Mittwoch, 19. August 2015

Tavernendienst

Vom Hafen kommend hörte ich bereits, wie sich drei Krieger über einen Männerhintern unterhielten und dass jemand einen Rückfall gehabt, sich besoffen und dann mit einer Fackel in der Hand Urts gejagt hatte. Oh, das mit den Urts war mir neu, aber ansonsten war mir natürlich sofort klar, um welches aus Sicht einer Kajira durchaus ansehnliche Hinterteil es sich handelte. Selbstverständlich verkniff ich mir dazu aber jeglichen Kommentar und grüßte die Männerrunde stattdessen freundlich lächelnd mit Unschuldsmiene. Lustig war, dass Luna gerade weit vorgebeugt mit ihrem Po in Richtung Hauptmann wackelte… ich glaube, das sollte gegen seine Schlafstörungen helfen. Wobei nee, wieso schlafen? Der Herr war doch wieder zur Nachtwache eingeteilt worden!

Meinen Abstand zum Hauptmann hatte ich diesmal übrigens vorsorglich lieber etwas größer gewählt, denn ich war natürlich nicht besonders erpicht darauf, erneut die Ehre seiner grobmotorischen Ks zu erhalten. Leider beorderte er mich jedoch sofort näher heran. Na toll… zwar nicht gerade begeistert rückte ich selbstverständlich ein kleines Stückchen, fragte aber lieber noch einmal nach, denn ich hoffte natürlich, ihn falsch verstanden zu haben. „Hab ich eine Bitte geäußert Dina? Oder was denkst du, was das war!?“ war wirklich eine klare Ansage… dummerweise wurde sie jedoch von einem großen Kriegerschritt in meine Richtung und einer kräftigen Ohrfeige begleitet. Damit war dann leider recht schmerzhaft geklärt, dass mein Näherrücken nicht nah genug war. 

Mist, der Schlag war wirklich nicht ohne gewesen und meine Wange glühte ordentlich, doch das kaschierte mein sowieso hochroter Kopf wohl ganz gut, denn mein falsches Benehmen war mir jetzt natürlich sehr peinlich. In Zukunft werde ich wohl lieber die groben Aufmerksamkeitsbezeugungen des Hauptmanns in Kauf nehmen… die tun nämlich weniger weh und gehen manchmal ja auch in unerwartetes, aber durchaus angenehmes Haare wuscheln über. Ich war jedenfalls erst einmal erleichtert, dass der Hauptmann jetzt von mir abließ und Lust auf einen Tavernenabend verspürte… zumindest bis seine Wache begann… und dachte darüber nach, ob mein nicht dicht genug an ihn Heranrutschen vielleicht mit Paga herunter gespült werden kann und dann vergessen ist? 

Mich dieser Hoffnung hingebend, füllte ich eilig seinen Becher nicht gerade zimperlich mit Paga und quetschte mich beim Servieren seines Lieblingsgetränks so dicht an ihn heran, wie es trotz der eher störenden Bank möglich war… Sitzkissen sind wirklich viel praktischer. Wahhh, angeblich war ich jedoch schon wieder nicht nah genug und spürte sofort die Hand des Hauptmanns ziemlich unsanft auf meinem Kopf, während ein Brummen der Sorte ungehalten zu hören war. Blöderweise schwappte mir dabei der Paga über, lief erst über meine zum Hauptmann hoch erhobenen Hände und dann die ausgestreckten Arme hinab. Selbstverständlich stammelte ich schnell etwas von Versehen, gut gemeinter Pagamenge und bat um Verzeihung… kündigte auch an, den Pagabecher des Herrn in Zukunft vornehmer zu füllen, damit bei Kopfpatschern nichts mehr überschwappt.


Ohje, also ich fand meine Überlegungen total logisch, erntete dafür vom Hauptmann jedoch ein weiteres ungehaltenes Brummen… ob er mir noch eine langen soll, damit ich besser lerne und so. Zusätzlich herrschte er mich an, ihm nicht mehr zu widersprechen, weil seine Laune dann so schlecht wird, dass er mich seine Zehennägel abkauen lässt. Danach erlaubte er mir großzügig, ihn jetzt richtig um Verzeihung zu bitten, auch für mein Benehmen zuvor auf dem Marktplatz. Ohne auch nur den Hauch eines leisen Piep noch von mir zu geben… übrigens auch nicht, als ich in meinem Eifer mit dem Kopf unangenehm am Tisch anstieß… sah ich jetzt natürlich zu, um die Bank herum zu krabbeln, mich tief über seine Sandalen zu beugen und seine Füße sehr sanft zu küssen, während ich zwischendurch immer wieder leise um Vergebung bettelte.

Leise lachend war der Hauptmann anscheinend ganz begeistert von meinem Tun und besonders von meinem hochgereckten Hintern, dem er mit offensichtlichem Vergnügen und reichlich Schwung die Ehre zweier Klatscher erteilte… auf jede Pobacke einen. Etwas von seinem leckeren Essen bekam ich allerdings auch ab und wurde zuletzt mit sehr sanftem Wuscheln meiner Haare verwöhnt, nachdem ich mich wieder aufrichten durfte. Bei seiner Bemerkung zu den anderen Kriegern, mein Herr habe einen guten Fang mit mir gemacht, habe ich natürlich so getan, als hätte ich nichts gehört, denn selbstverständlich liegt es mir total fern, mir solche Äußerungen zu Kopf steigen zu lassen oder womöglich übermütig zu werden.

Leider riefen die Kessel des Brauereikriegers mal wieder recht früh nach ihm, doch wurde sein Sitzplatz nicht kalt, denn kurz darauf gesellte sich der inzwischen wieder nüchterne Schmied dazu. Er trank an diesem Abend allerdings lieber nur Wasser pur und war zu Lunas und meinem Bedauern auch wieder komplett bekleidet. Erstaunlicherweise erkundigte er sich bei mir nach dem Mündel meines Herrn. Doch über den Verbleib dieser Frau konnte ich leider keine Auskunft geben und mein Herr wahrscheinlich auch nicht… das Weib hatte sich vermutlich längst aus dem Staub gemacht, denn seit einigen Hand hatte niemand die Freie mehr gesehen. Dem Schmied war es jedenfalls sehr Recht, dass er das Mündelquartier nun wieder selbst nutzen kann. Der Ärmste braucht wegen seines befürchteten Nachwuchses im Dreierpack demnächst nämlich ein Ausweichschlafquartier.

Auch der Sitzplatz des Hauptmanns wurde nicht kalt, nachdem er schweren Herzens zur Nachtwache aufgebrochen war. Zu etwas vorgerückter Ahn tauchte nämlich der Sattler noch mit Ravi auf.

Doch war ich inzwischen von meinen Diensten unter dem Tunikarock des Ersten Schwerts und den Berührungen seiner Kriegerhand ziemlich abgelenkt, sodass ich von den Gesprächen der Männer irgendwie nichts mehr mitbekam. ;-)

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