Donnerstag, 3. September 2015

Kurzurlaub vom Dienst

Juhuuu… der Wachoffizier hatte tatsächlich ein Einsehen gehabt und meinem Herrn einen weiteren Kurzurlaub von den doofen Patrouillen für die Teilnahme am Waffentraining genehmigt. Das war aber natürlich auch wichtig, zumal er ja in der letzten Zeit kaum trainieren durfte. Leider war er jedoch so spät zu Hause, dass er nach 3 Ehn sofort weiterhetzen musste und keine Zeit für sein Eigentum hatte. Doch einem Krieger liegt solche Disziplin selbstverständlich im Blut… oberste Priorität hat nun mal seine Kaste… und seine Sklavin ist gut beraten, dies ebenfalls zu verinnerlichen. Hoffentlich ist es mir gestern wieder gelungen zu zeigen, auf was für einem guten Weg ich bin, eine richtige Kriegerkajira zu werden.

Dazu gehört nämlich auch, sich ohne Wenn und Aber mit stummem Anhimmeln meines trainierenden Herrn am Rande der Wiese zu begnügen, der gestern im Schwertkampf gegen seinen ehemaligen Mentor übrigens eine wirklich ausgezeichnete Form bewiesen hat. Wobei ich eingestehe, dass ich trotzdem weiter an mir arbeiten muss, denn auch eine Kriegerkajira lernt selbstverständlich nie aus. In diesem Fall ist mir jetzt erst klar geworden, ich muss aufpassen, dass zukünftig noch genug Gras für die Tiere des Bauern übrig bleibt und sie nicht wegen mir verhungern müssen. Meine Finger haben anscheinend irgendwie von ganz alleine, um mich herum sämtliches Gras abgerupft, denn als mein Herr schließlich sein Training beendete, lag neben mir plötzlich ein Grashaufen, der dort vorher noch nicht gewesen war.


Selbstverständlich habe ich mich am Rande der Wiese weiter still in Geduld geübt, nachdem es so aussah, als ob die beiden Krieger ihr Training beendet hatten. Ich gebe allerdings zu, dies war eine schwere Prüfung für mich, weil ich natürlich viel lieber ganz dicht hinter meinem Herrn gekniet und mich am liebsten an sein Bein geschmiegt hätte. Doch ich erinnere noch gut, dass er mich mal angeherrscht hatte, weil ich beim Training nichts auf der Wiese zu suchen habe. Da ich ja weder Gedanken lesen kann und leider auch keinen Fingerzeig erhalten hatte, war mir also nicht klar, ob die beiden Männer nicht nur eine kurze Verschnaufpause machten, um sich über den jungen Rekruten zu unterhalten… seine Disziplin und sein Lernerfolg im Kriegerkodex gaben nämlich Anlass für einigen Gesprächsstoff. Wobei ich natürlich nicht zugehört habe, denn solche Themen gehen eine Kajira selbstverständlich nichts an.

Zu meiner Freude war das Waffentraining aber tatsächlich zu Ende und meinen Herrn zog es nun in die Stadt, da er sich wegen seiner vielen Patrouillen dort ja lange nicht mehr hatte sehen lassen können. Vorher erhielt ich von seinem Trainingspartner allerdings noch einen Tipp für eine spannende Aufgabe, mit der ich mich bestimmt gut trösten und ablenken kann, wenn ich alleine bin und niemand meine Dienste benötigt. Ich werde anfangen, nach kleinen roten Käfern zu suchen, um die dunklen Pünktchen auf ihren Rücken zu zählen. Ich denke, es ist nachvollziehbar, dass ich bereits jetzt fast vor Neugier platze, wie viele das wohl werden, weil mein Herr vermutlich auch weiterhin mit vielen langen Diensten beglückt werden wird… was selbstverständlich eine ziemliche Ehre für ihn ist!

Interessant war übrigens sein Ausruf, als er unterwegs die Sklavenhändlerin mit einer neuen Kajira Richtung Gasthaus laufen sah. Die Sklavin war nämlich nackt. „Oh... also wenn die Sklavenhändlerin ihre Ware so über den Marktplatz führt, sind deine Chancen auf künftige Nacktheit gerade gestiegen, Kajira!“, rief er mir zu meiner Freude zu. Wobei mein zweiter Gedanke mich sofort zu der erschrockenen Frage veranlasste, ob er mich verkaufen will. Puhhh, den Priesterkönigen sei Dank, war dies aber eine überflüssige Frage und mein Herr stapfte lachend weiter, um sich den Neuzugang an der Kette der Sklavenhändlerin genauer anzuschauen. Sein Interesse entwickelte sich übrigens erst richtig, nachdem er erfahren hatte, dass es sich um eine Barbarin handelt. 

Mit einem Fingerschnippen in meine Richtung bestellte er nun einen Stehpaga und erzählte dann, dass er mit Sklavinnen dieser Herkunft bislang ganz gute Erfahrungen gemacht hat. Auch wenn er damit an seine früheren Kajirae gedacht haben konnte, machte mein Kajiraherz trotzdem vor Freude einen kleinen Extrahüpfer, denn vielleicht meinte er ja auch mich, weil ich doch ebenfalls Barbarin bin. Ich legte mich mit der Beschaffung seines Getränks diesmal übrigens besonders ins Zeug, denn ein Stehpaga bedeutet bei meinem Herrn eigentlich immer, dass er eigentlich nicht viel Zeit hat. Verständlich also, dass ich mich einem Hauch von Hoffnung hingab, es geht vielleicht bald nach Hause, denn mir war noch nicht klar, dass der Heimweg noch auf sich warten lassen würde.

Meine Hoffnung verpuffte jedenfalls schnell wieder. Bei meiner Rückkehr mit dem Paga war mein Herr inzwischen nämlich in eine genauere Betrachtung der ziemlich schüchternen und verklemmten, offensichtlich unausgebildeten Nackten mit unbekanntem Seidenstatus vertieft, die mangels goreanischer Sprachkenntnisse überhaupt nicht verstand, was er von ihr wollte. Oha, das arme Ding war tatsächlich erst wenige Tage auf Gor! Mit ihrem störrischen Benehmen zeigte sie wirklich sehr deutlich, welch langen Weg sie noch vor sich hat. Vermutlich ist ihr noch gar nicht bewusst, dass sie bald zumindest beweisen muss, wenigstens ihre Nahrung wert zu sein, um nicht wie die vielen anderen 99er im Vosk entsorgt zu werden... die Sklavenhändlerin scheint jedoch recht optimistisch zu sein.


Hach, noch sehr gut erinnere ich meine erste Zeit auf diesem fremden Planeten Gor und konnte daher auch durchaus nachvollziehen, dass diese Kajira am liebsten im Boden versunken wäre, während mein Herr ihr an mir nun versuchte klar zu machen, was er von ihr erwartete. Selbstverständlich kam ich seinem Befehl, zu zeigen was „präsentiere dich Kajira“ bedeutet, nur zu gerne nach, denn ich liebe es einfach, seine Blicke auf meinem Körper zu spüren. Doch diesmal musste ich damit leben, nur als Beispiel herzuhalten. Mein Herr zeigte nämlich bei einem „DAS…“ nur kurz mit dem Finger auf mich, bevor er dann "…sollst DU machen!" ergänzte und auf die zappelnde Sklavin deutete. Endlich kapierte das Mädchen, was von ihr erwartet wurde, dabei hatte die Sklavenhändlerin es ihr vorher sogar in Erdensprache erklärt, denn sie ist ja ebenfalls eine Barbarin.


Es folgte noch einiges Haare Ziehen der Sorte unangenehm, mit dem es schließlich jedoch gelungen ist, der Nackten klar zu machen, dass sie zu Boden schauen soll. Nach einer Ohrfeige und prüfendem Betatschen ihres Körpers, trank mein inzwischen leicht amüsierter Herr dann jedoch seinen Paga aus und machte sich endlich auf den Heimweg… juhuuu! Meine Freude währte jedoch nicht wirklich lange, denn mir war bis dahin immer noch nicht klar, wie wenig Kurzurlaub vom Dienst der Wachoffizier meinem Herrn zugestanden hatte... nur anderthalb Ahn, die inzwischen schon fast um waren. Doch immerhin reichten die verbleibenden wenigen Ehn zuhause noch für ein paar „à la Dina“ servierte Vitamine in Form von Trauben, bevor er dann tatsächlich leider wieder aufbrechen musste. Vitamine sind zwar wichtig, viel schöner als die leckeren Früchte war für mich jedoch, dass ich beim Einschlafen noch die sanften Berührungen meines Herrn und seine Lippen auf meinen zu spüren glaubte! ;-))

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