Montag, 31. Oktober 2016

Nur ein schlechter Traum

Ich gestehe ich war ziemlich abwesend, denn ein schrecklicher Alptraum wegen der bevorstehenden Strafe, weil Laya und ich die Schuld dafür bekommen hatten, dass die Opfertiere vergammelten, ging mir einfach nicht aus dem Sinn. Ich hatte erst bis zum Hals in einem übel riechenden Misthaufen gesessen und war danach von meinem fies grinsenden Herrn in ein riesiges Fass ohne Boden mit verfaulendem Gammelfleisch gesteckt worden, in dem ich zu versinken drohte, weil niemand mir half. Kurz bevor ich erstickte, wurde ich jedoch panisch nach Luft schnappend zum Glück wach. Ekelige Details spare ich mir hier besser, doch meine geistige Abwesenheit nach solch einem Traum ist wohl nachvollziehbar.

„Bita, was lungerst du da herum?“ holte mein Herr mich in die Gegenwart zurück und ich beeilte mich zu beteuern, dass mir Herumlungern selbstverständlich gänzlich fern lag. Über meinen Alptraum wollte ich jedoch lieber kein Sterbenswörtchen verlieren. Um eine Erklärung für mein Verhalten ringend bemerkte ich nun, dass die Gnädigste am Schreibtisch meines Herrn im Sitzen ein Nickerchen hielt, sodass ich ergänzend schnell noch etwas über „wollte nicht stören“ stammelte. Dabei schreckte sie allerdings von ihrem Buch hoch, sodass ich den wirklich gut gemeinten Rat von mir gab, sie sollte vielleicht früher schlafen gehen oder länger ausschlafen.

Mein Herr wuschelte mir inzwischen herrlich sanft durch die Haare… ein wirklich tolles Gefühl, bei dem es mich ganz warm durchströmte. Bis auf die angekündigte Bestrafung an diesem Tag war also alles gut… dachte ich jedenfalls… doch mein freundlich gemeinter Rat war leider Anlass für meinen Herrn, mich nun anzubrummen, ob ich etwa seine Gefährtin belehren will. Args, ich war doch wirklich nur besorgt gewesen! Ich glaube übrigens, ist es zuvor noch nie vorgekommen, dass die Gnädigste meinem Herrn widersprochen hat, doch in diesem Fall nun ergriff sie Partei für mich!! „Es war keine Belehrung, mein Gefährte, denn sie hat ja Recht und ich werde ihrem Rat heute folgen und mich früher zurückziehen.“

Total erleichtert bedankte ich mich, gab allerdings zu bedenken, dass mit zu frühem Schlafengehen möglicherweise das Verpassen der Ekelaktion mit verwesendem Gammelfleisch im Fass einhergehen könnte. Die Gnädigste war sichtlich irritiert und mein Herr stellte fest: „Na Bita, du hörst wohl nicht zu, wenn ich rede… ich hab doch gesagt, dass der Sleenkäfig sauber gemacht wird!“ Oje, das hatte ich tatsächlich nicht mitbekommen, war nun aber unvorstellbar erleichtert, da dies ja eh zu meinen Aufgaben gehört, falls die Zweitkajira meines Herrn anderweitig beschäftigt ist. „Bita, so eine harte Strafe wie das Ekelfass hast du nicht verdient“.

Da ich annahm, irgendein besonders gemeiner Teil meiner Strafaufgabe käme vielleicht noch oder mindestens ein unangenehmer Kopfpatscher der Sorte fies, war ich natürlich auf der Hut. Doch erneut spürte ich die Hand meines Herrn sehr sanft durch meine Haare streichen, während er die Gnädigste darüber informierte, dass er mich nicht beschädigen möchte, weil er mich so mag wie ich bin… ohne Bissspuren seines Sleens oder Ähnlichem und ich ihm für irgendwelche Experimente dieser Art auch zu wertvoll bin. Hach… so gemocht zu werden, war wirklich ein unbeschreibliches Gefühl, das mich förmlich dahin schmelzen ließ.

Wie gut, dass Laya keine Drückebergerin ist und die Reinigungsaktion gemeinsam mit mir in Angriff nahm, während ihr Herr mit anderen wichtigen Dingen beschäftigt war. Sie glaubte allerdings, wir sollten nicht nur den Käfig, sondern auch Fenris waschen. Doch davon hatte mein Herr nicht mehr gesprochen und es war in meinen Augen auch überflüssig, denn ein wild lebender Sleen wird auch nicht gewaschen, sondern kümmert sich um seine Körperpflege selbst. So wie Fenris mich anfauchte, war er sowieso nicht allzu gut gelaunt. Es war also äußerste Vorsicht angesagt und Laya musste sogar die Distanz zu ihm erhöhen, weil er sie noch viel ungehaltener anfauchte als mich.

Zum Glück befahl mein Herr seinen ungeduldig mit den Tatzen scharrenden Sleen dann zu sich, sodass Laya und ich freie Bahn für die gründliche Käfigreinigung hatten. Es lohnte sich an diesem Tag ganz besonders, denn Fenris hatte vor lauter Freude über unseren Anblick noch einen besonders stinkenden Extrahaufen hinterlassen. Übrigens erst die Entscheidung, dass ich ihm noch einen Extrahappen aus dem Fass zuwarf, mit dem er eine Weile schmatzend und Knochen knackend beschäftigt war, ermöglichte es Laya, sich auf dem Weg zum Brunnen an ihm vorbei zu quetschen, nachdem er mit seinem langen Schwanz versucht hatte, nach ihr zu schlagen.


Mein Herr war natürlich nicht begeistert darüber, dass sein Sleen zuletzt noch den Larmabaum bewässerte, denn es war zu befürchten, die daneben stehende Sitzbank könnte besprenkelt worden sein. Allerdings blieb das frische Stroh dadurch vorerst trocken, nachdem ich Fenris mit einem weiteren Gammelfleischhappen zurück in den Käfig gelockt hatte, wo er wie immer die frische Sauberkeit erst einmal ausgiebig beschnupperte. Anscheinend befand er alles für gut, denn es dauerte nur wenige Ehn bis er sich hinlegte und einschlief. Danach stand nur noch an, die mit dem ausgemisteten Stroh gefüllten Eimer auf die Stadtmauer zu schleppen.


Der Dreck war im hohen Bogen schnell die Klippen herunter gekippt, sodass ich genau wie Laya nun meine Eigenreinigung in Angriff nehmen durfte. Mein Herr war wohl ganz zufrieden damit, wie schnell wir unsere Strafarbeit erledigt hatten und um ihn besonders zu erfreuen, zumal er ja auch von sämtlichen fiesen Ideen Abstand genommen hatte, betupfte ich mich zuletzt noch mit einem Hauch Sklavenparfüm aus der kleinen Flasche, die ich zusammen mit einigen anderen mir sehr wichtigen Schätzen aus dem Haus meines verschollenen Herrn gerettet hatte. 

Hach, es wurde ein toller Abend, den mein Herr sichtlich genoss… zwei nackte anschmiegsame Kajirae neben sich, ihren betörendem Duft in der Nase und einen von seinem Eigentum mit Hingabe servierten Paga im Becher… na, wenn das kein Höchstgenuss war! ;-))

Sonntag, 30. Oktober 2016

Endlich…

…sollte mein Herr hoffentlich einige Tage keinen Wachdienst haben. Entsprechend glücklich strahlte ich ihn an, fragte aber vorsichtshalber trotzdem nach, ob sich womöglich etwas geändert hatte, was zum Glück aber nicht der Fall war. Natürlich fand ich das supertoll, erhielt aber keine Gelegenheit mehr, lange meiner Freude zu frönen, denn nun traute ich meinen Augen kaum, als hinter meinem Herrn genau in dieser Ihn die Gnädigste auftauchte. Tagelang hatte ich sie nicht gesehen, sodass ich ungläubig nachfragte, ob sie etwa mit meinem Herrn auf Wache gewesen war und die Grüne etwas über stets zwei Schritte hinter ihm drucksen hörte. 

Doch fast empört stritt mein Herr ihre Begleitung sofort ab… klein gemacht hin oder her, das hätte er mitbekommen, weil sie nicht zu übersehen war. Dabei fiel mir prompt das Weib des Landsitzkriegers mit ihren ausladenden Formen wieder ein, die mindestens das Doppelte der Gnädigsten ist und ihr beim letzten Besuch in Jorts sehr freizügig zur Schau gestelltes, nacktes Dekolletee. Mein Herr interessierte sich sofort dafür, ob der Hals dieser Frau zu sehen gewesen war, doch genau das war trotz des über ihren üppigen Brüsten weit auseinander klaffenden Umhangs leider nicht der Fall gewesen. Gekniet hatte sie zumindest in der Öffentlichkeit auch nicht, obwohl sie ihrem Gefährten ein Getränk serviert hatte, weil ich doch erst so spät im Gasthaus eingetroffen war.

Um ihn vorzubereiten erwähnte ich in meinem kurzen Bericht über die letzten Tage übrigens lieber gleich, dass der Brauer mit meinem Herrn sprechen möchte. Ich deutete auch gleich an, wie sich die Reste eines Gesprächs des Herrn mit dem Landsitzkrieger angehört hatte, nämlich so als ob sich der Heimsteinfremde in Jorts noch rarer machen will als sowieso schon. „Hmmm… ich werde ihn wohl auf dem Land besuchen müssen und notfalls in seinen Hintern treten, wenn er nicht mal mehr zum Training hier auftauchen will… auf Bita, anziehen!“ brummte mein Herr nicht wirklich begeistert, sodass ich mich beeilte. Es zog ihn natürlich in die Unterstadt, um von seinem Freund vielleicht Weiteres zu erfahren.

Wir kamen nur bis zum Hafen, wo sich der Brauer gerade auf ein Ale niederlassen wollte, was meinem Herrn perfekt in den Kram passte, um nach den vielen Spätwachen sein Pagadefizit auszugleichen. Leider bestätigte der schöne Herr meine Vermutungen über den Landsitzkrieger: „Er schimpfte über die Windverhältnisse. Ich soll dir ausrichten, dass er erstmal nicht mehr zum Training kommt, weil es den weiten Weg vom Landsitz hierher nicht wert wäre, wenn die Winde alle seine Bemühungen zunichtemachen.“ Na toll, klang nach fauler Ausrede… leiden nicht ab und an alle Krieger unter dem Wind? Das Sensibelchen sollte auf seinem Landsitz lieber weniger Bohnen essen. Obwohl mein Herr natürlich kein Windmeister ist, will er trotzdem versuchen, die Priesterkönige von besserem Wetter zu überzeugen.

Die Neuigkeiten über den Besucher aus Belnend mit der Information über die Vorliebe des belnendschen Kommandanten für Waldurlaube auf Knien, einen Nordmann, der sich dafür interessierte, sich in Jorts niederzulassen und den anderen Nordmann mit dem Namen meines verschollenen Herrn waren schnell berichtet und auch der Vortrag des empörten Landsitzkriegers erwähnt, wie man mit Opfertieren umzugehen hat. Mein Herr brach über das Dozieren des Windsensibelchens selbstverständlich nicht in Begeisterung aus, zumal er außerdem behauptet hatte, mein Herr könne den Unmut der Priesterkönige jetzt nur noch mit Münzen abwenden. 

Nachdem es für den Brauer dann bald wieder Zeit geworden war, nach seinen Kesseln zu schauen, wurde die Runde am Hafen übrigens nicht kleiner, da sich inzwischen die Schreiberin dazu gesellt hatte. Der Frau war es anscheinend sehr wichtig, besonders rechtzeitig einen Termin für ihren Heimsteinschwur mit meinem Herrn abzustimmen, sofern keine Einsprüche mehr kommen und auch der Stadtrat mit ihrem Schwur einverstanden ist. Irgendwie klar, dass die Aussicht auf die damit verbundene Feier meinem Herrn außerordentlich gut gefiel und er prompt überlegte, wann er mit dem Fasten beginnen soll, damit er bei den leckeren Speisen ordentlich zulangen kann. 


Außerdem sinnierte er darüber, ob er sich mit einer 2 Ahn oder doch lieber mit einer 3 Ahn langen Rede für die entsetzlich langweilige Prozedur der schrecklich in die Länge gezogenen Schreiberprüfung dieses Weibs revanchieren soll, bei der seine Anwesenheit nicht zu vermeiden gewesen war. Merkwürdig fand ich, dass die Frau sich doch tatsächlich erdreistete, ihm zu erklären, dass es bei einer Rede nicht auf die Länge ankommt, sondern auf den Inhalt und für eine kurze, aber aufschlussreiche plädierte. Pahh… was bildete sich dieses neugelehrte Weib eigentlich ein… mein Herr hält doch nicht zum ersten Mal eine Rede!

Wie gut, dass Männer in der Lage sind, an weiblicher Besserwisserei einfach vorbei zu hören und mein Herr sich schließlich an mich wandte: „Ich denke, zwei Ahn als Rede sind angemessen… vielleicht auch drei… oder ich belass es bei einer Ahn… aber mit weniger wäre der Sattler sicherlich nicht zufrieden… Bita, magst du lieber meine langen oder meine kurzen Reden?“ Na, was für eine überflüssige Frage! Ich beteuerte schnell, dass aus den langen Reden meines Herrn fast immer ziemlich kurze geworden waren, weil er seine Notizen vergessen hatte und dass seine Reden immer gut sind, egal ob lang oder kurz, mit oder ohne Notizen, denn er ist einfach ein toller Redner und außerdem mein Herr.

Während ich mich dabei an ihn schmiegte und mit schmelzendem Blick zu ihm aufschaute, reichte der Sattler mir ein Tuch. Args… es erforderte reichlich Beherrschung, doch bin ich natürlich wohlerzogen und daher gelang es mir ganz gut so zu tun, als würde ich hinter mir eine nicht vorhandene Schleimspur wegwischen. Meinen Herrn anzuhimmeln ist nämlich nie verkehrt, trotzdem wollte ich den Handwerker selbstverständlich nicht brüskieren. Da es nach Meinung des Herrn viel zu wischen gab, tat ich entsprechend so als ob, reichte ihm das Tuch dann aber zurück mit dem Hinweis, es sei jetzt gut ausgewedelt.

Leider sah mein Herr in mir schon wieder die Schuldige, sollte mit seiner Rede irgendetwas nicht so klappen wie geplant und lieferte dem Sattler das Stichwort, erneut die vergammelten Opfertiere anzusprechen. Der Kerl tat doch tatsächlich so, als ob der Landsitzkrieger die Schuld alleine bei meinem Herrn gesehen hatte und dass er den Zorn der hohen Herren nur noch mit Münzen abwenden kann. Pahhh, ich war mir sehr sicher, der Krieger hatte im Plural gesprochen! Wie zu befürchten ging es nun um Ersatzopfer und die Strafe für Laya und mich. 

Immerhin kam es für meinen Herrn nicht in Frage, mich zu opfern. Wäre ja auch doof für ihn, wenn er seine fiese Ader nicht mehr an mir auslassen kann. Aber unser Bad im Misthaufen wurde erstaunlicherweise ebenfalls verworfen, genauso wie das Tauchen im Fass mit den stinkenden Abfällen für Fenris. Wir wurden nur dazu verdonnert, den Sleenkäfig besonders gründlich zu reinigen, eine ekelige Arbeit, die sowieso zu meinen Aufgaben zählt.

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Kein Opfer und ein geschockter Sündenbock

Die Opfertiere machten mir langsam Sorgen, denn obwohl sie im Schatten der Stadtmauer lagen, verströmten sie inzwischen unangenehmen Geruch. Während der einfach nicht enden wollenden Spätdienste meines Herrn sah ich ihn zwar kaum und hielt unwichtige Dinge selbstverständlich auch von ihm fern, doch sein geplantes Opfer an die Priesterkönige war natürlich nichts Unwichtiges. Nach meinem Hinweis entschied er dann, dass die Viecher ins Fass sollten, denn Fenris ist ja ein Fan von ekeligem Essen. Auf der Suche nach einem Sündenbock für das fehlgeschlagene Opfer kam ihm leider meine Abneigung gegen das Ausnehmen von Tieren in den Sinn, denn ich musste mir anhören, das Ganze wäre nicht passiert, wenn man die Innereien entfernt hätte. 

Pahhh, warum sollte ich mal wieder Schuld sein oder ein schlechtes Gewissen haben? „Was wäre das denn für ein Opfer an die Priesterkönige, wenn es unvollständig ist, mein Herr?“ gab ich sofort zu bedenken. Na gut, letztendlich musste ich eingestehen, mit seinem „kein Opfer ist schlechter, als ein schlechtes Opfer“ hatte mein Herr natürlich Recht und mir wurde leider klar, dass es inzwischen wahrscheinlich zu spät war, noch etwas gegen die herannahende, fieskalte Jahreszeit zu unternehmen. Nachdem ich zuhause alle wichtigen Arbeiten erledigt hatte, sah ich am nächsten Tag jedenfalls zu, diese ekelige Kadaver-ins-Fass-Arbeit so zügig es ging hinter mich zu bringen, bevor noch Beschwerden wegen üblem Gestank auf mich niedergingen.

Dass nach solch einer fiesen Tätigkeit ausgiebiges, sehr gründliches Reinigen angesagt war, muss ich sicherlich nicht näher erläutern. Mist war nur, irgendwie lief mir die Zeit davon und ich verpasste das Waffentraining. Mein Herr konnte wegen seiner Wache zwar nicht teilnehmen, dennoch hätte ich den anderen Kriegern gerne beim Schwertfuchteln zugeschaut. Ich war sogar so spät dran, dass der Brauer und der Landsitzkrieger bei meinem Eintreffen am Gasthaus bereits mit Getränken versorgt auf der Terrasse die Kissen platt saßen. Wobei die beiden Krieger bei diesem Training anscheinend besonders schnell müde geworden waren, das Gemetzel auf der Wiese allzu lange fortzusetzen, was für zwei so gut aussehende, nach Aussage des Brauers aber alte Knacker wohl nichts Ungewöhnliches war.

Mir ist zwar klar, wie wenig bis gar nicht es meinem Herrn gefallen wird, doch ich fand es trotzdem nett, vom Brauereikrieger immer noch „Dita“ genannt zu werden und besonders schön, dass nicht nur der Händler und der Sattler, sondern auch der Landsitzkrieger mich inzwischen wieder „Dina“ rufen. Die Herren haben von der merkwürdigen Namensgebung meines Herrn wahrscheinlich die Nase voll und den Überblick verloren, welcher Buchstabe inzwischen der aktuelle ist. Nun sind es also schon vier Freie, die sich weigern, sich das „B“ zu merken und drei, die sogar das „ita“ ignorieren, egal mit welchem Anfangsbuchstaben.

Leider hatte ich nicht mitbekommen, worum es genau ging, als der Landsitzkrieger den Brauer fragte, ob dieser meinem Herrn seinen Beschluss wegen des Trainings ausrichten kann. Doch nach seinem Hinweis schwante mir einiges: „Wenn er mich für irgendeinen Krieg braucht, weiß er ja, wohin er einen Boten schicken muss.“ Ich bin mir ziemlich sicher, mein Herr wird über diese Information nicht begeistert sein. Die Männer erörterten das Thema dann allerdings nicht mehr weiter, weil am Eingang zur Terrasse nun ein Fremder auftauchte, der sich nach einer einladenden Geste des Brauers dazu setzte. 

Während ich dem Sattler seinen Paga servierte, bekam ich die Bewegung am Terrasseneingang übrigens lediglich am Rande mit, doch dann nannte der Reisende seinen Namen und veranlasste mich, vor Schreck fast den Pagabecher fallen zu lassen: „…wenn ich mich vorstellen darf, ich bin Lucius.“ Nach Luft schnappend, weil mein Kajiraherz erst aussetzte und dann in wildem Stakkato einen Stepptanz in meinem Innern aufführte, vergaß ich schlagartig den Sattler und sein Getränk und starrte den Besucher mit weit aufgerissenen Augen an… doch leider war ER es nicht!

Der Besucher hatte weder die Stimme meines verschollenen Herrn noch sah er ihm auch nur ansatzweise ähnlich… es war nur ein Nordmann, der von seinen Eltern zufälligerweise denselben Namen erhalten hatte. Aus welchem Dorf er stammte, wohin seine Reise ging und warum er überhaupt reiste, blieb unklar und der Landsitzkrieger murmelte: „Aii, es wird Winter, da machen die Nordmänner immer Reisen.“ Es kostete einige Kraft, doch letztendlich hatte ich mich wieder im Griff und tröstete mich damit, mein ehemaliger Herr gilt weiter als verschollen, solange niemand von seinem Tod berichtet… und sein Tarn Carolus ist auch nicht ohne ihn zurückgekehrt.

Da der Fremde nun das noch herrlich milde jortssche Klima erwähnte, erinnerte der Sattler sich plötzlich leider an die Opfertiere, sodass ich kleinlaut eingestand, sie im Fass entsorgt zu haben, weil sie schrecklich stanken. Außerdem waren sie sleengerecht vorgegammelt und bereits so morsch, dass ein Opfer im ganzen Stück echt nicht mehr ging, zumal dem kleineren Viech schon von alleine ein Bein abgefallen war. Wie sollte es anders sein, natürlich bekam ich vom Sattler jetzt die Schuld: „Das kommt davon, weil ihr die auf dem Marktplatz liegen lassen habt, Dina… du und Laya!“ Ok, Laya auch, aber die war ja nicht da.

Der sichtlich verärgert wirkende Landsitzkrieger kommentierte dieses Thema ebenfalls: „Ihr werdet nun keine Tiere mehr opfern können. Die Priesterkönige erwarten, dass wir mit Respekt mit der Natur umgehen und ihnen Dinge opfern, die einen Wert für uns darstellen… was Tiere ja offenbar nicht tun, wenn wir sie auf dem Marktplatz vergammeln lassen!“ Mein kleinlauter Hinweis, dass wir nur die Anweisung meines Herrn befolgt hatten, veranlasste ihn dann zu ergänzen: „Sei froh Kajira, dass du einen Befehl ausgeführt hast… die Verantwortung trifft den, der den Befehl gab. Er wird wohl Münzen opfern müssen, wenn er versuchen will, das wieder richtig zu biegen!“ Danach hielt ich lieber meine Klappe.

Inzwischen herrschte allgemeine Aufbruchsstimmung. Da der jortssche Schmied sich noch auf Reisen befindet, entschloss sich der Nordmann, seine Suche nach einem Mitglied dieser Kaste woanders fortzusetzen und war auch nicht dazu zu überreden, sich im Gasthaus ein Zimmer zu nehmen. Den Brauer zog es an seine Kessel, den Sattler zu seinen Lederarbeiten und den Landsitzkrieger und sein Weib zurück in die ländliche Pampa. Bevor er ging, blieb der Rarius allerdings noch kurz bei mir stehen, legte sanft seine Hand in meinen Nacken und gab mir leise den Rat: „Lass das Hoffen, Kajira… es bringt nur trübe Gedanken.“ Das war bestimmt nett gemeint, doch was versteht schon ein Landsitzkrieger vom Herzen einer Kajira!?

Dienstag, 25. Oktober 2016

Opferräumkommando

Inzwischen kam es mir wie eine Ewigkeit vor, dass mein Herr diesen schrecklichen Wachdienst hatte, bei dem einfach keine Zeit mehr für den einen oder anderen Paga am Hafen und ein paar Neuigkeiten aus der Stadt blieb. Wobei es sowieso sehr ruhig war, weil viele Bewohner in ihren Häusern blieben, einige immer noch auf Reisen waren oder andere die Luft auf ihren Landsitzen genossen. Das hielt mich jedoch nicht davon ab, auch an diesem Tag zu einem kurzen Spaziergang Richtung Hafen und Unterstadt aufzubrechen. Außerdem war es auch an der Zeit, mir wegen der Opfertiere etwas zu überlegen, die immer noch auf dem Marktplatz lagen und bedauerlicherweise nicht frischer wurden.

Wie fast immer nahm ich den Weg durchs kleine Nebentor der Stadtmauer, der mich an der Arena vorbei zur Hafentaverne führte, wo mal wieder die Tür sperrangelweit offen stand, sodass ich sie mit dem Fuß schwungvoll zu kickte. Oha, mit meiner Vermutung, die Taverne sei ausgestorben, lag ich diesmal daneben. Zu spät bemerkte ich den Sattler, den Kapitän aus Belnend und ihre Kajirae, die nach dem deutlich zu hörenden Rums der zuklappenden Tür jetzt neugierig in meine Richtung schauten, als ich die Stufen zum Kai erreichte.

Anscheinend hatten sich die beiden Männer gerade den nackten Vorzügen der Kapitänskajira widmen wollen, die ihren Herrn allerdings fragte, wo sie stehen soll, damit ihr nackter Oberkörper besser zur Geltung kommt… was für eine merkwürdige und überflüssige Frage von einer Sklavin! Noch mehr irritierten mich jedoch die an den Sattler gewandten Worte des leicht grinsenden Besuchers aus Belnend über seine Erziehungsmaßnahme: „Ich versuche, meine Kajira mal wieder an Nacktheit unter Leuten zu gewöhnen… meine Gefährtin hat da so komische Vorstellungen.“

Zeit, über diese mit freien Frauen leider so typischen Probleme mitfühlend nachzudenken, hatte ich jedoch nicht, da sich der Sattler jetzt wegen der Viecher auf dem Marktplatz empört an mich wandte: „Dina... die Opfertiere liegen immer noch auf dem Marktplatz! Meinst du, die Priesterkönige wollen Gammelfleisch? Bringt sie weg, was macht das für einen Eindruck! Laya, du hilfst ihr und sau deine Kleidung nicht ein!“ Na toll, Opferräumkommando… ich war nicht wirklich begeistert, zumal mein Herr doch befohlen hatte, sie dort abzulegen… allerdings zu einem Zeitpunkt, an dem unklar gewesen war, dass so viele ungünstige Wachdienste kommen würden.


Nach einem Tipp des Kapitäns, den ich lieber nicht genauer hinterfragte, befahl er seinem Mädchen zu helfen, sodass wir uns schließlich zu dritt ans Werk machten. Die Kapitänskajira war ja eh halb nackt, aber Laya zog sich vorsichtshalber aus… eine Sorge, die ich nicht wirklich teilte, nachdem ich die beiden darüber informiert hatte, dass ich das große Tier an den Hörnern packen wollte und ihnen die Beine überließ. Warum ich mich so entschieden hatte, verschwieg ich lieber, denn warum sollte ich ein Scenario mit abgerissenen Gliedern aufgrund fehlenden Halts durch fortgeschrittene Verwesung heraufbeschwören? 

Am Kopf war die Gefahr, ekelige Innereien abzubekommen, sicherlich nicht allzu groß und da Laya anscheinend keinen Plan hatte, wohin mit den Viechern… die Kajira des Besuchers war natürlich entschuldigt… hatte ich mich wohl als fachkundige Anführerin qualifiziert. Ich beschloss, die beiden Tiere vorerst nur den Hang hinauf zu schleppen und sie im Schatten vor der Stadtmauer ins Gras zu legen. Ob sie überhaupt noch als Opfer geeignet waren und somit die Schlepperei in die Oberstadt überflüssig, fand ich bei dem eher strengen Geruch, der beim Packen der Hörner in meine Nase stieg, äußerst zweifelhaft.

Ich muss gestehen, die beiden Mädchen waren wirklich sehr bemüht und schleppten das kleinere Tier sogar nur zu zweit den Hang hinauf. Naja, es hatte auch keine Hörner, an denen ich anfassen und beim Tragen helfen konnte. Trotzdem habe ich selbstverständlich nicht mit Lob gespart und da wir so schnell fertig geworden waren und die Trinkbecher der beiden Herren bestimmt noch gefüllt, nutzte ich die Gelegenheit, um die Kapitänskajira ein wenig auszuhorchen… Kajiratratsch ist manchmal wirklich nicht verkehrt und außerdem war mir so, als ob ihr Herr schon einmal eine Sklavin mit demselben Namen gehabt hatte, allerdings eine blonde. 



Doch ich muss ihn offensichtlich mit jemand anderem verwechselt haben, denn der Herr mag anscheinend gar keine blonden Sklavinnen. Zumindest ist mir nicht wieder so eine peinliche Verwechslung wie damals auf Samanu passiert… aber das ist dem Kapitän hoffentlich schon längst aus dem Gedächtnis, obwohl seine Strafe… egal und wirklich ewig lange her. 

Mir war zwar nicht bewusst, lange geschnattert zu haben, am Hafen herrschte bei unserer Rückkehr jedoch bereits Aufbruchsstimmung, weil der Kapitän weiter wollte, sodass ich dem Sattler nur kurz das erfolgreiche Umlagern der Tiere in den Schattenbereich meldete und dann ebenfalls nach Hause lief, um auf meinen bald von der Wache heimkehrenden Herrn zu warten.;-)

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Ein Sklavenjäger

Mein Herr war anderweitig beschäftigt, sodass ich mich irgendwann alleine zu einem Rundgang aufmachte, zumal ihn auch immer interessiert zu erfahren, was in der Stadt los war. In der Oberstadt war jedenfalls alles ruhig, am Hafen und auf dem Marktplatz auch. Allerdings aus dem Gasthaus waren Stimmen zu hören, die mich veranlassten, von der Terrassenmauer aus mal die Lage zu sondieren. Ich entdeckte den Sattler mit seiner Kajira und einen Femden, die am hinteren Tisch Platz genommen hatten… Laya servierte ihnen gerade Getränke. An meinen Diensten bestand also nicht wirklich Bedarf. Ich bin zwar nicht neugierig, trotzdem interessierte mich aber natürlich, was es mit diesem Besucher auf sich hatte... woher er kam, was und wohin er wollte.

Während ich gerade darüber nachdachte, ob es vielleicht doch etwas gab, um mich nützlich zu machen oder ob ich mich lieber wieder verdrücken sollte, rief der Sattler zu mir herüber: "Lauscht du da etwa, Dita oder Bita oder Aita oder wie du heute auch heißt… ich habe nämlich den Überblick verloren und wenn das so weitergeht, werde ich dich einfach wieder Dina nennen, egal was dein Herr dazu sagt!" Diese Ankündigung gefiel mir natürlich außerordentlich gut. Auch wenn es nichts daran zu deuteln gibt, wessen Name auf meinem Kragen steht und es für eine Kajira kein „wünsch dir was“ gibt, würde es mir wirklich sehr gefallen, wenn ein weiterer Herr mich genau wie der Händler „Dina“ nennt, der sich bislang konsequent geweigert hat, das „n“ in meinem Namen gegen das „t“ auszutauschen. 

Lauschen war mir selbstverständlich gänzlich fern, denn ich hatte doch nur aus interessierter Aufmerksamkeit und Informationsbeschaffung über die Mauer geschaut. Irgendwie tat ich mich nun allerdings ziemlich schwer damit, mein interessiert-aufmerksames Lage Sondieren zu formulieren und druckste nach passenden Worten suchend etwas herum. Gleichzeitig betrat ich die Terrasse und lief langsam mit sanft wiegenden, besonders anmutigen Schritten zu den beiden Männern… ein wenig Ablenkung durch einen geschmeidigen Gang und den vorteilhaften Anblick leicht wippender Brüste konnte bestimmt nicht schaden und tat es tatsächlich nicht. Der Sattler erwartete nicht wirklich noch eine Antwort und wurde nun von dem Fremden, der sich inzwischen zu mir umgedreht hatte gefragt, ob ich ihm ebenfalls gehöre, was dieser natürlich sofort verneinte. 

Interessant war zu erfahren, dass der Gast lange im Norden in dem Dorf Axe gelebt hatte, in das ich meinen Herrn begleiten durfte, kurz nachdem er mir seinen Kragen umgelegt hatte und ich erinnere noch genau, wegen der Kälte schenkte mein Herr mir dort dicke Kleidung und Stiefel aus Fellen. Nicht so toll, sondern schrecklich fand ich, dass das Weib und die Tochter des Fremden von Nordleuten umgebracht worden waren, er seitdem nicht mehr sesshaft ist und sein Geld mit dem Zurückbringen entlaufener Kajirae verdient oder Gelegenheitsarbeiten. Der Herr erzählte noch, er gehört genau wie sein Vater der Kaste der Sklavenhändler an, obwohl er so schwarz gekleidet auch für einen Attentäter gehalten werden könnte. Auf seinen Reisen hatte sich diese Farbe für seine Kleidung jedoch als am Zweckmäßigsten herausgestellt. Der Besucher überlegte übrigens, ob er nicht irgendwo wieder sesshaft werden sollte… wegen des Schicksals seiner Familie allerdings auf keinen Fall im Norden.

Tja, und dann wandte er mir seine ganze Aufmerksamkeit zu, musterte mich eingehend mit einem Blick, der mich sofort veranlasste, etwas näher an ihn heran zu rutschen, um ihm das Eigentum meines Herrn möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Während ich seine Blicke fast körperlich zu spüren glaubte meinte er, welch schöner Anblick ich doch bin. Natürlich legte ich mich jetzt noch mehr ins Zeug und strich meine Locken zurück, sodass der Fremde einen noch besseren Anblick meiner weiblichen Rundungen erhielt. "Siehst du Laya... nackt fällt weniger ins Auge", behauptete der Sattler und der Gast bestätigte prompt: „…verpackt sind sie manchmal schmackhafter. Man kann erahnen, was drin steckt, aber noch lange nicht alles sehen… das macht neugierig.“


„Die Verpackung soll ja vor allem Schnappatmung verhindern Herr“, versuchte ich die immer wieder auftretenden Schwierigkeiten mit freien Frauen anzudeuten. Doch blieb wohl unklar, was damit gemeint war, weil inzwischen der dünne Stoff meiner Tunika angehoben wurde. Sehr sanft streichelte die Männerhand über meinen Bauch und ließ mein Sklavenfeuer immer heller lodern, sodass ich schließlich einfach nicht anders konnte, als mich an den mich besitzergreifend heranziehenden Herrn anzuschmiegen. Zum Thema Schnappatmung stellte er jetzt übrigens fest: „Bei deinen Rundungen bekommt man die sicherlich, Kleines“ und zum Sattler gewandt ergänzte er: „Ihr habt schöne Mädchen hier.“ 

Oha, wenn meine wirklich nicht besonders üppigen Proportionen schon zu solchen Reaktionen führen, dann frage ich mich was passiert, wenn diesem Sklavenjäger eine XXXXXL Oberweite über den Weg läuft. Ok, vermutlich machte er sich nur lustig über mich, auch wenn er sehr überzeugend so tat, als gefiele ich ihm wirklich und mir zu später Ahn sogar befahl: „Berichte deinem Herrn lobend, dass du mir sehr gut gefällst und mir den Abend versüßt hast, Bita!“ ;-) 

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Jagd für ein Opfer an die Priesterkönige

Mein Herr und der Sattler hatten sich verabredet, am Anfang der Hand auf die Jagd zu gehen. Anlass war, die hohen Herren im Sardar mit einem Opfer milde zu stimmen, damit Jorts Fähre vielleicht von der bevorstehenden kühleren Jahreszeit verschont blieb und ganz besonders von ekeligem Schnee. Das Opfer war natürlich total in meinem Sinne, denn ich mag Kälte einfach nicht, weil ich dann viel zu dicke und viel zu viel Kleidung tragen muss. Entsprechend motiviert war ich also, mit meinen Arbeiten fertig zu werden, nachdem mein Herr bereits Richtung Unterstadt verschwunden war. Trotzdem brauchte ich wohl einen Moment länger, denn als ich mich zu ihm gesellte meinte er: „Bita, ich dachte schon du hast Angst, weil du so lange gebraucht hast.“ Pahhh, Angst?

Nee, Angst hatte ich wirklich nicht, allerdings ganz gehörigen Respekt, der aber durchaus lebensverlängernd sein kann. So ganz wohl war mir bei der Information, dass mein Herr für die Kajirae Beutel mit Lockstoff vorbereitet hatte, schließlich aber doch nicht mehr. Mir wurde allerdings klar, warum er so merkwürdig roch. Ich hatte mich zwar gewundert, aber selbstverständlich meine Klappe gehalten, denn auch einem Hauptmann kann mal ein übel riechender Wind entfleuchen. Mein wie ich fand sinnvoller Vorschlag, diesen Lockstoff an einer geeigneten Stelle mit gutem Schussfeld und gleichzeitig sicherer Deckung auszulegen, kam für ihn jedoch nicht in Frage… die Jagdmethode mit 2 Locksklavinnen namens Laya und Bita fand er besser. 


Na gut, selbstverständlich tut eine bemühte Kajira alles für ihren Herrn und für die gute Laune der Priesterkönige sowieso. Ich bekam also zwei dieser fies stinkenden Beutel ausgehändigt… einen für mich und den anderen durfte ich Laya geben. Wie erwartet, schaute sie mich mittelprächtig irritiert an, als ich ihr leicht näselnd erklärte, was es mit diesem wirklich nicht wie Sklavenparfüm riechenden Stinkezeugs auf sich hatte. Eingenebelt in die Lockstoffwolke war ich inzwischen dazu übergegangen, möglichst nicht mehr durch die Nase zu atmen… eine Methode, die den Gestank zwar nicht besser machte, jedoch einen Hauch erträglicher.

Nach ein paar Abstimmungen ging es dann los… Laya und ich durften vorweg laufen. Ich gab zwar noch zu bedenken, dass mir die Luft wegen Verpestung wegbleiben könnte oder ich wegen schlechter Atemluftqualität in Ohnmacht falle, doch irgendwie verpufften meine Befürchtungen schlagartig mit der Ankündigung meines Herrn „…dann fällt die Kurt auf deinen Rücken, Bita“. Er wollte leider nicht sehen, wie umfassend sein Eigentum dachte… eine Kriegerkajira muss auf der Jagd doch für alles gewappnet sein! „Vorsicht ist nun mal die Mutter der Jagdkiste mit Porzellan...oder wie heißt das noch?“ versuchte ich mein Anliegen noch zu erklären und fächelte mir dabei theatralisch mit der Hand Luft zu.


Mist, jetzt legte mein Herr mein Mitdenken als Kritik aus und verstand anscheinend nicht, dass mein Fächeln doch dazu diente, das Lockmittel noch besser zu verbreiten, damit sein Aroma möglichst schnell irgendein Tarsk oder anderes Viech anlocken würde… nur die große Monsterspinne hoffentlich nicht. Aber was soll’s, kaum waren wir bei der Waldhütte angekommen, kam dem vom Ekelgeruch benebelten Sattler dann sowieso eine Idee, die meinem Herrn sofort gefiel: „Vielleicht stehen die Tarsk nur auf nackte Kajirae… sie sollten sich ausziehen und mit dem Lockmittel einreiben!“ 

Genau, EINREIBEN! Breit grinsend sahen die beiden Männer zu, wie ich mich mit Todesverachtung mit dem fies riechenden Zeugs aus dem Beutel einrieb und Laya ebenfalls. Unsere Tuniken deponierte der Sattler übrigens in der Waldhütte. „Na, wenn das die Tarsk nicht anlockt, Sattler!“ frohlockte mein Herr, während dem Lederarbeiter anscheinend anderes in den Sinn kam, als er uns bei dieser Prozedur zuschaute: „Hauptmann, wenn sie nicht so stinken würden... mich würden sie anlocken! Mädchen, es würde mir echt leidtun, falls wir daneben schießen sollten und die Tarsk euch fressen.“ 

Hochmotiviert nach diesen Worten der beiden Männer, nahmen wir unsere Aufgabe dann in Angriff… ohne lautes Lockrufgebrüll, weil man keine Viecher wecken muss, sondern verscheucht, die einen sowieso mindestens über 2 Pasang hören und über 3 Pasang oder mehr riechen können… ohne Brunftlaute, weil Laya und ich die gehört und außerdem sowieso nicht nachahmen konnten… aber mit der Hoffnung, nicht gefressen zu werden, weil wir so wie wir stanken, vielleicht für Tarskdamen gehalten wurden.


Um die Beschreibung dieser unbeschreiblichen Jagd jetzt mal abzukürzen… wir liefen kreuz und quer durch den Wald… schlugen uns durch dichtes Unterholz und Gebüsch… blieben stehen und horchten… hörten Knacken, bedrohliches Schnaufen und irgendwelche aufgescheuchten Tiere weglaufen… die beiden Männer immer hinter uns hinterher. „Ich glaube, sie haben was… oh doch nicht... aber der Anblick der Mädchen ist wirklich ganz gut!“ war von meinem Herrn zu hören, bis schließlich aus dem Dickicht ein erschrockenes „Määäääääääääääääähhhhh“ kam und mir vor Schreck fast das Herz stehen blieb. 

Wir hatten ein Prachtexemplar von Verr aufgescheucht und eine wilde Hatz durch den Wald begann, bis mein Herr dem Tier den Weg abschnitt, sodass es seinen Kopf mit den gefährlich aussehenden Hörnern senkte und sich der Gefahr anscheinend stellen wollte. „Bita, duck dich!“ brüllte er und ich schmiss mich umgehend platt auf den Waldboden, während mein Herr sorgfältig zielte und dann auch schon das Sirren seines Pfeils zu hören war. Keine Ahnung ob getroffen oder nicht, das Verr stürmte an mir vorbei direkt auf meinen Herrn zu, schlug einen Haken und… tja, leider verschwand es im Gebüsch. Letztendlich zog das verletzte Tier, gespickt mit den Pfeilen meines Herrn und des Sattlers, aber doch den Kürzeren, sodass Laya und mir die Aufgabe zukam, es zum Marktplatz zu transportieren.

Dabei sahen wir irgendwelche Fremden ins Gasthaus einkehren, doch hatte die Jagd unserer Herren natürlich Vorrang und außerdem stanken wir dermaßen, dass wir eh niemanden mit dem Servieren eines Getränks erfreuen konnten. Der für Jagd und Wald zuständige Priesterkönig war uns bei unserer Rückkehr übrigens wohlgesonnener, denn es dauerte nicht lange, bis wir ein weiteres Verr entdeckten. Es steckte zwischen einem Felsen und einem Baumstamm eingekeilt fest, bockte zwar und versuchte mich mit seinen ausschlagenden Hinterläufen zu treffen, doch mit Layas Unterstützung nahm ich es in den Schwitzkasten und konnte ihm mit dem Messer meines Herrn nach einigen Schwierigkeiten doch noch einen schönen Schnitt in seinen Hals verpassen. 


Wir hatten also zwei Opfertiere und unsere Herren waren zufrieden. Während Laya und ich uns im Bach ausgiebig von dem Ekelgestank befreiten, gesellten sie sich schon mal zu den Nordleuten, bei denen es sich um äußerst merkwürdige, eher wortkarge Gäste handelte. Obwohl einige von der Reise anscheinend so erschöpft waren, dass sie eindösten, gelang es dem Sattler trotz einiger Schwierigkeiten ein paar sauber gegerbte Tabukfelle zu bestellen. Bei einem der Kerle war ich übrigens froh, dass ich keine Gedanken lesen konnte… aber vielleicht habe ich da auch etwas gänzlich falsch interpretiert. Bedarf an Bedienung bestand bei den Besuchern jedenfalls nicht, denn die nordischen Ohren ignorierten meine freundliche Frage einfach. 


Mir fielen schließlich fast die Augen zu… in einer Stinkewolke aus Lockstoff durch den Wald preschen macht wirklich müde. Mein Herr sah auch aus, als ob er dringend Schlaf brauchte, weil er doch die Frühwache gehabt hatte. Zumindest einem Nordmann wurde zu vorgerückter Ahn aber endlich klar, dass der jortssche Schmied momentan auf Reisen ist und der Vorschlag meines Herrn, den Dörflern eine Nachricht zukommen zu lassen, sobald seine Schmiede wieder geöffnet ist, wurde angenommen. Zum Glück war die Wegbeschreibung schnell erledigt und auch nach Hause schaffte ich es noch, sank dann aber in einen wie ich fand wohlverdienten Schlaf, kaum dass ich meinem Herrn „gute Nacht“ gewünscht hatte.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Prüfungen

Nachdem im Haus meines Herrn endlich eine Badewanne einen Platz gefunden hatte… er hatte mir vor dem Möbelrücken wohl echt nicht geglaubt, dass sich für solch eine Einrichtung immer eine Ecke finden lässt… war es natürlich wichtig, sie erst einmal gründlich sauber zu machen, ihre Dichtigkeit zu prüfen und die Pumpe. Entsprechend zufrieden sah mein Herr aus, als ich ihm freudestrahlend eröffnete, einer Benutzung seiner Wanne in wohltemperiertem Badewasser steht nach erfolgreicher Prüfung nichts mehr im Wege, sollte ihm mal danach sein.

Besonders wichtig schien ihm meine Bestätigung zu sein, dass sich keine Giannihaare in der Wanne befinden… anscheinend hatte er Angst, dass Lilly es sich dort bequem machen könnte. Breit grinsend konnte ich ihn jedoch überzeugen, dass diese Gefahr spätestens nach ihrer allerersten Erkundung der Badewanne nicht mehr bestehen wird. „Mein Herr, ich werde dem Gianni eindrucksvoll klar machen, dass sie da drin nichts zu suchen hat und weiß auch schon wie. Danach wird sie sich fürs Baden bestimmt nicht mehr interessieren!“ Erheitert schmunzelnd war das Thema für meinen Herrn dann ohne weitere Details erledigt. 

„So, so… aber ich interessiere mich nun für etwas anderes, nämlich für einen Paga am Hafen, Dita.“ Nein, kein Schreibfehler… mein Herr gesteht mir ab und an wenigstens noch das „D“ zu und sagte tatsächlich „Dita“. Aber keine Sorge, ich habe das Thema inzwischen resigniert beerdigt und werde mich hüten, die unkreative Namensgebung meines Herrn erneut aufzuwärmen, obwohl sie nicht nur bei mir, sondern generell auf so viel Unverständnis gestoßen ist. Mir zwar kein bisschen egal, leider jedoch nicht zu ändern ist, dass ich zur Kajira mit einem der hässlichsten Namen auf Gor geworden bin, obwohl mein Herr doch eigentlich mit dem „B“ zeigen will, dass ich seine Erste bin.

Am Hafen angekommen, setzte er sich übrigens nicht gleich, sondern blieb stehen, während seine blauen Augen mich prüfend musterten. Nachdenklich dabei mehrfach meinen Namen murmelnd und sich am Kinn kratzend, erkundigte er sich schließlich: „Bita, hast du eine neue Tunika?“ Oh Mist, Männer und Kleidung und ganz besonders mein Herr. Erschrocken gestand ich, dass es eine von den ganz alten war, die ich kaum getragen hatte, seitdem ich ihm gehöre. Sie hatte nämlich ganz zuunterst in der Truhe gelegen und war mir deswegen irgendwie aus den Augen gekommen. Gefiel sie meinem Herrn nicht?

Eigentlich mag ich sie sehr gerne. Der dünne rote Stoff war nämlich schön knapp geschnitten, fiel vorne leicht auseinander, wenn ich nicht aufpasste und entblößte dabei meine nackte Vorderseite. Jedenfalls war es eines der wenigen, von meinem Herrn genehmigten Kleidungsstücke, denn woher sollte ich eine neue haben… seine Gefährtin hatte keinen roten Unterrock ausgemustert und ans Voskufer durfte ich ja nicht mehr, was wirklich bedauernswert ist, weil ich in der Vergangenheit dort wirklich die tollsten Dinge an Land gezogen hatte.

Wegen der ständigen Gespräche über Schnee und den damit verbundenen Vorschriften meines Herrn dicke Kleidung betreffend, hatte ich an diesem Tag das dünne Etwas aus fast durchsichtigem Stoff gewählt. Es herrschten nämlich herrlich milde Temperaturen. Den gebotenen Anstand gegenüber freien Frauen fand ich trotzdem perfekt gewahrt, denn erst bei sehr gründlicher Musterung war mein nackter Körper zu sehen und welche Freie von untadeligen Ruf würde schon eine Kajira so genau und eingehend betrachten, dass mit ihrem Gekreische, gepaart mit Schnappatmung zu rechnen war?

Etliche „Hmm, Hmmmm, Hmmmmmm“ und noch mehr Kinnkratzen später befahl mein Herr mir aufzustehen, damit er sich sein Eigentum genauer ansehen konnte… also das Drüber und auch das Drunter… um dann zu entscheiden, ob ich mich umziehen muss, die Tunika im Ofen aussortiert wird oder ihm gefällt. Selbstverständlich legte ich mich nun ins Zeug, um mich möglichst vorteilhaft zu präsentieren… drehte mich mit sanft wiegenden Hüften langsam im Kreis und hob zuletzt meine Arme hinter den Kopf, damit die Vorderseite etwas aufklaffte und mein nackter Bauch zum Vorschein kam.

„Ist ja fast so, als ob du nackt bist, Bita“ grinste mein Herr schließlich, während ich bezirzend lächelnd betonte, dass sich noch ganz viel Stoff auf meiner Haut befand und dann meine Lippen lasziv mit der Zungenspitze benetzte. Trotz des dünnen Fummels wurde mir dabei ganz heiß, denn der Finger meines Herrn wanderte inzwischen langsam die Innenseite meines Schenkels entlang. „Ja, die Form ist damit gewahrt… aber wenn ich sage, du bist nackt, dann bist du es und wenn ich sage, du ziehst dich an, dann tust du das. Ich entscheide und du gehorchst, Bita“. Hach… zumindest an diesem Tag gefiel ihm durchsichtig und ich musste mich nicht umziehen.


Sein Pagadurst war übrigens nicht besonders groß oder vielleicht war es ihm auch wichtiger, mir seine Abneigung gegen tollpatschige Kajirae und überschwappenden Paga in einer sehr erregenden und gleichzeitig schmerzhaften Art und Weise zu verdeutlichen? Der Gefahr zu zerfließen, bin ich nur ganz knapp durch die sich dazu gesellende Schreiberin entronnen, nach deren Eintreffen mein Herr mich von dem Pagabecher in meinen Händen erlöste und seinen Inhalt davor bewahrte, unter den Berührungen meines Herrn aus Versehen womöglich doch noch überzuschwappen. 


Genau wie bislang alle Einwohner von Jorts, nahm auch das Weib meine Namensänderung mit einigem Erstaunen zur Kenntnis und erkundigte sich neugierig, ob sein Grund dafür nicht war, alle Menschen in seiner Umgebung zu verwirren. Ich war nicht traurig, das nun Folgende über die „itas“ meines Herrn nur halb mitzubekommen, weil ich mich in der Taverne um Paganachschub und den Kalana-Mix für die Freie kümmerte. Bei meiner Rückkehr ging es inzwischen nämlich um den Preis für ein Kalana-Fass aus den Vorräten der roten Kaste, den die Schreiberin herunter handeln wollte. 

Anscheinend hatte sie einem Käufer bereits eine Zusage gemacht und bekam nun einen Satz heiße Ohren, weil sie sich nicht vorher um den Einkaufspreis gekümmert hatte. Es sah nämlich danach aus, als wären nicht mal ihre Reisekosten gedeckt, vom Gewinn ganz zu schweigen. Tja, warum will eine Schreiberin auch mit Kalana handeln? Selbst Schuld, das Weib konnte sich wirklich glücklich schätzen, dass mein Herr ihr letztendlich einen Nachlass von 5 % zugestand und außerdem sein Eigentum kostenlos zur Verfügung stellte, um das Fass vom Kriegerhaus zum Hafen zu kullern. 

Glück hatte sie auch mit ihrem Antrag, auf den Heimstein von Jorts Fähre schwören zu dürfen, es gab bislang nämlich noch keinen Einspruch. Wobei der Knackpunkt sowieso die Einspruchsfrist von zwei Hand ist… die Frau hatte nämlich versäumt im Aushang zu erwähnen, wann die endet. Insofern kann noch viel kommen. Wer nun allerdings glaubt, dieser Fehler war der Frau peinlich, der irrt ganz gewaltig. Im Gegenteil, die Freie betonte erneut, dass sie inzwischen geprüfte Schriftgelehrte ist und keine Schreiberin, und kam auf ihre künftige Entlohnung zu sprechen. 

Einen schriftlichen Antrag an den Stadtrat hatte sie allerdings nicht aufgesetzt… naja, war bei ihren Versuchen im Kalana-Handel Fuß zu fassen vielleicht zeitlich nicht zu schaffen gewesen? Egal, mein Herr einigte sich mit ihr schließlich auf eine Forderung für die nächsten vier Hand, die er dem Rat unterbreiten will, nannte sie aber weiter konsequent Schreiberin. Seinen Befehl an mich, ihn an diese Absprache zu erinnern, nahm die schreibkundige Wichtigtuerin übrigens zum Anlass, mir schnippisch zu befehlen: „Schriftgelehrte! Notier das bloß richtig!“ Oh, oh und das im Beisein meines Herrn… wirklich schade, aber ich notiere gar nichts!! ;-)

Montag, 17. Oktober 2016

Keine Gerechtigkeit für eine Sklavin

Mein Herr war bereits zu einem Rundgang Richtung Unterstadt aufgebrochen. Ich sollte später nachkommen, sobald ich meine häuslichen Arbeiten erledigt hatte, die sich an diesem Tag um die Zubereitung des sehr gründlich abgehangenen und danach lange eingelegten Taskbratens drehten. Davon wusste mein Herr allerdings nichts. Ihm irgendetwas verschweigen zu wollen, lag mir zwar gänzlich fern, doch kann eine unerwartete Überraschung nie verkehrt sein, wenn man nicht weiß, was noch alles passiert und außerdem isst mein Herr nun mal sehr gerne Fleisch. Während ich in der Küche herumwerkelte, den Braten im Ofen ab und an begoss, Suls und Gemüse schälte, eine leckere Soße mit Bosksahne und einem Schuss Paga kreierte, ahnte ich allerdings nicht, als welch geniale Idee sich meine Bratenüberraschung an diesem Tag noch herausstellen würde.


Mein Herr war nämlich schon wieder am Zocken mit dem schönen Brauereibesitzer. Diesmal hatte er jedoch einen ähnlich weichen Sitzplatz wie sein Spielgegner gewählt und Laya als Glücksbringer dabei. Er spielte auch nicht um Geld, sondern sollte er erneut verlieren, ob Laya eine Nacht im Pagafass verbringen muss und zusätzlich darum, ob Sechs oder ich einen Abend dem Brauereikrieger dienen. Ok, im Vergleich mit Laya hatte ich eindeutig das gute Los gezogen und natürlich begann es auch sofort in mir zu arbeiten, wie ich diesen Abend mit dem Krieger gestalten könnte… selbstverständlich so angenehm für den schönen rothaarigen Herrn wie möglich. Mehr als angenehm fiel mir übrigens erneut auf, wie bereitwillig Laya meinen Platz an der Seite meines Herrn räumte. Daran könnte sich Sechs wirklich mal ein Beispiel nehmen… aber egal.

Wenigstens die Entscheidung, nicht um Münzen zu spielen, stellte sich für meinen Herrn letztendlich als eine gute Entscheidung heraus, denn er verlor schon wieder haushoch. Wer beim Brauereikrieger dienen soll, Sechs oder ich, möchte sich der Herr allerdings noch überlegen… an diesem Abend passte es ihm jedenfalls nicht. Tja, und Laya kam um die Übernachtung im Pagafass herum, weil keines aufzutreiben war… der Brauer hatte nämlich nur volle Fässer, was auch irgendwie logisch war, denn wer kauft schon halbvolle oder leere? Ein volles Pagafass hätte er meinem Herrn allerdings verkauft, riet ihm jedoch von Layas Unterbringung darin ab, sofern mein Herr wollte, dass das Eigentum des Sattlers gesund und munter blieb.

„Ja, der Paga wäre verdorben, wenn ich sie dort hinein stecke. So ein Mist, da muss ich mir nun etwas Besseres einfallen lassen. Bita, was machen wir jetzt?“ Da ich Laya für ihr Versagen als Glücksbringer die vom Brauer vorgeschlagene fiese Alternative zum Pagafass in Form des Sklavenlochs im Garten meines Herrn nicht zumuten wollte und es ihr vermutlich vor Angst die Sprache verschlagen hatte, versuchte ich mich in kreativer Interpretation der kürzlich erst von meinem Herrn gehörten Worte. Es war nämlich erst wenige Tage her, als er mir erklärt hatte, dass vieles einfach der Wille der Priesterkönige ist. Vielleicht wollten sie ihm jetzt klar machen, wie schnell man beim Spiel verlieren kann? 

Mächtig wie sie sind, war das bestimmt denkbar und genauso, von Laya und mir wünschten sie vielleicht, dass wir uns noch mehr als sonst ins Zeug legten, um meinen Herrn von seinem Spielverlust abzulenken. So ganz überzeugt war er zwar noch nicht, doch als ich dann erwähnte, der Wille der Priesterkönige sei bestimmt auch gewesen, dass ausgerechnet an diesem Tag der Tarskbraten im Ofen garte und Laya selbstverständlich nichts lieber täte, als bei dessen Genuss zur optischen Unterhaltung meines Herrn beizutragen, sozusagen als üppig proportioniertes Tüpfelchen auf dem Braten, um ihn damit zusätzlich von dem verlorenen Kartenspiel abzulenken, hieß es auf einmal „husch, husch, Mädchen… wenn ich vor euch zuhause bin, bekommt ihr je 10 mit der Kurt“. 


Ich sauste also los wie der Blitz und war mit Abstand schneller als Laya und mein Herr. „Laya, Laya… das musst du noch üben! Ich glaube, du solltest zu Trainingszwecken 20 mal um die Stadtmauer laufen.“ Zum Glück schienen die leckeren, durchs Haus wabernden Düfte meinen Herrn milde zu stimmen, denn mit einem Oberangstmachendendurchdringblick, einer fiesen Kopfnuss und drohendem Brummen à la Hauptmann, war das Thema für ihn erledigt und Laya durfte ihm nicht nur den Paga bringen, sondern auch Tisch zum Abstellen des Bechers auf ihrem Rücken sein, als er sich über den von mir servierten hauptmannsmäßig überfüllten Teller mit seinem Essen genüsslich schmatzend hermachte. „Bita, das sieht nicht nur gut aus, das ist auch gut… aber hol mir mal eine Feder. Meinst du Laya ist kitzelig?“ Mir war sofort oberklar, was mein Herr vorhatte. Ok, nicht ganz, denn ich lag etwas daneben mit meiner Vermutung.

„Bita, du nimmst die Feder und streichst Laya über die Flanke, über ihre Beine und die Brüste… und streng dich an“, war von meinem kauenden Herrn zu hören, kaum dass ich ihm meine Hände mit dem gewünschten Teil entgegen streckte. Nicht er, sondern ich legte mich also ins Zeug, doch von Laya war lediglich ab und an leises, unterdrücktes Kichern zu hören, während sie ihre Finger in den Teppich krallte. Der Becher wackelte dabei kaum, geschweige denn, dass etwas überschwappte, weil doch schon einige Schlucke Paga daraus fehlten. Mein Herr beschloss daher, den Becher nachfüllen zu lassen, trank den Inhalt auf ex, rülpste leise und befahl: „Gut, nun mach den Becher händlermäßig wieder ordentlich voll und dann auf den alten Platz mit ihm, Bita… ich bin gespannt“

Wie erwartet, bröckelte Layas Beherrschung bei den kitzelnden Wegen, die ich mit der Feder auf ihren nackten Körper zeichnete irgendwann tatsächlich und aus gefährlichem hin und her Schwappen, kommentiert von meinem breit grinsenden Herrn mit „Laya hab ich was von Verschütten gesagt?“ wurde Überschwappen, sodass schließlich erbostes „Laya, ich wollte meinen Paga aus dem Becher trinken und nicht von deinem Rücken lecken!“ zu hören war. Laya liefen in ihren Bemühungen, ihr Lachen irgendwie in den Griff zu bekommen, zuletzt echt die Tränen über die Wangen, bis mein Herr sie endlich erlöste. „Bita, es reicht. Ich will noch etwas von meinem Paga haben. Gib ihn mir und Laya, trockne dir den Rücken!“ Mein Herr überlegte noch kurz, sie für die Pagaverschwendung eine Nacht ins Sklavenloch zu stecken, überließ die Entscheidung dann aber mir.

Laya kam um das fiese Loch herum. Es heißt zwar „für eine Sklavin gibt es keine Gerechtigkeit“, doch bezieht sich diese Aussage auch auf die Willkür von Freien und ich bin ehrlich gesagt nicht sonderlich erpicht darauf zu erleben, was der Sattler mit mir veranstaltet, wenn seine Kajira wegen meiner Entscheidung nachts nicht nach Hause kommt. Nachdem sie sich für ihre Fehler entschuldigt hatte, entließ mein Herr sie: „Laya, du wirst deinem Herrn erzählen, dass du ein schlechter Tischersatz, eine Pagaverschütterin, eine schlechte Glücksbringerin bist und zu langsam läufst… er soll dich zur Strafe ordentlich ran nehmen deshalb.“ 


Mit meiner Großzügigkeit hatte ich mir das schöne weiche Fell meines Herrn jedoch leider verscherzt und musste die Nacht wieder in Käfighaltung verbringen. Tja, für eine Sklavin gibt es eben keine Gerechtigkeit.

Freitag, 14. Oktober 2016

Schlechter Traum wurde wahr

Mein Herr weckte mich mit einem seiner leider typischen Patscher auf meinen Kopf, auf die ich gut verzichten kann und erkundigte sich: „Tal Bita… wie geht es meiner Bita?“ Args, hörte ich tatsächlich richtig und mein schlechter Traum von der Beerdigung des „D“ neben dem „n“ war keiner, sondern wahr??? Um meine Fassung ringend versuchte ich etwas Zeit zu schinden und antwortete mit der ungläubigen Gegenfrage: „Du willst wirklich wissen, wie es deiner Sklavin geht, mein Herr?“ „Ja genau, Bita, das will ich wissen“, nahm mir den letzten Funken Hoffnung und ließ mich den Entschluss fassen, meinem Herrn keine allzu genauen Auskünfte darüber zu geben, was in mir vorging, denn ich war mir sehr sicher, dass ihn das sowieso nicht interessierte. 

Da mir außerdem wirklich nicht klar war, wie ich ausdrücken sollte, dass ich mich total beschissen fühlte, bat ich nun darum zu erfahren, warum mein Herr das wissen wollte. Es schien mir angebracht, auf der Hut zu sein, war meine Offenheit doch auch schon nach hinten losgegangen. Fast wie erwartet, lautete die Antwort, ich habe seine Befehle zu befolgen, sodass ich nun eingestand, schlecht geschlafen zu haben… stimmte wirklich. Mein Herr stellte dann diverse Fragen über mögliche Ursachen meines Schlafproblems, die ich alle verneinend wahrheitsgetreu beantwortete, denn ich lüge nie und zuletzt wollte er wissen, ob ich womöglich schlecht geträumt hatte. Damit kam er der Sache sehr nahe, über die ich jedoch nicht sprechen konnte, weil es einfach zu weh tat und sich eh nichts ändern würde.

„Vielleicht mein Herr... vielleicht sind mir zu viele Dinge durch den Kopf gegangen…?“ wand ich mich und gab nach der Frage „Was ist dir denn durch den Kopf gegangen… könnte das an der Sache gelegen haben, die kurz vor dem Nachhause gehen passiert ist?“ nur vage von mir, dass mein schlechtes Schlafen doch nicht wichtig ist. „Stimmt, aber ich erwarte, dass du dich nun an das „B“ und an das „t“ gewöhnst… zieh dir was an, wir gehen etwas raus.“ Damit war endgültig klar, ich hatte nicht geträumt und war in „Bita“ umbenannt worden. Jedes weitere Wort dazu erübrigte sich, um nicht vom Regen noch in die Traufe zu fallen und außerdem klang das Brummen meines Herrn sowieso eindeutig danach, dass das Thema beendet war, während er nach draußen stampfte, um dort auf mich zu warten.


Ich mag zwar gerne nackt sein oder sehr freizügig bekleidet, doch vermutlich führte mein neuer Name dazu, dass ich mir mein Oberteil am liebsten bis zum Hals hochgezogen hätte. Das gelang zwar nicht, meine Brüste waren allerdings komplett bedeckt. Erstaunlicherweise bemerkte mein Herr dies sofort und schmunzelte: „Bita, es wird wohl kühler?“ Ohje, selbstverständlich beeilte ich nun zu beteuern, wie herrlich warm es doch ist, denn dicke Sachen anzuziehen ist nicht mein Ding und die zurzeit bevorzugten Gespräche der Freien über die kommende kalte Jahreszeit und mögliche Schneehöhen, finde ich total schrecklich. „Dann zeig deine Brust, sonst mach ich eine Klammer an den Nippel“, ließ den Stoff sofort wieder nach unten wandern und wurde mit zufriedenem Brummen und Kneten meiner linken Brust belohnt.

Es ging zum Hafen, wo mein Herr auf seinem Lieblingsplatz vor der Taverne Platz nahm und einen großen Kalana bestellte, sodass ich als erstes testete, ob in einen Kelch genauso viel Flüssigkeit hinein ging wie in einen Becher, was natürlich nicht der Fall war.

Da er keinen Wert auf das Trinkgefäß legte, sondern ausschließlich auf den Inhalt, servierte ich ihm seinen Kalana in einem Becher und kam nicht nur in den Genuss, die Hand meines Herrn sanft streichelnd auf meinem Körper zu spüren, sondern ich wurde sogar gelobt.

Vermutlich sah man meinen leicht geröteten Wangen an, wie sehr ich mich darüber freute. „Sehr gut kleine Bita, ich bin sehr zufrieden… vor allem mit dir. Du gehörst mir und ich bin sicher, dass meine Sklavin mich nicht enttäuschen wird… rutsch noch näher zu mir, Bita.“

Die Plätze am Hafen waren an diesem Tag übrigens sehr begehrt und mein Herr nutzte die irritierte Nachfrage des Sattlers, wer denn nun „Bita“ ist, ihn darüber zu informieren, dass er keine neue Sklavin hat, sondern anstelle eines „n“ ein „B“ gefunden und verteil hatte. "Hauptmann, das klingt mindestens genauso bescheuert wie „Dita“... du scheinst sie wohl nicht zu mögen“, kommentierte der Herr diese Information breit grinsend, nachdem er zuerst spontan die Augen verdreht hatte, weil er die Endung "ita" wegen dem „t“ nicht passend und zu hart für einen Sklavennamen findet. Er meinte, andernfalls würde er Laya nämlich „Latta“ nennen.

„Nein Sattler, im Gegenteil… ich habe sie umbenannt, weil sie meine Kettenerste ist… „B“ ist fast ganz vorne im Alphabet und Aita klingt schlechter“. Das fand der Sattler anscheinend nicht: „Nee... klingt etwas exotischer, finde ich… aber ist deine Sache“. Mein Herr kam tatsächlich etwas ins Grübeln und versuchte nun zusätzlich vom sich gerade dazu gesellenden Bauern zu erfahren: „Nila, was klingt schöner… Aita oder Bita?“ „Frag mich nicht, du weißt was ich von deiner Namensgebung halte, mein Freund“. Damit war das Thema erst einmal beendet, wurde mit dem Auftauchen der Gnädigsten noch einmal kurz aufgewärmt, die erst erstaunt annahm, mein Herr hätte schon wieder gesammelt, bis ihr dann meine Umbenennung klar wurde. Sie schlug übrigens A-ita vor, also das „A“ etwas deutlicher zu betonen.


Wie gut, dass die Diskussion um Namen, die in meinen Ohren alle nicht gut klangen, endlich vertagt wurde, als die Fähre mit einem Krieger anlegte, den ich schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte und der mich sichtlich überrascht mit „Dina? Bist Du es wirklich? Tal Kleines!“ begrüßte. Juhuuu, er wusste nicht, dass ich eine „ita“ geworden war, was mir natürlich runter lief wie Öl, auch wenn ich erklären musste, dass ich es zwar bin aber eben doch nicht mehr. Es war der frühere Herr einer der weggelaufenen Kajirae meines Herrn. Er hatte sie seinerzeit von meiner ehemaligen Herrin übernommen, nachdem das Mädchen aus Freundschaft für besagten Krieger eine ganze Weile bei ihr in Obhut gewesen war. Vor sehr langer Zeit hatte sie sich wegen des Rarius übrigens sogar ein rotes Kleid zugelegt… aber das ist eine andere Geschichte.

Lustig war zu sehen, welche Wirkung der Krieger auf die sonst immer sehr schweigsame Gnädigste hatte. Sie schaute zwar etwas irritiert zu mir hinüber, da ich ihn offensichtlich kannte und tuschelte mit meinem Herrn später auch kurz darüber, hieß ihn aber wie eine Gastgeberin willkommen… lud ihn ein, sich dazu zu setzen… befahl mir, ihn zu bedienen, obwohl ich meinem Herrn gerade einen Teller mit Pasteten anreichte… stellte sich noch vor meinem Herrn vor… erkundigte sich nach dem Namen des Rarius und was ihn nach Jorts Fähre führt… pries die vielfältigen Arbeiten des Sattlers und den weit und breit besten Paga des Brauers oder die Schuhe der Schumacherwirtin… und, und, und. Sie benahm sich jedenfalls total aufgekratzt. 

Doch das geht mich natürlich nichts an und meinem Herrn ist es wahrscheinlich nicht weiter aufgefallen, wie ungewöhnlich seine Gefährtin sich benahm… vielleicht beschäftigte ihn ja immer noch ihr Vorschlag A-ita? Lieb fand ich übrigens, dass Eo sich beim Verabschieden zu mir herunter beugte und mir noch zuflüsterte: „Ich hoffe es wird das, was du dir wünschst.“ Doch mir blieb leider nur zu antworten: „Danke dir… aber das Wünschen habe ich inzwischen beerdigt“.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Überraschungen

„Oh du hast umgebaut?“ fragte die Gnädigste meinen Herrn überrascht, als sie nach ihrer Heimkehr die anders stehenden Möbel im Obergeschoss sah. Während mein Herr es offensichtlich angebracht fand, die Anordnung lieber schnell erst einmal als Entwurf zu bezeichnen, war ich ziemlich erstaunt darüber, dass seine Gefährtin nur von den anders gestellten Kisten und dem Sklavenkäfig sprach und nicht mit einem Ton die inzwischen gelieferte Badewanne erwähnte, die ja nun wirklich eine sehr überraschende, oberinteressante Neuerung im Haus meines Herrn war und mich förmlich anzog. Der Entwurf gefiel ihr jedenfalls und sie sah auch keine Notwendigkeit, noch irgendetwas hin oder her zu rücken.


Merkwürdig fand ich übrigens, dass von den beiden niemand Probesitzen wollte… war es nicht wichtig, solch eine Anschaffung vor der richtigen Einweihung erst einmal im Trockenzustand zu überprüfen?! Pahhh, mein Herr verweigerte trotz meines guten Zuredens konsequent und stur das erste Ansitzen in dem neuen Luxus, obwohl das Hineinklettern dank zweier Stufen echt total einfach war: „Nein nicht heute… wenn mal wieder mehr Zeit ist und auch nicht ohne Wasser, Dita… ich füll das übrigens nicht auf!“ Ok, klarer hatte er wirklich nicht zum Ausdruck bringen können, dass er noch nie eine Badewanne besessen hatte und auch die Gnädigste war offensichtlich nicht erfahren mit solch einer Anschaffung.


Wie gut, dass sie mich hatten, die ihnen nun erklärte, dass das Teil mit einer Pumpe ausgestattet ist, mit der man allerdings nur kaltes Wasser in die Wanne hinein pumpen kann. Den leicht pikierten Hinweis der Gefährtin meines Herrn „…in kaltem Wasser bade ich nicht!“ konnte ich jedoch sofort problemlos entkräften. Man muss nämlich nicht kalt baden, wenn sich ein fürsorgliches erstes Mädchen um rechtzeitiges Erwärmen von ausreichend Wasser auf der Küchenfeuerstelle kümmert, um damit das Badewasser auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Meine Badewannenkompetenz war damit wohl bewiesen und da sich die beiden weiter zierten, kletterte ich zum ersten Probeansitzen einfach in die Wanne und tat so, als würde ich mich gründlich waschen.

Wow… das Teil war echt super! Und was sogar obersuper war, obwohl sie gar nicht so riesig aussieht, die Badewanne bietet fantastisch viel Platz… also zum Waschen, Räkeln und so, aber vor allem auch für zwei Personen! Meine Begeisterung war nicht mehr zu zügeln, sodass ich mir mit ein paar übermütigen Hüpfern einfach Luft machen musste. 

Dabei war es mir vollkommen egal, dass ich Gefahr lief, mich womöglich einer Untersuchung unterziehen zu müssen, weil mein Herr gegenüber seiner Gefährtin doch tatsächlich behauptete: „Jetzt ist sie verrückt geworden!“ Zum Glück eilte er dann aber aus dem Haus, um rechtzeitig zum Waffentraining zu erscheinen und die Gnädigste ging auf seine Diagnose nicht weiter ein, da ich mein Hüpfen inzwischen eingestellt hatte.

Da sie an der neuen Möbelaufstellung wirklich nichts auszusetzen hatte und es außerdem wegen der arg spartanischen, nur zur Verfügung stehenden Fläche auch keine wirklichen Alternativen gibt, zog es sie in Sachen „…mal grüne Flecken schätzen“ ebenfalls zur Wiese hinter dem Hof. 

Während ich natürlich den direkten Weg dorthin nahm und hinter dem großen Stadttor gleich nach links abbog, lief die Gnädigste merkwürdigerweise jedoch geradeaus Richtung Hafen. So wirklich ungewöhnlich fand ich das allerdings nicht, da sie ab und an auch mal unbegreifliche Umwege nimmt. An der Trainingswiese angekommen, war ich jedoch mittelprächtig überrascht, dort war nämlich niemand… mein Herr nicht, keine anderen Krieger und auch keine freie Frauen. Trotzdem harrte ich selbstverständlich noch ein Weilchen aus, denn Befehl ist Befehl und ich war ja zur Wiese befohlen worden. 


Nach etlichen Ehn tauchte jedoch immer noch kein Krieger auf und auch die Gefährtin meines Herrn blieb verschwunden, sodass ich mich auf die Suche machte… womöglich war etwas passiert? Oh ja, allerdings, ich wurde am Hafen fündig. Dort stand nämlich nicht nur die Gnädigste zusammen mit dem Weib des Landsitzkriegers herum, sondern auch die zugehörigen Gefährten der beiden Frauen, die sich über ein gefesseltes Waldweib berieten. Der Landsitzkrieger muss von dem Ding anscheinend sogar so abgelenkt gewesen sein, dass er mich verwechselte. Er erwiderte meinen Gruß überraschenderweise nämlich mit „grüß dich Wüstenblümchen“… dabei nennt er doch Hadi immer so. 


So wirklich etwas anzufangen mit der Wilden wusste offensichtlich allerdings niemand... mein Herr hatte sich zwar nicht verkneifen können, sie zu überwältigen, bekam nun aber kalte Füße, weil ihm ihr Mundwerk nicht gefiel. Er bot sie der Grünen an, die jedoch kein Versuchsobjekt benötigte und schenkte sie dann dem Landsitzkrieger, der sofort darüber klagte, nicht mal einen Sleen zwecks Entsorgung des Pakets zu besitzen, das Waldweib aber auch nicht einfach dem Vosk überlassen wollte. Da die Gefährtin des Landsitzkriegers schließlich Mitgefühl mit der Gefesselten zeigte, reichte er sie kurzerhand an sein Weib weiter, allerdings mit dem Hinweis: „Ich schenke sie dir… mach mit ihr, was du willst, aber bevor sie nicht gründlich gewaschen ist, kommt sie mir keinesfalls ins Haus!“

Tja, offensichtlich war der Sattler der einzige Freie, der von dieser Waldfrau schlauerweise die Finger gelassen hatte, als sie vor einigen Tagen schon mal in Jorts Fähre aufgetaucht war. 

Die Gefangennahme der Wilden ging für die Landsitzkriegergefährtin letztendlich leider mit einem schmerzhaften Tritt in den Bauch aus, allerdings fand ich die Flucht ihrer neuen Errungenschaft nicht wirklich überraschend. 

Folge der ganzen Aktion war also, die Gefangene war weg und eine Freie verletzt… die Gnädigste musste sie sogar behandeln. Außerdem fiel das übliche Waffentraining aus und der Landsitzkrieger musste wegen Betreuung seines Weibs auch in dieser Hand wieder auf den Genuss weißen Kalanas verzichten.

Später gab es übrigens noch eine weitere Überraschung. Wobei ich mir jetzt nicht mehr wirklich sicher bin, ob das nicht nur ein schlechter Traum war oder ob mein Herr mir tatsächlich auch noch das „D“ genommen und mich umbenannt hat????????

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Alles gegeben…

Erneut hatte ich eine Nacht auf dem weichen Fell meines Herrn verbringen dürfen. Entsprechend spät, aber auch herrlich ausgeruht wachte ich auf, stellte jedoch erstaunt fest, ich war alleine zuhause und immer noch angekettet. Lange in Geduld üben musste ich mich jedoch nicht, denn nur wenige Ehn verstrichen, bis ich unten erst die Haustür klappen hörte und dann meinen Herrn, als er Sechs befahl, mich los zu machen. Da er den Schlüssel aber wie immer eingesteckt hatte und offensichtlich auch nicht aus der Hand geben wollte, änderte er seinen Entschluss und kam persönlich nach oben. Mein Sklavenherz begann natürlich vor Freude sofort ganz wild zu klopfen.

Während ich ihn anstrahlte was das Zeug hielt, fummelte er leicht ungehalten brummend an der Kette herum, um das Schloss zu öffnen, was meiner diesmal ganz besonders innigen Begrüßung allerdings keinen Abbruch tat. „Dita, warum hast du nichts gesagt, als ich vergessen habe, dich los zu machen? Das nächste Mal sagst du Bescheid!“ Hach, ich war total glücklich, hatte ich doch angenommen, er wollte mich nicht dabei haben, weil ihm Sechs genügte und erfuhr, er hatte mit ihr nur ein wenig Zar gespielt. Selbstverständlich war es mir nun besonders wichtig, nicht nur meine Dankbarkeit für das Öffnen der Kette mit meinen weichen Lippen zum Ausdruck zu bringen, mit denen ich sehr sanft über seine Fußrücken strich, sondern auch dafür, vom Zar spielen verschont geblieben zu sein, weil das doch nicht so mein Ding ist. 


Irgendwie verständlich, weil merkwürdige Rufe zu hören waren, aber trotzdem viel zu schnell beendete mein Herr dann leider meine hingebungsvollen Beweise meiner Zuneigung und schickte mich nach unten, wo ich nach einer schnellen Gianniwäsche und einem Schluck Wasser startklar war, um meinen Herrn nach draußen zu begleiten. Tja, leider ist man erst hinterher schlauer. Die Rufe kamen nämlich nur von zwei Reisekajirae… ach nee, schlimmer... es waren zwei Reisebond! Beim Anblick der beiden sank die Laune meines Herrn daher schlagartig in die tiefsten Katakomben seines nicht vorhandenen Kellers, denn er grummelte ungehalten: „Ich mag keine Schreihälse! Wer seid ihr, was wollt ihr und beim Kur, warum macht ihr so einen tarskverdammten Lärm?!“ 

Prompt ging leider das Gejarle los, was die Laune meines Herrn kein Stück besserte, bis die eine sich dann gegen die Anrede „Kajira“ verwehrte. „Ich bin eine Bond und keine Seidenraupe!“ brachte ihn dazu, über diese lächerliche Aussage schallend zu lachen. „Und wo ist der Unterschied? Kajira heißt Sklavin. Bist du etwa keine Sklavin… vielleicht eine getarnte, hohe, freie Frau? Außerdem tragen meine Sklaven keine Seide… so weit kommt das noch!“ Pahhh, nix Tarnung, das waren tatsächlich zwei Reisekajirae aus irgendeinem unbekannten Norddorf, die angeblich auf Befehl ihres Herrn… ach nee, ihres Jarls… mal eben so durch Gor reisten, um nach einem Geschenk für eine Freie zu suchen. Geld hatten sie allerdings nicht dabei, sondern sollten nur schauen, was es wo gibt.

Na gut, vielleicht geben sie in ihrem Dorf ja weiter, herausgefunden zu haben, welch sensationell gute Brauereierzeugnisse in Jorts Fähre herstellt werden, was dort unerklärlicherweise wohl nicht bekannt war. Der Brauereibesitzer nahm sich sogar kurz noch die Zeit, seinen Odins Trunk zu empfehlen... seine Spezialität, geschmacklich extra auf den nordischen Gaumen abgestimmt. Die beiden konnten mangels Münzen zwar nichts kaufen, doch solch ein Fass anschauen wollten sie auch nicht, obwohl es von außen sehr hübsch anzusehen ist. Letztendlich ignorierten die beiden Männer die Nordkajirae und der Brauereikrieger kam auf den eigentlichen Grund seines Besuchs bei meinem Herrn zu sprechen.


„Hauptmann, wie wäre es mal wieder mit einem Spielchen? Geschäfte gehen ja augenscheinlich keine heute und in meinem Geldbeutel wäre noch Platz!“ Es folgte noch ein kurzes Verhandeln, denn um Geld wollte mein Herr eigentlich nicht Spielen, weil sein Schwertbruder ihn immer arm macht und er nicht seine Haustiere verkaufen will, doch zuletzt ließ er sich darauf ein… allerdings waren der Spieleinsatz nur Bits. Mit einem letzten Hinweis an die Reisebonds, zukünftig nicht ohne einen dicken Münzbeutel aufzutauchen, denn nicht nur die jortsschen Waren sind erstklassig, sondern auch ihre Preise, ließen die Männer die beiden stehen und gingen zum Zocken in die Brauerei. Nach solch einem Erlebnis mit Nordkajrae war nämlich entspannen angesagt… Sechs und ich durften sie dabei selbstverständlich verwöhnen.

Während der Münzstapel vor meinem Herrn nun leider kleiner und kleiner wurde, waren von den Männern die nachfolgenden oder jedenfalls so ähnliche Kommentare zu hören: „Du gehst aber ran…“, „jo“, „du Arsch“, „hehe“, „Dita, bist du mein Glückbringer“, „sorg für bessere Karten“, „Dita,streng dich mehr an“, „Ta Sardar Gor, auf gute Karten für mich“, „Dita, jetzt mach ich ihn fertig“, „siehst du, geht doch“, „mach hinne, Hauptmann“, „Holla“, „boar du Sleen“ und, und, und. Trotz Kopfpatscher, aber auch sehr sanftem Haare kraulen und innigem Anschmiegen, musste mein Herr leicht frustriert schließlich leider feststellen, der Kartenpriesterkönig war echt nicht auf seiner Seite, obwohl ich die hohen Herren im Sardar inständig darum angefleht hatte… vielleicht zu leise?

„Gut gespielt, Hauptmann! Hast alles gegeben… nämlich mir!“ lachte der Brauer zufrieden und füllte seinen Geldbeutel mit dem Gewinn, während mein Herr laut überlegte, ob er das nächste Mal die beim Spiel verlorenen Münzen bei seinem Freund von mir abarbeiten lassen kann.

Doch sein Spielgegner blieb leider hart: „Nee, musst schon Bares rüber schieben.“ „Nur Bares ist Wahres“, war meinem Herrn leider eine geläufige Aussage, allerdings war er ganz guter Dinge, seine Münzen irgendwann zurück zu gewinnen.

Der rothaarige Sieger meinte lachend noch: „So ein pralles Münzsäckchen ist ein schönes Ruhekissen… manchmal schütte ich alle in ein leeren Braukessel und nehme ein Bad darin… ist zwar etwas kühl, aber man fühlt sich gut danach, so als Münzgebadeter“ und zog sich dann zufrieden grinsend zurück um seinen Kopf auf besagtes Kissen zu betten.

Baden war für meinen Herrn übrigens das Stichwort, erneut Überlegungen wegen einer Badewanne anzustellen, da er es mit den öffentlichen Gewässern ja leider nicht so hat und die Fertigstellung des jortsschen Badehauses wohl noch bis in alle Ewigkeit auf sich warten lassen wird. Ich hatte mir wegen der Wannenaufstellung vor einiger Zeit auch schon ein paar Gedanken gemacht und war mir fast sicher, eine Möglichkeit dafür sei zu finden, obwohl das Haus meines Herrn ja spartanisch klein ist, die ich ihm nun erläuterte. Wohin dann die vielen Kisten kommen, blieb allerdings etwas unklar und war so in der Theorie auch nicht wirklich lösbar, sodass mein Herr nun beschloss: „Dann gehen wir jetzt gucken… husch, husch, ab nach Hause, Dita!“

Puhhh, es war ein ziemliches Hin- und Herrücken, aber schließlich sah es so aus, als ob eine Lösung gefunden war und der Anschaffung einer Badewannr nichts mehr im Weg stand. „Entweder in der Ecke links oder hier in der vor der Treppe könnte eine kleine Wanne bestimmt Platz finden, mein Herr… oder?“ „Ja, oder eine kleine Dita… Arme heben und Gesicht an die Wand!“

Huiihh, damit waren die Wannenüberlegungen umgehend beendet. Inzwischen die Hand meines Herrn auf meinem Hinterteil spürend, die mich sehr bestimmt weiter in Richtung der zuletzt erwähnten Ecke drückte und natürlich auch sofort mein Sklavenfeuer anheizte, lag es mir logischerweise gänzlich fern, ihn einen solchen Befehl wiederholen zu lassen. 

Und dann… naja, dann begann mein Herr auf eine wundervoll besitzergreifende Art und Weise… hmmm… wie soll ich sagen? Tja, ich erhielt von ihm eine besonders tiefgehende Lektion, also eine sehr erregende Sonderlektion, bei der es auch um zwei Buchstaben ging… das kleine „n“ und das kleine „t“... und bei der ich wirklich alles und selbstverständlich noch ein bisschen mehr gab! Denn was will eine Sklavin mehr als alles andere? Genau, ihren Herrn erfreuen! ;-)))