Montag, 29. Februar 2016

Einer dieser Tage…

...als Kajira, über den ich eine ganze Menge schreiben könnte, mich aber doch lieber sehr knapp fassen werde, weil auch solch ein Tag zum Leben einer Sklavin nun mal dazu gehört...

...an dem ich zum Sündenbock für eine offene Haustür wurde, die ich IMMER schließe… 
...an dem mir Bestrafung durch Auspeitschen am Pfahl oder die Sklavenkiste für Vergesslichkeit angedroht wurde, obwohl ich wirklich nichts vergessen hatte… 
...an dem ich für das mangelhafte Waschen einer Gesichtsgardine verantwortlich gemacht werden sollte, dabei stand in meinen Augen nicht zu knappe Luft, sondern etwas ganz anderes hinter einer diesbezüglichen Äußerung… 
...an dem ich lernen durfte, dass „draußen“ nicht draußen heißt, sondern „vor der Tür“...


...an dem mein Herr von mir die Neuigkeiten der letzten beiden Tage hören wollte, mit denen ich ihm jedoch nicht dienen konnte, weil ich das Haus während seiner Abwesenheit gründlich geputzt hatte… 
...an dem er mich wegen was auch immer nicht in seiner Nähe wünschte und vor die Tür schickte… 
...an dem ich wegen dicker Luft ins Gasthaus durfte, um dem Schweigen von zwei Freien zu lauschen, bis mit dem Sattler und meinem Herrn dann doch noch etwas Leben die merkwürdige Luft verbesserte.


Es war zwar ein Tag, an dem wohl nicht nur einem Freien eine Urt über den Bauch gekrabbelt sein muss… aber es war auch ein Tag, an dem ich doch noch gewuschelt, gepatscht und gedrückt wurde. Nur der Kitzelversuch durch die engen Maschen des verhassten Sklavenkäfigs klappte irgendwie nicht… selbst Schuld!^^

Freitag, 26. Februar 2016

Dicke Luft

Mein Herr kam brummend zur Haustür herein und verkündete seiner Gefährtin: „Irina, ich wollte Dita und das Geschenk abholen oder gehen wir ohne Geschenk ins Gasthaus?“ Tja, damit hatte er die Gnädigste auf dem falschen Fuß erwischt, denn sie hatte keine Ahnung von nichts und auch nicht, an wen etwas verschenkt werden sollte. Da ich selbstverständlich nicht möchte, dass mein Herr sich blamiert, erwähnte ich schnell die Kekse und hoffte, sie waren in der letzten Nacht nicht von einer gewissen Spürnase gefunden worden. Vom Larmakuchen war ja leider nur noch ein Viertel übrig, kam also zum Verschenken nicht mehr in Frage. Das Mitbringsel war somit beschlossen, denn es waren noch reichlich Kekse da, die bestimmt eine ausgezeichnete Nervennahrung bei Kindergeschrei und durchs ganze Haus wabernde, unangenehme Gerüche aus vollgemachten Windeln sind.

Der Bauer hatte nämlich zur Feier ins Gasthaus eingeladen, weil er vor einigen Tagen Vater von Zwillingen geworden war. Da mein Herr beschlossen hatte, dass ich sein Geschenk überreichen soll, brachte ich dabei natürlich auch meine Glückwünsche zum Nachwuchs zum Ausdruck und dass dem Herrn die Kekse so gut munden mögen, wie meinem Herrn. Oh je, irgendwie hörte sich das merkwürdig an, sodass ich schnell noch ergänzte, es handelte sich selbstverständlich nicht um Kekse, an denen mein Herr bereits geknabbert hatte, sondern um diejenigen, die ich vor ihm hatte retten können. Gutgelaunt lachend wurde mir sofort bestätigt, er habe von einem gewissen Kekszerstörer oder Krümelmonster schon mal gehört.


Die gute Laune hielt natürlich noch eine ganze Weile an, zumal ein Trinkspruch "Ta Sadar Gor" nach dem nächsten die Runde machte... auf das neue Leben, weiteren Nachwuchs, das Weitergeben von Werten und natürlich auf den Heimstein von Jorts Fähre, der für alle Zeiten weiterbestehen und aufblühen möge. Natürlich rann jedes Mal auch eine entsprechende Menge Flüssiges durch die Kehlen und vor allem durch die des frisch gebackenen Vaters, der sich das Brennen von hochprozentigem Sul-Paga hinterher mit Kalana weichspülte, der ja auch nicht ohne ist. Während ich meinem halb verhungerten Herrn in der Gasthausküche ein üppiges Essen zubereitete… an diesem Tag hatte er außer einem Keks nämlich noch nichts gegessen… trafen Fremde ein, die anscheinend langfristige Handelsbeziehungen anknüpfen wollten.

Ich bekam nicht wirklich mit, wieso die Stimmung plötzlich kippte und derartig mies wurde… vielleicht war inzwischen zu viel Alkohol geflossenen? Letztendlich führten die reichlich verteilten respektlosen Beleidigungen zwischen dem Hofbesitzer und den Fremden dazu, dass die Händler von dannen zogen, weil der Bauer ihnen sonst „Beine gemacht“ hätte. Perfekt zur dicken Luft passte dann auch die schlechte Laune der Sklavenhändlerin, die sich über etliche Informationsdefizite empörte und schließlich erneut wiederholte, dass ihre Kajirae nicht an der Stadtkette sind, während ihre Erste nichts Besseres zu tun hatte, als mir quer über den Tisch einen Arbeitsauftrag zu erteilen zu wollen, worauf ich selbstverständlich nicht reagierte. 

Erstens unterhalte ich mich nicht mit einer Kajira quer über den Tisch und störe damit die Gespräche von Freien. Zweitens hat mir diese Sklavin nichts zu sagen, egal wie wichtig sie sich nimmt. Wenn es allerdings der Wunsch meines Herrn ist, seinen Teller zu reinigen und an seinen Platz im Gasthaus zurück zu stellen, sobald er leer gegessen ist, komme ich diesem Wunsch selbstverständlich nach. Drittens werde ich während einer Feier sicherlich auch nicht im Gasthaus einen Großputz machen, wenn sich eine Freie darüber aufregt, dass sämtliche Kajirae, also auch ihre eigenen, „faul“ herum knien und die arme Wirtin ja über keine eigene Sklavin verfügt… außer meinem Herrn ist es lästig, dass ich mich an ihn anschmiege und zwischendurch mit Essen und Trinken versorge.

Als die Feierlaune von der dicken Luft dann endgültig erstickt worden war, zumindest mir kam es so vor, lösten sich die Reste der Terrassenrunde auf und die Gefährtin meines Herrn, die wie immer sehr schweigsam gewesen war, zog sich gleich zurück. Ich nahm eigentlich an, auch mein Herr sei ziemlich müde, doch merkwürdigerweise wollte er nun von mir wissen, wie ich zu seiner anderen Kajira stehe. Das war natürlich schnell und ehrlich beantwortet, denn ich kenne diese Sklavin schon sehr lange und außerdem ist sie früher mal meine Kettenschwester gewesen, sodass ich sie wohl ganz gut einschätzen kann. 

Eigenartigerweise wollte mein Herr danach allerdings immer noch nicht schlafen gehen. „Dita… nun deine Überraschung.“ Oh Mist, ich hatte mir etwas ausgedacht, mit dem ich ihn eigentlich am Vortag schon überraschen wollte, doch irgendwie hatte es nicht gepasst. Es sollte nur ein kleines Dankeschön von mir sein, weil ich inzwischen einen Markt seinen Kragen tragen darf… doch irgendwie hätte ich mir eine schönere Stimmung dafür gewünscht. Da es für eine Kajira bekanntlich jedoch kein wünsch dir was gibt, musste ich nun zu später Ahn damit herausrücken. Uff… vielleicht ist es mir tatsächlich gelungen, meinem Herrn noch eine kleine Freude zu bereiten?! ;-)

Donnerstag, 25. Februar 2016

Rote Blümchen und blaue Helden

„Dita, willst du mir etwas sagen?“ war eine Frage meines Herrn, bei der es mir am liebsten gewesen wäre, er hätte sie nicht gestellt. Ich druckste also etwas herum, denn ich war unsicher, was er von mir hören wollte. Außerdem geht es sowieso nicht darum was ich will, sondern immer was er will. Wollte er womöglich, dass ich ihn mit dem Mist behellige, den ich in der Küche verzapft hatte? Mist, bestimmt hatte ihm die Gnädigste davon erzählt, wie sauer sie auf mich gewesen war. Es ging als um seine Gefährtin und vor allem darum, mich bei ihr für die nicht ganz falsche, jedoch unvollständige Anrede zu entschuldigen, die mir nie automatisch, sondern immer nur mit Konzentration über die Lippen kommt… ich hatte sie ja nur mit „Herrin“ angesprochen und „meine“ einfach weggelassen, weil die Feldsklavin das auch immer tut.

Es erschien mir ratsam, mich erstmal hinter einem Redeschwall zu verschanzen, was ich alles erledigt hatte und schmückte daher mein Missgeschick und die obergründliche Küchen- inklusive Hausreinigung etwas aus. Ich vergaß auch nicht die Fütterung von Fenris und Grüner zu erwähnen, musste dann allerdings nach Luft schnappen, bevor ich mich schnell noch erkundigte, ob meinem Herrn die Kekse geschmeckt hatten, die ich am Vortag zusätzlich in sein Proviantpaket gewickelt hatte. Puhhh, er war wirklich sehr milde gestimmt, denn soweit war alles gut und er zufrieden mit mir… bei dem Rest gestand er mir zu, eine Kajira kann auch mal etwas verwirrt sein. Allerdings erwartete er, dass ich an meinem Benehmen arbeite… das sah ich wirklich ein.

Mein Herr hatte nämlich nicht nur Recht, weil ein Freier ja immer Recht hat, sondern wirklich Recht. Selbstverständlich war mir klar, wie sehr ich mich daneben benommen hatte und daher versprach ich mein Bestes zu geben, dass sowas nicht noch einmal vorkommt, bevor ich mich dann mit ganz viel Hingabe und jeder Menge Gefühlen bei ihm entschuldigte. Vermutlich ist es mir wieder nicht gelungen, auch nur ansatzweise die richtigen Worte zu finden, um zum Ausdruck zu bringen, wie viel ich für meinen Herrn empfinde, auch wenn ihm mein Kajiraherz nicht ganz alleine gehört… aber ich habe es zumindest versucht und wie nahe mir das gegangen ist, hat er an meinen Tränen bestimmt gemerkt. Übrigens musste ich vorher schon seine Gefährtin um Verzeihung bitten.

Zum Glück fiel mir bei der inzwischen schmunzelnden Gnädigsten schon der erste Stein vom Herzen, denn sie nahm meine ganz schlicht formulierte Entschuldigung ohne Ermahnungen und Wenn und Aber einfach an, ist ja auch wirklich eine sehr nette Freie… meistens jedenfalls, wenn sie nicht entgegen ihrer Natur versucht, Härte zu zeigen. Trotzdem habe ich keine „meine Herrin Gefühle“ für sie, sondern nenne sie nur so. Hervorragend war übrigens der leckere Larmakuchen, der nach diesem Gespräch bei beiden sehr gut ankam, besonders aber natürlich bei meinen Kuchen liebenden Herrn, der Unmengen davon verputzte. Ich war jedenfalls sehr erleichtert, dass dieser so aufwühlend begonnene Tag dann noch sehr harmonisch zu Ende ging und ich in der Nacht wieder wunderbar tief und traumlos schlafen konnte.

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Entsprechend ausgeruht war ich daher gestern beim Waffentraining, an dem ich diesmal nämlich teilnehmen durfte. Es fanden auf der Wiese allerdings keine Zweierkämpfe statt, sondern in der Oberstadt wurden zwei Mannschaften gebildet… die „roten Blümchen“, so nannte der Landsitzkrieger seine Gegner, und meine „blauen Helden“, bestehend aus dem Landsitzkrieger, dem Tischler und mir. Jede Mannschaft musste versuchen, die Flagge der gegnerischen zu klauen. Bei 3:2 Herren durfte ich meinen „blauen Helden“ in Minderzahl zwar helfen, doch leider klappte ihre anfängliche Strategie nicht sonderlich gut… die beiden Männer griffen an und lenkten den Gegner ab, während ich versuchen sollte, mir die Flagge zu schnappen. 

Da ich mich in den Oberstadtgassen und auf der Stadtmauer mit ihren Niedergängen ganz gut auskenne, gelang mir das Anschleichen von hinten wohl ganz gut, doch hockte stets eines der gegnerischen „roten Blümchen“ an seiner Basis wie eine Vulohenne auf ihrem Nest, sodass ich immer kurz vorm Ziel umgehauen wurde, denn ich hatte natürlich keine Waffe. Den Bewacher der Flagge in Ohnmacht zu streicheln, gelang auch nicht. Daher war es um einiges effektiver, mich lieber im Hintergrund zu halten, um meinen beiden „blauen Helden“ bei einem Sturz oder Verletzung notfalls schnell wieder aufzuhelfen, was bei diesen super trainierten Männern jedoch so gut wie nie vorkam… ich hatte nämlich die große Ehre, den Landsitzkrieger und den Tischler zu unterstützen. 

Da ich ja noch nie ein solches Training mitgemacht hatte, war ich hinterher natürlich total begeistert. Wow… und dann die Belohnungen! Trotz meiner Schwächen erhielt ich am Ende vom Tischler einen Kuss… leider nur einen viel zu kurzen! Wobei meine „blauen Helden“ mit jedem Durchgang immer besser wurden und zuletzt auch noch Verstärkung von einem weiteren Krieger erhielten. Juhuuu, mein Herr muss mich wohl irgendwie beobachtet haben, denn er kommentierte meine Leistung mit: „Dita, du bist gut gelaufen… noch nicht perfekt, aber ausbaufähig.“ Wie sehr er mit seinem Eigentum zufrieden war, zeigte sich später zuhause noch auf ganz andere Weise, doch das interessiert hier bestimmt niemanden näher, sodass ich mir die Details dieser Belohnung mal spare.

„Rote Blümchen“ und „blaue Helden“ haben natürlich nicht nur nach einem Waffentraining auf der Wiese Durst, sondern auch wenn sie Flaggen geklaut haben. Allerdings wurde es diesmal nicht die übliche Runde im Gasthaus, sondern mein Herr gab vor der Taverne am Hafen eine Runde aus, wo der Blick ins Vosktal auch viel schöner ist. Ach ja… und Becher fallen dort viel weicher. Der Tischler hat den nordischen Brauch nämlich immer noch nicht abgelegt, sein leer getrunkenes Trinkgefäß einfach hinter sich zu werfen. Wie gut, dass sein Becher in diesem Fall hinter ihm in der Botanik landete. Als Retterin meiner „blauen Helden“ nahm ich mich selbstverständlich auch dieser Rettung an und wurde mit einigen Mühen auch tatsächlich im Gebüsch fündig, während der Becherwerfer mir erheitert zuschaute.


Gut fand ich ja, dass mein Herr diesen netten und vor allem sehr fleißigen Tischler auf das Gerücht ansprach, er wolle nach Beendigung der Sanierungsarbeiten in der früheren Bäckerei weiter ziehen. Die Arbeiten sind inzwischen nämlich schon weit fortgeschritten und werden demnächst wohl beendet sein, sodass ich mir schon überlegt habe, ob ich mir mit der Beschaffung von weiterem Wachs lieber noch etwas mehr Zeit lassen sollte, zumal mir ja klar ist, dass mein Herr diesen Handwerker wohl ganz gerne in der Stadt behalten möchte. Tja, erneut stellte sich heraus, dass die Gebühr für den Beitritt in die jortssche Handwerkerkaste der Grund zum Weiterziehen sein könnte, denn welcher Handwerker will schon 4 oder 5 Hand ackern, um hinterher wieder da zu stehen, wo er vorher war?

Ich bin jedenfalls froh, dass mein Herr sich ziemlich sicher ist, auch in diesem Fall eine Lösung zu finden, in welcher Form auch immer… wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Dienstag, 23. Februar 2016

Eine Kriegerkajira kennt keinen Schmerz

Leichtes Grauen und ungute Vorahnungen erfassten mich gleich beim Aufstehen. Allerdings waren nicht die noch zu backenden Kekse der Hauptgrund für meine schlechten Gefühle, sondern der Abend mit Tee trinkenden Weibern, der vermutlich stattfinden würde, wenn er nicht erneut verschoben wurde. Ich empfand dieses Teekränzchen echt als Bestrafung, weil ich meinen Herrn im Prinzip nicht sehen würde, zumal er auch immer noch zur Nachtwache eingeteilt war. Außerdem kann ich mit langweiligen freie Frauen Themen über Roben, Gesichtsgardinen und Kinderkrankheiten & Co. nichts anfangen, auch wenn mir beim stummen daneben knien natürlich kein Zacken aus der Krone bricht.

Also was soll’s, die Zusammenkunft war ja ein Vorschlag meines Herrn, dem ich selbstverständlich keine Schande machen wollte und die Gefühle einer Kajira interessieren sowieso nicht. Ich muss einfach besser lernen, meine Sehnsüchte endlich zu verdrängen und mein Schicksal akzeptieren. Ganz gut lenkt auch Arbeit ab, an der ich wirklich keinen Mangel habe. Rechtzeitiges Backen hatte sich ja inzwischen als nicht praktikabel herausgestellt, weil sich eine hauptmannsche Spürnase trotz ausgeklügelter Superverstecke einfach nicht in die Irre führen ließ, sodass sich vor einigen Tagen über Nacht alle Kekse in Luft aufgelöst hatten… kurzfristiges Backen war angesagt, um solchem Schwund entgegen zu wirken. Daher war es gut, dass mein Herr seinen durch die Nachtwache fehlenden Schlaf tagsüber nachholte und mir seine Knabbergelüste nicht in die Quere kamen.

Leider wachte er jedoch mit schlechter Laune auf, warf sein Tintenfass um und gab natürlich mir die Schuld dafür... ich hatte es zwar nicht angefasst, aber angeblich falsch hingestellt. Unheilverkündend brummend zog er mir einfach mit einem Lederriemen eins über und da seine Laune davon nicht besser wurde, gleich noch einmal. Tja, egal ob es mir gefällt oder nicht, es ist sein gutes Recht, denn ich bin nur seine Kajira, also eigentlich nichts und muss mit seiner Willkür leben. Trotzdem tut es weh und zwar nicht nur auf der Haut, sondern vor allem tief in mir drin. Ach was, er hatte es bestimmt gut mit mir gemeint und angenommen, Schläge sind doch mal eine super Abwechslung! Ist es nicht toll, wenn ein eh blöder Tag gleich so richtig beschissen anfängt?! Wenigstens drückte mein Herr mich noch einmal an sich, bevor er aus dem Haus stapfte, als der erste Gast seiner Gefährtin eintraf.


Die Grüne hatte übrigens Glück… trotz tiefer Abneigung gegen diesen Abend hatte mein Pflichtbewusstsein dafür gesorgt, dass alles vorbereitet war. Nur etwas überziehen musste ich mir noch, denn wegen der Weiber war Nacktheit unerwünscht, sodass ich eilig nach oben flitzte, kurz bevor dann die zweite Eingeladene klopfte. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich mit dreimal tief Luftholen auf das von inzwischen zu hörende „liebste-Freundin-Blablabla“ zu wappnen und da eine Kriegerkajira keinen Schmerz kennt, sauste ich tatsächlich eilig wieder nach unten, um mich von meiner wohlerzogenen Seite zu zeigen, obwohl alles in mir nach meinem Herrn rief.


Ich übte mich mit zusammengekniffenen Schenkeln in Aufmerksamkeit und unendlicher Geduld an diesem Abend mit so hochinteressanten Gesprächen über Nachwuchs, Sitte und Anstand, Schleier, züchtige Kleidung und Verhüllung. Merkwürdig war nur, der zweifache Hinweis der Schneiderin, sie habe den Tischler besucht, war anscheinend uninteressant. Stattdessen wurde lieber über die Farbe von Ärmeln diskutiert, damit niemand womöglich auf die Idee kommt, die Arme einer freien Frau könnten nackt sein! Tststs... wenigstens konnte ich die Gelegenheit nutzen, mich bei der Schneiderin noch für meinen Fehler zu entschuldigen, der mir am Vortag in Sachen Wachsbeschaffung passiert war, als ich mich zu später Ahn noch zum Tischler aufgemacht hatte und ihn zusammen mit ihr vor seinem Haus antraf. 

Eigentlich wollte ich ja gleich wieder umdrehen, um die Zweisamkeit der beiden nicht zu stören. Doch der Handwerker lud mich zum Näherkommen ein, sodass ich mich dann seitlich von ihm ins Gras kniete. Da ich nur kurz mit dem Handwerker sprechen wollte und die Herrin annähernd mit dem Rücken zu mir am Lagerfeuer saß, sah ich keinen Anlass, meine Schenkel zu schließen, was dem Tischler auch deutlich sichtbar sehr gut gefiel. 

Mist, leider drehte sich das Weib jedoch irgendwann um… gab sich größte Mühe, sich den hiesigen Sitten entsprechend zu benehmen, warf mir ihr Brot an den Kopf und preschte dann brüskiert davon. Eigentlich schade, mich hätte es nicht gestört, wenn sie sich einfach wieder umgedreht und über den Vosk geschaut hätte. Gor ist nun mal eine von Männern dominierte Welt und dem Tischler gefiel der Anblick meiner weit gespreizten Schenkel.

Das Erwähnen dieses Vorfalls war insofern wohl wirklich ganz gut, weil er doch endlich zum eigentlichen Anlass des Abends beitrug, wenn ich den richtig verstanden hatte. Durch meinen Fehler war außerdem sehr offensichtlich zutage getreten, wie sehr die Schneiderin auf ihren Ruf bedacht ist. Zusätzlich hatte ich den Frauen endlich anderen Gesprächsstoff geliefert, der mich kurzfristig sogar von meinem Problem in der Küche ablenkte. Dort wartete nämlich ein mittelprächtiges Chaos auf mich, das ich mit einem übergelaufenen Teesieb veranstaltet und jede Menge hässlicher Spuren hinterlassen hatte, mal abgesehen von ein paar Begleiterscheinungen beim Backen, die ich mangels Zeit noch nicht hatte beseitigen können.

Natürlich hatte ich bislang keinen Piep über meinen verzapften Mist verlauten lassen, dessen Reinigung eine echte Bestrafung war, die ich mir allerdings selbst eingehandelt hatte. Hauptsache war eigentlich, ich hatte genug Abstand gehabt und mich nicht auch noch mit dem Sch…tee verbrüht. Tja, doch dann passierte es… mein Herr kam in Hektik nach Hause, weil er gleich wieder los zur Wache musste… seine Gefährtin säuselte über ihren ach so tollen Abend und tönte herum, sogar ich hätte ihn überlebt… und ich hörte leider nicht zu. Mit meinen Überlegungen zur Reinigung der Küchenecke beschäftigt, gab ich zu, dass mich nichts mehr schocken konnte, weil ich bei der Teebestrafung zum Glück den richtigen Abstand gehabt hatte… oder so ähnlich war meine Mitteilung wohl.

Letztendlich hackten beide mal wieder gemeinsam auf mich ein… wollten gar nicht hören, wovon ich gesprochen hatte… drehten mir jedes Wort im Mund herum… wiesen mich überflüssigerweise darauf hin, allen Dreck wieder sauber zu machen, obwohl das eine Selbstverständlichkeit ist. Sie wissen genau, dass ich mich um den Haushalt einschließlich Fenris und Grüner kümmere, denn die Gnädigste tut nichts mehr, was aber auch ok ist. Wie sie das früher ohne Sklavin gemacht hat, geht mich nichts an. Nachdem sie wütend ihren Dampf endlich abgelassen hatte, stampfte sie nach oben und wollte mich nicht mehr sehen, was mir durchaus in den Kram passte. 

Aber was reg ich mich auf... es gibt für eine Sklavin nun mal keine Gerechtigkeit und für mich sowieso nicht! Ich muss einfach besser lernen, mir nichts mehr anmerken zu lassen oder mir die Rosinen heraus picken… wie gut, dass eine Kriegerkajira keinen Schmerz kennt und ein wenig frische Luft manchmal ganz gut tut, bis es drinnen wieder erträglich ist.

Montag, 22. Februar 2016

Wachs und rote Seide

Nach dem Thalarion-Rennen lud mein Herr alle Anwesenden selbstverständlich zum Umtrunk auf die beiden Sieger ein, sodass ich mich mit schwer beladenem Tablett durch die Menge wuselte, denn Freigetränke schmecken bekanntlich ja immer besonders gut. Ich bekam von den Gesprächen zwar kaum etwas mit, trotzdem entging mir nicht, dass der Tischler mich heranwinkte, obwohl er eigentlich wieder von einem der Vulos belagert wurde, die nun die letzten Ostraka für die Versteigerung ihrer Öffnung an den Mann bringen wollte, was ihr bei dem Herrn dann tatsächlich gelang. Nach einem Paga war ihm allerdings nicht, obwohl er sich den nur von meinem Tablett hätte schnappen müssen, sondern er hatte ein ganz anderes Anliegen an mich.

Es ging um Wachs, jedoch nicht um eine unter seinen Berührungen willenlos dahin schmelzende Sklavin von roter Seide, sondern um Wachs zur Imprägnierung der zu renovierenden und teilweise neuen Holzkonstruktionen im Haus der ehemaligen Bäckerei. Tja, erstere hätte ihm kurzfristig zur Verfügung gestanden, ansonsten konnte ich nur anbieten, mich beim Bauern oder Schmied schlau zu machen, weil diese beiden Herren Bienenstöcke besaßen. Da mein Herr leider schon wieder zur Nachtwache aufbrechen musste und seine Siegesfeier gar nicht mehr richtig genießen konnte, außerdem plötzlich kein Bedarf mehr an weiteren Getränken bestand, entschied ich mich, die Wachsbeschaffung beim Schmied in Angriff zu nehmen. Auf dem Hof war nämlich niemand und ich bin dort auch sowieso nicht wirklich gerne gesehen, wenn der Bauer anwesend ist.


Nachdem der Tischler wegen seiner ausgeleierten Unterhose der Schneiderin hinterher gelaufen war, machte ich mich also zur Schmiede auf und hatte Glück, denn mir wurde erlaubt, eine Handvoll Wachs vom Bienenstock vor dem Kastenhaus der Handwerker zu holen. Ok, beim Preis schluckte ich zwar, doch darüber müssen der Tischler oder die Stadt mit dem Schmied verhandeln und nicht ich. Ich war jedenfalls zufrieden mit mir und legte zu später Ahn einen dicken Klumpen Wachs auf eine der neu gebauten Treppenstufen in der Baustelle, da von dem Handwerker weit und breit nichts zu sehen war. Danach sammelte ich schnell noch die vielen Fackeln wieder ein und lief schließlich müde nach Hause.


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Am Abend des nächsten Tages kam von meinem Herrn der Befehl etwas Feineres anzuziehen, was ich mir natürlich nicht zweimal sagen ließ und unter „fein“ auch „wenig“ verstand. Es ging nämlich zum Hafen, wo die Öffnung einer Glana versteigert werden sollte. Da mein Herr 5 Ostraka gekauft hatte, interessierte ihn natürlich, ob eines seiner Lose gewinnen würde. Bei unserem Eintreffen am Hafen herrschte vor dem Block bereits ein ziemliches Gedränge. Die Sklavenhändlerin hatte nämlich gorweit Werbung für diese Versteigerung gemacht, sodass viele Fremde neugierig geworden und angereist waren… darunter erstaunlicherweise auch freie Frauen und Kajiae natürlich sowieso. Wobei aus den Gesprächen zu entnehmen war, dass viele anscheinend keinen blassen Schimmer hatten, was überhaupt versteigert werden sollte und offensichtlich annahmen, die ganze Sklavin würde versteigert und nicht nur ein kleines Stückchen Haut.


Die größte Gruppe der vor dem Block Versammelten, waren offensichtlich Gaffer oder unter dem Pantoffel ihrer Sklavin oder Gefährtin Stehende, die zwar keine Ostraka kaufen durften, sich das Unterhaltungsprogramm der sich anbietenden Sklavin jedoch nicht entgehen lassen wollten. Es dauerte zwar lange und der Losverkauf lief äußerst zäh, trotzdem schaffte es der Gefährte der Sklavenhändlerin schließlich irgendwie, die letzten 20 Lose los zu werden... auch mein Herr kaufte noch weitere 5 Stück... sodass letztendlich alle 50 durchnummerierten Ostraka an den Mann gebracht waren. Nun stellte es sich übrigens doch als praktisch heraus, dass viele Männer keine Lose gekauft hatten, sodass schnell eine unparteiische Kajira gefunden war, die nun eine beliebige Zahl zwischen 1 und 50 nennen durfte und mit Nr. 34 den Gewinner bestimmte. Es war ein blau gekleideter Herr… vermutlich ein Schreiber, den ich jedoch nicht kannte.

Tja, leicht missmutig darüber, leider 10 Nieten gezogen zu haben, drückte mein Herr mir seine Ostraka in die Hand, die ich dann eilig im Hafenbecken entsorgte, bevor ich mich sanft an ihn schmiegte und es sehr genoss, dass er endlich wieder seine dünne Sommerkleidung trug. Wobei es für ihn leider eh nur eine sehr schnelle Nummer geworden wäre, da der Beginn seiner Nachtwache gnadenlos näher rückte und deswegen auch ein Tavernenbesuch ohne Glana mit seinem rotseidenen Eigentum nicht mehr wirklich lohnte. Um den dorthin strömenden Männern auszuweichen, zog mein Herr mich ans Ende des Kais, nachdem sich seine Gefährtin verabschiedet und die andere ita mitgenommen hatte, damit sie das Proviantpaket für die Wache meines Herrn vorbereitete.

Hach, es war einfach ein schönes Gefühl, mich dort fast nackt an ihn zu kuscheln. Er hatte meine Kleidung zuhause nämlich musternd mit „sehr wenig, Dita… aber heute wird es gehen“ bezeichnet. Irgendwie machte es mich ganz verrückt, dass mein Herr unter seinem Kilt endlich keine lange Hose mehr trug. Ich konnte einfach nicht anders, als vor ihm auf die Knie zu sinken, um meine Lippen zart über seine nackten Beine höher wandern zu lassen. Seine Feststellung „dir gefällt wohl, dass es wieder wärmer ist“ und seine sanft auf meinem Kopf liegende Hand ermutigten mich, vorsichtig weiter zu machen. Ein letzter Rest meiner Unsicherheit verflog übrigens umgehend, nachdem ich spürte, wie sein Körper auf meine Liebkosungen reagierte, während mein Herr mit deutlich hörbarer Begierde leise murmelte: „Sowas aber auch… ist das da, was ich denke, was es ist, was ich spüre?“ 

An diesem Abend trat er seine Nachtwache wohl ziemlich tiefenentspannt an und war hoffentlich auch nicht mehr traurig darüber, dass seine 10 Ostraka Nieten gewesen waren. ;-)

Sonntag, 21. Februar 2016

Sieg für Grüner... Rudi weit abgeschlagen

Nachdem ich diverse Lederstreifen beim Sattler ergattert hatte, beeilte ich mich, die neue Tunika endlich fertig zu bekommen und wünschte mir natürlich ganz doll, dass sie meinem Herrn gefallen würde. Dementsprechend nervös war ich, als ich zögernd zur Haustür hinaus trat, denn ich hatte ihn vom Küchenfenster aus vor der Krankenstation gesehen. Toll fand ich übrigens, dass er bei meiner Begrüßung mal wieder „meine“ verwendete, doch daraus auf seine Stimmung zu schließen war leider verfrüht. Als nächstes wurde ich nämlich von seinem durchdringenden Rekrutenangstmachblick gemustert und dann an den Haaren gepackt, als er mich dicht zu sich heran zog.


Ganz still stand ich vor meinem Herrn und wagte kaum noch Luft zu holen, während er hier und da an der neuen Tunika herumzupfte, mich umdrehte, um den Stoff über meinem Hintern höher zu schieben und dann wieder zurück drehte, um nun meinen Ausschnitt etwas weiter zu öffnen. Seine Berührungen beim Zupfen ließen wie immer heiße Schauer durch mein Inneres rauschen, obwohl ich gleichzeitig hin und her gerissen war vor Angst, dass das neue Teil meinem Herrn nicht gefallen würde. „Dita, nächstes Mal werde ich weniger Stoff kaufen, denn ich möchte mehr Haut von dir sehen“, war dann jedoch ein Urteil, das mein Kajiraherz noch wilder klopfen ließ und mit dem ich bestens leben konnte, denn ich mag ja gerne knapp bekleidet sein… weniger geht immer, mehr wäre dagegen nicht so toll gewesen.


Inzwischen füllte sich der Platz und mein Herr ließ leider von mir ab. Der Landsitzkrieger hatte im Kastenhaus der Krieger übernachtet und trat gähnend vor die Tür… der Gegner meines Herrn im Thalarion-Rennen tauchte auf, um noch ein Extratraining mit seinem Thalarion einzulegen und eines der Vulos von der Sklavenhändlerin versuchte Ostrakas für die Versteigerung ihrer weißen Seide am Ende der Hand an die Männer zu bringen. Thema Nummer eins war natürlich aber das Thalarion-Rennen am nächsten Tag, bei dem der Landsitzkrieger genau wie ich meinen Herrn als Sieger sah, obwohl er annahm, der andere Krieger würde wegen seiner Länge zwei dieser Viecher gleichzeitig reiten und nicht nur auf Rudi.


Was nun folgte, war das typische Aufplustern zweier von sich überzeugter Krieger, mit dem sie sich gegenseitig zu übertrumpfen versuchten. Mir war sowieso klar, wer den Staub von wem schlucken musste, allerdings hielt ich mich aus diesem verbalen Schlagabtausch heraus, wie es sich für eine wohlerzogene Kajira gehört. Fair wie mein Herr nun mal ist, wollte er allerdings nicht, dass der andere Krieger verliert, nur weil er sich die Strecke nicht merken konnte und falsch abgebogen war, sodass noch einiges an Arbeit auf mich zukam… ich musste noch gefühlt 100 Fackeln aufstellen und damit die Strecke so eindeutig abstecken, dass der andere seinen Weg trotz dichter Staubwolke fand. Auf das Schleifen der Krallen von Grüner verzichtete mein Herr übrigens.


Dass ich meinen Herrn anfeuern würde was das Zeug hält, war selbstverständlich oberklar, super fand ich allerdings seine Idee, dabei zusätzlich mit Puscheln in den Händen herumzuwedeln, wie es anscheinend die Sklavinnen in Ar machen wenn sie Reiter anfeuern. Ok, in Ar bin ich noch nie gewesen, aber einer Hauptmannskajira fällt selbstverständlich immer etwas ein, wie sie sich helfen kann und dass es nicht solche Puschel wie auf Kriegerhelmen sein sollten, konnte ich mir durchaus vorstellen. Nachdem mein Herr später wieder zur Nachtwache aufgebrochen war, machte ich mich jedenfalls eilig ans Basteln.


Leider passierte mir jedoch beim Einfärben der in unzählige dünne Streifen geschnittenen Reptücher ein Missgeschick, sodass aus dem geplanten Rot leider ein ziemlich schrilles Rosa wurde. Ob vielleicht gerade diese Farbe besonders gut wirkte, um den Gegner von Grüner und möglichst auch seinen Reiter zu verwirren? Die Farbe ließ sich leider nicht mehr korrigieren, sodass ich reichlich unsicher war, als ich meinem Herrn den Rudi-Puschelschreck am nächsten Tag vorführte. Vorher hatte ich ihm selbstverständlich noch empfohlen, seine Augen wegen der schrillen Farbe lieber etwas zusammenzukneifen. Puhhh… ich hatte Glück, er lachte und befand die Dinger für gut.


Start und Ziel des Rennens war übrigens vor dem Gasthaus, wo sich nach und nach immer mehr Einwohner einfanden. Ich hätte es ja auch schön gefunden, irgendwo an der von unzähligen Fackeln abgesteckten Strecke zu stehen, doch war das Ziel natürlich der wichtigste Platz, wo sich nach den vereinbarten fünf Runden zeigen würde, wer denn tatsächlich Sieger ist. Die Nähe zum Gasthaus war daher nicht verkehrt. Merkwürdig war nur, dass niemand unter den Bewohnern sich zutraute, das Startzeichen zu geben, bis eine beherzte Pilgerin sich schließlich erbarmte.


Begeistert sah ich, dass mein Herr auf Grüner im Gegensatz zu Rudi einen fantastischen Start erwischte, der vielleicht wegen seines massigen Reiters nicht so schnell aus den Startlöchern kam. Mein Herr ging also in Führung und kaum waren die beiden Thalarions hinter den Häusern verschwunden, winkte ich Sita näher und reichte ihr zwei der gebastelten Rudi-Schreckpuschel. Perfekt passte sie sich meinen Bewegungen an, sodass wir im Gleichtakt unserem Herrn begeistert nach dem Ende der ersten Runde zujubeln und herumpuscheln konnten.



Wow… mein Herr gewann echt überlegen, obwohl er um eine Thalarionlänge hinter seinem Gegner ins Ziel kam. Unglaublich, aber einige Zuschauer waren doch tatsächlich der Meinung, der Krieger auf dem schwarzen Rudi hätte gesiegt! Die hatten offensichtlich nicht mitbekommen, dass mein Herr auf Grüner so schnell geritten war, dass er inzwischen seine sechste Runde hinter sich hatte, während der etwas trägere Rudi erst die vereinbarte fünfte beendete. 

Selbstverständlich war mein Jubel mehr als überschwänglich und zusammen mit Sita kriegte ich mich kaum wieder ein, obwohl ich keine Ihn am Sieg meines Herrn gezweifelt hatte. Wie gut, dass mir irgendwann dann aber doch die Luft weg blieb, andernfalls würde mein toller Herr bestimmt immer noch auf seinen wohlverdienten Siegerpaga warten.

Samstag, 20. Februar 2016

Eine besondere Nacht… und ein blöder Tag

Der Tag des Waffentrainings ging langsam zu Ende, ein Tag, an dem wie schon erwähnt, die Priesterkönige mir sehr wohlgesonnen gewesen waren. Mein Herr war nicht verdurstet, hatte mich anscheinend auch nicht sonderlich vermisst. Dennoch gefiel es ihm wohl, als ich mich hinter ihn kniete, denn er zog mich sofort dicht zu sich, sodass ich mich eng an ihn anschmiegen konnte. Ich hätte zwar gerne den sich kurz danach dazu gesellenden Holzfäller bedient, doch hatte ich an diesem Tag den Arm meines Herrn noch gar nicht um mich gespürt und außerdem waren genug Kajirae ohne ihren Herrn anwesend. Schade nur, dass sich keine der Sklavinnen bequemte… selbst nach einem eindeutigen Fingerzeig meines Herrn nicht.

Interessant war übrigens, dass der Tischler auf einem der Fässer auf der Terrasse Platz nahm und nicht auf dem Kissen neben der Schneiderin… vielleicht war er sich nicht sicher, seiner Angebeteten womöglich wieder ins Hinterteil zu zwicken? Den starken Arm meines Herrn genießend, kam mir natürlich auch die besondere Nacht in den Sinn, die er mir versprochen hatte… wobei ich immer noch nicht wusste, was er darunter verstand. Es konnte also durchaus auch unangenehm für mich werden. Doch erst einmal musste ich mich reichlich in Geduld üben, da er mit der sich dumm stellenden Kajira noch längst nicht fertig war und sich die Gespräche der Herren außerdem noch um interessante Hechtsprünge von Männern in ihre Felle drehten. 

Ein wenig neidisch wurde ich ja, als ich den so schön weich klingenden Namen hörte, den der Sattler seinem neuen Mädchen gegeben hatte. Doch das ließ ich mir selbstverständlich nicht anmerken, muss ich doch froh sein, überhaupt einen Namen bekommen zu haben. Richtig schlimm wurde es für mich allerdings nach der Ankündigung meines Herrn, mir außer dem „n“ vielleicht auch noch das „D“ zu nehmen und die neue Sklavin des Zeugmeisters aufforderte, ihm einen Buchstaben zu nennen. Ohje… abwechselnd wurde mir nun heiß und kalt vor Angst, denn ein Buchstabe nach dem nächsten hörte sich in Kombination mit „ita“ einfach total doof an, was mein Herr aber zum Glück einsah… wie gesagt, es war ja mein Glückstag.

Zu vorgerückter Ahn schickte er mich nach einem Hinweis auf sein Versprechen mit der Anweisung nach Hause, dort auf ihn zu warten und unterzog mich damit einer erneuten Geduldsprobe, bis ich endlich unten die Haustür klappen hörte. Mittlerweile kniete ich vor Erwartung wie auf glühenden Kohlen ohne jeglichen Hauch von Ahnung, was auf mich zukommen würde. Mit der Annahme, mein Herr würde jetzt seine Waffen ablegen und dann nach oben kommen, lag ich außerdem komplett daneben. Während ich meine Nervosität kaum mehr in den Griff bekam, meine Hände hinter dem Rücken knetete und an meiner Unterlippe knabberte, hörte ich ihn unten hin und her laufen… in der Küche klappern, wo er allerdings keine Kekse mehr fand, weil er sie ja selbst aufgegessen hatte.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kam er schließlich doch die Treppe hinauf, leider nur halb, denn plötzlich entfernten sich seine Schritte wieder. Anscheinend öffnete er die Tür der scheußlichen Sklavenkiste, ließ sie aber nach einer Ehn laut knallend wieder zufallen. Erneut hörte es sich an, als ob er irgendetwas in der Küche machte, vielleicht einen Schluck Wasser oder Paga trank, bevor er dann tatsächlich oben auftauchte. „Nun Dita, was hatte ich noch mal gesagt… was machen wir?“ erlöste mich leider immer noch nicht von der Folter meiner Ahnungslosigkeit. Ich wiederholte zwar seine Ankündigung „eine besondere Nacht“ und wappnete mich gleichzeitig innerlich vorsichtshalber nun auf etwas ganz Schlimmes.

Erst schmunzelte mein Herr noch, doch dann erkundigte er sich am Kinn kratzend, ob es Beschwerden über mich gegeben hatte, was ich selbstverständlich eilig verneinte. Mit nachdenklicher Miene nickte er und erinnerte sich, dass ich ja sogar ein Candy erhalten hatte, behauptete aber Süßigkeiten sind nichts für Kajirae, machen nur die Zähne kaputt und verspeiste es selbst. Wie gut, dass mir jetzt befohlen wurde, aus der Kiste die Sklavenfesseln zu holen und ich durch die Bewegung dorthin etwas von der durch seine Hinhaltetaktik aufgebauten Spannung abbauen konnte, die mich fast platzen ließ.

Merkwürdigerweise ließ er nur um mein rechtes Handgelenk eine Schelle zuschnappen, sodass die andere einfach an meinem Arm herunter baumelte und befahl mir gleichzeitig, meinen Mund zu öffnen, damit er meine Zähne kontrollieren kann. Selbstverständlich kam ich dieser Aufforderung umgehend nach und hielt ganz still, obwohl es mir unbeschreiblich schwer fiel, während der Finger meines Herrn durch meinen Mund wanderte und er sich vornübergebeugt meine Zähne genauer ansah. Wobei ich zuletzt einfach nicht anders konnte, als mit meinen Lippen sehr sanft den tastenden Finger zu umschließen. Schmunzelnd packte mein Herr darauf die Sklavenfessel und zog mich vor das Lager.

Wie immer sank ich vornüber um im Bara auszuharren. Doch diesmal wurden nicht meine Hand- und Fußgelenke fixiert, sondern die lockere Fessel schnappte am Sklavenring ein. „Du darfst dich heute Nacht mal hinlegen wie du möchtest, Dita.“ Nach diesen mich in leichtes Erstaunen versetzenden Worten spürte ich erschaudernd, wie herrlich sanft mein Herr mir über den Rücken streichelte und als nächstes meine Pobacken durchknetete, sich dann jedoch plötzlich mit einem „gute Nacht“ einfach schlafen legte… meine besondere Nacht hatte begonnen. Ich gebe zu, es war wirklich etwas Besonderes für mich nicht weggesperrt im Sklavenkäfig schlafen zu müssen, sondern auf dem herrlich weichen Fell. Auch nur mit einer Hand ans Lager gefesselt zu sein, war sehr komfortabel, also wirklich etwas Besonderes.

Ich schlief super, träumte von wunderbaren Dingen, die mein Herr mit mir machte und wachte vollkommen ausgeruht, aber leider viel zu spät auf. Aber ok, die Frühaufsteherei von Kriegern kenne ich ja. Bestens gelaunt wie ich war, beeilte ich mich logischerweise ganz gewaltig mit meinen Arbeiten, denn ich hatte doch eine Überraschung für meinen Herrn vorbereitet, ahnte ja aber noch nicht, wie blöd dieser Tag noch werden würde. Ich traf ihn auf dem Marktplatz, wo er und diverse Freie sich anscheinend gerade darüber mokierten, dass manche Herrschaften Kajirae nicht erlauben Münzen anzufassen, sondern von ihnen erwarten, sie im Mund zu transportieren… na und? Es war ein Thema, das mich wirklich nicht interessierte, denn meinem Herrn ist es zuwider, wenn der Mund seiner Sklavin von Münzen beschmutzt wird, die vorher wahrscheinlich durch unzählige Hände gegangen sind. Andere Freie mögen das anders handhaben, was ihr gutes Recht ist, genauso wie der Wunsch, geeuchzt zu werden oder, oder, oder. 

Leider tauchte dann die Gnädigste auf und wollte zum Sattler. Da mein Herr offensichtlich keinen Wert auf meine Anwesenheit legte, musste ich sie begleiten. Ich gebe zu, leicht irritiert war ich schon, lief aber wie befohlen hinterher, zumal ich auch etwas neugierig war, was sie kaufen wollte. Oha, das Weib legte sich eine Kurt zu… ein Kauf, der mich total erstaunte. Doch darüber ließ ich lieber nichts verlauten. Mir blieb ja nichts anderes übrig, als stumm hinter ihr auszuharren, bis sie sich endlich entschieden hatte, welcher Griff besser in der Hand lag. Hätte sie das nicht auch ohne mich erledigen können? Egal, denn ein Gutes hatte dieser Besuch tatsächlich… ich nutzte die Gelegenheit, den Sattler nach Lederabfällen zu fragen und durfte mir jede Menge dünner Streifen mitnehmen, sodass ich mich spontan zur Änderung der Überraschung entschloss.

Mist, zurück bei meinem Herrn standen die Feien immer noch diskutierend herum, doch immerhin zwei hatten zu tun. Der eine war der nette Tischler, der mehrfach einen Karren mit Werkbank und ich weiß nicht was noch beladen hinter der tratschenden Gruppe vorbei über den Platz zog und mit den Instandsetzungsarbeiten des heruntergekommenen Hauses begann. Der andere war leider mein Herr, der nun kurz nach Hause lief, um dann gleich wieder aufzubrechen, weil er zur Nachtwache eingeteilt worden war. Na toll, davon erfuhr ich ja sehr früh, aber ich bin natürlich auch nur seine Kajira. Doch was soll‘s... typisches Kajiraschicksal. Interesse an mir hatte er an diesem blöden Tag eh nicht gehabt, dann konnte er auch zur Wache verschwinden. Hauptsache ich bekam schnell noch sein Proviantpaket fertig, während die Gnädigste die wenigen vor seinem Aufbruch verbleibenden Ehn nutzte und ihm von ihrem Kauf vorschwärmte.

Freitag, 19. Februar 2016

Ein Glückstag

Trotz diverser Gedanken, die um diese angekündigte „besondere Nacht“ kreisten, schlief ich schnell ein und kam am nächsten Tag eilig meinen Aufgaben nach. Pünktlich zur angekündigten Ahn des geplanten Besuches hatte ich einen Krug mit 2/3 Kalana und 1/3 Wasser gefüllt und diverse Häppchen aus mildem Käse und Hartwurst vorbereitet, sodass es nun zum Tischler gehen konnte, der meinen Herrn in seinen Wohnbereich einlud. Da mein Herr zwei Anliegen hatte, redete er auch gar nicht lange um den heißen Brei herum… ach nee, ich servierte den beiden Männern doch Häppchen und Kalana.


Leise schmatzend, weil offensichtlich zufrieden, ich hatte mit dem milden Käse und den Hartwurststückchen den Geschmack meines Herrn anscheinend sehr gut getroffen, gab er ein paar Benimm Tipps zum Besten, die verhindern würden, dass die vom Holzfäller angebetete Schneiderin einen Kragen umgelegt bekommt. Es ist ja schön, wenn sich die beiden aus dem Norden stammenden Freien mögen, nur liegt Jorts Fähre nicht in den nördlichen Wäldern oder Torwaldsland, sondern am Vosk. Ich glaube, der Tischler war ganz dankbar für die Hinweise meines Herrn, dass es im Süden Gors nun mal unüblich ist, in der Öffentlichkeit einer Freien auf den Allerwertesten zu klatschen. Sowas mag im Norden vielleicht normal sein, schädigt hier aber den Ruf der Frau ganz gewaltig, weil es als sklavenhaftes Verhalten ausgelegt wird, wenn sie es sich gefallen lässt. 

Nachdem das Private auf großes Einsehen bei dem Tischler gestoßen war… übrigens kamen die Häppchen und sogar auch der Kalana bei ihm ebenfalls sehr gut an, obwohl er sonst wohl eher Met trinkt… kam mein Herr auf die Instandsetzung des Bäckereigebäudes zu sprechen, in dem seit langem sämtliche Fenster fehlen und auch viele Holzarbeiten zu tun sind. Der Tischler beobachtete mich die ganze Zeit übrigens sehr genau und es gefiel mir natürlich sehr, mich ihm besonders gut zu präsentieren. Ich wollte meinem Herrn natürlich Ehre machen und den Handwerker mit meinem Anblick erfreuen, der ihm offensichtlich zusagte, denn er belohnte mich schließlich mit einer Süßigkeit. 

Leider sackte mein Herr das Candy jedoch ein und aß es später selber… doch was ist eine Süßigkeit im Vergleich zu dem was nun kam? Anscheinend hatte ich einen Glückstag zu fassen. Da mein Herr vor dem Waffentraining noch etwas zu erledigen hatte, bei dem er mich nicht gebrauchen konnte, durfte ich den Tischler zur verwahrlosten Bäckerei begleiten. Selbstverständlich öffnete ich die Tür und wartete dann ab, denn ich gehe grundsätzlich immer erst hinter einem Freien hinaus. Draußen wurde ich allerdings schmunzelnd aufgefordert: „Nun geh vor, damit ich dir auf deinen reizvollen Hintern schauen kann.“ Dazu ließ ich mich nicht zweimal auffordern und legte mich natürlich besonders rotseiden aufreizend ins Zeug, während ich durch die Unterstadt lief und die Blicke dieses Herrn sehr genoss.

Nach diversen Zwischenstopps mit kessem Plinkern und in Pose setzen kamen wir letztendlich aber doch beim zu reparierenden Haus an, wo ich dem Tischler dann die ganzen Schäden zeigte und ihm diverse Fragen beantwortete, sodass er der Stadt eine stimmige Kostenaufstellung machen kann. Dass Arbeiten in diesem Umfang nicht in einer Hand erledigt sein würden, gefiel mir außerordentlich gut, auch wenn der Stadtrat vielleicht über die anfallenden Kosten geschockt sein wird. Doch wer ein Haus ohne Fenster so lange verrotten lässt, darf sich natürlich nicht wundern. Am besten gefiel mir allerdings der Kuss des Herrn, den er  als Anzahlung bezeichnete und bei dem es heiß durch mein Inneres lief.


Doch es kam noch besser, denn es war wohl wirklich mein Glückstag: „Dita, ich sollte mir die Anzahlung täglich abholen… wenn es deine Zeit zulässt, kannst du mir etwas zur Hand gehen.“ Mit diesen Worten zog er mich wieder in seine starken Arme, malte die Konturen meiner Lippen nach und küsste mich erneut auf eine sehr besitzergreifende, innige Art. Wow… nur zu gut verstand ich jetzt die Kajirae, die ständig die Nähe dieses Mannes suchen. Wenn er so gut tischlert wie er küsst, dann hoffe ich, er bekommt noch ganz viele Aufträge und bleibt dauerhaft in Jorts Fähre. 

Leider verging die Zeit dort in dem maroden Haus wie im Flug und inzwischen waren die Klingen der trainierenden Krieger zu hören, sodass ich mich verabschieden musste und zur Wiese lief, um meinen Herrn beim Training anzuhimmeln und vielleicht sein Glücksbringer zu sein, damit er seine Küsse nicht ständig ans Gras verschwendete. Hach, ich muss einfach erwähnen, wie schön es war, vom Landsitzkrieger wieder mit „tal kleine Blume“ begrüßt zu werden, während er mich sichtlich angetan betrachtete, weil ich endlich wieder dünner bekleidet war und keine Fellstiefel mehr tragen musste. Das Thema Kleidung kam nach Beendigung des Waffentrainings übrigens noch einmal zur Sprache.


Ich durfte dem tischlernden Holzfäller nämlich zeigen, welche Birken auf Anweisung meines Herrn für das Thalarionrennen gefällt worden waren, damit die nicht gerade kleinen Viecher hinter der Brücke beim Hof besser die Kurve Richtung Wiese bekommen. Oh je, ich geriet dabei natürlich erneut in Gefahr, jegliches Zeitgefühl zu verlieren, weil mich dieser sanfte Herr so in seinen Bann zog. Passenderweise zu dem lichterloh in mir glühenden Sklavenfeuer unterhielten wir uns über die wärmeren Temperaturen in Jorts und wie praktisch Kleidung nach dem Zwiebelprinzip ist… der Tischler hatte nämlich diverse Hemden übereinander an. Er zog nacheinander ein Oberteil nach dem nächsten aus, bis ich mich beim Anblick seines nackten Oberkörpers nicht mehr beherrschen konnte und sanft mit dem Finger über seine Haut strich......

Irgendwie schaffte ich es schließlich trotzdem, auch wenn es mir wirklich nicht leicht fiel, Richtung Gasthaus zu hetzen, weil ich befürchtete, mein Herr war womöglich kurz vor dem Verdursten, was aber nicht der Fall war. Es waren genügend Kajirae da und er hatte mich anscheinend nicht vermisst, denn seine Gefährtin hockte auf dem Kissen neben ihm und außerdem beschäftigte er sich mit der neuen Sklavin des Zeugmeisters.

Meine Glückssträhne hielt also immer noch an und setzte sich fort, als ich erzählte, dass die grobe Schätzung des Tischlers für die Instandsetzungsarbeiten zwischen 2 und 3 Monden lag: „Dita, hoffentlich hast du ihm geschmeichelt, damit der Kostenanschlag nicht so hart ausfällt!?“ 

Mal sehen, ob ich diesem interessanten Mann noch ein wenig mehr schmeicheln kann… allerdings nur wenn es ihm gefällt, denn selbstverständlich dränge ich mich nicht auf.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Ungewissheit

Mein Herr war vor der Brauerei mit irgendeiner Reisebond in Gange, die wohl im Verdacht stand, geklaut zu haben. Genaueres weiß ich allerdings nicht, denn mir wurde sofort klar, es lohnte auch nicht Näheres über diese Kajira auf Wanderschaft herauszubekommen, auch wenn diverse Freie offensichtlich nichts anderes zu tun hatten und sich das Gejarle dieser Sklavin und ihr fragwürdiges Benehmen nicht entgehen ließen. Schade fand ich nur, der tischlernde Holzfäller war leider nicht unter den Schaulustigen, denn es war mir immer noch nicht gelungen, ihn um einen Termin für meinen Herrn zu bitten. Aber vielleicht klappte es an diesem Tag ja? Da er auch nicht auf der Gasthausterrasse saß, versuchte ich es bei ihm zuhause.

Ich hatte schon herausbekommen, dass er nicht mehr im Kastenhaus der Handwerker wohnte, sondern in das Haus hinter dem meines verschollenen Herrn umgezogen war. Er wohnt also in einer Ecke der Unterstadt, in der mich immer noch ein schrecklich beklemmendes Gefühl beschleicht und große Traurigkeit, wenn ich mein früheres Zuhause sehe… die an der Fassade hängenden Tarnreiterbanner, den Larmabaum im Garten, die rankenden Kalana-Reben und vor allem die Bank, vor der ich so oft gekniet und viele unvergessliche Ahn verbracht hatte. Doch irgendwie schaffte ich es ganz gut, an meinen Erinnerungen vorbei zu laufen und außerdem war das Glück für den Termin auf meiner Seite, denn ich traf den Tischler tatsächlich an.


Er hatte zwar gerade Besuch von einer der Hofkajirae und war dabei, eine Lebensmittelbestellung bei ihr aufzugeben, nannte mir aber trotzdem die Ahn vor dem Waffentraining am nächsten Tag für ein Treffen mit meinem Herrn. Ok, ich gebe zu, ich hatte es nicht allzu eilig, meinen Herrn darüber zu informieren, denn es waren ja noch ungefähr 19 Ahn Zeit. Außerdem stand er vermutlich immer noch mit der Reisebond in diesem Pulk durcheinander redender Freier, wo man eh sein eigenes Wort kaum verstand. Ich nutzte daher die Gelegenheit noch für etwas Kajirafunk mit Hadi. Doch als der Tischler plötzlich breit grinsend mit einem Spruch über unseren Tratsch an uns vorbei Richtung Marktplatz lief, sauste ich lieber doch schnell in die gleiche Richtung. Ich kam allerdings zu spät… der Handwerker hatte meinen Herrn wohl gleich angesprochen, denn ich hörte ihn gerde ankündigen, bei seinem Besuch etwas zu trinken mitzubringen.

Wegen dem nicht weniger werdenden Stimmengewirr auf dem Marktplatz war ich froh, als mein Herr mich schließlich zu einer Hausinspektionen mitnahm… zuerst zum Haus einer Schreiberin, die schon eine Ewigkeit auf Reisen war. Er befürchtete anscheinend, sie könnte zurückgekehrt sein und womöglich als vergammelnde Leiche im Haus vor sich hin stinken. Doch unsere Geruchsproben, erst vor der Haustür und dann drinnen, fielen alle negativ aus und die Kontrollen von Bett, hinter Vorhängen und der Badewanne ebenfalls… im Haus war tatsächlich niemand. Danach ging es weiter zur ehemaligen Bäckerei, in der nicht nur sämtliche Fenster fehlen, sondern auch sonst einige Instandhaltungsarbeiten erforderlich sind. Wie gut, dass sich gerade ein Tischler in Jorts niedergelassen hatte!

Inzwischen war es spät geworden, sodass es nun zurück nach Hause ging. Allerdings durfte ich meinem Herrn noch einen Feierabendpaga servieren. Dabei überraschte er mich mit der Frage: „Dita, möchtest du mal eine besondere Nacht erleben?“ Oha, was bezeichnete er denn als „eine besondere Nacht“? Ich versuchte natürlich mit drum herum reden noch Genaueres heraus zu bekommen, doch mein Herr ließ nichts darüber verlauten, ob „eine besondere Nacht“ angenehm oder unangenehm für mich wird. Er wollte einfach nur ein „ja“ oder „nein“ von mir hören. So wie er schmunzelte und mir total sanft durch die Haare strich, freute er sich aber vermutlich darauf und nur das zählte für mich. Oder freute es ihn vor allem, mich so zappeln zu sehen? Egal, ich habe totales Vertrauen zu meinen Herrn, dass er mir nichts ernsthaft Schlimmes antun würde und bejahte schließlich.

Mist, leider war es inzwischen sehr spät geworden… offensichtlich zu spät. „Gut, du wirst morgen eine besondere Nacht erleben… nun jedoch gehen wir schlafen, Dita.“ Grrr… mein letzter Gedanke, bevor ich erstaunlich schnell einschlief war, ob ich diese schreckliche Ungewissheit bis zum nächsten Abend aushalte? ;-)

Mittwoch, 17. Februar 2016

Noch eine ita

Wie gut, dass es Keksen egal ist, wann sie verspeist werden und man sie wunderbar lange aufbewahren kann, außer ein Geschmackstester mit Spürnase für Kekse bekommt nachts erneut Testgelüste und findet sie trotz meiner wirklich raffinierten Verstecke. Doch was soll‘s, selbstverständlich war ich begeistert, dass mein Herr sich über einen Berg Mitternachtskekse gefreut hatte. Da die Teekränzchenbestrafung eh verschoben worden war, entschloss ich mich nun, erst am Tag des neuen Termins in der nächsten Hand zu backen, damit abends vielleicht noch etwas von den Keksen übrig ist. Vorher könnte ich meinen Herrn lieber mit einem Larmakuchen erfreuen, weil er ein noch größerer Kuchen- als Keksesser ist

Nach den erneuten Andeutungen des Schmieds, der sich auf dem Weg zur Schmiede kurz zum Steine platt treten zwischen Kriegerhaus und Krankenstation dazu gesellte, wurde dieser Weiberabend mit Nachhilfe im Benehmen freier Frauen anscheinend immer dringender, wenn es nicht demnächst eine weitere Sklavin in Jorts geben soll, was mir allerdings vollkommen egal wäre. Wobei man sich bei dem Schmied nie ganz sicher sein kann, wie nüchtern er ist. Dass die Gnädigste die Nachhilfe mit dem Teeabend verbinden will, verstand er nämlich irgendwie nicht, sondern nahm an, sie wolle die Schneiderin verbinden, weil sie sich verletzt hatte, deren anscheinend weiterhin Anstoß nehmendes Benehmen allerdings nicht weiter erörtert wurde.


Zumindest für mich total überraschend, tauchte plötzlich eine weitere ita meines Herrn auf. Es war, die Feldsklavin, von der ich bislang angenommen hatte, er hätte sie schon sehr lange abgeschrieben. Offensichtlich muss ich ihn jedoch falsch verstanden haben und wenn mein Herr sich freut, diese Kajira wiederzusehen, dann hat es mich ebenfalls zu freuen. Erstaunlich fand ich, dass sich die Heimgekehrte trotz ewig langer Abwesenheit erinnerte, wie mein Herr von seinen Kajirae begrüßt werden möchte. Einige Ihn später überlegte ich jedoch, ob die Feldarbeit dem Gedächtnis dieser Sklavin tatsächlich gut bekommen war. Bei der Gnädigsten patzte sie nämlich, obwohl sie vor 8 Märkten die Kajira war, die meinem Herrn bei seiner mit großem Bramborium am Altar durchgeführten Gefährtenzeremonie den Kelch mit Kalana gereicht hatte. 

Selbstverständlich verkniff ich mir sämtliche Regungen und hielt auch tunlichst meine Klappe, während ich stumm im Hintergrund die verhaltene und zumindest für mich nicht wirklich erkennbare Wiedersehensfreude der Kajira beobachtete. Plötzlich blieb mir aber nichts anderes übrig, als mich schnell auf das Mustern der Fugen vor meinen Füßen zu konzentrieren, weil ich innerlich breit grinsen musste, als mein Herr die andere ita darüber informierte, ich sei ihm „zugelaufen“ und noch ergänzte: „Naja, eigentlich hab ich sie mir genommen und gesagt, sie gehört nun mir.“ Damit entlockte er dem ziemlich sprachlosen Mädchen nämlich ein nicht ganz sprachloses „oh“.

Wie gut, dass jetzt der Sattler auftauchte, sodass ich so tun konnte, als habe ich das Brummen meines Herrn über MEINE mangelnde Wiedersehensfreude überhört und sie nicht näher erklären musste, denn ich mag keine Unehrlichkeit. Lustig fand ich, dass der Lederarbeiter auf der Suche nach seiner Sklavin war und mein Herr gleich vermutete, sie sei womöglich wegen ihrer neuen Kettenschwester weggelaufen. Pahhh, welche Kajira läuft deswegen denn gleich weg? Das Weglaufen einer Sklavin bedeutet ihr Todesurteil! Statt durchschnittener Kniesehnen würde ich lieber die Stromschnellen im Vosk wählen, weil eine gute Schwimmerin dann immer noch eine kleine Chance hat, irgendwo vielleicht wieder angespült zu werden… allerdings nicht wegen einem neuen Vulo an der Kette meines Herrn oder zumindest nicht, solange er mich noch wahrnimmt.

In der Hoffnung, ein Kurzhaarschnitt beschleunigt das Eintreffen der warmen Jahreszeit, hatte sich der Sattler übrigens die Haare schneiden lassen und in Anbetracht der inzwischen deutlich höheren Temperaturen anscheinend das Wetter tatsächlich positiv beeinflusst. Diese Sommerfrisur veranlasste meinen Herrn zu Gedanken über seine Windschnittigkeit beim Thalarion-Wettrennen. Er überlegte nämlich, seine eh schon kurzen Haare noch weiter kürzen zu lassen, weil er mit weniger Haaren weniger Luftwiderstand hat und somit schneller reiten kann. Eine gewisse Logik hatte das, sodass ich schnell ergänzte, wenn er mit nackter, geölter Haut reiten würde, wäre sein Luftwiderstand vermutlich noch um ein Vielfaches geringer.

Leider schnappte die Gnädigste jedoch sofort empört nach Luft, sodass ich schnell noch hinzufügte, selbstverständlich nur an den nackten Oberkörper meines Herrn gedacht zu haben… keine Ahnung, was für Bilder im Kopf einer freien Frau immer gleich entstehen! Obwohl mein Herr es nach dem letzten Waffentraining offensichtlich sehr genossen hatte, sich eine ganze Weile mit nacktem Oberkörper auf der Wiese aufplustern zu können, bis ich ihm von zuhause ein trockenes, sauberes Hemd geholt hatte, stimmte ihn der Gedanke ziemlich missmutig, so auf einem Thalarion zu reiten. „Bei dem Wettrennen muss ich gut aussehen… immerhin werde ich gewinnen und das tut man halt elegant.“ Dann eben nicht… dabei sieht mein Herr immer gut aus und ganz besonders nackt.


Wegen des Wettrennens wurde schließlich die geplante Strecke durch Unterstadt und Wald erkundet. Bevor mein Herr sie jedoch endgültig festlegte, erteilte er seinen beiden itas allerdings den Befehl, Grüner zu satteln, um sie wegen Tauglichkeit einmal zu reiten. Naja, eigentlich erhielt ich wohl den Auftrag, denn auf den Feldern lernt man natürlich nicht den Umgang mit dem Thalarion meines Herrn und außerdem war ich inzwischen etwas mit dem Viech vertraut, zumal ich auch diejenige bin, die Grüner zusätzlich mit Kraftfutter versorgt, seitdem das Rennen feststeht. Die andere ita schien jedenfalls dankbar zu sein, dass ich den schwierigen Part mit dem Sattel alleine übernahm, weil Grüner dafür ein wenig auf die Knie gehen musste. Andernfalls hätte ich es nämlich nicht geschafft, ihm das schwere Teil auf den Rücken zu legen. Beim Schließen des Bauchgurts half sie mir dann aber.


Auch wenn ich solche Überlegungen natürlich für mich behalte, kommt es mir manchmal so vor, als ob mein Herr nicht zu Ende denkt. Einerseits lässt er mich Grüner füttern und satteln, andererseits mokierte er sich darüber, dass der gefährliche Fleischfresser relativ zahm war, ohne mich zu fressen und brummte plötzlich total empört: „Grüner ist ein Kriegsthalarion und hat wild zu sein… beim Kur!“ Immerhin räumte er dann aber doch ein, das Gewöhnen an mich hatte wohl nichts damit zu tun, dass Grüner verweichlicht. Genau wie der Tarn meines verschollenen Herrn wird auch das Thalarion sicherlich immer wild bleiben, nicht zum verhätschelten Schoßgianni werden, im Krieg mit seinem Maul nach Feinden schnappen und ihnen mit seinen Krallen die Augen auskratzen, auch wenn es nach mir nicht geschnappt hatte und meine Haut bislang von seinen Krallen verschont blieb. 


Nachdem sich seine Gefährtin mit der Feldsklavin zurückgezogen hatte, hätte mein Herr mich andernfalls bestimmt auch nicht mit solch intensiven Blicken angesehen. Seine blauen Augen ruhten auf mir in einer Art und Weise, die mir durch und durch ging und bestimmt meine Knie hätte weich werden lassen, wenn ich nicht gekniet hätte. Traurig machte mich jedoch, dass mein Herr mich plötzlich Sita nannte. Ich befürchtete natürlich, er war in Gedanken bei der heimgekehrten Feldsklavin. Juhuuu… es war nur ein Versprecher, den mein Herr ganz schnell korrigierte, bevor sich die vorgenannte Befürchtung richtig in mir breit machen konnte. Nein, er wollte nicht die andere, sondern mich an kurzer Leine hinter sich her nach Hause ziehen und dort gleich die Treppe hoch. Der Zug an meinem Kragen ließ übrigens nicht zu, seinem Wunsch nachzukommen und mich sofort auszuziehen. Und genau das war seine Absicht! 

Oben angekommen befahl mir mein Herr nämlich schmunzelnd: „Dita, steh auf und zieh dich aus… aber langsam!“ 

So wie er mich dabei ansah, während ich mir ordentlich Zeit ließ und mit reichlich rotseidenem Getue Bänder an meiner Tunika löste, die zum Ausziehen gar nicht gelöst werden mussten, war ich mir total sicher, mein Herr sah keine andere Sklavin, sondern wirklich mich, seine Dita, die kurz davor war, unter seinen Berührungen zu verglühen!!

Dienstag, 16. Februar 2016

Weitere Vorbereitungen

Der Versuch mich zu töten, hatte mich ganz schön durcheinander gebracht. Wobei es mir sehr gelegen kam, dass der Krieger mit Blick auf mich behauptete, perfekte Kajirae werden nicht verkauft, andere schon. Damit bekundete er sehr deutlich sein Desinteresse an mir. Außerdem hatte ich  mir ja sowieso vorgenommen, diesen Freien zu meiden und perfekt bin ich wirklich nicht. Vermutlich tickte der Kerl im Kopf  wirklich  nicht ganz richtig, denn er beleidigte meinen Herrn, der ihn jedoch nicht mehr ernst nahm, sondern mir einfach nur befahl, dem Krieger zukünftig aus dem Weg zu gehen und ihn auch nicht zu bedienen… er sprach mir aus der Seele.

Irgendwie stellte ich mir vor, zuhause diesen Vorfall einfach mit einem Schluck Wasser fortspülen zu können, doch leider klappte das nicht ganz. Allerdings befürchtete ich, auch mein Herr war wohl etwas neben der Spur. Während ich Trinkgefäße mit Paga und Kalana für ihn und seine Gefährtin füllte, rief er mir nämlich mit hochgezogenen Augenbrauen zu, dass er Paga nicht aus einem Kelch trinkt. Wie? Ich serviere ihm seinen Paga immer in einem Becher oder auch in einem Krug, wenn der Durst besonders groß ist und der Paga umsonst! Eilig lief ich mit beiden Gefäßen zum Tisch. Doch als ich vor dem Anreichen den Rand des Bechers sehr hingebungsvoll küsste, bemerkte ich, dass der Paga merkwürdig roch. Oh je, ich hatte Kalana in den Becher gefüllt und Paga in den Kelch!

„Dita, Dita… die Sache eben hat dich wirklich etwas durch den Wind gebracht.“ Damit hatte mein Herr tatsächlich Recht, auch wenn ich das nur ungern eingestehen wollte, weil ich mich doch wirklich anstrenge, eine richtige Kriegerkajira zu sein. Na gut, schließlich wird nicht jeden Tag versucht, mich zu töten. Große Dankbarkeit für meinen Herrn und sein Verständnis erfüllte mich, wobei ich die Tür trotzdem erst mal lieber nicht aus den Augen ließ. Nach und nach beruhigte ich mich aber weiter und als mein Herr dann seinen Arm so fest um mich legte und mich an sich zog, durchströmte mich ganz warm das schöne Gefühl, beschützt zu sein. Plötzlich war ich auch davon überzeugt, dass keine Notwendigkeit mehr bestand, die Haustür abzuschließen.

Nach einem tiefen und erholsamen Schlaf ohne ins Haus mit Tötungsabsichten eindringende Krieger, machte ich mich zeitig an weitere Vorbereitungen für den mir fürchterlich bevorstehenden Weiberabend. Ich wollte noch zwei weitere Sorten Kekse backen, während mein Herr und die Gnädigste sich draußen etwas lüfteten. Luft war schließlich auch genau das, was ich benötigte, nachdem mir beim Backen arg warm geworden war. Zufrieden über die vielen, lecker aussehenden Kekse, öffnete ich daher die Haustür und ließ meine Arme wie Windmühlenflügel kreisen, um frische Luft ins Haus zu schaufeln. Dies fiel meinem Herrn natürlich sofort auf, denn seinen Kriegeraugen entgeht selbstverständlich nichts. Außerdem lauerte er vielleicht auch schon auf den Geschmackstest… mit süßen Backwaren hat er es ja. Letztendlich bestanden die drei Kekssorten den Test und mein Herr räumte grinsend ein, dass der leere Platz am Sklavenring weiter unbenutzt bleibt.

Bestens gestärkt, denn auch ich durfte von den Keksen essen, konnten nun Vorbereitungen auf warmes Wetter beginnen… das Einlagern der vielen Feuerkörbe, die mit den jetzt schon deutlich gestiegenen Temperaturen nicht mehr benötigt wurden. Da leider immer noch nicht bekannt war, wo die Sklavenhändlerin die vielen Feuerschalen einlagern wollte, beschloss mein Herr nun, sie der Herrin einfach vor die Tür zu stellen. Wie gut, er wählte die Tür vom Kontor und ersparte uns den Weg durch die verwinkelten Gassen zu den anderen Eingängen des riesigen Händlerhauses. Inzwischen halfen auch noch einige andere Kajirae mit und nachdem ich Nummer 7 vor der Tür der Sklavenhändlerin abgestellt hatte, verkündete mein Herr: „Ich glaub, wir haben alle, Dita“.


Leider blieb der Transport der Feuerschalen nicht ganz spurlos… die Nasenspitze meines Herrn war vollgerußt und meine etwas nachgedunkelte Hautfarbe gab einigen Anlass zum Schmunzeln. „Dita, reib mal weg“, veranlasste mich selbstverständlich umgehend, meine Hände noch kurz in der eh schon schmutzigen Tunika abzuwischen und dann an der Nase meines Herrn herum zu rubbeln. Ok, das Ergebnis kam schnell und konnte sich sehen lassen, allerdings nicht mit dem gewünschten Erfolg. Die Nase war jetzt nämlich richtig schwarz. „Dita, was machst du da… weg machen, nicht verteilen!“ Wie gut, dass die Gnädigste ein sauberes Reptuch dabei hatte, mit dem ich die Nase meines Herrn schnell in ihren nicht verrußten Zustand zurückversetzen konnte. Nur ich kam leider nicht drum herum, erneut den Brunnen aufzusuchen und mir danach eine saubere Tunika anzuziehen.


Ich beeilte mich und obwohl ich schnell noch die Kekse in zwei wie ich fand guten und sicheren Verstecken unterbrachte… womöglich verspürte mein Herr nachts Hunger auf Süßes und ich musste am Tag des Teekränzchens für weiteren Nachschub sorgen… bekam ich noch die Überlegungen für ein Thalarion-Wettrennen mit. Fest stand nur noch nicht wann, welche Strecke und was der Wetteinsatz war. Wie erwartet ließ sich der Anführer der Thalarionstaffel nicht auf den Vorschlag meines Herrn ein, um eine Sklavin zu wetten, sondern schlug eine Hand lang Essen und Trinken im Gasthaus auf Kosten des Verlierers vor, womit mein stets hungriger und durstiger Herr natürlich auch einverstanden war. Das Festlegen des Streckenverlaufs musste allerdings noch warten, da es inzwischen spät geworden war und mein Herr leider immer noch die frühe Wache hatte.

Montag, 15. Februar 2016

Experte für alles

Gerade hatte ich die erste Ladung Kekse fertig, als meinen Herrn auch schon die leckeren, durchs Haus wabernden Düfte anlockten. Vermutlich jedoch nicht allzu gut gelaunt brummte er mich an, wonach es so riecht und warum an diesem Tag schon, weil der Teeabend seiner Gefährtin doch erst Anfang der Hand ist. Typisch Mann, dachte ich lautlos, keine Ahnung vom Kekse backen… falls etwas schiefgehen sollte, ist es doch gut, für weitere Versuche noch Reservezeit zu haben! Natürlich wollte er jetzt probieren und vertilgte laut schmatzend eine ganze Schale von den noch warmen Keksen mit dem abschließenden Urteil: „Also Dita, ich weiß nicht… bist du sicher, dass du die so anbieten willst? Nun, sie sind akzeptabel, aber ich werde den Platz hier unten an den Sklavenringen schon mal für dich entstauben.“ Klar, besser geht immer, aber eine Kajira mal loben geht natürlich überhaupt nicht. 

Er meckerte noch eine Weile über alles Mögliche, um mir meine ganze Freude über die gelungene Generalprobe der ersten Kekse zu nehmen, sodass ich mich fragte, ob er als Hauptmann nicht ausgelastet ist. Selbstverständlich äußerte ich nur mein Erstaunen, dass er sich als oberster Krieger der roten Kaste von Jorts um das Backen von Keksen kümmert. Ok, sein Brummen nahm umgehend die Sorte gefährlich an und ließ mich schlagartig verstummen. Wie gut, dass seine nun auftauchende Gefährtin alles ganz entspannt sah, vor allem schmeckten ihr die Kekse „sehr lecker“ und nicht „nur akzeptabel“. Sie dachte offensichtlich genau wie ich, denn mit „Dita, man kann es nicht jedem recht machen“, sprach sie aus, was mir auf der Zunge lag. Warum hielt mein Herr sich nicht heraus, wo er sich doch sogar selbst als „nicht Backexperte“ bezeichnete und außerdem immer wieder betonte, dass seine Gefährtin für den Teeabend das Sagen hat?

Na gut, außer fürs Backen ist ein Hauptmann selbstverständlich ein Experte für alles… nicht nur für die Sicherheit der Stadt, sondern auch für das Vorkosten von Keksen, die Schneebeseitigung und den Abtransport von Feuerkörben und noch ganz vielen anderen Dingen. Um es mir nicht mit ihm zu verscherzen, lenkte ich das Gespräch nun lieber auf die ganzen Gefäße mit heißem Wasser, die sich in der Küchenecke aneinander reihten. Zusätzlich hatte ich aus von allen Brunnen in der Stadt die Eimer geholt. Ich hatte am Vortag nämlich den Auftrag erhalten, ganz viel heißes Wasser zu kochen. Allerdings ging es meinem Herrn dabei leider nicht um die Einweihung einer eigenen Badewanne, weil ein neues Badehaus immer noch auf sich warten lässt. Nein, das heiße Wasser war zum Schmelzen des großen vor seinem Haus einfach nicht tauenden Schneebergs gedacht, was ja wirklich ganz in meinem Sinne war, den ich mag keinen Schnee. 


Während ich Eimer für Eimer nun ohne Murren nach draußen schleppte und das heiße Wasser auf den Schnee goss, gab es für die beiden Freien natürlich nichts Schöneres, als mir bei der Arbeit zuzuschauen. Ein leises Grinsen konnte ich mir jedoch nicht verkneifen… selbstverständlich nur mit abgewandtem Gesicht… weil meine beiden Zuschauer in Sorge gerieten, durch die von mir erzeugten Flutwellen aus heißem Wasser und schmelzendem Schnee nasse Füße zu bekommen. Doch letztendlich waren meine Mühen trotz trockener Füße von Erfolg gekrönt… die Gnädigste klatschte sogar in die Hände und meinte, die Schmelzmethode sei einfacher, als den Schnee in den Vosk zu schaufeln und mein schlauer Herr und Experte für Wettervorhersagen verkündete, dass nun der Sommer fast da ist. 

Im Gegensatz zu seiner Gefährtin gefiel es ihm auch, mich nackt durch die Stadt flitzen zu sehen: „Dita, bring die Eimer zu den Brunnen zurück und zwar zack, zack!“ Die Grüne fragte allerdings, ob ich nicht noch etwas vergessen habe, sodass ich mich lieber noch bei meinem Herrn rückversicherte „Erst zack, zack mein Herr… oder erst Kleidung?“ Sein „zack, zack, Dita“ und das breite Grinsen dazu, gefielen mir jedenfalls außerordentlich gut und ich flitzte nackt wie ich war eilig davon bevor er es sich anders überlegen konnte. Leider muss ihn die Gnädigste aber wohl mit irgendwelchen grünen Argumenten bearbeitet haben, während ich die Eimer verteilte, denn bei meiner Rückkehr stand es mal wieder Zwei zu Null. Mein Herr hatte inzwischen seine Meinung geändert und ich musste mir etwas überziehen. Naja… ohne hin und her zu rennen war es auch wirklich etwas kühl.

Als nächstes standen Vorbereitungen an, um am nächsten Tag sämtliche von der Sklavenhändlerin und ihren Mädchen verteilten Feuerkörbe wegzuräumen, was wegen der großen Anzahl eine Menge Arbeit bedeutete. Nun wurde mir auch klar, was das Kajira wechseln am Vortag bedeutet hatte… die Schmiedesklavin war bereits von meinem Herrn zum Wegräumen eingeteilt worden! Das Mädchen des Thalarionstaffelführers wollte er jetzt ebenfalls zum Helfen anfordern und schickte mich noch zur Sklavenhändlerin, damit ich die Herrin frage, wo sie die vielen Feuerschalen gelagert haben wollte. Mein Anliegen wurde ich zwar bei ihrer Ersten auch schnell los, allerdings blieb die Lagerfrage vorerst noch unbeantwortet, da die Herrin keine Zeit hatte. Doch das war nicht weiter schlimm, Hauptsache die Kajira informierte ihre Kettenschwestern kein Feuerholz mehr nachzulegen, weil ein Transport der heißen Körbe zu gefährlich war.

Bei meiner Rückkehr traf ich dann plötzlich auf einen Krieger, der schon seit etlichen Märkten als verschollen gilt und mir recht gut bekannt war. Natürlich glaube ich nicht an Geister, denke aber es ist nachvollziehbar, dass ich den Herrn vermutlich angesehen habe, als ob er einer ist. Trotz meines Erstaunens habe ich jedoch höflich und wie es sich gehört begrüßt. Merkwürdig war nur, anscheinend erkannte er mich nicht und sprach in Rätseln: „Tal Kajira… nun?“ Ohne einen blassen Schimmer, was er jetzt von mir hören wollte, stammelte ich: „Verzeihung Herr… ich dachte du bist... du warst... also... du warst lange fort von deinem Heimstein, Herr!“ „Bist du aus dem Norden? Dort kenn ich solche, die steif sind“, veranlasste mich zu einer leicht irritierten Verneinung.

Leider waren die folgenden Worte des Herrn auch nicht verständlicher. „Aber steif… ah ja… rede, was soll das?“. Ich verstand immer weniger, was dieser Rarius von mir wollte, sodass ich höflich noch einmal nachfragte… leider mit ähnlich unbefriedigendem Erfolg. Sein „Na, warum bist du gefroren und schaust mich an, als wenn ich ein Geist wäre?“ veranlasste mich allerdings freundlich zu erklären, dass ich nicht friere, aber angenommen hatte, er sei jemand, der mal hier in Jorts seinen Heimstein hatte und dann verschollen war. Mist, offensichtlich lag ich mit dieser Vermutung jedoch wohl komplett falsch und beeilte mich, die Bitte um Verzeihung hinterher zu schieben, falls ich ihn verwechselt hatte.

Args… sein Tonfall verschärfte sich jedoch weiter. „Kajira, du willst urteilen, dass ich hier mal meinen Heimstein hatte? Ein Krieger hat nur einen Heimstein!“ Eilig beteuerte ich, nicht über Freie zu urteilen, weil mir das nicht zusteht und wie leid mir die Verwechslung tat. Danach ging alles sehr schnell. Der Krieger griff mit einer Hand an sein Gladius, mit der anderen deutete er vor sich und kaum kniete ich vor ihm, erhielt ich eine kräftige Ohrpfeife, die mich fast Sterne sehen ließ. „So und jetzt weiter mit dir Unwürdige“, ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen und huschte mit einem schnellen Dank auf den Lippen davon, während der wütende Herr noch ergänzte: „Du willst dir anmaßen, mich zu kennen?“ 

Leider wurde mein panisches Klopfen an der Tür des Kriegers, bei dem ich meinen Herrn vermutete, nicht sogleich gehört und mit vor Angst heftig klopfendem Herzen stellte ich fest, dass der vor Wut schnaubende Rarius inzwischen hinter mir hergekommen war, in meine Haare greifen wollte und „Du Luder!“ zischte. Ich konnte dem Kerl zwar noch ausweichen, der nun jedoch mit gezogenem Schwert auf mich zuging, sodass ich ganz laut um Hilfe und nach meinem Herrn rief, denn ich glaubte in diesem Moment, meine letzte Ahn habe geschlagen. Außerdem war ich mir sicher, mich nicht getäuscht zu haben… dieser wutschäumende Herr war der Mann, der mich früher schon hatte töten wollen und gewaltig verprügelt worden war ich von ihm auch schon mal. 


Den Priesterkönigen sei Dank, mein Herr ist auch ein Experte für Sicherheit. Ich hatte kaum meinen Mund nach dem Hilfeschrei geschlossen, tauchte er auch schon mit gezücktem Schwert auf und zog dem wütenden Krieger eins über, sodass der zu Boden ging und ich mich in den Hintergrund verdrücken konnte. Tja, ich hatte mich tatsächlich nicht getäuscht… es war wirklich der Verschollene, der übrigens plötzlich wieder ziemlich normal sprach, nachdem er sich vom Boden aufgerappelt hatte. Trotzdem werde ich versuchen, zukünftig um diesen Herrn möglichst einen sehr großen Bogen