Dienstag, 16. Juni 2015

Gastbeitrag...

...von Val, dem Sattler aus Jorts Fähre! :-)))

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OOC: Dina hat mich gebeten, hier die Geschichte wie sie sich ereignet hat, aufzuschreiben *seufzt*….und manchmal kann ich ihr nichts abschlagen :)
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Unterschätzt

Ich stand an meiner Werkbank, mit dem Rücken zur Tür, als ich ein Klopfen an meiner, wegen der Wärme weit geöffneten Tür hörte. Ohne mich umzudrehen, rief ich über die Schulter nach hinten „Ist offen, komm rein!“ , da ich die neue Kajira des Hauptmanns erwartete, der ich ein Loch für einen Nasenring stechen sollte. Ich hörte sich nähernde leise Schritte und dann legte sich eine sanfte Hand auf meine Schulter. Erstaunt sah ich mich nun doch um und schaute in das verschleierte Gesicht einer unbekannten freien Frau mit hochgesteckten rötlichen Haaren. Jarcath sah kurz zu meiner Tür rein und rief von dort, er gehe Vulos schießen, ob ich auch eines will, was ich verneinte und mich wieder der Fremden zuwandte.  

Auf meine Frage, ob ich ihr helfen kann, antwortete sie, dass sie hier sei, um etwas abzuholen, was sie vor langer Zeit bei mir bestellt habe. Ich sah sie unverstehend an, als sie dann ihren Schleier herunterzog und ich das Gesicht von Sadia erkannte. Sadia war eine Wilde vom Stamm der Arquanas die ich vor wenigen Hand bei uns im Wald gefangen  und die sich mir dann unterworfen hatte, dann aber nach wenigen Tagen wieder geflohen war. Den Namen hatte ich ihr gegeben, in ihrem Stamm wurde sie wohl Hildi genannt.

Ich sah sie fassungslos an, als sie erwähnte, dass ich eine Schuld bei ihr hätte, nämlich ein Lederkleid, was sie auf meiner Handelsreise zu den Arquanas bei mir bestellt hatte. Das war jedoch vor ihrer Unterwerfung und als meine Sklavin konnte ich nicht in ihrer Schuld stehen. Das versuchte ich ihr klarzumachen und auch, was eine Sklavin zu erwarten hat, die weggelaufen ist. Ich forderte sie auf, sich auszuziehen, weil Kajirae in meinem Haus nackt sind. Als sie sich weigerte, drängte ich sie rückwärts an meine Küchenanrichte und riss ihr Oberteil in Fetzen, so dass ihre Brüste freilagen, legte ihr dann eine Hand um den Hals und drückte zu.

Als nächstes lag ich rücklings auf dem Boden. Mein Kopf schmerzte und meine Hände waren offensichtlich vor meinem Körper gebunden. Eine schöne Frau mit nackten Brüsten kniete über meinem Oberkörper und hielt mich mit ihrem Gewicht unten. Wie ich später erfuhr, hatte sie mir einen schweren Teller auf meinen Kopf geschlagen. Mir selbst fehlt jede Erinnerung daran. Schlimmer jedoch war, dass ich nicht wusste, wer und wo ich war. Auch die Frau über mir war mir unbekannt, was mich jedoch nicht abhielt, mit meinen gefesselten Händen ihre Brüste zu berühren, zu verlockend war der Anblick vor meinen Augen.

Als sie merkte, dass ich offensichtlich Gedächtnisprobleme hatte, nutzte sie diese sofort aus und erklärte mir, dass ich ihr Sklave sei und wir jetzt heimgehen werden. Sie richtete die Fetzen ihres Kleides notdürftig, so dass es nicht sofort auffiel, dass sie eigentlich halbnackt war. Dann half sie mir aufzustehen und wir verließen gemeinsam mein Haus.

Nach einem langen Weg durch die Wälder kamen wir schließlich im Lager der Arquanas an. Zwischendurch blitzten immer mal wieder Zweifel in mir auf, dass ich wirklich ihr Sklave bin, unter anderem deshalb, weil meine Kleidung keine Sklavenkleidung war. Sie erklärte mir, dass wir verkleidet unterwegs sein mussten. Ich musste das erst einmal so hinnehmen, weil in meinem Kopf offensichtlich ein ziemlich leerer Raum war. Im Lager brachte sie mich in eine tief unter der Erde liegende Höhle. Hier standen große Käfige und überall waren Vorrichtungen, um jemanden anzubinden. Mir kam es irgendwie bekannt vor, so als ob ich schon mal hier gewesen bin, das machte ihre Erklärung, dass wir zu Hause sind ein wenig glaubhafter. 

Ich musste dann meine „Verkleidung“ ausziehen und auch sie selbst schlüpfte aus ihrem zerrissenen Kleid und ihren Schuhen. Wegen dieses Kleides und der Gefahr in die ich sie dadurch gebracht hatte, weil sie so aus der Stadt musste, verpasste sie mir nun mehrere heftige Hiebe mit der Peitsche über meine Brust. Der brennende Schmerz musste irgendwas in mir ausgelöst haben….ich nannte sie mit einem mal „Sadia“. Als ich selbst da drüber nachdachte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich durchblickte das perfide Spiel, welches sie bis eben mit mir veranstaltet hatte.

Hildi reagierte ziemlich unsicher, fast devot auf mein zurückkehrendes Gedächtnis. Ich ging wortlos zu dem Kleiderstapel und zog mich wieder an. Sie war ziemlich erstaunt über meine ruhige Reaktion, waren wir beide hier unten doch alleine und sie unbewaffnet, so dass es ein leichtes für mich als Mann gewesen wäre meine Wut an ihr auszulassen. Ich forderte sie aber nur ruhig auf, uns hier raus zu bringen und kündigte ihr damit auch an, dass ich sie jetzt mitnehmen würde. Zu meinem Erstaunen schaute sie mir ernst in die Augen und sagte nur ein entschlossenes „Nein“. Wütend trat ich dicht an sie heran und legte ihr wieder meine Hände um den Hals, nicht daran denkend, dass so eine Situation schon mal schief gegangen war. 

So kam ihre Reaktion für mich völlig überraschend. Blitzschnell ließ sie ihre Hände hochschwingen und schlug mir damit auf beide Ohren. Mein Kopf schien zu explodieren, ich taumelte rückwärts von ihr weg und ging zu Boden, unfähig etwas anderes, als diesen wahnsinnigen Schmerz zu bemerken. So entging es mir auch, dass Hildi in der Zwischenzeit offensichtlich von oben ihre Waffen geholt hatte. Irgendwie hatte ich ein deja vu, als sie dann schon wieder mit baumelnden Brüsten über meinem Oberkörper kniete. Der Unterschied zu der Situation in meinem Haus war jedoch die Klinge einer Machete, die unangenehm auf meinen Hals drückte. 

Um es kurz zu machen…ich befand mich umgehend in einem der Käfige und die Tür war verschlossen. Dass ich sie dann Kajira nannte, war wohl nicht so geschickt von mir und führte dazu, dass sie mit aufgelegtem Pfeil mit ihrem Bogen durch die Gitterstäbe auf mich zielte. Seufzend musste ich mich erneut ausziehen und meine Kleidung nach draußen werfen. Langsam ging mir diese dauernde An- und Auszieherei auf die Nerven. Sie verschwand dann nach oben und ich versuchte fröstelnd ein wenig zu schlafen.

Am nächsten Morgen wurde ich von einem fast nackten, kräftigen Sklaven geweckt. Naja….immerhin hatte er ein wenig mehr an als ich fiel mir dann ein. Hildi kam dazu und der Sklave fesselte mir auf ihre Anweisung hin die Hände und brachte mich nach oben. Befreit atmete ich die warme, frische Luft oben ein. Da ich schon wieder meine Klappe nicht halten konnte und Hildi Sadia nannte, fing sie nun an, mich „9“ zu nennen. Mein Vorschlag, dass wir beide mit den Kindereien aufhören sollten, kam wohl etwas spät. Hoch angerechnet habe ich Hildi, dass sie den Sklaven harsch zurecht wies, als er mich wiederholt mit „Sklave“ ansprach. Sie machte ihm unmissverständlich klar, dass ich Gefangener und nicht Sklave sei und ließ mir durch ihn sogar ein Wasser bringen.

Irgendwie gelang es mir  trotzdem schon wieder, Hildi zu verärgern. Dabei war das gar nicht gewollt von mir. Wir haben offensichtlich ziemlich konträre Ansichten über ihren Status und meine Besitzansprüche an sie. Ich habe sie ja nicht verkauft, sondern sie ist bei mir weggelaufen, also gehört sie noch immer mir. Fand Hildi jedenfalls nicht und ihre Verärgerung äußerte sich dann darin, dass sie mir mit ihren Fingernägeln die Striemen auf meiner Brust aufkratzte und mir dann Salz in die Wunden rieb. Zum Glück ließ sie dann von mir ab, als die Handelsglocke am Tor läutete und ich eine vertraute Stimme von draußen hörte. Offensichtlich stand unser Hauptmann vor dem Tor.

Um es kurz zu machen, da die weitere Geschichte ja schon von Dina geschrieben wurde…dank der Hilfe von Kin und Lucius gelang uns allen die Flucht. Dina hat wohl ein paar leichte Schrammen abbekommen, aber sonst sind wir wohlauf wieder in Jorts Fähre gelandet. Danke an unsere heldenhaften Krieger und ganz besonders an Dinas Herrn, der wohl Hildi noch mit seinen Pfeilen getroffen hat.

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OOC: Ich habe ja nun nicht das erste Mal mit Hildi gespielt, aber ich war erneut begeistert von ihrem Rollenspielverständnis. Wir haben uns mehrfach RP-Kämpfe geliefert und sie waren für mich eigentlich immer offen bis zum Schluss und damit äußerst spannend. Sie gehört zu den Spielerinnen, die auch verlieren können und das nicht OOC als Niederlage ansehen. Apropos OOC….das gab es einfach nicht zwischen uns beiden. 

Es gibt ja viele Spieler, die RP mit Panthern ablehnen und auch ich hatte früher Vorurteile. Von diesen haben mich die Arquanas und hier besonders Hildi geheilt. Danke an alle Beteiligten.

Kommentare:

  1. Ein paar kleine Korrekturen:
    1) Das war keine Flucht von uns, denn Krieger aus Jorts Fähre fliehen nicht. Wir stießen in eine durch feindliche Stellungsfehler entstandene Lücke rückwärts vor und traten nach erfolgreicher Befreiung dann den geordneten Rückzug an!
    2) Während dem geordneten Rückzug wurden wir tatsächlich von Hildi verfolgt und ich ließ mich auch tatsächlich zurückfallen, um mich darum zu kümmern. Allerdings nicht mit Pfeilen; die Panther hatte die Ehre, von meinem Stahl getroffen zu werden.

    Um zum ganzen RP auch mal (OOC) meinen Senf abzulassen:
    Ich fand das ganze Befreiungs-RP sehr spannend und von allen gut gemacht (dass plötzlich Verstärkung auftaucht, da bin ich großzügig, sowas kann man keiner Gruppe verdenken, auch wenn man sich in der Situation natürlich ärgert). Insbesondere dass der (un)heimliche, kommunikative Blickkontakt zwischen Val und mir so gut funktioniert hat und dass dieser Teil des RPs auch von den Arquanas (ohne Meckern!) akzeptiert wurde, hat mich, zugegeben, positiv überrascht!

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  2. Schön geschrieben Val, du solltest öfter mitbloggen :) So bekomme ich wenigstens mit, was in Jort's zur Zeit so los ist.

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