Montag, 31. August 2015

Zuwachs in Jorts Fähre

Nein, (noch) kein Zuwachs in der Händlerkaste durch den so ungeduldig erwarteten Kindersegen im Haushalt des ersten Händlers, sondern in der roten und der blauen Kaste... der Neffe des Hauptmanns und die seit einiger Zeit in der Stadt wohnende Schreiberin haben ihren Schwur auf den Heimstein von Jorts Fähre abgelegt. Wobei ich gestehen muss, die Zeremonie ging fast gänzlich an mir vorbei.

Mein Herr war nämlich von seiner langen Patrouille endlich zurückgekehrt, sodass ich vor Glück einfach nicht mehr in der Lage war zuzuhören und das Gefühl hatte zu schweben. Nur logisch also, dass ich mich vorsichtshalber lieber ganz dezent und unauffällig an das Bein meines Herrn anschmiegte... sicher ist sicher. Trotzdem bekam ich erstaunlicherweise jedoch mit, dass nicht der Händler die Zeremonie abhielt, weil er doch seinen Ratssitz abgegeben hat, seitdem er so viel reisen muss und auch jetzt anscheinend schon wieder auf dem Sprung war.


Als Ratsmitglied und vielleicht auch wegen seines rotkastigen Verwandten hielt diesmal also der Hauptmann die feierliche Ansprache, bevor erst die Schreiberin und dann der Krieger vor den Heimstein traten, um ihren Schwur abzulegen.

In der besonders festlich geschmückten Arena reihten sich für die anschließende Feier jede Menge Getränkefässer mit Paga, Ale und Kalana aneinander, während sich die Tische unter den überreichlich aufgetischten Speisen bogen... die Herrschaften hatten keine Kosten gescheut.

Samstag, 29. August 2015

Trubel zwischen Brauereikesseln

Schon von weitem konnte ich erkennen, dass der Marktplatz leer war, sodass ich mich noch ein paar Versuchen meiner Übungen im Pfeifen hingab, während ich gemächlich weiter trödelte. Doch außer mehr oder weniger laut zischenden Geräuschen und etwas Spucke, die zwischen meinen im Mund steckenden Fingern heraus lief, brachte ich nichts heraus... schade, aber mal abwarten, so lange übe ich ja noch nicht und wurde jetzt eh unterbrochen. Der Brauereikrieger genoss den Abend auf der Bank vor seinem Haus und war offensichtlich meiner Gesellschaft nicht abgeneigt, weil er nun nicht mehr aufstehen musste, um an sein geliebtes Ale zu kommen. Leider blieb jedoch nicht allzu viel Zeit für einen besonders rotseidenen Serve, nachdem der Neffe des Hauptmanns aufgetaucht war und natürlich auf ein Ale eingeladen wurde... die beiden Herren haben bezüglich ihres Lieblingsgetränks nämlich den gleichen Geschmack. 

Wobei sich herausstellen sollte, dass ihre Geschmäcker auch bei Kopfbedeckungen nicht weit auseinander sind. Da der Brauer die ganze Hand auf Spätwache gewesen war und keinen Gasthaustratsch mitbekommen hatte, wollte er von mir nun nämlich wissen, was es denn Neues zu berichten gab. Vorher erkundigte er sich aber noch nach meinem Herrn, der ja leider immer noch nicht von dieser ewig langen Patrouille zurück ist. Wie gut, dass der nette Brauereibesitzer mich von meinen schlagartig sehr trübe werdenden Gedanken sofort ablenkte, indem er mir erzählte, dass eines der Fässer ein Sklavenfass ist. Ein was??? Mir schwante schon das Schlimmste, doch grinsend wies der Herr mich an, mich auf das Fass zu setzen, anstatt auf den Bodenplatten zu knien, um meine Knie zu schonen. 


Oha, welch ein Komfort für eine Kajira, allerdings gab ich noch zu Bedenken, dass es mir eigentlich nicht zusteht, auf diesem Fassthron hockend, auf die beiden Männer herunter zu schauen. Doch der gut gelaunte Krieger meinte einfach nur zufrieden übers ganze Gesicht grinsend: "Mach nur Dina, hier gelten meine Gesetze... die Gesetze der Brauerei... du eignest dich bestens als Fassfigur." Nachdem ich also nicht drum herum kam, auf diesen Fassthron zu klettern, forderte er mich auf, ihm Näheres darüber zu erzählen, warum das Erste Schwert beim Bauern wegen unterschiedlicher Kleidervorstellungen bei Wärme angeeckt war. Selbstverständlich kam ich diesem Befehl so objektiv es ging nach und schaffte es wohl auch ganz gut, mir meine Meinung dazu zu verkneifen. Zwar kann niemand einer Sklavin verbieten, sich ihren Teil zu denken, nur sollte sie sich damit zurückhalten, sofern sie nicht gefragt wird.

Er fand es jedenfalls sehr weise vom Ersten Schwert, dass er so verhalten und zurückhaltend reagiert hatte, denn für mich war es eigentlich eine ziemliche Anmaßung, einem Mann seine Kleidung vorzuschreiben. Wobei ich die internen Regelungen innerhalb der roten Kaste natürlich nicht kenne, die es den Kriegern aus Jorts Fähre möglicherweise verbieten, mit nacktem Oberkörper durch die Stadt zu laufen oder auf der Gasthausterrasse zu sitzen, um sich damit optisch von irgendwelchen halbnackten Dörflern aus dem Norden zu distanzieren. Klar wurde jedenfalls, wie verschieden Geschmäcker sein können. Der Krieger von der Brauerei behauptete nun nämlich, man müsse anerkennen, dass der Bauer einen ausgezeichneten Geschmack hat und immer fesch gekleidet ist... in der Hutmode sogar führend. Wie gut, dass er dabei ganz schelmisch grinste und noch hinzufügte, er habe schon Stimmen gehört, die dauerhaft getragene Kopfbedeckungen aus Blech als Angsthut bezeichnen.


Das Thema war mit lautem Rumpeln und einem sich offensichtlich leidtuenden Händler dann aber beendet, der vom Hafen kommend ein großes Fass mit weißem Kalana anrollte, das er offensichtlich aus Cos beschafft hatte. Selbstverständlich ergänzte ich meinen Gruß mit einer Erklärung, warum ich oben auf dem Fass thronte, konnte damit jedoch nicht verhindern, dass seine flache Hand im Vorbeigehen meinen Hinterkopf anditschte, gefolgt von einem gebrummten Kommentar, ich soll keinen Blödsinn erzählen. Eiligst beendete ich daher mein Dasein als Fassfigur und kniete mich wie immer auf den Boden. Während sich nun der Neffe nach dem Preis des angelieferten Kalanas erkundigte, er war nämlich für die Feier nach dem Heimsteinschwur in der nächsten Hand gedacht, bei 5 Silber ziemlich blass wurde und kleinlaut davon sprach, er habe doch nur ein Fässchen haben wollen, beeilte ich mich, dem Händler als Nervenberuhigung einen Paga zu servieren.

Obwohl mir ja bekannt ist, wie wichtig dem Herrn sein Paga in einer Schale ist… er lehnt es ab, ihn wie alle anderen Männer in Jorts aus einem Becher zu trinken, wählte ich diesmal trotzdem einen. Für eine Schale hätte ich nämlich ins Gasthaus laufen müssen und das erschien mir in Anbetracht der Preisdiskussion und der sich auf der Händlerstirn bildenden Falte nicht allzu vorteilhaft. Tja, falsch gedacht... zum Schweiß vom Fassrollen kam jetzt nämlich außer der weißer Wein aus Cos ist nun mal so teuer Falte noch eine besonders drohende auf der Händlerstirn hinzu, während der Herr mich ungehalten anfunkelte, seine Hand sehr unangenehm meine Haare packte und der Pagabecher nebst Inhalt auf dem Boden landete, wo sich eine große Pfütze bildete. Dass ich nach seiner wütenden Ermahnung umgehend wie ein geölter Blitz davon sauste, um die gewünschte Schale aus dem Gasthaus zu holen, darüber kann ich mir die näheren Erläuterungen wohl verkneifen.


Nachdem ich dieses oberwichtige Trinkgefäß dann das zweite Mal mit Paga gefüllt hatte, beruhigte der Herr sich schließlich einigermaßen wieder, sodass ich mich um die anderen, inzwischen  halb verdursteten Herren kümmern konnte. Die beiden mittlerweile aufgetauchten Mädchen der Sklavenhändlerin, verzogen sich nämlich Richtung Gasthaus, um dort aufzuräumen, nachdem die eine ihrer Herrin ein Getränk serviert hatte. Übrigens hatte der Händler mit dem Eintreffen seiner Gefährtin ein anderes Opfer für seine schlechte Laune gefunden und gab seinen Unmut darüber von sich, weil sich noch kein Nachwuchs für die Händlerkaste ankündigte. Irgendwie muss ihm wohl komplett entfallen sein, wie Kinder gezeugt werden und dass er kurz nach seiner Gefährtenfeier mindestens einen Markt oder sogar noch länger auf Reisen gegangen ist.^^

Mittwoch, 26. August 2015

Zivilisiert... aber bitte mit Hemd

An diesem Tag ließ sich die Herrenrunde auf dem Marktplatz vom Kriegerbauern überreden, ausnahmsweise mal nicht beim Platttreten des Pflasters zu trinken, sondern lieber auf der Gasthausterrasse. Keine Ahnung, ob der Hofkrieger weniger Stehvermögen als die anderen Herren hatte oder womöglich unter platten Füßen litt? Möglicherweise kamen seine Gelüste nach einem weichen Sitzkissen von der schweren körperlichen Arbeit auf den Feldern in den letzten Hand, weil die Priesterkönige ihn mit sehr reichhaltigen Ernteerträgen gesegnet hatten.


Während der Hauptmann von Luna belagert wurde und seine Freude über das Wiedersehen mit seinem Bauernfreund äußerte… die Kajira schaffte es übrigens mit intensivem Anschmiegen die typischen Zuckungen seiner Hand in den Griff zu bekommen… zapfte sich der Sattler merkwürdigerweise einen schnellen Paga in Selbstbedienung vom Fass, bevor er sich wegen seinem Getränkeengpass auf die Suche nach der Händlerin machte. Falls er sein rothaariges Eigentum nicht dabei hat, verzichtet er seit dem Gemecker einer Freien neuerdings nämlich auf Bedienung durch Kajirae, die ihm nicht gehören. Wie gut, dass ich nicht verstehen muss, warum ein Mann auf Weibergezicke hört… doch vielleicht habe ich da auch etwas nicht richtig mitbekommen.

Interessant fand ich, dass der Bauer der Schreiberin bestenfalls noch sechs Hand gibt, bis sie wegen ihres sklavenhaften Benehmens kniet… die Herrin hatte ihn nämlich am Vortag auf seinem Hof besucht. Aber mal abwarten, der Neffe des Hauptmanns hat ein Auge auf die Blaue als Gefährtin geworfen, hält sich ständig in ihrer Nähe auf, wenn ihn sein Onkel nicht herumscheucht, rückt Möbel in ihrem Haus, bedenkt dabei in seiner rosaroten Hilfsbereitschaft jedoch nicht, dass eine offene Haustür bei Männerbesuch kein Garant für den guten Ruf einer Freien ist... aber er achtet darauf, falls die Angebetete so wie vor kurzem am Tisch eingenickt ist, sie nicht durch mein rotseidenes Benehmen zu brüskieren. Es bleibt also spannend, an wessen Kette das Weib mit oder ohne Gefährtenvertrag landen wird.


Total irritierend wurde es für mich übrigens, als sich der Hofkrieger über den unbekleideten Oberkörper seines Waffenbruders neben ihm mokierte, dem es bei dem schönen Wetter seit einiger Zeit mit Hemd einfach zu warm ist. Er erkundigte sich nämlich, ob während seiner Abwesenheit die Kleidungsordnung geändert wurde, ob demnächst freie Weiber womöglich mit nackten Brüsten herumlaufen und kündigte an, zukünftig jedem den Schädel zurecht zu rücken, der sich wegen einer unsittlich gekleideten Freien aufführt. Ehrlich gesagt war mir das alles zu hoch. Außer dass es in Jorts Fähre anscheinend sogar mehrere Moralapostel gibt, verstand ich nämlich nichts, schaffte es jedoch ganz hervorragend, mich in Schweigen zu hüllen, wie es sich für eine Kajira gehört und mir meine nicht zustehenden Irritationen nicht anmerken zu lassen. 

Selbstverständlich muss ich auch nicht verstehen, warum der Bauer schließlich vorschlug, dass sich die Bürger an den Rat wenden sollen, wenn sie ab sofort solche Kleiderregeln nicht mehr wollen, denn von einer Hemdenvorschrift hatte ich noch nie gehört, die ich mir auch erst nach der hauptmannschen Antwort „wir sind zivilisiert und haben Hemden an“ zusammenreimen konnte. Anscheinend hat der Stadtrat nicht nur eine Kleidervorschrift für freie Frauen erlassen und per Aushang verkündet, sondern offenbar auch eine gegen nackte Oberkörper männlicher Heimsteinangehöriger, allerdings ohne Aushang. Doch solche Dinge gehen mich wirklich nichts an, egal wie sehr ich es gelegentlich auch genieße, mich an die nackte Haut eines Herrn anzuschmiegen.


Nachdem Moral und Zivilisation dann geklärt waren, verabschiedete sich der Kriegerbauer und die beiden anderen Rarii entschlossen sich zu einem Spiel… würfelten auf eine mir immer noch unverständliche Weise oder schoben schwarze und weiße Steine auf einem Brett hin und her, während ich stumm zusehen durfte. Dabei hätte ich mich am liebsten gleich verdrückt, kam aber nicht um die Aufgabe herum, als Deko daneben zu knien, weil es bei dem Spiel angeblich um mich ging… erst sollte der Verlierer mich bekommen, dann war es doch der Sieger und zuletzt keiner. Tja, die erste Runde verlor der Hauptmann und tönte sofort, ich würde in der nächsten Zeit dem Ersten Schwert gehören. Nach der zweiten Runde mit einem Unentschieden wurde der Hauptmann jedoch schlagartig müde und ich durfte mich endlich nach Hause verdrücken… wem ich gehöre, steht übrigens auf meinem Kragen! :-)))

Dienstag, 25. August 2015

Eine gefühlte Ewigkeit

…von über einer Hand verzehre ich mich nun schon nach meinem Herrn und mein Gefühl, ohne ihn eigentlich nur noch eine leere Hülle zu sein, wird immer größer. Nach außen funktioniere ich zwar noch ganz gut und gebe mir selbstverständlich allergrößte Mühe, mich nützlich zu machen… habe selbstverständlich auch schon sein Haus von oben bis unten und von unten bis oben, also mehrfach gründlich geputzt. Erstaunlicherweise schaffe ich es sogar, mich immer wieder aufzuraffen, um in der Stadt meine Dienste anzubieten, weil es mir damit einigermaßen gelingt, mich von meiner Sehnsucht nach meinem Herrn abzulenken. Während lähmende Müdigkeit zunehmend von mir Besitz ergreift und mich viel schlafen lässt, fühlt es sich innerlich jedoch an, als ob ich immer weniger werde.

Es war wieder einer dieser Tage, an denen ich traurig vor mich hin döste, als ich plötzlich eine sehr sanfte Berührung spürte. Allerdings patschte niemand, sondern strich ganz zart durch meine Haare. Mein erster Gedanke war daher, das konnte nicht der Hauptmann sein, denn selbst wenn er mal nicht patscht, wuschelt er eher. Dementsprechend erstaunt und neugierig schlug ich meine Augen auf… und blickte in das lächelnde Gesicht meines Herrn, das trotz ungläubigem und daher ausgiebigem Plinkern nicht wieder verschwand! Juhuuuuu, die Priesterkönige müssen ein Einsehen mit meinen stummen Gebeten gehabt haben, in denen ich sie angefleht hatte, ihn auf seiner langen Patrouille zwischendurch doch wenigstens vielleicht mal einen Abstecher nach Hause machen zu lassen!!! 

Bedauerlicherweise war es aber tatsächlich nur ein sehr kurzer Besuch. Doch zu meiner riesigen Freude hatte mein Herr richtig dienstfrei und verschwendete daher keinerlei Gedanken an irgendwelche Rundgänge, sondern widmete sich stattdessen sehr intensiv seinem Eigentum, bevor er dann leider erneut aufbrechen musste. Unser Wiedersehen war einfach unbeschreiblich und hat mir ganz viel Mut gegeben, sodass ich mir jetzt ganz sicher bin, auch den Rest der diesmal so extrem langen Patrouille meines Herrn aushalten zu können, wie es sich schließlich für eine Kriegerkajira gehört. Die wundervollen Erinnerungen an die letzten Ahn mit meinem Herrn noch im Kopf, hatte ich gestern jedenfalls das Gefühl, auf meinem Weg zum Marktplatz zu schweben. Dort hatten sich einige Freie versammelt, darunter auch der Hauptmann.


Seine letzten Ermahnungen noch sehr präsent im Gedächtnis, kniete ich mich natürlich sofort neben den Hauptmann und ermöglichte ihm damit eine Betätigung für seine Hand, was er mit Kopfpatscher Nr. 1 dann auch sogleich zu nutzen wusste. Nach Nr. 2, erstaunlicherweise gefolgt von recht angenehmem, leichtem Wuscheln, gab es jedoch eine Unterbrechung dieser Zuneigungsbekundungen des Kriegers. Er befahl mir nämlich, zusammen mit der Pilgerkajira aus dem Gasthaus ein paar Getränke heran zu schaffen. Leider habe ich dadurch nicht mehr erfahren, wie seine Überlegungen über zusätzlichen Sold ausgingen, damit sich die Krieger Hemden zum Wechseln kaufen können, wenn eine Garnitur durchgeschwitzt ist. Vor allem dem Ersten Schwert war nämlich mal wieder viel zu warm… mich traf daran allerdings keine Schuld, sondern nur das herrlich warme Wetter.

Ebenfalls verpasst habe ich, warum der Hauptmann als ersten Teil der Rekrutenprüfung seinen Neffen in der Kleidung eines Bauern auf eine Reise schickt. „Kann ich nicht“ ließ er dabei übrigens nicht durchgehen, erlaubte dem Frischling aber vorher noch eine Einweisung durch das Erste Schwert, damit sich nicht die Befürchtung des jungen Rekruten bewahrheitet und er auf seiner Mission eines Morgens plötzlich tot aufwacht… ach nee, tot ist meinte er wohl. Wobei das Einritzen seines Namens nach seinem Ableben im Kriegerhaus natürlich eine große Ehre wäre. Während ich dem Ersten Schwert nun seinen Stehkalana servierte, bemerkte ich aus dem Augenwinkel und hörte es übrigens auch, dass der Hauptmann der neuen Kajira der Sklavenhändlerin eine heftig klatschende Ohrfeige verpasste… offenbar hatte sie irgendeinen Fehler gemacht. 

Da die Sklavenhändlerin und auch ihre Erste jedoch nicht anwesend waren, wurde ich dazu verdonnert, in Sachen Servieren ein wenig Nachhilfe zu geben, was ich dann etwas abseits von den Freien tat, um nicht unnötig zu stören. Für den Hauptmann war ich danach allerdings weiter das gefundene Opfer und angeblich Schuld am Fehler der Kajira, weil ich nicht aufgepasst hatte… ah ja, dabei sagte meine frühere Herrin doch immer, ich habe nur dann Schuld, wenn sie es sagt und mein Herr hält es genauso. Schade, beide waren nicht da und Freie haben immer Recht. Ich kann durchaus mit Willkür leben, helfe auch gerne, verstand aber trotzdem die Logik nicht, warum ich auf diese Kajira hätte aufpassen müssen und fragte daher noch einmal nach. Mich aufzudrängen ist nämlich nicht mein Ding und wie eine Freie oder ihr erstes Mädchen ihre Kajira erzieht, eigentlich auch nicht.

Puhhh… nach zwei weiteren Kopfnüssen hatte der Hauptmann dann tatsächlich ein Einsehen mit mir und verzichtete schließlich sogar darauf, mich die Pagapfütze auf dem Marktplatz auflecken zu lassen. Ich glaube, ihm behagte nicht, möglicherweise nasse Füße zu bekommen, denn mein Vorschlag, für eine optimale Reinigung des Pflasters wäre ein Eimer Wasser besser als meine Zunge, war nicht wirklich von der Hand zu weisen. Die Pilgerkajira schien übrigens nicht mal ansatzweise zu ahnen, was ihr erspart wurde. Ich hätte nämlich den Befehl des Hauptmanns selbstverständlich ohne Widerworte ausgeführt, mich hinterher jedoch an ihr gerächt und zwar, wenn keine Freien in der Nähe sind. 

Während der Neffe nun im Stehen eindöste und dabei so tat, als ob er sich mental auf die ihm gestellte Aufgabe vorbereitete, aufgrund eines fliegenden Steinchens sich vor Schreck jedoch mit seinem Ale begoss, der Sattler sein Problem wegen Getränkenachschub Paga und Kalana dramatisierte, die unausgebildete Kajira sich beim Hauptmann überflüssigerweise erkundigte, ob sie ihm noch einen Paga bringen darf und mir damit Nr. 5 einbrachte… er hatte ja noch nicht mal seinen ersten… wurde ich nach einem Entlassungskopfpatscher zum Ersten Schwert geschickt, von dem ich den Auftrag erhielt, die Schreiberin zu holen. Anscheinend hatte die Blaue sich bereit erklärt, das Schriftstück für einen Vertrag aufzusetzen, nur war unklar, ob sie dafür schon Zeit gehabt hatte. 


Obwohl ich bei keiner der eher unangenehmen hauptmannschen Handauflegungen mit der Wimper gezuckt hatte, war ich nun ganz froh, aus seiner grobmotorischen Reichweite zu kommen. Da war der Transport diverser sich verselbständigender Pergamentrollen doch um einiges angenehmer. Die Herrin mühte sich nämlich damit ab, ungefähr die Hälfte ihrer 30 Schriftstücke auf dem Weg zum Marktplatz nicht davon flattern zu lassen, während ich versuchen durfte, das Eigenleben der anderen Hälfte zu bändigen. Tja, selbst schuld, wenn sie mir nicht erlaubt, die Dokumente in dem roten Tuch einzuwickeln, das ich mir an diesem Tag um den Körper geschlungen hatte. Aber beim Anblick einer nackten Sklavin hätte das Weib vermutlich nicht nur nach Luft geschnappt, sondern ihre Rollen endgültig losgelassen. Tja, Nacktheit zieht die Blicke von freien Frauen bekanntlich magisch an, auch wenn es alternativ ganz viel anderes zu betrachten gibt.^^

Freitag, 21. August 2015

Durchhalten

Leider muss ich weiter alleine durchhalten, denn die ausgedehnte Patrouille meines Herrn dauert immer noch an. So lange fort von seinem Heimstein mag für einen Tarnreiter vielleicht nicht ungewöhnlich sein, doch bin ich mir sicher, dass es meinem Herrn trotzdem nicht leicht fällt. Aber für einen Krieger ist Befehl nun mal Befehl und seine Kajira darf ihm natürlich keine Schande bereiten, auch wenn sie sich nun schon länger als eine Hand alleine durchkämpfen muss und sich logischerweise immer schwerer damit tut... eine Sklavin fühlt sich ohne ihren Herrn irgendwie nur noch halb oder noch weniger. Das Motto heißt also weiterhin „durchhalten, tapfer bleiben und weiter kämpfen“. 

Da es im Haus meines Herrn inzwischen aber wirklich nichts mehr zur Ablenkung zu tun gab, raffte ich mich gestern ein wenig lustlos, aber dennoch schließlich auf, um mich wenigstens in der Stadt nach ein paar Neuigkeiten umzuhören. Etwas Bauchschmerzen bereitete mir allerdings die grobmotorische Veranlagung des Hauptmanns, denn mein Versuch, außerhalb der Reichweite seiner ständig kopfpatschenden Hände zu bleiben, war vor kurzem ja leider ziemlich fehlgeschlagen… aber mal abwarten. Es war übrigens erstaunlich ruhig, die Gasthausterrasse leer und es trat auch niemand die Pflastersteine auf dem Marktplatz fest, sodass ich fast schon den Heimweg antreten wollte. Doch vorher entdeckte ich den freundlichen Brauereibesitzer, der es sich auf einer Bank vor seinem Haus gemütlich gemacht hatte und einem kleinen Klöhnschnack mit mir offensichtlich nicht abgeneigt war.


Unser Plausch hatte jedoch noch gar nicht richtig begonnen, als das Erste Schwert angeschlendert kam. Für den Brauereikrieger war dies die perfekte Gelegenheit, sich bei seinem Schwertbruder zu erkundigen, ob es etwas Neues gab. Oh ja, gab es… die Sklavenhändlerin scheint beleidigt zu sein, ist offenbar der Meinung, dass ihre Kajirae die einzigen sind, die arbeiten und überlegt wohl, beim Stadtrat einen Antrag zu stellen, dass jede Sklavin in der Stadt aushelfen muss. Häh? Ich schaffte es zwar meine Klappe zu halten, aber so ganz verstand ich diese Information ehrlich gesagt nicht, denn meines Wissens wird es doch genau so schon immer gehandhabt.

Aber egal und der Kommentar des Brauereibesitzers „freie Frauen lieben es beleidigt zu sein... hehe, sie war mir als Sklavin lieber, als jetzt als Sklavenhändlerin“, traf die Sache eigentlich ganz gut. Sämtliche Spekulationen erübrigten sich eh und was genau vorgefallen war, bekam ich nicht mehr heraus, da beiden Männern die Befindlichkeiten dieser Frau ziemlich schnuppe waren. Ein möglicherweise Privateigentum betreffender, angestrebter Ratsbeschluss wurde außerdem mit den Worten „was mein Mädchen macht oder nicht, da hat keiner was reinzureden“ abgetan.


Beide Herren empfanden die Ruhe in der Stadt als recht angenehm, zumal ihnen jetzt der Sinn nach einem Spiel war. Tja, und da ich mich immer gerne nützlich mache, wenn mein Herr mich nicht benötigt, durfte ich mich um Getränke für die Männer kümmern, während sie sich im Spielehaus vor einem neuen Spielbrett niederließen. Selbstverständlich habe ich mich beim Servieren kürzer gefasst und gar nicht erst versucht, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Das hätte eh nicht geklappt, waren sie doch viel zu sehr damit beschäftigt, wer welche Farbe wählt und ihre Spielsteine aufs Brett zu legen. Obwohl ich keinerlei Ahnung von den Regeln hatte, habe ich eine ganze Weile zugeschaut, wurde aber auch nach der ich weiß nicht wievielten Revanche nicht schlauer... ich bin eben nicht für Spiele gemacht.


Da es bei jedem Sieg logischerweise auch einen Verlierer gibt, kam mir das Sprichwort „Pech im Spiel, Glück in der Liebe“ in den Sinn. „Liebe ist was für junge Spunde, die eine Erektion nicht von einem Herzanfall unterscheiden können“, war der Kommentar des Ersten Schwerts dazu und dass eine Glücksbotin seine Eier krault… oder so. Ich war das jedenfalls nicht. Danach war außer gelegentlichem Grummeln, Brummen, Seufzen, Fluchen oder Gemurmel über irgendwelche Paschs, Ausgleiche, gut oder schlecht gelegte Steine nichts mehr von den beiden Spielbesessenen zu hören, sodass ich mich schließlich verdrückt habe… natürlich hatte ich aber vorher um Erlaubnis gefragt.


Am Hafen entdeckte ich den Sattler und seinen Freund, den Schmied, die es sich vor der Taverne gemütlich gemacht hatten und sich ebenfalls über das Gekeife der Sklavenhändlerin unterhielten. Doch was nun genau der Anlass dafür gewesen war, konnten auch diese beiden Herren nicht abschließend klären, weil viel zu unwichtig. Viel wichtiger war beiden, einer Kajira den Nacken zu kraulen, sanft durch rote oder schwarze Haare zu wuscheln. Hach, eine nicht patschende Männerhand auf dem Kopf zu spüren hat doch wirklich was! Leider besteht aber auch die Gefahr, dass sich die Finger darin vertüdeln.


Obwohl beide durch ihr Gespräch über Haarspülungen und meine Frage, ob Massageöl auch geeignet ist, warum mein Herr meiner Frisur den Namen Tarnfrisur gegeben hatte und über Frisuren, die wie ein Vulonest aussehen, einigermaßen abgelenkt waren, passte der Schmied zu meinem Glück trotzdem auf und bekam seine Finger schließlich aus der Fingerfalle meiner Locken ohne zusätzliches Hilfsmittel wieder frei. Der Sattler war da um einiges weniger vorsichtig, denn er musste letztendlich sein Messer zücken, sodass auf Ravinas Kopf hinterher einige rote Haare weniger waren, was bei ihrer Matte aber nicht weiter auffiel. ;-)

Mittwoch, 19. August 2015

Tavernendienst

Vom Hafen kommend hörte ich bereits, wie sich drei Krieger über einen Männerhintern unterhielten und dass jemand einen Rückfall gehabt, sich besoffen und dann mit einer Fackel in der Hand Urts gejagt hatte. Oh, das mit den Urts war mir neu, aber ansonsten war mir natürlich sofort klar, um welches aus Sicht einer Kajira durchaus ansehnliche Hinterteil es sich handelte. Selbstverständlich verkniff ich mir dazu aber jeglichen Kommentar und grüßte die Männerrunde stattdessen freundlich lächelnd mit Unschuldsmiene. Lustig war, dass Luna gerade weit vorgebeugt mit ihrem Po in Richtung Hauptmann wackelte… ich glaube, das sollte gegen seine Schlafstörungen helfen. Wobei nee, wieso schlafen? Der Herr war doch wieder zur Nachtwache eingeteilt worden!

Meinen Abstand zum Hauptmann hatte ich diesmal übrigens vorsorglich lieber etwas größer gewählt, denn ich war natürlich nicht besonders erpicht darauf, erneut die Ehre seiner grobmotorischen Ks zu erhalten. Leider beorderte er mich jedoch sofort näher heran. Na toll… zwar nicht gerade begeistert rückte ich selbstverständlich ein kleines Stückchen, fragte aber lieber noch einmal nach, denn ich hoffte natürlich, ihn falsch verstanden zu haben. „Hab ich eine Bitte geäußert Dina? Oder was denkst du, was das war!?“ war wirklich eine klare Ansage… dummerweise wurde sie jedoch von einem großen Kriegerschritt in meine Richtung und einer kräftigen Ohrfeige begleitet. Damit war dann leider recht schmerzhaft geklärt, dass mein Näherrücken nicht nah genug war. 

Mist, der Schlag war wirklich nicht ohne gewesen und meine Wange glühte ordentlich, doch das kaschierte mein sowieso hochroter Kopf wohl ganz gut, denn mein falsches Benehmen war mir jetzt natürlich sehr peinlich. In Zukunft werde ich wohl lieber die groben Aufmerksamkeitsbezeugungen des Hauptmanns in Kauf nehmen… die tun nämlich weniger weh und gehen manchmal ja auch in unerwartetes, aber durchaus angenehmes Haare wuscheln über. Ich war jedenfalls erst einmal erleichtert, dass der Hauptmann jetzt von mir abließ und Lust auf einen Tavernenabend verspürte… zumindest bis seine Wache begann… und dachte darüber nach, ob mein nicht dicht genug an ihn Heranrutschen vielleicht mit Paga herunter gespült werden kann und dann vergessen ist? 

Mich dieser Hoffnung hingebend, füllte ich eilig seinen Becher nicht gerade zimperlich mit Paga und quetschte mich beim Servieren seines Lieblingsgetränks so dicht an ihn heran, wie es trotz der eher störenden Bank möglich war… Sitzkissen sind wirklich viel praktischer. Wahhh, angeblich war ich jedoch schon wieder nicht nah genug und spürte sofort die Hand des Hauptmanns ziemlich unsanft auf meinem Kopf, während ein Brummen der Sorte ungehalten zu hören war. Blöderweise schwappte mir dabei der Paga über, lief erst über meine zum Hauptmann hoch erhobenen Hände und dann die ausgestreckten Arme hinab. Selbstverständlich stammelte ich schnell etwas von Versehen, gut gemeinter Pagamenge und bat um Verzeihung… kündigte auch an, den Pagabecher des Herrn in Zukunft vornehmer zu füllen, damit bei Kopfpatschern nichts mehr überschwappt.


Ohje, also ich fand meine Überlegungen total logisch, erntete dafür vom Hauptmann jedoch ein weiteres ungehaltenes Brummen… ob er mir noch eine langen soll, damit ich besser lerne und so. Zusätzlich herrschte er mich an, ihm nicht mehr zu widersprechen, weil seine Laune dann so schlecht wird, dass er mich seine Zehennägel abkauen lässt. Danach erlaubte er mir großzügig, ihn jetzt richtig um Verzeihung zu bitten, auch für mein Benehmen zuvor auf dem Marktplatz. Ohne auch nur den Hauch eines leisen Piep noch von mir zu geben… übrigens auch nicht, als ich in meinem Eifer mit dem Kopf unangenehm am Tisch anstieß… sah ich jetzt natürlich zu, um die Bank herum zu krabbeln, mich tief über seine Sandalen zu beugen und seine Füße sehr sanft zu küssen, während ich zwischendurch immer wieder leise um Vergebung bettelte.

Leise lachend war der Hauptmann anscheinend ganz begeistert von meinem Tun und besonders von meinem hochgereckten Hintern, dem er mit offensichtlichem Vergnügen und reichlich Schwung die Ehre zweier Klatscher erteilte… auf jede Pobacke einen. Etwas von seinem leckeren Essen bekam ich allerdings auch ab und wurde zuletzt mit sehr sanftem Wuscheln meiner Haare verwöhnt, nachdem ich mich wieder aufrichten durfte. Bei seiner Bemerkung zu den anderen Kriegern, mein Herr habe einen guten Fang mit mir gemacht, habe ich natürlich so getan, als hätte ich nichts gehört, denn selbstverständlich liegt es mir total fern, mir solche Äußerungen zu Kopf steigen zu lassen oder womöglich übermütig zu werden.

Leider riefen die Kessel des Brauereikriegers mal wieder recht früh nach ihm, doch wurde sein Sitzplatz nicht kalt, denn kurz darauf gesellte sich der inzwischen wieder nüchterne Schmied dazu. Er trank an diesem Abend allerdings lieber nur Wasser pur und war zu Lunas und meinem Bedauern auch wieder komplett bekleidet. Erstaunlicherweise erkundigte er sich bei mir nach dem Mündel meines Herrn. Doch über den Verbleib dieser Frau konnte ich leider keine Auskunft geben und mein Herr wahrscheinlich auch nicht… das Weib hatte sich vermutlich längst aus dem Staub gemacht, denn seit einigen Hand hatte niemand die Freie mehr gesehen. Dem Schmied war es jedenfalls sehr Recht, dass er das Mündelquartier nun wieder selbst nutzen kann. Der Ärmste braucht wegen seines befürchteten Nachwuchses im Dreierpack demnächst nämlich ein Ausweichschlafquartier.

Auch der Sitzplatz des Hauptmanns wurde nicht kalt, nachdem er schweren Herzens zur Nachtwache aufgebrochen war. Zu etwas vorgerückter Ahn tauchte nämlich der Sattler noch mit Ravi auf.

Doch war ich inzwischen von meinen Diensten unter dem Tunikarock des Ersten Schwerts und den Berührungen seiner Kriegerhand ziemlich abgelenkt, sodass ich von den Gesprächen der Männer irgendwie nichts mehr mitbekam. ;-)

Dienstag, 18. August 2015

Noch mal gut gegangen

Beim Blick über die Terrassenmauer entdeckte ich den Hauptmann und seine Gefährtin sowie den Brauereikrieger im Gespräch mit einem Fremden. Da außer dessen Kajira, die übrigens fast wie eine Kopie von Luna aussah, ansonsten niemand von der jortsschen knienden Fraktion und auch keine Wirtin zu sehen war, erkundigte ich mich selbstverständlich, ob es Bedarf an meinen Diensten gab. Alle Freien waren jedoch bereits versorgt und warteten auf frisch gebackene Brezeln, die die neueste Ware der Sklavenhändlerin ihnen angekündigt hatte. Mmmmhh… so lecker wie es aus der Küche duftete, lief mir sofort das Wasser im Mund zusammen. Es konnte also nicht schaden, mich etwas an den Brauereibesitzer anzuschmiegen, vielleicht würde ja auch ein kleiner Happen für mich abfallen?

Während der Hauptmann sich nun nach dem Befinden meines Herrn erkundigte, dessen Gesundheit zum Glück wieder voll hergestellt ist, was der olle Wachoffizier zu meinem Bedauern beim Einteilen der schlechtesten und längsten Wachen aber auch gleich wieder ausgenutzt hatte, opferte sich der Krieger von der Brauerei als Tester für die noch warmen Backwaren. Tja, damit fing allgemeines Schwelgen an, denn die Dinger waren wirklich oberköstlich. Da der rothaarige Rarius neben mir vermutlich nicht mit ansehen konnte, wie ich den Weg seiner Brezel mit meinen Augen bis in seinen Mund verfolgte und dann trocken schluckte, gab er mir ein superleckeres Stückchen ab… später übrigens noch eines. Ich bin nun gespannt, ob sein Vorschlag sich durchsetzen wird, dass jeder erste Tag der Hand zum Brezeltag wird.


Schließlich tauchte auch die Sklavenhändlerin auf und war zufrieden, für drei Kupfer eine neue Kajira an ihrer Kette zu haben. Die Brezelsklavin war nämlich bis vor kurzem noch frei gewesen, hatte sich aber wegen verlorener Familie unterworfen, weil sie keinen Sinn mehr sah… oder so ähnlich verworren drückte sie sich wohl aus. Ich hörte diesem Mädchen aber auch nur mit halbem Ohr zu, viel interessanter fand ich nämlich, etwas über den Fremden zu erfahren… einen anscheinend vom Fayheen angereisten mit Arzneien handelnden Apotheker. Da sich der Herr jedoch schon sehr lange auf Reisen befindet, konnte er weder das Gerücht bestätigen, Kasra habe Probleme mit seiner Regentin, was ja niemanden ernsthaft verwundert hätte, noch wusste er, ob die ekelige Fischsuppe tatsächlich fast alle Bewohner dieser Schande am Fayheen dahin gerafft hatte.

Mist, nun musste sich der Brauereikrieger leider um seine Kessel kümmern und ich verlor die schöne Möglichkeit zum Anschmiegen. Gleichzeitig war ich schutzlos dem Bewegungsdrang der Hand des Hauptmanns ausgesetzt, die mich mit reichlich Ks beehrte… also Knuffen, Kneifen und Kopfpatschen… sodass ich möglichst unauffällig seine Reichweite abschätzte und etwas zurück rutschte. Schade, natürlich entging dem Hauptmann mein Vorhaben nicht und meine Erklärung, nach dem Rückzug des Brauereibesitzers einfach nicht an der falschen Seite knien zu wollen, half auch nicht… die linke Hand des Hauptmanns ist nämlich genauso unangenehm wie seine rechte. Als meine Rettung entpuppte sich dann seine wenige Ehn später rufende Nachtwache, sodass ich mich nun dem leiblichen Wohl des Ersten Schwerts mit der Zubereitung eines Essens widmen durfte.


Ich glaube, so zufrieden wie der Rarius schmatzte, muss ich seinen Geschmack wohl getroffen haben… andernfalls hätte er mir auch bestimmt nicht die letzten Happen dieser mit zerlaufenem Boskkäse gekrönten Köstlichkeit zukommen lassen. In Sachen Essen war offensichtlich sowieso mein Glückstag, auch wenn mir fast das nackte Hinterteil des anscheinend schon wieder besoffenen Schmieds dazwischen gekommen wäre, der plötzlich auftauchte und dann nach einem kurzen Stopp auf direktem Weg gleich die Küche stürmte, um sich in Selbstbedienung einen Krug mit Paga zu füllen. Sein Weib tauchte übrigens kurz nach ihm auf, hatte anscheinend auch mitbekommen, dass ihr Gefährte fast unbekleidet das Haus verließ, brachte aber weder seine Kleidung noch seinen fehlenden rechten Stiefel mit. Na toll, da behaupte noch mal einer, ich sei eine Prinzessin… ICH hätte meinem Herrn seine fehlenden Kleidungsstücke hinterher getragen!

Der Frau war es womöglich sogar ein innerer Genuss, dass sich ihr Gefährte so blamierte, denn schmollend tat sie lediglich kund, er habe ja nicht auf sie hören wollen und sie sowieso überhaupt nicht beachtet. Pahhh… welcher Mann auf diesem männerdominierten Planeten hört denn auf eine Frau und dann auch noch auf die eigene Gefährtin!? Die Gnädigste war jedenfalls beleidigt und genoss offensichtlich ihre Rache. Während sich merkwürdigerweise auch keins der anderen Weiber über zu viel sichtbare Haut am Hintern des Schmieds echauffierte, übernahm der Sattler mit seinem entsetzten Ausruf „Myrkur, du willst dich doch nicht mit deinem nackten Arsch auf das Kissen setzen oder?“ die Rolle des Moralapostels und vermieste damit weitere Blicke auf den nackten Männerhintern, der sich wirklich sehen lassen konnte.


Auch dem Krieger neben mir gefiel übrigens nicht was er sah. Mit geschlossenen Augen befahl er mir nämlich leise seufzend, ihm Bescheid zu geben, wenn dieser Anblick vorbei ist. Eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass der Schmied nun beleidigt war und mit seinem Pagakrug, den er übrigens als seinen besten Freund bezeichnete, schwankend von dannen zog. Vorbei war dann aber doch noch nicht vorbei, denn er holte sich aus seiner Schmiede lediglich einen Helm… vermutlich als Maßnahme gegen schmerzhafte Beulen am Kopf, falls er sich in seinem Suff für die falsche seiner vielen Haustüren entscheiden sollte. Er tauchte jedenfalls erneut vor der Terrasse auf. Zusätzlich trug er warum auch immer eine brennende Fackel, sodass nun zu befürchten war, er könne womöglich Jorts in Brand stecken. 

Während die Gefährtin sich darüber lediglich zu einem Augenrollen hinreißen ließ, sprang das Erste Schwert bei einer solchen Gefahr selbstverständlich sofort auf und befahl mir, einen Eimer Wasser zu holen. Dann stürmte er eilig hinter dem Schmied hinterher, um Schlimmes zu verhindern. Doch alles ging noch mal gut. Als ich die kleine Gruppe erreichte, hatte der Schmied inzwischen seine Fackel entsorgt und das angeschleppte Löschwasser war überflüssig. Dabei wäre es bestimmt lustig gewesen, wenn der Krieger dem Besoffenen den Genuss einer Eimerdusche gegönnt hätte und sein neben ihm stehendes Weib bestimmt auch nicht ganz trocken geblieben wäre.


Doch Schadenfreude liegt mir ja gänzlich fern und ich fand es natürlich total toll, dass die beiden Gefährten dann nach einem gelallten „Jarcath diene mit Feuer… und Dina, dir eine ruhige Wache!“ nicht brennend und auch nicht geduscht nun gemeinsam schwankend von dannen zogen. Selbstverständlich habe ich auch an diesem Tag mein Bestes gegeben… ohne Wache, doch wie immer mit Feuer, nachdem ich mich endlich entkichert hatte!

Sonntag, 16. August 2015

Eine kleine Überraschung

Während der letzten Tage musste ich immer wieder daran denken, welch lange Zeit inzwischen vergangen ist, seitdem meine ehemalige Herrin mich an meinen Herrn verliehen hatte. Hin und hergerissen von den auf mich einstürzenden Gefühlen hatte ich seinerzeit meine Tränen nicht mehr zurückhalten können, als sie auf die Fähre ging und mich am Hafen zurück ließ. Während ich ihrem Schiff traurig hinterher schaute, erfüllte mich gleichzeitig aber auch eine große Freude über ihre die Ausleihe betreffende Entscheidung, denn seit einem gewissen Klaps auf meinen Po hatte ich bereits mein Herz an meinen Entleiher verloren.

Fürsorglich wie meine Herrin immer ist, wollte sie mit der Leihe von einem Markt jedoch sicherstellen, dass nicht nur der an meinem Kauf interessierte Krieger Zeit bekam, über sein Interesse an mir nachzudenken und mich zu prüfen, sondern sie wollte ihre Erste wohl auch in guten Händen wissen. Dafür werde ich ihr immer unendlich dankbar sein und inzwischen bin ich davon überzeugt, es war der Wille der Priesterkönige, dass ich an die Kette meines Herrn kam und zur glücklichsten Kajira von ganz Gor wurde. Genau an diesen mein Leben so verändernden Tag, der mittlerweile bereits vier Märkte  zurück liegt, musste ich in den letzten Tagen sehr viel denken, da mein Herr meine Dienste aus diversen Gründen, die ich an anderer Stelle aber schon erwähnt habe, kaum bis gar nicht benötigte.

Schließlich keimte in mir die Idee für eine Überraschung, mit der ich mir erhoffte, ihm eine kleine Freude zu machen. Obwohl mangels Kreativität und zu vielen rotseidenen Gedanken, die sehr oft einen starken Hang dazu haben, sich zu verselbständigen und obwohl ich auch überhaupt keine Geschichtentänzerin bin, war mir dennoch die Idee gekommen, ausgerechnet in einem Tanz darzustellen, welche Gefühlsachterbahn seinerzeit in mir getobt hatte und wie glücklich ich seitdem an der Kette meines Herrn bin. Puhhh... ein Vorhaben, das je konkreter, auch umso schwerer wurde und daher mehrfach knapp vorm Scheitern gewesen ist. Aber aufgeben? Nee, damit hätte ich meiner früheren Herrin keine Ehre bereitet. Sie hat immer an mich geglaubt, sodass ich mir manchmal sogar Dinge zugetraut habe, die mir eigentlich so gar nicht lagen, die ich dann aber erstaunlicherweise doch irgendwie hinbekam.

Daran musste ich bei dieser mir selbst gestellten Aufgabe nun denken, als sie mir endgültig fast unlösbar erschien und ich gleichzeitig in der Kiste im Obergeschoss in den blauen Kleidungsstücken herumwühlte, die ich alle nicht mehr getragen habe, seitdem ich die Kajira eines Kriegers bin. Auch wenn ich mich immer nur schwer entscheiden kann, was ich anziehen soll, war es trotzdem eine meiner leichteren Überlegungen, meine Darbietung in blauer Tunika zu beginnen. Dabei war mir durchaus klar, dass ich mit blauer Kleidung mindestens hochgezogene Augenbrauen bei meinem Herrn verursachen würde... über seine kommentierenden Worte dazu dachte ich lieber gar nicht erst nach.

Tja, und dann versprühte er vor einigen Tagen in Sachen Durchspülungen plötzlich vorsichtigen Optimismus und verkündete, sich auf einen Rundgang durch die Stadt begeben zu wollen. Hocherfreut über seine Genesung, verplapperte ich mich vor Begeisterung leider jedoch mit einer unüberlegten Äußerung über meine Vorbereitungen. Mist, dabei hätte ich die Überraschung eigentlich noch ein wenig durchdenken und überarbeiten müssen... warum passiert es mir dummen Vulo bloß immer wieder, dass ich meinen Mund nicht halten kann? 

Mein Herr war jetzt nämlich logischerweise total neugierig geworden und behauptete einfach, sein Rundgang hätte Zeit. Gleichzeitig erinnerte er mich mit oberstrengem Blick daran, dass eine Kriegerkajira nicht kneift. Mir blieb daher nichts anderes übrig, als nach oben zur Kiste mit den vielen blauen Tuniken zu laufen, um mir eine davon eilig überzustreifen. Vorher stammelte ich allerdings schnell noch eine Entschuldigung wegen falscher Farbe und Bekleidung im Haus, denn zuhause wünscht mein Herr sein Eigentum ja immer nackt. 


Wie erwartet gingen seine Augenbrauen bei meinem Anblick auch sofort irritiert in die Höhe, als ich mit zitternden Knien wieder herunter kam, doch offensichtlich inzwischen total neugierig auf die ausgeplapperte Überraschung verkniff er sich jeglichen Kommentar. 

Dass mein vor Aufregung wild klopfendes Herz bis in meine Haarspitzen zu spüren war, brauche ich wohl nicht näher erläutern, als ich nun Aufstellung nahm und mit der kleinen Darbietung über meinen tränenverschleierten Abschied vor vier Märkten von meiner damaligen Herrin und einen schicksalsschweren Klaps begann. Selbstverständlich kam in meinem Tanz auch der wunderschöne Ausflug mit meinem Entleiher zum Wasserfall und ein ganz bestimmtes Seil vor, das ich mir nun um meine Hüften geschlungenen hatte. 

Ok, ich gebe zu, es kam wie immer oder eigentlich so, wie meine Natur nun mal ist. Unter den erst nachdenklichen, dann nach und nach immer erfreuter, aber auch gieriger werdenden Blicken meines Herrn und seinen Anfeuerungen, verselbständigte sich meine rotseidene Veranlagung von ganz alleine, je länger ich tanzte… zuletzt nackt. 

Am Ende meiner Darbietung, total aufgewühlt von den in mir tobenden Emotionen, war das heiß in mir glühende Sklavenfeuer kurz davor, mich zu verbrennen. Ich konnte einfach daher nicht anders, als mich in der Geste der Unterwerfung, mit tief gesenktem Kopf und erhobenen gekreuzten Handgelenken vor meinen Herrn zu knien und „La Kajira“ zu flehen. 


Das Seil immer noch in meinen zitternden Händen meinem Herrn entgegen streckend, wagte ich nicht ihn anzuschauen, als er sich von seinem Sitzkissen erhob. Ohje, und dann wurde mir in der nächsten Ihn klar, ich hatte alles vermasselt... Verzweiflung griff nach meinem immer noch wild klopfenden Sklavenherz. "Tja meine Sklavin... ich fürchte, da ist etwas fehlgeschlagen mit deiner kleinen Überraschung..." Er machte nun eine Pause, in der ich in meiner Panik vor dem was nun kommen würde, gar nicht mehr zu atmen wagte. Ich spürte, wie mein Herr mir das Seil sehr sanft abnahm und erhielt den Befehl, meine Arme zu senken.

Doch dann kam es ganz anders, als befürchtet und ich konnte mein Glück echt kaum fassen. Mein Herr legte es mir erneut symbolisch um den Hals und sprach mit bewegter Stimme: „Kajira, es war keine KLEINE Überraschung, du hast mir eine RIESIGE Freude gemacht. Ich nehme deine Unterwerfung an, meine Scharlachrote, du weißt, ich kann gar nicht anders“…………………… :-)))))

Donnerstag, 13. August 2015

Spülungen

Kein Kuchen, keine Früchte und generell beim Essen aufpassen war für meinen mit Bauchgrummeln und Co. geplagten Herrn angesagt. Seit Tagen schon hatte er das Haus und sein Fell hüten müssen, außer er verschwand mal irgendwohin, weil es durch ihn hindurch spülte. Es ging ihm also nicht gut… allerdings auch nicht so schlecht, dass er meinen Rat Tee zu trinken, einfach ablehnte. Gestern behauptete er sogar, ein wenig Waffentraining wäre genau das Richtige für ihn. Solche Aktivitäten sah ich natürlich besonders skeptisch, verkniff mir aber einen Kommentar dazu, war ich doch froh, dass er inzwischen wenigstens nicht mehr zu krank war, um zumindest kurz mein Anschmiegen an sein Bein zu genießen. Es war nämlich noch etwas Zeit vor dem Training, sodass er mit der Hand an sein Schienbein klopfte: "Jetzt komm erstmal näher zu mir, Kajira".


Während er sehr sanft meine Wange streichelte und zuletzt über meinen Kragen strich, startete ich einen weiteren Versuch, ihm einen Tee schmackhaft zu machen, denn ich möchte natürlich, dass mein Herr bald wieder richtig gesund ist. Ok, auch dieser Versuch schlug gänzlich fehl. Mit vorwurfsvollem Blick donnerte er mich an und verpasste mir zusätzlich einen leichten Klaps auf die Wange: „Kajira! Paga ist gesund und Tee trink ich keinen!“ Mein Vorschlag, den Tee mit einem Mini-Schuss Paga zu verfeinern, damit er nicht mehr so total gesund schmeckt, kam für ihn leider auch nicht in Frage und Wasser lehnte er ebenfalls ab, obwohl ich ihm das auf eine Art serviert hätte, bei der ihm vollkommen entfallen wäre, welches Getränk im Becher ist. Mist, er verpasste mir nach meinen Widerworten sogar noch eine weitere Ohrfeige, nach der ich dann aufgab und vorsichtshalber das Thema wechselte, um nicht noch mehr in Ungnade zu fallen.

Ich erkundigte mich daher schnell, ob ich inzwischen wieder im Vosk baden darf. Da wir über Paga, Tee und Wasser gesprochen hatten, fand ich diese Frage eigentlich nur logisch und verstand überhaupt nicht, was mein Herr damit meinte: „Du wählst stets interessante Momente aus, um das zu fragen, Kajira.“ Ob er meine logischen Erklärungen für den Grund meiner Nachfrage dann nachvollziehen konnte, bezweifel ich im Nachhinein übrigens, aber zumindest erkundigte er sich, ob im Vosk inzwischen keine Flussthalarions mehr sind. Leider konnte er meiner Argumentation nicht so ganz folgen… die Viecher haben Angst vor mir und hauen ab, weil ich ihnen zu dünn bin und daher einfach jegliches Interesse fehlt, mich auf ihren Speiseplan zu setzen, denn erstens werden sie nicht satt und zweitens legen sie keinen Wert darauf, meine Knochen quer im Hals stecken zu haben. Tja, das Badeverbot gilt leider weiter.


Meine sämtlichen Ablenkungsversuche scheiterten kläglich, denn es hielt meinen Herrn irgendwann tatsächlich nichts mehr auf seiner Bank und nach seinem Eigentum stand ihm auch nicht der Sinn. Stattdessen zog es ihn zur Trainingswiese, wo sich schon einige Krieger versammelt hatten… die Medica übrigens auch. Ich verkniff mir zwar eine Bemerkung über seine schon eine Weile andauernden Beschwerden, war aber ganz froh, dass die Grüne ihn notfalls medizinisch versorgen konnte, falls er zusammenklappen sollte. Ich befürchtete nämlich, seine Kondition habe womöglich etwas gelitten. Mir fiel daher ein kleiner Stein vom Herzen, dass sein erster Trainingspartner der zwar sehr eifrige, aber immer noch recht unerfahrene Neffe des Hauptmanns war… obwohl damit zu rechnen war, dass mein Herr vielleicht wieder anfing zu dozieren und das Training dadurch sehr lang wird, denn einem jungen Krieger hilft er in Sachen Ausbildung natürlich gerne.

Meine Ängste waren jedoch weitestgehend umsonst… das Training mit dem Frischling bezeichnete mein Herr als Aufwärmen und die anschließenden Runden mit dem Hauptmann beendete er mit dem wohlwollenden Hinweis: „Hauptmann, bei allem Respekt, aber dir würde etwas mehr Training nicht schaden…“ oder so ähnlich. Danach gestand er seinen Bauch reibend jedoch ein, nicht so ganz einsatzfähig zu sein und beendete seinen Ausflug zur Trainingswiese. Tja, am liebsten hätte ich ihn jetzt natürlich mit gesundem Tee und einem entspannenden Bad verwöhnt, doch mein Oberschlauberger meinte, ein Paga sei genau das Richtige für ihn… grrr, meine Ohren hatten tatsächlich richtig gehört und keine Spülung nötig. Ich wählte zwar einen relativ kleinen Becher und machte auch jede Menge rotseidenes Getue beim Servieren, doch schaffte ich es nicht zu verhindern, dass mein Herr mir den Becher mit einem „möge der Paga ordentlich durchspülen“ abnahm, um sogleich einen kräftigen Zug davon zu nehmen.

Na toll, sein Wunsch nach Durchspülen wurde ihm tatsächlich recht schnell erfüllt und danach kam für den Ärmsten nur noch Fellruhe in Frage… Betonung auf RUHE. Um ihn nicht zu stören, machte ich mich daher noch einmal alleine auf den Weg in die Stadt und traf am Hafen auf Ravi, die dort offensichtlich ausgiebig ausgelüftet wurde. Sie war nämlich bereits seit dem Vortag auf dem Block angekettet. Natürlich machte sie auf mich nicht gerade einen begeisterten Eindruck und roch auch ziemlich... naja, sehr herb würzig, eben aromatisch nach Hafen und Männern. Wobei ich vorsichtshalber nur an ihren Achseln geschnuppert und die Spuren auf ihren Schenkeln lieber ignoriert habe. Sie hatte aber Glück, denn ihr Herr tauchte auf und hatte Erbarmen mit ihr. 


Während er sich mit dem Schmied vor die Taverne setzte und beide Männer wegen eines Getränks auf uns lauerten, durfte ich sie losbinden, wurde von dem Sattler allerdings noch angeranzt, nicht lange die Düfte seiner ausgiebig gelüfteten Kajira einzusaugen, sondern mich zu beeilen. Hach, den Hafen liebe ich ja sowieso, aber besonders diesen Platz vor der Taverne, wo man nicht wie im Gasthaus auf die Befindlichkeiten von freien Frauen Rücksicht nehmen muss, auch wenn einige wirklich nett sind. Selbstverständlich gefällt es mir, wenn eine Männerhand meinen Nacken krault oder durch meine Haare wuselt. Ok, wenn sich die Finger eines Schmieds dabei vertüdeln, wird es etwas unangenehm, aber ich mag den Herrn ja trotzdem sehr. Ich war jedenfalls kein bisschen traurig, als gewisse am Hafen ankommende Roben nur von weitem zu sehen waren und zusammen mit ihren Wadenbeißern gleich zielstrebig Richtung Gasthaus liefen. 


Gestern war ich mit meinen Vorlieben und Abneigungen übrigens nicht allein. Erst gesellte sich der Hauptmann noch auf einen kleinen Plausch zu den beiden Handwerkern dazu und kurz danach dann das Erste Schwert mit einer oberstinkigen Laune und sogar Mordgelüsten, die anscheinend durch Unverschämtheiten und Unzuverlässigkeit eines Weibs verursacht worden waren. Schade fand ich nur, dass ich einem trotz Stoffballen auf dem Kopf wirklich gut aussehenden Herrn nicht als Wegweiser dienen durfte, den ich schon viele Märkte kenne. Vordrängeln ist jedoch nicht mein Ding und „wünsch dir was“ gibt es für Kajirae nun mal nicht… aber angelächelt hat er mich. ;-)

Sonntag, 9. August 2015

Terrassendienst

Mein Herr war auf Wache und alle meine Aufgaben erledigt. Sogar der Larmakuchen war soweit vorbereitet, dass er in den Ofen geschoben werden konnte... nur der Teig sollte vorher noch etwas aufgehen. Die langweilige Warterei nutzte ich für einen kleinen Spaziergang Richtung Marktplatz... vielleicht würde ich auf der Gasthausterrasse irgendwelche Neuigkeiten erfahren, sofern sich dort Gäste aufhielten? Der Terrassendienst eignet sich dafür oft recht gut, während man sich den Gang zur Taverne meistens sparen kann, weil sich viele Herren auch gern mit den freien Weibern unterhalten, die selbstverständlich nie einen Fuß in eine Taverne setzen würden... außer sie knien irgendwann.

Mein neugieriger Blick über die Mauer des Gasthauses zeigte mir das Erste Schwert, den Neffen des Hauptmanns und die Schreiberin. Eigentlich hatte ich nur kurz meine Nase über die Brüstung gereckt, wurde dabei aber sofort von dem wachsamen älteren Krieger entdeckt, der allerdings auch eines der bevorzugten Sitzkissen mit Blickrichtung zum Eingang gewählt hatte, sodass umgehend die Chance vertan war, mich schnell wieder zu verdrücken. Doch das hatte ich selbstverständlich auch gar nicht vorgehabt... wollte mich ja etwas nützlich machen, denn die Wirtin war nicht zu sehen. Letztere tauchte zwar kurz nach mir auf, die beiden Herren waren jedoch zuvor schon von der Schreiberin mit Kalana und Ale versorgt worden, sodass ich schon annahm, meine Dienste wären nicht gewünscht. 


Doch dem Ersten Schwert fehlte zum Genuss seines Weines offensichtlich noch etwas Anschmiegsames und außerdem eine Beschäftigung für seine linke Hand. Einem solchen Anliegen kam ich selbstverständlich gerne nach, nachdem mich der Rarius mit unmissverständlichem Wink näher zu sich heran beordert und an sich gezogen hatte. Einzige Problematik dabei war allerdings die Wärme... für mich natürlich nicht, denn ich mag es warm, sondern für den Krieger, obwohl er wegen der warmen Temperaturen schon kein Oberteil trug, was mir beim Anschmiegen an seinen muskulösen Körper übrigens ganz besonders gut gefiel. 

Während ich nun begann, mit meiner Hand sehr sanft über seinen Rücken zu streicheln und meinen fast nackten Körper logischerweise noch etwas inniger an ihn drückte, fühlte ich mich bei seiner Feststellung "zu warm" logischerweise umgehend verpflichtet zu fragen, ob ich lieber wieder etwas von ihm abrücken sollte. Welche Auswirkungen bei meinem Ankuscheln an einen Mann meistens nicht zu verhindern sind, war mir natürlich klar... nicht nur mein Herr hat mich schon oft als seine Mobilheizung bezeichnet. Doch in diesem Fall war die Temperatur des Kalanas gemeint, denn der Arm des Rarius zog mich mit festem Griff noch enger heran, was mein Sklavenfeuer natürlich noch mehr zum Glühen brachte. 

Blöd war nur, dass wir uns auf der Gasthausterrasse befanden und leider auch noch in Gesellschaft freier Frauen, von denen auch noch eine auf meiner anderen Seite direkt neben mir saß und mit Sicherheit eine gute Sicht auf die Hand des Rarius an meinem Hinterteil hatte. Doch ich ignorierte das Weib einfach, war es doch nicht mein Problem, wenn ein Mann den Körper einer Kajira roter Seide erkundet. Erstaunlicherweise war diese Herrin jedoch in der Lage, ihre Blicke in unverfänglichere Richtungen zu werfen und die Wirtin ist eh nicht so zimperlich… glaube ich jedenfalls.

Leider fand mein Glühen trotzdem ein jähes Ende, nachdem sämtliche Herrschaften die Beschaffung von Eisblöcken erörtert hatten und irgendwelche ausstehenden Getränkezahlungen erledigt waren. Allerdings war nicht das Eis der Grund für mein nur noch auf Sparflamme glühendes Feuer, sondern weil das Gespräch des Rarius mit der Wirtin über Blackwine immer hitziger wurde. Der Wirtin war offenbar das Getue von Thentis um seine extrem teuren Bohnen nicht bekannt. Doch war ich wie gesagt etwas abgelenkt, sodass ich der Unterhaltung verständlicherweise nur mit halbem Ohr zuhörte und damit beschäftigt war, mich einigermaßen zusammenzureißen, um echauffiertes Freiefrauengekreische zu verhindern. 

Von einem anderen Gespräch vor einiger Zeit zwischen meiner ehemaligen Herrin und der Wirtin erinnerte ich, dass diese sich offenbar gerne verdrückt, wenn sie sich nicht mehr in der Lage sieht, Kontra zu geben. Daher wunderte es mich eigentlich nicht wirklich, dass sie auch bei der Diskussion um den schwarzen Wein plötzlich wütend davon stapfte. Mist war nur, der Krieger lief dem Weib leider kurz danach hinterher. Aber egal, ich überlegte nicht lange und nutzte den günstigen Umstand, als die Schreiberin über ihrer Milch eingedöst zu sein schien. Nachdem ich die kostbaren Bohnen des Zanks zurück in die Gasthausküche gebracht hatte, kniete mich sehr dicht neben den jungen Neffen. Mein Schenkel drückte sanft an sein Bein, während ich ihn bezirzend anplinkerte und mich nach seinem bevorzugten Getränk erkundigte. 

Eine Kajira ist nämlich stets gut beraten, die Vorlieben der Freien zu kennen und sich diese zu merken. In diesem Fall merkte ich mir übrigens nicht nur, was der junge Krieger am liebsten trinkt und dass er von Blackwine Blähungen bekommt. Ich merkte mir auch, dass er sehr darauf bedacht ist, freie Frauen nicht durch an seinem Oberschenkel langsam aufwärts wandernde Finger einer Rotseidenen zu brüskieren. Doch egal, inzwischen war es längst Zeit, mich um den Kuchen für meinen Herrn zu kümmern, sodass ich darum bat, mich zurückziehen zu dürfen. Dank rechtzeitigen Erinnerns kam ich zum Glück genau zum richtigen Zeitpunkt nach Hause, der Teig war inzwischen schön aufgegangen, aber noch nicht davongelaufen... dem Backen und später leiblichen Wohl meines Herrn stand also nichts mehr im Weg, außer seiner Heimkehr, die leider jedoch noch auf sich warten ließ.

Donnerstag, 6. August 2015

Die Pflicht ruft

Erschrocken riss ich die Augen auf und stellte fest, dass mein Herr nicht da war… hatte er mich länger schlafen lassen und war ohne mich zu seinem Rundgang aufgebrochen? Strubbelig wie ich war hastete ich ungekämmt, jeweils zwei Stufen auf einmal nehmend, schnell die Treppe hinunter. Puhh, ich hatte Glück und war nicht schon wieder alleine. In Gedanken versunken saß er auf seinem Kissen und war auch nicht sauer, dass ich seine Überlegungen störte, sondern lächelte mich nach meiner ziemlich stürmisch ausfallenden Begrüßung an. Wie toll, er war an diesem Tag sogar vom Wachoffizier verschont worden… dafür war Waffentraining. Mist, daran hatte ich ja nun überhaupt nicht gedacht und irgendwie sowieso nicht auf der Reihe, dass schon wieder Mitte der Hand war.

Selbstverständlich wollte sich mein pflichtbewusster Herr nicht vor dem Training drücken und scharrte außerdem schon mit den Füßen... zumindest kam es mir so vor. Ausfallen lassen kam außerdem schon deswegen nicht in Frage, weil er doch erst vor kurzem den Neffen des Hauptmanns wegen Schwänzens angemeckert hatte. Aber wenigstens blieben mir noch einige Ehn Zeit, um schnell von meinen Erste Hilfe Leistungen beim Schmied zu berichten. Doch nach einem kurzen Kommentar über „komische Nordsitten… Hauptsache er ist bald wieder fit“, hielt ihn dann wirklich nichts mehr vom Training ab. Offensichtlich mehr als die Verletzung seines Freundes interessierte ihn vor allem, ob sich der Frischling erneut lieber mit einer Kajira in der Taverne vergnügte oder dem Ruf der Pflicht folgen würde.


Oha, der Eifer des jungen Kriegers ließ an diesem Tag tatsächlich nichts zu wünschen übrig. Fast hätte er es sogar geschafft, vor meinem Herrn an der Wiese einzutreffen, der aber auch etwas zu früh dran war, da er sich ja ausgerechnet hatte, je eher heran, umso schneller ist er damit durch. Auch wenn ich den Kriegern immer gerne zuschaue, gefiel mir diese Überlegung natürlich außerordentlich gut, zumal mein Herr ja leider am nächsten Tag schon wieder zu einer längeren Patrouille aufbrechen würde. Während ich mich nun stumm ins hohe Gras kniete und die beiden Männer sich ins Schwertfuchteln stürzten, traf das Erste Schwert an der Trainingswiese ein. Der Krieger war offensichtlich so erfreut darüber, mich zu sehen, dass er mir noch sehr sanft, fast liebevoll über die Wange streichelte, bevor er sich nach unserem kurzen Plausch pflichtbewusst ebenfalls seinem Training widmete.

Tja, mit großem Bedauern wurde mich nach und nach klar, dass es mit einem frühen Ende des Schwertfuchtelns leider doch nicht klappte… im Gegenteil. Wobei es mir selbstverständlich fern liegt, mich darüber zu beschweren, dass mein Herr dem jungen Rekruten nach einigen Runden und etlichen Grasflecken, diverse Taktiken zur Beinarbeit und Abwehr mit dem Schild, Vor- und Nachteile je nach Laufrichtung zum Gegner, verschiedene Angriffstechniken mit Drehungen, Ausfällen, Rückzügen und, und, und erklärte. Ich habe davon jedenfalls nichts kapiert und mich meinen Gedanken nachhängend stattdessen lieber stumm dem Anhimmeln meines Herrn hingegeben, während eine Ehn nach der anderen verging. Später zu Hause erzählte er mir, wie schön er es gefunden hatte, den jüngeren Krieger auszubilden und dabei an seine eigenen Anfänge erinnert zu werden, als er außer seiner Unbeschwertheit, Ehre und Mut nichts hatte, jedoch genau wusste, wie viel er noch lernen musste.


Der Neffe des Hauptmanns machte sich jedenfalls ganz ordentlich und total motiviert wie er war, kapierte er wohl auch recht schnell. Es war diesmal nicht nur ein viel längeres, sondern auch ein ganz anderes Training als sonst. Der ehemalige Mentor meines Herrn sprach ihm sogar seine Anerkennung für das Erklären der Taktik aus. Leider ist zwischen Theorie und Praxis jedoch ein großer Unterschied und es ist es für jeden Krieger ein weiter Weg, wenn er vielleicht mal annähernd so gut kämpfen möchte wie der Ex-Mentor meines Herrn. Das bekam er nämlich beim Training mit ihm wieder zu spüren. Mein Herr ist seit dem Eintreffen des jungen Frischlings zwar nicht mehr der jüngste Krieger in Jorts, aber trotzdem immer noch der zweitjüngste, auch wenn er in den mehr als vier Märkten seit einem gewissen Klaps auf mein Hinterteil inzwischen viel dazu gelernt hat.


Plötzlich war leider sogar zu befürchten, dass das Training an diesem Tag noch einen Nachschlag bekommen könnte, obwohl es inzwischen reichlich spät war. Es schallten nämlich laute Rufe vom Hafen herüber, von denen außer „wir besetzen eure Stadt“ zwar nicht viel zu verstehen war, die aber nicht so wirklich wohlgesonnen klangen, sodass mein Herr und drei weitere Krieger mit grimmigem Gesichtsausdruck natürlich sofort Richtung Marktplatz davon stapften. Mir blieb nur hinterher zu laufen, mich aber weiter stumm im Hintergrund zu halten, um das Geschehen aus sicherer Entfernung zu verfolgen, denn man weiß ja nie. Doch zum Glück handelte es sich bei den Fremden um Händler mit freundlichen Absichten. Sie kamen aus irgendeinem Norddorf, dessen Namen ich mir allerdings nicht merken konnte und begaben sich nach kurzem Palaver mit dem Brauereibesitzer und einigen weiteren Bewohnern ins Gasthaus.

Zu meiner großen Freude gelüstete es meinen Herrn jedoch nicht auf die Terrasse, sondern nach einem häuslichen Paga... außerdem forderten seine vielen Wachdienste inzwischen wohl auch ihren Tribut. Vorher rief er allerdings noch kurz den jungen Rekruten zu sich und warf ihm breit grinsend eine Münze zu: "Nimm Frischling… sauf eine Runde Paga auf mich, die hast du dir verdient... aber gib auch den anderen etwas aus und verrate es deinem Onkel nicht!" Der Hauptmann kürzt dem Jungspund nämlich als Erziehungsmaßnahme ständig den Sold, sodass er sich Paga wohl nicht allzu oft leisten kann. Aber die Erziehungsmethoden dieses Herrn waren ja schon immer… naja.^^

Mittwoch, 5. August 2015

Doch kein Frei-Paga

Ein Menschenauflauf empfing meinen Herrn und mich, als wir den Marktplatz erreichten… die vielen Stimmen hatte man fast schon vor der Haustür hören können. Während wegen der zahlreich versammelten Krieger erste Überlegungen in mir keimten, ob womöglich etwas passiert war, wurde mein Herr von seinem ehemaligen Mentor mit der Vermutung begrüßt, dass auf dem Platz irgendwo ein Schild „Frei-Paga“ stehen muss. Mich allerdings begrüßte er lächelnd mit „grüß dich kleine Blume“… diese Bezeichnung passte jedoch nicht nur zu meinem Namen, sondern weil sich die Krieger an diesem Tag anscheinend zu einem Feldzug gegen… ja, gegen Blumen versammelt hatten. 

Es gab jedenfalls weder das vermutete Schild noch Frei-Paga und auch die Einladung des Sängergefährten entpuppte sich leider als Missverständnis. Stattdessen hatten sich etliche Blumenkrieger versammelt, um die Sängerin beim Pflücken von blühendem Grünzeugs zu bewachen, während ihr Gefährte das Wissen des Frischlings über den Kriegerkodex abfragen wollte, der ja bekanntermaßen vor Frauen geheim zu halten ist. Die Prüfung musste daher etwas abseits der im Gegensatz zur Stadt äußerst stark bewachten weiblichen Roben stattfinden. Grüne Versorgung bei Verletzungen war ebenfalls gewährleistet. Wobei die Medica nach einigen fehlgeschlagenen Hinweisen an den Neffen ihres Gefährten und zunehmend säuerlicher werdender Blicke, wohl kurz davor war, doch lieber zuhause zu bleiben. Ständig von dem Jungspund mit „Tantchen“ angesprochen zu werden, gefiel ihr anscheinend ganz und gar nicht.


Mein Herr wäre selbstverständlich gerne dabei gewesen, wenn der Neffe des Hauptmanns zu erklären versucht, dass er den Kodex verstanden hat. Aber einer muss sich selbstverständlich um die Sicherheit der Stadt kümmern und leider hatte der Sleen von Wachoffizier schon wieder ihn dafür eingeteilt. Aber mal abwarten, ich glaube so ganz beendet ist die Ausbildung des jungen Kriegers wohl noch nicht. Er wollte doch tatsächlich einem der Weiber ihren Korb tragen… allerdings mit der Linken, damit er im Gefahrfall mit der Rechten noch ziehen kann. Tja, offensichtlich hatte er nicht bedacht, wie er den Pfeil auflegen müsste, geschweige denn die Bogensehne spannen. In diesem Moment konnte ich mir ein erleichtertes Grinsen nur ganz schwer darüber verkneifen, bei diesem Feldzug der Blumenkrieger nicht dabei zu sein. Als einzige Kajira, hätte vermutlich ich den Korb schleppen dürfen… nun erhielt eine der Herrinnen diese Ehre, zumal in einer männerdominierten Welt wie Gor, sowieso kein Mann die Sachen eines Weibs schleppen würde.

Auf dem Heimweg stoppte mein Herr noch kurz an der Schmiede, um einen kleinen Plausch mit seinem Freund zu halten, der sich inzwischen in seiner Werkstatt zu schaffen machte. Anscheinend hatte er irgendetwas auf dem Schmiedefeuer am Köcheln und daher von den Blumenkriegern zur Bewachung der Grünzeug liebenden Sängerin nicht allzu viel mitbekommen. Wie so oft in letzter Zeit war der Schmied jedoch irgendwie sehr nachdenklich drauf und schaute mehrfach zur Esse hinüber, sodass mein Herr ihm schließlich grinsend die Frage stellte, ob er ein Eisen im Feuer hat. „Nein mein Freund, da im Feuer stirbt gerade ein Teil von mir“, war seine Antwort, die mich den Herrn nun sehr nachdenklich mustern ließ, zumal ich mir ja nicht sicher bin, ob Tod zu neuem Leben führt, auch wenn mein Herr meinte, dass man das so sagt.


Noch nachdenklicher wurde ich, als der Schmied plötzlich seinen Dolch zog, um ihn meinem Herrn mit dem Griff voran zu reichen. Er sollte ausprobieren, ob er gut in der Hand liegt. Mein Herr kam diesem Wunsch natürlich nach, hielt den Dolch prüfend in seiner Hand, lobte ihn nach eingehender Betrachtung der Klinge… und erhielt ihn als Geschenk! „Es ist der Dolch meines Vaters… nun ist es deiner… möge er dir dienen, wie er mir gedient hat“. Nicht nur ich war sehr erstaunt über dieses Geschenk, sondern wahrscheinlich auch mein Herr, der nun seinen alten Dolch aus der Halterung an seiner rechten Sandale zog, ihn gegen den neuen tauschte und seine alte Waffe dann dem Schmied reichte: "Danke mein Freund, nimm den hier und schmilz ihn ein, wenn du Material brauchst... der ist so alt, zu mehr taugt er kaum noch." Leider ahnte mein Herr nicht, was noch passieren würde.

Inzwischen nahte nun tatsächlich die Ahn der Wache und nachdem mein Herr aufgebrochen war, lenkte ich mich wie immer mit etwas Hausarbeit schnell von meinen leicht trüben Gedanken ab. Ich schüttelte u.a. auch eines der Felle sehr gründlich aus, was sich in Anbetracht der gewaltigen Staubwolke als bereits überfällig herausstellte. Ohje, dummerweise hatte ich in meinem Reinigungseifer jemanden am Voskufer übersehen und vermutlich mit Staub eingenebelt… ausgerechnet den netten Schmied! Peinlich berührt von meinem Missgeschick ließ ich das Fell sofort fallen und stürmte den Hang hinab, um mich schnell bei ihm zu entschuldigen. Im Nachhinein glaube ich allerdings, meine Stabwolke muss der Wille der Priesterkönige gewesen sein, denn ohne hätte ich bestimmt nicht mitbekommen, warum der Herr dort am Fluss war und hätte seine Verletzung nicht verbinden können.

Obwohl der Herr seine Hände hinter dem Rücken hielt und offensichtlich etwas vor mir verbergen wollte, entdeckte ich trotzdem irgendwann, dass von seiner rechten Hand Blut herunter tropfte… und zwar nicht wenig. Er war jedoch nicht beim Baden von einem der gefährlichen Wasserviecher angegriffen und verletzt worden, sondern informierte mich, er habe gerade das letzte Quäntchen seines alten Glaubens vernichtet und fügte nach meinem offensichtlich ziemlich verständnislosen Blick hinzu: „Dina, du weißt doch… mit Blut wird geschworen und mit Blut wird ein Schwur gebrochen“. Mist, nordische Götter hin und Priesterkönige her… warum musste er sich denn einen so tiefen, heftig blutenden Schnitt mit dem alten Dolch meines Herrn verpassen und das ausgerechnet auch noch, wenn die Grüne im Wald Blumen pflückt?!

Wie gut, dass ich in Erster Hilfe nicht ganz schlecht bin, auch wenn ich mich jetzt wirklich nicht loben will. Trotzdem war ich ziemlich zufrieden mit mir, dass dieser angeblich nicht schlimme, meiner Meinung nach aber tiefe Schnitt, mit dem mir der kernige Held in der Schmiede dann vorführte, wie man ihn ohne mit der Wimper zu zucken mit einem glühenden Schüreisen schließt, nicht mit einem dreckigen Reptuch umwickelt wurde, sondern mit einem sauberen Verband. Als Kriegerkajira habe ich nämlich schon vor längerem dafür gesorgt, dass ich mich um kleinere Verletzungen meines Herrn selbst kümmern kann und daher ist Verbandmaterial immer in seinem Haus vorrätig. 


Ich bin zwar keine Medica, aber Papperlapapp… Freie haben auch nicht immer Recht. Eine Kajira darf dies nur keinem Herrn unter die Nase binden und muss ihn glauben lassen, er sei ganz alleine auf die Idee mit dem Verband gekommen. Bei dieser Schnittverletzung habe ich jedenfalls nicht klein beigegeben und es mit einer Mischung aus energischem und besorgtem Zureden schließlich geschafft, dass der Schmied sich auf die Bank setzte, sodass ich seine Wunde so gut ich konnte versorgen und sauber verbinden konnte… mal sehen, ob nun auch noch mein Rat befolgt wird, sie am nächsten Tag in der Krankenstation der Grünen zu zeigen? ;-)

Dienstag, 4. August 2015

Keine besonderen Vorkommnisse

Eine Botschaft von dem Wissenden hatte meinen Herrn zwar immer noch nicht erreicht, doch wollte er an diesem Tag endlich in der Oberstadt einen Blick in den Zylinder der Kriegerkaste werfen, da es inzwischen wohl eine Ewigkeit her war, dass er sich dort aufgehalten hatte. Doch dazu später mehr, mein Herr schloss nämlich plötzlich die Kette an meinen Kragen und befestigte sie an dem in der Wand eingelassenen Ring neben seinem Schlaffell. Ich befürchtete natürlich, er würde mich nicht mitnehmen und was noch viel schlimmer war, ich bekam Angst, er sei unzufrieden mit mir. Zum Glück war beides jedoch nicht der Fall… ihm stand einfach nur so der Sinn danach, sein angekettetes Eigentum eine Weile zu betrachten oder so zu tun, als würde er mich ignorieren. Dass seine Blicke mir natürlich durch und durch gingen und mein Feuer ganz schön anheizten ist ja klar. Leider war es viel zu schnell dann aber doch Zeit für seinen Rundgang.


Gleich auf dem Marktplatz trafen wir übrigens den Krieger vom Hof, der es sich auf der Bank vor dem Gasthaus bequem gemacht hatte. Da die beiden sich lange nicht gesehen hatten, erkundigte sich mein Herr natürlich erst einmal nach dem Befinden des Kriegers und erfuhr, dass die Priesterkönige ihn in diesem Jahr mit einer sehr reichen Ernte gesegnet hatten, was logischerweise mit sehr viel Arbeit verbunden ist. Kein Wunder also, dass der schwer Beschäftigte nicht mal Zeit für die Waffentrainings der jortsschen Krieger gehabt hatte. Während des Gesprächs über die guten Ernteerträge bemerkte mein Herr schließlich auf der Gasthausterrasse drei Rarii, darunter einen Fremden, bei dem es sich anscheinend um einen Freund des Ersten Schwerts handelte. Natürlich war es nun ein Gebot der Höflichkeit für meinen Herrn, sich diesem Krieger vorzustellen.

So wie es aussah, ließen die drei Roten es sich bei einem mitten auf dem Tisch stehenden Fass Paga gut gehen. Der fremde, aus irgendeiner mir unbekannten Oase der Tahari stammende Rarius hatte es spendiert und lud meinen Herrn ebenfalls ein… eine freundliche Geste, die er selbstverständlich dankend annahm. Vorgeglüht wie ich war, nutzte ich die perfekte Gelegenheit sofort aus und präsentierte beim Füllen des Bechers mein Hinterteil auf eine möglichst aufreizende Art, auch wenn mir dabei klar war, dass mein Herr total auf Rundgang eingestellt war, sodass er meinen Po wahrscheinlich nur beiläufig betrachten würde, wenn überhaupt. Aber egal, kein Versuch kann schaden und vielleicht erfreute der Anblick ja doch. Er ließ sich übrigens auch nicht bei den anderen am Tisch auf einem Sitzkissen nieder, sondern trank seinen Paga im Stehen, um nach einer freundlichen Warnung des fremden Kriegers „ wer länger bleibt, muss mit uns Mitte der Hand trainieren“, seinen Rundgang fortzusetzen.

Das nächste Waffentraining wird nach der Behauptung des Fremden, sein Schwert würde es nach einem Fass Paga mit 10 Kriegern tänzelnd aufnehmen, bestimmt spannend… oder so ähnlich drückte er sich wohl aus. Ich fand es eigentlich toll, mit meinem Herrn weiter Richtung Oberstadt zu laufen, weil ich es liebe, dort auf der Stadtmauer mit ihm zu sein, vor allem wenn in der Stadt alles ruhig ist und mein Herr Muße hat, sich trotz seiner Mauerinspektion mit mir nebenbei zu unterhalten. Er machte sich Gedanken um den Sattler, ob der sich wegen dem Wissenden immer noch von seinem Heimstein fernhält, da er sein Packen aus Angst vor Feuerbällen doch neulich angekündigt hatte. Außer einigen sehr vagen Gerüchten über die Abreise des Herrn, die ich am Hafen bei meinen Einkäufen aufgeschnappt hatte, war mir über seinen Verbleib jedoch nichts weiter bekannt. Es bleibt also vorerst abzuwarten, ob er wohlbehalten zurückkommen wird und nicht wieder gerettet werden muss.

Das letzte Ziel auf dem Rundgang meines Herrn war dann wie oben schon erwähnt der Raum der roten Kaste von Jorts in einem der Zylinder in der Oberstadt. Er überlegt nämlich, den Wissenden dort zu empfangen, weil es sich bei dem Anliegen ja um eine Angelegenheit der Kriegerkaste handelt. Übrigens konnte mein Herr nicht ganz verstehen, warum der Hauptmann diesen Raum nur äußerst selten oder gar nicht nutzt, sondern stattdessen lieber den Marktplatz oder einen anderen Ort. Für Besprechungen mit mehreren Teilnehmern bietet er sich nach Meinung meines Herrn wirklich sehr gut an und auch wenn mal ein Krieger zusammengestaucht werden muss. Alleine der Umstand, von seinem Vorgesetzten dort hoch in die Oberstadt zitiert zu werden… der lange Weg… die vielen Stufen… macht nicht nur kurze Beine und aus der Puste, sondern Hitzköpfe sicherlich auch etwas kleinlauter und bereitet manch einen Spezi bestimmt ganz gut auf den erforderlichen Einlauf vor. 

Aber egal, der Hauptmann wird bestimmt seine Gründe haben und ob mein Herr diesen Raum für die Verhandlungen mit dem hochkastigen Weißen tatsächlich nutzen wird, hat er noch nicht endgültig entschieden, da es inzwischen spät geworden war und damit Zeit, nach Hause zu gehen.