Donnerstag, 1. September 2016

Diebstähle

Das Waffentraining war in dieser Hand ganz gut besucht, allerdings wurde den zahlreich zuschauenden Weibern wenig geboten, da der Kampfgeist des Brauers und des Landsitzkriegers eher lahm bis nicht vorhanden war und beide bei den Frauen herumlungerten… ähhmmm… den Frauen am Rand der Wiese Gesellschaft leisteten, während mein Herr mit dem Bauern trainierte. Für mich war die Gelegenheit natürlich perfekt, den Blicken der kampflahmen Männer als Alternative zu drei verschleierten, keinerlei Haut zeigenden Herrinnen etwas zu bieten, indem ich meinen Po aufreizend heraus reckte, damit das fast Nichts an knappem Stoff auf meinem Allerwertesten noch ein bisschen tiefer herunter rutschte und mehr Haut zu sehen war. 

Leider habe ich hinten ja keine Augen und bin mir daher unsicher, wohin der Landsitzkriegers sah und ob sein anerkennend klingender Pfiff vielleicht mir galt? Die Trainingsleistungen meines Herrn veranlassten den Rarius jedenfalls wohl eher nicht zum Pfeifen, zumindest nicht auf diese Art… er war nämlich wieder sehr darum bemüht, das herrliche Rot seiner Kriegerkleidung dem Grün der Gnädigsten anzupassen, die übrigens im hohen Gras unter dem großen Baum ziemlich getarnt hockte. Aber vielleicht habe ich mich auch getäuscht, zumal ich meine Ohren spitzte, um mitzubekommen, worüber sich die Frauen unterhielten.

Hauptthema der drei Weiber war anscheinend eine Anzeige wegen Diebstahl, weil sich irgendwelches Gesindel bei der Mühle herumgetrieben und offensichtlich die Blumenfrau beklaut hatte. Die Freie hatte sogar Anzeige erstattet und war anscheinend mehr als froh über das Angebot des Bauern, ihr einen Wachsleen auszuleihen. Wenn sie das Viech vor ihrer Haustür ankettet, müsste sie nämlich relativ sicher sein und ihre Blumen auch, denn Sleens sind ja bekanntlich keine Vegetarier.

Für mich nicht so ganz nachvollziehbar ist aber sowieso, warum diese alleinstehende Freie in die abseits gelegene Mühle eingezogen ist und nicht lieber in eine kleine Unterkunft in der Oberstadt, mit dem Schutz der auf der Stadtmauer patrouillierenden Wachen. Blumen hin oder her, ein am Waldrand gelegenes Haus der Unterstadt, kann natürlich leicht zum Ziel für Gesindel werden. Wobei die Frau wohl auf einen ganz alten Trick hereingefallen ist und sich von einer Freien ablenken ließ, während deren Sklavin zum Klauen nur ihre Unachtsamkeit abwartete.

Ziemlicher Mist war, dass es plötzlich so aussah, als ob ich leider mal wieder das Los des Sündenbocks gezogen hatte. Nein, nicht für den Diebstahl… mein Herr gab mir die Schuld am Motivationsmangel der Krieger. „Dita, kaum bist du da, hört das Training auf“, behauptete er nämlich, nahm mir das zu meiner großen Erleichterung aber anscheinend doch nicht krumm. Offensichtlich schien ihm meine Nähe zu gefallen, denn er wuschelte nicht nur herrlich sanft durch meine Haare, sondern benutzte auch wieder die schöne Bezeichnung „meine Sklavin“ für mich. 

Mangels anhaltendem Trainingsgeist wurde das Schwertfuchteln an diesem Tag letztendlich recht schnell beendet und ging in Sauftraining über, bei dem mein Herr sich selbstverständlich aber gewaltig zurück hielt, da er leider wieder eine doofe Nachtwache erwischt hatte. Auf seine Frage an die Krieger, ob vielleicht jemand die Wache mit ihm tauschen möchte, herrschte logischerweise erst einmal ausgiebiges Schweigen. Der Bauer und der eh meistens stumme Brauereikrieger blieben auch schweigsam, doch der Landsitzkrieger erklärte sich bereit, die Wache zu teilen: „Ich übernehme die Hälfte deiner Nachtwache... also die Nacht. Die Wache kannst du dann behalten.“ Na toll, nicht wirklich hilfreich, aber trotzdem ein Angebot, das mein Herr jedoch nicht annahm.


Bevor er zum Wachdienst aufbrechen musste, war übrigens das Benehmen der würfelnden Händlerin Gesprächsthema, die mir ihrer großen Bestellung von Waren reichlich Unmut wegen Unzuverlässigkeit auf sich gezogen hatte. Der Bauer hatte wohl alles am nächsten Tag auf einen Karren geladen und zum Hafen transportiert, doch anscheinend war das Weib inzwischen  verschwunden, obwohl sie im Gasthaus übernachten wollte und ständig von ihrem Einzelzimmer gesprochen hatte. Der Karren mit sämtlichen aufgeladenen Säcken musste jedenfalls wieder retour zum Hof. Der Bauer war verständlicherweise darüber ziemlich sauer, sodass er den Allerwertesten der Frau Bekanntschaft mit seiner Peitsche machen lassen will, sollte sie in Jorts noch mal auftauchen… wobei die Idee des Landsitzkriegers, die Händlerin auf dem Hof Tarskscheiße schaufeln zu lassen, auch nicht schlecht war.

Der eigentliche Grund, warum das Weib das Weite gesucht hatte, muss ihr Diebstahl gewesen sein. Mit meinem Herrn schließlich über den Kaufpreis der Robe einig geworden, hatte er wie immer zur Bezahlung seines Getränks Münzen auf den Tisch gelegt, bevor wir nach Hause aufgebrochen waren, an denen sich das Weib später vergriffen hatte. 

Entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten war das Trinkgefäß meines Herrn diesmal nämlich nicht von mir abgeräumt worden und ich hatte die Tarskbit auch nicht in der Gasthausküche deponiert. Vielleicht verständlich, dass ich zu dieser späten Ahn einfach zu müde dafür gewesen war, nachdem ich den ganzen Abend hin und her sausen musste, um alle Gäste mit Getränken zu versorgen. 

Außerdem kam Luna beim Aufbruch gerade mit einem Nordmann angewackelt. Da die Blumenfrau und der Fremde die Straftat bezeugen können, ist die Gefahr einer Bestrafung wegen Diebstahls und möglicherweise sogar Verlust einer Hand groß, sollte die Händlerin noch einmal in Jorts auftauchen. Luna faselte auch noch irgendetwas davon, nicht auf ihrem Recht bestanden zu haben, weil die Diebin damit drohte, sie zu töten und die Münzen einfach behielt. 

Doch irgendetwas muss ich falsch verstanden haben… für eine Sklavin gibt es kein Recht und auf etwas bestehen kann eine Kajira auch nicht. Ok, Luna vielleicht… aber das ist ein anderes Thema und geht mich auch nichts an. Außerdem gab es an den guten Absichten des Mädchens wirklich nichts auszusetzen und ihre Hinweise waren zum Besten der Frau gedacht gewesen. 

Als es gestern leider schon recht früh Zeit zum Aufbruch für meinen Herrn war, weil er vor der Nachtwache noch sein Proviantpaket zuhause abholen musste, habe ich seinen leeren Kelch jedenfalls wieder wie immer in die Gasthausküche gebracht und die darin befindlichen Münzen an den dafür bestimmten Platz gelegt.

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