Freitag, 12. Juni 2015

Wille und Macht ohne Wenn und Aber

Es war noch gar nicht richtig hell und das Zentralgestirn ging gerade erst hinter den Bergen auf, als mein Herr leider schon aus seinen Fellen musste, um rechtzeitig seinen Frühdienst anzutreten. Er legte sich später nach seiner Heimkehr dann aber noch für ein kurzes Schläfchen hin, sodass ich mich leise nach draußen verdrückte, um ihn nicht zu stören.


Bei dem schönen und vor allem sehr warmen Wetter, war mein Ziel der Bach. Für den Vosk gilt für mich leider weiterhin Badeverbot, das ich egal wie toll man dort schwimmen kann, ohne Wenn und Aber selbstverständlich zu respektieren habe, denn es ist der Wille meines Herrn. Als ich mich dann sauber und erfrischt von meinem Bad, bei dem außer ein paar neugierigen Verr niemand zugeschaut hatte, leise zurück ins Haus schlich, stellte ich fest, dass mein Herr zwar noch etwas träge aussah, aber inzwischen doch so wach, um mich lächelnd zu sich zu winken, damit er über meinen Kragen streichen konnte. 


Diese für ihn sehr typische Geste mag ich total gerne und hielt daher mit klopfendem Herzen ganz still. Doch wie immer war dieses schöne Gefühl viel zu schnell vorbei und mein Herr befahl mir, etwas Schönes anzuziehen. Er nannte mir sogar genau, was er an mir sehen wollte… das vorne offene rote Teil und unten den goldfarbenen Schmuck, um mögliche Blicke echauffierter freier Frauen zumindest etwas von meiner Hitze abzulenken.

Eigentlich war mir ja durchaus klar, was genau gemeint war, dennoch zog ich erst einmal zwei andere Kleidungsstücke an, die vorne ebenfalls offen sind. „Hab ich mich unklar ausgedrückt, Kajira?“, beendete dann jedoch meine kurze Modenschau sehr schlagartig und zauberte nur wenige Wimpernschläge später genau das rote Teil aus der Kleiderkiste zutage, von dem mein Herr gesprochen hatte. 

Seine sanften Berührungen, mit denen er noch etwas an dem dünnen Stoff herumzupfte und das Tal zwischen meinen Brüsten entlang fuhr, ließen natürlich mein Sklavenfeuer schlagartig lichterloh brennen, während ich versuchte, mich meinem Herrn möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Vielleicht würde mir ja gelingen......... Sein Fingerzeig in der nächsten Ihn bedeutete jedoch, mich vor ihn zu knien, was ich selbstverständlich sofort tat. Wie immer in solchen Situationen ging mir durch und durch, welche Macht er über mich besitzt und wie ausgeliefert ich ihm bin. 

Mit vor Aufregung leicht geröteten Wangen versuchte ich nun, mich auf eine Fuge in den Bodendielen vor mir zu konzentrieren und wagte kaum Luft zu holen, als er stumm um mich herum ging und hinter mir stehen blieb. Dann spürte ich, dass meine Ellenbogen zusammengedrückt wurden, dem ich mich selbstverständlich nicht widersetzte, und hörte schließlich ein leises Klicken. Mein Herr hatte die metallenen Fesseln hinter meinem Rücken verschlossen.

„Immer ungefesselt herumlaufen ist doch langweilig… oder Kajira?“, war natürlich eine Feststellung und keine Frage an mich, auch wenn er seine Stimme leicht anhob. Ich bin immer glücklich, wenn ich meinen Herrn erfreuen darf, dabei ist es egal womit. Wenn es sein Wille ist, dass ich gefesselt bin, dann trage ich Fesseln und zwar mit Demut und Hingabe, aber auch mit dem schönen Gefühl, dass meinem Herrn gefällt, was er an seinem Eigentum sieht. Dabei kann ich meistens gewisse rotseidene Gefühle in meinem Innern nicht verhindern, denn ich liebe es nun mal, meinem Herrn so hilflos ausgeliefert zu sein. 

Doch bevor mir jetzt zu warm werden konnte, verkündete er leider, dass nun erst einmal ein Stadtrundgang angesagt ist. Er wollte sehen, wie weit die Abreisevorbereitungen der Baumeisterin sind. In der Stadt war es übrigens erstaunlich ruhig und von irgendwelchem Kisten- und Gepäckgeschleppe, geschweige denn von der Gelben war nichts zu bemerken, sodass wir schließlich ohne weitere Vorkommnisse die Stadtmauer erreichten. 

Beim Seil mit den Alarmglocken, glaubte ich meinen Herrn darauf hinweisen zu müssen, dass ich mit auf dem Rücken gefesselten Händen dort nicht dran komme und im Notfall bestenfalls versuchen kann, mit den Zähnen das Seil zu packen. Eigentlich klar, dass damit ein kurzer Test meiner Reichweite herausgefordert war, bei dem ich fast vornüber fiel, weil mein Herr meine hinten gefesselten Arme auf eine zuletzt ziemlich schmerzhafte Weise hochdrückte, der meine Vermutung dann letztendlich aber bestätigte.

„Hast du gedacht, an sowas denke ich nicht, Kajira?“, fragte er verdächtig ruhig, wartete jedoch keine Antwort ab, sondern ließ stattdessen einige ziemlich fiese Schläge auf mein immer noch herausgestrecktes Hinterteil sausen, bei denen sich die Farbe meines Allerwertesten vermutlich etwas dem Rot meines Kleidungsstücks anpasste. 

„Ich dachte vor allem daran, dass du deinen Mund noch verwenden kannst, Kajira... ich hätte dich auch knebeln können... du bist bestimmt dankbar dafür, dass ich dir deinen Mund noch gelassen habe, hm?“, waren Worte, die mich sofort mit tief gesenktem Kopf niederknien ließen, bevor ich dann Gelegenheit erhielt, meine Dankbarkeit mit aller mir zur Verfügung stehenden Hingabe beweisen zu dürfen.

In der Stadt blieb es anscheinend weiter ruhig, denn außer gelegentlich einem leisen, sehr genüsslichen Seufzen, das eine oder andere wohlige Grunzen, das allmählich dann in ein irgendwie unterdrückt klingendes Keuchen überging, drang eigentlich in der Dunkelheit unter dem Tunikarock meines Herrn nichts an mein Ohr. Naja, und warum er plötzlich sehr laut und deutlich stöhnte, war mit dem, was ich nun schlucken durfte, natürlich offensichtlich. 

Doch in meiner hingebungsvollen Blindheit lag ich mit dieser Annahme etwas daneben. Sofort nach dem lauten "AAAAAAAhhhhhhhhhhh….“ seiner Erleichterung, hörte ich die Stimme meines Herrn nämlich richtig laut und kasernenhofmäßig  donnern: „Krieger Heinz!! Steh auf Wache gefälligst gerade!! Die Stadtmauer steht auch von alleine!!"

"Na, das hat sich doch gelohnt, dass ich dich noch nicht geknebelt hatte." Breit und offensichtlich sehr zufrieden grinsend, griff mein tief entspannter Herr nun in eine Tasche an seinem Gürtel, um den Ballknebel herauszuholen, den er seinerzeit beim Sattler für mich gekauft hatte, während ich selbstverständlich sofort meinen Mund öffnete, damit er den ledernen Ball zwischen meine Lippen schieben konnte… bei den Wünschen meines Herrn gibt es wie gesagt für mich nun mal kein Wenn und Aber. 


Dementsprechend stumm war ich dann logischerweise auch auf dem Rückweg, als mein Herr noch einen kurzen Zwischenstopp auf dem Marktplatz einlegte, wo vom Ersten Schwert gerade Bestellungen für Vulos entgegengenommen wurden.

Tja, die hohen Herren im Sardar waren der Vulojagd tatsächlich wohlgesonnen und der Krieger klopfte schneller als erwartet an die Haustür meines Herrn. Leider ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, zu dem ich… äähhhmmm… und auch mein Herr… also wir beide nicht so einfach zur Tür konnten. Er hatte vorher nämlich nicht mal Zeit gehabt, seine Waffen abzulegen, was mir aber eigentlich gar nicht aufgefallen war, weil er mich gleich hinter der Haustür......

Jedenfalls waren wir dann auf dem Pagafass mit etwas sehr Wichtigem sehr schwer beschäftigt, das sich nicht so einfach unterbrechen ließ. Naja, und da die Viecher nicht in den Briefkasten passen, zeigte sich erneut, wie praktisch die Bank vorm Haus ist!^^

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