Sonntag, 31. Juli 2016

Kuchenstärkung

Mein Herr informierte seine Gefährtin selbstverständlich über die von ihm in Erwägung gezogene, feldmäßige Notversorgung von Hadis Verletzung mit dem Gladius. Ihre abfaulende Hand, zu deren Untersuchung es am Vortag leider wegen anderer wichtigerer Dinge nicht mehr gekommen war, war nämlich Thema zwischen beiden, weil es wirklich schade wäre, wenn diese Kajira im Fass des Bauern landete.

Solche rotkastigen Feldmethoden wies die Gnädigste selbstverständlich weit von sich. Weil das Pochen in der Wunde jedoch ein Zeichen für eine Entzündung sein konnte und somit die Vorstufe zum Abfaulen womöglich erreicht war, erhielt ich von meinem Herrn nun den Befehl: „Dita, flitz mal zu Hadi und sag ihr, Irina hat heute Zeit für sie.“

Selbstverständlich ließ ich mir dies nicht zweimal sagen, denn ich mag Hadi wirklich sehr. Obwohl ich eng an ihn geschmiegt die sanften Berührungen meines Herrn zwar gerade total genoss, behagte mir die Vorstellung nicht, ihr neuer Name könnte „Einhand-Hadi“ lauten, wie mein Herr nun laut überlegte, sodass ich umgehend lossauste.

Trotz der Gefahr eines Anranzers wegen meiner eigenmächtigen Entscheidung oder echauffiert kreischenden freien Frauen, verzichtete ich darauf, mir in Anbetracht der Dringlichkeit noch schnell eine Tunika überzustreifen. Verständlich also, dass ich mir erleichtert Luft machte, als Hadi mir nicht nur auf halbem Weg  entgegen kam, sondern offensichtlich auch noch ganz lebendig war.


„Huch, grüß dich, Dita! Ähm... wieso sollte ich nicht mehr leben?“ fragte sie sichtlich erstaunt… so schlecht wie befürchtet, ging es ihr also zum Glück doch nicht. Allerdings war die Wunde inzwischen auch nicht besser geworden und sie deswegen auf dem Weg zu einem zweiten Behandlungsversuch bei der Gefährtin meines Herrn. Zuhause angekommen bot ich der Gnädigsten selbstverständlich heldenhaft meine Hilfe bei der Amputation an, bevor sie mit Hadi Richtung Krankenstation aufbrach, auch wenn ich alleine schon bei der Vorstellung weiche Knie bekam.

Allerdings winkte sie vorerst ab und wollte rufen, sollte es dazu kommen, sodass ich mich unendlich erleichtert darauf beschränkte, nur meine Haare hinter die Ohren zu streichen, damit ich den Ruf auch wirklich mitbekam. Mein Herr meinte jedoch, dass wir unsere Ohren wegen der Schmerzensschreie vermutlich sogar zuhalten müssen, sodass ich als zusätzliche Dämpfung die Haare-zurück-streich-Maßnahme schnell wieder rückgängig machte und somit auch die Gefahr von Segelohren verhinderte. 

Wegen seiner bevorstehenden Reise und weil mein Herr die frühe Wache gehabt hatte, wollte er an diesem Tag keinen Rundgang mehr durch die Stadt machen, sodass nun der richtige Zeitpunkt für einen Zuhausepaga gekommen war und meine Kuchenüberraschung. Ich wollte ihn vorher nämlich noch etwas aufpäppeln, weil seine Kriegerfortbildung bestimmt nicht ohne ist und ganz schön an den Kräften zehren kann.

Ich glaube, die Überraschung war eine super Idee, denn mein Herr krallte sich breit schmunzelnd den Kuchen, kaum dass ich ihm den Teller anreichte, um ihn sich in mehr oder weniger großen Stücken in den Mund zu schieben. Oder nee, so schnell wie die Köstlichkeit kleiner wurde, inhalierte er sie förmlich, sodass das erste Viertel, also ein nicht gerade kleines Stück des Kuchens rasend schnell verschwunden war.

Nachgespült mit dem auf Ex getrunkenen Paga, verlangte er wie erwartet von beidem natürlich umgehend Nachschlag, sodass ich nun lieber vorsorglich ein kleines Ministück für die Gnädigste rettete, das größenmäßig vermutlich nicht mal 1/8 vom gesamten Kuchen war… solche Unmengen, wie sie mein kuchenliebender Herr verschlingt, sind nämlich nicht ihr Ding.

Ich war jedenfalls total glücklich über den Erfolg meiner schmackhaften Kuchenüberraschung und genoss die oberköstlichen Happen sehr, die mein Herr mir zusteckte. Wobei er der Meinung war, dass das Backblech in Sachen Kuchenmenge deutlich zu klein gewesen war. Der Schmaus wurde übrigens außer von einem laut gebrüllten „AAAAAHHHHHHH“ nicht gestört, von dem mein Herr allerdings annahm, es sei das „die Hand ist ab Signal“. Letztendlich stellte sich  aber heraus, es war nur das fies schmerzende Desinfektionsbad gewesen, Hadi hatte mit beiden Händen überlebt.


Inzwischen war es Zeit, Sechs wieder zurück in die Kopfnussreichweite meines Herrn zu holen, denn sie hat noch viel zu lernen. Wobei sie es vorzog, lieber einen sehr deutlichen Abstand zu ihm einzuhalten. Genau wie meine frühere Herrin denke ich übrigens, theoretisches Unterrichten alleine reicht nicht, sondern erst in der Praxis oder weil Fehler passieren, wird das eine oder andere klarer.

Sechs bemüht sich, lieferte aber auch gestern wieder jede Menge Vorlagen für die eine oder andere hauptmannsmäßige Aufmerksamkeit, die ihr die Gefährtin meines Herrn in seinem Auftrag zukommen ließ, weil sein Arm nicht lang genug war. Tja, Pech für Sechs, dass sie außerdem vergesslich zu sein scheint, sodass mein Herr ihr androhte: „Rita, das war das letzte Mal, dass es bei einer Kopfnuss bleibt.“ Sogar die Gnädigste, die sich eigentlich meistens ganz heraushält, kündigte an: „…ein weiteres Vergessen hat andere Konsequenzen zur Folge.“

Verständlich, nach meinem Empfinden aber viel zu früh, riefen leider die Felle meines kuchengestärkten Herrn nach ihm, da sein Tarn zur Fortbildung am nächsten Morgen sehr zeitig abfliegen sollte. Mist war natürlich, an seinem Entschluss mich nicht mitzunehmen, hatte sich bis zuletzt bedauerlicherweise nichts mehr geändert. Daher blieb mir nur, mich mit traurigem Kloß im Hals kurz noch einmal besonders innig an ihn zu schmiegen und ihm eine gute und vor allem sichere Reise zu wünschen… ich vermisste ihn aber schon in dieser Ehn.

Ein wenig Ablenkung war daher bis zum Schlafengehen nicht verkehrt, sodass Sechs noch in den Genuss von ein wenig Nachhilfeunterricht kam, dem die Gnädigste zwar interessiert lauschte und ab und an dabei schmunzelte, sich aber komplett heraus hielt. 

Samstag, 30. Juli 2016

Aufmerksamkeiten nach Hauptmannsart

Am Wäschetrockenplatz am Bach wurde ich von der lächelnden Hadi mit der Frage begrüßt, ob ich wieder am Abkühlen bin, denn sie kennt ja meine Leidenschaft für Wasser. Ich muss gestehen, tatsächlich hatte ich schwer mit mir gerungen, ein kurzes Bad zu nehmen, andererseits wollte ich eigentlich nur die inzwischen trockenen Kriegertuniken meines Herrn abnehmen und dann in der Hoffnung nach Hause zurück, dass er nicht schon wieder zur Wache aufgebrochen war. Wegen seiner doofen Dienste hatte ich ihn die letzten Tage nämlich so gut wie nicht gesehen und daher auch keine Gelegenheit gehabt, ihm zu berichten, was ich erlebt hatte.

Ein wenig erschrocken war ich, als Hadi sich erkundigte, ob ich gleich zurück nach Hause laufe und dabei ihre bandagierte Hand hoch hielt… ihre Verletzung hatte ich zuvor gar nicht bemerkt. Sie hatte von einem wütenden Vulo eine verpasst bekommen und nun sah die Wunde wohl nicht wirklich gut aus. Hadis Herr hielt daher eine fachkundige grüne Begutachtung für erforderlich. Das Ganze war übrigens nach einem unerwünschten Besuch auf dem Hof passiert, seit diesem fehlt nämlich ein Vulo, sodass die Viecher nun jede Nacht ins Gehege gescheucht werden müssen, was eines wohl mit einem fiesen Schnabelhieb ziemlich krumm nahm.


Leider war die Gnädigste bei unserem Eintreffen jedoch mit was auch immer beschäftigt und nicht abkömmlich, sodass keine Untersuchung stattfinden konnte, allerdings sah es wohl auch noch nicht danach aus, als würde Hadis Hand gleich abfallen. Während mein Herr mir nach einem schmunzelnden Blick auf seine saubere Wäsche eine Aufmerksamkeit von der wundervollen Sorte nach Hauptmannsart zukommen ließ, indem er herrlich sanft durch meine Haare wuschelte und kraulte. Er erkundigte sich, ob die Verletzung vom Biss eines Sleens stammte, vermutete nach der Information über das Vulo allerdings, das blöde Federviech habe bestimmt geglaubt, Hadi sei ein zusätzliches Futter-Leckerlie und hatte deshalb vor lauter Begeisterung besonders gierig nach ihr gepickt.

Da seine Gefährtin wie gesagt abwesend war, sparte er selbstverständlich nicht an oberschlauen Behandlungstipps und versuchte Hadi Mut zu machen… wenn die Hand erst abgeschnitten ist, tut sie auch nicht mehr weh. Ich zog es selbstverständlich vor, mich aus diesen Weisheiten lieber heraus zu halten, fand das Argument von Hadi aber mehr als nachvollziehbar, eine Hand weniger wäre schlecht für die tägliche Arbeit auf dem Hof. Oha, mit nachdenklichem Blick überlegte mein Herr nun, ob er abgeschnitten mit aufgeschnitten verwechselt hatte, was bei manchen Wunden sicherlich die bessere Behandlung wäre und beschloss, lieber nicht weiter mit feldmäßigen Methoden um sich zu werfen.

Tja, und dann kam’s… es zeigte sich, welch Expertin mein Herr diesmal gesammelt hatte. Sechs glaubte nämlich eine Weisheit darüber zum Besten geben zu müssen, wie sicher sie sich sei, dass mein Herr den Kameraden im Kampf ein guter Arzt wäre mit seinem scharfen Schwert. Doch damit blitzte sie bei ihm komplett ab: „Rita hör auf zu schleimen, sonst muss Dita hinter dir her wischen und das gefällt ihr sicher nicht.“ Immerhin beeilte sie sich nun zu versichern, dass sie ihre Schleimspur selber wegzuwischen gedenkt, damit ich meine Finger nicht dreckig machen muss.

Leider erkannte sie immer noch nicht, wie gut sie beraten wäre, endlich vor meinen Herrn zu rutschen, der inzwischen wütend mit seinem Finger vor sich auf den Boden deutete, um ihn um Verzeihung zu bitten. Wie erwartet erhielt sie die Ehre einer weiteren fiesen Kopfnuss, begleitet von gefährlich drohendem Brummen, als sie endlich vor ihm kniete.

„Rita, wenn du noch mehr Beulen willst, dann weiter so… ich verteile gerne noch zusätzliche Aufmerksamkeiten nach Hauptmannsart.“ Obwohl mein Herr ziemlich wütend war, kam ich in den Genuss seiner sanft mein Haar wuschelnden Hand. Gleichzeitig versuchte er Sechs klar zu machen, dass es immer einen guten und einen schlechten Weg gibt und wohin der schlechte führen kann. 

Keine Ahnung, warum sie schließlich meinte, kasernenhofmäßig „JA MEIN HERR!“ brüllen zu müssen, was ihr natürlich umgehend noch eine zusätzliche fiese Aufmerksamkeit jener Art einbrachte, denn außer meinem Herrn und seiner Gnädigsten hat in seinem Haus niemand laut zu werden und schon gar nicht eine Kajira. Da zu befürchten ist, dass mein Herr auch weiterhin schlecht ausgebildete Fundstücke sammeln wird, werde ich wohl einen weiteren Punkt in seine Hausregeln aufnehmen müssen und mir zukünftig außerdem zeigen lassen, ob der Sklavin klar ist, wie sie sich bei ihm zu entschuldigen hat, wenn ihr ein Fehler unterlaufen ist.


Es bleibt wohl noch ein Weilchen abzuwarten, ob Sechs die Chance tatsächlich nutzen wird, die mein Herr ihr bietet. Gestern zumindest kam ihr schließlich der Besuch des Schmieds zu Hilfe, der mit seinem lauten Bollern an der Haustür die Aufmerksamkeit meines Herrn auf sich zog, denn man musste annehmen, es war wichtig und dringend. Wobei ein wenig Zeit zwischendurch, um über das Gelernte nachzudenken, sicherlich nie verkehrt ist. Immerhin hörte sie mit ihrem Gegrummel auf, nachdem ich sie deswegen in scharfem Ton, allerdings leise ermahnt und hinter meinen Herrn zitiert hatte, sodass sie ihre Situation nicht noch schlimmer machte.

Leider waren mir nur noch wenige Ehn alleine mit meinem Herrn vergönnt, nachdem er befohlen hatte, Sechs zum Nachdenken im Sklavenkäfig zu verstauen. Schade, mir war also keine Gelegenheit mehr vergönnt, ihm noch ein paar dinamäßige Aufmerksamkeiten zukommen zu lassen, aber die knappe Zeit reichte wenigstens, um ihm das Wichtigste der letzten Tage zu erzählen. Schlaf ist für einen Krieger nun mal wichtig, vor allem vor dieser grausigen Frühwache, die mit Aufstehen zu nachtschlafender Ahn verknüpft ist... und für die in der nächsten Hand stattfindende Fortbildung muss mein Herr ebenfalls fit und ausgeschlafen sein.

Freitag, 29. Juli 2016

Startklar... doch alles gut

Irgendwelche Rufe, die vermutlich vom Hafen kamen, hatten mich trotz diverser im Haus zu erledigender Dinge veranlasst, mir schnell eine Tunika überzustreifen, denn der im Ofen befindliche Kuchen brauchte mich nun einige Zeit nicht. Ich wollte mal schauen, was los war… selbstverständlich mit aller Vorsicht und dem gebührenden Abstand, denn man weiß ja nie. 

Nach einem letzten kritischen Blick zum Feuer machte ich mich auf den Weg in die Unterstadt und hatte tatsächlich richtig vermutet, denn schon vom großen Stadttor aus konnte ich eine kleine Menschenansammlung am Anleger sehen. Ich erkannte den Sattler und Laya, ansonsten aber niemanden aus Jorts. So wie die Besucher gekleidet waren, mussten es Nordleute sein.

Während ich nun langsam den Weg hinunter lief, hörte ich erst einzelne, ungehaltene Wortfetzen und schließlich den Sattler: „Ich weiß von nichts...und wenn ihr stinkig seid, so tut mir das Leid für euch. Ich kann gerne etwas ausrichten, aber mehr auch nicht, zumal eure Höflichkeit etwas zu wünschen lässt.“ Meine Vermutung über die Herkunft der Besucher bestätigte sich, denn ich erkannte den Obersten ihres Dorfes im Norden, in das ich meinem Herrn seinerzeit auf der Suche nach der Sklavenhändlerin begleiten durfte, nachdem ihre Heimkehr von einer Reise überfällig war. Meine geflüsterte Frage an Laya, was denn los sei, hätte ich mir allerdings sparen können.

Vom Sattler wurde jetzt nämlich mit deutlich angesäuerter Miene gefordert: „Wir wollen die Lieferung binnen zwei Finger bei uns in Axe haben… das kannst du deinen Leuten ausrichten.“ Der Anführer gab noch eine Unhöflichkeit über schleimende Südlinge von sich, brüllte dann aber seinen Leuten zu: „ASGARDS!!! ABMARSCH!!!“ Einem Nordmann schien dieser Befehl allerdings nicht ganz in den Kram zu passen. Er hatte mich gleich nach meinem Eintreffen gemustert und nun mit dem Finger auf mich deutend wollte er von Layas Herrn wissen: „Du, Fremder, was verlangst du für das Mädchen da in der roten Tunika?“

Natürlich schmeichelte mir dieses Interesse ein wenig, trotzdem war ich auf der Hut und startklar, um falls erforderlich so schnell ich konnte in die sichere Oberstadt zu flitzen. Der Sattler gab selbstverständlich zur Antwort, dass ich nicht sein Mädchen bin und er daher auch nichts für mich verlangen kann. Die Nordleute waren allerdings in deutlicher Überzahl und mir insofern durchaus klar, wie wenig bis nichts er alleine gegen sie ausrichten konnte, sollte jemand auf die Idee kommen, mich einfach so einzusacken. Doch die meisten Besucher waren inzwischen auf der Fähre und der Dorfchef brüllte ungehalten: „Bewegt eure verdammten Ärsche… Abfahrt!!“ Offensichtlich nicht gerade begeistert, sah der Nordmann jetzt ein: „Ohh schade… nun gut… sichere Wege… die hätte mir gefallen.“


Da der Händler und auch der Brauer auf Reisen waren, blieb mir leider unklar, welches Missverständnis über die säumige Lieferung Fässer und Tospit hier vorgelegen haben muss und offensichtlich auch dem Sattler, der kopfschüttelnd den Abreisenden hinterher schaute: „Ich hab keine Ahnung was da vorgefallen ist, aber den Wortführer kannte ich und der war auch in Axe ein Blödmann.“ Hmmm… merkwürdig, denn ich hatte sowohl diesen Herrn als auch die anderen Bewohner dort recht freundlich in Erinnerung. Trotzdem war ich froh, dass ich nicht als Pfand hatte herhalten müssen, besonders weil es inzwischen dringend an der Zeit war, nach dem Kuchen zu schauen, der übrigens perfekt gelungen ist.
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Nachdem mein Herr gestern zur Wache aufgebrochen war, nahm ich mir vor, endlich den von ihm zugesagten Dienst beim Brauereikrieger anzutreten, den der durch eine Wette von ihm gewonnen hatte. 

Doch mein Tag bei dem Herrn wurde anders als erwartet… ich musste nämlich nicht den Boden seiner Brauerei von irgendwelchen Wollurts befreien, sondern durfte ihn auf einer Reise begleiten… nach Axe. 

Anlass war wohl mein Bericht über die erbosten Nordleute, nachdem er sofort hellhörig wurde, da er in dieses Dorf noch einige Fässer auszuliefern hatte. Oha, ob das eine gute Idee war? Hoffentlich hatten sich die Wogen inzwischen etwas geglättet.

Es war übrigens eine angenehme Reise… ich musste weder den Wagen beladen, der bereits fertig gepackt am anderen Voskufer stand, noch musste ich ihn ziehen.

Der Brauer spannte nämlich einen Bosk davor und erlaubte mir, hinten auf die Ladefläche zu hüpfen, sodass die ohne weitere Zwischenfälle verlaufende Fahrt fast der pure Luxus war. Einziger Makel war der viel zu weite Abstand zu dem schönen rothaarigen Krieger. 

Aber Hauptsache war natürlich, dass wir schließlich wohlbehalten an einer hochgezogenen Brücke ankamen, hinter der sich das Dorf befand. Ohne Schnee sah es dort allerdings ganz anders aus als in meiner Erinnerung. Nach ausgiebigem Läuten an der für Besucher angebrachten Glocke, bei dem zusätzlich auch meine Ohren klingelten, kam übrigens gleich eine Dorfbewohnerin und ließ uns mit skeptischem Blick auf den dicken Bosk passieren. 


Der Blick dieser Frau mag gerechtfertigt gewesen sein, doch wir hatten Glück und die Brücke hielt, sodass wir weiter bis ins Dorf fuhren, wo der Dorfoberste mit einigen Leuten zusammen am Feuer saß und zur Begrüßung eine sehr irritierende Frage stellte: „Ach, ist das die verspätete Lieferung der Getränke und Tospit?“ Nanu, handelt der Brauer jetzt auch mit Früchten? Letzterer brummelte die Frage ignorierend allerdings etwas über den weiten und holprigen Weg und ging auch nicht weiter auf das Angebot des Weibs ein, ihm zur Magenberuhigung einen Tee zu kochen. 


Oha, ich sah es mehr als angebracht, mich bei dem nun folgenden Schlagabtausch aus Fragen und Gegenfragen tunlichst in Schweigen zu hüllen und zur Beruhigung des Brauereikriegers dicht an ihn heran zu rutschen, um mich lieber sanft an sein Bein anzuschmiegen. 

„Also... Tospit und Fässer sind nun da oder nur die Hälfte?“ wiederholte der Nordmann und stieß damit bei dem Brauer auf Unverständnis: „Wie… Hälfte?“ „NA IST ALLES DA ODER NUR DIE FÄSSER OHNE DIE TOSPIT?“ kam etwas lauter und deutlicher die erklärende Wiederholung, nach der dem Brauer die Erleuchtung kam, was der Kerl von ihm wissen wollte, denn er empörte sich nun: „Tospit... ich bin Brauer! Was gehen mich Tospit an?!“


Puhhh… ich will ja nicht behaupten, dass ich mich langsam schon startklar machte, allerdings war ich gewaltig auf der Hut, mich notfalls rechtzeitig in den Hintergrund zu verdrücken, zumal möglicherweise auch der Kaufinteressent noch auftauchen konnte, der bislang aber nirgends zu sehen war. Doch alles ging gut. Dem Nordmann leuchtete irgendwann ein, dass der Brauerkrieger keine 20 Kisten Tospit dabei hatte und auch nicht einsah, dass er dies hätte haben müssen. 

Die Verhandlungen um die Bezahlung liefen zwar zäh, aber da der Brauer keine vergammelte Fischsuppe in die Fässer gefüllt hatte, wie immer zwar darüber klagte, ins Armenhaus zu kommen, wenn er noch weiter mit dem Preis herunter gehen muss, zuletzt dem Käufer jedoch trotzdem noch mit ein paar Kuper entgegen kam, einigten sich die beiden schließlich. 

Der Wagen war also um 10 Fässer leichter, dafür der Geldbeutel des Brauereikriegers schwerer, als wir uns zurück auf den Heimweg machten.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Giannisitter?

„Warst du beim Sattler, Dita?“ erkundigte sich die Gnädigste bei mir, während Sechs ihr einen Tee zubereitete. Ups, dort war ich nicht gewesen… hatte ich womöglich etwas vergessen? Erschrocken grübelnd zog ich meine Stirn kraus, doch leider kam keinerlei Erinnerung an einen diesbezüglichen Befehl meines Herrn. Auch meine Nachfrage brachte keine Klarheit über den Grund, da die Gefährtin meines Herrn stattdessen ihre Frage einfach wiederholte: „War es nicht so, dass du zum Sattler solltest?“ Na toll… wollte sie mich ärgern… warum sollte ich dort hin? Ich hatte keinen blassen Schimmer. Um mir nichts anmerken zu lassen, holte ich vorsichtshalber lieber schnell noch einmal tief Luft und verneinte dann einfach nur ganz schlicht. Danach hegte ich allerdings die Hoffnung, sie würde mir vielleicht mit einer Ergänzung auf die Sprünge helfen, denn womöglich hatte sie mit meinem Herrn noch gesprochen, bevor dieser zur Wache aufgebrochen war?

Gründe für einen Besuch beim Sattler fielen mir jedenfalls reichlich ein, nur erinnerte ich mich wirklich an keinen Auftrag meines Herrn, beim Lederarbeiter einen Gürtel oder was auch immer zur Reparatur abzugeben oder mich nach dem Preis zu erkundigen. Um den Nasenring für seine Neue konnte es sich nicht drehen, hatte er mir dazu doch erzählt, dass er den vorerst noch vertagt, weil sich das Mädchen diesen Schmuck erst noch verdienen muss. Letztendlich ließ sich tatsächlich kein Grund finden, warum ich zum Sattler sollte… die Gnädigste hatte offensichtlich nicht mit meinem Herrn gesprochen und wusste genauso wenig wie ich, sodass sie das Thema mit der nächsten Frage fallen ließ: „Hast du ihr erklärt, warum immer links Dita?“ Ich hatte Sechs zwischendurch nämlich ganz kurz angewiesen, sich zum Servieren des Tees links neben die Gefährtin meines Herrn zu knien.

Bei der Bedienung freier Frauen sehe ich eigentlich keinen wirklichen Grund, dass dies unbedingt von links erfolgen muss… aber es ist so Brauch und wird als höflich angesehen. Selbstverständlich hatte ich vor, der Neuen dazu noch Näheres zu erklären und vor allem, warum es bei Kriegern so wichtig sein kann. Ich hatte darauf allerdings vorerst noch verzichtet, solange die Sattlerfrage nicht geklärt war. Nach meiner Auffassung gehört es sich nämlich nicht, ein Gespräch mit einer Freien zu unterbrechen, um sich mit der Erziehung einer Kajira zu befassen. Da wir mit dem Sattler nun aber offensichtlich fertig waren, erkundigte ich mich höflich: „…noch kurz zum links Knien… darf ich erklären, meine Herrin… oder möchtest du lieber selbst?“ 

Aha, ich durfte… ab und an wohlwollend nickend, hörte sie meinen Erläuterungen zu und schlürfte genüsslich an ihrem Tee, bis wir schließlich Richtung Küche gewedelt wurden, weil weder Sechs noch ich an diesem Tag etwas gegessen oder getrunken hatten. Ich habe ja schon öfter erwähnt, dass diese oberekelige Sklavenbrei-Pampe wirklich nicht mein Ding ist und es auch nie sein wird, doch sie ist nun mal Standardernährung für Sklavinnen und außerdem sehr nahrhaft. Andernfalls müsste man inzwischen vermutlich durch mich hindurch sehen können, weil ich von dem Zeug nämlich immer nur gerade so viel herunter bekomme, dass mein Magen nicht mehr knurrt. 

Hungrig zwar, aber bei der Aussicht auf den Pamps gegen meinen Ekel ankämpfend, fand ich den Moment gekommen, mich Sechs gegenüber mal großzügig zu zeigen, zumal sie sich bereits nützlich gemacht hatte mit Boden wischen und Tee kochen. Ich ließ ihr also den Vortritt… eine Ehre, deren sich Sechs offensichtlich bewusst war: „Sehr großzügig, ich danke dir, Herrin.“ Vielleicht habe ich mich getäuscht, aber es kam mir fast so vor, als ob sie es sich dabei nur ganz knapp verkneifen konnte, mit den Augen zu rollen. Übrigens aß sie ihre Portion nicht komplett auf, sodass ich mich nun besorgt erkundigte, ob ihr der Brei geschmeckt hatte. 


Oha, Sechs fand die Mischung toll… sagte sie zumindest… sodass ich ihr nun die Zubereitung dieser Köstlichkeit verriet, die ich als Highlight wie immer mit etwas Honig gesüßt hatte. Da ich eh schon am Erklären war und die Gefährtin meines Herrn über ihrem Tee sinnierte, informierte ich die Neue dann auch gleich noch über die wichtigsten Regeln meines Herrn und versuchte ihr Mut zu machen, Fragen zu stellen, wenn sie etwas nicht weiß. Als ich erwähnte, dass mir ihre Aufmerksamkeit gefällt, schaltete sich die Gnädigste übrigens wieder ein: „Ich gehe davon aus, dass Lilly versorgt wurde?“ Na klar wird das Fellknäuel versorgt und wenn von seinem Fressen mal etwas übrig bleibt oder es einen längeren Verdauungsschlaf einlegt, dann finde ich das ganz normal. Oha, nun wurde ich belehrt, das sei nicht gut… und wo denn überhaupt die Sachen für Lilly sind. Ähmmm… welche Sachen? 

Irgendwie hatte ich an diesem Tag Probleme, die Fragen der Gefährtin meines Herrn zu verstehen und antwortete daher freundlich lächelnd schon wieder nur vage: „Immer noch dort, wo sie immer sind, meine Herrin.“ Doch dann ergänzte ich lieber noch: „In der Küchenecke ist eine Kiste mit diversem Giannikrams.“ Uff, das war gerade noch mal gut gegangen. Das eigentlich ständig schlafende Gianni gehört zwar der Gnädigsten, nur erinnere ich nicht, dass sie sich jemals für Lillys Sachen interessiert und mir auch keine Ein- oder Anweisung gegeben hat. Jetzt auf einmal, nach mehr als 3 Märkten, in denen ich das Eigentum ihres Gefährten bin, kam ihr jedoch in den Sinn, das Viech braucht zwischendurch auf jeden Fall bisschen spielen. 

Ahjaahhh… Giannisitter! Ich denke, das ist doch wirklich die oberperfekte Aufgabe für das neue Fundstück! ;-))

Dienstag, 26. Juli 2016

Ein erstes kleines Plus

Ich musste mich nach dem Aufwachen nicht lange in Geduld üben, bis ich die Stimme meines Herrn von unten hörte, als er seiner Neuen befahl, die Kette an meinem Kragen zu lösen, mit der er mich am Sklavenring seines Lagers angeschlossen hatte. Anscheinend neigt die Kajira wie er zu morgendlicher Fellflucht, mich hatte er aber noch schlafen lassen. Beim Lösen der Kette die Hände meines Herrn zu spüren, hätte mir natürlich um ein Vielfaches besser gefallen, ich muss allerdings eingestehen, das Mädchen bemühte sich sehr, war höflich und freundlich und hatte sich gemerkt, welchen Namen mein Herr mir gegeben hatte. 

Ohne auch nur einen Hauch von Gegenan akzeptierte sie mich als Erste meines Herrn, dass sie mich „Herrin“ oder „Herrin Dita“ nennen soll und nahm es ohne nachzufragen hin, von mir „Sechs“ gerufen zu werden und nicht mit dem Namen „Rita“, den mein Herr ihr gegeben hatte. Eine ita zu sein, hat sie sich mit ihrem Weglaufen nämlich nicht verdient… eine Kajira haut nicht einfach ab und außerdem ist die Wartehand noch nicht um. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Herr sich einfach so das Eigentum eines anderen Kriegers aneignet und schon gar nicht, wenn er ihn kennt. Sechs trägt zwar irritierenderweise bereits den Kragen meines Herrn, gehört aber immer noch dem Krieger, dem sie weggelaufen ist.

Nach diesem ersten positiven Eindruck von Sechs, war es inzwischen höchste Zeit für mich, schnell nach unten zu sausen, um meinen Herrn mit Hingabe zu begrüßen. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich, wie aufmerksam Sechs dabei zuschaute, sich aber im Hintergrund hielt. Ein schmaler Streifen Hoffnung keimte in mir, ob das neue Fundstück vielleicht ausnahmsweise keine 99er ist? Ihren Stand kennt sie jedenfalls, ist recht bemüht und erweckt zumindest auf den ersten Blick einen sehr lernwilligen Eindruck… vor allem scheint sie nicht ständig im Mittelpunkt stehen zu wollen. Aber ok, sie hatte meinen Herrn an diesem Tag auch bereits ahnlang für sich alleine, da fällt Zurückstecken vielleicht etwas leichter.

Nachdem ich am Vorabend einfach umgefallen war und leider auch nichts davon mitbekommen hatte, dass ich von meinem Herrn nach Hause getragen wurde, wollte er nun natürlich wissen, wie es mir ging. Möglichst unauffällig befühlte ich daher vorsichtig meinen Kopf, zuckte jedoch leicht zusammen, als ich die deutlich spürbare Beule berührte. Ich musste meinem Herrn nun eingestehen, dass mir auch der Schädel etwas brummte, ergänzte aber schnell, dass er dies leise macht, denn brummen tut ja nur einer. Außerdem ist mein Motto „eine Kriegerkajira kennt keinen Schmerz und die eines Hauptmanns sowieso nicht“. 

Den freundlich gemeinten Rat der Gnädigsten, zum Kühlen ein nasses Tuch gegen die Beule zu drücken, fand ich bei meinem zwar schmerzhaften, aber dennoch unwichtigen Wehwehchen jedenfalls überflüssig und lehnte ihn mit Erlaubnis meines Herrn ab. Außerdem… wie sieht es aus, wenn ich meinen Herrn mit bewässertem Kopftuch bediene? Es zog ihn an diesem Tag nämlich in die Unterstadt. Diesmal ging es allerdings nicht zum Hafen, sondern auf die bereits gut besuchte Gasthausterrasse, die sich nach unserer Ankunft noch mit weiteren Freien füllte, bis der hintere Tisch kurz davor war, dass Wartenummern für Sitzkissen ausgegeben werden mussten. 

Unter den Gästen war übrigens auch ein Fremder… der Schreiber, der die aus der Tahari zugezogene Frau unterrichtet, die gerne in die blaue Kaste aufgenommen werden möchte. Ach Mist, nun habe ich wieder „Schreiber“ gesagt… die Blauen sind nämlich „Schriftgelehrte“, habe ich gestern gelernt. Um die Bezeichnung „Schreiber“ ging es unter anderem wohl auch vor kurzem schon bei der Auseinandersetzung mit dieser Frau, falls ich das jetzt richtig verstanden habe. Ich habe jedenfalls keine Ahnung und muss zum Glück auch nicht verstehen, warum sich einige Freie über solche Begrifflichkeiten die Köpfe heiß reden… Wichtigtuer? Minderwertigkeitskomplexe? Egal, Grünkastige habe ich allerdings auch schon erlebt, die sich aufregten, weil sie nicht Arzt, sondern Heiler genannt wurden. 

Ich bin gespannt, wie viele Haare sich auf den Zähnen dieser Freien womöglich zeigen werden, wenn sie erst in der blauen Kaste ist. Wobei der am Tisch sitzende hochrangige Blaue sich weder empörte noch wiederholte. Vermutlich wollte er die Anwesenden nur freundlich darüber informieren, dass Mitglieder seiner Kaste nicht nur Schreibarbeiten ausführen, sondern auch für das Registrieren und Ablegen von Dokumenten zuständig sind… Steuerunterlagen, Verträge, Eintragungen über Adoptionen, Gefährten- und Vormundschaften, Unterlagen über Geburten, Todesfälle, Haftbefehle, Urteile und ich weiß nicht mehr was noch alles. Keine Ahnung, ob der Schreibglehrte dann erst einmal Luft holen musste oder bremste er sich, weil er an seinem Redeschwall womöglich bemerkte, dass ihm der Paga ganz schön die Zunge gelockert hatte?


Auf Nachfrage meines Herrn zog er trotzdem noch ein anderes Register und lobte die Schreibkundige nun in den höchsten Tönen, bis sie schließlich auftauchte und mit ihrem Mentor Richtung Oberstadt verschwand. Inzwischen waren alle Freien mit Trinkbarem versorgt und auch der Händler konnte seine randvolle Pagaschale in der Hand balancieren, sodass ich die Gelegenheit nutzte, um Sechs schnell ein paar Dinge in der Gasthausküche zu zeigen und sie über die Gepflogenheiten meines Herrn und seiner Gefährtin hinsichtlich der von ihnen bevorzugten Getränke zu informieren.


Die Gespräche am Tisch über die Fangmethoden für Tarne, bekam ich daher nur halb mit und vor allem nicht genauer, warum Luna dem Händler sein Essen ganz aus der Oberstadt hinterher trug. Dem Herrn schien das nicht wirklich in den Kram zu passen und es klang fast so, als ob er sich gemästet fühlte. Aus Angst, wegen der warmen Temperaturen könnte das Sitzkissen an seinem Hintern kleben bleiben, wollte er sich außerdem lieber gar nicht erst setzen, musste es zum Essen nun aber. Sein größtes Problem war anscheinend jedoch, dass die Kajira seiner Gefährtin ihm quasi verbot, sein Essen mit dem geliebten Paga hinunter zu spülen.


Erneut zeigte sich übrigens, Sechs ist sehr bemüht, denn sie hatte sich bereits gemerkt, dass mein Herr seinen Paga im Becher wünscht und wie seine Gefährtin ihren Kalana bevorzugt. Diesmal trank er allerdings Kalana. Fazit meines zweiten Eindrucks von diesem Mädchen war jedenfalls recht positiv, sodass das dicke Minus wegen Weglaufen etwas kleiner geworden ist. Nachdem die Gnädigste und Sechs bereits schliefen, erzählte ich meinem Herrn später zuhause dann natürlich davon und erwähnte zusätzlich noch, warum ich sie Sechs nenne… eine Entscheidung, der mein Herr übrigens grinsend zustimmte. 

Hach, viel zu kurz, aber ich genoss es wirklich, vor dem Schlafen noch eine kleine Weile mit meinem Herrn alleine zu sein. ;-)

Montag, 25. Juli 2016

Fass gegen Krug… oder wie war das?

Hach, ich schlafe gerne lange und merkwürdigerweise kurz bevor ich aufstehen muss immer besonders tief. Wenn es auf eine so sanfte Art und Weise geschieht wie gestern, lasse ich mich allerdings auch gerne wecken. Wobei ich gestehen muss, erst wagte ich überhaupt nicht meine Augen zu öffnen, war doch mein Traum mit der meinen Hintern tätschelnden Hand meines Herrn einfach zu schön. Huiihhh… ich hatte gar nicht geträumt! Vor mir stand tatsächlich mein Herr und seine Hand hatte mich gerade sehr sanft verwöhnt. Lächelnd wollte er von mir wissen, ob ich gut geschlafen hatte. Oh ja, das hatte ich! Vor allem hatte mir das Wecken sehr gefallen, sodass ich ihn entsprechend innig begrüßte.

Alle Krieger gehören wohl irgendwie zu den Frühaufstehern. Das ist bei meinem verschollenen Herrn so gewesen und bei meinem jetzigen Eigentümer nicht anders, auch wenn sich seine persönlichen Veranlagungen sehr von denen meines verschollenen Herrn unterscheiden. Ganz besonders unterscheidet er sich von ihm allerdings durch seine Sammelleidenschaft für Sklavinnen. Auch an diesem Tag hatte er wohl bereits eine Runde durch die Stadt gedreht und dabei eine für mich vorhersehbare Entscheidung gegen sein letztes Fundstück getroffen, ita Nr. 5 in den 3 Märkten, die ich jetzt bei ihm bin, die ehemalige Freie, sie so ausgiebig in seinem Haus dem Kalana zugesprochen hatte. Ich war also nicht sonderlich verwundert. Stutzig machte mich jedoch: „…und Dita, wenn sich das nackte Ding da unten in meinem Haus nicht anstrengt, dann erwarte ich davon zu hören… dann wird es ebenfalls entsorgt.“

Oha, es gab schon wieder ita-Nachschub? Selbstverständlich geht es nicht um mein Befinden, sondern für mich ist das einzig Wichtige, dass mein Herr sich freut. Allerdings verstehe ich nicht, warum er immer wieder sagt, er will mit dem Sammeln dieser Reisekajirae aufhören, die nur Ärger machen, oder dass er sie der Sklavenhändlerin verkaufen will, wenn er es denn nicht tut. Doch das muss ich wohl auch nicht verstehen. Diesmal handelte es sich zur Abwechslung um eine Kajira, die ihrem Herrn weggelaufen ist, warum auch immer blieb mir jedoch unklar. Das ist bei ihrer Bestrafung aber eh vollkommen unwichtig, wenn ihr Herr sie innerhalb der üblichen Wartehand zurückfordert… also mal abwarten. 

Interessant an diesem Fundstück finde ich, dass sie dem ehemaligen Zeugmeister von Jorts Fähre gehört, der inzwischen allerdings schon seit längerem nicht mehr in der Stadt ist. Mein Herr hatte die Weggelaufene unten in seinem Haus angekettet und ihren Allerwertesten gleich Bekanntschaft mit seiner Kurt machen lassen, was bestimmt ganz einprägsam gewesen war. Warum das Ding von ihm jedoch so schnell einen Namen erhalten hatte, erschloss sich mir nicht, war und ist mir aber egal. Wichtig für mich war nur, mein Herr hatte inzwischen offensichtlich Pagadurst, den er in Gesellschaft mit dem Brauereikrieger und möglichst auf dessen Kosten löschen wollte und ich durfte ihn begleiten, während ita Nr. 6 angekettet blieb.

Die Brauerei stellte sich übrigens als genauso ausgestorben heraus wie die gesamte Unterstadt und von einem spendierten Paga war nirgendwo etwas zu sehen. Mein Herr beschloss daher seinen Rundgang Richtung Wiese fortzusetzen, wo wir zufällig auf den gesuchten Brauereikrieger trafen. Tja, nur so wirklich in der von meinem Herrn erhofften Paga-Spendierlaune war der Brauereikrieger jedoch leider nicht. Stattdessen schlug er drei Runden Schwertfuchteln vor und nach reichlichem Hin und Her über Krug oder Fass einigten sich die beiden Männer letztendlich darauf, wer zwei Runden gewinnt, bekommt vom Trainingsgegner ein Fass Paga spendiert.


Mist, leider erinnere ich mich erst jetzt wieder richtig an alles und auch wie super es für meinen Herrn begann, der seinen Gegner gleich in der ersten Runde ins Gras schickte. Das ließ der Brauereikrieger allerdings nicht auf sich sitzen… die nächsten beiden Runden gingen nämlich an ihn. Das an sich war ja schon mal doof, doch es kam leider noch schlimmer.

Die beiden Männer wurden nämlich von einem wahren Trainingsrausch gepackt und der Brauereikrieger in seinem unschlagbaren Formhoch dermaßen übermütig, dass er mir zwischendurch einfach eins mit dem flachen Schwert über den Kopf zog, obwohl ich wirklich ganz am Rand der Wiese kniete und nicht im Weg war… damit nahm das Unglück seinen Lauf.

Schließlich sollte ich sagen, wer denn den anderen insgesamt wie oft ins Gras geschickt hatte und wie viele Fässer Paga bekommt. Häh? Anscheinend brachte ich alles durcheinander, obwohl ich eigentlich genau mitgezählt hatte und auch nicht abgelenkt gewesen war… außer von diesem Hieb. 

Die Nachwirkung davon war inzwischen auch deutlich in Form eines Hügels auf meinem Kopf zu fühlen, wo sonst keine Erhebung ist und auch nicht hingehört. Doch dafür interessierte sich niemand… der Brauereikrieger sowieso nicht und mein Herr leider auch nicht. 

Für mich stand jedenfalls eindeutig fest, die beiden Rarii hatten vereinbart, dass der Brauereikrieger in Paga-Fässern zahlt und mein Herr in Paga-Krügen. Mein Herr war also großzügig gerechnet trotz deutlich höherer Niederlagen der Gewinner von 3 Fässern Paga. 

Doch irgendwie wollten die Herren dies nicht kapieren. Ihr Unverständnis ging so weit, dass der Brauer mir befahl, mich vorzubeugen. Warum erschloss sich mir allerdings wiederum nicht und außerdem war vorbeugen mit brummendem Schädel sowieso nicht mein Ding. 

Ich ignorierte die Aufforderung des Kriegers also und blieb einfach weiter knien, zumal es kein Befehl meines Herrn war und er dazu auch nichts gesagt hatte... zumindest erinnere ich nichts anderes. Was darauf folgte, ging komplett an mir vorbei, allerdings bekam ich noch mit, dass die beiden Krieger merkwürdigerweise sehr sauer auf mich wurden und ich demnächst zur Strafe in der Brauerei Woll-Urts mit Ale fortspülen muss. 

So war mir zumindest, als ich plötzlich vor dem Lager meines Herrn auf seinem weichen Fell landete und es um mich herum kurz hell und dann wieder dunkel wurde, sodass ich nicht mehr darüber nachdenken konnte, wie ich dort hingekommen war.

Sonntag, 24. Juli 2016

Suls schmieden


Ich traf meinen Herrn auf der Terrasse der Brauerei, wo er sich mit dem Brauer unterhielt, während ein kleines Gianni um ihn herumwuselte. Es ist als Wachgianni abgerichtet worden und soll ziemlich gefährlich sein, allerdings bei weitem nicht so gefährlich wie der Wachsleen meines Herrn. Zum Beschnüffeln und für die Spurensuche von Sklavinnen ist es wohl nicht so gut geeignet, riecht dafür allerdings besser als Fenris. Mein Herr meinte, sollte ich mal abhandenkommen oder abhauen, heftet es sich so lange an meine Fersen, bis es mich gefunden hat, verspeist mich dann allerdings. Pahhh… warum sollte ich abhanden kommen und weglaufen kommt sowieso nicht in Frage!

Zum Glück ist das Viech weiblich, sodass mein Herr nicht wieder als Namensgeber herhalten musste, wie bei der kleinen Urt des Schmieds, die ein Frettchen ist. Herhalten musste er jedoch trotzdem, denn das Gianni strich ihm ständig um die Beine, sodass mir nichts anderes übrig blieb, als ihn leider nur ganz knapp zu begrüßen, denn ich hatte ihn an diesem Tag noch gar nicht gesehen. Selbstverständlich behielt ich das Tier dabei aber im Auge, denn man weiß ja nie. Tja, komischerweise wurde plötzlich nun ich zum Schmuseopfer auserkoren. Mein Herr fand das nachvollziehbar, weil ich doch so anschmiegsam bin. Na toll, das Gianni kapierte einfach nicht, dass ich mich am liebsten an meinen Herrn anschmiege und nicht an solch ein ständig herumwuselndes Fellknäuel, das nicht stillhalten kann.


Während meiner Bemühungen, diesem Wachgianni mit dem enormen Bewegungsdrang schließlich mittelprächtig entnervt auszuweichen, rumorte es nebenan in der Schmiede. Die Art und Weise des Rumorens machte mir leider umgehend klar, dass es Tahira am Vorabend offensichtlich nicht mehr gelungen war, die miese Laune ihres Herrn mit ihren Diensten zu bessern. Der Schmied zog nämlich nicht nur ein Gesicht wie 10 Tage Regenwetter, sondern räumte sämtliche Werkzeuge ins Kontor und löschte schließlich sogar das Feuer in seiner Esse. Leise raunte ich meinem Herrn zu, dass diese offensichtliche Verstimmung nun schon etwas länger anhält. Meine Vermutungen dazu, behielt ich jedoch lieber für mich.

Der umsonst hergestellte Nasenring war jedenfalls nicht die Ursache… die Neue meines Herrn hatte nämlich anscheinend das Weite gesucht. Mein Herr bohrte also weiter: "Schmied, klärst du mich nun auf, warum du schlechte Laune hast? Bist du etwa bestohlen worden?" Erfolglos. Der Brauer versuchte es auf die lustige Art, erreichte damit aber ebenfalls nichts. "Oh.. passt nur auf mit Scherzen... die bringen einen in den Kennel oder zeugen davon, dass man keinen Anstand besitzt." Auch irgendwelche Schmuseattacken des Brauereigiannis waren dem Schmied nicht über die Leber gelaufen, denn die hatte ja ich auszuhalten. Mir wurde immer klarer, es nagte immer noch der Ärger an dem Herrn, den er am Tag zuvor mit der Schreibkundigen auf dem Marktplatz gehabt hatte.

Mein Herr und der Brauer ließen weiter nicht locker, doch der Schlechtgelaunte blieb einfach schlecht gelaunt und vor allem mundfaul, spießte schließlich einen Zettel auf seinen Dolch, auf dem "geschlossen" stand und schleuderte ihn gegen seine Preistafel, wo er gut lesbar stecken blieb. "Hauptmann, lass gut sein... ich habe derzeit keine Lust darüber zu reden. Bevor es Beulen gibt, geh ich lieber auf meinen Landsitz und pflanze Suls. Vielleicht wächst mein Anstand dabei ja." Mein Herr machte sich inzwischen richtig Sorgen... bot Kalana an, der jedoch genauso abgelehnt wurde, wie meine Dienste, musste schließlich aber leider zur Nachtwache aufbrechen.

Meine Vermutungen, was da vorgefallen sein muss, waren fast bestätigt. Mir war ja bekannt, wer dort auf dem Marktplatz zusammengestanden hatte und einige Äußerungen hatte ich noch mitbekommen, allerdings nur den Rest. In der Hoffnung, der Schmied würde nun vielleicht doch noch konkreter werden, harrte ich daher noch kurze Zeit aus auf der Brauereiterrasse. Doch leider war dem nicht so… es war nichts Näheres herauszubekommen. Mir blieb also nur, dem Herrn eine gute Reise zu wünschen und viel Erfolg beim Schmieden von Suls auf seinem Landsitz und dem Brauer einen schönen Restabend, bevor ich mich nach Hause zurückzog, um noch ein paar wichtige Aufgaben zu erledigen.

Freitag, 22. Juli 2016

Lebertran, miese Laune und Kleinmengenzuschlag

Gemeinsam mit der Gnädigsten… oder nee, selbstverständlich hinter ihr… hüpfte ich die Treppe herunter, nachdem ich ihr beim Ankleiden geholfen hatte. Mein Herr stand unten und lachte uns an: „Tal ihr beiden… habt ihr euch abgesprochen?“ Naja, was versteht ein Mann auch vom Getüdel mit langen Roben beim Anziehen? Genau… nichts, insofern war seine Frage wohl gerechtfertigt. Dank der am Vortag ergriffenen Maßnahmen und der vertilgten Vulosuppe, ging es der Gefährtin meines Herrn mit ihrer Erkältung vielleicht einen Hauch besser, so wirklich gut allerdings noch nicht und sie musste sich auch an diesem Tag früh zurückziehen.

Mein Herr bedauerte, dass es keine Spritze gibt, die mit einem Pieks solch lästige Schniefnasenerscheinungen und Husten vertreibt. Zur Verdeutlichung, wie er sich solch eine Wunderheilung offensichtlich vorstellte, piekte er mir mit seinem Finger in die Seite.

Nur logisch eigentlich, dass ich danach zusammenzuckte und erschrocken leise quietschte, weil ich damit natürlich überhaupt nicht gerechnet hatte. 

„Irina, ich glaub Dita ist kaputt… die quietscht.“ Ohje, ich spürte zwar nichts mehr von dem Pieks, betrachtete jedoch vorsichtshalber kritisch die angepiekte Stelle. Zum Glück entwich dort aber weder Luft, noch etwas anderes und es war sowieso nichts zusehen. Außerdem informierte die Gnädigste ihren Gefährten, wenn ich kaputt wäre, würde ich nicht quietschen und veranlasste meinen schlauen Herrn zu der Aussage: „Wenn etwas quietscht, muss man es ölen oder fetten.“

Keine Ahnung, woran es lag, aber prompt stellte ich mir vor, wie es sich anfühlen muss, am gesamten Körper eingefettet zu werden. Mir wurde ganz heiß, weil man dabei ja nicht überall selber hinkommt, sodass nun Fantasien über sanfte Berührungen gewisser Hauptmannshände in mir keimten. Mist, der Besitzer dieser Hände dachte an innerliche Anwendungen und erwähnte Lebertran, den ich seit einer unerlaubten Pagaverkostung extrem schlecht in Erinnerung habe. 

Ich beeilte mich also, mir erneut in die Seite zu pieken und trat damit den Beweis an, das nichts mehr quietschte und somit die innerliche, oberoberoberekelige Behandlung überflüssig. Gleichzeitig kam erneut Hilfe aus grünfachkundigem Mund: „Ich muss dich enttäuschen, mein lieber Gefährte… Lebertran hilft nicht gegen Quietschgeräusche.“


Nachdem mein Herr es trotzdem noch eine ganze Weile genoss, mir ordentlich Angst zu machen und wie einfach es ist, eine Sklavin wie mich zu überzeugen, ließ er das fiese, Alpträume erzeugende Lebertranthema dann zum Glück fallen. Überzeugen war das Stichwort für mich, nun endlich das Thema zu wechseln. Ich fragte, ob ich dem Sattler Bescheid geben soll, dass der Termin zum Nasestanzen ausfallen musste, weil die Kajira sich verdrückt hatte. 

Ich fand ihr Fehlen ehrlich gesagt überhaupt nicht schlimm, denn mein Interesse an den Auseinandersetzungen mit dieser lernresistenten 99er und ihrem frechen Mundwerk war immer noch gleich Null... aber das interessiert meinen Herrn selbstverständlich nicht. Bevor er zur Nachtwache aufbrechen musste, trug er mir jedoch noch auf, den Sattler und auch den Schmied über den ausgefallenen Lochtermin zu informieren, denn das gehört sich ja so.

Auf dem Weg zum Sattlerhaus entdeckte ich eine Gruppe Freier, unter denen sich auch die beiden Herren befanden, denen ich Bescheid geben sollte. So wie der Schmied mich zur Begrüßung anbrummte, musste jedoch irgendetwas ziemlichen Unmut bei ihm verursacht haben. 

Der Bauer und die Schreibkundige wollten natürlich wissen, was das denn für eine Kajira war, wegen der ich den vereinbarten Termin mit den beiden Handwerkern absagte, sodass ich nun darüber informierte, wie mein Herr zu dieser Sklavin gekommen war. Mitfühlendes Bedauern mit meinem Herrn machte sich breit und der Sattler gab noch den gut gemeinten Tipp, mein Herr soll sie verfüttern und so weiteren Ärger entsorgen. 

Oha, die Laune des Schmieds war wirklich total verhagelt und ich vermute, die Freie im blauen Kleid war daran vielleicht nicht ganz unschuldig. Bevor er sich mit der überflüssigen Information verabschiedete, mit welchem Bedürfnis er nun wo hingeht und was er dort zu tun gedenkt, gab er der Herrin noch den Hinweis: „Mirjana... du solltest lernen, deine Rechte durchzusetzen… oder warum stört dich nun der Blick auf eine Sklavenhitze nicht, die im Nadu neben dir kniet?“ Args, damit war ich gemeint und wie ich kniete, nämlich mit geöffneten Schenkeln… so wie mein Herr es wünscht und wie übrigens auch Laya kniete.


Während ich am Saum meiner Tunika etwas zupfte, schaute das Weib erst mich und dann den Schmied an und erwiderte: „Weil es mich einfach nicht stört, solange sie sich damit nicht MIR anbietet, Schmied!“ Wow, na das war doch mal eine obervernünftige Aussage aus dem Mund einer freien Frau, die dieses leidige Dauerthema sehr gut auf den Punkt brachte. 

Sie veranlasste den Schmied allerdings dazu, noch etwas über „zweierlei Maß…“ zu brummen, bevor er dann ohne ein weiteres Wort davon stampfte. Ich war mir auch nicht sicher, ob der Tipp des Bauern in Sachen körperlicher Betätigung in den Fellen, Tahira tatsächlich geholfen hat, die miese Laune ihres Herrn zu verbessern.

Nachdem auch der Bauer sich verabschiedet hatte, lud der Sattler die Schreibkundige noch auf einen Kalana ein. Doch die Frau zögerte und meinte, er wolle sie wieder verspotten. Ich habe keine Ahnung, was da wann auch immer vorgefallen sein muss, jedenfalls lachte der Sattler: „Das kommt auf die Mischung an… aber sei nicht so empfindlich...ich habe nicht respektlos mit dir geredet.“ 

Es folgte noch ein Hin und Her über Mischungsverhältnisse, an dem ich mich beteiligte und freundlich darüber informierte, wie die Gnädigste ihren Kalana meistens trinkt. Letztendlich bestellte die Freie Wasser mit Kalana: "Dita, dann bring mir zwei Drittel Wasser, ein Drittel Kalana.“


Da der Sattler das Getränk ausgeben wollte, erkundigte er sich nach dem Servieren neugierig: „Was kostet denn eigentlich dieser Wasserkalana, Dita?“ Puhhh, damit brachte er mich kurz ins Grübeln, denn auf der Gasthauspreisliste steht nur, was ein unverdünnter Kalana kostet. 

Da sich fünf Münzen jedoch schlecht durch drei teilen lassen, entschied ich mich für zwei Tarskbits, denn Wasser ist ja umsonst. Natürlich kann auch der Sattler rechnen, deswegen ergänzte ich gleich noch, dass darin ein Kleinmengenzuschlag beinhaltet ist, ich allerdings nicht wisse, was die abwesende Wirtin für Wasser mit Kalana berechnet. Ich erntete breites Grinsen und glaube, das Mischungsverhältnis traf tatsächlich genau den Geschmack der Herrin.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Ablenkung gelungen

Selbstverständlich berichtete ich meinem Herrn am nächsten Tag von der Terminvereinbarung mit dem Sattler und auch, dass er noch einen Nasenring haben muss, der keine Kajiranase ziert, aber vermutlich in den Tiefen seines Münzbeutels verschwunden war. 

Sein letztes Sammelstück hatte seinerzeit doch sehr überraschend und vor allem in gigantischer Schnelligkeit das Weite gesucht, als der Lederarbeiter seine Lochzange an ihrer Nase ansetzen wollte. Daran hatte mein Herr offensichtlich gar nicht mehr gedacht und ich ja auch nicht. 

Hmmm… warum er sich jetzt allerdings darüber freute, nun ein Nasenschmuckstück in Reserve zu haben, erschloss sich mir wieder nicht, wenn er doch angeblich nicht mehr sammeln will, außer er sagt es immer einfach nur so, ohne es wirklich zu wollen. Tja, so ist es wohl. 

Ihre Reise schien der Gnädigsten übrigens nicht allzu gut bekommen zu sein oder vielleicht waren es auch aufdringliche Erkältungsbazillen, die ein Mitreisender durch die Gegend geprustet hatte… die Ärmste schniefte und hustete nämlich was das Zeug hält. Wie gut, dass ich so eine robuste Gesundheit habe. Andernfalls hätte ich mich bei ihren Niessalven bestimmt sofort angesteckt. Tja, irgendwie doof, dass jemand von grüner Kaste nun selber krank geworden ist. Sie weiß zwar bestimmt am besten, was in so einem Fall zu tun ist… aber kann sie sich tatsächlich selber behandeln? 

Dieser Umstand war für mich jedenfalls sofort Anlass, mein Wissen über alte Hausrezepte kundzutun… nämlich inhalieren mit Dampfbädern und möglichst viel trinken. Während mein Herr diesen Maßnahmen zufrieden zustimmte, flitzte ich daher sofort Richtung Küche davon, um gleich einen großen Kessel mit Wasser aufs Feuer zu stellen, während er sich nun bei seiner Gefährtin erkundigte, ob sie eine dicke Spritze hat, die gegen Pickel hilft. 

Natürlich verstand die Gnädigste im Gegensatz zu mir nicht, worauf seine Frage abzielte, ich dafür allerdings umso besser... glaubte ich zumindest. Mein Herr wollte das Gespräch auf seine Neue bringen, die herumgejammert hatte, dass sie vom Sabber des Sleen Pickel bekommt. Um den echauffierten Ausbruch seiner Gefährtin über diese Trinksklavin zu beruhigen, hatte er ihr vor zwei Tagen jedoch zugesagt, die Kajira schnellstmöglich zu verkaufen. Ging es darum?

Tja, schnellstmöglich verkaufen? Offensichtlich hatte er den Verkauf ja noch nicht vor, sondern gesteht dem Ding demnächst nun sogar die Ehre eines Nasenrings zu. Neugierig geworden, wollte die Grüne natürlich prompt wissen: „Gegen Pickel? Wer hat Pickel?“ Ohje, war es für ihre Gesundheitlich und vor allem ihre Nerven zu empfehlen und sie in ihrem erkälteten Zustand überhaupt in der Lage zu erfahren, dass mein Herr die Neue behalten hat? Bestimmt nicht… darin war ich mir sehr sicher! 

Ich lenkte daher das Gespräch schnell mit Suppen ab… erst mit nicht zu empfehlender Fischsuppe, die den Magen bekanntlich eher leer als voll macht, und dann mit Gemüsesuppe. Letztere ist ja sowieso sehr gesund, bei Husten und Schniefnase bestimmt aber noch viel mehr. Ganz besonders lecker ist sie allerdings mit Vuloeinlage. Da wir doch Mitte der Hand hatten und somit wie immer das übliche Waffentraining anstand, fragte ich meinen Herrn, ob er vielleicht einige Vulos erlegen kann, wenn er sowieso mit dem Bogen trainiert. 

Puhhh, es klappte tatsächlich…also nicht nur mit den Vulos, die mein Herr später tatsächlich schoss, sondern auch meine Ablenkung war gelungen. Mein Herr sah wohl ein, dass Aufregung bei Erkältung nicht angebracht war, sondern Schonung besser ist. Man mag bestimmt auch nicht über Pickel reden, wenn man krank ist und vor allem nicht über solche, die eine Trinksklavin verunzieren. Wobei sowas eigentlich entweder von alleine vergeht oder man hilft mit kräftigem Quetschen ordentlich nach. 

Mit einem „verstehe, verstehe…“ beendete mein etwas nachdenklich wirkender Herr das Thema dann, zumal es für ihn inzwischen auch an der Zeit war, sich Richtung Wiese in Sachen Schwertfuchteln aufzumachen. Ich sollte nachkommen, sobald der Tee für seine Gefährtin fertig war, in den ich übrigens zusätzlich noch einen halben Extralöffel Honig hinein rührte. 

Ich dachte nämlich, der ist aus medizinischen und psychischen Gründen bestimmt nicht verkehrt. Zumindest hat ein solcher Zuschlag bei der ekeligen Honigmilch meiner Herrin seinerzeit auch immer sehr gut funktioniert und ich glaube, auch mit dem Tee der Gnädigsten klappte es.

Wohlig an dem heißen Getränk schlürfend meinte sie: „Du kannst deinem Herrn hinterher laufen, Dita. Ich komm schon allein zurecht, trinke nur in Ruhe noch aus und dann zur Wiese.“ Echt angetan von der schnellen Wirkung, versuchte ich mein Betüdeln der Grünen sofort noch etwas zu toppen, denn mein Herr hat ja eh keinen Blick für mich übrig, wenn er über die Wiese hetzt. 

Ich schlug also vor, lieber erst noch alle Zutaten für das Dampfbad später aus der Krankenstation zu holen und wurde bei meiner Rückkehr mit einem sanften Lächeln belohnt. Der Gnädigsten war von dem heißen Tee inzwischen allerdings so warm geworden, dass es sie nun genau wie mich erst einmal zur Wiese zog, um frische Luft zu schnappen. 

Die Krieger waren bei unserer Ankunft übrigens eifrig am Trainieren und beim Anblick der vielen Grasflecken auf den Tuniken wurde mir klar, sie waren wohl eigentlich schon fast fertig. 

Das stellte sich kurz darauf auch als richtig heraus, als der Krieger mit Landsitz schnaufend meinem Herrn mitteilte, er brauche eine Pause. Seiner dann folgenden Äußerung „du rennst heute wie ein Hurt auf der Flucht vor einem Giani“ konnte ich entnehmen, dass mein Herr wieder sehr flink gewesen war und den Rarius wohl ganz schön in Trapp gehalten hatte.

Ob Gartenarbeit in der goreanischen Pampa den Schwertarm eines Kriegers vielleicht nicht so gut trainiert, wie die Wachdienste in Jorts Fähre? Falls es überhaupt geht… ich war jedenfalls noch etwas stolzer auf meinen Herrn, als sowieso schon immer, obwohl seine Tunika ziemlich grün aussah, die seines Trainingsgegners allerdings auch. 


Außerdem lagen wie versprochen Vulos beim Brunnen, die sich lecker gebraten oder in der Gemüsesuppe sehr gut machen würden… vor allem aber im Proviantpaket meines Herrn für die Nachtwache, die leider schon wieder viel zu schnell nahte.

Mittwoch, 20. Juli 2016

Ein kleiner Anfang?

Mein Herr hatte sich wieder die Neue vorgenommen und als ich dazu kam, informierte er mich, dass er ihr gelegentlich etwas roten Stoff kaufen will, um das Jammern freier Frauen zu umgehen. Außerdem steht demnächst ein Besuch beim Sattler an, weil er die Nase der Kajira mit einem Ring verzieren möchte. Ich verstand die geplanten Ausgaben nicht wirklich, weil sie in meinen Augen wahrscheinlich Geldverschwendung waren, zumal mein Herr die Sklavin doch verkaufen will, behielt meine Überlegungen dazu aber selbstverständlich für mich… ich muss nicht verstehen oder nachvollziehen können, was mein Herr an solch einem Mädchen findet.

Da er vor kurzem jedoch erwähnt hatte, dass sich die Kajira Vergünstigungen erst verdienen muss, erkundigte ich mich, womit sie denn gezeigt hat, dass er ihr nun die Ehre eines Nasenrings zugesteht. Hmmm… noch gar nicht und sie gab sich mit ihrem ungefragten Dazwischenreden auch alle erdenklich Mühe, umgehend das Gegenteil zu beweisen. Tja, mein Herr erhofft sich, der Neuen mit dem Nasenring etwas zu verdeutlichen… ob’s denn hilft? Ich bin da eher skeptisch, habe solche Entscheidungen aber genauso wenig zu kritisieren, wie den Beschluss, der Kajira einen Namen zu geben. Den hatte sie sich in meinen Augen nämlich ebenfalls noch nicht verdient.


Als nächstes versuchte mein Herr seiner Neuen, die er nun „Kita“ nennt, klar zu machen, wo ihr Platz an seiner Kette ist… nämlich ganz am Ende und somit weit unter mir, denn ich bin ja seine Erste. Allerdings kapierte sie nicht, dass sie mich „Herrin“, oder falls es zu Verwechslungen kommen kann, „Herrin Dita“ nennen soll. Es kam nämlich nur ein empörtes „Wie bitte?“ Oha, sie bockte also schon wieder. Ich wiederholte nun einfach noch einmal, wie sie mich zu nennen hat, allerdings etwas lauter.

„Das werde ich sicher nicht tun, dich mit fremden Federn schmücken, Sklavin!“ war ihr nächster pampiger Ausruf. Nagut, wenn sie es nicht anders wollte… zack, ich verpasste ihr eine Ohrfeige, worauf sie sich wütend bei meinem Herrn beschwerte und nachfragte, ob sie vielleicht auch noch meine Füße küssen soll. Irgendwie fand ich diesen Vorschlag gar nicht so schlecht und streckte meinen Fuß vor.

Natürlich motzte sie weiter herum… über Amtsanmaßung… gab weitere Beleidigungen von sich, bis mein Herr schließlich klarstellte: „Kita, Dita ist erstes Mädchen und wenn sie dir sagt, du hast sie Herrin zu nennen, dann tust du das. Das hat nichts mit Amt zu tun, sie ist im Rang über dir. Es ist so, weil ich es sage.“

Letztendlich gab die Neue tatsächlich klein bei und ein Hauch von Hoffnung keimte in mir, dass vielleicht ein kleiner Anfang gemacht war. Sie kam jedenfalls mit herunter, öffnete mir wie befohlen die Haustür und verschloss sie auch hinter mir wieder, um mir in den Garten zu folgen. 


Der Sleen meines Herrn sollte an diesem Tag nämlich noch ihren Geruch aufnehmen, nachdem ich ihm einen kleinen Appetitanreger aus dem ekeligen Vorratsfass zugeworfen hatte. Eigentlich hatte ich vorgehabt, das Füttern die Kajira tun zu lassen, bekam letztendlich aber ein Einsehen mit ihrer Befehlsverweigerung aus Angst, denn ich bin ja kein Unmensch und konnte durchaus nachvollziehen, dass ihr die Beine schlotterten. Wobei mir schon klar war, dass das Miststück natürlich hoffte, wenn ich den Sleen füttere, würde er mich fressen, sodass sie mich los wäre. Doch den Gefallen tat er ihr selbstverständlich nicht, denn Fenris kennt mich ja schon ziemlich lange.

Nachdem auch mein Herr draußen war, kam sie also um die Schnüffelei nicht herum, die trotz ihrem Gemecker über Ekel, Herzstillstand und Hautausschlag ohne abgebissene Körperteile von statten ging. Ziemlich vollgesabbert vom Sleen erhielt sie selbstverständlich die Erlaubnis, sich im Brunnen zu säubern. Dabei zeterte sie die ganze Zeit allerdings schon wieder und rubbelte dermaßen an sich herum, dass ich schon Befürchtungen bekam, ihre Haut wird zu dünn, auch wenn ich ihr Tun aus eigener Erfahrung vor langer Zeit nachvollziehen konnte. Ich denke, das Mädchen hatte immer noch nichts gelernt und die Bestätigung folgte leider umgehend.

Zurück bei meinem Herrn, musterte er uns beide... ein Blick, der mir auf sehr angenehme Art und Weise durch und durch ging. Die Neue hingegen gab eine weitere Flut von Frechheiten von sich, um ihrer Empörung über das zuvor Erlebte Luft zu machen. Als ob er zwischen uns Vergleiche anstellte, strich mein Herr dann über unsere Körper. Gleichzeitig ermahnte er die Neue mit gefährlichem Tonfall…wenn es um das Verhalten von Sklaven geht, kann er wirklich sehr ungeduldig sein. 

„Kita, du musst an dir arbeiten… vor allem an deiner Art zu reden. Du klingst aufsässig und frech, das gefällt mir nicht!“ Wie immer unter den Berührungen meines Herrn, der mit seiner Hand nun meinen Körper erkundete, wurde mir ganz heiß von dem sofort in mir auflodernden Sklavenfeuer, obwohl ich doch nackt war… in meinem Inneren begann es vor Verlangen zu kribbeln.

Der wandernden Hand meines Herrn nachspürend und sie stumm genießend, rauschten alle an die Meckersklavin gerichteten Worte logischerweise komplett an mir vorbei, bis plötzlich der Schmied auftauchte. 

Leider ließ mein Herr nun von mir ab. Nach ihrem Versprechen sich zu bessern… ich traute meinen Ohren kaum, war vielleicht doch ein kleiner Anfang gemacht?… erlaubte er der Neuen, sich im Haus nützlich zu machen und erkundigte sich danach dann bei dem Metallhandwerker in Sachen vorrätigem Nasenring, was für den Schmied jedoch kein Thema war, da er ja den Durchsatz an Kajirae bei meinem Herrn kennt. 


Äußerst schade war nur, die Ahn für die Wache meines Herrn war inzwischen rasend schnell näher gerückt, sodass ich mich nach seinem Aufbruch alleine zum Sattler aufmachte, um mit dem Herrn einen Termin zum Nase durchlöchern zu vereinbaren.

Dienstag, 19. Juli 2016

Echauffierte Schimpftirade

Mein Herr besprach kurz mit mir, wie Fenris gefüttert werden soll, damit er an der Trinksklavin schnüffelt und sie nicht ungeplant auffrisst, weil er ja nicht allzu oft frisches Fleisch bekommt. Selbstverständlich will er sich an seine Abmachung mit der Sklavenhändlerin halten und hatte wohl gleich am Morgen nach der unbequemen Nacht unten am Sklavenring versucht, der Kajira ein paar Sachen klarer zu machen. Mal abwarten, ob es was gebracht hat. Wichtig für mich ist nur, mein Herr erwartet, dass sich das Ding an uns anpasst und nicht umgekehrt.

Da inzwischen einige Zeit verstrichen war, sah mein Herr es angebracht, sich bei der Händlerin mal nach seiner Bestellung von Badezutaten zu erkundigen, auch wenn die Fertigstellung des Badehauses wohl noch auf sich warten lässt. Leider öffnete auf mein Klopfen jedoch niemand, obwohl mein Bollern an der Haustür eigentlich hauptmannsmäßig laut war und ich schon ein schlechtes Gewissen bekam, die Gefährtin des Schmieds könnte verärgert sein, weil sie sich womöglich hingelegt hatte. Falls überhaupt zuhause, sie hatte jedenfalls einen sehr tiefen Schlaf, sodass unklar blieb, was denn nun Stand der Dinge war.

Eine Bestrafung wegen ruhestörendem Klopfen war also nicht zu befürchten und Alpträume deswegen auch nicht. Da träume ich doch viel lieber von meinem Herrn und schönen Dingen, die er mit mir macht. Neugierig wollte er breit grinsend übrigens wissen, ob in meinen Träumen auch so tolle Dinge vorkommen wie die, die er in der letzten Nacht mit mir gemacht hatte. Wie schade, aber auch schön, kaum hatte ich am Saum meiner Tunika gezupft und kess ein Bein etwas vorgestreckt, um meinem Herrn sein Eigentum möglichst vorteilhaft zu präsentieren und vielleicht……… tauchte die Gnädigste auf. Doch natürlich freute ich mich genau wie er sehr darüber, dass sie gesund von ihrer Reise in Sachen grüner Studien zurück war.


Wie erwartet, fragte sie nach Neuigkeiten, von denen es ja einige gab. Doch mein Herr druckste ein wenig herum über die gesunde Rückkehr des Brauereikriegers und fragte schließlich: „Hmmm… hmmm… Dita, was gibt es noch an Neuigkeiten?“ Den nicht verlängerten Gefährtenvertrag zwischen dem Schmied und der Händlerin erwähnte ich nicht, sondern erzählte stattdessen von der wieder voll entfachten Sammelleidenschaft meines Herrn, was ja aber eigentlich zu erwarten gewesen und somit nichts Neues war. Noch harmlos und nur mit hochgezogener Braue schaute die Gnädigste ihn an: „Ach, also wieder mal eine neue Sklavin?“ Oha, die Steigerung folgte allerdings umgehend nach seinen Erklärungen.

„Wie? Eine Freie hat sich in unserem Haus betrunken, ist besoffen eingeschlafen? Ich glaube es nicht! Und die hast du nicht gleich an Fenris verfüttert? Unfassbar!! Dass du die überhaupt ins Haus gelassen hast… hast du mal einen Moment an mich gedacht?!? Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich so eine unmoralische Frau im Haus haben will???“ Uff, die echauffierte Schimpftirade ging noch weiter, aber den Rest bekomme ich nicht mehr zusammen. Die sonst immer so sanfte Gefährtin meines Herrn war echt in Höchstform. Sämtliche Begründungen über nach Bestrafung schreiendem Benehmen und ich weiß nicht was noch alles mein Herr erwiderte, ließ sie nicht gelten, bis er ihr schließlich zusicherte, die Trinksklavin bei nächster Gelegenheit an die Sklavenhändlerin zu verkaufen... danach war sie zum Glück wieder wie immer.


Nachdem mein Herr mit der Information über die Vertragsverlängerung zwischen dem Schmied und der Händlerin für noch mehr gutes Wetter gesorgt hatte… ich hielt dazu übrigens meinen Mund und korrigierte ihn nicht, obwohl mir so war, als ob dies mangels Bestätigung wegen abwesender Ratsmitglieder nicht geklappt hatte und das Weib des Schmieds abreisen will oder schon abgereist ist…. war es nun wirklich Zeit für ein Getränk. Es ging also zum Hafen, wo ich mich dann um zwei Paga mit Berg für meinen Herrn und den Händler sowie zwei Kalana für den Schmied und die Gnädigste kümmern durfte. Als hätte ich es geahnt, die Füllmengen der beiden Paga waren an diesem Tag besonders wichtig. 

Der Händler hatte nämlich ein Problem mit seiner Nase… er nahm irgendwelche schlechten Gerüche wahr, allerdings nur er. Alkoholische Ablenkung war daher sicherlich nicht verkehrt. Viel unangenehmer fand ich jedoch, was meinem Herrn jetzt blühte. Die erste Schimpftirade seiner Gefährtin hatte er noch weitestgehend von sich abprallen lassen, doch Nummer 2 bahnte sich nun an, als der Schmied über den Sachstand seines Gefährtenvertrags mit der Händlerin berichtete… es war nämlich genau wie von mir vermutet. Doch diesmal blieb es bei verdutzten Ausrufen, einem giftigen Blick in Richtung meines Herrn und zuletzt feucht werdenden Augen, weil die Händlerin doch eine sehr gute Freundin der Gnädigsten ist. 

Mein Herr versuchte sich umgehend in Schadensbegrenzung: „Hmmmmm… hmmm… hab ich wieder etwas missverstanden? Mir ist da wohl irgendetwas durcheinander gekommen. Schmied, wir machen einfach einen neuen Termin.“ Wie gut, dass der Schmied den unterschriftsreifen Vertrag seit einiger Zeit anscheinend mit sich herum trug, den er nun zücktem denn es waren ja sogar 2 Ratsmitglieder anwesend. Ok, den Händler zog es plötzlich in seine Felle. 

Aber egal… mein Herr schickte mich los, um etwas zum Unterschreiben zu holen, was aus dem Kriegerhaus schnell beschafft war und dann malte er in seiner typischen, etwas ungelenken Schönschrift seinen „Kintradim“ unter den Vertrag. Puhhh, alles war wieder gut und die Gnädigste benötigte keine Keule mehr für meinen Herrn… der Schmied hatte ihr nämlich angeboten, eine zu schnitzen. ;-)

Montag, 18. Juli 2016

Das Sammeln geht weiter

Mein Herr war mit seiner Neuen bereits irgendwo in der Stadt unterwegs, sodass ich mich mit dem Spülen des Geschirrs noch mehr als sonst beeilte. Dabei war es lustig, dass zwischendurch ein paar Seifenblasen aufstiegen. Schließlich fertig mit meiner Hausarbeit, war ich allerdings erst ein wenig unentschlossen, in welche Richtung ich denn nun laufen sollte, um meinen Herrn zu finden. Seine favorisierten Ziele sind ja strategisch günstige Plätze, d.h. entweder vor dem großen Stadttor, am Hafen oder auf dem Marktplatz. An diesem Tag war es allerdings auch möglich, dass er der Sklavenhändlerin einen Besuch abstattete, denn er hatte ihr doch am Vorabend erzählt, dass er eine neue Kajira für sie hat.


Offensichtlich war mein Riecher richtig, denn ich war noch nicht ganz beim Eingang des Händlerhauses, als mein Herr mir auf der Außentreppe entgegen kam. „Dita, was treibst du dich hier herum?“ Was für eine doofe und in meinen Augen vollkommen überflüssige Frage… oder zumindest bislang war sie überflüssig gewesen, da mein Herr mich normalerweise bei sich haben wollte. Oha, hatte sich dies mit seiner Neuen womöglich geändert? Quatsch, warum sollte es... außerdem schien er sie wie angekündigt abgeliefert zu haben, denn sie war nirgends zu sehen. 

Damit lag ich allerdings komplett daneben und kassierte bei meiner Nachfrage, gefolgt von einem „das würde dir gefallen...“ auch gleich eine Kopfnuss. Kleinlaut beeilte ich mich daher zu ergänzen, dass es mir gänzlich fern liegt anzunehmen, es würde nach mir gehen und nicht einzig darum, was meinem Herrn gefällt.

Es stellte sich heraus, die Sammelleidenschaft meines Herrn war ungebremst wie eh und je und seine Behauptungen dazu spurlos verpufft. Er hatte nämlich gerade eine weitere Reisesklavin bei der Sklavenhändlerin abgeliefert und nicht die Rothaarige, wie ich angenommen hatte, die wo auch immer steckte und sich eigenartigerweise immer verdrückt, wenn ich auftauche… zumindest kommt es mir so vor. Doch da täusche ich mich bestimmt. Oder muss mein Herr überlegen mich zu verkaufen, wenn ich so einen ungünstigen Einfluss auf seine Sammlung habe? Pahhh, Unsinn! Gut, dass es ihn nun in die Unterstadt zog… diesmal allerdings nicht zum Hafen, sondern auf den Marktplatz... und ich auf andere Gedanken kam.


Es gab nämlich Gerüchte, der Brauer sei von seiner Handelsreise zurück und das stimmte tatsächlich. Eine perfekte Gelegenheit also, vielleicht ein paar Neuigkeiten aus dem Norden zu erfahren. Während sich die beiden Krieger darüber unterhielten, wer wem wie stark beim nächsten Training die Hosenträger straff ziehen wird und über die guten Geschäfte des Brauers, der erstaunlicherweise auch Met eingekauft hatte, obwohl dieses süße Zeugs in Jorts eigentlich nicht getrunken wird, räumte Luna komplett verschwitzt, zwischendurch mehrfach Brunnenwasser trinkend und Gesichtsbäder nehmend noch die letzten Kleinigkeiten von dem großen Karren. Als sie schließlich schnaufte, um das schwere Ding zum Hafen zu fahren, gab mein Herr mir den Befehl, zu helfen. Doch das lehnte sie ab... wenn sie von Hadi keine Hilfe bekommen konnte, dann wollte sie gar keine und es lieber alleine machen.

Wie immer, wenn irgendwo ein paar Freie zusammenstehen, füllte sich der Marktplatz auch diesmal so nach und nach. Erst tauchte die Schreibkundige auf, dann der Sattler und zuletzt die Sklavenhändlerin mit ihrem Neuzugang, der Reisekajira, die mein Herr an diesem Tag vor meinem Eintreffen abgeliefert hatte. Bevor die Herrin auftauchte, musste er allerdings ins Gebüsch verschwinden, hatte mir vorher jedoch noch befohlen, dass er seinen Flüssigkeitshaushalt danach mit einem Paga aufzufüllen gedenkt, sodass ich mich mit seinem Pagabecher in den Händen auf seine Rückkehr wartend etwas seitlich kniete. Lieb fand ich von Laya, dass sie sich bei mir erkundigte, ob es mir gut geht, was ich selbstverständlich eifrig bejahte, denn sie meinte, ich sähe irgendwie traurig aus... war ich aber nicht.


Da sich der Gebüschaufenthalt meines Herrn offensichtlich etwas hinzog, kam ich der Aufforderung der Sklavenhändlerin nach und erklärte ihrer Neuen zusammen mit Laya, wo sie in der Gasthausküche alles finden kann... zumindest versuchte ich es. Doch so wie sich das Gesicht dieser Kajira schlagartig verfinsterte, als ich mich vorstellte und erzählte, wem ich gehöre, war sie offensichtlich schlecht auf mich zu sprechen… aber egal. Inzwischen muss die Rothaarige meines Herrn mein Verschwinden im Gasthaus abgepasst haben, um wieder bei ihm aufzutauchen. Jedenfalls waren von draußen seine und ihre Stimmen plötzlich zu hören, während die Reisekajira immer wieder von Blackwine anfing und ob der Händler damit handelt. Keine Ahnung, außerdem waren wir in Jorts und nicht in Thentis! 

Kein Wunder also, dass ich bei meiner dritten Verneinung lauter wurde… diese Sklavin nervte langsam mit ihren Fragen nach Blackwine. Vor allem wollte ich nicht schon wieder eine Kopfnuss von meinem Herrn kassieren, wenn ich ihm nicht endlich seinen Paga servierte. Schließlich konnte man bei dem Gebrüll der Kajira zuletzt aber doch noch annehmen, dass sie kapiert hatte. Laya fühlte mit mir und kümmerte sich weiter um die Gasthauserklärungen, denn sie befürchtete genau wie ich, mein Herr könne womöglich verdursten. Die Neue meines Herrn tauchte nämlich nicht auf, um ihm seinen Paga zu holen, sondern kniete dicht an ihn gequetscht links neben ihm, als ich auf die Terrasse kam. Vollkommen grün hinter ihren Kajiraohren, unternahm sie auch nichts, um zurück zu rutschen, sodass sie etwas unsanft mit meinem Knie Bekanntschaft machen musste.


Puhhh, es gab keine Kopfnuss, nicht mal einen Patscher, und der Paga war auch nicht zu warm geworden. Ich lernte, zu warm gibt es nicht, nur zu wenig! Da es inzwischen ziemlich spät geworden war, trank mein Herr recht zügig und machte sich dann auf den Heimweg, denn es stand noch die Begrüßung mit der Kurt an. 

Tja, leider zeigte sich erneut die Natur dieser Sklavin… selbst nach dem 11. Schlag noch. Mein Herr warf die Kurt auf den Boden, befahl mir sie liegen zu lassen und außerdem: „Dita, die Nackte schläft hier unten am Sklavenring… kette sie ordentlich fest.“ Ein Befehl, dem ich natürlich umgehend nachkam. 

Oben vor dem Lager auf dem schönen weichen Fell kam mir noch ganz kurz in den Sinn, wie unbequem diese Nacht unten für das dumme Ding werden würde, das offensichtlich immer noch nicht ihren Status verinnerlicht und anscheinend nichts kapiert hatte. Doch diese Überlegungen verpufften schlagartig mit den wundervollen Berührungen meines Herrn, mit dem er mir zeigte, wie hilflos ausgeliefert ich ihm bin......... ;-)