Mittwoch, 15. Juli 2015

Ein Fehlgriff?

Mein Herr hatte diesmal den schönsten Anblick des Tages… genau, so drückte er sich tatsächlich aus... etwas ausgiebiger genießen können. Seine grauen Augen waren nämlich sehr intensiv über meinen nackten Körper gewandert, während er sich mit mir über Dies und Das unterhielt. Doch dann kam netter Besuch vorbei und er wandte sein Augenmerk dem heimgekehrten Krieger zu, der inzwischen in das Haus hinter seinem eingezogen war. Nach einer sehr freundlichen Begrüßung gestand der Herr, halb verhungert zum Nörgeln und Schnorren von Essbarem vorbeigekommen zu sein. Der Ärmste beklagte sich über seinen Fehlgriff, ausgerechnet die einzige Frau auf Gor als Gefährtin erwischt zu haben, die nicht kochen kann und befürchtete, fast nur noch ein Strich in der Landschaft zu sein... was aber eigentlich nicht stimmte, denn ich fand, dass er immer noch so gut gebaut war wie früher.


Tja, für mich bestätigte sich jedenfalls mal wieder, dass ein Mann keine Gefährtin braucht, sondern eine Kajira! Ziemlich belustigt über die fehlenden Kochkünste der Herrin lud mein Herr seinen Schwertbruder sofort zu Obst und Paga ein, was mich etwas irritierte, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass der ausgehungerte Krieger sich nach Obst wirklich satter fühlen würde. Doch kaum war ich Richtung Küche davon gesaust, bemerkte mein Herr seine Fehlentscheidung und rief mir lachend hinterher: "Kajira, bring auch noch Brot und Speck mit!" Übrigens nicht nur bei dieser Ergänzung zur Bestellung zeigte sich, wie vorausschauend es von mir gewesen war, die Haustür offen zu lassen, während ich das Essen zubereitete. Andernfalls wäre mir womöglich die Frage meines Herrn an seinen Nachbarn entgangen, ob das Weib wenigstens in den Fellen gut ist, wo sie schon nicht kochen kann. 

"Naja, wie soll sie in den Fellen schon sein… unerfahren und wie eine Freie halt. Aber es hätte schlimmer kommen können, die vier Märkte schaff ich schon“, beendete dieses Thema, sodass ich mich nun beeilte, den Paga zu servieren und mir dabei selbstverständlich nicht anmerken ließ, dass ich gelauscht hatte. Die beiden Herren sprachen über alte Traditionen und Ehre, die man hat oder eben nicht und wie schnell eine einst stolze und starke rote Kaste, die auf halb Gor gefürchtet und auf der anderen Hälfte geachtet ist, durch den Wahn einer Frau zugrunde gerichtet werden kann. Über die Oase der vier Dummschwätzer, die Oase der zwei Brotmesser und die Schande am Fayheen mit ihren Weibern, die nicht wissen wo ihr Platz ist und Männer, die es entweder auch nicht wissen oder zu schwach sind, um diese Frauen zurechtzuweisen, waren sie sich jedenfalls ziemlich einig und über mich irgendwie auch.


Der Krieger lächelte mich an. „Unglaublich, du bist immer da, Dina… schon an meinem ersten Tag in Jorts Fähre habe ich dich gesehen und jetzt bei meiner Heimkehr wieder… das ist unglaublich!“ Zum Glück gesellte sich in dieser Ehn seine Gefährtin dazu und rettete mich. Auch wenn ich mich über seine Worte und natürlich besonders über die meines mit mir sehr zufriedenen Herrn wahnsinnig gefreut habe, machten sie mich ganz schön verlegen. Nach einem Blick auf ihren Schinkenbrote vertilgenden Gefährten lenkte die Herrin jedenfalls von mir ab und war offensichtlich froh, dass ihr die Verpflegung den Kochkurs erspart hatte. Es war ihr vor allem anscheinend wichtig, sich zu erkundigten, ob mein Herr sich als Testobjekt für ihr neues Massageöl zur Verfügung stellt… wobei sie das Massieren selbstverständlich mir überlassen wollte. Die Freie ist nämlich eine Parfümhändlerin.

Der skeptische Blick meines Herrn besagte eigentlich ziemlich viel oder sogar fast alles, doch nach einigem Hin und Her über Männerparfüm aus Blut, Schweiß und Dreck, diverse andere Testmethoden, die nach Erörterung mit seinem Schwertbruder letztendlich jedoch alle wieder verworfen wurden, nahm er das Testfläschchen dann tatsächlich entgegen und stellte es neben sich auf die Bank. "Das Öl wird mein nächstes Bad sicher... bereichern...", ließ er auch nur recht zögerlich verlauten. Tja, also mal abwarten… zumindest an diesem Abend verzichtete er auf Bad und Massageöl, auch wenn meine zarten Hände es selbstverständlich sehr sanft auf seiner Haut verrieben hätten.^^

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen