Freitag, 4. Dezember 2015

Eine Kajira lernt nie aus

Die Gefährtin meines Herrn zog sich beizeiten zurück und mein Herr war an diesem Abend vor der Taverne wie gesagt in einer ungewöhnlich milden Stimmung, denn auch für das Weglassen des „meine“ beim Verabschieden von seiner Gefährtin, bekam ich nur einen leichten Kopfpatscher, der dann sogleich wieder in sanftes Streicheln überging, während ich mich weiter eng an sein Bein anschmiegen durfte. „Vor unserer Reise am Ende der Hand wäre übrigens noch etwas, Dita“, ließ mich sofort daran denken, dass ich nicht vergessen durfte, für meinen Herrn eine lange Hose einzupacken. 

Nicht auszudenken, wenn er auf einem der Thalarions reiten sollte und dabei seine empfindlichsten Körperteile in Mitleidenschaft geraten, so wie es seinerzeit einem anderen jortsschen Krieger passiert war, der erst dank meiner Behandlung den Glauben an seine Zeugungsfähigkeit zurück fand. Mein Herr belohnte mein fürsorgliches Denken zwar mit einer weiteren Streicheleinheit, kündigte dabei aber an, dass ich ihn nur mit Nasenring auf dieser Reise nach Belnend begleiten darf. Ohje, alleine der Gedanke daran ließ mich mit erschrocken aufgerissenen Augen schützend an meine Nase fassen. Kleinlaut und wegen meiner Nasenabschirmung leicht näselnd gab ich hoffnungsvoll zu bedenken, dass es bei dem vielbeschäftigten Sattler bestimmt schwer sein wird, so kurzfristig einen Termin zu bekommen. 

Doch da meinem Herrn der Nasenring an seinen Kajirae leider besonders wichtig ist, blieb ich damit leider erfolglos. Stattdessen erörterte er ausgiebig mit dem Ersten Schwert an welchen Körperstellen Ringe an einer Sklavin besonders schön aussehen, denn Geschmäcker sind nun mal verschieden. Besonders ausführlich beschrieb er dann das Für und Wider der verschiedenen Stanzmethoden für das erforderliche Loch in meiner Nasenscheidewand mit dicken Nägeln, Lochzange oder einer dünnen Nadel sowie die damit einhergehende, große Gefahr für Entzündungen und Abfaulen meiner Nase. Doch weitere Details mag ich hier nicht wiederholen, weil mir schon wieder kalte Angstschauer den Rücken hinunter laufen. 


Kein Wunder also, dass ich mir später beim Einschlafen immer noch das Gehirn zermarterte, wie ich um dieses Loch herumkommen kann, denn ich bin überzeugt davon, dass meine Nase für einen Ring vollkommen falsch gebaut und daher gänzlich ungeeignet ist. Kaum zu Hause angekommen, wurden meine Gedanken jedoch erst einmal abgelenkt, da ich meinem Herrn diverse Fragen beantworten musste, nachdem ich meine Kleidung abgestreift hatte. Es ging schon wieder um meine Tuniken, auf deren Anzahl er immer noch schlecht zu sprechen ist, aber auch um meinen neuen Kragen und den Sklavenkäfig, in den ich jede Nacht eingesperrt werde… eine in meinen Augen überflüssige Vorsorge meines Herrn gegen Weglaufen und geklaut werden. Tja… von wegen Diebstahl… hätte ich bloß meine Tuniken mit in den Käfig genommen!

Für mich vollkommen unverständlich waren sie am nächsten Morgen nämlich auf die mickrige Anzahl von drei Stück geschrumpft… ich traute meinen Augen nicht. Doch auch nach ihrem ausgiebigen Reiben und Plinkern wurden es nicht mehr, es blieb bei diesem kleinen übrig gebliebenen Häufchen. Lange Zeit darüber zu sinnieren hatte ich allerdings nicht, weil es unten an der Haustür klopfte und ich mich beeilte, die Treppe hinunter zu laufen. Inzwischen hatte die Gefährtin meines Herrn jedoch schon geöffnet und wies mich an, mir schnell etwas Warmes überzuziehen, da ihr eine mir fremde Kajira die Nachricht überbracht hatte, dass wir mit meinem Herrn in den Norden reisen würden und dicke Sachen einpacken sollten.

Na toll… ich hatte nichts Warmes… sollte ich etwa die verbliebenen drei dünnen Tuniken übereinander anziehen?! Leicht entnervt schilderte ich der Gnädigsten mein Dilemma, an dem in meinen Augen ihr Gefährte Schuld war, weil ich ja nicht mehr ins Haus meines Herrn durfte, der nicht mehr mein Herr ist. Dort in der Kleiderkiste waren warme Sachen! Zum Glück hatte die Herrin noch eine etwas ramponiert aussehende Fellstola und Stiefel von einer ihrer weggelaufenen Kajirae. Für diese Fürsorge war ich ihr am ersten Ziel unserer Reise mehr als dankbar, denn in diesem Dorf… ich glaube, es hieß Axe… oder so… war es frostig kalt und überall lag Schnee. 


Wegen der Kälte habe ich den Norden eigentlich noch nie besonders gemocht und weil man sich dort so dick anziehen und sogar Stiefel tragen muss, wenn einem alle Zehen lieb sind. Doch hatte die Reise auch einen wirklich nicht zu verachtenden Vorteil… das Thema Nasenring war vorerst vertagt, obwohl mein Herr beim Sattler für mich bereits einen Termin vereinbart hatte. Ich konnte gar nicht verstehen, dass der Brauereibesitzer so gute Geschäfte mit seinem „Sonderangebot Nord… bezahl 10, bekomm 11 Fässer“ machte, aber anscheinend friert Paga auch bei tiefen Temperaturen nicht so schnell ein. Später erfuhr ich dann, dass es bei dieser Reise vor allem um Nachforschungen über den Verbleib der Sklavenhändlerin ging, deren Rückkehr nach Jorts wohl überfällig war.

„Eine Kajira lernt nie aus“, ist eine Redewendung, die ich nur immer wieder bestätigen kann. Auf dieser Reise lernte ich nämlich, dass eine Praell eine Bond ist… wer nicht fragt bleibt dumm. Ich lernte auch Neues über Felle und mit großem Erstaunen, dass mein Herr in mir eine Fellexpertin sieht! Nachdem das Feilschen der Freien über Getränkelieferungen und Felle schließlich ein Ende gefunden hatte, das jedoch weitestgehend an mir vorbei ging, da ich mit dem Servieren von dampfendem Met in diesen merkwürdigen Trinkgefäßen aus Tierhörnern beschäftig war, die man gefüllt nicht vernünftig abstellen kann, durfte ich nämlich die Qualität der angebotenen Felle prüfen. Aber ok, selbstverständlich kann ich beurteilen, wie sich ein Fell auf nackter Haut anfühlen muss.


Ich lief also als Fellexpertin hinter dem gutaussehenden Nordmann zum Lager der angebotenen Felle, muss aber gestehen, bislang hatte ich keine Ahnung davon, dass Fell innen hohl ist und deswegen so gut gegen Kälte isoliert. Die Wasser und vor allem sämtliche Körpersäfte abweisende Funktion von Fellen, war mir jedoch durchaus bekannt, denn andernfalls wären sie beim… ähmmm… ich sag mal, wären sie hinterher nicht so praktisch und leicht zu reinigen, wenn der eine oder andere Fleck entstanden ist. Nun bin ich nur gespannt, ob sich die riesigen neuen Felle bei der Einweihung auf nackter Haut wirklich so toll anfühlen, wie ich es mir vorstelle. Mein Herr gab zwar wegen der Größe ein eher undefinierbares Brummen von sich, doch mein Argument, man kann nicht so leicht herunterrollen, wenn es darauf mal etwas rolliger zugeht, sah er breit grinsend dann doch ein, vertagte den ersten Test aber leider, da es ihm mitten in der Hall angeblich zu unruhig war.

Hach… die Sitten in dieser herrlich warmen Hall des Dorfes gefielen mir und vor allem gefällt mir, wie anders mein Herr ist, seitdem ich seinen Kragen trage. Nachdem sich seine Gefährtin ins Gästehaus zurückgezogen hatte, sie passte sich übrigens den Gepflogenheiten des Nordens an und nahm aus Höflichkeit für die Gastfreundschaft in der Hall tatsächlich ihre Gesichtsgardine ab, drehten sich die Gespräche logischerweise nicht nur um die Kälte draußen, sondern auch darum, dass mein Herr mich auf dem Tisch nehmen kann, wenn ihm danach ist… wer sich daran stört, kann ja gehen. Einer der Männer erkundigte sich sogar, ob ich zu verkaufen sei und als mein Herr dies verneinte, wollte er wissen, ob ich wenigstens tanzen darf. Ich durfte und zwar auf dem Tisch… was für ein Erlebnis! 

Unter den gierigen Blicken der Männer zog ich sämtliche rotseidenen Register, um meinem Herrn Ehre zu bereiten. Ich legte möglichst verführerisch und sehr langsam Stück für Stück meine Kleidung ab. Komischerweise füllte sich die Hall, je mehr meiner Haut nach und nach zum Vorschein kam, während ich mich geschmeidig zu den Klängen des Musikers auf dem Tisch räkelte und meinen inzwischen erhitzten Körper den Zuschauern von allen Seiten präsentierte. Bis auf die Stiefel schließlich komplett nackt und innerlich lichterloh glühend, zog mein Herr mich dann auf seinen Schoß, um mir erst eine Belohnung in Form eines kleinen, leckeren Kuchens namens Magdalena in den Mund zu schieben, bevor er mich lachend über seine Schulter warf und die weichen Felle im Bad  doch dem Holztisch in der Hall vorzog………… ;-)

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