Donnerstag, 24. September 2015

Zu spät?

„Ahhhhh... Dina, du bist zum Bewundern heute zu spät dran“, war das Erste, was ich nach der Grüßerei vom früheren Mentor meines Herrn hörte, als ich die Wiese erreichte, wo die Krieger wie jede Hand ihr Waffentraining abhielten. Ok, ich war bestimmt über eineinhalb Ahn später dran als sonst, aber die Rarii hatten sich an diesem Tag anscheinend auch schneller geschlagen und beschossen als sonst. Trotzdem war das noch lange kein Grund für mich, diesen gut aussehenden Krieger nicht zu bewundern. Das Anhimmeln bekommt allerdings einen etwas anderen Schwerpunkt, wenn Hin- und Herlaufen und Schwertfuchteln entfällt, ist aber trotzdem nicht weniger schön.

Schade war nur, dass der Rarius nun behauptete, durch mein verspätetes Auftauchen hätte ihm ein Anreiz gefehlt, sich noch mehr ins Zeug zu legen. Der Hofkrieger hatte offensichtlich wie ein Bosk gewütet, der zur Schlachtbank geführt wird, nachdem er ihm ich weiß nicht was an den Kopf geworfen und damit anscheinend beleidigt hatte. Wobei mir anschließend im Gasthaus Gedanken durch den Kopf gingen, ob nicht ein ganz anderer Grund die Ursache für das Auftrumpfen dieses Trainingsgegners gewesen war. Es gibt nämlich Neues in der Stadt in Form einer sich anbahnenden Gefährtenschaft zwischen jenem Krieger und der zweiten Grünen. 


Bei dieser noch nicht allzu lange in Jorts wohnenden Freien muss ich übrigens immer ganz gewaltig aufpassen, sie nicht mit der Gefährtin des Hauptmanns zu verwechseln, weil die beiden Herrinnen offensichtlich nicht nur den selben Schneider haben, sondern beide sich ihre dunklen Haare auch noch in derselben Art und Weise hochstecken. Nur in ihrem Getränkegeschmack unterscheiden sie sich wie Gianni und Urt, da die Hauptmannsgefährtin lieber bei Tee oder Wasser bleibt und ihr Double diesen Mischmaschtrunk mit Namen eines nordischen Gottes aus ich weiß nicht wie vielen Alkoholsorten bevorzugt. Aber egal, mir steht selbstverständlich nicht zu, über Freie zu urteilen, also hat mir der Alkoholkonsum freier Frauen egal zu sein.

Allerdings versuche ich mir zu merken, welche Getränke die Herrschaften bevorzugen, ob gesüßt oder ungesüßt, mit oder ohne einen Schuss Fruchtsaft und in welchem Mischungsverhältnis mit Wasser, da vieles oft nur verdünnt getrunken wird. Es ist nämlich ein tolles Gefühl, wenn es mir gelingt, damit eine kleine Freude zu bereiten, so wie an diesem Abend im Gasthaus beim Ex-Mentor meines Herrn und der Sklavenhändlerin. Ein großer Nachteil des Servierens ist für mich nur, dass die Gespräche am Tisch meistens mehr oder weniger an mir vorbei gehen, da ich mich immer auf den jeweiligen Freien konzentriere, dem ich gerade sein Getränk anreiche. Trotzdem sollte eine Kajira natürlich nicht alles um sich herum komplett ausblenden. 

Ok, das übliche Gerangel um das beste Sitzkissen ist nicht so wichtig. Die Kissen sind übrigens immer noch nicht mit Namen bestickt und werden es zum Leidwesen einiger besonders hartnäckiger Herren wohl auch nicht. Wobei es ohne den Sitzkissenstreit vermutlich auch kein Thema über die Länge der kleinen Krieger der beiden Rarii gegeben hätte. Der Bauer hatte dem Ex-Mentor meines Herrn zuletzt nämlich angedroht, ihm jenes nicht unwichtige Körperteil zu kürzen. Um welches Kissen es dabei ging, konnte ich aus der Küche jedoch nicht sehen… ist aber auch egal. 


Viel interessanter war, bei meiner Rückkehr zum Tisch mitzubekommen, wie wenig Eindruck diese Drohung hinterlassen hatte. Ich musste echt mit mir kämpfen, um nicht zu kichern, weil der Ex-Mentor diese Maßnahme durchaus positiv sah und damit komplett die Drohung nahm. Eine Kürzung seines besten Stücks hätte durchaus Vorteile, meinte er… er könne kürzere Tuniken tragen, ohne dass unten jemand heraushängt. Danach legte er aber seine Hand unter mein Kinn und strich mit dem Daumen so sanft über meine Lippen, dass außer diesem Krieger alles um mich herum schlagartig nicht mehr existierte… naja, nur bis ich ihm schließlich irgendwie seinen Kalanakelch überreicht hatte und weiter servieren durfte. 

Gestern wurde von mir neben den Getränkebestellungen übrigens auch schnelles Reagieren und Wegducken gefordert, als die Grüne und der Kriegerbauer plötzlich Messer zückten. Während ich mich also eiligst aus der Schnittrichtung der Messerkampfzone zurückzog, stellte sich heraus, dass das Weib ihrem „Dummerchen“ (so nannte sie ihren Zukünftigen tatsächlich!) nur eine Messerklinge auf seine Beule legen wollte… nur flach und aus medizinischen Gründen… also zur Kühlung… und auf die Stirn. Den medizinischen Aspekt am Tun seiner Angebeteten, hatte das angebeulte „Dummerchen“ offensichtlich nicht erkannt. 

Das Gesäusel zwischen den beiden Verliebten um ihre Gefährtenschaft und dass die Priesterkönige die Grüne mit einem schärferen Messer segnen mögen, ihren Zukünftigen aber mit einem bis auf die Schultern reichenden Helm, ging dann wieder weitestgehend an mir vorbei, da mein liebster Gast eine Runde für alle ausgab und damit dafür sorgte, dass ich einiges zu tun bekam. Warum er nach seinem Messer-Schulterhelm-Trinkspruch seinen Kelch in einem Zug austrank und ihn dann in der Hand zerdrückte, habe ich leider jedoch nicht verstanden und konnte bedauerlicherweise auch nicht mehr nachfragen, weil er sich danach gleich verabschiedete.


Die Terrasse wurde dennoch nicht leerer. Kaum hatten sich weitere Freie zurückgezogen, trafen neue Gäste auf der Terrasse ein, sodass die Kissen nicht kalt wurden und die Gespräche sich neuen Themen und auch den vielen ausstehenden Aufträgen auf einer langen Liste des Zeugmeisters zuwandten.

In Anbetracht meiner fortschreitenden Müdigkeit, sind die aber bis auf die freundliche Nachfrage des Schmieds nach meiner freie Frauen tauglichen Darbietung am ersten Tag dieser Hand und der Erkenntnis, dass das schwarze Kailla gar nicht dem Fremden gehört hatte, jetzt aber im Besitz der Sklavenhändlerin ist und den Garten meiner früheren Herrin verwüstet hat, tatsächlich an mir vorbei gerauscht. Das Getue der Grünen um die Farbe ihres Kleids bei einer Vertragsunterzeichnung mit 4 Märkten Gültigkeit, war für mich eh zu hoch, weil Goreaner doch so stolz auf ihre Kaste sind, sodass sich damit solche Fragen eigentlich erübrigen… naja... sollten! ;-)

Mittwoch, 23. September 2015

Ein Kastenhaus für die Handwerker

Das vor kurzem aufgeschnappte Gespräch der zweiten Grünen im Gasthaus über ihren Einzug in ein Eckhaus innerhalb der Stadtmauern, veranlasste mich gestern, noch durch die Oberstadt zu laufen, nachdem ich meinen Dienst im Tarnturm beendet hatte. Ich habe in der Oberstadt ja meistens eigentlich nichts zu suchen, doch in diesem Fall wollt ich in Erfahrung bringen, wo bei Notfällen weitere ärztliche Hilfe geholt werden kann, falls die Krankenstation nicht besetzt ist. Dass die grüne Kastenerste bei ihrem Gefährten, dem Hauptmann wohnt, weiß ich ja.

Meine Vermutung, um welches Haus es sich handelt… drei Eckhäuser von vieren in der Oberstadt waren nämlich bereits anderweitig vergeben… war übrigens richtig, denn es sah tatsächlich bewohnt aus und es waren auch Stimmen zu hören. Ich konnte sogar mehrere Stimmen ausmachen, allerdings nur männliche. Überhaupt nicht neugierig und eigentlich vollkommen desinteressiert, an fremden Türen zu lauschen, hielt dennoch inne, da ich mir gar nicht vorstellen konnte, dass die Freie Männerbesuch hatte… hatte sie übrigens auch nicht. Letztendlich stellte ich erstaunt fest, die Stimmen kamen gar nicht aus dem Eckhaus, sondern aus dem nebenan, wo die Haustür offen stand. 

Tja, ich gebe zu, wirklich nur aus total nicht neugieriger Wissbegier und um festzustellen, ob dort alles mit rechten Dingen zuging, lief ich langsam auf diese Tür zu. Nach dem Motto „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“, erschien es mir vollkommen richtig, lieber erst mal durch den Spalt zwischen Türblatt und Mauerwerk ins Innere des Hauses zu linsen, wo ich dann aber keine Halunken, sondern den Sattler, den Zeugmeister und den Schmied entdeckte. Letzterer bekam von Ravina gerade ein Getränk serviert, während sich die Männer über irgendwelche Sicherheitsmaßnahmen im Belagerungsfall zur Entsorgung gewisser Ausscheidungen unterhielten und dabei erörterten, wie gefährlich es im Kriegsfall sein kann, seinen Allerwertesten einfach über die Stadtmauer zu hängen, warum man keinen Eimer nehmen sollte und warum Rohre besser sind. 

Leider muss ich mich in meiner Wissbegier wohl zu stark an der Tür abgestützt haben, denn plötzlich war mitten in einer unvorhersehbaren Gesprächspause vom Türscharnier schrecklich lautes Knarzen zu hören. Die nun prompt ertönenden Rufe des Lederarbeiters und des Schmieds veranlassten mich natürlich mich sofort zu zeigen, damit ich mir durch meine Unachtsamkeit nichts Schmerzhaftes einhandelte, denn immerhin war dort ein Krieger im Haus. Unschuldig plinkernd beeilte ich mich dann darauf aufmerksam zu machen, dass die Tür knarzt und geölt werden muss und versuchte damit den Eindruck zu erwecken, als ob es ganz logisch ist, dass ich einfach so auftauche. Uff, die spontane Ablenkung klappte tatsächlich, denn ich blieb von einem Anranzer verschont und es gelang mir außerdem, sogleich die erstaunte Frage an Ravina nachzuschieben, ob ihr Herr womöglich umgezogen ist und jetzt in der Oberstadt wohnt.

Meine vorausschauende Notfallerkundung entpuppte sich nun als echter Glückstreffer für Neuigkeiten. Ich erfuhr nämlich, der Sattler war nicht umgezogen, sondern er hatte zusammen mit dem Schmied für die Handwerkerkaste von Jorts Fähre ein Kastenhaus gemietet, allerdings mit knarzender Tür. Die Vorüberlegungen der beiden Herren dazu hatte ich irgendwann zwar mal mitbekommen, allerdings war mir nicht bekannt, dass diese inzwischen umgesetzt worden waren. Während die Männer nun das Rohr- und Eimerthema noch zu Ende erörterten und der Schmied schließlich vom Zeugmeister den Auftrag zur Fertigung von Rohren erhielt… schließlich sollte niemand bei feindlicher Belagerung Gefahr laufen, seine Vier Buchstaben mit einem Pfeil geschmückt zu bekommen… durfte ich mit Ravina draußen ein wenig tratschen. 

Von ihr erfuhr ich, dass das Kastenhaus der Handwerker tatsächlich neu ist… also nicht neu gebaut, sondern erst vor wenigen Tagen gemietet wurde. Grund dafür ist die stetig wachsende Handwerkerkaste von Jorts Fähre. Einen Sitz im Rat haben sie übrigens schon seit einiger Zeit. Meine Beratung in Sachen Gartengestaltung… den Handwerkern scheinen die hübschen wilden Mohnblumen vor dem Haus zu wild zu sein und Ravina soll sich nun mit einer Verschönerung befassen… wurde jedoch bereits unterbrochen, bevor ich auch nur einen einzigen Vorschlag machen konnte. Es war nämlich von irgendwo ein äußerst unheimlich klingendes Schnaufen zu hören, das mich schlagartig verstummen ließ und an das gefährliche Kailla vom Vortag erinnerte. Wobei ich zuletzt noch mitbekommen hatte, dass das Viech zum Hof gebracht werden sollte. 

Ich musste mich also verhört haben, zumal sich herausstellte, dass Ravina nichts gehört hatte. Außerdem, der Hof war weit weg und was hatte ein Kailla in der Oberstadt zu suchen? Doch plötzlich hörten wir beide ein lautes Knurren, das uns sofort aufstehen ließ, weil sich nun die ehemalige Kriegerkajira in Ravina zeigte und in mir die neue. Furchtlos wie Kriegerkajirae nun mal sind, liefen wir die Gasse ein Stück hinunter bis zur ersten Abzweigung, entdeckten jedoch nichts, sodass wir uns nun aufteilten. Der Blick von oben erschien uns sinnvoller, sodass Ravina ins Obergeschoss des neuen Kastenhauses lief und ich auf die Stadtmauer. Eigentlich fand ich uns ziemlich clever, leider waren wir aber trotzdem erfolglos. Wir entdeckten weder ein Kailla noch ein anderes gefährliches Tier, das frei durch die Oberstadt lief und Fenris schlief eingesperrt in seinem Gartenkäfig neben dem Haus des Hauptmann.


Ich bin mir nicht sicher, ob es die Stimme der zweiten grünen Herrin war oder weil sie mich mit dem Namen des Schmieds begrüßte. Anscheinend dachte die Grüne, ich bin er und nicht das Eigentum meines Herrn. Vielleicht war die Gnädigste aber auch vor Eile so tüdelig, denn sie rauschte gleich weiter. Egal, jedenfalls wurden der Sattler und der Schmied im Haus wohl neugierig und kamen nun vor die Tür, nachdem sich der vielbeschäftigte Zeugmeister bereits einige Ehn zuvor auf den Weg zu seinem nächsten noch ausstehenden Auftrag aufgemacht hatte. Interessant war übrigens die Vermutung des Schmieds über die Eile der Grünen und ihre Tüdeligkeit, aber da diese noch unbestätigt ist, werde ich hierüber lieber meine Klappe halten.

Weil sich nicht mehr klären ließ, woher das gefährliche Schnaufen und Knurren kam, war ich eigentlich ganz froh, dem Schmied zu vorgerückter Ahn zum Stadttor folgen zu können, auch wenn ich wie gesagt nicht ängstlich bin… oder nur manchmal. Das Gespräch vor dem Kastenhaus hatte sich zuletzt von Blech bedeckten Haaren oder Nichtfrisur nämlich oberleckeren Pasteten zugewandt, bei denen mir nicht nur das Wasser im Mund zusammen lief, sondern auch mein Magen ganz heftig anfing zu knurren. So eilig wie es mich nun nach Hause zog, ich hatte mangels Appetit vermutlich viel zu wenig gegessen, konnte ich mich trotz Wissbegier dann auch einfach nicht mehr dazu durchringen, wie der Schmied noch einen Stopp am Sklavenhaus einzulegen. Dort war nämlich ein schnaufendes, knurrendes Kailla damit beschäftigt, die Sklavenhändlerin und einen ganzen Haufen Kajirae auf Trab zu halten.^^

Dienstag, 22. September 2015

Auftrag mit Geniestreich erfüllt

Die „frohe Kunde“ über meinen Auftrag vom Hauptmann, die Müllerin im Rahmen eines Abends für freie Frauen mit einem Tanz zu erfreuen… und zwar ohne Ohnmachtsanfälle oder kreischende, zeternde, das Weite suchende Weiber… veranlasste meinen Herrn nicht gerade zu überschwänglicher Begeisterung. Es gefiel ihm nämlich ganz und gar nicht, dass sein Vorgesetzter einfach über sein Eigentum bestimmte und mit einer Aufgabe betraute, die über das Servieren von Getränken hinausging, ohne ihn darüber zu informieren. 


Natürlich ging es ihm dabei nur ums Prinzip, denn selbstverständlich hatte mein Herr nichts gegen eine solche Darbietung von mir. Da sich eine Unterredung mit dem Hauptmann jedoch schwierig gestaltete oder eigentlich nicht möglich war, weil er sich gerade einer Untersuchung durch seine Gefährtin unterzog… warum, wieso, weshalb lass ich hier einfach mal weg und seine Begeisterung darüber lieber auch… war das nächste Ziel meines Herrn die Mühle. Er wollte sich der Müllerin endlich einmal vorstellen, da er sie aufgrund seiner vielen Wachen und Patrouillen in den letzten Hand bislang noch nicht kennengelernt hatte.


Vor allem war es ihm wichtig, der Freien sein Einverständnis zu übermitteln, dass sie auf dem nach Wunsch des Hauptmanns zu planenden Abend fest mit mir rechnen konnte. Ich hatte ihm nämlich erzählt, wie unangenehm es der Herrin offensichtlich gewesen war, nachdem der Hauptmann aus ihrer interessierten Frage gleich einen Damenabend mit Unterhaltung durch Tanzeinlage gemacht hatte. Nach dem freundlichen, einvernehmlichen Gespräch mit der Müllerin zog es meinen Herrn dann zu meiner großen Freude aber nach Hause.

Bevor er sich zeitig schlafen legen musste, wollte er wenigstens noch ein paar Ehn mit seinem Eigentum verbringen, um am nächsten Morgen für den sehr früh beginnenden und vermutlich wieder tagelangen Dienst fit zu sein, durch den ihm sogar die Teilnahme an einer Zusammenkunft der roten Kaste von Jorts verwehrt blieb. Ich denke meine Vermutung ist nachvollziehbar, dass nicht nur das Zusammentreffen von freie Frauen Abend und Kriegerzusammenkunft kein Zufall war… offensichtlich war für meinen Herrn immer noch kein Wort beim doofen Wachoffizier eingelegt worden. 

Tja, das Leben eines Kriegers ist manchmal hart und das seiner Kajira leider auch. Aber ich will nicht klagen und hatte mich um meine Aufgabe zu kümmern. Zum Glück ist mir die Entscheidung leicht gefallen, welchen Trick ich bei meinem Tanz anwenden würde, der kein Geschichten- und vor allem kein langweiliger Schreittanz werden sollte. Meine Jahre als Kajira einer freien Frau mit untadeligem Ruf und die vielen Tipps, die mir meine frühere Herrin gegeben hat, haben mir dabei sehr geholfen. Sie wussten nämlich erstaunlich gut, wie schlecht bis gar nicht ich mein Sklavenfeuer ab einem gewissen Zeitpunkt beim Tanzen beherrschen kann. 

Meine Wahl war jedenfalls wieder genau richtig und es ist mir tatsächlich gelungen, sämtliche möglicherweise pikierten Weiberblicke mit langen, dünnen Seidenbändern in den Farben der hohen Kasten von meinen aufreizenden Bewegungen abzulenken. Nicht so leicht fiel mir allerdings die Entscheidung, welche Tanzseiden ich anziehen sollte. Wie so oft kam ich daher nicht drum herum, in einer Modenschau ohne Zuschauer alle Seiden einmal durchzuprobieren… leider auch wieder mit dem selben Ergebnis wie so oft, dass ich einfach nichts anzuziehen habe. 

Irgendwie schaffte ich es schließlich trotzdem eine Wahl zu treffen, die in meinen Augen ein passabler Kompromiss war, nämlich gerade nur so viel bedeckt, um Weibergezicke zu vermeiden. Falls wider Erwarten ganz vielleicht aber doch ein Herr zuschauen würde, sollte trotzdem noch möglichst viel von meiner Haut zu sehen sein. Meine Überlegungen stellten sich tatsächlich als vorausschauend heraus, doch leider auch als überflüssig. 

Etliche Bewohnerinnen aus Jorts hatten am Abend keine Zeit oder anderes zu tun. Das war mir relativ schnuppe, denn für mich war vor allem wichtig, die Abmachung mit dem Hauptmann und der Müllerin einzuhalten, um meinem Herrn keine Schande zu bereiten. Statt großer Damenrunde war allerdings ein Fremder anwesend, der in Anbetracht seines zähnefletschenden Kailla jedoch den Eindruck erweckte, dass das auf dem Marktplatz geparkte Viech seine ganze Aufmerksamkeit benötigte, sodass er meiner Darbietung wohl kaum zugeschaut hat. 

Außerdem benahm sich eine der jortsschen Kajirae, als ob sie keine Ahnung davon hatte, wie schnell ihr Arm und alles was danach kommt, im Maul dieses Fleischfressers verschwinden kann und hatte sich dem gefährlichen Tier in einer Art und Weise genähert, dass sich mir die Nackenhaare aufstellten. Aber vermutlich habe ich beim Tanzen nicht alles mitbekommen und bin daher diejenige, die keine Ahnung hat und die Sklavin kannte sich mit Kaillas aus? Egal, Hauptsache es ist alles gut gegangen.

Etwas irritierend fand ich übrigens, dass der Damenabend auf dem Marktplatz stattfand bzw. ICH gefragt wurde, wo ich denn tanzen möchte und ob es mir auf dem Platz Recht ist. War mir ohne davon zu wissen plötzlich von wem auch immer ein weiterer Auftrag erteilt worden? Ich sollte nämlich auch die Frage beantworten, wohin mit den Getränken, bei der ich allerdings so tat, als hätte ich sie überhört, weil es mir in diesem Moment gerade sehr wichtig war, mich noch bei der Müllerin wegen meines missverständlichen Benehmens in der letzten Hand zu entschuldigen. Doch im Gegensatz zum Hauptmann hatte die Herrin mich gar nicht falsch verstanden.

Letztendlich stellte sich heraus, eine Planung für den Abend gab es nicht, es war wohl eher alles spontan unter den freien Frauen. Trotzdem durfte ich nach einigem Hin und Her und noch mehr Ratlosigkeit schließlich loslegen. Immerhin hatten zwei Frauen auf der Bank vor der Terrasse Platz, mit Getränken waren sie auch alle versorgt worden und die Müllerin liebte es offensichtlich zu stehen, da sie sich so besser mit dem Fremden unterhalten konnte, der wohl wegen eines Geschäfts mit ihr angereist war. 

Mit dem Ort für meinen Tanz hatte ich jedenfalls kein Problem… warum auch? Ob sich unter meinen Füßen Sand, Gras, Fliesen, Holzdielen, Tischplatten oder Pflastersteine befinden, macht ihn nicht schlechter, allerdings auch nicht besser. Meine größte Sorge war diesmal allerdings nicht die übliche Versagensangst, sondern ob mich das Kailla beim Tanzen weiter ignorieren würde und nicht durch meine herumwirbelnden Seiden plötzlich Appetit auf mich bekam. Zum Glück war das Viech vermutlich satt.

Sowohl die Hauptmannsgefährtin als auch die Sängerin bestätigten mir hinterher übrigens, dass es mir mit den bunten Seidenbändern tatsächlich ganz gut gelungen ist, von meiner rotseidenen Veranlagung abzulenken, die zwischendurch tatsächlich versuchte, Überhand zu gewinnen. Die freundliche Sängerin meinte sogar lachend, die um meine Handgelenke geknoteten, bei meinen Bewegungen wild durch die Luft wirbelnden Bänder seien ein geschickter Geniestreich gewesen… kein Wunder eigentlich, die Idee dafür kam doch vor etlichen Jahren von meiner damaligen Herrin.


So wie alle Freien und Unfreien während meiner Darbietung mit den Füßen wippten, klatschten oder mich anders anfeuerten, hat ihnen mein Tanz offensichtlich wohl wirklich sehr gut gefallen. Total glücklich darüber, meinem Herrn von der Begeisterung, Zufriedenheit und dem Lob dieser drei Herrinnen zu berichten, ist es wohl verständlich, dass ich nach meinem Auftritt mehr oder weniger nach Hause geschwebt bin… allerdings mit kleinem Umweg, da mir der Weg direkt am Hinterteil des Kaillas vorbei doch zu gefährlich erschien. ;-)

Freitag, 18. September 2015

Dreck an Sandalen...

...in Panik mit weichen Knien.

Diesmal bog ich mit weitaus mehr Vorsicht und um einiges weniger gut gelaunt um die Ecke der Schmiede. Ich wollte nämlich herausfinden, ob sich das Weiterlaufen überhaupt lohnte oder ob ich nicht lieber wieder umdrehen sollte… wobei es natürlich auch nicht meine Art ist, mich vor Arbeit zu drücken. Tja, an diesem Tag siegte wohlerzogen wie ich nun mal bin meine Höflichkeit, sodass ich um das Grüßen einiger auf dem Marktplatz verteilter Herrschaften nicht herum kam. Fast zeitgleich mit meinem Umrunden der Schmiede tauchte eine mir unbekannte Fremde auf und wurde vom Ersten Schwert willkommen geheißen. Doch merkwürdigerweise ignorierte das Weib seinen freundlichen Empfang und lief zielstrebig weiter zur Brauerei, da sie den Besitzer anscheinend kannte, der es sich auf seiner Bank gemütlich gemacht hatte.

Nagut, während das Erste Schwert nun kopfschüttelnd über die Ignoranz der Freien leicht ungehalten schnaubte und sich Richtung Gasthaus davon machte, war mir klar, dass vermutlich nichts Interessantes aus dem Norden zu erfahren war… oder woher auch immer diese Frau kam. Alle Freien schienen entweder bereits versorgt oder beschäftigt zu sein und da auch etliche Kajirae zu sehen waren, begann ich darüber nachzudenken, was ich an diesem Tag zuhause noch zu erledigen hatte. Tja, leider kam ich jedoch nicht mehr dazu, meine Überlegungen zu Ende zu denken, geschweige denn mich zu verdrücken. „Dina komm mal her“, war nämlich ein sehr eindeutiger Befehl des Hauptmanns, den ich umgehend befolgte. Er war im Gespräch mit einer mir fast unbekannten Freien, die sich dann aber als die neue Pächterin der Mühle herausstellte, von der ich schon gehört hatte.

„Die Müllerin und ich haben einen Auftrag für dich“, ließ mich aufmerksam zum Hauptmann aufschauen. Allerdings gestehe ich, auch ein leichtes Unbehagen machte sich in mir breit, denn ich wusste ja nicht, was auf mich zu kam… war der Auftrag leicht oder schwer zu erfüllen? Zum Verdrücken war es aber wie gesagt inzwischen zu spät und außerdem forderte der Hauptmann jetzt die Müllerin auf, mir zu erzählen, worum es ging. Doch die Herrin schien gar nicht so genau zu wissen, was er von ihr hören wollte und als sie dann von Mehlsäcken sprach, keimten natürlich sofort Befürchtungen in mir, ich sollte irgendwelche schweren Säcke schleppen. Schließlich stellte sich heraus, es ging um einen Tanz und zwar ausgerechnet um eine spezielle Art, die mir so gut wie gar nicht liegt.

„Dina, wir vermuten, dass du tanzen kannst, ohne dass eine freie Frau dabei in den Kragen kommt… stimmt das?“ Ohje, was erwartete der Hauptmann von mir?! Nur zu gut erinnere ich noch, wie meine frühere Herrin bei meinen Bemühungen um freie Frauen taugliche Darbietungen irgendwann immer abwechselnd hochrot und kreideweiß geworden ist, bis ein Hauch von Grün zu dem Weiß dazu kam, obwohl ich wirklich total keusch begonnen hatte. Leider neige ich nur sehr stark dazu, ab einem gewissen Zeitpunkt meistens alles um mich herum zu vergessen und kann dann mein Sklavenfeuer nicht mehr so richtig bändigen. Ich glaube, wenn sie hörbar nach Luft japsend ab dann nicht ihre Blicke auf was auch immer fixiert hätte und nicht mehr auf mich, hätte sie jedes Mal als nächste Steigerung gefährliche Schnappatmung bekommen und wäre wahrscheinlich in Ohnmacht gefallen.

Ehrlich wie ich nun mal bin, versuchte ich dies dem Hauptmann mit ein paar Umschreibungen einzugestehen und ergänzte noch, dass es meinem Herrn bislang eigentlich ganz gut gefällt, wenn ich mein Feuer beim Tanzen kaum beherrschen kann. „Also dann solltest du aber üben, Dina. Wir waren uns sicher, dass du es kannst und eine Sklavin tanzt doch so, wie man von ihr verlangt… oder?“ Nach diesen Worten des Hauptmanns schien der Müllerin ihre Idee sehr unangenehm zu werden, denn sie beeilte sich etwas von ihrem Essen zu murmeln und zog sich zurück, zumal die Worte des Hauptmanns noch drohender wurden, sodass mir kalte Schauer den Rücken hinunter liefen. Ich war nicht nur oberskeptisch, sondern zweifelte inzwischen wie so oft wieder ganz schlimm an mir, sodass meine Antworten wohl eher nicht wirklich begeistert klangen, um es mal vorsichtig zu formulieren.

Während ich nun gegen die in mir aufsteigende Panik ankämpfte, denn mittlerweile war ich fest davon überzeugt, dass ich versagen werde und momentan liegen meine Nerven sowieso manchmal ziemlich blank, tönte der Hauptmann: „Siehst du Dina und nun freust du dich wie eine kleine Dina sich so freuen kann… sonst krieg ich schlechte Laune und mach einen langen Arm.“ Ich erinnere nicht mehr, was ich noch alles antwortete, während mein Lächeln vermutlich von der Sorte „unterdrückte Empörung" zu "oberverkniffen vor Angst“ wechselte, was alles nicht besser machte. Ich musste dem Hauptmann jedenfalls irgendwann zur Mühle folgen, um die Herrin mit der "frohen Kunde" zu überraschen. Er hatte inzwischen nämlich einfach festgelegt, vier Tage Zeit reichen, um ihn nicht zu enttäuschen. Um mir dann so richtig Angst zu machen, vergaß er nicht, meinen Herrn zu erwähnen und ergänzte noch, wie stolz der immer auf mich ist und gut von mir spricht.

Während ich gegen meine stetig weicher werdenden Knie ankämpfte und lautlos die Priesterkönige anflehte, die Müllerin möge sich schlafen gelegt haben, kreisten meine Gedanken um die nächsten Tage und den Tanz, besonders aber über die Schande, die ich meinem Herrn machen würde, wenn ich diesen Auftrag nicht hinbekomme. Nur logisch also, dass meine Schritte immer kürzer wurden und ich erst mit einiger Verspätung die Mühle erreichte, wo der Hauptmann bereits kräftig an die Tür bollerte. Mit Stinkeblick herrschte er mich an, warum ich plötzlich so schüchtern bin und erst jetzt auftauche, wo ich doch sonst immer an den Hintern von Männern klebe wie Dreck an Sandalen. Grrr… dieser Stiesel von einem Kerl hatte überhaupt nicht verstanden, welchen Kampf ich in meinem Inneren gerade ausfocht und was in mir vorging… doch das habe ich mir lieber verkniffen zu erwähnen.

„Müllerin, Dina hat eine frohe Botschaft für dich“, schnürte mir förmlich die Kehle zu und führte natürlich zu einem weiteren hauptmannschen Anranzer, denn ich bekam keinen Piep heraus. Meine Situation wurde also noch schlimmer, von Freude und Begeisterung für solch einen oberlangweiligen, dafür umso schwereren freie Frauen Schreittanz war bei mir jedenfalls weit und breit keine Spur zu sehen. Außerdem befürchtete ich, dass die Weiber vor Langeweile womöglich einschlafen könnten, sodass ich lieber jetzt schon den wirklich gut gemeinten Tipp von mir gab, die Herrin möge bitte drauf achten, dass sie in vier Tagen gut ausgeschlafen ist. Tja… das war‘s dann leider… der Hauptmann packte mich äußerst unangenehm an den Haaren und zerrte mich schließlich zum Bach.

Er verabschiedete sich von der Müllerin mit den Worten, dass ich eine Sklavin bin, die sich immer bemüht, mit absoluter Hingabe und Freude das zu tun, was ihr befohlen wird und ermunterte sie, ihre Planungen für den Abend in vier Tagen aufzunehmen. Die arme, ahnungslose Herrin tat mir jetzt fast leid, denn sie konnte doch nicht ahnen, was mit mir los war. Selbstverständlich ist es für jede Kajira eine riesige Freude, Freie zu erfreuen… das gilt doch auch für mich! Das Oberallerwichtigste ist für mich jedoch, meinem Herrn keine Schande zu bereiten. Daher werde ich mich ins Zeug legen und wirklich mein Bestes geben, um den Hauptmann und die Weiber zu erfreuen, vor allem aber meinen Herrn!



Meine nun folgende Kopfwäsche im Bach unter dem festen Griff des Hauptmanns, war daher eigentlich überflüssig… wie gut, dass ich so hervorragend lange die Luft anhalten kann! ;-)))

Donnerstag, 17. September 2015

Medizinisches Fachkauderwelsch

Ich war echt total gut drauf und konnte einfach nicht anders, als nach einem nur für Kenner sichtbaren Muster… zu denen ich natürlich gehöre… übermütig von einem Fuß auf den anderen, von Stein zu Stein über das Pflaster des leeren Marktplatzes zu hüpfen. Doof war nur, dass ich vor lauter Übermut dazu auch noch ziemlich schräge gesungen habe und dies in meiner guten Laune vermutlich viel zu laut. Vom Hafen kommend versprerrte mir der dicke Baum in der Mitte des Platzes nämlich ein wenig die Sicht Richtung Gasthaus, sodass ich die Sklavenhändlerin auf der Bank davor viel zu spät bemerkte. Doch die Herrin nahm meine hastig gestammelte Entschuldigung lachend an und zeigte großes Verständnis nach meinem Hinweis, warum meine frühere Herrin in Sachen Gesangsunterricht nie etwas unternommen hatte… jeder Tarskbit wäre echte Geldverschwendung gewesen.

Auf der Gasthausterrasse tobte übrigens mal wieder der Sleen und die Kissenschlacht um die besten Sitzkissen war wohl gerade erst abgeebbt, nachdem das Waffentraining zu Ende war. Es mussten also entsprechend viele Kehlen mit Flüssigkeit versorgt werden. Wobei ich als Servierverstärkung immer gerne mal aushelfe, weil nebenbei gelegentlich die eine oder andere mehr oder weniger interessante Neuigkeit zu erfahren ist. An diesem Tag lernte ich jedoch ganz unerwartet eine mir bis dahin gänzlich unbekannte, neue Vokabel, obwohl mein Goreanisch nach etlichen Märkten auf diesem Planeten inzwischen wohl ganz passabel ist. Beim Hauptmann „wobbelte“ es nämlich und er kündigte für den nächsten Tag seinen Besuch in der Krankenstation zum „Entwobbeln“ an… es musste sich also um medizinisches Fachkauderwelsch handeln, nur was hatte er?

Natürlich bin ich immer noch genauso wenig neugierig wie sonst und hielt selbstverständlich meinen Mund, auch wenn mir meine Wissbegier fast die Lippen verbrannte. Doch Geduld zahlt sich oft aus und wohlerzogen wie ich bin, musste ich auch gar nicht lange wie auf heißen Kohlen zwischen dem Hauptmann und seiner Gefährtin knien. Die Gespräche wandten sich nämlich den mittlerweile begonnenen Massenuntersuchungen zu und der Hauptmann äußerte nach seinem wie so oft geexten Paga plötzlich den Wunsch, jetzt am liebsten noch ein extragroßes Bosksteak püriert zu bekommen, um es zu trinken. 

Oha, nun wurde alles klarer, aber gleichzeitig begann ich mir auch Sorgen um den Hauptmann zu machen… „wobbeln“ war tatsächlich etwas Medizinisches und musste mit seinen Zähnen zu tun haben, die womöglich nicht in Ordnung waren und deswegen… naja, ob sie locker waren und wackelten? Der Bauer schien übrigens genauso besorgt wie ich über den Gesundheitszustand des Hauptmanns zu sein, denn er betonte, selbst wenn er krank wäre, würde er Steak nie als Paste trinken wollen.

Aus dem Augenwinkel sah ich zwar, dass die gegenüber am Tisch sitzende neue Grüne mit einer Hand herumfuchtelte, um damit vielleicht irgendeine Fliege oder was auch immer zu verscheuchen, konzentrierte mein Augenmerk aber weiter auf den kranken Hauptmann, zumal er mir inzwischen bereits das zweite Mal in mein Hinterteil gekniffen hatte. Aha, wenn er unter „Wobbeln“ leidet, ist anstelle Kopfpatschen also Kneifen angesagt! Aber ok, vermutlich hatte ich ihm zuvor beim Servieren des Wassers für seine Gefährten meinen Po etwas zu sehr entgegen gestreckt, sodass er dieser Einladung nicht wiederstehen konnte. Doch die Kniffe waren Nebensache, denn ich wusste ja leider immer noch nicht genau, was nun mit seinen Zähnen los war, ob sich seine Beißer tatsächlich gelockert hatten?

Irgendwann hielt ich es dann tatsächlich nicht mehr aus und bat die Gefährtin des Hauptmanns ganz leise, ihr eine Frage stellen zu dürfen… wegen püriert und so und natürlich wegen meiner Sorgen um den armen Hauptmann. Die Herrin bestätigte leider meine Vermutungen. Zu den Untersuchungen gehören auch die Zähne und zusätzlich nickte sie, als ihr mein nach dieser Eröffnung überaus besorgter Blick zum Hauptmann nicht verborgen blieb. Damit war also endlich klar, „Wobbeln“ ist medizinisches Fachkauderwelsch und eine dezente Umschreibung für lockere, wackelnde Zähne. 

Offensichtlich muss ich in meinem schrecklichen Mitleid mit dem armen Hauptmann leider mal wieder zu laut gedacht haben, denn mit obergiftigen Stinkeblick herrschte er mich plötzlich an „Dina, was ist locker?“ und zog mich dann bei meinem Herumdrucksen mit festem Hauptmannsgriff näher zu sich, um mich kräftig durchzuschütteln. Übrigens sahen seine Zähne dabei aus, als würden sie im Gleichtakt hin und her wobbeln, also wirklich locker sein. 

Oh Mist, Mist, Mist! Ich wand mich wie eine Ost, denn ich konnte den Hauptmann doch nicht auf der gut besuchten Terrasse vor den anderen Herrschaften bloß stellen, zumal er sich doch gerade vorher noch so viel Mühe gegeben hatte, sein Gesundheitsproblem zu umschreiben! Tja, nur muss ich eingestehen, ich habe komplett versagt… es mit Anschmiegen, bezirzenden Blicken, herzergreifendem Plinkern und sogar mit Schmollmund versucht, obwohl Schmollen ja überhaupt nicht mein Naturell ist… glaub ich jedenfalls.

„Rede jetzt endlich Klartext Dina, sonst rede ich mit deinem Herrn!“, war seine letzte Drohung, bevor er der neuen Grünen dann anbot, dass sie sich an mir für Erinnerungsexperimente und sonstige Tests in der Krankenstation bedienen kann. Naja, obwohl mir bekannt ist, dass er meistens auf rotseidenes Getue eh nicht so steht, war ich trotzdem verzweifelt. Auch mein Gesäusel über seinen männlichen Geruch, der besonders nach dem Training doch immer so betörend ist, und dass ich mich nur deswegen einfach nicht mehr daran erinnern konnte, was ich zuvor gerade gedacht hatte, hätte ich mir sparen können.

Oh ihr Priesterkönige, bitte rettet mich, denn ich bin wohl verloren! Ich muss meinem Herrn nämlich ausrichten, dass der Hauptmann mit ihm über meinen Gesundheitszustand sprechen will... eine ganz schreckliche Vorstellung! Die neue Grüne hat er sogar schon aufgefordert, mit seiner Gefährtin einen zeitnahen Termin für meine Untersuchung auszumachen!! Grrrrrrr… dabei bin ich kerngesund, bestens ernährt und habe gute Zähne, steh nur zu meinem großen Elend doch seit mehreren sehr unschönen Erlebnissen mit äußerst merkwürdigen Behandlungsmethoden vollkommen unschuldig auf Kriegsfuß mit allen Grünen!!! 


Wenigstens wurde ich danach aus seinem festen Griff entlassen und der Hauptmann erlaubte mir nun bestens gelaunt und voller Vorfreude auf meine Untersuchung, mich zurückzuziehen. Mir war zwischendurch nämlich nicht entgangen, dass das Gespräch des Ersten Schwerts mit der Sklavenhändlerin vermutlich seinem Ende zuging und wollte dem Krieger auf meinem Weg nach Hause unbedingt noch das Einverständnis meines Herrn ausrichten, mich für die Bestandsaufnahme der Lebensmittelvorräte zur Notversorgung der Bewohner auszuleihen. Beim Preis musste ich allerdings passen, aber so großzügig wie mein Herr immer ist, werden sich die beiden Krieger darüber bestimmt einig werden. ;-)

Dienstag, 15. September 2015

Verhüllung gegen dumme Gedanken

Nach einem herrlichen und sehr ausgiebigen Bad mit diversen Tauchübungen im Bach hinter dem Gasthaus und mehr oder weniger langem Luftanhalten, schlenderte ich ziemlich zufrieden mit mir und meinem Können langsam nach Hause. Ich hatte es dabei logischerweise überhaupt nicht eilig, da mein Herr ja leider immer noch auf Wache war und an diesem Tag wohl auch nicht heimkommen würde. Mal sehen, ob der Hauptmann wie versprochen mit dem Planer meckert, den er wohl ziemlich gut zu kennen scheint und für meinen Herrn tatsächlich ein Wort einlegen wird? Ein wenig skeptisch bin ich schon… doch mal abwarten. 

Auf dem Marktplatz entdeckte ich einige Herrschaften und zwei mir unbekannte Kajirae, die mein Interesse weckten, sodass ich mich in der Hoffnung auf ein paar Neuigkeiten nach einem freundlichen Gruß zu der Gruppe dazu gesellte. Bei den Unfreien entpuppte sich nach dem Näherkommen jedoch nur eine als fremd… es gab an der Kette des Hauptmanns nämlich anscheinend einen Neuzugang. Tja, und das andere Mädchen war die Nackte, auf die der Schmied wohl ein Auge geworfen hat. Ich hatte sie von weitem nur nicht als die Neue der Sklavenhändlerin erkannt, weil sie an diesem Tag mit einer Tunika bekleidet war.

Viel interessanter war jedoch, dass die seit kurzem in Jorts wohnende zweite Grüne dem Krieger vom Hof das Ergebnis einer medizinischen Untersuchung aushändigen wollte. Selbstverständlich lehnte der Herr die Annahme dieses Dokuments ausdrücklich ab und betonte, niemanden überwachen zu wollen. Auch wenn ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, dass Heimsteinangehörige es begrüßen, wenn ihr Gesundheitszustand öffentlich gemacht und womöglich Thema von Marktplatzgesprächen wird, verkniff ich mir trotzdem jeden Kommentar, denn aus solchen Dingen hat sich eine Kajira natürlich herauszuhalten. Außerdem war der Untersuchte kerngesund. 

Mir wurde jedenfalls klar, dass die vom Bauernkrieger während des letzten Waffentrainings bei der Gefährtin des Hauptmanns beantragten Massenuntersuchungen der jortsschen Bürger einschließlich Volkszählung anscheinend begonnen hatten. Nun bin ich ziemlich gespannt darauf, wie begeistert mein Herr darüber sein wird. Vielleicht beginnt er ähnlich wie der Hauptmann zu brummen, der offensichtlich gar nicht oder bestenfalls verhalten davon angetan war, untersucht und gezählt zu werden, auch wenn er mit einer der beiden Grünen vergefährtet ist. Zuletzt gab er dann zwar grummelnd, aber dennoch klein bei, sollte ihm ein Termin zu einer Gesundheitsuntersuchung bei der grünen Kaste ins Haus flattern.

Während der Hofkrieger über seinen bei dieser Aussicht nicht gerade begeisterten Vorgesetzten schmunzelte und ankündigte, ihm gerne einen Termin bei seiner Gefährtin zu beschaffen, rauschte übrigens der Sattler nach einem knappen Gruß, dafür aber mit riesigen Schritten zusammen mit Ravina an uns vorbei Richtung Fähre. Kein Wunder also, dass ich nun darüber nachdachte, ob dieser Herr womöglich von den verordneten medizinischen Untersuchungen gehört hatte und………? Nee, er musste bestimmt irgendwelche irgendwem zugesagten Lieferfristen einhalten und hatte wahrscheinlich Angst, die Fähre zu verpassen. Ich glaube nämlich, der Lederarbeiter kann sich über seine gut gehende Sattlerei nicht beklagen.


Nachdem der Hauptmann sich zurückgezogen und sich die Sklavenhändlerin dazu gesellt hatte, erfuhr ich übrigens von einer mir bis dahin unbekannten Verhüllung, die ich noch gar nicht bemerkt hatte. Naja, wie auch, sie wäre mir vermutlich erst aufgefallen, wenn ich das nächste Mal das große Stadttor zur Oberstadt passiert hätte, was an diesem Tag jedoch nicht der Fall gewesen war. Der Hofkrieger erkundigte sich bei der Herrin nämlich nach dem Künstler, der die beiden Statuen links und rechts des großen Stadttors geschaffen hat. Zusätzlich interessierte ihn noch der Auftraggeber für die beiden Kunstwerke. Anscheinend nahm die Freie genau wie ich an, dass dort anscheinend neue Statuen aufgestellt worden waren, doch stellte sich heraus, dass der Bauer von der riesigen Kriegerstatue rechts und der Sklavin links vom Tor sprach.


Für mich ziemlich unverständlich, waren anscheinend beide Kunstwerke von ihm und auch von anderen Bewohnern bislang nicht bemerkt worden, obwohl sie dort schon seit dem Wiederaufbau der Stadt nach dem Inferno vor mehr als acht Märkten ihren Platz haben. Eigentlich habe ich bis jetzt immer angenommen, dass solche Dinge vom hohen Rat der Stadt genehmigt worden sind, in dem dieser Herr ja sitzt. Doch anscheinend war dem nicht so. Ich verstand jedenfalls immer weniger und ich glaube, auch die Sklavenhändlerin war ziemlich irritiert über die nun folgende gebrummte Empörung: „Da müssen wir etwas ändern… die linke Statue könnte wen auf dumme Gedanken bringen. Ich habe erst mal eine Fahne davor gehängt“. Leider bestellte der Freie danach einen Kalana bei mir, sodass ich in die Gasthausküche musste und den Rest nicht mehr mitbekam.


Bei meiner Rückkehr hatten sich die Herrschaften inzwischen für ein Spiel am Zarbrett niedergelassen. Die sanften Hände des Ersten Schwerts genießend, nachdem ich den Krieger ebenfalls mit einem Getränk versorgen durfte, ließ ich meine Gedanken irgendwohin in weite Fernen abschweifen, denn mit Spielen habe ich es ja nicht wirklich. Meine Aufmerksamkeit wurde erst wieder voll geweckt, als sich das Erste Schwert bei der Sklavenhändlerin erkundigte, ob er sich von ihr eine Kajira ausleihen kann, damit er endlich mit einer Liste über die Vorräte im Lager für die Notversorgung der Stadt voran kommt und eine Aufstellung über noch zu beschaffende Nahrungsmittel gemacht werden kann. An mich hatte er bei dieser Tätigkeit übrigens auch gedacht, aber darüber wird er natürlich noch mit meinem Herrn sprechen.

Freitag, 11. September 2015

Gasthauskajira

Oha, in Zukunft muss ich wirklich besser aufpassen, was sich so hinter mir tut, um nicht irgendwann vor Schreck tot umzufallen. Mein Blick Richtung Schmiede hatte mir die nämlich ohne ihren Pächter angezeigt und auch sonst war niemand zu entdecken. Da vom Gasthaus einzelne, unverständliche Gesprächsfetzen zu hören waren und ich noch sehr gut erinnerte, was für eine Schlepperei es am Vorabend mit den vielen Getränken gewesen war, legte ich einen kleinen Stopp ein. Ich wollte möglichst vorher in Erfahrung zu bringen, wie viele Gäste sich an diesem Tag dort niedergelassen hatten und womöglich auf die Bedienung durch eine Kajira warteten und vor allem, ob ich beim Servieren schon wieder die einzige Unfreie sein würde. Tja, nur wurden meine Forschungen durch einen unerwarteten Klatscher auf meinen Po abrupt unterbrochen. Es war der Schmied, der von ich weiß nicht woher plötzlich auftauchte.

Gut gelaunt grinste er mich an und packte mich, um mir einen innigen Kuss auf meine Lippen zu drücken, bei dem ich wie immer sofort ganz weiche Knie bekam. Doch leider wurde ich dann auch schon wieder herunter gelassen, um nun umgehend die Quelle seiner guten Laune zu erfahren… anscheinend war an diesem Tag mal wieder Sklaventreff in der Schmiede gewesen. Zumindest zwei mir bekannte Herren unter den Metallhandwerkern, von denen ich einen aber schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen habe, weil er seinen Heimstein am Fayheen hat, haben ja das gewisse Etwas, das die Mädchen irgendwie anzuziehen scheint… mich eingeschlossen. Die Namen der Kajirae, die mir nun aufgezählt wurden, sagten mir allerdings nicht allzu viel, da ich sie bis auf eine nicht kannte, die sich übrigens genau in diesem Moment vor mich schob, sodass mir ihr ausladendes Hinterteil die Sicht auf den schönen Herrn verbaute.

Im Gegensatz zum Schmied, der wohl ein Auge auf dieses Mädchen geworfen hat, gefiel mir der Anblick ihrer Pobacken genau vor meiner Nase logischerweise überhaupt nicht, sodass ich in der Hoffnung dort hinein kniff, die neueste Ware der Sklavenhändlerin würde sich dadurch etwas zur Seite bewegen. Leider brachte diese Maßnahme jedoch nicht den gewünschten Erfolg und da ich nicht wie der Schmied auf sachtes Hineinbeißen und auch nicht auf an Sklavenhinterteilen Herumknabbern stehe, klatschte ich einigermaßen genervt auf dieses Körperteil. Sein Gebrumme ignorierend, denn er hatte offensichtlich sogar mehr als ein Auge auf diese Handelsware geworfen, stellte ich die Kajira ziemlich empört über ihre Frechheit zur Rede. Ich bekam mich dann aber relativ schnell wieder ein, um nicht den Ärger des potentiellen Käufers auf mich zu ziehen. Außerdem lächelte mich die Nackte entschuldigend recht freundlich an und lernt ja auch noch… und nachtragend bin ich eigentlich noch nie gewesen.

Ich fand es auch viel interessanter, nicht zu verpassen, was der inzwischen hinzu gekommene Sattler mit dem Schmied zu besprechen hatte. Es ging um den in letzter Zeit so zahlreich in Jorts Fähre angespülten Zuwachs in der Handwerkerkaste und ob ein Kastenhaus nicht sinnvoll ist. Der Schmied war sofort sehr angetan von der Idee, die zwar niedere, aber dennoch nicht unwichtige Handwerkerkaste dadurch viel besser repräsentieren zu können. Wobei sich die beiden Männer sehr einig waren, dass sich sowohl die Müllerin als auch die Reparateuse... oder was auch immer dieses Weib handwerkelt, erst einmal bewähren müssen, bevor über eine Aufnahme in die Kaste nachgedacht werden kann. Leider kam dann vom Schmied jedoch der Befehl, dass die Nackte und ich uns nützlich machen sollten, während die beiden Männer auf Hausbesichtigungstour Richtung Oberstadt verschwanden, sodass nun also doch wieder Aushelfen im Gasthaus angesagt war.

Der Hauptmann war übrigens ziemlich erstaunt, dass ich die Neue der Sklavenhändlerin im Schlepp hatte und informierte sie dann auch gleich darüber, dass er ihrer Herrin 4 Kupfer als Gebühr für eine Ahn Wartezeit berechnet… anscheinend hatte er mit seinem Sleen so lange auf die Ware gewartet, die offensichtlich jedoch nicht aufgetaucht war. Dass er von einem fremden Reisenden mit „Kerl“ angesprochen wurde, hob seine Laune verständlicherweise ebenfalls nicht wirklich, ein von mir eilig servierter Beruhigungspaga war daher gegen die Mischung aus Stinkeblick und ungehaltenem Hauptmannsgebrumme angebracht. Der Paga half vielleicht tatsächlich ein wenig, denn letztendlich erklärte sich der Hauptmann bereit, Fenris nun doch noch an der Nackten schnüffeln zu lassen, damit er ihre Spur aufnehmen kann, sollte das Mädchen sich unter die vielen Reisekajirae mischen wollen und unerlaubt die Stadt verlassen.

Interessant war übrigens, was eine mir unbekannte Grüne zu trinken wünschte… ein Gemisch aus Met und Paga! Ich traute meinen Ohren nicht, verzog aber keine Miene darüber, denn ich weiß ja, dass auch viele andere Weiber mit Alkohol nicht gerade zimperlich sind. Leider hatte ich nun jedoch ein Problem, denn ich musste der Freien eingestehen, dass ich erstens das Mischungsverhältnis dieses Getränks nicht kenne, aber noch viel schlimmer war, dass das Metfass leer war. Die Kajira des sich inzwischen am Tisch niedergelassenen Fremden hatte es nämlich geschafft, dem Fass die letzten Tropfen zu entlocken. Merkwürdigerweise wusste die Grüne aber mehr als ich. Anscheinend hatte der Brauereikrieger einen Vorrat dieses Trunks in der Gasthausküche deponiert. Hmm,...nur in welchem Fass???


Tja, irgendwie trotzdem dumm gelaufen... ich hatte davon wirklich keine Ahnung, bin ja aber auch keine Gasthauskajira. Schließlich hatte die Gnädigste dann aber ein Einsehen mit mir und ging nicht auf meinen Vorschlag ein, aus sämtlichen in der Küche befindlichen Fässern Kostproben zu zapfen, damit sie probieren kann in welchem ihre Mischung ist, sondern ließ sich seufzend dazu herab, einen Kalana zu trinken.;-)

Donnerstag, 10. September 2015

Waffentraining mit Freie Frauen Schwemme

…und Besuchermassen auf der Gasthausterrasse mit Sitzkissengemecker.

Komisch, aber ab und an finde ich den Wachoffizier direkt sympathisch, nämlich wenn mein Herr mal keinen Wachdienst hat und auch nicht fort muss, so wie die letzten Tage. Mit seinem Aufbruch zu einer erneuten mehrtägigen Patrouille, verpufft dann allerdings jeglicher Hauch von Sympathie für den Krieger schlagartig wieder, zumal die Zeit mit meinem Herrn immer viel zu schnell vergangen ist. Diesmal verspürte er übrigens keinerlei Ambitionen, auch nur ein Stückchen seiner Nasenspitze aus der Haustür zu strecken, weil er……… Ach, ich denke, nähere Einzelheiten kann ich hier weglassen, denn dafür interessiert sich eh niemand.


Naja… oder zumindest niemand außer einer sehr freundlichen Freien, die mich heran winkte, um ein wenig mit mir zu plaudern und damit dazu beitrug, mir über den Schock durch die plötzlich auftauchenden Massen an freien Frauen hinweg zu helfen, die sich irritierenderweise an diesem Tag an der Wiese hinter dem Hof einfanden. Es war nämlich Mitte der Hand und somit Schwertfuchteln der Krieger mit diversen Grasflecken angesagt. Eigentlich wollte ich mein Augenmerk schon wieder den trainierenden Männern zuwenden, doch die nette Herrin erkundigte sich nach meinem Herrn, freute sich mit mir über seine gute Laune in den letzten Tagen und dass er seine wenige freie Zeit so gut zu nutzen weiß. 

Ich bin mir nicht sicher, ob es mein schwärmerischer Blick bei meinen schönen Erinnerungen an die Zeit mit ihm war oder meine leicht geröteten Wangen… wobei ich selbstverständlich keine Details erwähnt habe. Noch sehr gut erinnere ich von meiner früheren Herrin nämlich, dass freie Frauen solche für eine Rotseidene so intensiven Momente eh nicht nachvollziehen können. Offensichtlich war dieser Herrin meine Auskunft jedoch zu vage, denn in Anbetracht der kühler werdenden Temperaturen wollte sie noch wissen, ob wir vor dem Kaminfeuer……… Ok, ich gebe zu, ich bildete mir ihre Frage vielleicht auch nur ein, denn vermutlich können sich freie Frauen manches wirklich nicht vorstellen.


Egal, jedenfalls war die Frage der Sängerin für mich nun echt ein Problem, denn was sollte ich einem Weib erzählen, die es nicht mal schafft, einfach in die Gegend oder zu ihrem trainierenden Gefährten zu sehen, sondern immer meine gespreizten Schenkel bemerkt und mich ständig auffordert sie zu schließen? Puh, wie gut, dass mir nun ein Hinweis auf die nicht zu unterschätzende Brandgefahr bei einer Kombination aus Sklaven- UND Ofenfeuer in den Sinn kam, denn nach diesem Hinweis tat sie zumindest so, als habe sie meine Andeutungen verstanden, dass das Haus meines Herrn vermutlich aufgrund viel zu viel Hitze abgefackelt wäre, wenn wir vor einem brennenden Ofen……... Mit einem ziemlich langgezogenen „ahhhjaaa“ tat sie daher kund, sich nun lieber nicht weiter ausmalen zu wollen, was bei meinem Herrn zu so großer Entspannung und Zufriedenheit geführt hatte.

Sie ließ das Thema lieber schnell fallen, um die Blume auf meiner Schulter etwas eingehender zu betrachten. Angeblich hatte sie sie noch nie bemerkt, obwohl dieses Tattoo doch bereits fast mein ganzes Leben auf Gor schon zu mir gehört, da es doch von meinem allerersten Herrn stammt. Während die Gefährtin des Hauptmanns inzwischen auf einige Vorschläge des Hofkriegers wegen irgendwelcher Untersuchungen und Volkszählungen einging, wurde meine Aufmerksamkeit auf einen komplett schwarz gekleideten Fremden gelenkt, von dem ich in der ersten Ihn annahm, er gehöre der gefährlichen schwarzen Kaste an. Doch den Priesterkönigen sei Dank, war er Söldner und kein Assassine, außerdem offensichtlich ein recht guter Bekannter der Sängerin und ihres Gefährten, der sich wohl nicht das erste Mal über die schwarze Bekleidung dieses Freien mokierte. 


Hach, Rot ist zwar meine absolute Lieblingsfarbe, aber wenn ein schwarz gekleideter Mann nicht mit einem Mordauftrag unterwegs ist und so gut aussieht, wie der Schmied oder dieser Söldner, dann hat das schon was. Dementsprechend bemüht war ich natürlich in Erfahrung zu bringen, welches Getränk dieser Herr bevorzugte, denn er war anscheinend einer Einladung des Sängeringefährten gefolgt. Leider bekam ich bei den vielen Getränkebestellungen jedoch nicht mehr heraus, wie es zu dieser Einladung gekommen war und außerdem verabschiedete sich der Fremde auch recht bald und machte damit eines der an diesem Tag besonders heiß begehrten Sitzkissen frei, um die es wie so oft einiges Gemecker gab wegen „meins“. 

Nach Beendigung des Waffentrainings war diesmal nämlich besonders viel los auf der Gasthausterrasse und wie immer Not an Kajirae, um die vielen durstigen Kehlen zu versorgen… ich war die einzige Sklavin, die ihre Dienste anbot und auch von der Wirtin weit und breit nichts zu sehen. Doch was soll’s… ich bin stets darum bemüht, meinem Herrn möglichst große Ehre zu bereiten, indem ich mich im Gasthaus oder wo auch immer nützlich mache, wenn er mich nicht braucht. Ich durfte also sämtliche Heimsteinangehörigen, Bewohner und Gäste von Jorts alleine bedienen, die sich so zahlreich auf der Terrasse eingefunden hatten und sich die angewärmten Sitzkissen zureichten. Denn kaum verließ jemand die gesellige Runde, kam auch schon der nächste Freie hinzu. Schade nur, dass der Söldner so früh weiter reiste und ich mir jeden längeren Serve verkneifen musste, da sonst einige Herrschaften vielleicht verdurstet wären. 


Das Erste Schwert muss mir zu vorgerückter Ahn wohl angesehen haben, wie geschafft ich schließlich war, denn er nahm seinen Kalana-Kelch in die Hand und befahl mir, ihn auf seinem Rundgang Richtung Vosk zu begleiten, um ihn noch ein wenig mit meiner Gesellschaft und so zu erfreuen. ;-)

Donnerstag, 3. September 2015

Kurzurlaub vom Dienst

Juhuuu… der Wachoffizier hatte tatsächlich ein Einsehen gehabt und meinem Herrn einen weiteren Kurzurlaub von den doofen Patrouillen für die Teilnahme am Waffentraining genehmigt. Das war aber natürlich auch wichtig, zumal er ja in der letzten Zeit kaum trainieren durfte. Leider war er jedoch so spät zu Hause, dass er nach 3 Ehn sofort weiterhetzen musste und keine Zeit für sein Eigentum hatte. Doch einem Krieger liegt solche Disziplin selbstverständlich im Blut… oberste Priorität hat nun mal seine Kaste… und seine Sklavin ist gut beraten, dies ebenfalls zu verinnerlichen. Hoffentlich ist es mir gestern wieder gelungen zu zeigen, auf was für einem guten Weg ich bin, eine richtige Kriegerkajira zu werden.

Dazu gehört nämlich auch, sich ohne Wenn und Aber mit stummem Anhimmeln meines trainierenden Herrn am Rande der Wiese zu begnügen, der gestern im Schwertkampf gegen seinen ehemaligen Mentor übrigens eine wirklich ausgezeichnete Form bewiesen hat. Wobei ich eingestehe, dass ich trotzdem weiter an mir arbeiten muss, denn auch eine Kriegerkajira lernt selbstverständlich nie aus. In diesem Fall ist mir jetzt erst klar geworden, ich muss aufpassen, dass zukünftig noch genug Gras für die Tiere des Bauern übrig bleibt und sie nicht wegen mir verhungern müssen. Meine Finger haben anscheinend irgendwie von ganz alleine, um mich herum sämtliches Gras abgerupft, denn als mein Herr schließlich sein Training beendete, lag neben mir plötzlich ein Grashaufen, der dort vorher noch nicht gewesen war.


Selbstverständlich habe ich mich am Rande der Wiese weiter still in Geduld geübt, nachdem es so aussah, als ob die beiden Krieger ihr Training beendet hatten. Ich gebe allerdings zu, dies war eine schwere Prüfung für mich, weil ich natürlich viel lieber ganz dicht hinter meinem Herrn gekniet und mich am liebsten an sein Bein geschmiegt hätte. Doch ich erinnere noch gut, dass er mich mal angeherrscht hatte, weil ich beim Training nichts auf der Wiese zu suchen habe. Da ich ja weder Gedanken lesen kann und leider auch keinen Fingerzeig erhalten hatte, war mir also nicht klar, ob die beiden Männer nicht nur eine kurze Verschnaufpause machten, um sich über den jungen Rekruten zu unterhalten… seine Disziplin und sein Lernerfolg im Kriegerkodex gaben nämlich Anlass für einigen Gesprächsstoff. Wobei ich natürlich nicht zugehört habe, denn solche Themen gehen eine Kajira selbstverständlich nichts an.

Zu meiner Freude war das Waffentraining aber tatsächlich zu Ende und meinen Herrn zog es nun in die Stadt, da er sich wegen seiner vielen Patrouillen dort ja lange nicht mehr hatte sehen lassen können. Vorher erhielt ich von seinem Trainingspartner allerdings noch einen Tipp für eine spannende Aufgabe, mit der ich mich bestimmt gut trösten und ablenken kann, wenn ich alleine bin und niemand meine Dienste benötigt. Ich werde anfangen, nach kleinen roten Käfern zu suchen, um die dunklen Pünktchen auf ihren Rücken zu zählen. Ich denke, es ist nachvollziehbar, dass ich bereits jetzt fast vor Neugier platze, wie viele das wohl werden, weil mein Herr vermutlich auch weiterhin mit vielen langen Diensten beglückt werden wird… was selbstverständlich eine ziemliche Ehre für ihn ist!

Interessant war übrigens sein Ausruf, als er unterwegs die Sklavenhändlerin mit einer neuen Kajira Richtung Gasthaus laufen sah. Die Sklavin war nämlich nackt. „Oh... also wenn die Sklavenhändlerin ihre Ware so über den Marktplatz führt, sind deine Chancen auf künftige Nacktheit gerade gestiegen, Kajira!“, rief er mir zu meiner Freude zu. Wobei mein zweiter Gedanke mich sofort zu der erschrockenen Frage veranlasste, ob er mich verkaufen will. Puhhh, den Priesterkönigen sei Dank, war dies aber eine überflüssige Frage und mein Herr stapfte lachend weiter, um sich den Neuzugang an der Kette der Sklavenhändlerin genauer anzuschauen. Sein Interesse entwickelte sich übrigens erst richtig, nachdem er erfahren hatte, dass es sich um eine Barbarin handelt. 

Mit einem Fingerschnippen in meine Richtung bestellte er nun einen Stehpaga und erzählte dann, dass er mit Sklavinnen dieser Herkunft bislang ganz gute Erfahrungen gemacht hat. Auch wenn er damit an seine früheren Kajirae gedacht haben konnte, machte mein Kajiraherz trotzdem vor Freude einen kleinen Extrahüpfer, denn vielleicht meinte er ja auch mich, weil ich doch ebenfalls Barbarin bin. Ich legte mich mit der Beschaffung seines Getränks diesmal übrigens besonders ins Zeug, denn ein Stehpaga bedeutet bei meinem Herrn eigentlich immer, dass er eigentlich nicht viel Zeit hat. Verständlich also, dass ich mich einem Hauch von Hoffnung hingab, es geht vielleicht bald nach Hause, denn mir war noch nicht klar, dass der Heimweg noch auf sich warten lassen würde.

Meine Hoffnung verpuffte jedenfalls schnell wieder. Bei meiner Rückkehr mit dem Paga war mein Herr inzwischen nämlich in eine genauere Betrachtung der ziemlich schüchternen und verklemmten, offensichtlich unausgebildeten Nackten mit unbekanntem Seidenstatus vertieft, die mangels goreanischer Sprachkenntnisse überhaupt nicht verstand, was er von ihr wollte. Oha, das arme Ding war tatsächlich erst wenige Tage auf Gor! Mit ihrem störrischen Benehmen zeigte sie wirklich sehr deutlich, welch langen Weg sie noch vor sich hat. Vermutlich ist ihr noch gar nicht bewusst, dass sie bald zumindest beweisen muss, wenigstens ihre Nahrung wert zu sein, um nicht wie die vielen anderen 99er im Vosk entsorgt zu werden... die Sklavenhändlerin scheint jedoch recht optimistisch zu sein.


Hach, noch sehr gut erinnere ich meine erste Zeit auf diesem fremden Planeten Gor und konnte daher auch durchaus nachvollziehen, dass diese Kajira am liebsten im Boden versunken wäre, während mein Herr ihr an mir nun versuchte klar zu machen, was er von ihr erwartete. Selbstverständlich kam ich seinem Befehl, zu zeigen was „präsentiere dich Kajira“ bedeutet, nur zu gerne nach, denn ich liebe es einfach, seine Blicke auf meinem Körper zu spüren. Doch diesmal musste ich damit leben, nur als Beispiel herzuhalten. Mein Herr zeigte nämlich bei einem „DAS…“ nur kurz mit dem Finger auf mich, bevor er dann "…sollst DU machen!" ergänzte und auf die zappelnde Sklavin deutete. Endlich kapierte das Mädchen, was von ihr erwartet wurde, dabei hatte die Sklavenhändlerin es ihr vorher sogar in Erdensprache erklärt, denn sie ist ja ebenfalls eine Barbarin.


Es folgte noch einiges Haare Ziehen der Sorte unangenehm, mit dem es schließlich jedoch gelungen ist, der Nackten klar zu machen, dass sie zu Boden schauen soll. Nach einer Ohrfeige und prüfendem Betatschen ihres Körpers, trank mein inzwischen leicht amüsierter Herr dann jedoch seinen Paga aus und machte sich endlich auf den Heimweg… juhuuu! Meine Freude währte jedoch nicht wirklich lange, denn mir war bis dahin immer noch nicht klar, wie wenig Kurzurlaub vom Dienst der Wachoffizier meinem Herrn zugestanden hatte... nur anderthalb Ahn, die inzwischen schon fast um waren. Doch immerhin reichten die verbleibenden wenigen Ehn zuhause noch für ein paar „à la Dina“ servierte Vitamine in Form von Trauben, bevor er dann tatsächlich leider wieder aufbrechen musste. Vitamine sind zwar wichtig, viel schöner als die leckeren Früchte war für mich jedoch, dass ich beim Einschlafen noch die sanften Berührungen meines Herrn und seine Lippen auf meinen zu spüren glaubte! ;-))