Dienstag, 13. Oktober 2015

Vier Märkte

…sind es heute genau, in denen dieser wunderschöne Stahl meinen Hals nun schon ziert. Es ist Stahl, auf den ich unheimlich stolz bin, weil der Name meines Herrn darauf steht. Vier Märkte bin ich inzwischen nämlich das Eigentum meines Herrn, eines Kriegers und Tarnreiters aus Jorts Fähre, der Perle aller Städte am Vosk. Vier Märkte gebe ich alles, ihm eine gute Kajira zu sein, ihm Ehre zu bereiten und ihn zu erfreuen. Die Zeit meiner Leihe dazu gerechnet, bin ich sogar noch knapp einen Markt länger an seiner Kette und immer noch total glücklich darüber. Aber keine Angst, ich werde jetzt nicht versuchen, diese schöne Zeit noch einmal in Kurzform zu beschreiben, denn das habe ich hier ja bereits mehr oder weniger ausführlich, meistens vermutlich sogar viel zu ausschweifend getan.


Ok, vielleicht typisch für eine Frau, aber es ist mir einfach wichtig zu erwähnen, wie gut ich mich noch an diesen Tag genau vor vier Märkten erinnere. Auf einem der Rundgänge meines Herrn durch die Unter- und Oberstadt, trafen wir vor dem großen Stadttor überraschend auf meine damalige Herrin, die ihrem Heimstein endlich mal wieder einen Besuch abstattete. Ich glaube, sie wollte nach ihrem Eigentum sehen und sich danach erkundigen, ob mein Leihherr meiner inzwischen womöglich überdrüssig geworden war und mich vielleicht wieder loswerden wollte. Das wollte er jedoch nicht, sondern zu meiner unbeschreiblichen Freude war genau das Gegenteil der Fall. Für ihn stand mein Kauf nämlich schon seit langem fest und obwohl die Zeit der Leihe noch nicht ganz um war, fand er es inzwischen überfällig, endlich mit meiner Herrin über mich zu sprechen.


Allerdings wäre es beinahe gar nicht mehr zu diesem Gespräch gekommen, weil sein Kaufanliegen dort vor dem Stadttor durchaus ein sehr schnelles Ende hätte finden können, sodass es mich heute nicht mehr gäbe. Einer der jortsschen Krieger tauchte nämlich total wütend plötzlich auf, um mich zu töten, weil er irgendwelches Getratsche einer dummen Kajira in den falschen Hals bekommen hatte. Doch zum Glück konnte diese Angelegenheit schnell geklärt werden und es gibt meinen Herrn, meine damalige Herrin und mich immer noch. Unklar ist nur, was die Priesterkönige mit dem Schicksal dieses Kriegers vorgesehen haben, denn er ist irgendwann von einer Patrouille nicht mehr nach Jorts zurückgekehrt und gilt seitdem als verschollen.


Heute ist es also genau vier Märkte her, dass mein Herr das Zusammentreffen mit meiner damaligen Herrin nutzte, um die Leihe zu beenden und mich zu kaufen. Vor lauter Aufregung konnte ich mir von den Verhandlungen dieser beiden Freien, die für mich die beiden wichtigsten Menschen auf ganz Gor waren und es bis heute noch sind, jedoch nicht viel oder eigentlich fast gar nichts merken. Ganz genau erinnere ich allerdings, dass meine damalige Herrin meinen Herrn schließlich schmunzelnd fragte, wie lange er noch vorhat zu reden, um meinen Preis immer weiter in die Höhe zu treiben bzw. wie lange er ihr noch versuchen will klarzumachen, dass sie sich eigentlich gar nicht von mir trennen möchte.

Mein Herr kann außer vielen anderen Dingen wirklich total super reden und beeindruckend formulieren, denn er pries meiner damaligen Herrin in einer wahren Flut blumiger Worte meine Vorzüge an, die ihn zu meinem Kauf bewogen hatten, meiner damaligen Herrin jedoch meinen Verkauf schmackhaft machen sollten.

Ok, ich gebe zu, er erwähnte auch meine manchmal leider zu große Klappe, gestand aber ein, über diesen Makel großzügig hinwegsehen zu wollen. Inzwischen weiß ich auch, welch überaus geeignete Maßnahmen er gegen mein lockeres Mundwerk damals wohl bereits im Kopf gehabt hatte.

Alles weitere über seine Erziehungsmaßnahmen kann ich mir jetzt aber eigentlich ebenfalls verkneifen, denn ich möchte ja wie oben schon erwähnt, niemanden mit ollen Kamellen langweilen.


Trotz meiner Aufregung und den vielen Schmetterlingen in meinem Bauch, weiß ich erstaunlicherweise noch die letzten Worte meines Herrn „…dieses Mädchen vervollständigt meine linke Hand, so wie mein Schwert meine rechte vervollständigt“, die sich mir unauslöschlich ins Gedächtnis gebrannt haben.

„Mein Herr, ich kann nur wiederholen, was ich dir am Beginn meiner Leihe am Wasserfall und als ich vor vier Märkten deinen Kragen erhielt versprochen habe...

Ich werde stets mein Oberallerbestes geben, um dir auch zukünftig eine gute Sklavin zu sein und mich bemühen, alle deine Wünsche so gut ich kann und noch ein wenig mehr zu erfüllen... vielleicht sogar manchmal, bevor du überhaupt ahnst, dass du einen Wunsch hast.

Danke für deinen Schutz, deine Führung und deine Macht über meinen Körper und meinen Geist, mein Herr, bitte lass mich noch ganz lange deine linke Hand vervollständigen!

La Kajira!“

Kommentare:

  1. *lächelt bei der Erinnerung an das Gespräch, vor allem die Teile die Dina nicht erwähnt hat und nickt leicht zufrieden*

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  2. *schaut ihre frühere Herrin spitzbübisch lächelnd an, denn manche Dinge benötigen keine Worte... dann sinkt sie vor ihr auf die Knie, um einen innigen Kuss auf ihren Rocksaum zu drücken, bevor sie zu ihr hochschaut und dabei strahlt, was das Zeug hält

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