Dienstag, 31. Mai 2016

Ein Krieger gibt nicht auf

…und seine Kajira auch nicht.

Ich schlief schlecht, dafür ziemlich lange, sodass ich nicht mitbekam, als mein Herr und die Gnädigste aufbrachen, um an der Feier zur Erneuerung der Gefährtenschaft des Händlerpaares teilzunehmen, obwohl mein Herr am Abend zuvor noch betont hatte, dass er dieser Frau aus dem Weg gehen will… oder hatte sich die Freie inzwischen bei ihm entschuldigt? Egal, wattiert und verhätschelt hin oder her, das Thema geht mich nicht wirklich etwas an, Hauptsache ich war um diese Zeremonie herumgekommen. Auf dem Weg zur Hafentaverne kam mein Herr allerdings vorbei, um mich abzuholen… falls der Boden zu sehr schwankt, wollte er mich nämlich für den Heimweg dabei haben, da er sich vorgenommen hatte, den Händler arm zu saufen. 


Mit dem ersten Becher hielt er sich auch gar nicht lange auf, sondern angelte sich gleich einen mit Paga gefüllten Krug vom Tablett der Händlerkajira und einen zweiten mit Kalana. Ohje, ihn nun abwechselnd aus beiden Krügen trinken zu sehen, ließ allerschlimmste Ahnungen in mir keimen. Doch was sollte ich machen, zumal auch von der Grünen nur ein skeptischer Blick kam, den sie ihrem Gefährten zuwarf. Supertoll gefiel mir allerdings der Befehl meines Herrn, mich an ihn anzuschmiegen, um ihn auf seinem Sitzfass zu stabilisieren, falls er zu sehr ins Schwanken geraten sollte. Meine Empfehlung, Paga und Kalana nicht durcheinander zu trinken, tat er leider jedoch mit „zu spät Dita“ einfach ab und abnehmen durfte ich ihm auch keinen der beiden Krüge, sodass ich ebenfalls vergessen konnte, unauffällig ein paar Tropfen auf den Hafenplanken zu verteilen. 


Die im Hintergrund laufenden Verhandlungen des Schmieds mit der Sklavenhändlerin wegen eines Geschäfts über zwei anscheinend gerade erst eingesammelten Kajirae, lenkten meinen Herrn übrigens kein bisschen vom Trinken ab, da er seit seinem letzten Reinfall angeblich nicht mehr zu den Sammlern gehört. Zu einer Wette mit dem Brauereibesitzer über den Kaufpreis war er jedoch aufgelegt, auch wenn ich mich wunderte, dass es um einen Krug Ale ging, denn eigentlich trinkt er immer Paga oder Kalana. Aber letztendlich war es egal, mein Herr verlor nämlich die Wette, weil die Sklavenhändlerin für die neue Ware zwei oder sogar drei Kupfer mehr ausgab, als von ihm vermutet. 

Der inzwischen reichlich von ihm verkonsumierte Alkohol zeigte mittlerweile übrigens seine Wirkung, auch wenn mein leicht lallender Herr behauptete, noch nicht volltrunken zu sein, da er noch aufrecht sitzen konnte… nur seine Zunge klebte offensichtlich. Mein gut gemeinter Vorschlag zwischendurch Wasser zu trinken, weil das vielleicht gegen den Klebstoff im Mund etwas hilft und außerdem eine gute Möglichkeit ist, damit der Kopf später noch durch die Tür passt, wurde jedenfalls abgelehnt. Gleichzeitig bollerte ein weiterer leer getrunkener Krug auf den Boden und mein Herr stützte sich ziemlich schwer auf mir ab, als er einen weiteren Krug mit Kalana verlangte.

Wie gut, dass sich irgendwann der Sattler dazu gesellte und ein paar sehr ernste Worte zu meinem Herrn sprach. Doch den interessierte sein Heimweg immer noch herzlich wenig, stattdessen protestierte er und wollte weiter trinken, weil er den Händler noch nicht arm gesoffen hatte. Erstaunlicherweise konnte er zu diesem Zeitpunkt sogar noch stehen, wenn auch stark schwankend. 

Das Argument des Lederarbeiters, mein Herr würde sich vor seinen Männern lächerlich machen, wenn er nach Hause krabbeln muss, tat er erst zwar noch damit ab, dass alle Krieger hart saufen, hart kämpfen und früh sterben, sah dann brummend aber ein: „Nagut, auf allen vieren krabbeln ist wirklich etwas peinlich, aber wanken ist gut! Ich sauf noch eine Runde Wasser mit Geschmack.“ 

Natürlich war meinem Herrn im Geschmack zu viel Wasser, doch er leerte auch diesen Krug. Die Befürchtungen, nachts womöglich in seine Felle zu pinkeln, beendeten sein Saufgelage dann aber doch und mit ein wenig Unterstützung von mir ging es nun wankend auf den Heimweg… übrigens laut singend über Wildtarns und ihren schrillen Schrei, über Morde und Kohorten, gellende Schlachtrufe und ich weiß nicht mehr was noch alles. 

Am Gemüsebeet vor seinem Haus angekommen stoppte mein Herr plötzlich und peilte unter seinem Kilt herum fummelnd den Baum an. Ich versuchte ihn zwar noch vom Begießen der Kohlköpfe abzuhalten, doch er brummte nur „Finger weg Dita, sonst wirst du nass“, bevor er dann auch schon schwankend ein feuchtes Kunstwerk in die Luft pinkelte. Sichtlich erleichtert und nach ausgiebigem Abschütteln eines gewissen Körperteils gelangen auch seine letzten Schritte bis ins Haus dann zum Glück ohne Unfall.

Dank eines offensichtlich gut wirkenden Pulvers von seiner Gefährtin wurde am nächsten Tag das Trommeln im Kopf meines Herrn nach und nach tatsächlich leiser und sein grobes Kopfpatschen ging in sanftes Wuscheln meiner Haare über. Allerdings war die Erinnerung an seine Wette etwas verblasst, denn er war sich nicht mehr ganz sicher, ob er nun einen Krug Ale verloren hatte oder nicht oder ob es womöglich sogar ein Fass war. 

Ich bin mir zwar ziemlich sicher, die Gnädigste war zum Zeitpunkt der Wette noch dabei gewesen, doch hatte sie vom Wettausgang ebenfalls keine Ahnung… aber mein Herr hat ja mich. Lustig war, auch die Erinnerungen des Brauereikriegers waren erst eher dunkel, seine Miene hellte sich allerdings sofort auf, als ich ihm den gewonnenen Krug mit Ale als bare Kupfermünze von meinem Herrn überreichte.

Da der Brauer über seinen Gewinn nun bester Stimmung war, nutzte ich gleich die günstige Gelegenheit, mich bei ihm nach der Lieferung eines neuen Pagafasses für meinen Herrn zu erkundigen. Ganz besonders wichtig war mir selbstverständlich, einen guten Preis zu bekommen. Doch leider schien nun die Freude über den gewonnenen Kupfer schlagartig wieder abzuklingen, denn der Herr wedelte mit dem Zeigefinger hin und her: „Wie? Willst du jetzt den Kupfer wieder raushandeln, Dita? Nee, nee!“ 

Mist, nun war Verhandlungsgeschick angesagt. In meinem ersten Versuch rutschte ich sofort etwas näher an den Brauer heran, um mich sanft an sein Bein zu schmiegen und versuchte es mit bettelndem Augenaufschlag erneut. Tja, leider scheiterte ich. 

Trotzdem gab ich selbstverständlich nicht gleich auf, denn ich bin doch die Kajira meines Herrn, der auch nicht so gleich aufgibt! Ich war auch nicht sonderlich erstaunt, dass nun das typische Gejammer „sonst setz ich zu“ und „hat schon Sonderpreis“ kam. Ziemlich perfekt fand ich sogar die Begründung, mein Herr sei außerdem kein Großkunde, die mich veranlasste zu erwähnen, dass sich dies momentan möglicherweise gerade ändert… aber eben nur, wenn der Preis stimmt. 

„Wir werden sehen, Dita“, war eindeutig das Reichen eines kleinen Fingers, sodass ich nun sämtliche Register zog, während ich den schönen Brauereikrieger noch bezirzender anlächelte: „Danke Herr… mein Herr wird sich bestimmt sehr freuen über dein Angebot von 30 Kupfer für das Fass...er hält ja seit Torcodino immer noch sooooooo große Stücke auf dich und hat bis heute nicht vergessen, dass du ihm das Führen eines Schwertes beigebracht hast, Herr!“

Gutmütig lachend nannte mich der Brauereibesitzer „Schleimerin“ und war mit 30 Kupfer für das Fass einverstanden, während ich ihn nun mit schmelzendem Blick anhimmelte und schnell bestätigte: „Also das ist wirklich die pure Wahrheit, Herr… und überhaupt!“, bevor ich ihm einen spontanen Kuss aufs Knie schmatzte. Schmunzelnd kam danach nur noch: „…was für ein Luder!“ Keine Ahnung, was der Krieger damit wohl meinte. ;-))

Montag, 30. Mai 2016

In Watte gepackt und verhätschelt

Eigentlich fing der Tag gar nicht schlecht an, obwohl mich eine Kette ans Lager meines Herrn fesselte, denn er befürchtet ständig, dass ich über Nacht abhandenkommen könnte. Diesmal war sie jedoch so kurz, dass ich mich nicht mal aufrichten konnte… ein Umstand, der ihm allerdings zu gefallen schien und nur das zählt natürlich. Meine Hilflosigkeit ausnutzend kitzelte mein Herr mich an den Fußsohlen, stellte kurz seinen Fuß auf meinem Rücken ab und dann spürte ich, dass mein Hintern in wundervoller Art und Weise getätschelt wurde. Leider hörte ich als nächstes: „Ohh… tal Irina, schön dich zu sehen!“ Tja, Pech gehabt… die Gefährtin meines Herrn war aufgetaucht. Selbstverständlich grüßte ich sie trotz meiner misslichen Lage freundlich, hörte dann aber dem Gespräch der beiden nicht mehr wirklich zu.

Schließlich wandte sich mein Herr erneut an mich: „Dita, möchtest du hier rumliegen oder bei uns sein?“ Eine vollkommen überflüssige Frage, denn selbstverständlich wollte ich bei meinem Herrn sein, egal ob mit oder ohne Gefährtin! Schmunzelnd behauptete er, seinen netten Tag zu haben, kitzelte mich erneut und löste dann die Kette an meinem Kragen. Eine kniende Kajira gefiel ihm anscheinend doch besser und der Gnädigsten ebenfalls. Da sich die beiden nun einigen Überlegungen über gute oder schlechte Sklaven hingaben, mich aber nach unten schickten, damit ich mich frisch machen, etwas essen und trinken konnte, bot sich mir keine Gelegenheit einzugestehen, dass ich am Abend zuvor meine Tunika beim Sattler deponiert hatte.

Um das Flüstern im oberen Geschoss nicht zu stören, rief ich schließlich einfach, ob ich eben schnell nackt zum Haus des Sattlers flitzen durfte. 5 Ehn gestand mein Herr mir zu, die selbstverständlich locker ausreichten und die ich auch nutzte. Ich sah für Eile nämlich keine Notwendigkeit und fand dies bei meiner Rückkehr auch bestätigt, denn die beiden waren immer noch oben. Ich musste nun allerdings erklären, was es mit dem Abholen des Kleidungsstücks auf sich hatte und wurde mit einem Schmunzeln meines Herrn belohnt. Meine Entscheidung gefiel ihm offensichtlich, anstatt die Tunika abzuholen, lieber gleich den Heimweg anzutreten, weil es mir wichtig gewesen war zuhause zu sein, wenn er von seiner Wache zurück kommt. Ok, eine ernste Ermahnung erhielt ich trotzdem.

Das war übrigens der gute Teil des Tages, denn nun begann meine Pechsträhne, und zwar damit, dass ich vergaß, einen Befehl meines Herrn mit „ja mein Herr“ zu bestätigen. Allerdings war die Strafe nicht wirklich eine, denn mein Herr packte mich lediglich grob am Nacken und klinkte eine sehr kurze Leine an meinem Kragen ein, sodass ich am Hafen angekommen direkt neben ihm knien musste, was mir wie immer außerordentlich gut gefiel. Viel zu schnell löste er die Leine jedoch wieder, damit ich mich um die Getränkebestellungen kümmern konnte, denn Bedienung seitens der Pächter von Gasthaus oder Taverne gibt es ja so gut wie nie.

Inzwischen tauchte auch der Händler auf. Ich nahm an, er wollte sich vielleicht um seine Gäste kümmern, doch stattdessen machte er sich lustig darüber, dass mein Herr und seine Gefährtin den muffigen Gestank des Brackwassers im Hafen zu genießen schienen. Ich empfand das als ziemliche Frechheit oder zumindest sehr unhöflich, tat aber selbstverständlich so, als habe ich nichts gehört und kniete mich wieder neben meinen Herrn, den das Gefrotzel gar nicht zu kümmern schien. Er lud den Herrn nämlich zu einem Paga ein… diesen selbstgefälligen Händler, der ihn vor kurzem noch erpresst hatte und der jetzt dreist sogar einen doppelten Paga bestellte! Ich glaubte falsch gehört zu haben!!

Wie gut… meine Rückfrage, ob er seinen Doppelpaga in zwei Schalen zu trinken wünschte, weil mit Berg ja nicht geht, brachte ihn dazu, sich doch mit einer vollen Schale zufrieden zu geben. Aus Loyalität zu meinem Herrn lag es mir gänzlich fern, diesem Erpresser womöglich noch einen zusätzlichen Schluck unaufgefordert mit dem Mund überreichen. Doch es kam noch schlimmer. Nicht nur der Händler hatte sich entschlossen an diesem Tag ausnahmsweise mal seine Burg in der Oberstadt zu verlassen, sondern seine extrem schlecht gelaunte Gefährtin ebenfalls, die ihre Beleidigungen meines Herrn wegen meiner Nacktheit und der Bedienreihenfolge vor einigen Tagen im Gasthaus nun wiederholte und sich erneut über die Gängelungen freier Frauen durch Schleiergesetze ereiferte.

Meinem Herrn blieb leider nichts anderes übrig, als sich ebenfalls zu wiederholen. Er betonte, dass ich zukünftig nicht mehr bedienen werde, wenn er nicht da ist, sodass jeder Freie selber laufen muss, um sich ein Getränk zu holen. In Gedanken fügte ich noch hinzu, dass eine Sklavenhändlerin sich dann auch nicht mehr langweilen wird oder ihrem Frust frönen kann, wenn sie auf Bedienung wartet, sondern Gefahr läuft, einen Herrn zu bedienen. Natürlich kam noch ein Nachschub an Gift, weil diese Frau wohl immer das letzte Wort haben muss: „Deine Sklaven bedienen eh fast nie… pack sie nur schön in Watte… “ Damit hatte das Weib es geschafft, meinem Herrn die Laune endgültig zu vermiesen. Während der Gefährte dieser Wichtigtuerin übrigens weiter seinen Mund hielt, kündigte mein Herr an, zukünftig nicht mehr in die Taverne zu gehen, entweder zuhause zu bleiben oder seinen Paga mitzubringen.


„Wie ich dir schon sagte, du kannst tun und lassen, was du willst, nur solltest du aufhören, permanent dein Mädchen zu verhätscheln und sie über freie Frauen stellen, wenn deine Gefährtin nicht da ist… ich bin eh dann erst mal auf Reisen, dann kannst du deiner Sklavin meinetwegen auch teure Ketten oder sonst was schenken“, war übrigens das Letzte, was ich von der zickigen Sklavenhändlerin hörte, während ich meinem Herrn Richtung Marktplatz folgte, wo er sich abfällig über die Freie und ihren Gefährten ausließ, dem es egal zu sein schien, wie peinlich und beleidigend sein Weib sich benahm. Wie gut, dass nun der Schmied, der Bauer und auch der Sattler eintrafen und über das Benehmen der Sklavenhändlerin derselben Meinung wie mein Herr waren, sodass ich mich weiter aufgewühlt wie ich war in Schweigen hüllen konnte.

An diesem Abend war ich das erste Mal froh, dass mein Herr seine Laune an mir ausließ und mir die fiese Sklavenhaube über den Kopf zog, bevor er mich wie immer ankettete, denn so konnte niemand die Tränen meiner Enttäuschung sehen, die mich fast zu ersticken drohten, weil ich sie nicht zeigen wollte. Nicht nur die vollkommen grundlosen Behauptungen, nie zu bedienen, über Freie gestellt und in Watte gepackt verhätschelt zu werden, taten richtig weh, sondern vor allem, ihnen schutzlos ausgeliefert zu sein. Aber ok, bei einer Freien, die anscheinend von ihrem eigenen Verhalten als Kajira auf andere schließt, muss man damit natürlich rechnen… vielleicht reist sie ja tatsächlich bald wieder. ;-)

Samstag, 28. Mai 2016

Auslüften am Hafen

Ich war alleine zuhause, denn mein Herr hatte wieder die doofe Spätwache erwischt und wo seine Gefährtin steckte wusste ich gar nicht, als es plötzlich an der Haustür klopfte. Es war Luna, die meinem Herrn die gute Nachricht von dem angehenden Tarnreiter aus Belnend überbringen sollte, dass der Krieger immer noch am Kauf eines Tarns interessiert ist und demnächst wohl vorbeikommen wird. Hauptsache, der Rarius bringt einen gut gefüllten und entsprechend schweren Münzbeutel mit, aber das hatte mein Herr ihm ja bereits klar gemacht. Weil er mir nach dem ersten Gespräch mit dem Krieger erzählt hatte, dass mit diesem Verkauf sicher auch der Verkauf eines Tarnsattel verbunden ist, machte ich mich auf den Weg zum Haus des Sattlers, kaum dass Luna wieder fort war.


Eigentlich erwartete ich die Haustür der Sattlerei immer noch mit Brettern zugenagelt vorzufinden... eine Vorsichtsmaßnahme, die der Handwerker als erforderlich angesehen hatte, bevor er vor doch einiger Zeit schon zu einer längeren Reise aufgebrochen war. Wobei ein paar Bretter Diebstahl sicherlich nicht verhindern, wenn mein Herr sogar in der Oberstadt beklaut wird… trotz Stahlriegel, solider, neuer Schlösser und auf der Stadtmauer patrouillierender Wachen. Dementsprechend erschrocken war ich bei der Entdeckung, dass die Bretter an der Haustür des Sattlers fort waren. 

Um nicht von irgendwelchen Dieben angegriffen zu werden, die sich vielleicht noch im Haus befanden, kletterte ich lieber erst einmal auf die Bank vor dem Fenster und schaute hinein... Vorsicht ist nun mal die Mutter der Porzellankiste. Diese Vorsichtsmaßnahme war jedoch überflüssig, denn drinnen am Tisch saßen keine Einbrecher, sondern der heimgekehrte Lederarbeiter und vor ihm kniete seine Kajira Laya, die er vor etlichen Hand beim Würfeln an seinen Bruder verloren hatte. 

Na, das war nun wirklich interessant, vor allem war mir klar, wie sehr es meinen Herrn freuen wird, dass der Handwerker wohlbehalten zurück ist! Da ich vor lauter Begeisterung über den Anblick der beiden drinnen im Sattlerhaus total vergaß, von meinem erhöhten Standplatz wieder herunter zu klettern, entdeckte mich der Herr natürlich und befahl mir hinein zu kommen... er war nämlich daran interessiert zu erfahren, was während seiner Abwesenheit in Jorts Fähre so alles los gewesen ist. Mein Timing hätte also nicht perfekter sein können.


Selbstverständlich tratsche ich nicht, aber Informationsaustausch ist natürlich wichtig. So erfuhr ich, dass der Sattler erneut seine Finger nicht von den Würfeln hatte lassen können, diesmal war ihm das Glück jedoch wohlgesonnener gewesen, denn er hatte Laya zurückgewonnen, Ravina allerdings nicht. Außerdem erzählte er, dass er seine neueste Kajira für gute Münzen in irgendeiner Oase verkauft hatte und wirkte insgesamt ganz zufrieden über den Erfolg seiner Reise. 

Nicht erfreut, sondern das Gegenteil war leider der Fall, als ich von dem unerklärlichen Verschwinden des Tischlers und der Drohung der Sklavenhändlerin berichtete, aus der Taverne ein Teehaus zu machen, wenn die Männer ihre Kajirae überall nackt herumlaufen lassen. Anlass war doch gewesen, dass mein Herr sich eine Hand lang am Anblick seines nackten Eigentums erfreuen wollte und mir erlaubt hatte, Tunika und Sandalen weg zu lassen.


Der Sattler erkundigte sich noch, ob mein Herr mich benötigte oder ob irgendwelche wichtigen Arbeiten auf mich warteten und da es bis zur Heimkehr meines Herrn von seiner Wache noch etwas hin war und ich ansonsten alles erledigt hatte, befahl er mir mich auszuziehen. Zusammen mit seiner Laya ging es zum Hafen, wo er sich vor der Taverne einen Paga genehmigen wollte, während wir beiden Kajirae uns nackt auslüften durften... toll, ich war begeistert und die Temperatur erst milde und schließlich ganz schön heiß. 

Der Krieger von der Brauerei hatte offensichtlich in Sachen Getränk den gleichen Gedanken gehabt, denn er tauchte kurz nach uns am Hafen auf. Allerdings gelüstete es ihn wie immer nach einem Ale, das ihm bei dem Anblick von zwei nackten Kajirae anscheinend besonders gut schmeckte. Schade, dass leider die Brauereikessel schließlich forderten, sich ihnen erneut zu widmen, sodass für ein zweites Ale keine Zeit mehr blieb. 


Doch kaum war der Brauereibesitzer mit Riesenschritten so eilig verschwunden, dass man glauben konnte, er habe sich in Luft aufgelöst, tauchte ein anderer Herr am Hafen auf... es war der Hofkrieger. Von der Idee des Sattlers, Laya und mich nackt auszulüften und unserem Anblick, war er übrigens äußerst angetan, sodass er umgehend Hadi befahl, sich ebenfalls ihre Kleidung abzustreifen. 

Oberperfekt an diesem Abend war aber wirklich, es tauchte die ganze Zeit keine freie Frau auf und somit verhinderte kein echauffiertes Weibergezeter, dass Laya und Luna den Sattler verwöhnten, während Hadi und ich es uns auf dem Schoß des Bauern seeeeehr gut gehen ließen und uns selbstverständlich riesige Mühe gaben, den Herrn zu erfreuen ;-)

Dienstag, 24. Mai 2016

Brauerei-Schlitzohr

„Dein Herr hat es aber wieder gut gemeint mit dir“, gab die Gnädigste in mitfühlendem Ton von sich, während sie mich von meinen Fesseln, der fiesen Sklavenhaube und zuletzt dem Knebel befreite, bevor sie mir erlaubte aufzustehen, um die leichte Steifheit mit ein paar Turnübungen aus den Gliedern zu schütteln und dann etwas Sklavenbrei einzuverleiben. Da wir beide alleine waren, mein Herr hatte leider wieder eine äußerst doofe Wache erwischt und sein neuestes Sammlerstück war hoffentlich irgendwo am Arbeiten, nutzte ich die Gelegenheit, um seiner Gefährtin noch ein paar Informationen zukommen zu lassen, die er ihr bei seinem Bericht über das Geschehen in Jorts in der Hand ihrer Abwesenheit vorenthalten hatte.

Selbstverständlich denke ich nicht im Traum daran, meinen Herrn als vergesslich zu bezeichnen, sondern ich vermute, er hatte einfach die eine oder andere Begebenheit als total unwichtig angesehen, die ich jedoch durchaus erwähnenswert fand und sein Weib übrigens auch. Besonders wichtig war mir natürlich sein Verbot zu erwähnen, außer ihm und der Gnädigsten im Gasthaus zukünftig keine Freien mehr zu bedienen und warum die Sklavenhändlerin über mich so empört gewesen war. Die Gnädigste entwickelte bei meinem Gequassel schließlich jedoch Gelüste zu einem Spaziergang, denn sie wollte bei der Schuhmacherwirtin neue Schuhe in Auftrag geben… sofern die Frau auffindbar war.


In der Unterstadt herrschte zwar kein Trubel, die Stadt war aber auch nicht ausgestorben, obwohl viele Bewohner in ihren Häusern zu tun hatten oder auf Reisen waren. Wir trafen auf dem Marktplatz nämlich den Krieger von der Brauerei und sein Weib, sodass die neuen Schuhe tatsächlich in Auftrag gegeben werden konnten. Da die drei Freien  wegen ausgiebiger Meditations- oder Fortbildungsreise eine Weile nicht in Jorts Fähre gewesen waren und sich nicht gesehen hatten, berichtete die Gefährtin meines Herrn kurz von ihrem Kastentreffen, worauf der rothaarige Krieger sich allerdings schüttelte und meinte, sie habe bestimmt Neues über Eiterbeulen und Co gelernt. Wie gut, dass nun zwei Fremde eintrafen und dieses Thema nicht weiter erörtert wurde.


Bei dem eintreffenden Herrn handelte es sich um den angehenden Tarnreiter aus Belnend mit der am Mund festgewachsenen Pfeife und irgendein Weib. Wobei der Kerl weniger wie ein Krieger aussah, sondern eher wie ein Nordmann. Seine schicke, vor kurzem von ihm noch in den höchsten Tönen lobend erwähnte, rote Kriegertunika hatte er nämlich gegen eine lange Hose getauscht, obwohl die Temperaturen seitdem eher gestiegen sind. Auch sein Oberteil war mehr von der Sorte schlabberig und sah wenig nach Uniform eines Rarius aus. Aber er war wohl auch nicht als Krieger unterwegs, sondern auf Metbeschaffungstour für seine Begleiterin. 

Die Frau… übrigens unverschleiert, was die jortsschen Bewohner aber außer der Gefährtin meines Herrn offensichtlich nicht sonderlich interessierte und von den Moralaposteln war niemand anwesend… wollte anscheinend Met kaufen. Sie behauptete sogar, in einer Notsituation zu sein und fünf Fässer von dem süßen Zeugs zu benötigen… anscheinend lieber gestern schon, als morgen erst. Tja… ausgerechnet Met, ein Getränk, das bis vor einiger Zeit in Jorts Fähre undenkbar war! Voller Stolz hatte ich vor langer Zeit als Brauereiaushilfskajira das einzige Fass Met… übrigens ein richtiger Ladenhüter, den sich der gutmütige Brauer irgendwo im Norden mal hatte andrehen lassen… an irgendeinen Wirt verkauft und dafür vom total erleichterten Brauereikrieger ein dickes Lob kassiert. 


Doch seitdem viele Zuwanderer aus dem Norden in Jorts Fähre, der Perle am Vosk wohnen, verkauft der Brauer inzwischen ein Mixgetränk aus Met und Paga, genannt Odins Trunk, Met stellt er aber immer noch nicht her. Letztendlich erklärte sich die Wirtin bereit, zwei Fässer Met aus dem Gasthaus an die Fremde zu verkaufen. Zwei weitere wollte der Pfeifenraucher der Frau aus seinen privaten Vorräten abtreten und als besonderes Etwas kaufte sie schließlich  noch ein Fass Odins Trunk, da sie offensichtlich wirklich in einer sehr unangenehmen Lage war. Wieso der Brauereikrieger dann aber diese Situation nicht für einen guten Preis so richtig ausnutzte, erschloss sich mir nicht… aber ich muss ja auch nicht alles verstehen.

Nach seinem Hinweis, welch körperliche Pein ein Preisnachlass bei ihm erzeugt und dass zu fürchten ist, er könnte im Armenhaus landen, wenn er tatsächlich einen Rabatt von 5 Kupfer gewährt, schlug er dann aber tatsächlich bei 80 Kupfer doch ein… sogar einschließlich Fasslieferung zum Hafen. Es war übrigens lustig anzusehen, wie der Brauereibesitzer die von der Fremden überreichte Silbermünze in der Hand wog und hin und her drehte, bevor es als nächstes dann so aussah, als hätten sich die 20 Kupfer Wechselgeld in seinem Münzbeutel verkeilt und wollten nicht heraus. 


Der Clou dieses Handels über 2 Fässer Met und 1 Fass Odins Trunk für zusammen 80 Kupfer wurde mir letztendlich erst mit dem Zuruf des rothaarigen Brauerei-Schlitzohrs zu seiner Gefährtin klar, sie möge ihn erinnern, dass er ihr jetzt 40 Kupfer schuldet. Die Wirtin hatte sich bei dem Hin und Her nämlich schließlich bereit erklärt, je Metfass 5 Kupfer Nachlass zu geben… somit erhielt der raffinierte Brauer nun also für sein Mixgetränk sogar 40 Kupfer, obwohl er ursprünglich nur 35 verlangt hatte, aber darüber hielt ich lieber meine Klappe… im Kopf rechnen können, kann wirklich von Vorteil sein.

Nachdem wir wieder zuhause waren, zog sich die Gnädigste bald zurück und ich habe selbstverständlich noch auf die Heimkehr meines Herrn von seiner Wache gewartet, um ihm zu erzählen, was sich während seiner Abwesenheit ereignet hatte. Es sind zwar leider immer nur wenige Ehn vor dem Schlafen, aber ich finde es einfach total schön, ihn noch kurz zu sehen, mich an ihn zu schmiegen und seine Hände zu spüren. An diesem Tag lohnte sich das Warten übrigens besonders, weil mein Herr mir erneut erlaubte, vor seinem Lager auf dem schönen weichen Fell zu schlafen, natürlich angekettet, aber OHNE die grässliche Sklavenhaube und auch ohne Knebel! ;-)

Montag, 23. Mai 2016

Luft schnappen

Wahhh, meine Nacht mit Sklavenhaube und Knebel war echt bescheiden und mein Bedürfnis nach frischer Luft wuchs und wuchs, je länger ich das Ding auf meinem Kopf hatte. Ich gestehe, so ganz konnte ich diese Strafe wegen eines verrutschten Tuchs über meinen Augen auch nicht nachvollziehen, doch das behielt ich lieber für mich, denn nach eine Kajira geht es selbstverständlich nicht. Mit gespitzten Ohren lauschte ich stattdessen den nach oben stampfenden Schritten, die sich eindeutig nach meinem Herrn anhörten und nach einem Stupser mit dem Fuß wusste ich endgültig, wer vor mir stand.

Trotzdem wurde ich erst einmal weiter zu Dunkelheit und Schweigsamkeit verdammt. Ich durfte mir nämlich anhören, ich hätte es mir auf dem schönen weichen Fell gemütlich gemacht. Gemütlich? Mein Herr hatte echt keine Ahnung, wie ich mich fühlte! Wie gut, dass ich immer noch geknebelt war und mir zwangsläufig einen Kommentar verkneifen musste. Als nächstes piekte mich ein Finger in die Seite und mir wurde die total überflüssige Frage gestellt, die ich allerdings umgehend mit kläglichem Wimmern beantwortete: „Dita, kniest du hier oben und wartest auf mich?“ Doch letztendlich hatte mein Herr Erbarmen und erlöste mich schmunzelnd von den unbequemen Ketten, der oberscheußlichen Sklavenhaube und nach weiterer kurzer Hinhaltetaktik auch vom Knebel.

So erleichtert wie ich nun war, vergaß ich zum Glück schlagartig meinen unausgesprochenen und vor allem unangemessenen Kommentar von vorher, den ich mir wegen dem Knebel zwangsweise hatte verkneifen müssen und genoss stattdessen die Berührungen meines Herrn, als er mir den Knebel abnahm, bevor ich ihn dankbar mit sanften Küssen auf seine Sandalen begrüßte. Seine Frage nach der Bequemlichkeit der Strafmaßnahmen beantwortete ich selbstverständlich wahrheitsgetreu. „Ja Dita, unbequem sollte es auch sein. Aber nun schüttel deine Arme und Beine aus und mach dich frisch. Wenn du getrunken und etwas gegessen hast, gehen wir nach draußen Luft schnappen.“ Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen, denn nach einer Nacht unter dieser muffigen Haube war mein Bedürfnis nach frischer Luft riesig!


Die Gnädigste und Rita, der Neuzugang an der Kette meines Herrn, bekam ich an diesem Tag beide übrigens nicht mehr zu sehen, da sie anscheinend mit anderen Aufgaben beschäftigt waren. Doch dafür interessierte ich mich nicht weiter, denn ich mag es einfach, alleine mit meinem Herrn ohne den gesamten Anhang zu sein. Interessant, aber auch schade fand ich, dass mein Herr abgelehnt hatte, Rita für eine ganze Menge Kupfer an den Schmied zu verkaufen. Doch er meinte, sollte sie keine 99er sein, kann er natürlich mehr an ihr verdienen… also mal abwarten. Ich glaube, er findet auch den Gedanken ganz nett, den Schmied mit seinen drei Kajirae dann als Sammler bezeichnen zu können.

Ich weiß gar nicht mehr, wieso wir aufs Nageln zu sprechen kamen… also das Hineinschlagen von Nägeln in Bretter. Mein Herr interessierte sich jedenfalls plötzlich dafür, was denn passiert, wenn man nicht den Nagel, sondern seinen Finger trifft. Mein „…dann wird der Nagel blau, mein Herr“ veranlasste ihn, umgehend meine Handgelenke zu packen und mich an sich heran zu ziehen.

Da ich diese Situation sofort ausnutzte, um so zu tun als ob ich das Gleichgewicht verlor und mich an ihn schmiegte, sparte ich mir die Zusatzerklärung, dass ich vom Fingernagel sprach. Äußerst nachdenklich inspizierte mein Herr dann aber nur meine Hände: „Dita, pass auf, dass du von irgendwelchen Arbeiten keine Hornhaut bekommst… das mag ich nämlich nicht. Mir gefallen nämlich deine weichen Hände, andere wären pfui! Vielleicht sollte ich tägliche Sklaveninspektionen einführen?“

Natürlich kann ein Freier beschließen, wonach ihm gerade ist, also auch seine Kajira täglich zu inspizieren oder ihr einen Patscher auf den Allerwertesten verpassen. Dies verdeutlichte mein Herr mir nun und während ich mich weiter eng an ihn anschmiegte stellte er fest, dass sich mein Hinterteil immer noch genauso anfühlt wie sonst. Schmunzelnd wurde mir bestätigt: „Ich plane nicht deinen Hals aus meinem Kragen zu lassen, sodass dein Hintern mir noch lange gehören wird und ich ihn so oft hauen kann, wie ich will.“ Hach, es tat zwar weh, aber es war auch wirklich schön, hinterher das feste Kneten der Hände meines Herrn zu genießen, das jedoch durch Schritte und ein „Tal ihr beiden“ des Schmieds plötzlich unterbrochen wurde, bei dem ich zum Gruß auf die Knie sank.


Der Herr hatte offensichtlich jedoch keine Zeit und ging sogleich weiter, während ich zur Freude meines Herrn knien blieb: „Dita, so gefällst du mir auch sehr gut.“ Doch dann schnippte er mit den Fingern und brummte undefinierbar, sodass ich mich eiligst wieder erhob. Ihm stand nun der Sinn danach, mir seinen Wunsch nach meinen unbeschädigten Knien mit dem Lederriemen zu verdeutlichen, bevor ich seine sanft über meine brennende Haut streichenden Hände erneut spüren durfte. Ohne dass wir einen Spaziergang gemacht hatten, endete unser Luft schnappen schließlich… meinem Herrn war jetzt nämlich danach, sein Eigentum noch mehr wahrzunehmen, als bei dieser Lektion, die ihm offensichtlich sehr gefallen hatte, weil ich schnell und gut lerne.

Sonntag, 22. Mai 2016

Handwerkerschwund

„Dita schläfst du eigentlich noch?“ war wirklich eine überflüssige, zu mir nach oben gerufene Frage meines Herrn, auf die ich vor seinem Lager angekettet und geknebelt wie ich war, nur mit unverständlichen Tönen reagieren konnte. Er war nämlich unten mit der von ihrer Fortbildung heimgekehrten Gnädigsten damit beschäftigt, die Prinzessinnenklamotten seiner Neuen auszusortieren, nachdem die Kajira anscheinend ihre Kleiderkiste geholt hatte. Aber mich zu beschweren lag mir gänzlich fern, da mein Herr mir am Abend zuvor, genau wie an den anderen Tagen der Abwesenheit seiner Gefährtin zugestanden hatte, vor seinem Lager zu schlafen, während er die Neue, die er übrigens Rita nennt, in den Sklavenkäfig gesperrt hatte.

Richtig toll fand ich übrigens, dass er das Angebot seiner Gefährtin ablehnte und schließlich persönlich die Treppe hinauf kam, um meine Fesseln zu lösen und mir den Knebel abzunehmen. Das Tuch, das er vor meine Augen gebunden hatte, war bei meinem Gerangel jedoch leider weg gerutscht und gefesselt wie ich war, hatte ich es auch nicht erneut umbinden können. Ich glaube, meinem Herrn gefiel mein Anblick und meine ihn anflehenden, bettelnden Augen, mit denen ich ihn herbei gesehnt hatte. Während unten die Modenschau offensichtlich weiter ging, genoss ich es natürlich sehr, mich an sein Bein anschmiegen zu dürfen und spürte seine Hand sehr sanft auf meinem Kopf. Doch leider entdeckte er dann die abgerutschte Augenbinde .

Von unten war inzwischen ziemlich energisch die Stimme der Gnädigsten zu hören, mit der sie die vorgeführten Kleidungsstücke der Neuen kommentierte: „Nein, keine Hosen… Seiden auch nicht… dein Herr hat und will keine Prinzessin!“

Leider endete jetzt das schöne Wuscheln meiner Haare und mein Herr teilte mir mit: „Dita, du hast wegen der verrutschten Augenbinde eine Strafe verdient und wirst die nächsten drei Nächte in engen Ketten unter der Sklavenhaube mit Knebel verbringen… aber nun rutsch herum, damit ich dir die Fesseln abnehmen kann.“

Anschließend erlaubte er mir, etwas zu trinken und mich frisch zu machen, denn es zog ihn wohl nach unten, nachdem von dort zu hören gewesen war, dass die Sklavin außer jede Menge überflüssigen Fummeln immerhin auch eine Arbeitstunika besaß.

Tja, dumm war nur, die drei Teile, die die Gnädigste aus der Klamottenkiste seiner Neuen als geeignet ansah, fielen bei meinem Herrn durch, genauso wie ihr Vorschlag, er möge Rita zwei Kleidungsstücke gestatten, mit denen sie ihn optisch erfreut und eines zum Arbeiten… es sollten zwei Arbeitstuniken sein und wenn überhaupt, nur eine fürs Auge. Während ich nun meinem Herrn einen Paga servieren durfte und dabei das wundervolle Gefühl seiner sanft mein Hinterteil knetenden Hand genoss, beschloss er:“ Ich denke, wir verbrennen einfach alles… das spart die Arbeit beim Aussuchen. Oder was meinst du Irina?“ Doch seine Gefährtin hatte dazu keine Meinung und überließ wie immer die Entscheidung meinem Herrn, der seiner Neuen mit dem Verbrennen ihrer Kleidung die Wende in ihrem Leben verdeutlichen will und dass ihr Prinzessinnendasein ein Ende hat.

Während er mit meiner Hilfe seiner Gefährtin nun sehr grob erzählte, was während ihrer Abwesenheit so alles passiert war, durfte ich ihr einen Kalana servieren… zur Feier ihrer Heimkehr wollte sie ihn allerdings unverdünnt. Ich gestehe, ich habe nur mit halben Ohr zugehört, war ich doch viel zu sehr damit beschäftigt, mich mit sanft massierenden und streichelnden Händen dem Rücken meines Herrn zu widmen. Er kam auch auf einen Jagdausflug zu sprechen, weil er ja nun zwei Kajirae hat, die er als Köder einsetzen kann. Doch da ihm seit dem Gespräch seiner Gefährtin mit meiner früheren Herrin nun bekannt ist, welchen Preis sie seinerzeit für mich verlangt hatte, entschied er letztendlich: „Aber vielleicht lass ich das Ködern mit Sklaven auch… Dita ist doch eher zu wertvoll, um sie fressen zu lassen… ist ja ein Vermögen, das mich da gerade massiert.“


Wie erwartet ließ die Wirkung des Kalanas nicht allzu lange auf sich warten und die Gnädigste zog sich zurück. Meine Hoffnung, mich nun deutlich weniger freie Frauen tauglich meinem Herrn zu widmen, wurde jedoch zunichte gemacht, als von draußen ungehaltenes Brummen ins Haus drang. Es war der Schmied, den mein Herr nun auf einen Kalana einlud. Seine Laune war wirklich nicht die beste, was ich durchaus verstehen konnte. Die Haustür des Sattlers hatte er nämlich nicht nur verschlossen vorgefunden, sondern sogar mit Brettern vernagelt, was mir ja schon seit längerem bekannt ist, aber auch beim Tischler hatte er Pech gehabt. Dessen Werkstatt war anscheinend sogar komplett ausgeräumt, so als ob der Herr ausgewandert ist.

Ich gestehe, besonders nach den Informationen über den Tischler war ich ziemlich irritiert, denn dass der Sattler auf eine Reise gehen wollte, hatte ich mitbekommen, das plötzliche Verschwinden des Tischlers mitsamt seiner ganzen Werkstatteinrichtung war mir jedoch vollkommen unerklärlich. Ich konnte natürlich verstehen, dass der Schmied schlecht drauf war.... zusätzlich zur Sorge um den Verbleib der Heimsteinangehörigen gefiel es ihm selbstverständlich überhaupt nicht, dass er 300 Pfeilspitzen gefertigt hatte, ihm nun jedoch die Schäfte fehlen, die ihm wohl der Tischler liefern wollte.

Hoffentlich klärt sich dieser merkwürdige und in meinen Augen sehr bedauerliche Handwerkerschwund schnell und beide Herren sind bald wohlbehalten wieder zurück.

Freitag, 20. Mai 2016

Ein schlechter Tag

Meine Befürchtungen wegen dieser aus dem Norden stammenden Blonden waren doch nicht gerechtfertigt… sie war am nächsten Tag nämlich weg. Es blieb allerdings unklar, wie die sehr soliden, ganz neuen, vom jortsschen Schmied angefertigten und erst kürzlich überholten Qualitätsschlösser geknackt werden konnten. Genauso unklar und überhaupt eigentlich unfassbar blieb, dass es jemand in der Nacht geschafft hatte, an den Wachen vorbei in die Oberstadt zu kommen, denn die Frau muss Hilfe gehabt haben. Ich gebe zu, so wirklich traurig war ich wegen ihres Verschwindens nicht, bedauerte aber den finanziellen Verlust meines Herrn nach dieser Fehlinvestition… der Tag fing also schon mal schlecht an

Mein Herr war schon auf Rundgang in der Stadt unterwegs und eigentlich wollte ich ihm gleich  vom Verschwinden seines Neuerwerbs erzählen, doch als ich ihn vor der Gasthausterrasse traf, stürmte sogleich Arbeit auf mich ein. Wie immer war weit und breit nichts von der Wirtin in Sicht und außer mir auch keine Kajira, sodass ich mal wieder das Ganze bekam und sämtliche, an diesem Tag das Gasthaus aufsuchende Freie alleine bedienen durfte, die entweder keine eigene Kajira besaßen, sie zuhause gelassen oder mit anderen Aufgaben betraut hatten. Aber egal, mein Herr sieht das im Gegensatz zu anderen nicht so eng und für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, die Freien mit Getränken und einige auch mit Essen zu sorgen, die offensichtlich überwiegend kurz vor dem Verdursten oder am Verhungern waren, auch wenn ich keine Gasthauskajira bin.

Ich hielt mich dabei an die Reihenfolge ihres Eintreffens, an die Hierarchien durch ihre Kastenzugehörigkeiten und bediente nach meinem Herrn dieMänner vor den Frauen. Tja, bis zu den männlichen Gästen Nummer fünf und sechs ging das auch gut, allerdings rückte die Sklavenhändlerin mit dem Eintreffen dieser beiden Herren von Bedienplatz fünf nun auf Nummer sieben und musste sich gedulden. Die Freude über die Heimkehr des Kriegers von der Brauerei war übrigens riesig. Er war nach eigener Aussage nach einem ganz arg misslungenen Brand zur inneren Einkehr sehr lange auf Reisen gewesen und hatte dabei ausgiebig über Ale, Paga und das große Ganze meditiert. Dass ich also diesen Krieger und den inzwischen neben ihm auf seinem Lieblingsfass hockenden Tischler vor der Sklavenhändlerin bediente, war für mich natürlich eine logische Selbstverständlichkeit.

Für das Weib galt diese Selbstverständlichkeit jedoch leider nicht. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass sie sichtlich genervt in meine Richtung schaute, um dann seufzend meinem Herrn die Frage zu stellen: „Sag mal Kin...lässt dein Mädchen absichtlich Frauen aus oder kriegen die gar nichts mehr zu trinken, obwohl sie viel früher als andere hier waren?“ Da mein Herr die Frage in dem allgemeinen Stimmengewusel wohl überhaupt nicht mitbekam, hakte die Freie schließlich nach, während ich ins Gasthaus lief, um die Getränke für die beiden Herren zu holen. Inzwischen war zum Glück eine der beiden Kajirae des Bauern aufgetaucht und da ich ihren Herrn bereits bedient hatte, gab er ihr den Wink, sich um die meckernde Herrin zu kümmern. 

Mein Herr nahm mich in Schutz, weil es in seinem Sinne war, dass ich die Herren vor der Frau bediente, deren Bedienung nun ja ebenfalls im Werden war. Doch die Sklavenhändlerin gab keine Ruhe und zickte weiter: „Ist das hier jetzt gängig, dass die Mädchen nackt sind? Ich meine, dann könnte ich doch ein Teehaus aus der Taverne machen, wenn es jetzt egal ist, wo man sich als Freie Frau aufhält oder?“ Oha, die Laune dieser freigelassenen Sklavin war wirklich obermies, denn sie meckerte weiter, obwohl sie eigentlich nicht zu den Weibern gehört, die sich über nackte Kajirae aufregen oder wie sie knien, was ja aufgrund ihrer Vergangenheit auch ziemlich unlogisch wäre. Tja, vielleicht sollte sie sich erneut unterwerfen oder sich klar machen, dass sie in einer männerdominierten Welt lebt, in der Männer Kajirae zu ihrem Vergnügen besitzen.

Wieso diese Frau glaubt in der Lage zu sein, aus der Taverne ein Teehaus machen zu können, erschloss sich mir übrigens wirklich nicht, außer ein Gerücht über den angeblich korrupten Stadtrat von Jorts bestätigte sich gerade, weil das Weib doch mit einem vergefährtet ist. „Ich habe entschieden, dass Dita nackt herum läuft… wenn dich das stört, dann kannst du gehen oder ich gehe. So einfach ist das…. Dita wir gehen!“ Damit war mein Dienst als Gasthauskajira beendet. Eilig drückte ich dem Brauereikrieger sein Ale in die Hand und fast gleichzeitig, sozusagen im Doppelserve ohne jegliches Tamtam dem Tischler sein Getränk, denn der Krieger stand immer noch neben dem Handwerker und lief meinem Herrn Richtung Hafen hinterher.


„Dita, ab sofort bedienst du keine anderen Freien mehr, auch wenn ich das eigentlich nicht so eng sehe“, war eine klare Anweisung meines brummelnden Herrn, nachdem er am Kai gestoppt hatte. Keinerlei Lust darauf, sich über irgendein künstliches Gemecker zu ärgern, will er zukünftig lieber alleine trinken. Er teilte mir außerdem mit, dass für mich die nackte Zeit am nächsten Tag leider wieder vorbei ist. Es fand dann nämlich das übliche Waffentraining statt und mein Herr wollte verhindern, dass irgendjemand behauptete, er hätte nur gesiegt, weil ich seinen Trainingsgegner mit meinem nackten Sklavenkörper abgelenkt hatte.

Leider war nun auch der Zeitpunkt gekommen, meinem Herrn das unerklärliche Verschwinden seines blonden Neuerwerbs zu beichten, worüber er wie vermutet keinerlei Begeisterung zeigte. Meine Begeisterung hielt sich allerdings ebenfalls in Grenzen, als nun die Kajira des verschwundenen Thalarionstaffelführers auftauchte. Der schlecht begonnene Tag setzte sich nach dem Zwischenfall mit der Sklavenhändlerin nun leider schlecht fort, denn mein Herr wollte von mir wissen: „Dita, was machen wir mit ihr, wenn ihr Herr nicht auftaucht? Ich frage dich, weil ich dazu gerne deine Meinung hören möchte.“ Selbstverständlich ehrte mich das sehr, doch die Kajira zur Sklavenhändlerin bringen, wollte mein Herr nicht hören.


Ich glaube, er hatte schon vor einiger Zeit beschlossen, das sehr von sich eingenommene Ding an seine Kette zu nehmen und somit fand ich seine Frage total überflüssig. Leider blieb mein Herr jedoch hartnäckig und da er ja offensichtlich irgendetwas an der Sklavin findet, was mir bislang allerdings gänzlich verborgen geblieben ist, blieb mir nichts anderes übrig als ihm vorzuschlagen, dass er sie an seine Kette nehmen könnte. Ich bin sehr gespannt, ob ich mit meinem Bauchgefühl diesmal falsch liege, denn in der langen Zeit als Erste einer Sklavenhändlerin lag ich damit eigentlich nie daneben… auch diese besserwisserische Prinzessin wird selbstverständlich ihre Chance bei mir erhalten und vielleicht irgendwann doch noch eine Kajira werden.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Sammler

Viele Bewohner waren die letzten Tage auf Reisen und es daher entsprechend ruhig in der Stadt, nämlich ohne Massenaufläufe von Freien, die alle durcheinander reden. Ich fand es schön, dass mein Herr nach seinen Wachdiensten viel Zeit hatte, um sich mit mir über alles Mögliche zu unterhalten. Dabei platzierte er sich strategisch günstig am Hafen, denn ein Krieger bekommt selbstverständlich gerne mit, wenn Fremde auftauchen, weil er ja immer irgendwie im Dienst ist, auch wenn er keine Wache hat.

In einem unserer Gespräche unterhielten wir uns auch erneut über den sich anbahnenden Verkauf eines Tarns, denn mein Herr hofft, dass der Sattler bald von seiner Reise zurück ist, damit auch noch ein Tarnsattel verkauft werden kann. Ich warf vorsichtshalber lieber ein, nur die Priesterkönige wissen wohl Genaueres über die Heimkehr des Lederarbeiters, doch mein Herr behauptete einfach: „Unsinn Dita… der Sattler weiß das auch!“ Mal abwarten, dem belnendschen Krieger würde andernfalls ein qualitativ sehr hochwertiger Sattel entgehen.


Aus meiner Zeit bei meinem verschollenen Herrn, der mich wirklich oft auf seinem Tarn mitgenommen hat, erinnere ich nämlich sehr gut, dass er nie das Bedürfnis verspürte, gewisse nackte Bereiche unter seinem Tunikarock weicher abzupolstern, wie es seinerzeit leider einer der jortsschen Krieger bei einem Thalarionrennen versäumt hatte und danach nicht nur sehr breitbeinig lief, sondern auch Befürchtungen um gewisse körperlichen Funktionen hatte… wie gut, dass ich ihm diese Ängste aber mit meinem Sklavenfeuer schnell nehmen konnte.

Durch das Sattelthema kamen wir auf den verschwundenen Thalarionstaffelführer bzw. auf dessen Kajira zu sprechen, die meinem Herrn vor kurzem über den Weg gelaufen war und ich verstand nicht, warum er nun schon wieder diese Sklavin erwähnte… wollte er das Ding etwa an seine Kette nehmen? 

Aha, angeblich interessierte ihn nur, was mit ihrem Herrn ist, weil er sich sonst um einen Nachfolger für die Thalarionstaffel kümmern muss. Ich blieb zwar skeptisch, denn obwohl mein Herr erst kürzlich anderes behauptet hatte, sehe ich in ihm einen Kajira-Sammler… doch solche Gedanken behalte ich lieber für mich.

Wobei mir auch einleuchtete, dass er sich Gedanken über den Krieger machte. Ich gab allerdings zu bedenken, dass die Kajira nichts über ihren verschollenen Herrn wissen kann, weil der sie doch anscheinend nicht mitgenommen hatte… andernfalls wäre es meinem Herrn ja nicht möglich gewesen, das Mädchen zu treffen und sie hätte Näheres über den Verbleib ihres Besitzers gewusst. „Dita, manchmal könnte ich einen roten Kopf bekommen bei deinen viel zu logischen Aussagen. Lass mich doch glauben, dass sie mir noch eine Nachricht von ihrem Herrn bringt!“


Lustig war übrigens, als mein Herr den seit einigen Tagen sich in Jorts aufhaltenden Nordmann lachend fragte: „Sag mal Nordmann… hat dich jemand dort festgenagelt?“ Selbstverständlich war das nicht der Fall, obwohl der Herr auf dem gleichen Stuhl vor der Taverne wie am Abend zuvor saß. Diesmal wartete er auf die Herrschaften von Luna, denen er sich für eine Reise anschließen wollte. Anscheinend hatte er noch nie in Mittelgor einen Markt besucht und war neugierig geworden, weil in Belnend anscheinend einer stattfand.

Da der Nordmann sich nicht quer über den Kai mit meinem Herrn unterhalten wollte, stand er schließlich auf und gesellte sich zu ihm, sodass ich die perfekte Gelegenheit nutzte, das Fell samt Krallen und Kopf eines gefährlich aussehenden Viechs, das auf den nackten Schultern des Kerls lag, genauer zu inspizieren. 

Nach kurzem Rätselraten stellte es sich nach meiner Frage dann als Fenris heraus. Nein... nicht unser Fenris, der Sleen meines Herrn! Es war die Nachbildung von einem Fenris, also einem anscheinend ziemlich gefährlichen und sehr großen Raubtier, das wohl nur im Norden lebt und sogar dort weitestgehend unbekannt ist. 

Ich muss gestehen, ich war ganz froh, als der Schwung der Abreisenden schließlich aufs Schiff ging und das Tohuwabohu, das Luna schon wieder um Essen machte, denn meistens scheint sie an nichts anderes zu denken, endlich verstummte. 

Naja, aber vielleicht kann sie wegen ihrer ausladenden Körpermasse auch nicht anders. Wie schön, dass Geschmäcker verschieden sind und mein Herr mich so mag wie ich bin, nämlich ohne eine dem goreanischen Schönheitsideal entsprechende Figur und ohne hin und her wogende Riesenbrüste, bei deren Anblick man seekrank wird.


Meine Meinung über die Sammelleidenschaft meines Herrn wurde übrigens bestätigt, als er das Angebot eines fremden Söldners annahm, ihm eine versklavte Freie aus dem Norden zu liefern, inklusive Garantie, nicht das ganze Dorf dieses Weibs hinterher am Allerwertesten zu haben. Der Kerl erhoffte sich sogar Silber für die Versklavte, doch den Zahn zog mein Herr ihm sofort. 

Ziemlich fassungslos war ich allerdings, dass er sich ohne die Ware zu sehen auf einen Preis einließ, den ich für ein Gianni im Sack viel zu hoch fand. Doch mein Herr gab sich der Hoffnung hin, den merkwürdigen Sklavenjäger wahrscheinlich sowieso nicht wiederzusehen. 

Trotzdem verkniff ich mir ein paar kreative Hinweise nicht, wie er den Preis vielleicht drücken konnte, z.B. unter anderem natürlich auch wegen eines fehlenden Brandings. Der Preis dafür war allerdings unklar, sodass ich zur Schmiede geschickt wurde. Dort entdeckte ich übrigens zum ersten Mal die Preisliste, die anscheinend aber schon länger aushängt. Naja, wahrscheinlich habe ich immer nur Augen für den Schmied gehabt, als mein Weg zum Marktplatz noch dort vorbeiführte.

Mist, das Hoffen stellte sich leider als vergebens heraus. Der sich als Söldner bezeichnende Kerl tauchte schließlich tatsächlich samt Ware auf, die trotz Knebel ein äußerst unangenehmes Kreischen von sich gab. Unschön war auch, dass der Söldner das Ding ausgerechnet in Vakur geklaut hatte, denn mit diesem Dorf verbindet Jorts doch eine lockere Freundschaft! 

Egal, es war nun nicht mehr zu ändern. Doof war auch, dass ich von Zuhause den Geldbeutel meines Herrn holen musste, sodass mir entging, warum die Verhandlungen inzwischen scheiterten. Es blieb nämlich bei dem vereinbarten Preis und kaum hatte der Kerl die Münzen eingesackt, ließ er sich auch schon vom Fährmann eilig ans andere Voskufer übersetzen.

Tja, die Einsicht meines Herrn, zukünftig lieber seinen Mund zu halten, kam also  zu spät und er war 30 Kupfer ärmer… in meinen Augen 30 zu viel, da mir schwante, dass diese Münzen eine Fehlinvestition sein können. Ich vermutete nämlich, dass diese Kajira mindestens eine Terrorbond ist, wenn nicht sogar eine 99er.

Immerhin konnte nun aber ein erster richtiger Test des fiesen Sklavenlochs mit dem Neuerwerb meines Herrn erfolgen, denn einen Platz in seinem Haus hatte sich die Kajira noch lange nicht verdient. Sehr nachdenklich machte mich auch, dass die Schlösser der Riegel so einen soliden Eindruck erweckten und meine den Verbleib der Sklavin betreffenden Befürchtungen wohl gerechtfertigt waren.

Dienstag, 17. Mai 2016

Noch mal

…wie man einen Tavernenabend auch verbringen kann.

Mein Herr schickte mich vor in die Taverne, kam aber wenige Ehn später dann nach. Es gelüstete ihn nämlich nach einem Paga und diesmal nicht zuhause, auch nicht im Gasthaus oder vor der Taverne, sondern an diesem Tag IN der Taverne. Bedauerlicherweise war sein Brummen bei der Bestellung jedoch undefinierbar und außerdem wurde es begleitet von äußerst grimmigen Blicken, sodass ich mich mit der Frage beeilte, wie groß denn sein Pagadurst ist. Da er in der Öffentlichkeit ja eher kein Anhänger vom Servieren mit rotseidener Hingabe ist, hätte ich bei Verdurstungsgefahr durchaus auch sämtliches Tamtam weglassen können, obwohl wir wie gesagt in der Taverne waren. Als Antwort befahl mein Herr mir jedoch lediglich, mich anzustrengen und drohte, andernfalls würde mir eine unbequeme Nacht am Pfahl bevorstehen. 

Pahhh, selbstverständlich strenge ich mich immer an! Ich versprach aber trotzdem mein Bestes zu geben und legte los. Den auf mir ruhenden Lieblingsblick meines Herrn, nämlich den Stinkeblick, sein weiterhin ungut klingendes Brummen, sein vielleicht durch Langeweile verursachtes Bauchkratzen und das womöglich ungeduldige Tippen seiner Finger auf seinem Oberschenkel versuchte ich dabei zu ignorieren, auch wenn mich seine Körpersprache äußerst irritierte. Ich legte mich jedenfalls mächtig ins Zeug, sodass bestimmt 10 Ehn vergingen, bis ich zuletzt einen innigen Kuss auf den Pagabecher drücken wollte. Genau, ich wollte, doch auf dem Weg zu meinen Lippen mit dem Becher wurde ich unterbrochen.

Knapp befahl mein Herr mir: „Noch mal Dita… von Anfang an.“ Ohje, ich hatte versagt! Mein Herr war offensichtlich nicht erfreut über meinen Serve und hatte mir dies mit seinem äußerst negativen Verhalten doch auch überdeutlich gezeigt! Selbstverständlich versuchte ich mir meine Enttäuschung nicht anmerken zu lassen, konzentrierte mich stattdessen kurz und legte dann mit einer Variante erneut los, die jedoch von weiterem, mir unverständlichem Brummen und durchdringenden, inzwischen sehr ungehalten wirkenden Blicken begleitet wurde. Tja, immerhin kam ich bei diesem Versuch so weit, noch einen sehr sanften Kuss auf den Pagabecher zu hauchen und meine Arme mit dem Trinkgefäß auszustrecken, bevor ich Enttäuschung Nummer 2 einstecken durfte.

„Dita, das war es noch nicht… noch mal.“ Ich bin mir sicher, bei diesem erneuten Versagen gelang es mir echt nicht mehr, meine Gefühle zu verbergen, zumal ich auch spürte, dass sich meine Wangen mit einer Röte der Verlegenheit überzogen. Wie konnte es angehen, dass mein hingebungsvolles Servieren meinen Herrn nicht erreichte? Warum schaffte ich es nicht, Bilder in seinem Kopf entstehen zu lassen, bei denen jeder andere Mann schon längst nur noch mit seinem anderen Gehirn gedacht und mich auf seinen Schoß gezogen hätte? War mein Tun so stümperhaft und verklemmt gewesen wie bei einer frisch importierten Barbarin von weißer Seide, in der nicht mal ein Funken Sklavenfeuer brennt, obwohl ich innerlich zu verglühen glaubte?

Wie eine eiskalte Faust umklammerte Verzweiflung mein vor Schmach wild klopfendes Kajiraherz und ließ erneut Bilder von wilden Stromschnellen im Vosk in mir entstehen, in denen ich lieber ertrinken würde, als für den Rest meines Lebens als unerwünschte Topfsklavin dahinzuvegetieren. Doch so schnell gab ich nicht auf und die Reihe der unzähligen 99er wollte ich schon gar nicht verlängern, sondern lieber dazulernen. Ich bin doch erst seit zwei Märkten Eigentum des Hauptmanns und kenne sicherlich viele seiner Wünsche noch nicht... außerdem lernt eine Kajira nun mal nie aus, egal wie lange sie schon auf Gor ist! Ziemlich kleinlaut und sehr höflich bat ich darum erfahren zu dürfen, was meinem Herrn nicht gefallen hatte. Zur Antwort erhielt ich jedoch leider nur erneut den knappen Befehl: „Noch mal Dita.“ 

Stumm flehte ich die Priesterkönige um Beistand an und beschloss in Variante Nummer drei meinem Herrn seinen Paga nun sehr zügig zu servieren, also ohne irgendeine rotseidene Schublade zu ziehen, Hingabe war doch offensichtlich nicht gewünscht. Oh Mist… ein weiteres Mal nahm mein Herr nahm mir den Becher nicht ab und ignorierte meine ausgestreckten Arme. Sanft mit einer Hand über meine Seite streichend wollte er nun allerdings von mir wissen, ob ich der Meinung bin, dass dieser letzte Versuch denn besser war, als die beiden zuvor. „Er war anders mein Herr…schneller, damit du dich vielleicht freust, wenigstens nicht zu verdursten und ohne dir zu zeigen, was in deiner Kajira vorgeht, weil du in meinen ersten Versuchen daran offensichtlich keinen Gefallen an gefunden hast.“

„Dita, Dita, ich hab doch gesagt, du sollst dich anstrengen!“ Menno, ich verstand nicht, wie mein Herr jetzt annehmen konnte, ich hätte mich in allen drei Versuchen nicht angestrengt! Hatte er in der letzten Ahn meinen Bemühungen tatsächlich zugeschaut? Konnte er sich überhaupt annähernd vorstellen, was er mir abverlangte? Was sollte das Ganze? Wollte er mich beschäftigt wissen, um nebenbei irgendwelchen Gedanken nachhängen zu können? Ich will und muss doch nicht beschäftigt werden!! Erneut sah ich keinen anderen Ausweg, als ihn darum zu bitten, mir seine Wünsche zu erklären, damit ich dazu lernen kann. „Nun Dita, was könntest du gerade lernen, wenn ich dir sage, dass mir alle deine Versuche gefallen haben?“

Oh, ich hatte doch nicht versagt? Mein Herr hatte einfach nur Lust darauf gehabt, mich seine Macht spüren zu lassen? Ein warmes Glücksgefühl durchströmte mich. Mir ist doch wirklich schon sehr lange klar, eine Kajira muss mit Willkür von Freien leben, sie ist ein Nichts und hat keine Rechte, auch nicht auf Begründungen, warum sie ahnlang immer wieder ein und denselben Becher Paga servieren soll und sie hat Anweisungen ohne Wenn und Aber auszuführen. Ich hatte also keine Fehler gemacht, sondern meinen Herrn erfreut. Besonders gefallen hat ihm danach offensichtlich meine Variante Nummer 4, für die er mich sogar lobte, bei der ich aber nicht nur befürchtete, unter den Berührungen meines Herrn zu verbrennen, sondern dass der Paga anfangen würde zu kochen und womöglich verdunsten.

Ich kann nicht sagen, wie warm der Paga tatsächlich geworden war, mein Herr sprach jedenfalls von pagaheiß… oder bezog sich das auf etwas anderes?

Egal, er schüttete ihn sich schnell auf ex hinunter, fesselte mir die Hände hinter meinem Rücken und geknebelte mich, um sein Eigentum… und ich denke sich selbst auch... so richtig müde zu machen, indem der die Demonstration seiner Macht noch auf eine andere, sozusagen sehr tiefgehende Art fortsetzte. ;-))

Freitag, 13. Mai 2016

Vielleicht ein Geschäft

Ich weiß nicht mehr so genau, was der Anlass für meinen Herrn gewesen war, sich nach den Temperaturen draußen zu erkundigen. Ach doch, es ging darum, wer bei einem Zusammenstoß auf wem landet und dass es in den Fellen nett ist, wenn die Kajira oben ist. Wobei mein Herr seine nackte Kajira nicht nur dann, sondern natürlich jederzeit betrachten kann, wenn er das will. Ihm schien gestern wohl besonders zu gefallen was er sah, denn nach einem der üblichen Kopfpatscher, die ja nie wirklich der Hit sind, wurde ich mit sanftem Haare kraulen verwöhnt, während mein Herr sich erkundigte, wie warm es draußen ist. Meine Antwort „herrlich warm, mein Herr“ führte dann zur Entscheidung, dass ich nackt bleiben darf, solange seine Gefährtin auf Reisen ist. Wow, ich war total begeistert, zumal auch die Sandalen wegbleiben dürfen.


„Dita, vor der Tür antreten… wir gehen spazieren und schauen mal, ob wir den Besuch aus Belnend finden.“ Es ging in die Unterstadt, denn mein Herr vermutete, dass der Krieger im Gasthaus übernachtet hatte. Mist, leider hatte ich vergessen zu erzählen, der Rarius nächtigte doch beim Händler. Zum Glück stellte sich unser Weg jedoch nicht als vergebens heraus, da der Herr gerade von einem Spaziergang aus dem Wald zurückkam. Nach einer freundlichen Begrüßung und dem Übermitteln der Grüße des Kommandanten von Belnend kam er auch gleich zur Sache… er wollte einen Tarn kaufen, scheute jedoch den weiten Weg nach Ar oder Ko Ro Ba. Die rote Kaste von Jorts handelt zwar nicht mit den gefährlichen Raubvögeln, aber über einen für das befreundete Belnend konnte man natürlich reden

Es ging also zum Tarnturm. So wie der Neukrieger und angehende Tarnreiter sich verhielt, nämlich ohne jegliche Ehrfurcht vor den gefährlichen Raubvögeln, die zugegebenermaßen dort im Turm faul auf ihren Stangen saßen und vermutlich einen Verdauungsschlaf hielten, war er in meinen Augen ziemlich leichtsinnig. Hinzu kam noch seine schon wieder oder immer noch munter vor sich hin qualmende Pfeife, die ja wie schon erwähnt im Mund dieses Mannes festgewachsen zu sein scheint. Doch er überlebte und ihm war auch klar, dass die Tarnreiterprüfung damit beginnt, sich einen Tarn auszusuchen und wenn sein zukünftiger Reiter nicht gleich von dem Raubvogel gefressen wird, dann ist es schon mal gut… ansonsten hatte der Tarn ohne nennenswerten Jagdeinsatz einen Krieger gespeist.

Immer noch optimistisch meinte der angehende Tarnreiter schließlich, er müsse mit seinem Kommandanten zwar noch einiges besprechen, war aber an einem Kauf sehr interessiert. Ein Preis wurde zwar noch nicht genannt, doch mein Herr brachte deutlich zum Ausdruck, dass ohne großen, vor allem schweren Beutel mit Münzen kein Geschäft zustande kommen wird… selbstverständlich gegen Vorkasse. In seiner Unbedarftheit nahm der Krieger es locker und lachte, wenn er gefressen wird, braucht er keinen Tarn mehr. Doch dann winkte er ab und meinte, dass er sich mit meinem Herrn schon einig wird. Naja… genau deswegen Vorkasse, weil nun mal die Gefahr besteht, gefressen zu werden. Der Tarn hätte zwar umsonst gespeist, der roten Kaste von Jorts Fähre entginge in diesem Fall aber die Einnahme, denn Tote können ja nicht mehr bezahlen.


Der fremde Krieger hatte sich inzwischen verabschiedet und mein Herr verließ ebenfalls den Tarnturm, klappte die Gittertür aber hinter sich vor meiner Nase zu. Hmmm… ok, sie war ja schnell wieder geöffnet und ich zu meinem Herrn nach draußen gehuscht, wurde jedoch umgehend angeherrscht: „Dita hab ich was von Tür aufmachen gesagt?“ Args, ich glaube, ich muss nicht näher erklären, wie schnell ich noch mal zurück in den Turm bin und die Gittertür hinter mir geschlossen habe. Ich denke allerdings immer noch, dass ich nicht erst um Erlaubnis zum Verlassen hätte fragen müssen, denn ich sehe meinen Platz hinter meinem Herrn, außer er befiehlt anderes und das hatte er ja nicht. 

Doch an diesem Tag war er dazu aufgelegt, mir seine Macht über mich zu zeigen, obwohl ich die selbstverständlich noch nie angezweifelt habe. Er war aber auch sehr milde gestimmt und machte nach meiner Bitte, gepaart mit einem flehenden Blick, lachend die Tür auf, um mich herauszuwinken und mir erneut sanft durch die Haare zu wuscheln. „Wäre zu teuer, wenn du von einem Tarn gefressen wirst“, meinte er grinsend und ich ergänzte, dass ich wahrscheinlich nur eine Vorspeise wäre. Nachdem wir noch einige, den Tarnverkauf betreffende Dinge besprochen hatten und ich erklärt bekam, dass ungefähr die Hälfte aller Krieger durch die Tarnreiterprüfung fallen… bei den Kajirae, die nur zu einer echten Pinion taugen, sind es nach den Maßstäben meiner früheren Herrin ja sogar 99 von 100… entschloss sich mein Herr zu einem Paga in der Taverne……... ;-)

Donnerstag, 12. Mai 2016

Männer und ihre Befindlichkeiten

Ein weiterer, sehr arbeitsreicher Tag neigte sich langsam seinem Ende, an dem mein Herr leider immer noch zur Spätwache eingeteilt war und seine Gefährtin auf irgendeinem Kastentreffen. Eigentlich war ich ziemlich müde, raffte mich schließlich aber dennoch auf und lief in die Unterstadt, um mich dort vielleicht nützlich zu machen. Allerdings sah es so aus, als ob Gasthausdienste gar nicht erforderlich waren, da alle Freien bereits ein Getränk hatten. Vermutlich hatte die Sklavenhändlerin bedient, denn von ihren Kajirae war nämlich keine zu sehen. 

Bei den beiden Gästen auf der Gasthausterrasse handelte es sich übrigens um einen Nordmann aus irgendeinem kleinen, westlich von Scagnar gelegenen Dorf namens Skort und einen Krieger aus Belnend, der anscheinend erst vor einer Hand in die Kriegerkaste aufgenommen worden war und nun Rot und einen Tunikarock trug, wie in Mittelgor und dem Süden allgemein üblich. Lustig fand ich, dass seine Pfeife am Mund des Rarius festgewachsen sein muss, denn dieser Herr war nicht das erste Mal in Jorts und immer Pfeife rauchend… neu gestopft werden muss sie anscheinend auch nie.

Interessant war natürlich auch die breit grinsend geäußerte Behauptung des Nordmanns mit Blick auf die Kriegertunika, er könne nicht ohne Hose so luftig herumlaufen und würde das Tragen von Röcken lieber den Frauen überlassen. Tja… Männer und ihre Befindlichkeiten, die bei Nordleuten besonders ausgeprägt sind. Aber egal, ich finde Kilts für Herren äußerst praktisch und glaube, auch der aus dem Norden stammende, bis vor seinem Heimsteinschwur noch Hosen tragende jortssche Tischler, genießt inzwischen seinen reichlich Bewegungsfreiheit bietenden Tunikarock… ok, die ungewollt entstandene Farbe wohl eher nicht. 

Der Neukrieger schien jedenfalls auf dem besten Weg zu sein, wegen dem äußerst praktischen, nämlich freien Zugang zu gewissen Körperteilen, ebenfalls Gefallen an diesem Kleidungsstück zu entwickeln. Er war übrigens mit der Sklavenhändlerin recht gut bekannt, die seine neue Kleidung sogar mehrfach lobte. Allerdings dachte ich bislang immer, er sei von niederer Kaste, was mein Herr mir später übrigens bestätigte, denn er kennt diesen Rarius bislang als Schmied. Aber vielleicht hatte ich da auch irgendwas falsch verstanden.

Bevor die Sklavenhändlerin sich sich beizeiten zurückzog, weil sie sich  anscheinend nicht ganz wohl fühlte, informierte sie den Krieger noch darüber, dass ich die Kajira des Hauptmanns bin und er mir eine Nachricht für meinen Herrn mitgeben könnte, die ich ihm dann nach seiner Heimkehr von der Spätwache ausrichte. Meine nun folgende, zwar kurze, aber eingehende Betrachtung nach diesem Vorschlag der Herrin fiel offensichtlich positiv aus. „Sklavin, richte dem Hauptmann bitte aus, dass Gunnar aus Belnend ihn morgen sprechen möchte… sofern dein Herr Zeit hat.“ 

Hmmm… das wollte ich natürlich gerne machen, allerdings war mir klar, dass mein Herr mich nach dem Warum fragen würde. Vielleicht würde ich ja auch keine Antwort erhalten, doch wer nicht fragt bleibt dumm und keine Antwort wäre ebenfalls eine Antwort gewesen. Doch ich erfuhr, dass es um die jortsschen Tarne und ein Geschäft geht. Oha… war der Neukrieger nach einer Hand bereits zum Tarnreiter aufgestiegen? Egal, zumindest konnte ich meinem Herrn nun Näheres über die geplante Unterredung berichten. 

Während ich der sich dazu gesellenden Gefährtin des jortsschen Schmieds einen Kalana und dem Krieger danach einen Paga bringen durfte, setzten die beiden Herren ihr Gespräch über Krieger fort. Ich bekam noch mit, dass sie sich einig waren, es gibt zu viele Männer, die den Kampf um des Kampfes Willen lieben, ohne an die Folgen zu denken. Vielleicht war ich von den sehr vernünftigen Ansichten der Herren etwas abgelenkt, denn auf meinem Weg in die Gasthausküche lief ich fast eine Herrin über den Haufen… allerdings nur fast.

Die Frau richtete irgendetwas an ihrer Kleidung und kam kurz hinter dem jortsschen Händler aus dem Haus, den ich allerdings nicht übersah und auch grüßte. Huch… einer der jortsschen Anstandsapostel war trotz seiner moralischen Befindlichkeiten alleine mit einer Freien im Gasthaus gewesen, die nicht seine Gefährtin war? Selbstverständlich ließ ich mir mein Erstaunen nicht anmerken und flitzte weiter, um die bestellten Getränke zu holen. Später erfuhr ich, das Weib war Schneiderin und die Gefährtin des Neukriegers aus Belnend. Sie hatte anscheinend im Nebenraum beim Händler Maß für neue Kleidung genommen. 

Tststs… es geht mich ja nichts an, aber ich kann mir vorstellen, die jortssche Schneiderin wird über diese Konkurrentin nicht in Begeisterung ausbrechen… von weitem hatte ich sie nämlich über den Marktplatz laufen sehen. Nachdem es den Händler nach dem Vermessen ohne DAP sogleich in seine Felle zog und auch der Nordmann sich recht früh verabschiedete, muss ich gestehen, dass ich dem Gespräch zwischen den beiden Gefährten nur noch mit halbem Ohr zuhörte. Etwas interessanter fand ich dagegen die apothekerischen Fähigkeiten der jortsschen Händlerin, die nämlich erzählte, nicht nur Kräuter zum Handeln in ihrem Garten anzubauen. Sie stellt aus ihnen auch Öle für medizinische Anwendungen her. 


Doch auch dazu hielt ich selbstverständlich meinen Mund und hing stumm im Hintergrund ein paar Gedanken darüber nach, warum ich mich beim Servieren des Pagas überhaupt bemüht hatte, den Neukrieger trotz der anwesenden beiden Weiber ein wenig rotseiden zu erfreuen, wenn er mir hinterher mitteilt, dass Reichen genügt hätte. Na gut, seine Gefährtin saß hinter mir, womöglich hatte sie ihm pikierte Blicke zugeworfen, weil sie ahnte, dass ich meine Schenkel öffnen würde? Manchmal ist es vielleicht ganz gut, hinten keine Augen zu haben.

Die Freie hatte jedenfalls nichts sehen können, doch ließ ich mir über meine Gedanken zu dieser Frau selbstverständlich nichts anmerken. Ein innerlicher Genuss war es mir später, als das Weib auf dem Weg in die Oberstadt dann einige Male entgegen ihrer Behauptung sich auszukennen, sich nicht zu verlaufen und meine Begleitung als Wegweiserin nicht zu benötigen, den Weg zum Haus des Händlers dann doch nicht fand. Sie nächtigte nämlich dort mit ihrem Gefährten und nicht im Gasthaus. ;-)

Dienstag, 10. Mai 2016

Patentlösung

…dabei kann einen schönen Mann doch nichts entstellen!

Wer mag schon Rechnungen? Trotzdem ist ein Kastenerster der Krieger natürlich gut beraten zu wissen, in welcher Höhe sich die noch ausstehende Zahlung für die inzwischen gelieferten Speere an die rote Kaste von Jorts Fähre beläuft. Leider hatte mein Herr jedoch weiterhin eine ungünstige Wache erwischt, die es ihm nicht ermöglicht, sich zu den allgemein üblichen Zeiten in der Stadt sehen zu lassen. In der Hoffnung, irgendwo den Tischler zu treffen, machte ich mich daher alleine auf den Weg, um vielleicht die Summe in Erfahrung zu bringen. Mein Entschluss stellte sich übrigens gleich am Nebentor als richtig heraus. Schon nach wenigen Schritten war mein Spaziergang nämlich eine gute Idee, weil das unbewachte Stadttor erneut offen stand, weit und breit aber niemand zu sehen war. 

Die Stadt wirkte sowieso mal wieder wie ausgestorben, da viele Bewohner das schöne Wetter ausnutzen und zurzeit auf Reisen sind. Auch der Tischler war nirgends zu entdecken, sodass ich letztendlich zu seinem Haus lief. Ich befürchtete schon, der Herr war ebenfalls unterwegs und vielleicht beim Holzeinschlag im Wald, da seine Feuerstelle vorm Haus anstelle züngelnder Flammen nur aus kalter Asche bestand und auch die Türen seiner Werkstatt geschlossen waren. Trotzdem klopfte ich und hörte tatsächlich die Stimme des Handwerkers: „Ich bin oben!“ Die Frage des Herrn, ob ich alleine bin, irritierte mich allerdings etwas, sodass ich schnell anbot, ein anderes Mal wieder zu kommen, falls der Zeitpunkt gerade ungünstig war. Doch ich wurde zum Hineinkommen aufgefordert.

Kaum hatte ich jedoch die Tür geöffnet, kam ungehalten schnaufend: „Schnell… mach sie wieder zu… so muss mich niemand sehen!“ Uff… ich bin ja wirklich wohlerzogen und leide eher auch nicht unter Sprachlosigkeit, sondern oftmals unter dem Gegenteil, doch beim Anblick dieser rosa gekleideten Erscheinung, die sich als der Tischler herausstellte, vergaß ich tatsächlich jegliche Höflichkeit und leider auch die Begrüßung des Herrn. Stattdessen riss ich nach Luft japsend die Augen auf und war vor Schreck erst einmal nur dazu in der Lage zu stammeln: „Oooohhh… verfärbt???“ Zum Glück bemerkte ich meinen Fehler dann aber und schob mit vor Verlegenheit gesenktem Blick noch schnell „Tal Herr“ und die Bitte hinterher, mir zu verzeihen.

Vollkommen zu Recht wurde ich trotzdem angegrummelt, sodass ich mich mit einer leider ziemlich gestotterten Erklärung für mein falsches Benehmen beeilte. Da mir immer noch nicht klar war, ob diese Farbwahl nun aus Versehen entstanden oder Absicht war und eigentlich Rot hatte werden sollen, erschien es mir nicht verkehrt, zuletzt vorsichtshalber noch höflich zu ergänzen, dass Rosa zwar eine sehr ungewöhnliche Farbe für einen Mann ist, sie dem Herrn aber ohne Frage sehr gut stand, denn man sagt doch: „Einen schönen Mann kann nichts entstellen.“ Ok, der Tischler war deutlich anderer Meinung und machte mittelprächtig verärgert seinem Unmut über das dusselige Rosa Luft. Anscheinend hatte er irgendetwas aus Versehen mit gewaschen und damit das Beige seiner Kleidung ungewollt umgefärbt.


Mit deutlich sichtbarer Verzweiflung im Blick wurde ich gefragt, ob ich mich mit der Beseitigung dieses ungewollten Umfärbemalheurs auskenne. Tja, leider nicht so richtig, auch wenn ich in meinem ersten Leben durchaus einige ungewollte Erfahrungen mit solchen Erscheinungen hinter mich gebracht hatte… nur auf diesem fremden Planten Gor ist doch alles ganz anders. Ich druckste also etwas herum über entfärben oder dunkel nachfärben und das da eigentlich nur ein Tuchmacher oder Färber helfen kann. Leider unterlief mir dann ein unbeabsichtigter weiterer Fehler… ich erwähnte die Schneiderin, die vielleicht den einen oder anderen Tipp geben konnte, auch wenn ich das Weib schon seit längerem nicht mehr gesehen hatte.

„Nein… bevor ich zur Schneiderin gehe, trage ich lieber diese blöde Farbe!“ Dieser empörte Ausruf des Herrn erstaunte mich dann allerdings ziemlich und ich warf ein, dass er diese Freie aber doch zur Gefährtin nehmen will… vielleicht wusste sie ja tatsächlich einen Rat? „Ach, will ich das? Das wäre mir neu!“ Ich erfuhr nun, dass sich die Meinung des Tischlers geändert hatte und er zu der Erkenntnis gekommen war, dass er lieber alleine bleiben möchte, weil er dann glücklicher ist. Irgendwie konnte ich diese Entscheidung nachvollziehen, hielt darüber aber tunlichst mein Mundwerk, da ich den Herrn mit dem Erwähnen seiner Nichtmehrfastgefährtin eh schon erzürnt und er mir eine Strafe angedroht hatte.

Args, da der Tischler nun angeblich gnädig gestimmt war, musste ich mir die Strafe selbst aussuchen. Ich denke, es ist nachvollziehbar, dass ich es jetzt erst einmal mit ausgiebigem Gequassel versuchte, in Kombination mit flehenden, schmachtenden Blicken, einer großen Portion Einsicht und selbstverständlich dem Versprechen, meine vorlaute Klappe zu bessern. Mist, es klappte nicht. Der Herr erweckte keinen wirklich besänftigten Eindruck, sondern befahl mir stattdessen aufzustehen, griff in meine Haare und zog meinen Kopf so in den Nacken, dass er mir verärgert in die Augen schauen konnte, bevor er mich anzischte, ich hätte nicht nur versucht, mich heraus zu reden, sondern zusätzlich auch noch abzulenken.

Es war inzwischen spät geworden, die rosa gefärbte Kleidung irgendwie eine unwichtige Nebensache und meine Nachfrage wegen der Rechnung für die gelieferten Speere vergessen. Meine Strafe bestand letztendlich darin, dass ich erst keinen Kuss erhielt, dann aber doch einen superminikleinen, viel zu kurzen, weil die Felle des Handwerkers nun plötzlich ganz laut nach ihm riefen. Außerdem würde mein Herr in ungefähr einer Ahn von seiner Spätwache nach Hause kommen, sodass ich mich letztendlich über das Neutralisieren von Rosa grübelnd auf den Heimweg machte. Übrigens tratscht eine wohlerzogene Kajira wie ich über rosafarbene Dinge selbstverständlich nicht, doch gestand ich meinem Herrn umgehend mein Scheitern in Sachen Rechnung ein, was ihn aber zum Glück nicht weiter interessierte, weil er Rechnungen nicht mag. Zum Thema Rosa hatte er aber sofort eine Patentlösung parat: „Verbrennen“. ;-))