Donnerstag, 23. Juni 2016

Auf den Feldern

Eine Hand ist es nun inzwischen her, dass ich mich spät am Abend noch einmal mächtig ins Zeug legte, um meinen Herrn vielleicht doch noch umzustimmen... hatte die Hoffnung nämlich noch nicht ganz aufgegeben, um diese schrecklich anstrengende Feldarbeit herumzukommen, zu der ich für 3 Hand eingeteilt worden war. Ich zog wirklich sämtliche Register, probierte es mit Flehen und Betteln, ganz liebem Augenplinkern und einer großen Portion rotseidener Überzeugungskraft... vergeblich. Mir ist zwar schon eine Ewigkeit klar, dass mein Herr kein Herrchen ist und es daher vollkommen undenkbar, dass er sich von seiner Kajira umstimmen lassen würde, dennoch... einen Versuch war es wert.


Wie gut, immerhin ist zurzeit Laya in seiner Obhut, die ihm hoffentlich mit ähnlicher Hingabe dienen und sich beim Servieren ins Zeug legen wird wie ich... zumindest wenn meinem Herrn nach solch einem Serve ist, denn meistens ist das eher Binas vor die Tarsk, weil er womit auch immer abgelenkt ist oder einfach erst mal nur durstig. Die Gnädigste ist ja kein Ersatz für mich, denn auf ihren guten Ruf und Anstand bedacht kniet sie natürlich nicht hinter oder neben meinem Herrn. Sie schmiegt sich auch nicht an sein Bein und ist somit keine Ablage für seine Hand oder befriedigt sein Bedürfnis nach herrlich sanftem Durchwuscheln langer Haare nicht... eine Unmöglichkeit mit ihrer Hochsteckfrisur.


Ganz früh am nächsten Morgen klopfte es dann tatsächlich an der Haustür und ich wurde abgeholt. Juhuuuu... es war wieder der große blonde Aufseher! :-)))

Donnerstag, 16. Juni 2016

Waffentraining mit heißem Nachtisch

Ich beeilte mich nicht sonderlich mit meinen Arbeiten, damit mein Herr nicht mitbekam, was ich in der Taverne für den dort geplanten Abend deponieren wollte, denn sonst wäre mein vorbereiteter zweiter Tanz ja keine Überraschung mehr. Wie erwartet, verließ er tatsächlich zeitig sein Haus Richtung Wiese, sodass ich unbemerkt mein kleines Überraschungspaket mit Seiden und Co. in der Taverne deponieren konnte. Wobei ich mir kaum eine Chance ausrechnete, meine Vorbereitungen in die Tat umzusetzen, da sich außer Laya und mir erfreulicherweise noch zwei weitere Kajirae zum Tanzen gemeldet hatten.


Das Waffentraining war an diesem Tag erstaunlich dünn besucht. Einige Krieger drückten sich offensichtlich ums Schwertfuchteln, was meinen Herrn und den Brauereikrieger aber nicht davon abhielt, sich gegenseitig über die Wiese zu scheuchen, um dem Trainingsgegner möglichst viele Grasflecken zu verpassen. Leider waren selbige vor allem auf der Tunika meines Herrn zu finden, der mich mit den Worten empfing: „Dita, Wäsche für dich… Rock ist sehr gut drauf heute. Du hast mir als Glücksbringer gefehlt!“ 

Das tat mir natürlich ausgesprochen leid, sodass ich nun inständig hoffte, meine für den Tavernenabend vorbereiteten Tänze würden ihn nach diesem frustrierenden Training vielleicht ein klein wenig entschädigen. Aber noch war es nicht so weit, auch wenn Sancari bereits mit wirklich toll aussehenden Seiden bekleidet war. Aber von Laya war noch nichts in Sicht, sodass mein Herr schon befürchtete, sie wäre durch ihre Striemen womöglich so gehandicapt, dass für sie der Tanzkreis ausfiel… doch davon ging ich nicht aus und würde sonst eben alleine tanzen. 

Übrigens war der Anblick meines trainierenden Herrn wie immer einfach fantastisch und seine Großzügigkeit war wieder gigantisch, denn er ließ den Brauereikrieger viele, äußerst knappe Runden gewinnen. Wobei kurz Gedanken in mir keimten, ob der Vorabend mit unserem Test der neuen Ketten doch zu intensiv gewesen war, obwohl mein Herr hinterher so herrlich entspannt gewirkt hatte. Kaum hatte er übrigens das Trainingsende verkündet, tauchte die Schreibkundige auf und maulte herum: "Wie beendet? Aber ich habe doch gar nichts gesehen! Ihr seht noch gar nicht sooo außer Atem aus… wollt ihr nicht noch eine Runde eurer Kunst vorführen?“

Es war schwer, meine Mundwinkel in den Griff zu bekommen, als mein Herr und der Brauereikrieger die Frau nun nachsichtig „auf den Pott setzten“ und sie dezent in ihre Schranken verwiesen. Wenn sie zu spät angetrödelt kommt, hat sie eben Pech gehabt und konnte froh sein, dass mein Herr über ihr Grinsen hinweg sah: „Ja Hauptmann, ich bin sicher es war ein harter Kampf.“ Naja, oder waren ihre Worte vielleicht gar nicht ironisch gemeint? Lustig war jedenfalls ihre Reaktion, als mein Herr dem Brauereikrieger vorschlug, dass für die Krieger nach anstrengenden Waffentrainings ein Prickelbad gekauft werden sollte. 


Ich war sofort total begeistert, doch die Augen des Weibs verdrehten sich unkontrolliert, sodass ich mich auf echauffiertes Gekreische einstellte… bei freien Frauen kann man ja nie wissen. Nach der Erörterung der Sattlerfrage, ob ich in so einem Bad tauchen und unter Wasser herum blubbern muss, damit es mit der prickelnden Luft klappt, und wie gut Laya blasen kann, ging die Frau dann aber doch nicht in Schnappatmung über. Recht heikel fand ich allerdings die nun folgende Äußerung dieses nicht zum Heimstein von Jorts gehörende, mittellose Weib ohne Kaste, die auf das Wohlwollen des Stadtrates angewiesen ist, der ihr sogar ein kleines Haus in der Oberstadt kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

Sie mischte sich nämlich in Angelegenheiten des hohen Rates der Stadt ein: "Es wird wirklich Zeit für die Ratssitzung, Hauptmann, wenn die Männer nicht mal ihre Worte im Zaum halten können, die Frauen aber ständig verschleiert und züchtig sein müssen. Da tut eine Neuerung arg not!" Männer sind wirklich zu bewundern… mein Herr ging darauf einfach nicht weiter ein, sondern lachte nur, sodass sich die Miene der Frau noch weiter verfinsterte, während sie irgendetwas Schnippisches über ihre Bücher von sich gab und das Formulieren von Vorschlägen. Selbstverständlich halte ich bei Gesprächen von Freien meinen Mund und habe auch keine Ahnung, von welcher Sitzung die Frau sprach, trotzdem kann mir niemand meine Gedanken nehmen. Allerdings muss ich noch mehr daran arbeiten, dass man mir diese nicht ansieht.

Auch meine Blicke muss ich besser kontrollieren lernen. Die Schreibkundige starrte nämlich böse zu mir herüber und verlangte zu erfahren: „Was gibt es, Dita? Habe ich Schmutz an der Stirn?" Args, vermutlich hatte ich sie nachdenklich gemustert? Meine hastig gestammelte Entschuldigung wurde von der Freien natürlich mit einer schnippischen Ermahnung und von meinem Herrn leider zusätzlich mit einer Kopfnuss honoriert, doch gleichzeitig kündigte er an, dass er nun endlich in die Taverne wollte, nachdem der Abend inzwischen weit fortgeschritten war. Damit verschaffte er mir eine kleine Genugtuung, weil die Frau dorthin selbstverständlich nicht mitkam, doch dies ließ ich mir wirklich nicht anmerken.

Luna schien sich in der Taverne daran zu stören, das Laya und ich uns nach dem Betreten gleich auszogen, anders kann ich mir ihren Hinweis jedenfalls nicht erklären und auch ihr Nachfragen nicht, ob wir ihn gehört hatten: „Mädchen, falls ihr es vergessen haben solltet... in der Taverne herrscht kein Nacktzwang!“ Letztendlich war sie aber schmunzelnd damit zufrieden, dass für mich keine von wem auch immer erlassenen Nichtzwänge gelten, sondern ausschließlich wie mein Herr mich sehen möchte. Ein schöner Abend, auf den sich mein Herr schon seit einer Hand freut, konnte beginnen… für ihn natürlich erst einmal mit einem von seinem nackten Eigentum hingebungsvoll servierten DAP.

Da Sancari sich mit dem Tanzen nun doch etwas schwer tat und Luna noch damit beschäftigt war, dem Händler die Sicht zum Tanzkreis zu versperren, durfte ich dann entscheiden, dass Laya und ich mit dem gemeinsamen Fackeltanz den Anfang machten, den ich in anderer Form früher schon aufgeführt hatte. 

Mir schlug zwar wie jedes Mal beim Tanzen vorher das Herz bis zum Hals, doch irgendwie schaffte ich es, meine Nervosität zu kaschieren, denn ich wollte meinen Herrn natürlich nicht enttäuschen. Das Entzünden unserer Fackeln gestaltete sich dann noch etwas schwierig, doch schließlich nahmen wir Aufstellung und begannen mit unserem Tanz.


Die begeisterten Ausrufe der sechs zuschauenden Herren, ihr Klatschen und Anfeuern, ließ sämtliche Nervosität schnell vergessen und wir haben es tatsächlich geschafft, weder unsere Haare abzusengeln, noch die Taverne in Brand zu stecken. 

Mein Herr ist ja leider nicht so der Typ für überschwängliche Äußerungen, doch war ich hinterher total glücklich über sein „…das war sehr gut, Dita“, während er mich mit festem Griff eng an sich heran zog und seinen Arm herrlich besitzergreifend um mich legte. 

Von diesem wundervollen Gefühl werde ich nun einige Zeit zehren müssen, da mein Herr mich für die nächsten drei Hand auf die Felder schickt… hoffentlich werde ich wieder dem großen blonden Aufseher zugeteilt!^^

Mittwoch, 15. Juni 2016

Wetten, Wetten, Wetten


Vor einigen Tagen schon hatte sich der Sattler bei meinem Herrn erkundigt, ob er Laya bei ihm in Obhut geben kann, weil er demnächst auf Reisen gehen will. Als Grund dafür erschien mir plausibel, dass er wohl befürchtet, seine Sklavin erneut beim Würfeln zu verlieren… doch darüber schwieg er sich leider aus. Für gestern war jedenfalls verabredet worden, dass ich Laya eine erste Einweisung in die Regeln meines Herrn für ihre Zeit als seine Leihsklavin gebe. Da sie jedoch nicht auftauchte, lief ich schließlich zum Hafen, wo ich ihn und seine Gefährtin vermutete, weil der Hafen genau wie das große Stadttor oder der Marktplatz zu den beliebten, nämlich strategisch günstigen Plätzen meines Herrn gehört. Worüber er sich gerade mit der den Kai fegenden Händlerkajira unterhalten hatte, bekam ich allerdings nicht mehr heraus.

Mein Herr sorgte sich nach meinem Auftauchen nämlich um sein Sehvermögen, allerdings hatten seine Befürchtungen zum Glück aber nichts mit mir zu tun. Mich sah er zwar und ich glaube auch sonst eine ganze Menge, dennoch überlegte er, ob er im Fall seines Erblindens aus mir seine Blindenführkajira machen sollte. Selbstverständlich hoffe ich, dass ihm so etwas Schreckliches nie passieren wird, doch hätte es sicherlich auch etwas, seine dann bestimmt noch viel intensiver tastenden Finger auf meinem Körper zu spüren. Die Gnädigste kicherte über meine Äußerung, versuchte aber meine Fantasien mit ihrem Hinweis in andere Bahnen zu lenken, dass es in einer solchen Situation ums Führen meines Herrn geht und nicht um das was mir gerade in den Sinn kam. 

Leider brummte mein Herr nun: „Nicht so, Dita… so führen, dass ich den Weg finde.“ Pahh… genau den Weg seiner Finger meinte ich doch! Mist, er meinte tatsächlich einen anderen, wie mir seine Kopfnuss dann leider klar machte. Das interessante Thema über die tastenden Finger meines Herrn wurde dann nicht weiter vertieft, da nun der Brauereikrieger und Sancari auftauchten und die beiden Männer sich über irgendein Tarnrennen in Ar unterhielten, wo irgendein Dorf mit Ös… gegen eine Mannschaft aus einem Dorf antrat, das mit Ung… anfing. Da mein Herr wie die meisten Goreaner gerne wettet, tat er sich nun mächtig leid, womöglich schon Wetten verpasst zu haben und fand in dem Brauereibesitzer einen Gleichgesinnten. 


Ich glaube, die Fragezeichen in meinen Augen wurden immer größer bei diesen Mannschaften aus Port…, bei denen übrigens auch irgendein Vulogockel mitspielt, aus Eisige und ich weiß nicht mehr was noch alles für Dörfern die beiden aufzählten. Die Wetteinsätze wurden dabei immer höher. Ging es anfangs noch um einen Krug Ale oder Paga, serviert von Sancari oder mir, setzte mein Herr zuletzt mich ein und ich glaube es ging nicht mehr um Ahn, sondern inzwischen um Tage, die er mich zur Verfügung stellte. Bei der wachsenden Begeisterung meines Herrn für weitere Wetten, schwante mir daher, dass ich möglicherweise für eine lange Zeit ausgeliehen werde, falls er verlieren sollte. Insofern fand ich es ganz beruhigend, dass der Brauereikrieger zunehmend zögerte in weitere Wetten einzuschlagen, da er über einige Rennen anscheinend noch nicht nachgedacht hatte. 

Mir war das ehrlich gesagt sehr Recht, auch wenn ich meinem Herrn seine Wettgewinne natürlich gönne, gibt vor dem Gewinn auch immer eine Chance zu verlieren. Mit dem Eintreffen des Händlers glaubte ich dann, das Wetten sei nun tatsächlich beendet, denn der verstand offensichtlich genauso wenig wie ich worum es ging. Doch leider verdrückte er sich in seine Taverne, sodass die beiden Krieger weiter machten. Bei wie vielen Wetten insgesamt ich letztendlich dann der Wetteinsatz war, bekam ich jedoch nicht mehr mit, sondern nur, dass ich für irgendwelche Walfänger puscheln soll. Inzwischen war nämlich Laya aufgetaucht und lenkte mich ziemlich ab, da sie immer noch in den verschiedensten Rottönen leuchtete, weil sie mit der Kurt ihres Herrn Bekanntschaft gemacht hatte. 

Merkwürdig fand ich übrigens das Ansinnen vom Brauer und seiner Kajira, die Gefährtin meines Herrn möge Laya helfen. Warum sollte sie sich in eine Bestrafung des Sattlers einmischen und womöglich sogar lindern? Striemen mit der Kurt sehen zwar fies aus und tun auch fies weh, hinterlassen aber selbstverständlich keine bleibenden Schäden, denn welcher Herr will sein Eigentum schon dauerhaft im Wert mindern?! Mein Herr hatte das seiner Gefährtin seinerzeit bei einer Strafe, die er mir angedeihen ließ, jedenfalls schon mal verboten und die Blicke, die die beiden nun tauschten sprachen Bände, zumindest für mich. Laya ertrug ihre Strafe übrigens mit Fassung und sah sie offensichtlich auch als gerechtfertigt an, da sie auf irgendeinen Neuerwerb ihres Herrn nicht aufgepasst hatte, sodass das Miststück abgehauen war. Eigentlich kann es nur eine 99er gewesen sein, sodass ich vermute, der Sattler hatte seine Kajira die Kurt vor Dankbarkeit schmecken lassen… doch solche Überlegungen behielt ich lieber für mich.


Die Einweisung von Laya über die von meinem Herrn gewünschte Begrüßung, knien, Kleidung in seinem Haus, sich nützlich machen, Befehle bestätigen, Verbote wie Wald und baden im Vosk oder am Wasserfall, Klappe halten im Käfig, Türen schließen, die Versorgung von Gianni und Sleen sowie Benutzung in den Fellen anderer Herren war recht einfach und dank ihrer Aufmerksamkeit schnell erledigt. 

Das Inspizieren der inzwischen installierten Neuanschaffung anstelle des Sklavenpfahls, den ich schon am Vorabend ins Lager hatte bringen müssen, war außerdem viel interessanter, zumal mein Herr bei meiner Rückkehr am Hafen darüber ein Statement von mir erwartete. Das fiel schon mal positiv aus, war aber selbstverständlich nichts im Vergleich mit der praktischen Erprobung, die logischerweise noch viel wichtiger war, sodass es meinen Herrn nun nach Hause zog. 

So erleichtert wie er nach dem Einweihungstest schließlich brummte, war die Investition jedenfalls nicht nur äußerst zufriedenstellend, sondern auch tiefenentspannend... darauf hätte übrigens ich sofort gewettet! ;-))

Dienstag, 14. Juni 2016

Gitter, Herumwackeln und andere Überlegungen

Ich hörte in der Frühe zwar merkwürdige Geräusche, doch da mein Herr mich am Vorabend im Sklavenkäfig eingesperrt hatte, konnte ich nicht nachschauen und solange kein Fremder am Schloss meines ungeliebten Schlafappartements herum fummelte, sah ich natürlich auch keine Veranlassung meinen Herrn zu wecken. Gemeinsam mit seiner Gefährtin verließ er übrigens das Haus recht zeitig für einen Spaziergang, während ich noch einige häusliche Arbeiten zu erledigen hatte, darunter auch das Rupfen und Zubereiten der beiden Vulos. 


Beim Ausschütteln der Felle entdeckte ich vom Balkon aus an der Hausfassade herunter schauend dann die Ursache für das frühe Rumoren… der Schmied hatte vor den Fenstern die Gitter angebracht! Merkwürdig, dass mein Herr diese Sicherungsmaßnahme beim Verlassen seines Hauses nicht kommentiert hatte, die nun aus dem Erdgeschoss einen Kennel macht… oder hatte er den Anbau der von ihm so heiß ersehnten Gitter womöglich gar nicht bemerkt? Unvorstellbar, mein Herr hatte zwar keinen Dienst und sein Schlaf war nach den vielen ungünstigen Wachen mehr als verdient, trotzdem ist er ein Krieger! Aber gut, Krieger können angeblich sogar im Stehen schlafen, warum nicht auch wenn Fenster vergittert werden?


Bevor ich mich auf die Suche nach ihm Richtung Unterstadt aufmachte, stand unbedingt noch ein Abstecher zum Händlerhaus an, in der Hoffnung Luna dort zu treffen. Seitdem sie von ihrem Tanztraining vor einiger Zeit erzählt und in der ihr eigenen Art bei ihren Vorbereitungen dafür auf jegliche Hilfe verzichtet hatte, war es meinem Herrn einigermaßen wichtig, sich endlich ihren Tanz anzuschauen. Der geplante Tavernenabend nach dem Waffentraining in dieser Hand bot dafür natürlich eine perfekte Gelegenheit. Luna wusste zwar von diesen Überlegungen bereits seit dem letzten Waffentraining, doch war Nachhaken sicherlich nicht verkehrt.

Eine Entscheidung ihrer Herrschaften hierzu stand nämlich noch aus, da sich die Händler wegen diverser Reisen und anderer wichtiger Dinge kaum noch sehen lassen und Luna sich ebenfalls sehr rar macht. Die Priesterkönige müssen mir jedoch wohlgesonnen gewesen sein, denn auf mein Klopfen öffnete sie tatsächlich, obwohl aus dem Haus eindeutige Essensgerüche kamen und sofort Befürchtungen in mir keimten, ob ich womöglich im falschen Moment aufgetaucht war? Egal, der Wunsch meines Herrn hatte selbstverständlich Priorität und nach Lunas Information, wer vor der Tür stand, klang das Brummen des Händlers mit offensichtlich vollem Mund auch nicht allzu unwirsch: „Hauptsache ich habe mein Essen, Dina bekommt aber nichts ab!“ 


Nach kurzem symbolischem Verteilen von Honig… mangels Bart auf weiße Hamsterbäckchen… erklärte sich Luna tatsächlich einverstanden, ihren Herrschaften von den Planungen meines Herrn zu berichten. Da inzwischen etliche Ehn verstrichen waren, seitdem ich meinen Namen mit hauptmannsmäßigem Gebrüll bis in die Oberstadt gehört hatte, machte ich mich nach dieser Auskunft eiligst auf die Suche nach meinem Herrn. Bei meinem Auftauchen brach er jedoch nicht gerade in Begeisterung aus, sodass ich mir meine Frage zu den Gittern lieber verkniff: „Ach Irina, schau mal wer da kommt. Dita, ich dachte, mir fällt das Zäpfchen aus dem Hals… so laut habe ich dich gerufen!“ Dieser Umstand erschreckte mich selbstverständlich zutiefst, sodass ich meinem Herrn möglichst schonend versuchte nahezulegen, zukünftig lieber nicht mehr so laut zu rufen. 

Nicht auszudenken, wenn aus seinem Hals tatsächlich etwas verloren geht und er gar nicht mehr reden kann, geschweige denn nicht mehr brüllen oder so. Erschreckenderweise wollte er jetzt allerdings gleich noch einmal nach mir brüllen… ich glaube zu Demonstrationszwecken… doch das konnte ich zum Glück mit dem Hinweis verhindern, dass ich inzwischen vor ihm kniete. Ich war wirklich erleichtert, dass meine Auskünfte über die Erinnerung der Händlerkajira ihn schnell wieder besänftigten, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch offen war, ob er sich am Herumwackeln von Luna im Tanzkreis erfreuen kann. Später sagte sie dann aber ihre Teilnahme noch zu.

Ein weiterer Hintern, den mein Herr gerne im Tanzkreis sehen möchte, ist der von Sancari, die ich in den letzten Tagen allerdings nicht gesehen hatte und somit noch nicht fragen konnte… bei ihrer als Herumflegeln getarnten Reinigung der Brunnenbank hatte ich das nämlich vergessen. Insofern war ich froh, mich Richtung Brauerei aufmachen zu dürfen und freute mich noch mehr, Sancari mit ihrem Herrn und dem Schmied auf dem Marktplatz zu sehen. Doch erneut befürchtete ich, mein Auftauchen könnte ungelegen sein, denn Sancari erkundigte sich bei ihrem Herrn gerade nach einer Anrede… es ging um „Dürrobst, Trockenpflaume, deine Herrin oder soll ich einfach nur Herrin sagen…“. Hach, ich konnte ihre Fragen gut verstehen!


Selbstverständlich tat ich so, als wüsste ich nicht, worum es gerade ging, zumal der Schmied nun fragte, ob er uns mit dem Anbau der Gitter geweckt hatte. Darauf antwortete ich lieber nur vage und lenkte mit meiner Frage wegen des Tavernenabends schnell ab, denn ich wusste doch immer noch nicht, ob mein Herr von den Arbeiten etwas mitbekommen hatte und wollte ihn nicht in die Pfanne hauen. Toll war jedenfalls, Sancaris Herr erlaubte ihr sofort das Tanzen, sodass nun sogar vier herumwackelnde Hinterteile geboten werden oder noch mehr, wenn der Schmied seine Kajirae ebenfalls in den Tanzkreis schickt. Leider bleibt bis zuletzt wohl offen, wieviel Zeit nach dem Schwertfuchteln für die Taverne bleibt und die ersten müden Krieger von ihren Fellen gerufen werden. 

Doch dazu meinte der Brauer genau wie mein Herr lachend, das Waffentraining könne auch mal abgekürzt werden, wenn es etwas Besseres gibt… welch eine Ehre für das kniende Volk von Jorts! Nachdem ich noch einige interessante Überlegungen des Schmieds in Erfahrung gebracht hatte… sich vielleicht einen Landsitz zuzulegen und seine Schmiede nur noch an einem oder vielleicht zwei Tagen der Hand zu öffnen… beeilte ich mich, zu meinem Herrn zu kommen, auch wenn der Schmied mir mit dem Loch gedroht hatte, falls ich darüber tratsche. Sancari und ich sahen uns dabei übrigens entgeistert an, denn selbstverständlich ist eine Kajira auch Ohr ihres Herrn, insbesondere wenn es um solche Informationen geht.


Leicht ungehalten über meine angeblich längere Abwesenheit nahm mein Herr übrigens an, der Brauer hätte mich kesseln lassen. Juhuuu, nach seinem Gemaule am Vortag war es ihm nun offensichtlich wieder wichtig, mich bei sich zu haben! Leider verstand er jedoch meine Antwort erst einmal falsch, dass ich seine Ohren gewesen war: „Du warst meine Ohren? Ne, Dita, die sind da wo sie hingehören… oder meinst du, dass deine Ohren mir gehören?“ Na klar, gehören meine Ohren meinem Herrn, genau wie er immer betont, dass mein Hintern sein Eigentum ist…. die vorher schon erwähnten Überlegungen des Schmieds hatten nämlich meine ihm gehörenden Ohren mitbekommen. Ach ja, nach seiner Meinung habe ich auch nicht getratscht, sondern Informationen an ihn weitergeleitet, wie er es von seiner Kajira erwartet.

Montag, 13. Juni 2016

Besen, Brauwesen, Gemaule und erste Übungen

Ein Hauptmann mag ein Kümmerer für jede Menge Dinge sein, insbesondere sicherlich für Angelegenheiten der roten Kaste, aber von den häuslichen Arbeiten seiner Kajira hat er keine Ahnung. Mein Herr musterte mich nämlich undefinierbar brummend, als ich mich am großen Stadttor schließlich zu ihm gesellte. Er hatte vor mir sein Haus zu einem Rundgang verlassen, war offensichtlich aber noch nicht weit gekommen. Nun wollte er wissen: „Dita, was hast du zuhause noch gemacht… neue Fliesen gelegt? Oder warum hat das so lange gedauert?“ Zum Glück ließ er meine Erklärungen gelten und seine Zackzack-Patscher hielten sich in Grenzen, bis der Brauereibesitzer auftauchte und die Hand meines Herrn in einen angenehmen Ruhezustand auf meinem Kopf überging.

Die beiden Männer hatten die neuesten Neuigkeiten schnell ausgetauscht und der Brauereikrieger mir zugestimmt, denn auch er fand es toll, dass seine Kajira endlich aus Ar zurück war. Mein Herr war übrigens der Meinung, dass die Produktion der Brauereierzeugnisse mit Sancaris Hilfe jetzt sicherlich gesteigert werden können und somit die Preise gesenkt, stieß damit beim Brauer jedoch auf wenig Verständnis… angeblich wird nun sogar alles teurer, weil von schlanker Kajirahand veredelt. Während ich mich in Schweigen hüllte, mir allerding ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte, argumentierte mein Herr: „Jaja, das hättest wohl gern… Sklavenarbeit ist günstiger, als wenn du selber kesselst. Was glaubst du, warum ich Dita die Hausarbeit machen lasse?“


Obwohl zumindest mein Herr wenig Ahnung von Hausarbeit hat oder sie zumindest nicht zeigt, frotzelten die beiden Männer noch ein Weilchen darüber, dass man Besen und Brauwesen wegen unendlich vieler dazwischen liegender Pasang nicht verwechseln darf. Sie sprachen außerdem auch über guten Paga und Kunst. Nicht weiter verwunderlich also, dass ihre Kehlen bei diesen Themen trocken wurden und sich das Gespräch letztendlich zu Ale und Paga Richtung Taverne verlagerte. Während ich für das leibliche Wohl meines Herrn das Grillrost beaufsichtigte, denn ein Imbiss für ihn durfte selbstverständlich nicht fehlen, schwärmten die beiden Krieger draußen immer noch über Kunst. Inzwischen ging es um Gemälde von Schlachten oder mit nackten Weibern in eindeutigen Posen.

Sie waren sich übrigens sehr einig darüber, wie schön es ist, eine nackte Sklavin in der Hand zu haben. Bei den Schlachtenbildern keimten jedoch Überlegungen, gegen wen man vielleicht in den Krieg ziehen könnte… obwohl es so friedlich am Hafen auch nicht schlecht war… oder ob man erst einmal mit der Witwe des Köhlers anfängt, die man dann der Sklavenhändlerin verkaufen kann. Wobei der Hauttyp der Köhlerwitwe wohl ein Problem sein könnte, da die Händlerin neuerdings nur noch Mädchen mit extrem weißer Haut hat. Da mein Herr seit einiger Zeit schon keine Kajirae mehr sammelt, könnte der Verkauf an die Händlerin zum Problem werden… der Brauer meinte nämlich, dass sie neuerdings äußerst zäh verhandelt.

Beim Auftauchen des Sattlers am Hafen, fiel meinem Herrn sein Tänzeln beim letzten Waffentraining wieder ein, das ihn auf die Idee gebracht hatte, sich nach dem nächsten Training betanzen zu lassen, also am Tänzeln von Sklavinnen zu erfreuen, was mir irgendwie komplett entfallen war. Da Luna über dieses Vorhaben bereits von ihm informiert worden war und wohl zugesagt hatte, war die Gelegenheit also perfekt, nun auch den Sattler vom Tänzeln seiner Kajira zu überzeugen. Mit gerunzelter Stirn meinte der Herr allerdings, seine Kajira hätte zwar bei der Sklavenhändlerin mal ein Tanztraining angefangen, war sich über das Ergebnis aber nicht sicher, denn er hatte sie noch nie tanzen sehen. Nachdem ich ihm jedoch versichert hatte, Laya noch ein wenig in die Spur zu bringen, erlaubte er ihre Teilnahme dann aber doch.


Meine Verabredung mit ihr am nächsten Tag gestaltete sich allerdings schwierig und zum Missfallen meines Herrn, war ich nach einer halben Ahn schon wieder zurück, allerdings mit zwei Vulos. Am Haus des offensichtlich schlafenden Sattlers war aus dem Obergeschoss nämlich von Laya leise zu hören gewesen, dass sie vorerst noch nicht weg konnte, weil ihr Herr sie in seinen Vogelkäfig gesperrt hatte. Er wurde von meinen Rufen aber zum Glück nicht wach, sodass ich mich schnell wieder verdrückte, nachdem ich ihr noch den Tipp gegeben hatte, leise zu zwitschern, damit er vielleicht schneller wach wird. 

Da mein Herr anscheinend ganz froh gewesen war, mich eine Weile los zu sein, lief ich nun weiter zur Wiese. Anstatt den Pächter lange zu fragen, ob Laya und ich in seiner Taverne üben dürfen, wollte ich lieber auf der Wiese mit ihr proben und mich nun schon mal umschauen. Ich entdeckte allerdings den Brauereikrieger, der gerade unzählige Vulos erlegt hatte und erfuhr, dass er kein Brauereifest plant, sondern mit den Federviechern zur Bereicherung der Gasthausspeisekarte beitragen wollte. Selbstverständlich war es kein Thema für mich, die Vögel wie befohlen einzusammeln und in die Gasthausküche zu bringen. Allerdings erkundigte ich mich vorher noch, ob mein Herr dort dann vielleicht umsonst speisen kann.

Meine Frage zielte natürlich auf eine kleine Gegenleistung für meinen Herrn, wenn sich sein Eigentum als Vulosammlerin betätigt. Uihhh… die Antwort hätte ich mir wirklich nicht träumen lassen! Der Brauereikrieger war obersupergut drauf und erlaubte mir schmunzelnd, zwei Viecher mit nach Hause zu nehmen!! Ich war echt platt über diese Großzügigkeit. Allerdings gab er lachend auch noch von sich, dass mein Herr nicht speist, sondern seine Tischmanieren mit denen von Fenris gleichzusetzen sind. Ok, Letzteres trifft natürlich überhaupt nicht zu, doch für zwei geschenkte Vulos muss ich meinem Herrn davon nicht unbedingt erzählen. Eine stürmische Umarmung seiner Beine und einen dicken Schmatzer aufs Knie hatte sich der Herr jedenfalls trotzdem verdient.


Zuhause prasselten leider jede Menge Fragen, Ermahnungen und Gemecker von meinem mauligen Herrn auf mich nieder: „Was ist los, Dita… ich dachte du bist üben! Warst du beim Sattler, hast du ihn etwa geweckt? Wenn er dir die Kurt dafür geben will, dann werde ich ihm helfen, Dita… und wenn ich mit dem Tanzen nicht zufrieden bin, lass ich auch was tanzen… das ist klar oder?“ Ich weiß nicht mehr, was mein über mein schnelles Zurückkommen sichtlich genervter Herr noch alles von sich gab… ich schaltete meine Ohren nämlich solange auf Durchzug, bis er immerhin zugab, dass meine Vuloausbeute nicht schlecht war. Allerdings schob er sofort nach, dass das Üben wichtiger ist, sodass ich zusah, wieder vor die Tür zu kommen und mein Timing für das Treffen mit Laya jetzt auch perfekt war.

Freitag, 10. Juni 2016

Die Latte höher gelegt

Ganz, ganz minikurz kam mir in den Sinn, meinen Herrn mit einem „Buhh“ zu überraschen, als ich auf nackten Sohlen leise die Treppe herunter kam und ihn unten neben dem Tisch mit dem Rücken zu mir stehen sah. Selbstverständlich verzichtete ich jedoch darauf, denn mein Herr ist ja nicht nur ein Krieger, sondern sogar ein Hauptmann und ich weiß natürlich, wie gefährlich es sein kann, sich an ein Mitglied der roten Kaste anschleichen zu wollen, sofern das überhaupt gelingt. Mist, statt einer Erwiderung meiner stürmischen Begrüßung wurde ich nun angebrummt: „Dita, denkst du, meine Sklavin kann sich an mich anschleichen?“ 

Es ist wohl nachvollziehbar, dass ich mich beeilte, das Gegenteil zu beteuern, bevor mir die hellseherischen Fähigkeiten meines Herrn fast die Sprache verschlugen: „Ich hab dich schon gehört, da hast du noch nicht mal gewusst, dass du loslaufen willst! Oder denkst du, dass ich das nicht kann?“ Oha, ganz gefährliches Terrain… ich antwortete schnell, dass ich glaube, mein Herr kann alles, weil er ja der Hauptmann ist und außerdem mein Herr. Puhh, er war mit meiner Antwort offensichtlich ganz zufrieden, obwohl er immer noch brummte, teilte er mir nun aber mit, dass mit ihm nicht gut auskommen ist, sollte er unzufrieden sein. Außerdem habe er beschlossen, die Latte höher zu legen. 

Ok, hoch waren seine Ansprüche schon immer. Außerdem ergänzte ich, dass ich mir auch schon immer allergrößte Mühe gegeben habe, ihn nicht zu verärgern und als seine Sklavin sowieso noch mehr, um ihm keinen Grund zu geben, unzufrieden mit mir zu sein, denn ich möchte ihn ja erfreuen. „Sehr gut, Dita, dann bin ich zufrieden und werde dir auch zukünftig die eine oder andere kleine Freude machen… so ganz besondere, die du gerne magst.“ So ganz sicher bin ich mir nicht, ob meinem Herrn bekannt ist, was mir gefällt und was ich nicht mag, doch letztendlich geht es ja auch nicht um meine Befindlichkeiten, sondern nur darum was ihm gefällt. Mir bleibt lediglich, mich damit zu arrangieren und Unangenehmes ohne „Wenn und Aber“ zu ertragen, denn ich bin ja nur seine Kajira.


Der nun anstehende Stadtrundgang ging wie immer zum Marktplatz, nachdem am Hafen keine besonderen Vorkommnisse waren. Der Stopp meines Herrn an der Ecke der Brauerei wurde allerdings von einem weiteren Brummen begleitet, diesmal von der Sorte ungehalten, und der Frage: „Dita, sehe ich da etwa richtig?“ Ich sah zwar eigentlich nur den Rücken meines Herrn, doch als ich mich dann etwas reckte und um die Gebäudeecke herum in seine Blickrichtung schaute, sah ich es auch… eine auf der Bank am Brunnen sich herumlümmelnde Brauereikajira, die sich jetzt aber eiligst Richtung Pflastersteine in eine kniende Pose rettete, um meinen Herrn zu begrüßen, während er sie anherrschte: „San, was war das eben!?“

Die ziemlich unlogischen Erklärungen von Sancari über Reinigung und irgendwelche Tests wegen versauter Roben freier Frauen klangen genau nach dem was sie waren… nach krampfhaft zusammengestrickten Ausreden. Diesmal hielt sich mein Mitleid mit ihr übrigens auch sehr in Grenzen. Gegen das Putzen der Bank hatte mein Herr selbstverständlich nichts einzuwenden, aber wegen ihrem darauf Herumlümmeln las er San ganz schön die Leviten. Wie sie schließlich um ihre Bestrafung herum kam, ist mir leider jedoch entgangen, weil ich in die Gasthausküche lief, um mit einem Becher Paga dem trockenen Hals meines Herrn abzuhelfen. Ich vermute allerdings, dass wegen der Spätwache von Sancaris Herrn noch nicht das letzte Wort über ihr freches Benehmen gesprochen wurde, mit dem ihrem Herrn wirklich keine Ehre gemacht hat.


Nachdem sich der Sattler und kurz darauf auch die angehende Schreiberin zu meinem Herrn gesellten, wandte sich das Gespräch anderen Dingen zu, denn die Frau war auf dem Weg zum Hof und musste darüber informiert werden, wie gefährlich es werden kann, einfach dort hinzugehen, wenn der pingelige Bauer nicht anwesend ist. Über die Höhe der Messlatte zum Betreten des Hofs besteht nämlich allgemeine Verwirrung, wobei es auch gefährlich ist, bei diesem Herrn Schulden zu haben. Besonders interessierte es meinen Herrn jetzt aber erst einmal, wann die Schreiberin ihre Arbeit aufnimmt, denn sein Urteil über Sancaris Arbeiten an der Bank und das Reinigungsergebnis stand bereits fest: „San, es sitzt sich wie immer hier und fühlt sich kein Stück sauberer an.“

Es stellte sich heraus, die Schreiberin war bereits tätig geworden. Stöhnend informierte sie meinen Herrn nämlich darüber, wie viel zu sortieren und herzurichten sei. Da in Jorts die Erfahrungen mit früheren Schreibern nicht die besten sind, wurde mein Herr sofort hellhörig und meinte zum Sattler, man müsse jetzt aufpassen, weil Mitglieder dieser Kaste doch manchmal so merkwürdige Ideen bekommen und Vorschläge an den Hohen Rat einreichen, wie man was, wo, anders und besser machen kann. Vielleicht ist es ganz gut, dass dieses Weib von irgendeinem Sandhaufen im Süden der Tahari kommt und in Sachen Bürokratie angeblich unbedarft ist. Mal abwarten, ob ihr klar ist, dass sie über irgendein Steuergesetz gar nicht erst nachzudenken braucht, sondern sich Alternativen einfallen lässt, wie Geld in die Stadtkasse kommt.


Die Gespräche wurden mit dem Eintreffen einer Abordnung aus einer anderen Taharioase unterbrochen, die mangels eines Regenten dann den Vorsitzenden des Dorfrates zu sprechen wünschten. Oha, ich glaubte schon, ich muss Erste Hilfe leisten… die grüne Gefährtin meines Herrn war nämlich auf einer Studienreise oder ich weiß nicht wo. Kaum war das D-Wort ausgesprochen, lief mein Herr nämlich schlagartig knallrot an, stemmte sich schwer auf mich stützend ruckartig von der Bank hoch und brüllte: „DORF? BEIM KUR, SEHEN WIR AUS WIE EIN DORF?? WIR SIND EINE STADT!!!“ Zum Glück erkannten die Besucherinnen ihren Fauxpas und wie hoch die Latte für dieses Wort liegt und entschuldigten sich umgehend sehr höflich. 

Mein Herr hatte ein Einsehen und gab sich nun auch endlich als Mitglied des Stadtrats zu erkennen, sodass ihm ein Pergament überreicht wurde. Ich glaube, es war die Einladung zu einem Fest in dieser Taharioase anlässlich des Geburtstags eines Emirs… oder kann es auch sein, dass die Oase Geburtstag hat? Egal, mein Herr reichte das Pergament gleich an die Schreiberin weiter, damit sie ihrem Amt frönen und in ihrer schönsten Schönschrift einen Aushang machen kann… so drückte er sich jedenfalls aus, erwähnte allerdings nicht, wie hoch sein Maß für Schönschrift hängt. Aber es ist wohl auch noch etwas hin bis zu diesem Fest, was insofern gut ist, weil sich die Geschenkfrage etwas schwierig gestaltet, auch wenn mein Herr meinen Vorschlag als erste Idee ganz akzeptabel fand. ;-)

Donnerstag, 9. Juni 2016

Zackiges Waffentraining

Ich hatte mich mit meinen häuslichen Aufgaben leider ein wenig verzettelt, sodass ich erst etwas später an der Wiese eintraf, wo mein Herr bereits schwer in Gange war, den Landsitzkrieger Bekanntschaft mit Gras machen zu lassen. Wobei seine eigene Kleidung ebenfalls einige grüne Flecken abbekam. Manchmal gingen übrigens auch beide Krieger gleichzeitig zu Boden, allerdings konnten sie sich dabei meistens nicht einigen, wer oben und wer unten liegen durfte. Da grüne Flecken nun mal beim Waffentraining dazu gehören, nahm die Sängerin den Hinweis des Landsitzkriegers nur mit leichtem Schmunzeln zur Kenntnis: „Gefährtin, du musst waschen… der Hauptmann war heute gut“.


Während ich nun voller Stolz meinen Herrn anstrahlte was das Zeug hielt, kam von ihm ebenfalls ein Waschhinweis, allerdings lautete der: „Dita, heute musst du aus meiner Kleidung weniger Flecken heraus waschen!“ 

Die Befürchtungen der Sängerin, nicht nur die Kleidung des Landsitzkriegers habe gelitten, sondern vielleicht auch der Inhalt, tat mein Herr jedoch einfach ab und behauptete voller Überzeugung, ein Rarius mit Landsitz macht sich aus den paar Beulen nichts.

Danach interessierte ihn der Gesundheitszustand seines Trainingspartners auch nicht länger, sondern ob ich denn seine Beweglichkeit beim Training gesehen hatte und dass er herumgetänzelt ist, wie ein Larl auf der Jagd nach Beute. 

Was für eine überflüssige Frage, selbstverständlich hatte ich ihn wie immer mit meinen Blicken verschlungen und so wie seine Gefährtin lächelte, sie bestimmt auch, sicherlich aber auf eine andere ganz Art und Weise als ich.

Der Landsitzkrieger bestätigte nun übrigens erneut die ausgezeichnete Form meines Herrn… besonders in der Hüfte sei er äußerst beweglich gewesen. Er vermutete, dass dies am Training mit mir liegen muss. 

Damit steigerte er die gute Laune meines Herrn noch weiter, der nun kaum mehr zu bremsen war und die Beschreibungen des Zack Zack Zack seiner Schwertklinge im Takt zusätzlich mit diversen Patschern auf meinem Kopf untermalte, bei denen ich jedoch kaum zusammenzuckte, weil ich doch so total stolz auf ihn war. 

Während jetzt auch die Gnädigste lächelnd feststellte, dass ihr Gefährte wirklich sehr gut aufgelegt war, musterte der Landsitzkrieger mich bei den Patschern mit kritisch prüfenden Blicken und erkundigte sich interessiert, was ich von den Jagdmethoden meines Herrn halte. 

„Herr, solange es auf meinem Kopf dann nicht ständig so zackig zugeht, finde ich die Methoden meines Herrn wirklich super“, war eine Antwort, die dem breit grinsenden Krieger offensichtlich gefiel.

Er beschloss dann allerdings, doch noch etwas gegen das Zackige in meinem Herrn zu unternehmen… natürlich nur meinem Kopf zuliebe. Es gab also noch einen Nachschlag in Form einer weiteren Trainingsrunde.


Selbstverständlich drückten die Gnädigste und ich wieder ganz gewaltig unsere Daumen für meinen Herrn und ließen die Augen nicht von ihm, bis er letztendlich beschloss, ein klein wenig müde zu sein und dass es mit Zack und Tack und Zapperabzack nun genug war. Mist, leider zeigte seine Kleidung inzwischen deutlich mehr Grün, aber das ist für eine Kriegerkajira natürlich nichts Neues.

Nach Beendigung des Trainings kam übrigens eine tolle Überraschung zur Wiese… Sancari war endlich wieder zurück in Jorts, die Kajira des Brauereikriegers, der in dieser Hand aber wegen seiner doofen Spätwache leider nicht am Training teilnehmen konnte.


San war von ihrem Herrn aus wichtigem Grund für eine längere Zeit nach Ar geschickt worden. Was es genauer damit auf sich hatte, ist hier allerdings unwichtig. Ich bin mir jedenfalls sicher, nicht nur ich freute mich riesig, dass sie endlich wieder zuhause ist. Wobei jetzt natürlich abzuwarten bleibt, welche Flausen sie als nächstes wieder im Kopf hat, denn mir fielen natürlich sofort ihre Dekorationen im Kriegerhaus ein, die seinerzeit bei meinem Herrn nicht wirklich zu Begeisterungsausbrüchen geführt hatten. Übrigens überlegte er sofort, ob er das Kriegerhaus jetzt nicht lieber abschließen sollte, ließ den Gedanken aber vorerst fallen, als der Schmied auftauchte.

Ich brauchte meinen Herrn gar nicht zu erinnern, denn er nutzte sofort die Gelegenheit für eine Nachfrage beim Schmied wegen der beauftragten Sicherheitsmaßnahmen. Die Gitter stehen anscheinend schon längst fertig in der Schmiede und müssen nur noch angebaut werden und die Schlösser am Deckel des Sklavenlochs wurden auch repariert. Mein Herr kündigte an, sie demnächst an Sancari zu testen, die darüber verständlicherweise nicht in Jubel ausbrach, was ich durchaus verstehen konnte. Wobei es mir natürlich lieber ist, wenn es sie trifft bei diesem Test und nicht mich. 

Bei den Überlegungen des Schmieds, ob er seine demnächst endende Gefährtenschaft verlängern möchte, war mein Herr ihm nicht wirklich eine Hilfe bei der Entscheidungsfindung, da sich seine erste Gefährtin seinerzeit auf und davon gemacht hatte und seine zweite Gefährtenschaft nach den üblichen vier Märkten nicht verlängert wurde, im Gegensatz zu seiner dritten. Pech für Sancari war nur, dass sie diese Aufzählung meines Herrn mit „ganz schöner Verschleiß, Herr“ kommentierte.

Ungehalten brummend zitierte er sie sofort näher zu sich und sie entschuldigte sich nach seiner Ermahnung auch umgehend, doch war ihr Fehler für meinen Herrn damit noch nicht erledigt. „Dita, ich denke eine Nacht im Sklavenloch würde San gut tun oder?“ Oha, nun war Diplomatie und Vorsicht angesagt. „Verzeihung mein Herr... ich möchte dir nicht widersprechen, aber ich denke, das würde ihr nicht gut tun.“ Mit dieser Auskunft war mein Herr wie erwartet nicht zufrieden und forderte mich zu einer Begründung auf.

Ich holte daher noch einmal tief Luft und versuchte darzustellen, warum ich gegen diese in meinen Augen äußerst harte Strafe war. „Sans Äußerung war unangemessen, mein Herr...aber sie hat sofort Einsehen gezeigt und sich entschuldigt.“ Da San bereits ihren Herrn und seine Brauereikessel erwähnt hatte, schob ich noch eine den Brauereibesitzer betreffende Begründung hinterher. Eine Strafe war selbstverständlich erforderlich, aber ich hoffte für Sancari, meinen Herrn von einer milderen zu überzeugen.

„Mein Herr, ich kann mir vorstellen, dass es dem Brauer möglicherweise nicht gefallen wird, wenn seine Kajira sich nicht um seine Kessel kümmern kann, wo er diese Hand doch die ungünstige Spätwache hat.“ Puhhh, es klappte tatsächlich. Gut gelaunt wie er war, stimmte mein Herr mir nach kurzer Überlegung und mehreren "Hmmms" tatsächlich zu. Mit dem Hinweis „San, du hast noch mal Glück gehabt...“ verpasste er ihr eine kräftige Ohrfeige und drückte mich dann ganz fest an sich, um mir wundervoll sanft durch die Haare zu kraulen.

Nachdem sich der Schmied mit San Richtung Unterstadt davongemacht hatte, konnte ich meinem Herrn endlich danken für die große Ehre, dass er mich angehört hatte. Eine Nacht im Sklavenloch wäre für das erste Mal eines unangemessenen Kommentars wirklich extrem hart gewesen. Fehler passieren, doch wenn eine Kajira diesen sofort einsieht und Demut zeigt, finde ich eine mildere Strafe angebracht, die durchaus aber auch noch gesteigert werden kann und nicht gleich so eine heftige wie das fiese Loch, das mein Herr übrigens nicht schlimm findet, sondern nur praktisch. 

Schmunzelnd stimmte er mir erneut zu: „Steigern gefällt mir, Dita, gefällt mir sogar sehr!“ Er brachte auch gleich ein Beispiel dafür, was manchmal wirklich gut ist. Doch irgendwie kamen wir davon leider ab, da nun endlich ein DAP angesagt war, den ich ihm aus seinem neuen Pagafass servieren durfte, denn zuhause trinkt sich der Paga natürlich am Schönsten. ;-)))

Mittwoch, 8. Juni 2016

Blumendekoration, Einweihungstrunk und Verwehungen

Hach, was war ich froh, dass mein Herr gesund und bestens gelaunt von seinem Familienbesuch zurück war. Dementsprechend überschwänglich begrüßte ich ihn mit einem Haufen laut schmatzender, etwas feuchter Küsse auf seine Sandalen. Natürlich brachte ich wohlerzogen wie ich bin, im Anschluss auch meine Freude darüber zum Ausdruck, dass seine Gefährtin ebenfalls wohlbehalten zurück war, dies allerdings ohne Schmatzer und nur mit freundlichen Worten. Tja, das war offensichtlich nicht genug, denn von oben auf mich herabschauend stellte sie mir die Frage: „Sag mal, Dita, gibt es einen bestimmten Grund, dass deine Begrüßung für mich abgeändert wurde?“

Natürlich gab es einen Grund für mich. Blöd war nur, ich hatte diese Abänderung eigenmächtig beschlossen… allerdings vor etlichen Hand schon und bislang ohne damit anzuecken, sodass für mich inzwischen fest stand, die Gnädigste legt auf dieses Demutsgetue keinen Wert. Tja, war ihr der Familienbesuch womöglich nicht gut bekommen, wollte sie meinem Herrn vielleicht imponieren, findet sie neuerdings Gefallen an Macht oder keimte etwa Neid in ihr auf, weil ich meinen Herrn mit ganz viel echten Gefühlen für ihn so innig begrüßt hatte? 

Jedenfalls ließ sie nun die Harte heraushängen und zwang mich, meine eigenmächtige Abänderung ihrer Begrüßung zurück zu nehmen, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als zumindest so zu tun, als würde ich einen Kuss auf ihren Rocksaum hauchen. Selbstverständlich war sie im Recht, denn sie ist frei und ich bin nur eine Kajira... ihr ist bestimmt aber auch klar gewesen, dass ich bei dieser Geste genau wie bei ihrer Anrede mit „meine“ Herrin nur einem Befehl nachgekommen bin. 

Mein Herr zeigte dabei übrigens keinerlei Regung, außer sehr sanft mit seinen Fingern durch meine Haare zu wuseln, bevor er dann schmunzelnd seine Zufriedenheit über mein Einhüten zuhause äußerte: „Das hast du gut gemacht, Dita. Die Blumen leben noch, das Haus steht noch und das Gianni ist auch noch da.“ Leider war er jedoch überhaupt nicht begeistert darüber, dass der Schmied immer noch nicht die in Auftrag gegebenen Sicherheitsmaßnahmen für die Fenster geliefert hatte und ob die Schlösser draußen am Loch repariert worden waren, war unklar. Wobei mein Herr nun laut überlegte, ob die Schlossreparatur überhaupt noch erforderlich ist, wenn er das Loch gar nicht mehr braucht, weil er doch keine Kajirae mehr sammelt. 

Die Gnädigste verstand diese logische Folgerung zwar irgendwie nicht, die für mich nun die perfekte Gelegenheit ergab vorzuschlagen, ein paar Blumen auf den stählernen Deckel zu stellen, damit man das fiese Loch nicht mehr so sieht. Das mit den Blumen hatte ich gleich nachdem das Ding eingebaut worden war zwar schon einmal versucht, war damit aber auf einigen Unmut bei meinem Herrn gestoßen. Nun allerdings erlaubte er die blühende Dekoration. Begleitet von seinem wohlwollend geäußerten Kommentar „Dita hat es mit den Blumen aber eilig“ ließ ich mir diese Genehmigung nicht zweimal sagen, sondern flitzte umgehend nach draußen, um die Blumendeko gleich in die Tat umzusetzen, denn das ging schnell, kaschierte das fiese Loch perfekt und sah supergut aus. 

Danach war dann aber erst einmal ein Stadtrundgang angesagt, der zum Marktplatz führte und unterwegs bei meinem Herrn die Idee zu einer Wette entstehen ließ, bei der ich ebenfalls mitmachen durfte. Es ging darum zu raten, welchen Bewohner wir an diesem Tag als Erstes treffen würden. Mein Herr tippte auf den Händler, seine Gefährtin auf die Schuhmacherwirtin und ich auf den Schmied. Allerdings trafen wir eine ganze Weile niemanden, bis sich herausstellte, dass wir mit unseren Vermutungen alle daneben lagen. 


Es tauchte nämlich die Freie auf, die sich als Schreibkundige in Jorts niederlassen möchte. Sie wirkte sichtlich erleichtert, meinen Herrn gefunden zu haben, um ihm nun ihre Entscheidung für eines der Oberstadthäuser mitzuteilen. Offensichtlich hatte sie inzwischen ihre Besichtigungsverwirrung abgelegt und sich nicht nur tatsächlich für das Haus entschieden, von dem mein Herr gesprochen hatte, sondern war auch bereits eingezogen. Sämtliche Vermutungen der grummelnden Gnädigsten, der ich anscheinend gewaltig auf die Füße getreten hatte, indem ich meinem Herrn von der immer noch ausstehenden Entscheidung der Schreiberin wegen eines Hauses erzählte, und ihr Rätselraten über „vielleicht… sie hätte… könnte… oder wollte bestimmt noch“ wurden nun also aufgelöst. 

Wie gesagt, der Familienbesuch schien der Gnädigsten nicht allzu gut bekommen zu sein, denn sie fauchte mich ziemlich giftig an: „Wenn ich entscheide, dass wir uns noch weitere Häuser anschauen, hast du es nicht zu kritisieren, Dita!“ Boahhh, was unterstellte sie mir da?! Selbstverständlich würde ich es nicht wagen, unaufgefordert Kritik an einer Freien zu äußern! Allerdings finde ich es normal, meinen Herrn darüber zu informieren, dass ich der Schreiberin auf Wunsch seiner Gefährtin schließlich sämtliche in der Oberstadt leer stehenden Häuser zeigen musste und die Frau hinterher vollkommen verwirrt gewesen ist. Sollte er nicht wissen, warum es noch zu keiner Entscheidung gekommen war?


Egal… außerdem ließ mein Herr das Gezicke seines Weibs einfach an sich abprallen, um sich stattdessen nach dem aktuellen Stand in Sachen Hausentscheidung zu erkundigen, während ich nun tunlichst meine Klappe hielt. Die Freie hatte sich inzwischen nicht nur entschieden, sondern war mit Hilfe des Sattlers sogar schon eingezogen, der wohl beim Rücken einiger Möbel geholfen hatte. Natürlich stand jetzt eine Besichtigung an, bei der die Schreiberin meinen Herrn und seine Gefährtin zu einem Kelch Kalana einlud. Kurz darauf traf übrigens auch der Möbelrücker ein und konnte mit einem Einweihungstrunk über seine Enttäuschung hinweg getröstet werden, dass keine Schränke mehr geschoben werden mussten.

Nach dem allgemeinen Aufbruch zu vorgerückter Ahn zog die Grüne sich zuhause sogleich zurück. Meinen Herrn zog es allerdings noch in seinen Garten. Äußerst besitzergreifend packte er mich und wollte sich das blühende Grünzeug auf dem Sklavenloch noch näher anschauen. Ich kann allerdings nicht sagen, ob er tatsächlich die Blumen ausgiebig musterte, während ich mich mächtig ins Zeug legte, um gewisse tolle Ideen meines Herrn „verwehen“ zu lassen, von denen ich nämlich befürchtete, dass sie mir nicht so wirklich gefallen würden. Die „Verwehungen“ waren wohl ganz entspannend, denn die Blumendekoration durfte stehen bleiben. ;-))

Freitag, 3. Juni 2016

Kleiderfrust, Fasslieferung und fast eine Schreiberin in Jorts

Von unten war das ungeduldige Stampfen eines sandalten Fußes zu hören, ein ganz typisches Zeichen für mich, dass mein Herr sich nach seinem Eigentum sehnte. Ich beendete also meine Aufräumarbeiten und sauste die Treppe hinunter, um mit sanften Küssen auf seine Sandalen vielleicht für gute Stimmung bei ihm zu sorgen. Keine Ahnung, aber ich denke, meine Demutsbezeugungen hätte ich mir sparen können, zumindest zeigte mein Herr keinerlei Regung darauf und wandte sich sofort seiner Gefährtin zu, die nur wenige Ihn nach mir ebenfalls hinunter kam und sich ihren Frust wegen eines fehlenden Kleids Luft machte, sodass ich mich nun erst einmal in Schweigen hüllte, weil Kleid Nummer 197 natürlich äußerst wichtig war.

Das eigentliche Problem bestand aber darin, dass es in Jorts keine Schneiderin mehr gibt und mein Herr auf eine Idee kam, die wirklich nur ein Mann haben konnte, der keinen blassen Schimmer von Kleidern hat. Er meinte doch tatsächlich: „Wenn die Schneiderin nicht mehr arbeitet, dann muss Dita wohl ran.“ Dementsprechend dankbar war ich, als die Gnädigste nun versuchte, ihm dies auszureden, denn meistens sagt sie entweder gar nichts oder stimmt ihm zu, widersprechen tut sie aber so gut wie nie… ich war jedenfalls total dankbar für ihre Worte. Mein Herr sah letztendlich ein, dass ich keine Superkajira sein muss und dass ein kompliziertes Kleid für eine Freie einfach nicht mein Ding ist und schon gar nicht „ein bisschen Stoff mit anderen Stoffen vernäht, dann noch etwas für die Länge und die Seiten und zack, zack, ist das Kleid fertig.“

Während sich das Gespräch nun um die neuen Schuhe für die Gnädigste drehte, die die Schuhmacherwirtin inzwischen fertig hat, wanderten meine Gedanken zum Gefährten dieses Weibs, dem Brauereibesitzer und ich äußerte meine Hoffnung, dass es bald mit dem neuen Pagafass klappt, da das angebrochene inzwischen fast leer war. Da mein Herr den Beutel mit Münzen schon bereit gelegt hatte, fragte ich, ob gerade Bedarf an meinen Diensten bestand, andernfalls wollte ich mich in Sachen Pagafass auf den Weg in die Unterstadt machen. „Ich hab Bedarf an Paga und an Dita… aber im Moment überwiegt das Bedürfnis, das Geschäft über die Bühne zu kriegen“, veranlasste mich, mir eilig etwas überzustreifen und los zu sausen. Ok, ich gebe zu, ich hatte es fast zu eilig.

Ich wäre nämlich beinahe nackt losgelaufen, was ja aber nun mal nicht erwünscht ist. Insofern war es gut, dass ich meinen Fehler in der Haustür gerade noch merkte, während mein Herr lachte und die Grüne erschrocken „nackt Dita?“ ausrief. Übrigens musste ich gar nicht bis zu Brauerei, sondern traf den Brauereibesitzer auf dem Marktplatz, wo er sich gerade leicht pikiert darüber äußerte, dass sein Weib vor ihm weglief. Lustig fand ich ja, das Schlitzohr von Brauer versuchte es erneut, noch ein paar Münzen mehr heraus zu schlagen, denn er meinte zu mir, es wäre ein Preis von 35 Kupfer ausgehandelt worden. Doch darauf ging ich überhaupt nicht ein, sondern bestätigte ihm mit kessem Augenaufschlag einfach: „Genau Herr, wie vereinbart lässt mein Herr dir für das Pagafass 30 Kupfer überreichen.“


Beim Aushändigen der Münzen erkundigte ich mich dann, ob es an diesem Tag vielleicht noch mit der Lieferung klappen könnte und tat einfach so, als ob das Anliefern eine selbstverständliche Sache war. „Also liefern auch noch... was man nicht alles machen muss für sein Geld“, kam nun mit nicht gerade überschäumender Begeisterung, aber letztendlich hievte sich der kräftige Krieger das Pagafass auf die Schulter. Der Brauer ist einfach ne Wucht… also ein sehr netter Herr, wollte ich natürlich sagen… und wenn es um Paga für seinen Hauptmann geht, immerhin den obersten Krieger der roten Kaste von Jorts Fähre, dann ist das sicherlich auch eine andere Nummer, als Met für irgendein unbekanntes Weib von wo auch immer.

Dank meiner rückwärtigen Absicherung, ich habe auf dem Weg in die Oberstadt hinter dem Herrn selbstverständlich aufgepasst, dass ihn niemand von hinten anrempelte, kamen wir wohlbehalten am Haus meines Herrn an. Der Brauereikrieger schnappte inzwischen allerdings etwas nach Luft und knurrte nicht gerade begeistert, als ich ihm die Tür aufmachte, damit er das Fass gleich an seinen Platz in die Küchenecke stellen konnte. Wobei ich zugeben muss, das Haus war mit 4 Freien, dem neuen Pagafass, einem Gianni und mir auch gerammelt voll, denn die Schuhmacherwirtin hatte der Gefährtin meines Herrn ihre neuen Schuhe gebracht. Selbstverständlich erwähnte mein Herr sofort lobend, wie sehr er die Lieferung seines Waffenbruders zu schätzen weiß, weil es dem Rücken nicht gut tut, mit einem so schweren Fass den Berg zur Oberstadt hinauf zu müssen, sodass der immer noch leicht schnaufende Brauer etwas von Trinkgeld nuschelte.

Der Hinweis meines Herrn „Dita ist für das Trinkgeld zuständig“, veranlasste mich selbstverständlich umgehend zu der Frage, was ich anbieten durfte… einen Paga oder ein paar Kalanatrauben, die doch am Vortag auf der Wiese so gut geschmeckt hatten… also jedenfalls dem Landsitzkrieger. Doch der Herr dachte eher an Münzen und hielt seine Hand auf, sodass ich mich schnell vorbeugte, um mit sanften Lippen einen dankbaren Kuss hinein zu schmatzen, während mein Herr aber schon ein paar Tarskbits zückte und sie mir dann für den Brauer überreichte. „Lass schön reinklimpern, Dita… dann könnte man die Illusion bekommen, es wäre viel“, war ein Wunsch, dem ich selbstverständlich umgehend nachkam und mit den Münzen ordentlich klapperte, sodass sie sich nach ganz viel anhörten.


Bevor die Ahn für eine weitere Nachtwache meines Herrn zu nahe rückte, machte er sich auf die Suche nach dem Händler, der vor der Taverne saß und da die Sklavenhändlerin nicht in Sicht war, machte mein Herr eine Ausnahme und setzte sich zu ihm. In Anbetracht seiner wegen der Wache etwas knappen Zeit zeigte er allerdings wenig Begeisterung dafür, dass seine Gefährtin noch in der Oberstadt war und sich dort mit der Pilgerin unterhielt, denn um den Antrag dieses Weibs ging es ja in der Unterredung. Schließlich tauchten die beiden dann aber auf und der Händler unterbreitete der Frau das gleiche Angebot, das die Stadt früher schon einmal einer anderen Freien unterbreitet hatte, die anscheinend ebenfalls zwar schreiben konnte, aber kein Mitglied der blauen Kaste gewesen war.

Ich denke, es war ein interessanter Vorschlag… mal sehen, ob die Freie einschlagen wird, wenn sie darüber geschlafen hat und Jorts Fähre demnächst wieder eine Schreiberin hat, auch wenn es eine bislang ohne Kastenzugehörigkeit ist, was sich aber vielleicht ändern lässt? ;-)

Donnerstag, 2. Juni 2016

Imbiss ohne Hintergedanken

Da die Gefährtin meines Herrn sich schonen musste, nachdem sie leider mit dem Fuß etwas unglücklich umgeknickt war, ging es ohne sie zur Trainingswiese hinter dem Hof, wo wie jede Hand das übliche Waffentraining der Krieger stattfand. Nicht wie jede Hand war allerdings, dass mein Herr hinterher zu einem kleinen Imbiss eingeladen hatte. Von seinem hauptmannsmäßigen Appetit auf die anderen Krieger schließend, hatte ich daher diverse fingergerechte Happen vorbereitet, die ich nun in den Handkarren zusammen mit dem Pagafass, diversen Krügen und etlichen Bechern einlud. Ich glaube, in meinem Herrn keimten ein paar Befürchtungen, ich räume den gesamten Haushalt in den Karren, doch letztendlich ließ er mich schmunzelnd dann doch einfach machen, war aber sichtlich erleichtert, als es zur Wiese ging… irgendwie hielt er das Jucken in seiner Schwerthand wohl kaum mehr aus.

Der Hand des Brauereikriegers schien es ähnlich zu gehen, der nämlich kurz hinter uns eintraf. Während die beiden Rarii nun mit ihren Schwertern herumfuchtelten, kümmerte ich mich um das Auspacken der leckeren Sachen für den Imbiss. Trotzdem bekam ich selbstverständlich mit, wie außerordentlich gut mein Herr an diesem Tag in Form war. Er ging zwar einige Male zu Boden, schickte aber auch seinen Trainingsgegner immer wieder ins Gras. Nicht mitbekam ich jedoch, dass irgendwann die Wirtin eingetroffen sein muss, denn ich bemerkte sie erst nach einem Klatscher des Landsitzkriegers auf meinen Allerwertesten. Doch zum Glück war das Weib nicht sauer, denn sie hatte ja gesehen, dass ich gerade die leckeren Sachen auf dem vorstehenden Brunnensockel verteilte.


Als mein Herr schließlich eine Pause einlegte, um sich zwischendurch einen Paga zu genehmigen… angeblich zum Wachmachen, obwohl er eigentlich total wach auf mich wirkte und auch der Krieger von der Brauerei seine gute Form bestätigte… zierte sich der Landsitzkrieger ein wenig mit seinem Training zu beginnen. Er meinte, dem Schwingen seiner Schwertklinge würde er lieber „fütter mich“ mit mir vorziehen… uiihhh, welch eine Ehre für mich! Doch dann schwenkte er ein und wollte sich den Imbiss erst einmal verdienen. Übrigens bestätigte auch er die Superform meines Herrn, behauptete aber die läge wohl daran, dass mir das Waschmittel zur Beseitigung von Grasflecken in der Tunika meines Herrn ausgegangen ist… pahhh!

Während mein Herr sich nun mit der Schuhmacherwirtin über verschiedene Arten von Schuhen unterhielt, traf auch die Gefährtin des Landsitzkriegers an der Wiese ein und erkundigte sich leicht irritiert, ob neuerdings die schwarze Kaste in Jorts Fähre zu Gast ist, da sie vor dem Gasthaus anscheinend einem zwar recht freundlichen, aber dennoch Mitglied dieser unheimlichen Kaste begegnet war, der auf Nachfrage der Herrin aber wohl nur vage etwas über Erkundigungen von sich gegeben hatte und wie ungesund Neugier sein kann. Zum Glück trug er keinen Dolch auf der Stirn. Die neugierige Wirtin hatte sich nicht verkneifen können, diesen Kerl mal in Augenschein zu nehmen und war zum Gasthaus gelaufen, berichtete bei ihrer Rückkehr dann aber, der Schwarze sei verschwunden.


Mit dem Ende des Trainings, an dem diesmal nicht wirklich viele Krieger teilnahmen, kam nun der Zeitpunkt für den Imbiss. Doch außer meinem Herrn, der ja eigentlich immer essen kann, was man ihm aber überhaupt nicht ansieht, schien niemand so wirklich Hunger zu verspüren, obwohl ich natürlich aufzählte, was an leckeren Happen zur Auswahl stand. Pech für den Landsitzkrieger war übrigens, dass ich keinen Kalana mitgenommen hatte, sodass er grummelnd nun Wasser pur bestellte und das dann auch noch ohne Sklavenfeuer. Immerhin gestand er zufrieden seufzend aber ein, wie gut das Wasser seinen Durst löschte. Er nahm sich noch ein paar Früchte und stellte schließlich die Frage: „So Hauptmann… nun gestehe, was du von den Kriegern willst. Du wirst dieses kleine Picknick ja bestimmt nicht ohne Hintergedanken ausrichten?!“

„Ich will nichts und ich hab, oh Wunder, auch überhaupt keinen Hintergedanken, weil ich bei der Sache nicht mal einen Vordergedanken habe… kannst also ruhig essen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben“, antwortete mein Herr grinsend, ergänzte allerdings noch, dass dies ein Imbiss auf Spesen war. Letzteres machte den Landsitzkrieger umgehend noch misstrauischer und er überlegte nun laut, ob er vielleicht zusammen mit dem Brauereikrieger eine Gewerkschaft gründen soll und der Brauer wird dann stellvertretender Gewerkschaftssekretär und somit oberwichtig. Ich glaube, der arme Brauereibesitzer geriet über diese Aussicht so durcheinander, dass er die Leckerlis aus Fleisch auf dem ihm von mir angebotenen Teller gar nicht bemerkte und sich ein paar Kalanatrauben nahm, auf denen er dann herum kaute, also ob sie aus Gummi waren.


Da der Brauereikrieger mit Obst offensichtlich eher ungeübt ist, war es sehr lustig, seine Miene beim Kauen der Trauben zu beobachten,  während er eifrig betonte, sich nicht ungesund zu ernähren… im Gegenteil! Allerdings bevorzugt er normalerweise Vitamine flüssig zu sich zu nehmen, nämlich in Form von Ale und das am besten mehrmals täglich, da sich mit einem guten Ale im Blut das Gladius wie von selbst schwingt… behauptete er. Es war also nicht weiter verwunderlich, dass er mich total erleichtert anschaute, als ich ihm endlich den ersehnten Becher seines Lieblingsgetränks überreichte, damit jegliches Zähfruchtige aus seinem Mund gespült werden konnte. Obst kann mit einem guten Ale nach Meinung des Brauers nämlich nicht mithalten. Naja, dem einen sein Ale, ist dem anderen sein Paga und dem Dritten sein Kalana… Geschmäcker sind eben verschieden! ;-))

Mittwoch, 1. Juni 2016

Und Action bitte!

Mein Herr stand bereits vor der Tür und wartete auf die Sklavenhändlerin oder zumindest ihre beiden Neuzugänge. Falls die neue Ware der Sklavenhändlerin nicht inzwischen wieder verpufft war… dieses Phänomen ist nämlich so gut wie nie einschätzbar… sollte merkwürdigerweise bereits zu diesem sehr frühen Zeitpunkt die Geruchsprobe mit dem Sleen meines Herrn an den beiden Mädchen durchgeführt werden. Ich hätte damit ja noch einige Zeit gewartet und kann mir auch nicht vorstellen, dass schon feststeht, ob die Kajirae den Aufwand überhaupt wert sind und es sich lohnen würde, sofern sie sich aus dem Staub machen, mit dem Sleen ihre Spur aufzunehmen. Doch das war selbstverständlich nicht meine Entscheidung.


Noch viel irritierender fand ich allerdings, dass mein Herr von der Stadt überhaupt keine Aufwandsentschädigung für diesen Service bekommt, den er immer wieder Heimsteinangehörigen zukommen lässt. Für die eine oder andere Privatkajira mag das noch angehen, aber doch nicht bei dem Durchsatz an Ware bei einer Sklavenhändlerin! Doch ich glaube, zukünftig will mein Herr dies ändern, also mal abwarten, wie die Stadt darüber entscheidet. Die an diesem Tag geplante Schnüffelei war jedenfalls wohl nicht mehr zu ändern.

Um bei Fenris für ein bisschen bessere Laune zu sorgen, obwohl er eigentlich beim Füttern ganz friedlich gewesen war, befahl mein Herr mir, ihm noch einen kleinen Snack anzubieten. Da Sklavenherzen gerade aus waren, wählte ich aus dem stinkenden Fass mit vergammeltem Fleisch eine Hand, denn ich weiß ja, der Sleen liebt es, die Fingerknochen laut knackend durchzubeißen. So wie er mich dann allerdings anfauchte, lief er erst einmal Gefahr, dass ich es mir anders überlegte. 

Ich bin mir nicht sicher, ob er meine Drohung verstand, ihm als zusätzliches Leckerli nur noch einen kleinen Finger zum Knabbern zuzugestehen, wenn er sich nicht benimmt? Egal, tierlieb wie ich nun mal bin, warf ich ihm dann doch die ganze Hand in den Käfig.

Inzwischen tauchte auch die Gnädigste auf, die sich die Schnüffelei wohl nicht entgehen lassen wollte. Außerdem meinte mein Herr, es war vielleicht nicht verkehrt, sie für Erste Hilfe Maßnahmen dabei zu haben, falls Fenris nicht nur schnüffeln und sabbern sollte, sondern zuschnappt. Wobei ich schon befürchtete, die Grüne würde selbst zum Erste Hilfe Fall, als sie beim Erwähnen des Snacks, an dem der Sleen noch herum knackte, in entsetztes Gekreische ausbrach. Manchmal ist diese Frau wirklich etwas eigenartig, obwohl sie doch genau weiß, dass mein Herr auch minderwertige Sklavenware an seinen Sleen verfüttert.

Während wir uns über alles Mögliche unterhielten und Fenris nach seinem kleinen Zwischenimbiss ein Nickerchen einlegte, verstrich die Zeit und die Ahn, in der mein Herr zur Nachtwache antreten musste, rückte immer näher. Doch weder die Sklavenhändlerin noch ihre Kajirae tauchten auf, sodass mein Herr langsam ungeduldig wurde und mich leicht genervt losschickte, um herauszufinden, was denn nun Sache war. Die Händlerin war leider jedoch nirgends auffindbar und Luna auch nicht, aber immerhin eine ihrer beiden Schnüffelkandidatinnen und auch der Gefährte dieser Frau. 

Es kam mir fast so vor, als wusste der von der vereinbarten Geruchsprobe gar nichts, denn er ließ sich von der Sklavin erst einmal einen Paga servieren, erklärte sich dann aber einverstanden, das Mädchen danach zu meinem Herrn zu bringen. Mein Hinweis auf die wegen der Nachtwache inzwischen recht knappe Zeit meines Herrn, beschleunigte das Auftauchen des Händlers mitsamt Kajira offensichtlich sogar etwas, denn er brachte seine mit Paga gefüllte Schale mit, um nun im Stehen zu trinken. Erneut zeigte sich übrigens, dass ein Umzug meines Herrn in ein anderes Haus sinnvoll wäre… mit größerem Garten und einer Außenterrasse mit viel Platz für Zuschauer.


Es gesellten sich nämlich weitere Freie und auch eine der Hofkajirae dazu, die sich die Schnüffelvorführung nicht entgehen lassen wollten. Außerdem gab es schon wieder leichenweiße Haut anzuschauen… ob die Sklavenhändlerin womöglich noch eine Vorliebe für diesen Hauttyp entwickeln wird, wo sie nun schon eine zweite Weiße an ihrer Kette hat? Egal, das Mädchen stellte sich jedenfalls ziemlich bockig an und zierte sich. Sie lief weder zur von mir angezeigten Stelle im Garten, noch legte sie sich auf den Rücken, sondern hinterfragte überflüssigerweise erst noch alles beim Händler. 

Ich bin mir nicht sicher, ob es seine Bestätigung meiner Anweisungen war oder der vor Vorfreude sabbernde Sleen meines Herrn… der Brauer stufte die gesteigerte Sabberproduktion übrigens als Hormonschub ein und rief laut in die Hände klatschend „Action bitte!“. Jedenfalls legte sich die Kajira endlich so hin, wie sie sollte und die Schnüffelei fing tatsächlich an. Was bei dieser äußerst ekeligen Prozedur in der Weißen vor sich ging, war übrigens kaum zu erahnen, da sie nicht jammerte, lediglich einmal die Augen rollte, eine Grimasse zog und sich schüttelte, aber ansonsten keinerlei Regungen zeigte… und überlebte.


Da die Gefährtin meines Herrn seine Bitte offensichtlich überhört hatte, während er seinen Sleen im Auge behielt, den Händler über das Anliegen der Pilgerin an den Stadtrat zu informieren und ihr dieses Thema vermutlich auch nicht liegt, nutzte er die noch bis zum Beginn seiner Nachtwache verbleibende Zeit aus, um zumindest einen Termin zu vereinbaren. Außerdem stand die Freie inzwischen ebenfalls in der Gasse vor seinem Haus, die Gelegenheit war also perfekt. Selbstverständlich muss es ganz im Sinne dieser Frau sein, an diesem Gespräch der Ratsmitglieder teilzunehmen und ihre Vorstellungen darzulegen. Es geht nämlich darum, dass ein Beschluss gefasst wird, zu welchen Bedingungen das Weib sich in Jorts als Schreiberin niederlassen kann, obwohl sie nicht von blauer Kaste ist.