Freitag, 18. September 2015

Dreck an Sandalen...

...in Panik mit weichen Knien.

Diesmal bog ich mit weitaus mehr Vorsicht und um einiges weniger gut gelaunt um die Ecke der Schmiede. Ich wollte nämlich herausfinden, ob sich das Weiterlaufen überhaupt lohnte oder ob ich nicht lieber wieder umdrehen sollte… wobei es natürlich auch nicht meine Art ist, mich vor Arbeit zu drücken. Tja, an diesem Tag siegte wohlerzogen wie ich nun mal bin meine Höflichkeit, sodass ich um das Grüßen einiger auf dem Marktplatz verteilter Herrschaften nicht herum kam. Fast zeitgleich mit meinem Umrunden der Schmiede tauchte eine mir unbekannte Fremde auf und wurde vom Ersten Schwert willkommen geheißen. Doch merkwürdigerweise ignorierte das Weib seinen freundlichen Empfang und lief zielstrebig weiter zur Brauerei, da sie den Besitzer anscheinend kannte, der es sich auf seiner Bank gemütlich gemacht hatte.

Nagut, während das Erste Schwert nun kopfschüttelnd über die Ignoranz der Freien leicht ungehalten schnaubte und sich Richtung Gasthaus davon machte, war mir klar, dass vermutlich nichts Interessantes aus dem Norden zu erfahren war… oder woher auch immer diese Frau kam. Alle Freien schienen entweder bereits versorgt oder beschäftigt zu sein und da auch etliche Kajirae zu sehen waren, begann ich darüber nachzudenken, was ich an diesem Tag zuhause noch zu erledigen hatte. Tja, leider kam ich jedoch nicht mehr dazu, meine Überlegungen zu Ende zu denken, geschweige denn mich zu verdrücken. „Dina komm mal her“, war nämlich ein sehr eindeutiger Befehl des Hauptmanns, den ich umgehend befolgte. Er war im Gespräch mit einer mir fast unbekannten Freien, die sich dann aber als die neue Pächterin der Mühle herausstellte, von der ich schon gehört hatte.

„Die Müllerin und ich haben einen Auftrag für dich“, ließ mich aufmerksam zum Hauptmann aufschauen. Allerdings gestehe ich, auch ein leichtes Unbehagen machte sich in mir breit, denn ich wusste ja nicht, was auf mich zu kam… war der Auftrag leicht oder schwer zu erfüllen? Zum Verdrücken war es aber wie gesagt inzwischen zu spät und außerdem forderte der Hauptmann jetzt die Müllerin auf, mir zu erzählen, worum es ging. Doch die Herrin schien gar nicht so genau zu wissen, was er von ihr hören wollte und als sie dann von Mehlsäcken sprach, keimten natürlich sofort Befürchtungen in mir, ich sollte irgendwelche schweren Säcke schleppen. Schließlich stellte sich heraus, es ging um einen Tanz und zwar ausgerechnet um eine spezielle Art, die mir so gut wie gar nicht liegt.

„Dina, wir vermuten, dass du tanzen kannst, ohne dass eine freie Frau dabei in den Kragen kommt… stimmt das?“ Ohje, was erwartete der Hauptmann von mir?! Nur zu gut erinnere ich noch, wie meine frühere Herrin bei meinen Bemühungen um freie Frauen taugliche Darbietungen irgendwann immer abwechselnd hochrot und kreideweiß geworden ist, bis ein Hauch von Grün zu dem Weiß dazu kam, obwohl ich wirklich total keusch begonnen hatte. Leider neige ich nur sehr stark dazu, ab einem gewissen Zeitpunkt meistens alles um mich herum zu vergessen und kann dann mein Sklavenfeuer nicht mehr so richtig bändigen. Ich glaube, wenn sie hörbar nach Luft japsend ab dann nicht ihre Blicke auf was auch immer fixiert hätte und nicht mehr auf mich, hätte sie jedes Mal als nächste Steigerung gefährliche Schnappatmung bekommen und wäre wahrscheinlich in Ohnmacht gefallen.

Ehrlich wie ich nun mal bin, versuchte ich dies dem Hauptmann mit ein paar Umschreibungen einzugestehen und ergänzte noch, dass es meinem Herrn bislang eigentlich ganz gut gefällt, wenn ich mein Feuer beim Tanzen kaum beherrschen kann. „Also dann solltest du aber üben, Dina. Wir waren uns sicher, dass du es kannst und eine Sklavin tanzt doch so, wie man von ihr verlangt… oder?“ Nach diesen Worten des Hauptmanns schien der Müllerin ihre Idee sehr unangenehm zu werden, denn sie beeilte sich etwas von ihrem Essen zu murmeln und zog sich zurück, zumal die Worte des Hauptmanns noch drohender wurden, sodass mir kalte Schauer den Rücken hinunter liefen. Ich war nicht nur oberskeptisch, sondern zweifelte inzwischen wie so oft wieder ganz schlimm an mir, sodass meine Antworten wohl eher nicht wirklich begeistert klangen, um es mal vorsichtig zu formulieren.

Während ich nun gegen die in mir aufsteigende Panik ankämpfte, denn mittlerweile war ich fest davon überzeugt, dass ich versagen werde und momentan liegen meine Nerven sowieso manchmal ziemlich blank, tönte der Hauptmann: „Siehst du Dina und nun freust du dich wie eine kleine Dina sich so freuen kann… sonst krieg ich schlechte Laune und mach einen langen Arm.“ Ich erinnere nicht mehr, was ich noch alles antwortete, während mein Lächeln vermutlich von der Sorte „unterdrückte Empörung" zu "oberverkniffen vor Angst“ wechselte, was alles nicht besser machte. Ich musste dem Hauptmann jedenfalls irgendwann zur Mühle folgen, um die Herrin mit der "frohen Kunde" zu überraschen. Er hatte inzwischen nämlich einfach festgelegt, vier Tage Zeit reichen, um ihn nicht zu enttäuschen. Um mir dann so richtig Angst zu machen, vergaß er nicht, meinen Herrn zu erwähnen und ergänzte noch, wie stolz der immer auf mich ist und gut von mir spricht.

Während ich gegen meine stetig weicher werdenden Knie ankämpfte und lautlos die Priesterkönige anflehte, die Müllerin möge sich schlafen gelegt haben, kreisten meine Gedanken um die nächsten Tage und den Tanz, besonders aber über die Schande, die ich meinem Herrn machen würde, wenn ich diesen Auftrag nicht hinbekomme. Nur logisch also, dass meine Schritte immer kürzer wurden und ich erst mit einiger Verspätung die Mühle erreichte, wo der Hauptmann bereits kräftig an die Tür bollerte. Mit Stinkeblick herrschte er mich an, warum ich plötzlich so schüchtern bin und erst jetzt auftauche, wo ich doch sonst immer an den Hintern von Männern klebe wie Dreck an Sandalen. Grrr… dieser Stiesel von einem Kerl hatte überhaupt nicht verstanden, welchen Kampf ich in meinem Inneren gerade ausfocht und was in mir vorging… doch das habe ich mir lieber verkniffen zu erwähnen.

„Müllerin, Dina hat eine frohe Botschaft für dich“, schnürte mir förmlich die Kehle zu und führte natürlich zu einem weiteren hauptmannschen Anranzer, denn ich bekam keinen Piep heraus. Meine Situation wurde also noch schlimmer, von Freude und Begeisterung für solch einen oberlangweiligen, dafür umso schwereren freie Frauen Schreittanz war bei mir jedenfalls weit und breit keine Spur zu sehen. Außerdem befürchtete ich, dass die Weiber vor Langeweile womöglich einschlafen könnten, sodass ich lieber jetzt schon den wirklich gut gemeinten Tipp von mir gab, die Herrin möge bitte drauf achten, dass sie in vier Tagen gut ausgeschlafen ist. Tja… das war‘s dann leider… der Hauptmann packte mich äußerst unangenehm an den Haaren und zerrte mich schließlich zum Bach.

Er verabschiedete sich von der Müllerin mit den Worten, dass ich eine Sklavin bin, die sich immer bemüht, mit absoluter Hingabe und Freude das zu tun, was ihr befohlen wird und ermunterte sie, ihre Planungen für den Abend in vier Tagen aufzunehmen. Die arme, ahnungslose Herrin tat mir jetzt fast leid, denn sie konnte doch nicht ahnen, was mit mir los war. Selbstverständlich ist es für jede Kajira eine riesige Freude, Freie zu erfreuen… das gilt doch auch für mich! Das Oberallerwichtigste ist für mich jedoch, meinem Herrn keine Schande zu bereiten. Daher werde ich mich ins Zeug legen und wirklich mein Bestes geben, um den Hauptmann und die Weiber zu erfreuen, vor allem aber meinen Herrn!



Meine nun folgende Kopfwäsche im Bach unter dem festen Griff des Hauptmanns, war daher eigentlich überflüssig… wie gut, dass ich so hervorragend lange die Luft anhalten kann! ;-)))

Kommentare:

  1. Soso, deine ehemalige Herrin hat also sicherheitshalber woanders hin geschaut wenn es zu arg wurde. ;-)

    AntwortenLöschen
  2. *plinkert ganz lieb und unschuldig, flüstert dann*...ich darf doch nicht verraten, wie intensiv du immer zugeschaut hast, meine ehemalige Herrin... nicht auszudenken, welch Folgen das für deinen Ruf als Trockenxxx... ähmmm... ehrbare freie Frau gehabt hätte! ;-))

    AntwortenLöschen
  3. "Schreittänze?"
    ... fällt fast um vor Lachen und versteckt sich schnell bevor Dina es sieht...

    AntwortenLöschen