Freitag, 11. September 2015

Gasthauskajira

Oha, in Zukunft muss ich wirklich besser aufpassen, was sich so hinter mir tut, um nicht irgendwann vor Schreck tot umzufallen. Mein Blick Richtung Schmiede hatte mir die nämlich ohne ihren Pächter angezeigt und auch sonst war niemand zu entdecken. Da vom Gasthaus einzelne, unverständliche Gesprächsfetzen zu hören waren und ich noch sehr gut erinnerte, was für eine Schlepperei es am Vorabend mit den vielen Getränken gewesen war, legte ich einen kleinen Stopp ein. Ich wollte möglichst vorher in Erfahrung zu bringen, wie viele Gäste sich an diesem Tag dort niedergelassen hatten und womöglich auf die Bedienung durch eine Kajira warteten und vor allem, ob ich beim Servieren schon wieder die einzige Unfreie sein würde. Tja, nur wurden meine Forschungen durch einen unerwarteten Klatscher auf meinen Po abrupt unterbrochen. Es war der Schmied, der von ich weiß nicht woher plötzlich auftauchte.

Gut gelaunt grinste er mich an und packte mich, um mir einen innigen Kuss auf meine Lippen zu drücken, bei dem ich wie immer sofort ganz weiche Knie bekam. Doch leider wurde ich dann auch schon wieder herunter gelassen, um nun umgehend die Quelle seiner guten Laune zu erfahren… anscheinend war an diesem Tag mal wieder Sklaventreff in der Schmiede gewesen. Zumindest zwei mir bekannte Herren unter den Metallhandwerkern, von denen ich einen aber schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen habe, weil er seinen Heimstein am Fayheen hat, haben ja das gewisse Etwas, das die Mädchen irgendwie anzuziehen scheint… mich eingeschlossen. Die Namen der Kajirae, die mir nun aufgezählt wurden, sagten mir allerdings nicht allzu viel, da ich sie bis auf eine nicht kannte, die sich übrigens genau in diesem Moment vor mich schob, sodass mir ihr ausladendes Hinterteil die Sicht auf den schönen Herrn verbaute.

Im Gegensatz zum Schmied, der wohl ein Auge auf dieses Mädchen geworfen hat, gefiel mir der Anblick ihrer Pobacken genau vor meiner Nase logischerweise überhaupt nicht, sodass ich in der Hoffnung dort hinein kniff, die neueste Ware der Sklavenhändlerin würde sich dadurch etwas zur Seite bewegen. Leider brachte diese Maßnahme jedoch nicht den gewünschten Erfolg und da ich nicht wie der Schmied auf sachtes Hineinbeißen und auch nicht auf an Sklavenhinterteilen Herumknabbern stehe, klatschte ich einigermaßen genervt auf dieses Körperteil. Sein Gebrumme ignorierend, denn er hatte offensichtlich sogar mehr als ein Auge auf diese Handelsware geworfen, stellte ich die Kajira ziemlich empört über ihre Frechheit zur Rede. Ich bekam mich dann aber relativ schnell wieder ein, um nicht den Ärger des potentiellen Käufers auf mich zu ziehen. Außerdem lächelte mich die Nackte entschuldigend recht freundlich an und lernt ja auch noch… und nachtragend bin ich eigentlich noch nie gewesen.

Ich fand es auch viel interessanter, nicht zu verpassen, was der inzwischen hinzu gekommene Sattler mit dem Schmied zu besprechen hatte. Es ging um den in letzter Zeit so zahlreich in Jorts Fähre angespülten Zuwachs in der Handwerkerkaste und ob ein Kastenhaus nicht sinnvoll ist. Der Schmied war sofort sehr angetan von der Idee, die zwar niedere, aber dennoch nicht unwichtige Handwerkerkaste dadurch viel besser repräsentieren zu können. Wobei sich die beiden Männer sehr einig waren, dass sich sowohl die Müllerin als auch die Reparateuse... oder was auch immer dieses Weib handwerkelt, erst einmal bewähren müssen, bevor über eine Aufnahme in die Kaste nachgedacht werden kann. Leider kam dann vom Schmied jedoch der Befehl, dass die Nackte und ich uns nützlich machen sollten, während die beiden Männer auf Hausbesichtigungstour Richtung Oberstadt verschwanden, sodass nun also doch wieder Aushelfen im Gasthaus angesagt war.

Der Hauptmann war übrigens ziemlich erstaunt, dass ich die Neue der Sklavenhändlerin im Schlepp hatte und informierte sie dann auch gleich darüber, dass er ihrer Herrin 4 Kupfer als Gebühr für eine Ahn Wartezeit berechnet… anscheinend hatte er mit seinem Sleen so lange auf die Ware gewartet, die offensichtlich jedoch nicht aufgetaucht war. Dass er von einem fremden Reisenden mit „Kerl“ angesprochen wurde, hob seine Laune verständlicherweise ebenfalls nicht wirklich, ein von mir eilig servierter Beruhigungspaga war daher gegen die Mischung aus Stinkeblick und ungehaltenem Hauptmannsgebrumme angebracht. Der Paga half vielleicht tatsächlich ein wenig, denn letztendlich erklärte sich der Hauptmann bereit, Fenris nun doch noch an der Nackten schnüffeln zu lassen, damit er ihre Spur aufnehmen kann, sollte das Mädchen sich unter die vielen Reisekajirae mischen wollen und unerlaubt die Stadt verlassen.

Interessant war übrigens, was eine mir unbekannte Grüne zu trinken wünschte… ein Gemisch aus Met und Paga! Ich traute meinen Ohren nicht, verzog aber keine Miene darüber, denn ich weiß ja, dass auch viele andere Weiber mit Alkohol nicht gerade zimperlich sind. Leider hatte ich nun jedoch ein Problem, denn ich musste der Freien eingestehen, dass ich erstens das Mischungsverhältnis dieses Getränks nicht kenne, aber noch viel schlimmer war, dass das Metfass leer war. Die Kajira des sich inzwischen am Tisch niedergelassenen Fremden hatte es nämlich geschafft, dem Fass die letzten Tropfen zu entlocken. Merkwürdigerweise wusste die Grüne aber mehr als ich. Anscheinend hatte der Brauereikrieger einen Vorrat dieses Trunks in der Gasthausküche deponiert. Hmm,...nur in welchem Fass???


Tja, irgendwie trotzdem dumm gelaufen... ich hatte davon wirklich keine Ahnung, bin ja aber auch keine Gasthauskajira. Schließlich hatte die Gnädigste dann aber ein Einsehen mit mir und ging nicht auf meinen Vorschlag ein, aus sämtlichen in der Küche befindlichen Fässern Kostproben zu zapfen, damit sie probieren kann in welchem ihre Mischung ist, sondern ließ sich seufzend dazu herab, einen Kalana zu trinken.;-)

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