Dienstag, 21. Juli 2015

Spannerpaga für Sicherheitsspanner

Gleich beim Eintreffen meines Herrn auf der Gasthausterrasse gab es erst einmal zwei fremde Kajirae zu mustern, die dem Ersten Schwert und dem Krieger von der Brauerei anscheinend vor kurzem zugelaufen waren. Während eine der Sklavinnen neben ihrem am Tisch sitzenden Eigentümer auf dem Bauch lag, plagte sich der Hauptmann mit der anderen herum, was sich trotz Knebel und Fesseln nicht so ganz einfach gestaltete und vom Brauereikrieger war weit und breit nichts zu sehen. Der Hauptmann schien daher ganz froh zu sein, dass mein Herr einverstanden war, mich zur Schmiede zu schicken, wo ich in Erfahrung bringen sollte, ob der Schmied Zeit für ein Branding hatte… vielleicht erhoffte er sich das äußerst aufmüpfige Mädchen hinterher etwas kleinlauter, denn der Knebel half nicht so wirklich.

Leider schwante mir vor der Schmiede sogleich, dass ich womöglich einen ungünstigen Zeitpunkt erwischt hatte. Der Schmied war zwar da, hatte es sich jedoch auf seinem Stuhl vor dem Schleifstein gemütlich gemacht und sah aus, als würde er ein kleines Nickerchen halten. Erfreulicherweise lag ich mit meinen Befürchtungen aber daneben. Auf meine geflüsterte Begrüßung reagierte der Herr nämlich sofort und als er von mir dann auch noch erfuhr, dass es sich um die schwarzhaarige Wilde mit der dunklen Haut handelte, schien er nicht nur prompt hellwach zu sein, sondern total begeistert… glaub ich jedenfalls. Er sprach merkwürdigerweise nämlich von SEINER kleinen Panther, für deren Kef er schon das Feuer angeheizt hatte.

Zurück beim Gasthaus, wurde mir klar, dass es mit dem Schmiedekajirus wohl ein Missverständnis gegeben hatte. Doch einigermaßen froh darüber, diese trotz Knebel und Fesseln anstrengende Ungezähmte abliefern zu können, war sich der Hauptmann nicht zu schade, sie dann eben selbst zum Schmied zu bringen. Da mein Herr sich das Schauspiel mit diesem vor Wut schnaufenden und knurrenden Fang nicht entgehen lassen wollte, folgte er dem Hauptmann, sodass ich dort dann endlich Gelegenheit erhielt, die Ware etwas genauer zu mustern, die übrigens nicht nur wild und unerzogen war, sondern am ganzen Körper auch total beschädigte Haut hatte. Falls man ihr überhaupt Benehmen beibringen kann, wird sie mit solchen Bemalungen bestimmt keinen guten Preis erzielen.

So mitfühlend wie sich der Schmied nun wegen des verdreckten, mit Öl verschmierten Knebels im Mund der Panther benahm… der Hauptmann hatte nämlich einfach sein ekeliges Waffenreinigungstuch verwendet, um das Generve der Wilden zumindest etwas zu dämpfen… schien er tatsächlich etwas für die Dunkle übrig zu haben. Er fand im Gegensatz zu meinem Herrn und dem Hauptmann auch ihre Hautbemalungen nicht schlimm Naja, Geschmäcker sind verschieden und ich bin ganz froh, dass solch eine anstrengende Sklavin wohl nie an die Kette meines Herrn gelangen wird… zumindest nicht lange. 

Komischerweise hatte der Schmied an diesem Tag plötzlich Konzentrationsschwierigkeiten und warf alle hinaus, die nichts mit seiner Arbeit zu tun hatten. Keine Ahnung, ob die Überlegungen meines Herrn und des Hauptmanns die Ursache dafür waren, ob Schlachtgetümmel nun Musik oder doch lauter als eine Kajira ist, der ein glühendes Eisen auf den Schenkel gedrückt wird? Tja, Pech war nur, der Schmied hatte nicht bedacht, dass sich die Zuschauer nun taktisch klug mit direkter Sicht auf das Ziel vor der Schmiedemauer positionierten. Krieger sind selbstverständlich immer im Dienst und spannen natürlich nicht einfach nur so, sondern in diesem Fall rein aus Sicherheitsgründen und Verantwortungsbewusstsein. 


Freundlich wie der Schmied ja immer ist, hatte er schließlich aber doch noch ein Einsehen mit den beiden Sicherheitsspannern aus der roten Kaste und ließ ihnen von seinem Kajirus Spannerpaga servieren… na, wenn das kein Service für Zaungäste ist! Kein Wunder eigentlich, dass nun mit befeuchteten Zungen die Fachsimpelei über die Zähmung dieser Sklavin weiterging, vor allem wie hart man sie dafür in den Fellen rannehmen muss… der Hauptmann hielt mit seiner Expertenmeinung jedenfalls nicht hinter den Berg. Interessant fand ich auch, dass der Schmied schließlich nach getaner Arbeit bei der Rückgabe der Ware an den Hauptmann behauptete, nicht in das Mädchen verliebt zu sein, sondern sie nur deswegen kaufen will, weil er neugierig ist, wie ihre Hautbeschädigungen im Feuerschein aussehen! 


Oha, ich erinnere mich noch sehr gut an die Aussagen des Herrn „NIE wieder eine Kajira!“ und vor allem „NIEMALS eine Gefährtin!“. Doch daran habe ich sowieso nicht wirklich geglaubt und gönne ihm seine beiden Weiber natürlich. Einen Gefährtenvertrag hat er inzwischen ja nun schon unterschrieben und es schien ihm auch ganz gut in den Kram zu passen, dass der Hauptmann die Ungezähmte vor dem Fortsetzen seines Rundgangs loswerden wollte. Er erteilte ihm nämlich den Auftrag, die Kajira bis zur Rückkehr des Brauereikriegers in Obhut zu nehmen. 

Kurz bevor der Aufpasser der Dunklen Richtung Hafen verschwand, gesellte sich noch der Sattler dazu, um irgendetwas abzuholen, das der Schmied für ihn angefertigt hatte. Da der Lederarbeiter meinen Herrn länger nicht gesehen hatte, nutzte er die Gelegenheit für einen kleinen Plausch und erkundigte sich nach seinem Befinden. „Ach das Übliche... lange Ritte und so. Und übrigens, ich habe jetzt ein Mündel“, war selbstverständlich eine Neuigkeit, die einschließlich der Unterbringung dieses Weibs in der Mündelherberge… also im Schmiedekontor… etwas näher erläutert werden musste, während ich neugierig die auf Ravis Brüsten sich deutlich abzeichnenden Striemen musterte. 

Leider bekam ich nicht mehr genauer heraus, wie sie dazu gekommen war, denn ich hörte natürlich dem Gespräch der beiden Männer zu und konnte mal wieder meine Klappe nicht halten, als mein Herr dem Sattler von der Heimkehr des hinter seinem Haus wohnenden Kriegers erzählte und von dessen mit Parfüm und Duftölen handelnden Gefährtin. Ganz plötzlich platzte nämlich aus mir heraus, dass mein Herr jetzt Testdufter ist. Das war nicht nur total doof ausgedrückt, sondern er hat ja auch noch gar nicht getestet, die Neugier des Sattlers war jedoch geweckt. Mein Herr stellte natürlich schnell klar, dass die Parfümhändlerin ihm zum Testen ein bislang allerdings noch unbenutztes duftendes Massageöl geschenkt hatte und dass er für Massagen meine sanften Hände bevorzugt … und zwar pur, ohne künstlichen Duft. 


Die beiden Männer waren sich jedenfalls sehr einig darüber, für männliche Düfte kein Geld auszugeben. Selbstverständlich wäre es äußerst fatal, wenn ein Krieger beim Anpirschen im Wald oder beim Stehen in der Schlachtreihe zu gut riecht... der Mann und die ganze Kompanie könnten ruckzuck wegen zu viel unnatürlichem Duft ihr Leben verlieren! Doch den Priesterkönigen sie Dank, diese Gefahr besteht wohl nicht, denn die beiden Herren haben keine Probleme mit ihrem unparfümierten Geruch… Ravi und ich ja sowieso nicht… und wenn er ihnen mal nicht passt, wissen sie sich auch ohne Duftöl sehr gut zu helfen. Übrigens gefällt mir die eine Methode meines Herrn ganz besonders! ;-)))

1 Kommentar:

  1. Hihoo.... wie immer wundervoll geschrieben.. es grüst der "schmied"

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