurück ins Haus schlich, stellte ich fest, dass mein Herr zwar noch etwas träge aussah, aber inzwischen doch so wach, um mich lächelnd zu sich zu winken, damit er über meinen Kragen streichen konnte. 


Diese für ihn sehr typische Geste mag ich total gerne und hielt daher mit klopfendem Herzen ganz still. Doch wie immer war dieses schöne Gefühl viel zu schnell vorbei und mein Herr befahl mir, etwas Schönes anzuziehen. Er nannte mir sogar genau, was er an mir sehen wollte… das vorne offene rote Teil und unten den goldfarbenen Schmuck, um mögliche Blicke echauffierter freier Frauen zumindest etwas von meiner Hitze abzulenken.

Eigentlich war mir ja durchaus klar, was genau gemeint war, dennoch zog ich erst einmal zwei andere Kleidungsstücke an, die vorne ebenfalls offen sind. „Hab ich mich unklar ausgedrückt, Kajira?“, beendete dann jedoch meine kurze Modenschau sehr schlagartig und zauberte nur wenige Wimpernschläge später genau das rote Teil aus der Kleiderkiste zutage, von dem mein Herr gesprochen hatte. 

Seine sanften Berührungen, mit denen er noch etwas an dem dünnen Stoff herumzupfte und das Tal zwischen meinen Brüsten entlang fuhr, ließen natürlich mein Sklavenfeuer schlagartig lichterloh brennen, während ich versuchte, mich meinem Herrn möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Vielleicht würde mir ja gelingen......... Sein Fingerzeig in der nächsten Ihn bedeutete jedoch, mich vor ihn zu knien, was ich selbstverständlich sofort tat. Wie immer in solchen Situationen ging mir durch und durch, welche Macht er über mich besitzt und wie ausgeliefert ich ihm bin. 

Mit vor Aufregung leicht geröteten Wangen versuchte ich nun, mich auf eine Fuge in den Bodendielen vor mir zu konzentrieren und wagte kaum Luft zu holen, als er stumm um mich herum ging und hinter mir stehen blieb. Dann spürte ich, dass meine Ellenbogen zusammengedrückt wurden, dem ich mich selbstverständlich nicht widersetzte, und hörte schließlich ein leises Klicken. Mein Herr hatte die metallenen Fesseln hinter meinem Rücken verschlossen.

„Immer ungefesselt herumlaufen ist doch langweilig… oder Kajira?“, war natürlich eine Feststellung und keine Frage an mich, auch wenn er seine Stimme leicht anhob. Ich bin immer glücklich, wenn ich meinen Herrn erfreuen darf, dabei ist es egal womit. Wenn es sein Wille ist, dass ich gefesselt bin, dann trage ich Fesseln und zwar mit Demut und Hingabe, aber auch mit dem schönen Gefühl, dass meinem Herrn gefällt, was er an seinem Eigentum sieht. Dabei kann ich meistens gewisse rotseidene Gefühle in meinem Innern nicht verhindern, denn ich liebe es nun mal, meinem Herrn so hilflos ausgeliefert zu sein. 

Doch bevor mir jetzt zu warm werden konnte, verkündete er leider, dass nun erst einmal ein Stadtrundgang angesagt ist. Er wollte sehen, wie weit die Abreisevorbereitungen der Baumeisterin sind. In der Stadt war es übrigens erstaunlich ruhig und von irgendwelchem Kisten- und Gepäckgeschleppe, geschweige denn von der Gelben war nichts zu bemerken, sodass wir schließlich ohne weitere Vorkommnisse die Stadtmauer erreichten. 

Beim Seil mit den Alarmglocken, glaubte ich meinen Herrn darauf hinweisen zu müssen, dass ich mit auf dem Rücken gefesselten Händen dort nicht dran komme und im Notfall bestenfalls versuchen kann, mit den Zähnen das Seil zu packen. Eigentlich klar, dass damit ein kurzer Test meiner Reichweite herausgefordert war, bei dem ich fast vornüber fiel, weil mein Herr meine hinten gefesselten Arme auf eine zuletzt ziemlich schmerzhafte Weise hochdrückte, der meine Vermutung dann letztendlich aber bestätigte.

„Hast du gedacht, an sowas denke ich nicht, Kajira?“, fragte er verdächtig ruhig, wartete jedoch keine Antwort ab, sondern ließ stattdessen einige ziemlich fiese Schläge auf mein immer noch herausgestrecktes Hinterteil sausen, bei denen sich die Farbe meines Allerwertesten vermutlich etwas dem Rot meines Kleidungsstücks anpasste. 

„Ich dachte vor allem daran, dass du deinen Mund noch verwenden kannst, Kajira... ich hätte dich auch knebeln können... du bist bestimmt dankbar dafür, dass ich dir deinen Mund noch gelassen habe, hm?“, waren Worte, die mich sofort mit tief gesenktem Kopf niederknien ließen, bevor ich dann Gelegenheit erhielt, meine Dankbarkeit mit aller mir zur Verfügung stehenden Hingabe beweisen zu dürfen.

In der Stadt blieb es anscheinend weiter ruhig, denn außer gelegentlich einem leisen, sehr genüsslichen Seufzen, das eine oder andere wohlige Grunzen, das allmählich dann in ein irgendwie unterdrückt klingendes Keuchen überging, drang eigentlich in der Dunkelheit unter dem Tunikarock meines Herrn nichts an mein Ohr. Naja, und warum er plötzlich sehr laut und deutlich stöhnte, war mit dem, was ich nun schlucken durfte, natürlich offensichtlich. 

Doch in meiner hingebungsvollen Blindheit lag ich mit dieser Annahme etwas daneben. Sofort nach dem lauten "AAAAAAAhhhhhhhhhhh….“ seiner Erleichterung, hörte ich die Stimme meines Herrn nämlich richtig laut und kasernenhofmäßig  donnern: „Krieger Heinz!! Steh auf Wache gefälligst gerade!! Die Stadtmauer steht auch von alleine!!"

"Na, das hat sich doch gelohnt, dass ich dich noch nicht geknebelt hatte." Breit und offensichtlich sehr zufrieden grinsend, griff mein tief entspannter Herr nun in eine Tasche an seinem Gürtel, um den Ballknebel herauszuholen, den er seinerzeit beim Sattler für mich gekauft hatte, während ich selbstverständlich sofort meinen Mund öffnete, damit er den ledernen Ball zwischen meine Lippen schieben konnte… bei den Wünschen meines Herrn gibt es wie gesagt für mich nun mal kein Wenn und Aber. 


Dementsprechend stumm war ich dann logischerweise auch auf dem Rückweg, als mein Herr noch einen kurzen Zwischenstopp auf dem Marktplatz einlegte, wo vom Ersten Schwert gerade Bestellungen für Vulos entgegengenommen wurden.

Tja, die hohen Herren im Sardar waren der Vulojagd tatsächlich wohlgesonnen und der Krieger klopfte schneller als erwartet an die Haustür meines Herrn. Leider ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem ich… äähhhmmm… und auch mein Herr… also wir beide nicht so einfach zur Tür konnten. Er hatte vorher nämlich nicht mal Zeit gehabt, seine Waffen abzulegen, was mir aber eigentlich gar nicht aufgefallen war, weil er mich gleich hinter der Haustür......

Jedenfalls waren wir dann auf dem Pagafass mit etwas sehr Wichtigem sehr schwer beschäftigt, das sich nicht so einfach unterbrechen ließ. Naja, und da die Viecher nicht in den Briefkasten passen, zeigte sich erneut, wie praktisch die Bank vorm Haus ist!^^

Donnerstag, 11. Juni 2015

Voller Tatendrang

…war mein Herr an diesem Tag Mitte der Hand, an dem wie immer zu vorgerückter Ahn das Waffentraining der Krieger stattfinden sollte. Nachdem er von seiner Wache heimgekehrt war, setzte er sich daher auch nur kurz auf die Bank vor seinem Haus, um ein paar Worte mit mir zu sprechen, bevor es dann zur Wiese gehen sollte. Das Riesenstück seines kurz vor seiner Rückkehr gerade fertig gewordenen Lieblingskuchens, das ich schon mal vorsorglich auf einen Teller gefüllt hatte, dampfte allerdings noch zu sehr, um noch vor dem Training von ihm verspeist zu werden. In Anbetracht des strahlenden Blicks meines Herrn auf dieses Larmakuchenstück, fiel es ihm vermutlich nicht gerade leicht, diese Leckerei bis nach dem Training noch abkühlen zu lassen.

Ich war ja sowieso der Meinung, so gut in Form wie mein Herr gerade erst bei dem Sondertraining vor zwei Tagen gewesen war, brauchte er eh kein Kuchendoping, um seine Gegner im Übungskampf ins Gras beißen zu lassen und mein Herr meinte, alleine die Aussicht auf Larmakuchen würde beim Training vielleicht schon reichen. Tja, Aussicht war natürlich ein Stichwort, das mich nun veranlasste, ihm sein nacktes Eigentum besonders vorteilhaft zu präsentieren… vielleicht würde ihn mein Anblick ja zusätzlich beflügeln, auch wenn er sowieso voller Tatendrang war, weil ihn seine Tagesform beim Sondertraining nicht so zufriedengestellt hatte.

Nachdem ich den Kuchenteller wieder zurück ins Haus gebracht hatte… ich wollte selbstverständlich verhindern, dass er sich während unserer Abwesenheit durch unliebsame Einlagen und Zusätze vermehrt oder gar in Luft auflöst… kniete ich also mit besonders weit gespreizten Schenkeln vor meinem Herrn nieder, drückte meinen Rücken ordentlich durch und strich langsam meine langen Haare zurück, um meine nackten Brüste besonders gut zur Geltung zu bringen. Meinen Herrn dabei aus dunklen Augen beobachtend, glaubte ich wie immer, seine Blicke würden eine heiße, kribbelnde Spur auf meiner nackten Haut hinterlassen. Ich konnte daher einfach nicht anders, als mich schließlich vorzubeugen, um meine Lippen innig auf seinen Fußrücken zu drücken.


Doch inzwischen war leider die Ahn des Trainings und damit die Ahn zum Grünfärben von Tunikaröcken immer näher gerückt, sodass wahrscheinlich jetzt ein gewisses Handjucken in der rechten meines Herrn einsetzte und ihn nichts mehr auf seiner Bank hielt, zumal vielleicht auch die eine oder andere Stichelei bei den freundschaftlichen Kämpfen wieder gerade gerückt werden sollte. Nachdem ich mir schnell noch etwas Rotes aus der Kleiderkiste übergestreift und meine wilden Locken zu einem Zopf zusammengefummelt hatte, folgte ich ihm also eilig zur Wiese hinter dem Hof. In der Hoffnung, den wundervollen Anblick der trainierenden Krieger zusätzlich mit etwas Kajiratratsch zu krönen, kniete mich dort vor dem großen Baum neben die neue, mir bislang noch vollkommen fremde Sklavin des Hauptmanns.

Eigentlich wollte ich versuchen, das Mädchen etwas auszuhorchen… woher sie kam, wer ihr früherer Herr gewesen ist, welche Umstände sie nach Jorts gebracht hatten und, und, und… doch war die Kajira vermutlich immer noch dermaßen verschüchtert, dass ich außer „Tal“ und welchen Namen der Hauptmann ihr inzwischen gegeben hat, nichts aus ihr herausbekam. Ach doch, ihre Ohren waren anscheinend in Ordnung, denn die aufeinander treffenden Schwertklingen waren ihr zu laut, was auch wirklich nicht von der Hand zu weisen war, aber nun mal dazu gehört, wenn man die Kajira eines Kriegers ist. Letztendlich gab ich meine Bemühungen um ein Gespräch mit dieser Sklavin auf und widmete mich stattdessen stumm dem wundervollen Anblick meines trainierenden Herrn.


Er war an diesem Tag nämlich nicht nur voller Tatendrang, sondern vor allem echt in einer Obersupertopform. Immer wieder schickte er seinen Trainingsgegner ins Gras und färbte dessen Tunikarock mittelprächtig grün. Selbstverständlich verzichtete er aber darauf, den Rarius hinterher wegen der erforderlichen Reinigung seiner Kleidung zu beleidigen, denn sowas gehört sich unter Waffenbrüdern natürlich nicht, auch wenn der Rock es wirklich sehr nötig hatte. Außerdem haben Krieger eben mal bessere oder auch schlechtere Tage. Vielleicht hatte sowieso auch das hohe Gras Schuld, das schon lange nicht mehr gemäht worden war. Das Erste Schwert äußerte nämlich die Befürchtung, über uns Kajirae zu stolpern, weil er uns zwischen den langen Halmen kaum noch gesehen hatte.

Zurück zuhause, war dann natürlich erst einmal Larmakuchen und Paga angesagt, nachdem mein Herr seine Waffen abgelegt und sich den Schweiß der Übungskämpfe von der Stirn gewischt hatte. Während er genüsslich dem Kuchen schwelgte und dabei sein Schwert an der Wand betrachtete, klärte er mich mit vollem Mund auf: "Kajira, man sagt, Stahl denkt für sich selbst. Meiner scheint das heute getan zu haben... bissig gegen den einen... Aussetzer gegen den anderen!“ Hach... für mich ist mein Herr sowieso der größte, beste und schönste Herr auf ganz Gor, sodass ich mich wie immer ganz gewaltig ins Zeug legte, ihm seinen Paga auf eine möglichst rotseidene Art zu servieren… schließlich trage ich seinen Stahl!

Ein Krieger und sein Schwert, ein wenig Segen von den Priesterkönigen… an so einem Tag voller Tatendrang, da konnten Waffentraining, Larmakuchen und Paga doch bestenfalls Appetitanreger sein… oder? Naja, oder auch nicht, wenn man die Frühwache erwischt hat und sich der Vernunft geschlagen geben muss. :-(^^

Mittwoch, 10. Juni 2015

Trubel

Während ich meinem vom Wachdienst heimgekehrten Herrn zur Begrüßung wie immer meine Lippen auf den Fuß drückte, kam mir in den Sinn, ob ich auch den Rekruten der Tarnstaffel auf diese Weise meine Demut zeigen soll, wenn ich an sie demnächst ausgeliehen bin. Eigentlich eine überflüssige Frage, denn auf diese Art begrüße ich nur meinen Herrn, die ihn jedoch etwas zu erheitern schien, denn er meinte breit grinsend: "Oh… ich denke die meisten werden eher wollen, dass du andere Dinge küsst." Damit hatte er natürlich vollkommen Recht, denn was Männer so mögen weiß ich ja.

Inzwischen waren seine Gedanken aber ganz woanders. Nachdenklich ließ er nämlich seine Blicke über meinen nackten Körper wandern und entschied, welches Nichts an Stoff er heute an seinem Eigentum sehen wollte, um so gerade eben und möglichst knapp irgendwelchem Gekeife freier Frauen aus dem Wege zu gehen. Außerdem gefiel ihm das Rot einiger Bänder besonders gut, mit denen ich mich schon am Vortag bedeckt hatte. Ich fand eigentlich, dass sie fast zu viel verhüllten, doch mein Herr war anderer Meinung und nur die zählt selbstverständlich und nicht die vollkommen unbedeutende, unwichtige seiner Sklavin. 

Da inzwischen lautes Hämmern zu uns drang, das eigentlich nur von der Schmiede kommen konnte, war die erste Etappe des Rundgangs meines Herrn also ziemlich kurz. Der mit nacktem, muskulösem Oberkörper herrlich anzusehende Metallhandwerker stand dort an seinem Amboss und traktierte glühenden Stahl mit einem großen Hammer. Allzu große Eile mit dem Fertigen dieses Rohlings zu einer neuen Klinge hatte er jedoch nicht, denn mit unserem Eintreffen versenkte er das Ding laut zischend in einem Eimer mit Wasser, um sich erst einmal einem kleinen Plausch mit meinem Herrn zu widmen.

Übrigens gab es nicht nur Muskeln am gut gebauten Schmied zu bewundern. Er hatte zum Anlernen als Schmiedehelfer nämlich den Kajirus der Sklavenhändlerin ausgeliehen. Dieser mit irgendwelchen Werkzeugen auf der Werkbank herumhantierende Mann sah mit nacktem Oberkörper ebenfalls nicht schlecht aus, schien aber noch ziemlich grün hinter den Ohren zu sein. Ich glaube so wirklichen Durchblick über das, was er da sortierte, hatte er wohl nicht und vor allem hatte er seinen Status noch nicht verinnerlicht. Auf die Frage meines Herrn, welchen Preis die Sklavenhändlerin für ihn bezahlt hatte, antwortete er nämlich: „Herr, so genau weiß ich es nicht... ich hatte bei den Verhandlungen nicht mitgeredet“ …und trug damit zur allgemeinen Erheiterung bei. 


Nun ja, es stellte sich heraus, vor seinem Sklavendasein war er ein reisender Händler gewesen. Dummerweise hatte er sich angemaßt, nur mit einem Dagger bewaffnet, einer Frau Geleitschutz geben zu wollen und das auch noch auf einem Spaziergang in einen ihm unbekannten, immer unwegsamer werdenden Wald. Schließlich fand er sich von Waldweibern umzingelt wieder, zu denen auch die angebliche Freie gehörte. Da ihm sein Leben lieb war, hatte er keinen anderen Weg gesehen, als sich zu unterwerfen. Das war natürlich etwas, mit dem mein stolzer Herr als Krieger und Tarnreiter mit sehr ausgeprägtem Ehrgefühl nur ganz schwer umgehen konnte und nun dem Kajirus versuchte klar zu machen, dass er nicht nur die Wahl zwischen Leben und Tod, sondern auch zwischen Ehre und Schande gehabt und Letztere leider gewählt hatte.

Vielleicht war es ganz gut, dass sich inzwischen diverse Freie in und vor der Schmiede dazu gesellt hatten. Der Versammlungsort Schmiede wurde bei so viel Trubel jedenfalls zu eng. Mit der Bekanntmachung des Schmieds: „So, heute ist hier geschlossen, wegen gestern und morgen… ich geh was trinken, wer kommt mit?“, war eigentlich nur noch gestern und morgen zu klären. Doch das war einfach, denn gestern, war gestern heute und morgen, ist morgen auch heute. Außerdem hatte der Schmied gestern keine Lust, heute aber auch nicht und morgen vermutlich einen dicken Kopf, denn die Getränke gingen auf ihn. Da dem nichts mehr hinzuzufügen war, begaben sich alle Freien auf die Gasthausterrasse, wo bald sämtliche Sitzkissen besetzt waren. 


Wie immer, wenn so viele Herrschaften zu bedienen sind, ist der Trubel ganz schön groß. Daher war es mir fast unmöglich, beim zusätzlich nun auch noch einsetzenden Schlürfen und Gurgeln von serviertem Paga, Ale und Kalana den durcheinander schnatternden Stimmen zu folgen. Ich erinnere daher nur, etwas über Stangenbohnen mitbekommen zu haben. Doch da der Krieger vom Hof anwesend war, liegt also die Vermutung nahe, es ging um etwas Landwirtschaftliches. Ach nee, ich glaube Schmuck wurde auch erwähnt.

Egal, ob es nun die Bohnen waren, die von Stadtmauern geschmissen werden sollen oder mies gelaunte Nordmänner, die möglicherweise mit geschmücktem Holz auftauchen, das ihnen von wo auch immer geliefert wurde, obwohl der Norden selbst genug davon hat, erschloss sich mir ebenfalls nicht und außerdem bekomme ich gerade vermutlich sowieso alles komplett durcheinander und sollte das Bohnenthema lieber lassen.

Als mein Herr sich vom Trubel der Gasthausterrasse beizeiten zurückzog, war ich jedenfalls nicht traurig. Es war ihm nämlich sehr wichtig, mir zuhause noch etwas über Weisheiten zu erklären, die nirgendwo geschrieben stehen. Doch darüber werde ich wie versprochen, selbstverständlich Stillschweigen bewahren. 

Eigenartigerweise erinnerte ich mich bei unserem Gespräch an ein Sprichwort von der Erde… alle Wege führen nach Rom… denn ich bin ja Barbarin. Meine Erklärungen dazu fand mein Herr aber wohl ziemlich unwichtig: „Kajira, erzähl mir nichts von Herkunft… du bist so goreanisch, wie die drei Monde selbst.“

Dienstag, 9. Juni 2015

Wegen Unzufriedenheit bestraft?

Mein Herr spürte mal wieder ein typisches Jucken in seiner Schwerthand… vermutlich eine Folgeerscheinung von Defiziten wegen fehlender kriegerischer Auseinandersetzungen mangels Feinden und fehlenden Waffentrainings aufgrund seiner vielen Tarnpatrouillen in der letzten Zeit. Es lag also nahe, einen der Krieger zu fragen, ob er Lust zu einem zusätzlichen Training hat. Gleich beim Krieger der Brauerei waren die Priesterkönige meinem Herrn offensichtlich wohlgesonnen, denn der Herr von San war nicht abgeneigt, dem Schwerthandjucken meines Herrn ein Ende zu bereiten und folgte ihm zur Trainingswiese.

Hach, es war wieder eine Freude für mich, den beiden geschickten Männern beim Kreuzen ihrer Schwertklingen zuzuschauen und ganz besonders natürlich meinem Herrn, der trotz Trainingsdefizit echt toll in Form war. Ok, ich gebe zu, für mich ist er sowieso immer der beste, geschickteste, größte und tollste Schwertkämpfer schlechthin, auch wenn sein Gegner ihn mal ins Gras schickt. Übrigens bestätigte auch das Erste Schwert, dass mein Herr schneller und besser geworden ist, obwohl er an die überragende Form dieses erfahrenen Kriegers noch nicht heran reicht.


Lustig war, dass die Gefährtin des Hauptmanns glaubte, sich im Tag geirrt zu haben. Die laut in der Stadt zu hörenden Schwerter der Rarii hatten sie nämlich nicht nur neugierig gemacht, sondern auch veranlasst, sichtlich irritiert zur Wiese zu laufen, wo ich sie dann aber beruhigen konnte, dass noch nicht Mitte der Hand ist und nur ein kleines Sondertraining für die juckende Rechte meines Herrn stattfindet. Als Grünkastige vermutete leider sofort eine Handverletzung bei ihm, ließ sich jedoch schnell davon überzeugen, dass diese Symptome bei Kriegern gelegentlich normal sind und nicht anderes behandelt werden müssen, als mit freundschaftlichem Waffentraining, wenn gerade kein Feind greifbar ist.


Nachdem das Training am Boden beendet war und die Tarnreiter zum Glück von einer Fortsetzung in der Luft abgesehen hatten… ich befürchtete nämlich, außer Genickstarre vom Hinaufschauen davon nicht allzu viel mitzubekommen… war es an der Zeit für den üblichen Rundgang meines Herrn. Von weitem entdeckten wir den neuen Kajirus der Sklavenhändlerin, der es allerdings sehr eilig hatte, in die Oberstadt zu kommen. Ihm nachdenklich hinterherschauend, überlegte mein Herr laut, ob dieser Sklave vielleicht mal frei gewesen ist oder ob er unfrei geboren wurde. Er war sich jedoch nicht sicher, dazu eine Antwort hören zu wollen, weil er nicht viel von knienden Männern hält und von freien Männern, die sich unterwerfen, noch weniger bis gar nichts. 

Während ich noch darüber nachdachte, ob es überhaupt ratsam ist, ihm Näheres über diesen Sklaven zu erzählen, sofern ich etwas über seine Herkunft herausbekommen sollte, erreichten wir den Hafen und trafen auf den Sattler, der dort anscheinend seiner Vorliebe für Häfen frönte. Das Erwähnen von Wasser war für mich natürlich die perfekte Gelegenheit, das Gespräch aufs Baden zu bringen, denn mein Herr hat es ja nicht so damit und hat mein Schwimmverbot im Vosk leider immer noch nicht wieder aufgehoben. Mist, der Lederarbeiter war mir jedoch keine Hilfe… ganz im Gegenteil. Genau wie mein Herr, hat auch er es leider nicht gerade mit den nassen Elementen und schon gar nicht mit fließenden Gewässern.


Der Sattler scheint wohl zu den Frostködeln zu gehören, denen Wasser meistens zu kalt ist, sodass er es vorzieht, sich lieber oberhalb der Wasseroberfläche mit Schiffen zu bewegen. Als weiteren Grund zum Meiden des Vosk, erwähnte er die gefährlichen Viecher, von denen ausgerechnet in dieser Ehn gerade eines auf der Suche nach Beute seine Runden im Hafenbecken drehte. Leider behauptete er noch zusätzlich, dass auch ich es nicht schaffe, einem Flussthalarion zu entwischen, weil es bei so gefährlichen Biestern egal ist, ob ich im Wasser zu einem Fisch werde und wie schnell ich schwimmen kann. Die Frage an meinen Herrn, ob und wann ich endlich wieder im Vosk baden darf, konnte ich mir also schenken.

Da Reden bekanntlich durstig macht und vom Stehen irgendwann die Füße platt werden, setzten die beiden Männer ihr Gespräch über die Vor- und Nachteile des Reisens per Schiff oder Tarn schließlich vor der Taverne bei einem Paga fort, zu dem mein Herr den Lederarbeiter einlud. Es war für ihn nicht nur eine gute Gelegenheit, sich für den letzten Paga im Haus des Sattlers zu revanchieren, sondern auch etwas gegen das Gerücht zu unternehmen, er sei knapp bei Kasse. Einer der Krieger scheint nämlich dieser Meinung zu sein und hatte mir für meine Dienste mit dem Hinweis, mein Herr habe es wohl nötig, ein Almosen ausgehändigt. Wie gut, dass mein Herr solche Beleidigungen ignoriert und den Krieger nicht erneut herausfordern wird wie seinerzeit, nachdem der ihm eine Münze vor die Füße geworfen hatte, dann aber ganz schnell neben seiner Münze auf dem Pflaster lag.


Der Lederarbeiter kam beim Paga übrigens erneut aufs Reisen zu sprechen. Er muss wohl demnächst einige Dinge in seinem Geburtsort erledigen, bei denen er vermutlich keine Kajira dabei haben will. Sein erstes Mädchen hat er anscheinend bereits für ein paar Hand an seinen Bruder verliehen und nun erkundigte er sich, ob er seine andere Sklavin in dieser Zeit bei meinem Herrn in Obhut geben kann. Da ich genau weiß, wie eine Kajira sich ohne ihren Herrn fühlt, hatte ich damit selbstverständlich keinerlei Probleme, bei dem was mein Herr dem Sattler jedoch grinsend erwiderte, musste ich allerdings schwer schlucken, um nicht in Tränen auszubrechen: „Es passt mir ganz gut, deine Kajira so lange an die Kette zu nehmen... dann hab ich einen Ersatz zum Felle wärmen. Ich bin nämlich Ende nächster Hand an der Reihe, Dina für einige Zeit an die Tarnstaffel zu verleihen.“

Ein paar Hand verleihen??? Es ist wohl klar, dass mich solche Worte erschrocken nach Luft schnappen ließen und ich mir den Kopf zermarterte, worüber mein Herr dermaßen unzufrieden mit mir war, dass er mich so hart bestraft. Wenigstens gelang es mir meine Klappe zu halten, um bei ihm nicht noch mehr in Ungnade zu fallen. Während der Lederarbeiter nun anfing, seine Mädchen und ihre Vorzüge in den höchsten Tönen zu loben, wurde ich immer kleiner und trauriger. So wirklich überzeugend war mein Gestammel über die Umsicht meines breit grinsenden Herrn wohl auch nicht, mich nicht an die Torwachen auszuleihen, die sich nur halb so oft waschen wie die Rekruten der Tarnstaffel, obwohl ich natürlich versucht habe, ihm meine Dankbarkeit zu zeigen und selbstverständlich stets mein Bestes geben werde, um ihm Ehre zu breiten.

Nachdem der Sattler sich verabschiedet hatte, wurde die Miene meins Herrn sehr ernst, bevor er mich mit gerunzelter Stirn nachdenklich ansah. "Du denkst, ich verleihe dich, weil ich unzufrieden mit dir bin, Kajira? Da hast du etwas völlig falsch verstanden, meine Scharlachrote!“ Seine nun folgenden Erklärungen über seine Verpflichtungen gegenüber der Tarnstaffel, konnte ich mir allerdings nicht merken, weil mein Kajiraherz einfach zu wild klopfte und ich viel zu durcheinander war. Doch den warmen Blick meines Herrn, während seine Hand erst über die Gravur auf meinem Kragen strich und dann über eine der beiden Metallfesseln oberhalb meiner Ellenbogen, werde ich bestimmt nie vergessen und noch weniger sein Lächeln bei den Worten: „Welchen Ersatz ich mir auch immer ab Ende nächster Hand während deiner Abwesenheit suche, meine Scharlachrote... es gibt nur eine die meinen Stahl trägt.“

Montag, 8. Juni 2015

Keine besonderen Vorkommnisse

Auf dem Weg in die Stadt blieb mein Herr bei der Schmiede stehen, um seinem Freund seine Zufriedenheit über die kürzlich gelieferten Ketten mitzuteilen. Dabei bemerkte er nun auch die neue Bank, die der Schmied selbst gebaut hatte, um bei Bedarf Sitzplätze anbieten zu können. Mangels Kunden saß er die Bank jetzt allerdings zusammen mit seinem Mündel selbst ein. Darüber, dass er mir beim Schlafen auf seiner neuen Errungenschaft oder vielmehr beim Aufwachen vor kurzem einen gehörigen Schrecken eingejagt hatte, hatte ich ja schon berichtet.

Genau wie in den letzten Tagen, war es übrigens wieder sehr ruhig in der Stadt. Auch wenn mit keinen besonderen Vorkommnissen zu rechnen war, verzichtete mein Herr selbstverständlich nicht auf seinen Rundgang. Die anderen Krieger waren teilweise auf Wache, hatten sich wegen der Wärme ein schattiges Plätzchen gesucht und diverse Freie waren auf ihren Landsitzen oder hielten sich in ihren Häusern auf. 

Lustig wurde es nach der Information des Schmieds, trotz Wärme wie ein Baby geschlafen zu haben. Er erinnerte sich nämlich an die Worte seines Vaters aus seiner Kindheit, er würde wie ein Säugling schlafen und ergänzte nun breit grinsend, dass dieser Vergleich hinsichtlich Länge und Gewicht immer noch passt… allerdings nur für sein bestes Stück. 

Während das Schmied-Mündel jetzt lieber so tat, als hätte sie nichts gehört, konnte ich mir mein Kichern nicht verkneifen, auch wenn mich die Gewichtsangabe etwas irritierte. 

Doch mir blieb nicht viel Zeit, lange darüber nachzudenken, weil mein Herr natürlich auch einen Vater gehabt hatte und von ihm eine Weisheit zum Besten gab: "Scheiße Junge! Sei mal froh, dass wir den Stahl nicht nach Schwanzgröße verteilen... du dürftest sonst immer nur mit Lanzen kämpfen!" Typisch Männer und ihr Lieblingsthema… das Gejohle der beiden war natürlich groß und auch ich fiel vor Lachen fast hintenüber und das obwohl ich kniete. Nur die Herrin verzog immer noch keine Miene und schien sich auf irgendetwas auf dem Boden zu konzentrieren… naja, typisch freie Frau eben. 


Nicht allzu erstaunt war ich übrigens, als der Schmied meinem Herrn erzählte, dass seine Vormundschaft in wenigen Hand endet. Mir sowieso schon seit längerem, aber auch meinem Herrn war sofort klar, dass sich nun wohl in eine Gefährtenschaft anbahnt. So richtig damit herausrücken, wer denn der potentielle Gefährte dieses Weibs ist, wollte der Metallhandwerker jedoch nicht… er druckste ziemlich herum. Pahhh, obwohl die Bestrebungen der Frau schon seit langem so total offensichtlich sind, dass es inzwischen schon sämtliche jortsschen Pieper von den Dächern pfeifen, hat sie den Schmied anscheinend doch noch nicht komplett weichgekocht.

Ok, seine Geheimniskrämerei ist für mich durchaus nachvollziehbar, zumal ich sehr gut erinnere, wie vehement und sogar mehrfach er weit von sich gewiesen hat, jemals eine Gefährtenschaft einzugehen! Er will auch nie wieder eine Kajira an seine Kette nehmen, nachdem ihn seine letzte hintergangen und sich dann klammheimlich aus dem Staub gemacht hat. Meinem Herrn gegenüber behauptete er zwar, die Entscheidung über den Gefährten für sein Mündel sei bereits gefallen, wurde aber nicht konkreter. Ob er sich vielleicht bis zur Unterzeichnung des Vertrags doch noch ein Hintertürchen offen halten will? Na gut, womöglich ist es noch unklar, ob es zu einem Gefährtenvertrag oder doch zur Unterwerfung kommen wird… also mal abwarten.

Richtig toll fand ich übrigens, dass mein Herr seinen Rundgang schließlich Richtung Wasserfall fortsetzte. Ich liebe diesen herrlichen Flecken einfach, mit dem mich so schöne Erinnerungen verbinden und ich glaube, meinem Herrn geht es ähnlich. Daher war ich reichlich erstaunt, als er plötzlich stehen blieb und dann ziemlich enttäuscht, weil dieser wunderschöne Platz leider bereits besetzt war. Es ging stattdessen auf die Stadtmauer, wo mein Herr jedoch nicht nur zusammen mit mir die schöne Aussicht über die Stadt und das Vosktal genoss. Gleichzeitig sinnierte er nämlich darüber, sich eine Lanze zuzulegen. Ausschlaggebend für diese Überlegungen waren jedoch nicht die gerade zum Besten gegebenen Worte seines Vaters, sondern der Kampfstil, mit dem er bislang keine Erfahrungen hat.

Mich hatte nun also das Schicksal als Kriegerkajira wieder eingeholt, denn es folgte ein kleiner Vortrag meines Herrn über die unterschiedlichen Reichweiten von Lanzen und Schwertern. Meine Bemerkungen hinsichtlich der durchaus ernst zu nehmenden Schwächen von Lanzen im Vergleich mit Schwertern, haben ihn aber wohl gefreut. Er gab mir nämlich nicht nur Recht, sondern nannte mich auch „meine Kriegerkajira“, was immer ein ganz dickes Lob ist, bekam dann aber Gelüste, seine Füße hoch zu legen… 

Auch dabei kann sich eine Kriegerkajira übrigens als durchaus nützlich erweisen!^^

Samstag, 6. Juni 2015

Hitzewallungen

Um es gleich vorweg zu nehmen... nicht ich hatte Probleme mit den angenehmen Außentemperaturen, sondern einer der Krieger offensichtlich irgendwelche Hitzewallungen. Ich traf den Herrn am Hafen vor der Taverne, wo er mir sein Leid klagte, dass ihm viel zu warm sei. Hmmm, so ganz konnte ich das zwar nicht nachvollziehen, denn trotz Sklavenfeuer fand ich die Temperaturen äußerst angenehm. Aber ok, vielleicht komme ich gerade wegen meinem inneren Feuer mit Hitze besser klar und liebe sommerliche Wärme über alles.

Wobei mir auch in der kühleren Jahreszeit kaum zu kalt ist. Ich erinnere mich auch nur an ein einziges Mal im hohen Norden, als mein Herr den Sattler auf einer Reise begleitete, dass ich so heftig gezittert habe und, fast nicht zu verstehen vor lauter Zähneklappern, ihn darum gebeten habe, mir wärmere Sachen anziehen zu dürfen... vor allem Stiefel. Ich glaube fast, an einen solchen Ort mit Eis und Schnee sehnte sich der Krieger, dem tatsächlich der Schweiß von der Stirn rann.

Die angebliche Hitze... es war wirklich nur herrlich warm... hatte bei dem Getränkewunsch des vermeintlichen Hitzeopfers jedenfalls zur Folge, dass er von Alkohol in Form von Kalana, Ale oder Paga Abstand nahm und nur ein Wasser bestellte, das ich ihm frisch und kühl aus dem tiefen Brunnen herauf holte. Vorsichtshalber bot ich dem Rarius an, es ohne langes Tamtam möglichst schnell anzureichen, damit es nicht zu warm wurde, bevor es seine Kehle erreichte.

Diese Erfrischung brachte jedoch anscheinend nicht die gewünschte Wirkung, denn der Herr tat sich weiter ziemlich leid, sodass ich ihm nun vorschlug, zumindest sein Oberteil auszuziehen, um sich etwas Kühlung zu verschaffen. Es folgte zwar noch ein Vortrag über nackte Nordmänner und Traditionen richtiger Krieger, doch letztendlich fand mein Vorschlag Zustimmung... ein wirklicher Erfolg blieb jedoch weiter aus. Der Krieger wurde nämlich noch apathischer und offensichtlich desinteressiert an meiner Gesellschaft.


Aber was soll's, ich dränge mich niemandem auf, der mit Hitzewallungen offensichtlich lieber schlecht gelaunt vor sich hin döst und sich nicht ablenken lassen möchte. Ich verkniff mir daher auch den Vorschlag, im Vosk ein erfrischendes Bad zu nehmen und verdrückte mich beizeiten nach Hause… ein ausgiebiger Schönheitsschlaf hat eben auch was!^^

Donnerstag, 4. Juni 2015

Mist, wieder Gegenwind

Wie befürchtet, fegte tatsächlich ein heftiger Sturm durchs Vosk-Tal, sodass der Rückflug meines Herrn von seiner Patrouille wegen heftigem Gegenwind länger dauern würde. Nachdem meine Hausarbeiten alle erledigt waren, machte ich mich an diesem Tag daher alleine Richtung Wiese auf, um den Kriegern ein wenig bei ihrem Waffentraining zuzuschauen. Vielleicht wünschte der eine oder andere Rarius zwischendurch oder hinterher ja ein Getränk, sodass ich mich etwas nützlich machen konnte.

Puhhh, die Teilnahme am Training war offensichtlich nicht nur meinem Herrn verwehrt, auch wenn sein Ex-Mentor gerade verkündete, dass die Wiese wegen Überfüllung bald geschlossen werden sollte. Wie diese Aussage gemeint war, war bei zwei anwesenden Kriegern natürlich klar. In Anbetracht meiner angeblich zerstrubbelten Haare, stellten die beiden lustigerweise prompt ein paar Vermutungen über den Verbleib meines Herrn auf… er habe mich wahrscheinlich vorgeschickt, weil er noch geschafft in seinen Fellen liegt. Pahhh, die kennen wirklich nicht die Superkondition meines Herrn!

Wieso aus meiner nun folgenden Richtigstellung mit Information über heftigen Gegenwind dann geschlussfolgert werden konnte, dass Dina zwar der Name einer Blume ist, ich aber plötzlich ein Wind war, der meinen quasi von diesen Windstößen geschafften Herrn weggeblasen hatte, kapierte ich irgendwie nicht… musste ich aber wohl auch nicht. Für die beiden Krieger war jedenfalls klar, dass vorerst keine weiteren Rarii am Waffentraining teilnehmen würden und da es außerdem sowieso ziemlich egal ist, von wem man die Grasflecken auf der Tunika verpasst bekommt, begannen sie mit ihrem Schwerttraining.


Inzwischen hatte sich übrigens die Baumeisterin mit einer ihrer Kajirae dazu gesellt. Zum Glück fiel mir sofort ein, meine Schenkel zu schließen, sodass ich nicht gleich wieder den Unmut dieser Freien auf mich gezogen habe, weil meine Hitze ja bekanntermaßen die Blicke mancher Frauen trotz viel Gegend drum herum so magisch anzieht. Im Gegenteil, die Herrin strich mir diesmal sogar sehr sanft über meine Haare. Ich glaube, mit meinem Kriegerkajirawissen konnte ich dann sogar ein wenig Eindruck bei ihr schinden und einen Pluspunkt sammeln. Dieses hochkastige Weib hatte wirklich Null Ahnung von Waffentrainings, geschickten Täuschungsmanövern und dass es bei einem Training nicht darum geht, wer gewinnt. 


Wegen den laut aufeinandertreffenden Schwertern konnte ich übrigens so tun, als ob ich das Wettangebot dieser Gelben nicht mitbekommen hatte. Ihr Wetteinsatz war nämlich eine Larma, also in Anbetracht des üppig Früchte tragenden Larmabaums im Garten meines Herrn ziemlich uninteressant für mich. Wünsch dir was gibt es für eine Kajira aber natürlich nicht, doch ich denke meine Ablenkung hat nicht nur gut funktioniert, sondern mir noch einen weiteren Pluspunkt bei der Herrin eingebracht. Ihre Sklavin war von dem Ex-Mentor meines Herrn nämlich gerade ermahnt worden, das nächste Mal zuerst die Männer zu grüßen… er wusste anscheinend nicht, dass sie Eigentum der Herrin ist… und ich fand es nicht unwichtig, der noch in Ausbildung befindlichen Kajira etwas über die Rangordnung beim Grüßen beizubringen.

Tja, nur damit war mein Unterricht dann auch schon vorbei, denn die beiden Männer beendeten ihr Schwerttraining jetzt. Das Erste Schwert versuchte seinen Schwertbruder zwar noch zum Bogentraining zu überreden, doch das wimmelte dieser ab, weil seine Welt der Klingentanz ist. Stattdessen tönte er, meine Reflexe sind zwar hervorragend, nur meine Orientierung nicht und wurde von dem anderen darin bestätigt, dass ich nicht weiß wo das Ziel ist. Das war dann für den alten Krieger Begründung genug, sich zurückzuziehen und für das Erste Schwert, mich durch den Wald zu scheuchen. 


Die Baumeisterkajira kam nämlich nicht in Frage… ihre Herrin verlangte für jeden blauen Fleck an ihrer kostbaren Unausgebildeten zwei Silber! Genau, ich war nicht die einzige, die ihren Ohren nicht traute, aber trotzdem richtig gehört hatte. Mir blieb daher nichts anderes übrig, als nun zu beweisen, dass ich kein blondes Zuckerpüppchen bin, das beim Pusten gleich auseinander fällt. Ich legte also eiligst meine Tunika ab… der Bogenschütze war nämlich besorgt, dass sie Risse bekommen könnte… und sauste dann wie der Blitz davon, während sich die Baumeisterkajira ängstlich hinter ihrer Herrin versteckte. 


Ich bekam zwar noch 10 Ihn Vorsprung, dennoch dauerte es nicht lange und ich hörte den Krieger näher kommen. Sämtliches Haken schlagen brachte dann auch nicht mehr viel und letztendlich musste ich meine Niederlage eingestehen. Ich hatte tatsächlich mal wieder die Orientierung verloren, war im Kreis gelaufen und hatte es dem Rarius somit ziemlich einfach gemacht, mich mit seinen Übungspfeilen zu treffen. Nach weiteren zwei Übungsrunden war zwar noch mehr aus der Puste, dennoch war der Herr wohl recht zufrieden mit mir und meinte, ich hätte eine Belohnung verdient. 

Wobei er sich auch selbst belohnte, indem er mich mit einer Hand im Nacken packte, kaum dass ich einigermaßen wieder zu Luft gekommen war, um mich ins weiche Moos zu drücken. Der Reiz des Jagens und mein hell loderndes Sklavenfeuer war letztendlich nicht nur für das Erste Schwert eine Freude mit anschließender Tiefenentspannung, sondern machte meinen Herrn wieder um einige Münzen reicher. Wobei ich nicht vergessen darf, mich bei ihm wegen Mengenrabatt zu erkundigen.


Wie gut, dass ich hinter dem Krieger bis zur Trainingswiese hinterher laufen durfte, denn sonst hätte ich mich in dem dichten Unterholz bestimmt verirrt oder wäre sogar ins Netz der dicken Monsterspinne geraten. Nachdem ich mich am Brunnen schnell wieder etwas hergerichtet und meine Tunika übergestreift hatte, war der Weg in die Unterstadt dann natürlich auch kein Problem mehr für mich, allerdings kam ich nur bis zum Haus des netten Schmieds. Der Herr rief mich nämlich zu sich, damit ich meinem Herrn ausrichte, dass der Rest seiner Bestellung bereits fertig ist und wie vereinbart auf der Bank vor seinem Haus liegt… eine kleine Leckerei war für mich in dem Beutel übrigens auch dabei. ;-)