Dienstag, 4. Oktober 2016

Eine gute Vertretung?

Mein Herr wirkte erstaunt, als ich nach zwei Hand endlich wieder zu Hause war und ihn vor Freude vermutlich wie ein Honigkuchenkailla anstrahlte, während ich auf ihn zu stürmte. Ich hatte ihn nämlich schon vom Fähranleger aus vor der Hafentaverne sitzen sehen. „So was aber auch, Dita ist von den Feldern wieder da! Ich dachte schon, der Aufseher hat dich behalten… aber Rita hat dich gut vertreten.“ Aha, bei ihm war also alles bestens und wenn Sechs eine so gute Vertretung für mich gewesen war, schien ich offensichtlich nicht vermisst worden zu sein. So ganz verstand ich daher seine Behauptung nicht, die zwei Hand seien lang gewesen, freute mich darüber aber, denn für mich waren sie gefühlt wirklich sehr lang gewesen. In Zukunft will mein Herr mich übrigens nicht mehr verleihen.


Gute Vertretung hin oder her...ehrlich gesagt war ich nicht traurig darüber, dass Sechs sich kurz nach meiner Heimkehr zurückzog, da sie ihre Aufgaben im Haus noch nicht erledigt hatte, auch wenn es selbstverständlich nicht nach mir geht, sondern ausschließlich nach meinem Herrn. Da er von ihr bereits mit Paga versorgt worden war, der Brauereibesitzer sein geliebtes Ale hatte und das Blumenweib an einem heißen Getränk schlürfte, nutzte ich die Gelegenheit, mich ganz dicht an meinen Herrn heran zu schieben und mich innig an ihn anzuschmiegen, während ich stumm seinem Gespräch mit der Herrin lauschte… der Brauer war nämlich wieder sehr wortkarg und musste leider auch bald zurück an seine Kessel.

Erneut gab sich die Blumenfrau in einer recht blauäugigen Art reichlich Mühe, ihre Schutzbedürftigkeit zu zeigen. Sie erzählte, zuhause gelegentlich Rascheln, Knurren oder Fauchen zu hören und dass es für sie als alleinstehende Freie wünschenswert sei, wenn die Krieger um ihr Haus herum Wachrunden laufen. Aha, verlagerten sich die Bemühungen der Frau um einen Gefährten oder in einen Kragen zu kommen gerade in Richtung der roten Kaste? Ich denke, eine solche Sonderbewachung wird nicht stattfinden. Warum mietet sie kein Haus innerhalb der Stadtmauern, auf denen die Wachen regelmäßig patrouillieren oder zumindest ein in der Unterstadt zentraler gelegenes? Möglichkeiten für die Blumenzucht gibt es doch wirklich überall! 

Selbstverständlich hielt ich meine Meinung dazu zurück, zumal ich der Herrin demnächst als Führerin durch die Oberstadt dienen darf und sich dabei bestimmt eine Gelegenheit für den einen oder anderen schlauen Hinweis von mir ergibt. 

Der Brauereikrieger versuchte das Weib jedenfalls damit zu beruhigen, dass sie sich nun mal in der Mühle eingemietet hat und somit am Wasser wohnt, Geräusche also nichts Ungewöhnliches sind, und mein Herr gab zu Bedenken, um solch ein abgelegenes Haus am Waldrand könnte durchaus schon mal ein Larl oder Sleen auf der Suche nach Beute herum streichen. 

„Gibt es hier Larls? Nun habe ich Angst!“ Na toll, so blauäugig kann eine auf Gor geborene Freie wirklich nicht sein, sondern ihr Getue war wohl tatsächlich ihre Masche in Sachen Gefährtenschaft oder Kragen, denn nun schwärmte sie von den Vorzügen des Schmieds und des Bauern. 

Die Pickel und Haare am Hintern des Sattlers vergaß das Weib natürlich ebenfalls nicht erneut zu erwähnen… keine Ahnung, wieso die Frau dieses Körperteil des Herrn überhaupt sehen konnte, aber noch viel weniger kann ich verstehen, warum sie ständig davon spricht und damit nicht gerade für ihren guten Ruf sorgt. 

Aber egal, ich hörte inzwischen sowieso nur noch mit halbem Ohr zu und schließlich gar nicht mehr. Stattdessen gab ich mich lieber ganz dem schönen Gefühl hin, mich an meinen Herrn zu kuscheln, seine Nähe und seine Hände auf meinem Körper zu genießen, bevor ich noch einmal die Luft aus seinem Becher herauslassen durfte, weil zu viel Luft wenig bis gar keinen Paga bedeutet, was ja mal ganz schlecht für einen Pagaliebhaber ist. 

Die Nacht auf dem schönen weichen Fell meines Herrn war übrigens fantastisch, aber vor allem sein unerwartetes Eingeständnis vor dem Einschlafen, mich vermisst zu haben! ;-)))

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